Autor Thema: Sozialsysteme: Neues Milliardenloch in der Rentenkasse  (Gelesen 2715 mal)

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Offline SiLæncer

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Riester zahlt sich für Millionen nicht aus
« Antwort #15 am: 10 Januar, 2008, 16:27 »
Millionen Geringverdiener müssen befürchten, im Alter trotz Abschluss einer privaten Riester-Rente kein zusätzliches Geld zu erhalten. Ursache: Einkünfte aus der Riester-Rente werden auf die Grundsicherung angerechnet.

Der Präsident des VdK-Sozialverbandes, Walter Hirrlinger, forderte eine Änderung der Rechtslage. Es sei nicht hinzunehmen, dass Rentnern, die aufgrund ihrer niedrigen Rente im Alter auf ergänzende Sozialhilfe angewiesen seien, die staatliche Unterstützung um den Betrag der Riester-Rente gekürzt werde, sagte Hirrlinger beim VdK-Landesverband NRW. Hirrlinger verlangte einen hohen Freibetrag für Riester-Renten oder den völligen Verzicht auf deren Anrechnung auf die Grundsicherung. Nach internen Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung haben selbst Durchschnittsverdiener, die 32 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, im Jahr 2030 - ohne Rechtsänderung - keinen Nutzen aus der Riester-Rente.  Derzeit liegt die „Armutsgrenze”, bis zu der Grundsicherung bezahlt wird, bei 876 Euro monatlich. „Je weniger Beitragsjahre der Versicherte hat und je geringer seine Beiträge sind, desto weniger lohnt sich „Riestern”, klagte Hirrlinger. Altersarmut könne so nicht vermieden werden.  Aus Sicht des VdK-Präsidenten kann nur über einen hohen Freibetrag verhindert werden, „dass sich Menschen bei der Riester-Rente übers Ohr gehauen fühlen”. Derzeit lohne sich die Riester-Rente aber nur für Versicherte, die möglichst lange und hohe Beiträge gezahlt haben.

Quelle : http://www.derwesten.de

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Offline spoke1

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Re: Riester zahlt sich für Millionen nicht aus
« Antwort #16 am: 10 Januar, 2008, 20:26 »
Mir hat man die tolle Riester Rente vor Jahren nahegelegt. Auf meine dreiste Frage: "wie viel krieg ich da nachher raus" bekam ich als Antwort: "das kann jetzt noch keiner sagen".  ??? ??? ???

Für so was zahle gerade ich gerne ein!!!
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Offline Chrisse

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Re: Riester zahlt sich für Millionen nicht aus
« Antwort #17 am: 10 Januar, 2008, 23:10 »
Ein kleiner Fund aus den Weiten des I(nteressiert deinen Staat was Du da machst)-net

Es waren einmal Arbeiter, Rentenversichert in der LVA, die in jungen Jahren ins Beamtenverhältnis gewechselt sind, Polizei oder Feuerwehr. Diese hatten die Möglichkeit, durch Eigenleistung, über 15 Jahre, ihren Mindestrentenanspruch bei der LVA sich selbst zu bezahlen, durch eigene Beiträge jeden Monat. Dazu gab es das Versprechen, das zur Pensionszahlung im Alter selbstverständlich die eigenhändig angesparte LVA – Rente dazu bezahlt wird. Klar, wird jeder sagen, denn immerhin haben sie ja auch mit ihrem eigenen Geld in die Versicherung eingezahlt.

Nun haben die aber nicht mit dem bösen, gierigen Staatswolf gerechnet, dann es begab sich, das als die Zusatzrentenzahlungen viel Jahre später spruchreif wurden, da hatte Väterchen Staat schon längst eine kleine Gesetzesänderung wie nebenbei und unbemerkt sich ausgedacht, nämlich in der Form, das die Pensionäre tatsächlich ihre Rente ausgezahlt bekommen haben, aber nicht auf die Pension oben drauf, sondern diese LVA - Zahlungen wurde von ihren Pensionsansprüchen zum gleichen Betrag wieder abgezogen.
 
Und genau so haben sie es wieder einmal mit der Riesterente hinbekommen und ausgerechnet noch bei denen, die ohnehin nur wenig Rente im Alter zu erwarten haben. Toll, lieber Gerhard, lieber Genosse Riester, toll gemacht. Die SPD, die Partei der kleinen Leute.


Iss so....

Gruß

Chrisse
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Offline ionti

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Re: Riester zahlt sich für Millionen nicht aus
« Antwort #18 am: 10 Januar, 2008, 23:56 »
Die Riester-Rente lohnt sich für genau die Leute nicht, die das Geld im Alter gebrauchen könnten und das ist ja auch
beabsichtigt: Wer arm ist muss früher sterben, weil der kauft sowieso nichts und ist also 'überflüssig'.
Wer trotzdem einzahlt, spart nur für das Sozialamt.
Gesundes Misstrauen dem Staat gegenüber ist auch hier mehr als angebracht.

Ähnliches läuft mit dem Erziehungsgeld ab: die 'Unterschichtenkinder' sind unerwünscht für das System deshalb kriegen
die weniger ab. Frau Studienrätin soll sich fortpflanzen schliesslich vererbt sich 'Intelligenz'.

Wohin man sieht (z.b. ein kleiner Blick in dieses Forum) : lauter Fehler im System? Nein! Das ist das System.

ionti
 

Offline SiLæncer

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Sozialverband fordert Änderungen bei Riester-Rente
« Antwort #19 am: 12 Januar, 2008, 18:30 »
In der Debatte um die Anrechnung der Riester-Rente auf die soziale Grundsicherung hat der Sozialverband VdK Änderungen bei der staatlich geförderten Altersvorsorge gefordert. Die Altersarmut werde ein zunehmendes Problem für künftige Generationen, warnte VdK-Präsident Walter Hirrlinger in der "Berliner Zeitung". Vor diesem Hintergrund sei es "paradox, die Einkünfte aus Riester-Renten mit der Grundsicherung zu verrechnen". "Deshalb muss hier eine Änderung eintreten." Auf die Anrechnung der Riester-Rente müsse ganz verzichtet oder zumindest ein hoher Freibetrag vorgesehen werden.

Wegen möglicher Nachteile für Geringverdiener bei der Riester-Rente hatte zuvor bereits die Opposition im Bundestag auf Nachbesserungen gedrängt. Hirrlinger forderte in der "Passauer Neuen Presse", es müsse sichergestellt werden, dass sich die Riester-Rente "für jeden lohnt, der sie abschließt". "Die Leute sind beunruhigt", bekräftigte der VdK-Chef im Magazin "Focus". "Sie dachten, dass sie die Riester-Rente voll bekommen." Eine Anrechnung der Riester-Rente bei künftigen Senioren mit niedrigen gesetzlichen Bezügen führe dazu, dass jeder Ansatz zum Extra-Sparen wegfalle. Die Politik sei "zum Handeln gezwungen". Zugleich kündigte Hirrlinger an, Druck auszuüben: "Wir werden keine Ruhe geben. Das würde sich als Wahlkampfthema eignen."

Auch die Deutsche Versicherungswirtschaft forderte die Freistellung der Riester-Rente von der Anrechnung auf die Grundsicherung. Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Freiherr Frank von Fürstenwerth, sagte der "Leipziger Volkszeitung": "Wir fordern seit längerem die Vollanrechnung der Riester-Rente auf die Grundsicherung im Alter aufzuheben. Es sind schnelle politische Maßnahmen erforderlich um sicherzustellen, dass sich Eigenvorsorge immer lohnt", betonte der Verbandsfunktionär. Gleichzeitig sei es aber "unverantwortlich, nun von der Riester-Rente abzuraten".

Die Unions-Arbeitnehmergruppe will derweil die jüngste Debatte um die Riester-Rente zu einem grundsätzlichen Umbau des Rentensystems nutzen. Der Bundestagsabgeordnete und Vizevorsitzende der Unions-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Uwe Schummer, sagte der Zeitung: "Wir brauchen ein neues Drei-Säulen-Modell für die Altersversorgung: Eine über das Steuersystem und Abgaben finanzierte Grundrente für alle, die paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragene klassische Sozialversicherungsrente und als dritte Säule die Riester-Rente für alle."

Quelle : http://de.news.yahoo.com

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Offline kater

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Re: Riester zahlt sich für Millionen nicht aus
« Antwort #20 am: 12 Januar, 2008, 19:45 »
die wirkliche Brisanz liegt für mich, neben der naheliegenden Hinterlist des Gesetzgebers, in der Tatsache darin, daß das Signal lautet, "wer vorsorgt ist selber Schuld, verbrate dein (kleines) Geld zu Lebzeiten und geh anschliesend zum Staat". Selbst wenn es keine Absicht war, das Gesetz so wirken zu lassen, ist es zumindest wieder ein Beleg wie unprofessionel in Deutschland Gesetze gemacht werden. Die schnelle, empörte und heftige Reaktion lässt allerdings einen ertappten Täter vermuten.
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Offline SiLæncer

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Steuerzahlerbund attackiert Rentengarantie
« Antwort #21 am: 12 Juli, 2009, 07:28 »
Die Debatte um die Rentengarantie verschärft sich: Der Bund der Steuerzahler hat die Zusage der Bundesregierung als zu kostspielig für Jüngere kritisiert. Auch der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm äußert Bedenken. Er bezeichnete die Rentenpolitik der letzten Jahre als "Pfusch".

Berlin - Die Rentengarantie sorgt unmittelbar vor der Bundestagswahl für Diskussionen: "Die Rentenerhöhung und die Aussetzung der Rentenformel sind auf lange Sicht Fehler, die für spätere Generationen sehr teuer werden", sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, der "Bild am Sonntag" (BamS). "Schon jetzt werden ja fast 80 Milliarden Euro Steuermittel jährlich für die Rente ausgegeben. Das entspricht 25 Prozent des Bundeshaushalts, und der Anteil wird weiter steigen", erklärte Däke.

Auch der Renten-Experte Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, kritisierte in der Zeitung die Garantie. Er sprach von einem "eklatanten Bruch des Gleichbehandlungsgrundsatzes zwischen Erwerbstätigen und Rentnern". Die Lohnsteigerungen der Arbeitnehmer würden zwar 1:1 an die Senioren weitergegeben, die aktuellen Lohnsenkungen aber nicht.

Für den früheren Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) ist die Rentengarantie "nichts als ein Ablenkungsmanöver. Die Rentenpolitik der letzten Jahre ist Pfusch, und Pfusch wird nicht durch Vertuschung besser." Blüm sagte der "BamS": "Die Renten sollten den Löhnen in guten wie in schlechten Zeiten folgen, allerdings bräuchten wir dazu die Rückkehr zum alten soliden System. Auf einer falschen Grundlage ist alles falsch."

Die Rentengarantie war Ende April von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) ausgesprochen und im Juni vom Bundestag beschlossen worden. Zum 1. Juli waren die gesetzlichen Altersbezüge im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent angehoben worden. Auch für die kommenden Jahre sind sinkende Renten nun ausgeschlossen, selbst wenn die Löhne der Beschäftigen sinken. Die Rentengarantie könnte aber zu einem langsameren Anstieg der Renten ab 2011 führen.

Bereits Ende vergangener Woche hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SDP) die Garantie kritisiert. "Ich habe große Zweifel, ob das für nachfolgende Generationen das richtige Signal ist", hatte Steinbrück erklärt. Der heutigen Rentnergeneration gehe es "so gut wie niemals einer zuvor". Während andere Menschen angesichts der Wirtschaftskrise um ihren Arbeitsplatz bangen müssten, stiegen die Renten so stark wie seit Jahren nicht. "Die Gekniffenen sind die 25- bis 35-Jährigen, die Kinder in die Welt setzen wollen", sagte Steinbrück. "Um diese Generation müssen wir uns stärker kümmern."

Arbeitsminister Scholz hingegen hatte die Rentengarantie verteidigt: Fast jeden Tag rechne "ein neuer schlauer Professor oder ein neues schlaues Institut" aus, was alles schief gehen könne, hatte der SPD-Politiker erklärt. "Diesen Panikmachern, die bei vielen Millionen Rentnern Unsicherheit verbreiten, wollen wir mit der eindeutigen Sprache des Gesetzes Einhalt gebieten."

Quelle : www.spiegel.de

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Offline SiLæncer

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Rente mit 67 verschärft Altersarmut
« Antwort #22 am: 21 September, 2010, 12:48 »
DGB und VdK kritisieren von der Leyens Angaben zur Altersarbeit. Neue Forderungen von FDP und BA-Chef Becker zur Verkürzung des Arbeitslosengeldes für Ältere

Künftig sollen Arbeitnehmer mit 67 Jahren in Rente gehen. Damit verlängert sich das Arbeitsleben um zwei Jahre. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen verkündete dazu vor einigen Tagen, dass immer mehr Ältere noch in Beschäftigung seien. Das hört sich gut an und suggeriert, dass die Rente mit 67 kein größeres gesellschaftliches Problem sein dürfte.

Doch haben die Zahlen von der Leyens einen kleinen Schönheitsfehler. Wie der Deutsche Gewerkschaftsbund zusammen mit dem Sozialverband VdK in einem jetzt herausgegebenen Monitoring-Bericht herausgefunden hat, wurden in von der Leyens Statistik auch reine Teilzeittätigkeiten von nur einer Stunde täglich mitgezählt. Hier kann man wohl kaum von einer Erwerbstätigkeit sprechen, von der der Arbeitnehmer leben kann. Reell haben, nach Angaben des DGB, nur 9,2 Prozent der 63-Jährigen und 6,3 Prozent der 64-Jährigen noch eine Vollzeitbeschäftigung. In einigen Berufsgruppen sind es noch weniger.

Bereits heute ist die Rente mit 65 für viele Arbeitnehmer ein eher illusorisches Ziel. In bestimmten Berufen, wie z.B. im Handwerk und in Pflegeberufen, haben nur wenige Prozent der Beschäftigten über 60 noch eine Vollzeitstelle. In "Knochenjobs" wie dem Straßenbau dürften die über 60-Jährigen ein eher seltenes Phänomen sein. Aber auch in anderen Bereichen wie der Pflege sind Arbeitnehmer über 60 aus gesundheitlichen Gründen oft nur noch in Teilzeit beschäftigt oder bereits in Frühverrentung. Hohe Abschläge beim Rentenbezug sind schon heute die Folge.

Laut den Angaben des DGB gehen bereits 47% der Rentner mit Abschlägen in den Ruhestand. Diese Entwicklung wird sich in Zukunft mit der Rente ab 67 noch verschärfen. Schon heute steigt die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter stark an. Nach Erhebungen der EU sind aktuell 17% der Rentner von Armut bedroht.

Nun hat das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Raimund Becker, angeregt, die Beschäftigten nicht länger zum "frühzeitigen Ruhestand" zu animieren. "Langfristig ist es strategisch sinnvoll, alle Anreize zur Frühverrentung abzuschaffen. Dazu gehört die Verlängerung der Laufzeit von Arbeitslosengeld genauso wie die Altersteilzeit", sagte Becker in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt. Er lässt dabei unbeachtet, dass die Frühverrentung in vielen Fällen gesundheitlich bedingt ist. Ins gleiche Horn stößt auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner, der die verlängerte Zahlung von Arbeitslosengeld für Ältere abschaffen möchte. Bisher wird älteren Erwerbslosen bis zu 24 Monate lang Arbeitslosengeld gezahlt, damit diese kurz vor Erreichen des Rentenalters nicht noch in den Hartz-IV-Bezug abrutschen.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, ist entgegen davon überzeugt, dass die Rente mit 67 die ohnehin drohende Altersarmut zusätzlich verschärfen würde. "Die Gefahr der Arbeitslosigkeit im fortgeschrittenen Alter steigt. Für die Betroffenen verlängert sich nicht die Lebensarbeitszeit, sondern die Zeit der Arbeitslosigkeit mit allen Folgen, wenn man nach kurzer Zeit schon auf Hartz-IV-Niveau abstürzt", kritisiert Mascher die aktuelle Entwicklung.

Hält die Entwicklung an, dann stehen älteren Arbeitnehmern, die auf dem Arbeitsmarkt oft nicht mehr vermittelbar sind, in Zukunft enorme Probleme bevor. Die sozialen Spannungen im Land dürften sich damit verschärfen. Eine Zunahme der Altersarmut ist zu befürchten.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Oops, she did it again oder: Renteneinstiege und simples Denken
« Antwort #23 am: 22 November, 2010, 13:17 »
Neues aus der "Alles ist einfach"-Fabrik aka Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Diesmal: glückliche Rentner mit Nebenverdienst.

Nein, es verwundert nicht wirklich, dass die ehemalige Bundesfamilienministerin auch im Ministerium für Arbeit und Soziales weiter das Freudenfeuer der Einfachheiten zündet. Die Dame, die aus einer erhöhten Anzahl von Konsumenten schon einmal eine erhöhte Anzahl von Anbietern macht, stellt freudig fest, dass eine hohe Anzahl von älteren Menschen und Rentnern bereits arbeitet. Grund genug, das Renteneinstiegsalter von 67 Jahren weiter zu promoten. Aber könnte da vielleicht etwas fehlen?

Die Chancen für Ältere stehen besser denn je, heißt es denn auch begeistert seitens des Ministeriums. Grund für die Freude ist ein Bericht namens "Aufbruch in die altersgerechte Arbeitswelt". Dort wird festgestellt, dass die Erwerbsquote bei den älteren Menschen steigt - und dies wird auch entsprechend hervorgehoben. Die Menschen wollen also länger arbeiten und sie arbeiten bereits länger, scheint der Bericht auszusagen.

Jedoch spricht der Bericht lediglich von Erwerbstätigen. Und auch wenn vereinzelt die Quoten der sozialpflichtig beschäftigten Personen berichtet werden, sind größtenteils alle Formen der Erwerbstätigkeit zusammengemischt worden: 1-Euro-Jobber, 400-Euro-Kräfte sind ebenso enthalten wie diejenigen, die z.B. noch im höheren Alter von den Arbeitsagenturen in (entgeltfreie) Praktika gesteckt werden, oder Selbständige bzw. Freiberufler. Ebenso fehlt eine Erhebung darüber, _wieso_ gearbeitet wird. Gerade bei Selbständigen und Freiberuflern ist eine Tätigkeit bis hin zu einem hohen Alter schlichtweg eine Notwendigkeit, nicht jedoch automatisch eine freie Entscheidung aus lauter Freude an der Arbeit.

Gleichermaßen gibt es viele Rentner, deren Rente sehr schmal bemessen ist, so dass sie nach dem Eintritt in die Rente hinzuverdienen müssen, nicht jedoch wollen. Aspekte, die aber seitens des Bundesministeriums nicht weiter berücksichtigt werden. So wird dann Altersarmut, die durch einen Nebenjob kompensiert werden soll, zur Begründung für ein höheres Renteneinstiegsalter, was letztendlich nur bedeuten kann, dass die Spirale sich weiter dreht. Je länger die Menschen arbeiten (müssen), desto öfter wird es heißen: "Schaut euch an, wie viele noch viel länger als früher arbeiten." Das Wörtchen "müssen" wird dabei ausgeklammert.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Sozialverbände sehen immer mehr Rentner in Armut. Schlechte Aussichten auch für die kommende Rentnergeneration

Für viele Rentner ist der Rentenbezug nicht mehr identisch mit dem Ruhestand. Denn ihre Rente ist so gering, dass sie mit diversen Nebenjobs ihre Rente aufbessern oder Grundsicherung im Alter beantragen müssen, um zu überleben. Die in seichten Filmen präsentierten Senioren, die sich auf dauernder Kreuzfahrt in der Karibik befinden oder den Traum vom Leben auf einer Finca im sonnigen Süden verwirklichen, sind selten.Was man allerdings in deutschen Städten häufiger sehen kann, sind jene Alten, die sich mit dem Sammeln von Pfandflaschen ein Zubrot verdienen oder bei den "Tafeln" anstehen.

"Experten rechnen damit, dass sich der Anteil der über 65-Jährigen, die auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sind, bis zum Jahr 2025 vervierfachen wird", erklärt der VdK. Doch schon heute zeigen sich deutliche Auswirkungen. Ein männlicher Erstrentner bezieht heute durchschnittlich 820 Euro und liegt damit deutlich unter dem Satz von 935 Euro, bei dessen unterschreiten man als arm gilt. Auch in der vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle herausgegebenen Studie Altersarmut und soziales Befinden in Deutschland 1995 und 2009, wird die Lage deutlich. Lag der Anteil der männlichen Rentner mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze 1995 in Westdeutschland noch bei 7,0%, so sind es 14 Jahre später bereits 10,2%. In Ostdeutschland stieg der Wert von 2,4 auf 6,7%.

Dieser Trend wird in den kommenden Jahren noch zunehmen, befürchten die Sozialverbände. Während ein Erstrentner 1996 noch mit 70% des letzten Bruttogehaltes in den Rentenbezug wechselte, wird es für kommende Rentnergenerationen bitter. Wer 2030 in Rente geht, erhält nur noch 43% aus der staatlichen Rentenkasse und das bei steigenden Lebenshaltungskosten. Ein Grund vorzusorgen. Doch wer nur Geringverdiener ist oder zwischenzeitlich arbeitslos wird, dürfte nur schwerlich Geld für Riester-Rente und Co. locker machen können.

Dass die Situation sich drastisch entwickelt, weiß man auch beim Arbeitnehmerflügel der CDU. Angesichts drohender Altersarmut forderte deren Bundesvorsitzender Karl Josef Laumann erneut die Einführung einer gesetzlichen Mindestrente. Die Gründe für das Ansteigen der Altersarmut sind freilich nicht unbekannt. Leiharbeit, Niedriglohn und Mini-Jobs sowie der Ausstieg aus der paritätischen Finanzierung von Renten und Gesundheitssystem. "Das ist Sozialpiraterie zu Lasten der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Die Folge wird grassierende Altersarmut sein", befürchtet man bei der Arbeitsgemeinschaft AWO Südwest. "Suppenküchen, Sozialkaufhäuser und Tafeln können nicht unsere Zukunft sein", so deren Vorsitzende Rudi Frick, Klaus Stalter und Paul Quirin.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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