Autor Thema: Kapitalismuskritik ...  (Gelesen 2976 mal)

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Offline ritschibie

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Re: Deutschland in der Sozial- Falle
« Antwort #15 am: 29 Januar, 2008, 23:10 »
, die Nivellierung der Managergehälter und drastische Strafen bei Steuerhinterziehung und Kapitalflucht.

Protest: Ich bin eher für Steuerhinterziehung, als mit diesen die Milliardenzocker in den Landesbanken und sonstigen Kredithaianstalten zu finanzieren!
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Offline Jürgen

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Re: Deutschland in der Sozial- Falle
« Antwort #16 am: 30 Januar, 2008, 01:55 »
Keine Angst, die allerkleinsten Steuerhinterzieher werden regelrecht gehenkt.
Wie beispielsweise jeder Schwarzarbeiter, der nur ein paar Kröten extra machen will, um seine Familie einigermassen durchzubringen.
Man erinnere sich, dass vor einigen Jahren der Mundraub wieder unter Strafe gestellt wurde. Elend wird mit Höchststrafe belegt, lebenslänglich ohne Chance auf Begnadigung...

Ein paar der ganz grossen Verbrecher und Volksverräter dagegen wird man -wie immer - extrem gut abgefunden laufen lassen, oder man schanzt ihnen noch äusserst lukrative Jobs in Vorständen, der EU, der Regierung oder sogar bei den Russen zu...

Dieses Land ist inzwischen komplett zur Bananenrepublik verkommen.
Und der Fisch stinkt stets vom Kopfe her.
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Veränderungen stehen an. Dies ist der bisherige Stand:
28,x°,23.5°,19,2°,13°Ost
,1mØ Multifeed, mit Quattro LNBs; Multiswitches 4x 5/10(+x) - alle ohne Terrestrik und modifiziert für nur ein 12V DC Steckernetzteil (Verbrauch insgesamt 15 Watt)
1mØ mit DiSEqC 1.3/USALS als LNB2 an DVB-S2 STB, aktuell 30°W bis 55°O
1.) FM2A88X Extreme6+, A8-6600K (APU mit 4x 3,9 GHz und Radeon HD8570D), 16GB DDR3 1866, 128GB SSD, 3TB HDD, Win10 x64 Pro 1909 / 10.0.17763.107, Terratec T-Stick Plus (für DAB+), Idle Verbrauch ca. 35 Watt
2.) FM2A75 Pro 4, A8-5600K (APU mit 4x 3,6 GHz und Radeon HD7530D), 8GB DDR3 1600, 128GB SSD, 2TB HDD, Win10 x64 Pro, Idle Verbrauch ca. 45 Watt
3.) Raspberry Pi 512MB u.a. mit Raspbian
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Modell Deutschland mit Knacks
« Antwort #17 am: 23 April, 2009, 18:02 »
Erfolg beruht auf Leistung, und unsere Wertarbeit ist krisenfest - das war das deutsche Mantra. Doch die tiefe Rezession hat diese Gewissheiten außer Kraft gesetzt. Mit sozialen Unruhen ist trotzdem nicht zu rechnen. Die Wut ist groß - aber eben auch die Bereitschaft, dem Sturm zu trotzen.

Bisher lebten wir in Deutschland im Zeichen der angekündigten Krise. Jetzt ist sie da. Man sieht am Kanzlertisch die Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Gewerkschaften sitzen und weiß, dass die Runde nichts besser weiß.

Niemand wird ungeschoren davonkommen. Mindestens fünf, vielleicht sieben Prozent Wachstumsschwund, mindestens eine Million Arbeitslose mehr.

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Mittelstandsgesellschaft der Bundesrepublik in ihrem Kern getroffen. Denn nicht diejenigen mit den prekären Jobs im Handel mit Billigprodukten oder bei der Dienstleistung in der Alten- und Autopflege sind gefährdet, sondern die Arbeitsplätze in der Hochproduktivitätsökonomie des Modells Deutschland.

Es sind der Maschinenbau in Baden-Württemberg und die Medizintechnik in Bayern, die einen Auftragseinbruch von 50 oder 60 Prozent zu verzeichnen haben. Es stehen jetzt die Arbeitsplätze der "flexiblen Spezialisierung", bei denen in den vergangenen 15 Jahren unter dem Druck von "total quality management" eine regelrechte Kompetenzrevolution stattgefunden hat, zur Disposition.

Die Angst, dass im Ganzen etwas schiefläuft

Das ist die facharbeiterschaftliche Mitte der deutschen Gesellschaft, die in Heilbronn, in Jena, in Ottobrunn oder in Essen bewiesen hat, wie man die Herausforderung der Globalisierung bewältigt.

An den Quellen der Wertschöpfung in Deutschland geht die Angst um. Also bei den Familien, die immer davon überzeugt waren, dass Erfolg auf Leistung beruht, setzt sich jetzt das Gefühl fest, dass wir uns in einer Abwärtsspirale befinden, aus der man aus eigenen Kräften nicht herauskommt.

Es wird vielleicht nicht den eigenen Arbeitsplatz kosten, aber die Sicherheit, dass Hartz IV ein Problem der Anderen ist, hat einen ziemlichen Knacks erlitten. Das starke Selbstvertrauen, das diese Kernschichten des Modells Deutschland ausgestrahlt haben, steht in Frage.

Nie war man bislang auf Konjunkturprogramme oder Steuerentlastungen angewiesen, aus eigener Kraft hatte man den Beweis erbracht, dass Wertarbeit eine Sache aus Deutschland ist. Was die Regierenden in Bonn oder Berlin zu sagen hatten, konnte man getrost auf sich beruhen lassen, weil man der Überzeugung war, dass die Musik woanders gespielt wurde.

Wut auf die Schuldigen ändert nichts

IG-Metall-Chef Berthold Huber weiß, dass diese Klientel nicht zu "sozialen Unruhen" neigt. Das ist was fürs Lumpenproletariat, aber doch nichts für den deutschen Facharbeiter. Was in diesen Menschen, dem Herz des Modells Deutschland, gerade passiert, muss man anders ernst nehmen. Den meisten ist klar, dass die Wut auf die Schuldigen nichts ändert. Es geht vielmehr darum, die Kraft zum Standhalten zu stärken.

Es gibt bei ihnen die Bereitschaft, dem Sturm zu trotzen, und diesen gelackten Typen mit den Streifenhemden und den angelsächsischen Ausdrücken zu zeigen, wozu man auch in Zeiten der Krise in der Lage ist. Und zwar nicht als schlauer Trittbrettfahrer, sondern als ein selbstbewusstes Kollektiv, das auch dann die Maßstäbe nicht verliert, wenn die in Berlin nicht mehr weiterwissen.

Quelle : www.spiegel.de

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Kapitalismus-Recycling
« Antwort #18 am: 17 Juli, 2009, 10:35 »
Warum stellen wir nicht mehr die Warum-Fragen?

Trotz technologischen Fortschritten sind in den westlichen Industrienationen die Realeinkommen gesunken und die Bildung ist zu einem Spezialistentum ohne Verantwortung für das Ganze verkommen. Kein Wunder, dass Begriffe wie Ethik und Moral im entfesselten Kapitalismus scheinbar keine Rolle mehr spielten. Wie sollte dies auch sein, wenn der schnöde Mammon der persönlichen Bereicherung durch immer stärker ausufernde Gehälter die Gehirne der Akteure mit dem Shareholder-Value der Aktienkurse gleichgeschaltet hatte. Wir haben es verlernt, die Warum-Fragen zu stellen, Fragen, die uns die Kinder immer wieder stellen.

Warum haben wir jahrelang geglaubt, dass Geld auf Bäumen wächst und beliebig vermehrbar ist, ohne zu erkennen, dass die Äste auf denen wir sitzen, durch ihre eigene Schuldenlast zusammenbrechen? Warum hat die so genannte Wirtschaftselite zum Treiben in den Finanzetagen der Großbanken jahrelang geschwiegen, obwohl jeder, der den mathematischen Dreisatz beherrscht, nachrechnen konnte, dass z.B. eine UBS im Verhältnis zur Schweizer Volkwirtschaft viel zu groß wurde, um eine Krise alleine bewältigen zu können?

Warum haben Politiker zugeschaut, wie das schweizerische Bankgeheimnis von Banken zu einem kriminellen Perpetum Mobile der Geldwäsche umfunktioniert wurde? Warum unterstützen wir heute Banken, die sowieso nicht mehr zu retten sind mit der Einführung von Bad Banks, und verhindern so, dass das neu gedruckte Geld zur Sanierung von toxischem Swap-Müll und nicht für Innovationen eingesetzt wird? Warum lassen wir es zu, dass Banken, die saniert werden, trotz neuem Geld alte Kredite kündigen und so eine gigantische Kreditklemme und damit Massenarbeitslosigkeit verursachen?

Warum konnten Hütchenspieler an der Wallstreet und anderswo jahrelang hemmungslos agieren und die Welt mit Derivaten zumüllen, ohne dass wir uns gefragt haben, wohin dieser Wahnsinn führt? Warum gab es keine weitsichtigen Manager, die diesem Treiben ein Ende gesetzt haben? Warum hat die Politik nicht frühzeitig eingegriffen, um die Exzesse an den Finanzmärkten zu beenden? Warum glauben wir, dass uns nur Wachstum weiterbringt und nicht die Qualität unseres ganzheitlichen Handelns?

Warum haben wir Menschen, die keine Kapitalrendite von 25 % erwirtschaftet haben, der Lächerlichkeit preisgegeben? Warum haben wir marktliberalen Ideologen die Zerstörung des Kapitalismus erlaubt? Warum haben die Journalisten nicht stärker gegen ein System aufbegehrt, das sich im Nachhinein als ein erbärmliches Auslaufmodell zeigte?

Warum haben wir so wenige Frauen im Top-Management? Warum sitzen in vielen Parlamenten Volksvertreter, deren intellektuelle Qualität gegen minus unendlich geht? Warum haben wir es zugelassen, dass die Handlanger des Neoliberalismus alle führenden Positionen erklommen haben und heute mit ihrem Filz und ihrer Vernetzung nichts anderes zustande bringen als das alte zu Tode zu verwalten? Warum schauen wir zu, wie die westlichen Demokratien längst nicht mehr demokratisch sind, sondern zu Willküranstalten ohne Ethik und Moral verkommen? Warum machen wir mit kriminellen Ländern wie China Geschäfte, die die Menschenrechte mit Füßen treten und auch vor Völkermord nicht zurückschrecken? Warum lassen wir es zu, dass ein trauriges Establishment permanent Partys feiert, während die Arbeitslosigkeit ständig neue Rekordstände erreicht? Warum rollen wir den korruptesten Diktatoren den roten Teppich aus, wenn diese mit einem Auftrag drohen?

Warum ändern wir nicht die Spielregeln des Kapitalismus? Warum verstehen viele Wirtschaftsführer, die Afrika ausbeuten, nicht, dass man Geld nicht essen kann? Warum erkennen wir nicht, dass die Ursache des heutigen Wachstumswettlaufs im heutigen Zinssystem liegt? Warum haben wir das kybernetische Denken, welches auf Erkennung der Wechselwirkungen beruht, aus allen Lehrstühlen verdammt? Warum haben wir überall nur noch Spezialisten und keine Generalisten mehr? Warum verschließen wir die Augen vor der Realität, dass wir neue Lösungen brauchen, um die Probleme der Zukunft zu bewältigen? Warum bringen wir nicht diejenigen Querdenker in führende Positionen, die seit Jahren vor den Entwicklungen gewarnt haben?

Warum designen wir nicht politische Systeme, die nicht für Wahlperioden aufgebaut werden, sondern über Jahrzehnte die Zukunft sichern? Warum sind alle Lenkungssysteme in Wirtschaft und Politik für den Blindflug optimiert, bei dem man unweigerlich an den Schuldengebirgen zerschellt? Warum erkennen viele Top-Manager und Politiker immer noch nicht, dass Sinn nicht dadurch entsteht, dass man immer mehr Unsinn anrichtet?

Warum machen wir nicht einfach in unserem alltäglichen Leben eine kleine Revolution, indem wir widersprechen, aufbegehren, kündigen und neue Firmen gründen? Warum initialisieren wir nicht einfach, nachdem wir ja heute sogar Versager recyceln, ein Kapitalismus-Recycling?

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Welche Wege führen aus der Krise?
« Antwort #19 am: 28 Februar, 2010, 09:54 »
Hat der Kapitalismus noch eine Chance, oder müssen wir uns auf die Suche nach Alternativen begeben?

Die Einschläge kommen näher. Mussten bisher vor allem Länder der Peripherie der Europäischen Union – wie etwa Ungarn, Rumänien oder Lettland – mittels milliardenschwerer Hilfspakete des IWF, der Weltbank und der EU vor dem Staatsbankrott bewahrt werden, so droht erstmals mit Griechenland  einem Land der Eurozone die Zahlungsunfähigkeit. Als weitere Pleitekandidaten werden inzwischen die Euroländer Portugal  und Spanien gehandelt. Auch Kernländer des kapitalistischen Systems stöhnen unter einer ungeheuren Schuldenlast und verschulden sich in einem aberwitzigen Tempo. Die Staatsverschuldung Japans, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, beträgt längst mehr als 200 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Großbritannien (Staat, Wirtschaft und Verbraucher) hat bereits einen Schuldenberg von nahezu 500 % seines BIP angehäuft. Die staatliche US-Schuldenaufnahme soll in diesem Jahr mit 1,6  Billionen US-Dollar einen neuen Allzeitrekord aufstellen. Es ist absolut offensichtlich, dass diese rasant fortschreitende Verschuldungsorgie der meisten Industriestaaten nicht mehr lange aufrechterhalten werden kann. Inzwischen drohen Ratingagenturen damit, selbst den USA und Großbritannien ihre erstklassige Bonitätsbewertung abzuerkennen.

Als die – seit Jahrzehnten schwelende! - Krise mit der Pleite von Lehman Brothers manifest wurde, da taumelten die Finanzmärkte am Abgrund. Nun geraten etliche Industriestaaten in finanzielle Schieflage, gerade weil sie mittels umfangreicher Konjunkturprogramme und billionenschwerer Rettungsmaßnahmen für den Finanzsektor den wirtschaftlichen Totalabsturz in 2009 verhindern konnten. Wie kann dieser nun erneut an Dynamik gewinnende Krisenprozess verzögert, oder gar aufgehalten und schließlich überwunden werden? Gibt es Auswege aus dieser Krise? Können diese systemimmanent – also im Rahmen der kapitalistischen Produktionsweise – beschritten werden, oder müssen wir uns auf die Suche nach Alternativen begeben?

Um diesen Fragestellungen adäquat nachgehen zu können, ist ein klares Verständnis der gegenwärtigen Krise erforderlich. Erst dank einer bündigen und klaren "Krisendiagnose" könnten eventuelle Auswege aus der Krise diskutiert, aufgezeigt und beschritten werden.

Kurze Krisendiagnose: It's the economy, stupid

Die gegenwärtige Systemkrise des kapitalistischen Systems äußert sich vor allem als eine Schuldenkrise. Die wichtigsten Industriestaaten haben seit dem Zusammenbruch der US-Immobilienblase die Defizitkonjunktur verstaatlicht, die vormals durch eine ausartende private Verschuldung auf den wuchernden Finanzmärkten angeheizt wurde.

Seit Beginn der achtziger Jahre – also seit dem Sieg des Neoliberalismus – wuchsen die amerikanischen und später globalen Finanzmärkte explosionsartig an, zugleich beschleunigte sich vor allem in den USA die private Kreditaufnahme, die zu einer tragenden Säule des dortigen, konsumgetriebenen Wachstums wurde. Eine auf solcherart (staatlicher oder privater) Defizitbildung beruhende Konjunktur wird als Defizitkonjunktur bezeichnet.

Es scheint somit, dass der Kapitalismus seit einigen Jahrzehnten ohne Schuldenbildung nicht mehr funktionieren kann. Entweder vollzieht sich dieser Prozess über die Finanzmärkte, wodurch es zum Zusammenbruch der US-Immobilienblase kam, oder die Staaten müssen einspringen und Vermittels staatlicher Defizitbildung die notwendige Nachfrage generieren, wie es aktuell der Fall ist. Der Kapitalismus scheint somit zu einem unrentablen Zuschussgeschäft verkommen zu sein, dessen Reproduktion nur noch durch (staatliche oder private) Schuldenmacherei aufrechterhalten werden kann.

Der gegenwärtig zusammenbrechende finanzmarktgetriebene Kapitalismus entstand als Reaktion auf die fundamentale Krise der siebziger Jahre, als der lange Nachkriegsboom in nahezu allen Industrieländern zum Erliegen kam und die Weltwirtschaft in eine lange Phase der Stagflation – einer ausartenden Inflation mitsamt ökonomischer Stagnation – eintrat. Die Deregulierung der Finanzmärkte seit den achtziger Jahren und deren beständiges Wachstum waren also eine Reaktion auf einen Krisenprozess der warenproduzierenden Industrie. Hiermit konnte tatsächlich neue - wenn auch nur kreditfinanzierte - Nachfrage geschaffen werden. Dieses gigantische Schneeballsystem, das zuletzt durch die Spekulation auf dem US-Immobilienmarkt angetrieben wurde, brach im Gefolge der Pleite von Lehman Brothers zusammen.

Was ließ also die Industriestaaten nach der langen Aufschwungsphase in dem Goldenen  Zeitalter des Kapitalismus in die Krisenperiode der Stagflation eintreten? Salopp gesagt, es war die dem Kapitalismus innewohnende, konkurrenzgetriebene Tendenz zur beständigen Produktivitätssteigerung. Der Kapitalismus ist schlicht zu produktiv für sich selbst geworden, weswegen wir uns seit Jahrzehnten mit der Krise unserer Arbeitsgesellschaft konfrontiert sehen, deren systemische Ursachen von der veröffentlichten Meinung verbissen ignoriert werden. Je offensichtlicher die ihre Produktionspotentiale beständig steigernde Wirtschaft nicht mehr in der Lage ist, auch nur annähernd Vollbeschäftigung herzustellen, desto verbissener hält die öffentliche Debatte am Ziel der Vollbeschäftigung fest – und sei es durch Billiglohn und Zwangsarbeit.

Um diesen Komplex zu verdeutlichen, lohnt ein näherer Blick auf die vom sowjetischen Ökonomen Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew begründete Theorie der "langen Konjunkturwellen", für die der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter 1938 den Begriff der Kondratjew-Zyklen formte. Hierbei handelt es sich um einen jahrzehntelangen konjunkturellen Metazyklus, der von neu entstandenen Schlüsselindustrien getragen wird, die neue Felder der Kapitalverwertung und Massenbeschäftigung kreieren. Einer Periode des Aufschwungs folgt eine Zeit des Abschwungs, in der Produktivitätssteigerungen und Marktsättigung die Profitrate und Massenbeschäftigung in diesen neuen Schlüsselindustrien wieder sinken lassen. Seit Anbeginn der Industrialisierung hätten wir es also mit Metazyklen zu tun, die jeweils auf dem Ausbau der Textilindustrie und später der Schwerindustrie, der Elektrobranche oder der Chemieindustrie zurückzuführen sind. Sobald durch fortschreitende technische Entwicklung die Massenbeschäftigung in einem älteren Sektor nachließ, entstanden durch denselben wissenschaftlich-technischen Fortschritt neue Industriezweige, die die "überschüssige" Arbeitskraft aufnahmen.

Systemkrisen treten dann ein, wenn die von einem bestimmten Industriezweig generierte Massenbeschäftigung aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen abflaut, während sich noch keine neuen Beschäftigungsfelder in neuartigen Industrien aufgetan haben. Genau diese Entwicklung setzte seit den siebziger Jahren in allen Industrieländern ein, als die von der Massenmotorisierung getragene, sehr lange Konjunkturwelle der Nachkriegszeit abflaute und sich keine neuen Schlüsselindustrien für eine weitere lange Konjunkturwelle entwickelten.

Dieser Befund mag auf den ersten Blick stutzig machen, da in den achtziger Jahren mit der Mikroelektronik und der Informationstechnologie weitere Industriezweige entstanden, die selbstverständlich auch Arbeitsplätze generierten und Investitionsmöglichkeiten für das Kapital schufen. Dennoch fungieren diese Sektoren gerade nicht als "Schlüsselindustrien" im Sinne Kondratjews. Diese schaffen ja vor allem dadurch Investitions- und massenhafte Beschäftigungsmöglichkeiten, dass sie in Wechselwirkung mit anderen Industriezweigen treten und dort ebenfalls stimulierend und belebend werden. Sehr gut kann man das am Aufbau des Eisenbahnnetzes im späten 19. Jahrhundert oder an der Massenmotorisierung der Nachkriegszeit erkennen, die ja vielfältigste ökonomische Impulse zeitigten.

Auch die mikroelektronische Revolution der 80er Jahre wirkte sich auf die gesamte Ökonomie aus, doch dies vor allem mittels massenhaften Abbaus von Arbeitsplätzen: Durch Rationalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen werden große Teile der klassischen Industriearbeiterschaft schlicht überflüssig. Die Rechnung ging diesmal nicht auf. In den neuen Hightechbranchen entstehen weit weniger Arbeitsplätze, als in den "alten" Industrien obsolet werden. Dem Massenheer der Industriearbeiterschaft folgt keines aus Programmierern, Informatikern oder Webdesignern. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt, der – konkrrenzvermittelt - durch den Kapitalismus befördert wird, untergräbt zugleich die kapitalistische Produktionsweise.

Für die betroffenen Industrieländer ergaben sich bei der Krisenbewältigung zwei Optionen: Entweder, sie setzten gnadenlos auf die Exportwirtschaft, wie Deutschland, China und Japan, oder sie bildeten eine Defizitkonjunktur aus, die über einen wuchernden Finanzsektor die massenhafte Kreditaufnahme und somit auch Nachfrage erzeugte (vor allem USA, aber auch Großbritannien, Spanien, Irland und weite Teile der osteuropäischen Peripherie der EU).

Das Fazit unserer Krisendiagnose lautet folglich: Es ist der stürmisch vom Kapitalismus vorangetriebene Fortschritt der Produktivkräfte, der die Grundlagen der kapitalistischen Produktionsweise unterminiert. Die Krise hat ihre Ursache nicht im Finanzsektor, sondern in den Widersprüchen der warenproduzierenden Industrie. Gerade das exzessive Wuchern der Finanzmärkte hat die unter einer latenten Überproduktion leidende reale Wirtschaft durch schuldengenerierte Nachfrage am Leben gehalten. Nachdem diese ungefähr über 30 Jahre beständig wuchernde Spekulations- und Verschuldungsdynamik zusammenbrach, drohte die reale Wirtschaft, das von reaktionären Kapitalismuskritikern fetischisierte "schaffende Kapital", an seinen eigenen Widersprüchen zu kollabieren. Hier mussten die Staaten als ein letzter Trumpf der kapitalistischen Krisenpolitik einspringen und diese Defizitkonjunktur "verstaatlichen". Die kreditgenerierte Nachfrage würde sonst zusammenbrechen, und die ungeheuren Produktionskapazitäten der Industrie führen dann in einer verhängnisvollen Abwärtsspirale zu immer neuen Massenentlassungen, welche die Massennachfrage immer weiter reduzieren und erneute Entlassungswellen auslösten.

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Arbeitslosigkeit und Suizid
« Antwort #20 am: 01 März, 2010, 21:03 »
In Zeiten der Arbeitslosigkeit steigen die Selbstmorde, was besonders dann bedenklich ist, wenn Erwerbsarbeit nicht mehr für alle auf Dauer verfügbar ist

Es beschreibt nicht annähernd den tatsächlichen Sachverhalt und Ist-Zustand, wenn von besorgniserregendem Anstieg der Arbeitslosigkeit die Rede ist. Die Spekulationen darüber, in welchem Umfang aktuelle Statistiken die Zahl der Arbeitslosen erfassen, ob ihre jeweils vorgelegten Berechnungen den realen Gegebenheiten entsprechen oder versehentlich bis absichtlich "schöngezählt" werden, erscheinen angesichts der prekären Lage der Betroffenen eher als beißender Spott, denn als sachliche Auseinandersetzung.

In einer Gesellschaft, die ihre Mitglieder über erfolgreiche Arbeit definiert und in der sich der Wert eines Menschen am Marktwert seiner Arbeitskraft bemisst, stellt die momentane Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ein ernsthaftes Problem dar. Wenn nämlich unserer Arbeitsgesellschaft allmählich die Arbeit ausgeht, kann nicht mehr an der Würdigung und Huldigung bezahlter Arbeit festgehalten werden. Gut bezahlte Beschäftigungsverhältnisse, krisensichere Arbeitsplätze oder unkündbare Positionen sind seltener geworden und es wird zusehends immer schwieriger, diese Art der Beschäftigung zu be- und erhalten. Stattdessen sind Beschäftigungsverhältnisse mit Bezahlungen, die sich durch extremes Lohndumping an der Armutsgrenze bewegen, im Vormarsch. Hierbei steht die Würdigung der Arbeit in keinem angemessenen Verhältnis zur Würde, bzw. zur Würdigung der jeweiligen Person.

Erwerbsarbeit hat in Arbeitsgesellschaften über das bloße Geldverdienen und das Sich-Ernähren-Können hinaus zudem eine wichtige integrierende Wirkung für den Einzelnen. Bei Verlust des Arbeitsplatzes drohen auch verschiedenartige soziale Vernetzungen, Kontakte und Beziehungen in die Brüche zu gehen. Ganz zu schweigen von den folgenschweren gesamtgesundheitlichen Belastungen, die nicht nur das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung beschädigen. Häufig treten zwischenmenschliche Störungen im nahen Umfeld auf, bis hin zu völliger sozialer Isolation.

Die Gründe und Folgen, die zur Arbeitslosigkeit des Einzelnen geführt haben, werden oft dem Betroffenen selbst zugeschrieben, indem ein persönliches Versagen in den Vordergrund gerückt wird. Die komplexe Gesamtsituation des Arbeitsmarktes rangiert dabei eher am Rande der Erklärungs- und Begründungsversuche. Einer der Gründe dafür liegt in der negativ konnotierten Begriffsdefinition von "arbeitslos", denn arbeits-los zu sein wird assoziiert  mit Faulheit, Müßiggang, Trägheit, Nichtstun und vielem mehr.

Arbeit gegen Bezahlung ist derzeit jedoch die einzige Möglichkeit des Überlebens, wenn man entwürdigenden Lebensbedingungen entgehen möchte. Auf einem Stellenmarkt, der eigentlich keiner mehr ist, ist der "Stellenwert" eines Arbeitslosen ohne Stelle nur noch schwer zu definieren. Die negative Entwicklung des Arbeitsmarktes prognostiziert bei allem Optimismus nichts Gutes: Die Arbeitslosigkeit steigt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt ab und die Nachfrage und der Bedarf an (qualifizierten) Arbeitskräften geht weiter zurück. Die Entstehung von (Massen-)Arbeitslosigkeit darf allerdings nicht als Problem, Pech, Unglück, Tragik oder Schicksal des jeweils Betroffenen betrachtet werden, sondern ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und Problem.

Auf Dauer wird nämlich die gesamte Gesellschaft durch die Folgen hoher Erwerbslosigkeit geschwächt, auch wenn bislang eher die Tendenz und Bereitschaft besteht, die Last der Bewältigung der Folgen von Arbeitslosigkeit den einzelnen Betroffen und seinen Angehörigen aufzubürden.

Arbeitslosigkeit wird von der Mehrzahl der Betroffenen als belastende Lebenssituation empfunden, die im Extremfall mit einem nicht zu vermeidenden sozialen Absturz einhergeht. Wer am aktiven Arbeitsleben nicht mehr teilnimmt und aus diesen Gründen den Lebensunterhalt für sich und seine Familie nicht mehr erwirtschaften kann, befindet sich in einer Existenz bedrohenden Situation. Die bewilligten finanziellen Hilfsmaßnahmen von Seiten der Behörden sind begrenzt. Aufgrund der allgemeinen derzeitigen Krise werden auch die Sparpakete für Bedürftige so extrem zusammengeschnürt, dass sie als Folge eine fast nicht mehr revidierbare Beschämungssituation festigen. Dass die Grundsicherung für bedürftige Bürger bei allen Sparmaßnahmen nicht unter das Existenzminimum fallen darf, musste jüngst in einem Urteil vom Verfassungsgericht neu geregelt und festgelegt werden.

In Politik und Regierung, wo das Jonglieren mit Zahlen nicht automatisch ein Beweis für Rechenkunst ist, war es scheinbar nicht möglich, eine nachvollziehbare Berechnung zum Existenzminimum auszuarbeiten. Diese Vorgehensweise lässt wenig bis keine reale Sorgfaltspflicht der zuständigen Verantwortlichen erkennen und stellt diesen – trotz hoher Gehälter - ein großes Armutszeugnis aus. Die Frage nach dem Wert der Menschenwürde ist mehr als berechtigt und in diesem Zusammenhang kann erneut gefragt werden, ob diese (inzwischen) nicht nur eine leere Phrase oder Fiktion ist und den zukünftigen Sparmaßnahmen zum Opfer fällt.

Zunehmende Perspektivlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt

Die zermürbende Angst der Betroffenen, die Kontrolle über ihr bisheriges Leben zu verlieren, gepaart mit der Hilflosigkeit, einer ungewissen Zukunft ohne Aussicht auf Verbesserung ausgeliefert zu sein, bringt viele Menschen an die Grenzen der Verzweiflung. Angesichts der zunehmenden Perspektivlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt sind guter Rat, Trost und positives Denken nicht ausreichend: Die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit kann man nicht wie ein gebrochenes Bein oder eine vorübergehende Erkältung kurieren. Es reicht auch bei weitem nicht aus, auf ein verständnisvolles Umfeld zu hoffen oder an einfühlsame Familienmitglieder zu appellieren. Nahe stehende Personen wie auch Freunde und Bekannte sind in der Regel intensiv in den Leidensprozess des Betroffenen integriert. Die oftmals lang anhaltenden Strapazen bringen ebenfalls viele Menschen im nahen Umfeld an ihre Belastungsgrenzen.

Durch die verheerenden Auswirkungen der Arbeitslosigkeit zählen inzwischen Arbeits- bzw. Erwerbslose zu einer suizidgefährdeten Risikogruppe. Über das Tabu Suizid, d.h. die Selbsttötung eines Menschen, kommt der Berichterstattung in den Medien eine besonders sensible Aufgabe zu. Es ist erwiesen, dass eine zu sensationelle Darstellung der jeweiligen Selbsttötung keine abschreckende, sondern eher eine nachahmende Wirkung zur Folge hat. Ein unmittelbarer Anstieg der Selbsttötungen konnte bei spektakulärer Medienaufbereitung nachgewiesen werden. Ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Todesursachen wurde bereits in 26 europäischen Ländern wissenschaftlich untersucht. Die Untersuchungsergebnisse der Universität Oxford berichten von einem Anstieg der Selbsttötungsraten bei zunehmender Arbeitslosigkeit. Demnach bewirkte ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um ein Prozent einen Anstieg der Suizidrate um 0,79 Prozent bei erwerbslosen Bürgern unter 65 Jahren. Bei einem Anstieg um drei Prozent wuchs die Zahl der Suizidopfer sogar um 4,5 Prozent!

Die Suizidforschung nennt den Zustand der Hoffnungslosigkeit als Hauptmotiv zur Selbsttötung. Betrachtet man Hoffnung als zentrale Grundempfindung und Lebenskraft des Menschen, dann ist Hoffnungslosigkeit zu verstehen als Verlust des Vertrauens und der Zuversicht in die Zukunft. Gefühle der Kraft- und Mutlosigkeit und die Unmöglichkeit, sich auf positive Ziele konzentrieren zu können, gehören dazu. Wenn zentrale Lebensziele beeinträchtigt oder gefährdet sind, steht deren Verwirklichung in Frage und erschüttert das menschliche Dasein. Wo hingegen (noch) Hoffnung besteht, vermag diese auch in Krisensituationen einen Puffer gegen Resignation und Verzweiflung darzustellen und eine zuversichtliche, positiv gestimmte Haltung gegenüber der Zukunft einzunehmen.

Hinter der Selbsttötung stehen oftmals der Wunsch und Versuch, eine menschliche Tragik zu beenden. Tragik kann hierbei als außergewöhnlich schwerer Konflikt verstanden werden, der als Untergang oder Verderben bringendes, unverdientes Leid in seiner Größe und Unerträglichkeit die menschliche Existenz in Frage stellt. Das bedrohte Selbstwertgefühl, die Scham, die Verzweiflung und oftmals auch die Isolation treiben immer mehr betroffene Arbeitslose in den Tod: Der Tod soll dazu verhelfen, die Probleme des Lebens zu beseitigen. Die Suizidforschung verweist darauf, dass im Vordergrund des Suizidgeschehens die gesamten, schwer zu bewältigenden Lebensprobleme stehen.

Seit der Krise steigen nicht nur unter Vorständen und Managern die Selbsttötungsraten, was die Befürchtungen der Experten durch das Nationale Suizid-Präventionsprogramm bestätigt. Pro Jahr nehmen sich hierzulande ca. 10.000 Menschen das Leben, wobei die Zahl der Selbsttötungen wesentlich höher ist als jene der Verkehrstoten, der Drogen-, Mord-, Totschlag- oder Aids-Opfer.

Ungeachtet dessen, ob unser technologisches Zeitalter neue Arbeitsplätze schafft oder ob die "Ware" Arbeitskraft in einer zusehends automatisierten Lebenswelt eher überflüssig wird, sind erwerbslose Personen längst keine kleine Randgruppe der Gesellschaft mehr. Die Stigmatisierung in Form einer verachtenden Haltung gegenüber arbeitslosen Menschen ist mehr als unangemessen. Wir dürfen uns nicht erlauben, uns an ihr Leiden zu gewöhnen, es als das Problem der "Anderen" zu ignorieren oder vollzogene Selbsttötungen der Betroffenen lediglich als deren letzte Lebensäußerung verständnisvoll zu respektieren.

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Lehrling = Jugendlicher?
« Antwort #21 am: 20 August, 2010, 10:15 »
Firmen warten auf Lehrlinge, oft vergeblich. Aber dass ein Lehrling nicht automatisch ein Jugendlicher sein muss, hat sich wenig herumgesprochen.

Schon seit längerem beklagen sich Firmen darüber, dass ihnen qualifizierte Nachwuchskräfte fehlen. Die Jugendlichen seien immer weniger qualifiziert, es fehle an grundlegendem Wissen und und und. So verzweifelt sind einige, dass die Arbeitsagentur hilfreich mitteilt, dass Förderunterricht noch helfen könnte. Wer die diversen Meldungen zum Thema verfolgt, der kommt zu der Ansicht, dass ein Lehrling automatisch auch jugendlich sein muss. Aber hier stellt sich die Frage: warum eigentlich?

Studieren war ebenfalls lange Zeit als ein Bildungsweg für junge Menschen angesehen, mittlerweile hat man sich an diejenigen gewöhnt, die neben der eigentlichen Tätigkeit studieren oder gar erst im Alter von 50 aufwärts noch ein Studium beginnen. Es mag exotisch wirken für einige, aber es ist kein Novum mehr. Doch beim Thema Ausbildung wird der Auszubildende immer noch mit dem Jugendlichen gleichgesetzt, ältere Lehrlinge scheint es höchstens als "Umschüler" zu geben. Wer sich als Mensch über 25 auf eine Lehrlingsstelle bewirbt, wird oft vom Arbeitgeber nicht einmal in Betracht gezogen, ein Auszubildender über 40 Jahre scheint für einige etwas zu sein, was nicht existieren kann. Warum? Einerseits wird von späteren Renteneintrittsaltern gesprochen, von Flexibilität und Anpassung an neue Berufe, aber die Flexibilität wird oft lediglich von den Anwärtern verlangt, nicht von den potentiellen Arbeitgebern.

Für Menschen ab 25 erweist sich der einst ergriffene Beruf oft als Sackgasse, doch für den Wechsel stehen lediglich Umschulungen und Weiterbildungen offen, die zweite Lehre ist kaum von den Arbeitgebern überhaupt angedacht. Dies erschwert es nicht zuletzt aber auch den älteren Arbeitssuchenden, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen, selbst wenn sie wollten. Dabei geht es nicht darum, dass der Steinmetz, wie einst im Zuge der Arbeitslosigkeitsbekämpfungsdebatte gefordert, auch im Büro arbeiten soll, es geht darum, dass ihm, so er dies freiwillig lernen möchte, auch die Gelegenheit gegeben werden sollte. Wer aber beim Thema Lehrling lediglich Menschen unter 20-25 Jahren im Blick hat, der nimmt nicht nur den Arbeitssuchenden Chancen, er nimmt sich auch selbst welche, denn ein Lehrling, der bereits Erfahrung im Berufsleben anzubieten hat, wird sicherlich den Qualifikationen entsprechen können, wenn es um Aussehen, Manieren usw. geht. Doch weiterhin bleibt Lehrling mit Jugendlicher übersetzt.

Nachtrag nach einem Kommentar im Forum: Obgleich der Begriff Lehrling durch den Begriff "Auszubildender" ersetzt wurde, wird jedoch weiterhin von Lehrlingen wie auch von Auszubildenden gleichermaßen gesprochen, was sich auch in den Nachrichten zum Thema wiederfindet, weshalb ich ebenfalls den Begriff "Lehrling" nutzte. Ich danke aber für den Hinweis.

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Re: Lehrling = Jugendlicher?
« Antwort #22 am: 20 August, 2010, 13:44 »
Es gibt sehr "praktische" Gründe für die überdeutliche Unterscheidung zwischen Lehrlingen / Azubis und Umschülern.

Zuerst einmal könnten die wenigsten Älteren noch von einem Lehrlings-Einkommen leben, denn dieses ist in der Regel so gering, dass man davon eigentlich keine normale Miete bezahlen kann, auch nicht mit Wohngeldzuschuss (wenn man den überhaupt bekäme). Andererseits sind die meisten Lehrlinge auch noch rechtlich von ihren Eltern abhängig, nicht nur als Minderjährige, sondern aufgrund des Sozial- und Unterhaltsrechts durchaus noch bis etwa 25. Nach einer eventuell gescheiterten ersten Berufsausbildung kommt man nämlich normalerweise noch nicht aus der Abhängigkeit von den Eltern heraus.

Für den Ausbildungsbetrieb sind Umschüler meistens kostenlos zu haben, denn die erhalten ihr Geld regelmässig vom Arbeitsamt oder einem Reha-Träger.
 
Umschüler sind zudem meist nicht berufsschulpflichtig, weil normalerweise eine bereits vollständig abgeschlossene erste Berufsausbildung vorausgesetzt wird. So ist eine Umschulung üblicherweise etwa ein Jahr kürzer als eine Lehre.
Ebenso ist fast immer von einer nicht geringen Berufserfahrung im ersten Ausbildungsberuf auszugehen, weshalb eine grundsätzliche Eingewöhnung in die Arbeitswelt an sich nicht mehr erforderlich sein sollte.

Hinzu kommt, dass Umschüler regelmässig volljährig sind und schon längst auf eigenen Füssen stehen, männliche grösstenteils auch nicht mehr den Grundwehrdienst abzuleisten hätten.

Und zuletzt sei noch angemerkt, dass Lehre meist überwiegend auf betrieblicher Ebene stattfindet, Umschulung jedoch hauptsächlich von speziellen Trägern veranstaltet wird, lediglich ergänzt um einen betrieblichen Anteil in der Art eines Praktikums.

So erklärt sich mir der eigene Eindruck der vergangenen Jahrzehnte, dass Ausbilder und Arbeitgeber offenbar deutlich stärker zwischen Auszubildenden und Umschülern unterscheiden, als die Betroffenen selbst.
Die nämlich hoffen überwiegend gemeinsam, bald (wieder) einen anständigen und einigermassen gut bezahlten Job zu finden. Und da interessiert so eine Unterscheidung prinzipiell wenig.

Jürgen
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Die Wegwerfgesellschaft
« Antwort #23 am: 22 Januar, 2011, 20:28 »
Ein Drittel der Lebensmittel wird weggeworfen

Billig soll alles sein, weswegen es auch die Lebensmittelskandale gebe. Der Konsument soll schuld sein, dass die Lebensmittel auf dem Markt immer schlechter und potenziell gefährlich seien. Würde er nur bereit seit, mehr zu zahlen, wäre die Welt wieder in Ordnung.

Kann schon sein, zumal ein anhaltender Boykott gerade bei billigen Lebensmitteln von denjenigen, die nicht das Geld haben, auf teurere wie Öko-Produkte auszuweichen, gar nicht möglich ist. Sie müssen fressen, was angeboten wird.

Trotzdem könnte es einen noch unausgeschöpften Spielraum geben, weil nach dem WWF 30 Prozent der Lebensmittel nicht verzehrt, sondern weggeworfen werden - von den Händlern und den Endkonsumenten. Das wird vermutlich stimmen. Eine Lösung wird eher schwierig sein.Planvoll einzukaufen, ist gar nicht so leicht, wenn Flexibilität angesagt ist.

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Der Kapitalismus der Trostlosigkeit
« Antwort #24 am: 29 August, 2011, 19:34 »
Dem Kapitalismus ist der Feind und die Dynamik abhanden gekommen, er ist in eine Gesellschaft ohne Utopie und politische Alternative gemündet

Neue Zeiten benötigen neue Begriffe. Wenn sich die Dinge ändern, hinkt das Denken gewöhnlich zeitlich hinterher, bis es begreift, was geschieht. Zur Zeit, so scheint es, ist viel Ende und viel im Fluss, wir sehen die Nachkriegs-Epoche versinken und aus dem Ozean der Geschichte steigen neue Verhältnisse auf - oder sind es nur die totgeglaubten Gespenster der Vergangenheit? Den momentanen gesellschaftlichen Veränderungen seien hier drei Begrifflichkeiten gegenübergestellt, als reflexiver Versuch der Einordnung neuer Phänomene: der Kapitalismus der Trostlosigkeit, die Barbarische Moderne und die Entstehung der Komitativen Sphäre.

Der Kapitalismus der Trostlosigkeit ist ein Kapitalismus, dem der Feind abhanden gekommen ist. Nach mehr als 300 Jahren seiner Geschichte steht er plötzlich siegreich, aber auch alleine dar. In ehemals kommunistischen Ländern wie Russland oder China erlebt er eine ungeahnte Blüte und eine Arbeiterklasse, die ihm an die Gurgel will, existiert nicht mehr.

So allein auf weiter Flur und ohne das Korrektiv einer machtvollen Opposition beginnt der Kapitalismus mit andauernden und sich fortsetzenden Krisen sich selbst zu zerstören. Seine Lieblingsbeschäftigung, das permanente Verdampfen alter Verhältnisse und die permanente Revolution der Produktivkräfte, geht ungezügelt vonstatten, gleich einer Dampfwalze in Bewegung, aber ohne Fahrer. Trostlos ist dieser Kapitalismus zum einen, weil er nicht mehr wie noch in den 1960er Jahren seine Versprechungen von Wohlstand auch für das Volk wahrmachen kann. In den alten Industrieländern koppelt sich vielmehr die Produktion des Reichtums wieder ab von den Lebensbedingungen der Produzenten. Prekarität inmitten von Wohlstand ist das neue Damoklesschwert, das über den Überflüssigen des neoliberalen Zeitalters schwebt. Diese - wachsende Zahl - von "Minderleistern" können kaum mehr auf die Billigung der "Leistungserbringer" (Sloterdijk) hoffen.

Trostlos ist dieser Kapitalismus aber auch zum anderen, weil er wie ein Schwarzes Loch im Ideen-Universum quasi alle utopische Energie in sich aufgesogen und neutralisiert hat. Am Horizont des real existierenden Kapitalismus ist also nicht nur das Wohlstandsversprechen, sondern auch das Bild jedweder Alternative verblasst. Wenn Trost die Linderung des Leids ist, so gibt es an diesem Horizont keine Heilsversprechungen mehr. Dort wartet nur noch die Absurdität der "Riester-Rente".

Im Einzelnen: Seit der Herausbildung der kapitalistischen Wirtschaftsform im England des 18. Jahrhunderts war deren Dynamik kontinuierlich begleitet von Versuchen zu deren Negation, zumindest deren Bändigung. Kapitalismus war schon immer wie das Jin und Jang des Taoismus - mit seiner Kraft erzeugte er immer eine Gegenkraft. Die Dampfmaschine und die Fabrik erzeugten die Arbeiterklasse, und deren Organisationen - etwa die Sozialdemokratische Partei in Deutschland - waren sich bis in das 20. Jahrhundert hinein einig, dass der Kapitalismus überwunden gehöre. Denn der produzierte permanent durch seine zyklischen Krisen jene Zustände, die nach seiner Abschaffung drängen.

Daran arbeiteten quer durch die Jahrhunderte vor allem die Arbeiterparteien und in mehreren Revolutionen wird der Kapitalismus für kürzer oder länger suspendiert. Richtig erfolgreich ist dieses Unterfangen allerdings nicht, unter anderem, weil durch Sozialgesetzgebung und andere Regulierungen das Verdampfungsprojekt des unbegrenzten Kapitalismus etwas kanalisiert wird. Die Dampfwalze bekommt quasi einen Steuermann. Den Höhepunkt erreichte der regulierte Kapitalismus im Klassenkompromiss der 1960er Jahre, als auch die Vertreter der Arbeiter mit auf den Führerstand der Dampfwalze und dort ein wenig mit an den Schräubchen drehen durften.

Bedingungslose Hingabe

Anfang der 1990er Jahre war es damit vorbei. "Zauberland ist abgebrannt", sang Rio Reiser. Die Arbeiterklasse jedenfalls war längst schon zu einer lediglich "sozialen Klasse auf dem Papier" geworden, wie es der französische Soziologe Pierre Bourdieu formulierte. Die SPD unter Gerhard Schröder verschrieb sich ebenso wie die englische Labour-Party dem Projekt, die Menschen fit für den real existierenden Kapitalismus zu machen.

Wo früher die Überwindung, dann die Zähmung dieser Wirtschaftsform auf dem Programm stand, folgte nun die bedingungslose Hingabe: Sozialdemokratie hieß von nun an die Forderung, jeder solle die gleichen Turnschuhe bekommen, ehe er den Wettlauf durch die aktuellen Verdampfungsphasen des Kapitalismus antrat. Dahinter und daneben gab es nichts mehr. Die fast obszöne Hingabe von Schröder und Ex-Vizekanzler Josef Fischer von den Grünen an das Kapital in Form von Direktoren- und Beraterpöstchen nach ihrer Politkarriere ist quasi die biographische Dimension dieser geistigen Kapitulation.

Im trostlosen Kapitalismus existieren die Arbeiter weiter fort, in Deutschland sind es immerhin noch rund elf Millionen, die vorwiegend mit Handarbeit ihr Geld verdienen. Sie teilen sich auf in die Arbeiteraristokratie, die schon mal durch lukrative Aufsichtsratsposten und gelegentliche Lustreisen vom Kapital korrumpiert werden. Dann in die Stammbelegschaften in den großen Automobilfirmen und den mittelständischen Betrieben: Sie profitieren noch von den erkämpften Errungenschaften der Vergangenheit wie vernünftige tarifliche Bezahlung, Urlaubsgeld und Kündigungsschutz, sind aber auf Gedeih und Verderb der Unternehmenslogik unterworfen - "man" steht ja im Wettbewerb mit anderen Nationen, Regionen und Standorten. Und schließlich das zunehmende Prekariat von Leiharbeitern und unsicher Beschäftigten, schließlich die "Entkoppelten" (so der französische Soziologe Robert Castel) der Hartz IV-Gefilde.

Doch diese Arbeiter stellen keine Bedrohung des Kapitalismus mehr dar und mit ihnen verbindet sich keine Utopie mehr. Es ist vielmehr der Kapitalismus selbst, der sich bedroht. Die Finanzkrisen und Börsenkräche scheinen sich mittlerweile in Normalität zu verwandeln, auch den ausgebufftesten "Wirtschaftsexperten" fallen keine Erklärungen zu den irrationalen Bewegungen der Finanzmärkte mehr ein. Selbst aus dem autistischen Lehrgebäude der neoliberalen Wirtschaftslehre entweichen keine Luftblasen mehr als billiger Trost. Flashmobs, Amokläufer, individuelle Massenmörder, brennende Stadtviertel und Plünderungen sind die postpolitischen Erscheinungen einer Gesellschaft ohne Utopie und politische Alternative. Und wo die Sozialdemokratie nur noch die neoliberale "Spar-Logik" bediente wie in Ungarn, stehen Kräfte bereit, um mit der Verzweiflung der Wähler ihr reaktionäres, ausländerfeindliches oder islamophobes, rassistisches und völkisch-nationales Süppchen zu kochen.

Reiten auf dem Tiger

Steht das Bild der Dampfwalze für die Unerbittlichkeit des "Verdampfungs"-Prozesses, lässt sich die Dynamik der kapitalistischen Wirtschaftsweise mit dem Reiten auf einem Tiger vergleichen. Die chinesische Führung ist seit rund 30 Jahren auf den Geschmack gekommen - und was sich in China tut, zeigt die entfesselte Dynamik dieses Tigers. Demgegenüber erschien die realsozialistische Planwirtschaft schließlich wie eine schwerfällige und langsame Schildkröte, wenn auch die Aufbaujahre in der Sowjetunion der 1930er Jahre es locker mit kapitalistischer Dynamik aufnehmen konnten. Doch dieser Ritt auf dem Tiger ist voller Gefahren, der Preis für wirtschaftliche Dynamik ist hoch: Sind die Zügel zu locker, frisst der Tiger seine Reiter.

Vom großen Gesellschaftsexperiment des real existierenden Sozialismus ist nichts geblieben, mit Ausnahme von Nordkorea vielleicht versuchen nach dem Zusammenbruch des ehemaligen Ostblocks alle vormals sich sozialistisch definierenden Länder wie etwa Vietnam und nun auch Kuba den Tiger für sich nutzbar zu machen. Aus dem brodelnden Labor des real existierenden alten Kapitalismus im Westen ist dieser Fluchtweg nach links in Richtung Arbeitermacht und rationale Wirtschaftsplanung mittlerweile historisch überholt, die sozialistischen Blaupausen und Pläne sind endgültig verblichen. Auch der rechte Ausgang in Richtung "organisches" Wirtschaften im Rahmen einer "Volksgemeinschaft", in welcher der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit angeblich aufgehoben sei, ist seit der Katastrophe des Nationalsozialismus ideologisch und durch Leichenberge verbaut.

So erscheint uns heute der gebändigte rheinische Kapitalismus in seiner Form als "soziale Marktwirtschaft" - der mächtig eingezäunte Tiger - der 1960er und 1970er Jahre rückblickend quasi als ein verlorenes Paradies (das es freilich nur sehr bedingt war). Was also bleibt, wenn wir den gegenwärtige Blick auf die sich angesichts der "Schuldenkrise" in Euro-Europa vollziehende Spar-Diktatur des Kapitals richten ist - eine historisch einmalige ideologische Trostlosigkeit.

Ob eine erneute Regulierung des Kapitalismus das System wieder stabilisieren kann, ob die Arbeitermassen in den Fabriken Asiens den Weg der sozialen Emanzipation wie im Europa des 20. Jahrhunderts gehen, ob und wie sich die westlichen Demokratien angesichts der Krisen erneuern können und einen sich abzeichnenden völkischen, antisozialen Nationalismus wie etwa in Ungarn abzuwehren in der Lage sind, bleibt die Frage. Die Protestbewegungen der Jungen auf den spanischen Plätzen und anderswo aber benötigen bald Antworten auf ihre Fragen und Forderungen, auf dass die Trostlosigkeit der Hoffnung weicht.

Fortsetzung folgt ...


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Die barbarische Moderne
« Antwort #25 am: 30 August, 2011, 12:56 »
Wie auf dem iPad der zivilisatorische Film rückwärts läuft

Im ersten Teil ging es um den Der Kapitalismus der Trostlosigkeit. Angesichts der waltenden Umstände hier der zweite neue Begriff: Nach der Moderne und der Postmoderne den der barbarischen Moderne. Sie ist charakterisiert durch eine Art Zeitschleife, mit der die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts gleichzeitig zitiert als auch negiert werden, während man wieder an längst überwundene Praktiken anknüpft. Ein konkretes Beispiel: Das bloße Massakrieren von Zivilisten, darunter vielen Kindern, ist nur barbarisch. Entschuldigen sich aber danach die verantwortlichen Militärs wie jetzt jüngst in Afghanistan für jene Nato-Truppen, die zum wiederholten Male ein Massaker unter der Zivilbevölkerung anrichteten, so ist das die barbarische Moderne.

Sie lässt sich an verschiedenen Praktiken festmachen. So ist die Folter seit dem 18. Jahrhundert in Deutschland aus dem Gerichtswesen verbannt, auch ein Ergebnis der Aufklärung. Bereits 1642 bezeichnete der calvinistische Geistliche Johannes Grevius die Folter als "barbarisch". Heute ist sie bekanntlich durch die Antifolterkonvention der Vereinten Nationen geächtet.

Obwohl nie offiziell thematisiert, wurde Folter in allen Kriegen praktiziert, im Osten wie im Westen, auch die britische Armee und die US-Militärs unterhielten entsprechende Verhörzentren nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Neue an der barbarischen Moderne ist nun, dass Folter von offizieller Seite wieder wie vor dem 18. Jahrhundert zu den verhandelbaren Praktiken erhoben wird. Dazu gehört die Debatte um die Folterdrohungen des Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner im Herbst 2002, aber dazu gehören vor allem die Rechtfertigung der Folterpraxis durch die US-Regierung von Georg Bush jun. Während in Regimen wie im Irak unter Hussein und in Ägypten unter Mubarak die Folter in einer Dunkelzone praktiziert wurde, zeichnet sich die barbarische Moderne dadurch aus, dass die Misshandlungen von Menschen im Licht offizieller staatlicher Legitimierung geschieht.

Zur barbarischen Moderne gehört auch die Suspendierung von nationalen und internationalen Rechtsordnungen. Das Töten von angeblichen "Staatsfeinden" ohne Gerichtsverhandlungen durch ferngesteuerte Drohnen oder Killerkommandos gehört ebenso dazu wie die Einrichtung von quasi rechtsfreien Zonen wie in Guantanamo. Der im "Krieg gegen den Terrorismus" identifizierte "feindliche Kämpfer" ist weder ein Gesetzesbrecher, für den das Strafrecht gilt, noch ein Soldat, auf den die Genfer Konvention zutrifft. Er ist ein Mensch ohne jedwede Rechte. Das im Zuge der Terrorismusbekämpfung debattierte sogenannte "Feindstrafrecht" ist nicht anderes wie die völlige Entrechtung von Verdächtigen.

Suspendierung des Völkerrechts

Im internationalen Bereich zeichnet sich die barbarische Moderne durch die Suspendierung des Völkerrechts aus, was pikanter- oder perfiderweise durch den Verweis auf Menschenrechtsverletzungen geschieht. Sie zeigt sich etwa in der Bombardierung einer Großstadt wie Tripolis, deren Obszönität mittlerweile allerdings gar nicht mehr kaschiert wird.

Warum so in Libyen die Menschenrechte verteidigt werden, in Bahrein, Syrien oder dem Jemen aber nicht, ist dann nur noch eine Frage des (wirtschaftlichen?) Interesses der beteiligten Mächte. De facto erlaubt die angebliche Verteidigung von Menschenrechten künftig jeden Angriffskrieg, ein Anlass findet sich immer und wenn nicht, wird er inszeniert. Wo aber so das internationale Recht abgeschafft wird, herrscht eben nur noch das Recht des Stärken.

Dies macht sich auch in der Abschottung der wohlhabenden Länder gegenüber den Flüchtlingen aus den Elendszonen der Welt bemerkbar. Wie einst bei der Chinesischen Mauer werden etwa in Israel Großbauten errichtet, um unerwünschte Menschen fernzuhalten. Griechenland erwägt gar einen Wassergraben. Europas Grenzen sind längst zur Todeszone geworden, in denen Flüchtlinge ertrinken, verhungern, ersticken oder verdursten - weit mehr, als je am Eisernen Vorhang zu Tode kamen.

Ein weiteres Beispiel für die barbarische Moderne ist die Biologisierung sozialer Tatbestände, wie sie in den sozialrassistischen Ausführungen etwa von Gunnar Heinsohn oder Thilo Sarrazin aufscheinen. Auch hier wieder die Zeitschleife, die an die rassenhygienischen Vorstellungen der 1920er Jahre zurückführt. Das Barbarische ist die Unterscheidung von wünschenswerten und weniger wünschenswerten Kindern und das Moderne ist die Rechtfertigung dieses Vorgehens mit ökonomischen Kriterien.

Zertrümmerung des Soziaalstaats

Als barbarisch ließe sich auch die momentan stattfindende Zertrümmerung des Sozialstaates, eines der größten zivilisatorischen Errungenschaften der Neuzeit, bezeichnen. Unter dem Diktat des angeblichen Sparzwangs wird so in Ländern wie Irland, Griechenland und Portugal quasi die Demokratie suspendiert. Unter dem Spardiktat, das im eurounabhängigen Großbritannien genauso wie in Ungarn, Spanien, Italien oder Deutschland (vom Gesundheitsbereich bis Hartz IV) regiert, wird der kollektive Reichtum von Schwimmbädern bis Bibliotheken und die individuelle soziale Sicherheit zugunsten der Kapitalbesitzer zurückgefahren.

Verlängert sich dieser Trend beziehungsweise diese Politik, steht am Ende die Barbarei einer von tiefen Gräben und sozialer Verrohung gekennzeichneten Gesellschaft. Als deren blutigste Auswirkung können wir die Massenmorde von Oslo und das Phänomen der Amokläufer ansehen.

Die barbarische Moderne ist so wie ein rückwärtslaufender Film, in dem die verbannt geglaubten Alpträume der Vergangenheit erneut zum Leben erwachen und uns das Fürchten lehren. So wie Stefan Zweig in "Die Welt von Gestern" mit dem Ersten Weltkrieg das alte Europa untergehen sah, erleben wir zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Ende jener politischen, sozialen und ökonomischen Strukturen, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges entstanden waren. Die Zeitschleife der barbarischen Moderne führt uns zurück in eine Situation, die an die 1930er Jahre erinnert: An eine krisenanfällige Wirtschaft, militärische Interventionen, einen schwachen Völkerbund, soziale Verwerfungen. Allerdings – und das ist das Moderne an der erneuten Barbarei - sehen wir uns heute diesen rückwärts laufenden Film auf einem iPad an.

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Re: Kapitalismuskritik ...
« Antwort #26 am: 30 August, 2011, 14:13 »
Vorweggesagt: Mit dem Wort-Sinn des Autors (also seinen inhaltlichen Ausführungen) bin ich einverstanden. Mit seiner Wortwahl (präziser: einer) bin ich das nicht. "Barbar" war in der hellenistischen Zeit schlicht jemand, der weder ionisch noch dorisch sprach. Damit konnte er auch nicht den sprachgebundenen Logismen der Hellenen folgen. Wörtlich stammelte er (barbarisierte bzw. auf neudeutsch blablate er) und konnte deshalb nicht den kulturellen Errungenschaften der Hellenen folgen. Er war also keineswegs "ungebildet", eben nicht hellenisch gebildet. Herodot (u.a.) hat sogar viel Achtung und Sympathie für "barbarische" Zivilisationen in seinen Werken durchblicken lassen.

Der Begriff des "Barbaren" hat somit im Laufe der letzten 3000 Jahre eine merkwürdige Diskriminierung des "Fremden" eingeleitet und sprachlich gebrandmarkt. Auf diese denkwürdige Migration eines Begriffs aufmerksam zu machen, hat mich dieser wohltuend ziviolisationskritische Artikel angespornt.
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Offline Jürgen

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Re: Kapitalismuskritik ...
« Antwort #27 am: 31 August, 2011, 00:25 »
Ziviolisation, eine sehr treffende Wortschöpfung.

Bis auf den Barbaren-Begriff und das für mich kindische Tablet (ich habe als Kind noch gelernt, nicht überall mit den Fingern herumzuschmieren) kann ich dem Artikel nur vollinhaltlich zustimmen.
Die Welt wird gezielt in eine Zeit vor Bismarckschen Sozialreformen, Haager Landkriegsordnung, Humanismus / Aufklärung und Menschenrechtsdeklaration zurückgetrieben, zum maximierten Profit der Überreichen.
Und seit der Erklärung der unsäglichen "Geistig-Moralischen Wende" des dicken Kriminellen und des Menschenverächters mit der Krücke geht "Dieses Unsere Land" dabei eifrig mit voran.
Unsoziale Sozis und Grüne hatten gleichfalls nichts besseres zu tun, z.B. mit verfassungswidrigen kriegerischen Angriffen auf Länder, die weder uns noch unsere Bündnispartner zuvor angegriffen hätten, oder mit Sozialkürzungen, Enteignung von Versicherungsansprüchen und weitestgehender Entrechtung von Armen.

Und die Armen trifft deutsches Handeln nicht nur hierzulande heftig.

Der Preis für Raps- und Palmöl ist die konsequente endgültige Vernichtung der Regenwälder und gefährdet zudem die Versorgung der jeweiligen Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln.
Bio-Obst und -Gemüse aus der Dritten Welt tragen dazu auch noch bei, zukünftig vermehrt wohl auch Holzpellets.
Das Ganze wird dann steuer- und subventionsbegünstigt mithilfe von Treibstoffen transportiert, die man nur noch mit dem Verschwelen von Altreifen vergleichen kann...

Landläufig bezeichnet man solches Handeln tatsächlich als barbarisch, denn nur brutal ist zu wenig...
 
Jürgen
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Veränderungen stehen an. Dies ist der bisherige Stand:
28,x°,23.5°,19,2°,13°Ost
,1mØ Multifeed, mit Quattro LNBs; Multiswitches 4x 5/10(+x) - alle ohne Terrestrik und modifiziert für nur ein 12V DC Steckernetzteil (Verbrauch insgesamt 15 Watt)
1mØ mit DiSEqC 1.3/USALS als LNB2 an DVB-S2 STB, aktuell 30°W bis 55°O
1.) FM2A88X Extreme6+, A8-6600K (APU mit 4x 3,9 GHz und Radeon HD8570D), 16GB DDR3 1866, 128GB SSD, 3TB HDD, Win10 x64 Pro 1909 / 10.0.17763.107, Terratec T-Stick Plus (für DAB+), Idle Verbrauch ca. 35 Watt
2.) FM2A75 Pro 4, A8-5600K (APU mit 4x 3,6 GHz und Radeon HD7530D), 8GB DDR3 1600, 128GB SSD, 2TB HDD, Win10 x64 Pro, Idle Verbrauch ca. 45 Watt
3.) Raspberry Pi 512MB u.a. mit Raspbian
4.) GA-MA770-UD3, Phenom II x4 940, 8GB DDR2, Radeon HD6570, 2TiB, USB 3.0, 10 Pro x64 (+ XP Pro 32bit (nur noch offline)), Ubuntu 10.4 64bit, Cinergy S2 USB HD, NOXON DAB+ Stick, MovieBox Plus USB, ...

Samsung LE32B530 + Benq G2412HD @ HDMI 4:2; Tokaï LTL-2202B
XORO HRS-9200 CI+ (DVB-S2); XORO HRT-8720 (DVB-T2 HD)
Empfänger nur für FTA genutzt / ohne Abos
YAMAHA RX-V663 (AV-Receiver); marantz 7MKII; Philips SHP2700 ...
FritzBox 7590 mit VDSL2 50000