Autor Thema: Von Galilei über Hubble zu Herschel und weiter  (Gelesen 62715 mal)

0 Mitglieder und 14 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
"Schwarze Schurkenlöcher" könnten Milchstraße unsicher machen
« Antwort #120 am: 10 Januar, 2008, 13:24 »
Sie sind groß, sie sind unsichtbar und es sind viele: US-Wissenschaftler schließen aus Simulationen, dass Hunderte monströser Schwarzer Löcher mit rasender Geschwindigkeit durch die Milchstraße vagabundieren. Ob Planet oder Stern - was ihnen zu nahe kommt, wird gefressen.

Es sind die "Schurken unter den Schwarzen Löchern", meinen Astronomen um Kelly Holley-Bockelmann von der Vanderbilt University in Nashville. Ihr Appetit sei maßlos: Sie könnten ganze Planeten und Sterne verschlucken, restlos wird alle Materie verschlungen, die sich ihnen in den Weg stelle, heißt es in einer am Mittwoch in den USA vorgestellten Studie. Hunderte solcher Schwarzer Löcher könnten durch unsere Milchstraße rasen, haben Simulationen der Forscher ergeben.


Für die Erdbewohner bestehe aber wenig Grund zur Sorge, beruhigten die Wissenschaftler. "Es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Schurkenlöcher hier in der Lebenszeit unseres Universums irgendwelchen Schaden anrichten werden", sagte Holley-Bockelmann. "Ihr Gefahrenradius ist mit einigen hundert Kilometern winzig, und in unserer Nachbarschaft gibt es Dinge, die viel gefährlicher sind."

Die Forscher hatten bei ihren Berechnungen sogenannte mittelschwere Schwarze Löcher simuliert. Es gibt zwar noch keine sicheren Beweise für ihre Existenz, aber zumindest Hinweise dafür. Mittelschwere Schwarze Löcher sollen mehrere tausend Mal so schwer sein wie die Sonne.

Die Astronomen haben untersucht, was geschieht, wenn ein solches mittelgroßes Schwarzes Loch sich mit einem deutlich kleineren stellaren Schwarzen Loch vereinigt, von denen es in Kugelsternhaufen nur so wimmelt. Zur Überraschung der Forscher bekommt das entstehende Schwarze Loch dabei einen gewaltigen Stoß. Durch die Energie der Verschmelzung würden die Löcher mit einer Geschwindigkeit von 4000 Kilometern pro Sekunde aus ihren Heimat-Sternenhaufen geschleudert, um dann ohne Anbindung an ein Sternensystem frei durch den Raum zu düsen.

Nach den Berechnungen der Forscher dürften nur noch in zwei Prozent aller Kugelsternhaufen der Milchstraße mittelgroße Schwarze Löcher existieren. Bei allen übrigen müssten sich die rasende Schurkenlöcher schon gebildet und aus dem Staub gemacht haben. Weil es ungefähr 200 Kugelsternhaufen in unsere Galaxie gibt, könnte es weit über hundert vagabundierende mittelgroße Schwarze Löcher geben, glauben die Wissenschaftler.

Schwarze Löcher sind unsichtbar. Wenn sie nicht gerade große Gashaufen verschlucken, kann man sie nur anhand ihres Gravitationsfeldes ausfindig machen. Astronomen unterscheiden hauptsächlich zwei Arten von Schwarzen Löchern: Stellare Schwarze Löcher, die relativ klein sind und aus verglühten Sternen entstehen, und supermassive Schwarze Löcher, die die millionen- bis milliardenfache Masse unserer Sonne haben können. Das größte bislang bekannte supermassive Schwarze Loch fanden Astronomen gerade in 3,5 Milliarden Lichtjahre Entfernung. Es hat die 18-Milliardenfache Masse der Sonne.

Quelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Wo die Antimaterie herkommt
« Antwort #121 am: 12 Januar, 2008, 14:26 »
Unser Universum besteht aus Materie, nicht aus Antimaterie. Es enthält aber auch Antiteilchen - nur konnte die Wissenschaft deren Quelle bisher nicht auffinden

Nach allem, was wir heute wissen, sind Materie und Antimaterie physikalisch völlig gleichwertig. Ob ein Atom aus Positron und Antiproton oder aus Elektron und Proton aufgebaut ist, sollte die Natur nicht interessieren. Und trotzdem besteht unser Universum nicht etwa zur Hälfte aus Antimaterie - es muss in seiner Entwicklung einen Punkt gegeben haben, wo die eine Form der anderen bevorzugt wurde.

Das heißt allerdings nicht, dass es Antimaterie nur in der Science Fiction (wer erinnert sich noch an die Positroniken der Perry-Rhodan-Heftchen?) oder im Labor gäbe. Das Vorhandensein von Anti-Elektronen wurde schon vor dreißig Jahren erstmals gezeigt - anhand der typischen Gamma-Emissionslinien mit einer Energie von 511 keV, die verraten, dass hier ein Elektron einem Positron in die Quere gekommen ist (oder umgekehrt). Wie diese Positronen aber entstanden sind, war der Wissenschaft bisher ein Rätsel.

Die Karte oben zeigt den gesamten Himmel im Licht der 511 keV-Strahlung; in der Mitte das Zentrum der Milchstraße. Die Strahlung aus der westlichen galaktischen Scheibe ist deutlich heller als die aus der östlichen. Ein sehr ähnliches Bild ergibt die Verteilung der massearmen Röntgendoppelsterne (unten). Reiner Zufall? (Grafik: Weidenspointner et al. / Nature)

Es gab immerhin einige Kandidaten. Kandidat Nummer 1: Wenn ein Stern sein Leben in einer Supernova beendet, entstehen dabei auch schwere radioaktive Isotope, die beim Zerfall Positronen aussenden. Darunter ist einerseits Kobalt 56 - hier bezweifeln die Wissenschaftler, dass die beim Zerfall entstehenden Positronen genug Energie besitzen, die Supernova zu verlassen, um dann mit Elektronen zu annihilieren. Darunter ist auch Aluminium 26, das nach aktuellen Berechnungen tatsächlich für ein Viertel der Positronen verantwortlich sein könnte. Bleibt also immer noch die Frage nach dem Rest.

Als Antwort bietet sich hier die Dunkle Materie an - die wird offenbar stets gern ins Feld geführt, wenn sich anderweitig keine Antwort findet. Nach dieser Theorie würden die fraglichen Positronen beim Zerfall von Bestandteilen dieser Dunklen Materie entstehen. Dass diese in Form eines Halos um die Galaxis angeordnet sein soll, würde die Theorie zusätzlich stützen.

Im Zweifel ist der Wissenschaft aber doch immer eine Antwort lieber, die mit bekannter Materie auskommt. Im Verdacht standen nämlich auch schon Doppelsternsysteme aus einem Stern in Sonnengröße und einem kompakten stellaren Objekt, sprich einem Neutronenstern oder gar einem Schwarzen Loch. In solchen Systemen saugt das kompakte Objekt Gas von seinem Begleiter ab - und zwar mit einer so starken Anziehungskraft, dass das Gas sehr stark an Energie gewinnt und Röntgenstrahlung abgibt. Die kann wieder so groß werden, dass in der Folge aus zwei Strahlungs"teilchen" ein Elektron-Positron-Paar entstehen kann.

Der Mechanismus ist nun wirklich nicht neu. Neu ist aber, dass Wissenschaftler die Verteilung solcher Doppelsternsysteme mit der Verteilung der für die Positronen-Annihilation charakteristischen Gammastrahlung verglichen haben. Das Ergebnis haben die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature veröffentlicht. Und es stünde sicher nicht dort, wenn sich nicht eine Übereinstimmung gefunden hätte. Dazu haben die Forscher von dem ESA-Satelliten Integral über vier Jahre gesammelte spektroskopische Daten ausgewertet. Ist die Übereinstimmung mehr als ein Zufall, dann sollte mehr als die Hälfte der im Weltall festgestellten Positronen aus solchen Doppelsternsystemen stammen. Für den Rest wären dann Supernovae oder ein ähnlicher Prozess an dem riesigen Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxis zuständig. Einschränkend geben die Forscher allerdings zu Protokoll, dass über die Population der Röntgen-Doppelsternsysteme womöglich noch zu wenig bekannt ist.

Quelle : www.heise.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Energie und Lichtblitze aus der Grenzwelt
« Antwort #122 am: 21 Januar, 2008, 16:40 »
Neue Forschungsergebnisse zu Schwarzen Löchern

Schwarze Löcher gehören zu den faszinierendsten Objekten in der Kosmologie: Bei der Beschreibung stoßen Physiker an die Grenzen der Allgemeinen Relativitätstheorie und der Quantenphysik, ihr Verhalten wirkt bizarr und jenseits aller Verständlichkeit. Amerikanische Forschergruppen haben jetzt neue Ergebnisse ihrer Forschung dazu veröffentlicht.

Schwarzes Loch, aufgenommen von Röngtensatelliten Chandra. Bild: NASA

Schwarze Löcher sind Objekte, die sich jeglicher Vorstellung entziehen: Durch ihre hohe Dichte üben sie eine derartig starke Gravitation aus, dass aus ihrer nächsten Umgebung noch nicht einmal elektromagnetische Wellen wie Lichtteilchen entweichen können. Diese Grenze nennt man den Ereignishorizont, der von der Masse des Schwarzen Loches abhängig ist. Damit aus der Erde ein Schwarzes Loch würde, müsste ihre Masse auf eine Kugel mit 9 Millimeter Radius komprimiert werden, bei der Sonne genügt ein Radius von 3 Kilometern.

Obwohl aus dem Ereignishorizont von Schwarzen Löchern selbst keine Energie entweichen kann, strahlt es von seiner Oberfläche Hawking-Strahlung ab und auf einer Zeitskala von 1066 Jahren zerstrahlen sie (Zum Vergleich: Das Universum ist ca. 1010 Jahre alt). Diese Strahlung ist aber nur sehr schwach. Wenn ein Schwarzes Loch jedoch aus seiner Umgebung Materie aufnimmt, so beginnt das Schwarze Loch sich zu drehen. Durch weitere Masseaufnahme rotiert es immer schneller. Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie rotiert der Raum um ein drehendes Schwarzes Loch selbst. Durch die Rotation des Raums wird zusammen mit dem sich zum Zentrum hin spiralisierenden Gas ein rotierendes magnetisches Feld erzeugt, das dazu führt, dass ein Teil des Gases als Jets mit sehr hoher Energie senkrecht zur so genannten Akkretionsscheibe nach außen abgestoßen wird.

Röngtensatellit Chandra. Bild: NASA

Im Zentrum aller beobachteten Galaxien finden sich Schwarze Löcher. Man nimmt deshalb an, dass die Entwicklung äußerst massereicher Schwarzer Löcher zusammen mit der sie umgebenden Galaxie verläuft, besonders auch, da die Masse dieser Schwarzen Löcher stark mit der Masse der Galaxie korreliert.

Wissenschaftler der NASA haben jetzt anhand Beobachtungen an neun Riesengalaxien mit dem Röntgensatelliten Chandra nachweisen können, dass sich deren supermassive Schwarzen Löcher an der Grenze der durch die Relativitätstheorie maximal möglichen Rotationsgeschwindigkeit drehen. Dies wurde theoretisch bereits vorhergesagt, jedoch bislang nur indirekt gemessen. Dadurch erhalten die Jets extrem hohe Energien, die im Gegenzug dazu führen, dass das Gas, welches die Schwarzen Löcher umgibt, stark erhitzt wird. Dadurch kühlt dieses nicht ab, was wiederum die Sternentstehung in diesem Bereich verlangsamt.

Drehende Schwarze Löcher und die Drehung der Raumzeit haben noch andere Auswirkungen, wie eine Gruppe theoretischer Physiker der NASA berechnete. In den an sich schon heißen Akkretionsscheiben bilden sich kleine, noch heißere Bereiche, die durch Abstrahlung von Röntgenstrahlung abkühlen. Die Richtung, in der die Strahlung abgestrahlt wird, ist räumlich gleichmäßig verteilt. Diese Ausbrüche können bereits länger beobachtet werden. Durch die starke Gravitation des Schwarzes Lochs erreicht die Strahlung die Erde nicht auf direktem Weg, sondern wandert stattdessen auf verschiedenen Wegen um das Schwarze Loch herum, so dass bei einem Ausbruch Röntgenblitze die Erde erreichen, wobei der Abstand der Blitze von der Lage des heißen Bereichs, des Schwarzen Lochs und der Erde abhängt.

Mittels Berechnungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass der Abstand der Blitze nicht mehr von der Lage des heißen Bereichs abhängig ist wenn sich das Schwarze Loch im Zentrum extrem schnell dreht. Etwa drei Viertel der die Erde erreichenden Röntgenstrahlung würde einen Teil des Wegs um das Schwarze Loch herumlaufen und dann die Erde erreichen. Der Großteil des Rests würde denselben Teil umlaufen und zusätzlich eine komplette Umdrehung um das Schwarze Loch machen. Weitere Blitze würden zwei oder drei komplette Umdrehungen vollführen, ehe sie die Erde erreichten.

Misst man jetzt zwei Röntgenstrahlenausbrüche aus einem heißen Bereich der Akkretionsscheibe, so erhält man denselben Abstand zwischen zwei Röntgenblitzen - sozusagen Echos des ersten Blitzes. Die Schwierigkeit besteht im Moment noch darin, die weiteren Blitze messen zu können, da diese wesentlich schwächer sind als der erste und sich kaum vom Hintergrund des gesamten Weltalls abheben. Durch statistische Auswertung ist jedoch möglich, diese Echos zu finden, wenn der Ausbruch stark genug wäre. Für ein Schwarzes Loch mit etwa zehn Sonnenmassen und einer Rotation mit 95% der maximal möglichen Geschwindigkeit würden die Blitze mit einem Abstand von etwa 0,7 Millisekunden auf der Erde ankommen, d. h. ca. 1400 Blitze pro Sekunde. Die Messung dieser Echos würde neben einem weiteren Hinweis auf die Richtigkeit der Allgemeinen Relativitätstheorie auch Aussagen über Eigenschaften des Schwarzen Lochs liefern.

Quelle : www.heise.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Was treibt das Universum auseinander?
« Antwort #123 am: 31 Januar, 2008, 11:44 »
Gibt es die mysteriöse Dunkle Energie tatsächlich - oder haben wir uns doch nur irgendwie bei der Gravitation verrechnet? Astronomen meinen, diese Frage bald beantworten zu können

Am Anfang war die Rotverschiebung - also die Änderung der Wellenlänge der von einem Objekt ausgesandten Strahlung in den roten Bereich, wenn es sich vom Betrachter weg bewegt. Je weiter ein Himmelsobjekt von der Erde entfernt ist, hatten Astronomen festgestellt, desto schneller bewegt es sich auch von uns weg. Nachdem die Mächtigen der Welt viel zu lange gebraucht hatten, sich die Erde nicht mehr als Mittelpunkt des Universums vorzustellen, ist das eine für den gesunden Menschenverstand schwer fassbare Tatsache. Aber sie bedeutet natürlich nicht, dass der betrachtende Astronom im Mittelpunkt des Kosmos steht - auch er bewegt sich, relativ gesehen.

Wenn sich aber alle Objekte in Richtung Rand des Universums bewegen, muss das Weltall mal viel kleiner gewesen sein: die Urknall-Theorie, 1927 aufgestellt, war deshalb nur folgerichtig. Fraglich war aber zunächst, wie lange die Ausdehnung noch andauern würde - greift womöglich doch irgendwann die Gravitation ein und zieht all ihre Kinder wieder zum gemeinsamen Mittelpunkt? Ob das passiert, hängt von der Materiedichte im Weltall ab, das war den Kosmologen klar - und es fand sich trotz sehr genauen Hinsehens schon mal nicht genug Masse, diesen Prozess umzukehren. Aber schlimmer noch: es mehren sich seit einigen Jahren die Zeichen, dass sich die Expansion des Universums sogar noch beschleunigt.

Was also stört die Gravitation dabei, ihre Schäfchen wieder zusammenzutreiben? Ein Konstrukt namens Dunkle Energie soll es sein, haben sich die Physiker gedacht - eine Energie, deren genaue Natur noch völlig unbekannt ist, von der man aber weiß, dass sie der Gravitation des Universums entgegen wirkt. Immerhin 74 Prozent der Energie des Kosmos gehören zu dieser Dunklen Energie und doch konnte man sie bisher nicht wirklich nachweisen, das heißt auf frischer Tat ertappen. Bessere Chancen haben die Astronomen überraschenderweise in der Vergangenheit. Denn das Weltall erlaubt auf recht einfache Weise den Blick zurück in die Zeit: Man muss das Fernrohr nur gen Himmel richten.

Weil die Lichtgeschwindigkeit endlich ist, sehen wir viele der Himmelsobjekte, wie sie früher einmal waren. Wirklich spannend wird es bei der Suche nach der Dunklen Energie allerdings erst bei Zeiträumen, die in der Größenordnung des Alters des Universums liegen, also bei bis zu 13 Milliarden Jahren. Galaxien, die derart weit entfernt sind, erscheinen am Erdhimmel natürlich nur als sehr schwache Objekte. Im Wissenschaftsmagazin Nature berichten Astronomen nun von der Durchmusterung von 10000 extrem schwachen Sternhaufen, die um die sieben Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Was wir heute von ihnen beobachten, ist also der Zustand von vor sieben Milliarden Jahren.

Könnten Wesen von dort aus zu uns zurückschauen, sähen sie anstelle des Sonnensystems nur eine riesige Gas- und Staubwolke, aus der sich erst gut zwei Milliarden Jahre später unser Zentralgestirn bilden würde. Die Astronomen waren auf der Suche nach Mustern in der Verteilung der Galaxien zu diesem frühen Zeitpunkt. Die Hoffnung: Wenn man diese Verteilungsmuster mit Mustern aus unserer direkten Umgebung vergleicht, müssten Rückschlüsse auf die dahinter stehenden Mechanismen möglich sein. Tatsächlich konnten die Forscher immerhin zeigen, dass die zur Verfügung stehenden Daten mit den aktuellen kosmologischen Modellen vereinbar sind.

Die Genauigkeit der Beobachtungen reichte allerdings noch nicht aus, zwischen konkurrierenden Modellen zu entscheiden. Diesen Schritt erhoffen sich die Wissenschaftler (die dazu auch die maximal zu erreichenden Fehlergrenzen angeben) unter anderem von der kürzlich abgeschlossenen Deep2-Durchmusterung des Sternhimmels, die um die 50.000 weit entfernte Objekte kartografiert hat. Nützlich könnten auch die Daten des Sloan Digital Sky Survey sein, der allerdings eine weniger weit zurückliegende Periode und 1,5 Millionen Objekte umfasst. Womöglich gibt es die Dunkle Energie ja doch nicht - in diesem Fall wären die Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie zu überarbeiten und damit unser aktuelles Verständnis der Gravitation.

Quelle : www.heise.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Das Observatorium am Ende der Welt
« Antwort #124 am: 03 Februar, 2008, 10:37 »
Es ist einer der trockensten und kältesten Orte der Erde: Forscher haben am "Dome Argus", dem höchsten Punkt der Antarktis, ein ferngesteuertes Himmelsobservatorium aufgebaut. Es soll ähnlich scharfe Bilder liefern wie Weltraumteleskope - zu einem Bruchteil der Kosten.

Lifan Wang glaubt, dass eine lange Suche zu Ende ist. Das jetzt in der Antarktis aufgebaute Teleskop "markiert den Höhepunkt von Jahrhunderten der Bemühungen, den für Weltraumbeobachtungen besten Ort auf dem Planeten zu finden", schwärmt der Astrophysiker von der Texas A&M University. Das Observatorium auf "Dome Argus", auch als "Dome A" bekannt, könne fast genauso gute Bilder liefern wie Weltraumteleskope - "aber zu viel geringeren Kosten", betonte Wang.

Der Aufbau des "Plateau Observatory" ("Plato") war ein aufwendiges Unterfangen: Wochenlang war das internationale Team unter Führung des Polar Research Institute of China (PRIC) zu "Dome A" unterwegs, der 1200 Kilometer tief im Landesinneren der Antarktis liegt. Es war erst das zweite Mal überhaupt, dass Menschen zu dieser Stelle vorgestoßen sind. "Im Unterschied zur stürmischen Antarktis-Küste ist das Plateau ein sehr stiller Ort mit geringen Windgeschwindigkeiten", erklärte Wang. "Es ist der kälteste und trockenste Ort der Welt." Das verspricht glasklare Luft, die das Sternenlicht kaum schluckt oder streut - also ideale Bedingungen für ein Observatorium.

Allerdings müssen die Materialien besonders widerstandsfähig sein, denn das vollautomatische Teleskop muss ohne Wartung des Menschen auskommen - keine leichte Aufgabe bei Temperaturen von bis zu minus 90 Grad. Im Sommer soll das Observatorium seine Energie aus Solarzellen beziehen, in der Dunkelheit des antarktischen Winters übernehmen hocheffiziente Dieselmotoren die Stromversorgung. Die Daten seiner Teleskope und Messinstrumente schickt "Plato" über das Iridium-Satellitennetz zurück in die Zivilisation.

Ein Jahr ohne Wartung

Das insgesamt sieben Tonnen schwere "Plato" besitzt sieben Teleskope, die von Forschungseinrichtungen in China, den USA und Großbritannien gebaut wurden. Sie sollen bisher einzigartige Bilder des Sternenhimmels über der Antarktis schießen. Die vier chinesischen 14,5-Zentimeter-Teleskope etwa sind mit unterschiedlichen Farbfiltern ausgestattet, so dass jedes den Himmel in einer anderen Wellenlänge untersuchen kann. Das Endergebnis soll ein vier Monate langer kontinuierlicher Film der Bewegungen am Antarktis-Himmel sein.

"Diese Studie kann nur in der Antarktis durchgeführt werden", sagte Wang. "Wir werden die Veränderlichkeit der Sterne analysieren und um sie herum nach Planeten suchen." Jon Lawrence, der an der australischen University of New South Wales die Entwicklung von "Plato" geleitet hat, sieht in Observatorien dieser Art die Zukunft der Antarktis-Forschung: "Solche robotischen Einrichtungen minimieren den Bedarf an menschlichem Einsatz und werden künftig eine wichtige Rolle spielen."

In knapp einem Jahr werden die Forscher wissen, wie gut sich "Plato" gehalten hat - denn erst im Januar 2009 wird die nächste Expedition zu "Dome A" aufbrechen und dort nach dem Rechten sehen.

Quelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Astronomen verfeinern kosmischen Zollstock
« Antwort #125 am: 12 Februar, 2008, 16:50 »
Astronomen haben ihr Maßband für den Kosmos verfeinert: Mit Hilfe der hochpräzisen Messung eines Sternen-Lichtechos können die Forscher die Entfernungen zu Galaxien nun genauer als je zuvor bestimmen.

Cepheiden sind wertvolle Werkzeuge für Astronomen: Seit fast 100 Jahren ermitteln sie mit Hilfe der pulsierenden Sterne die Distanz zu den Galaxien. Und je genauer man diese kosmischen Zollstöcke eicht, desto genauer lassen sich auch die Entfernungen von der Erde zu Galaxien bestimmen.

Das ist dem Astronomen-Team um Pierre Kervella vom Observatoire de Paris-Meudon in Frankreich nun gelungen. Die Forscher haben die Distanz des Cepheiden RS Pup hochpräzise messen können mit Hilfe des New Technology Telescope der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachmagazin " Astronomy and Astrophysics" veröffentlicht.

Unsere Sonne ist, verglichen mit RS Pup, nur durchschnittlich: Der Cepheid ist zehnmal schwerer, 200 Mal größer und 15.000 Mal heller als sie - so hell, dass er leicht mit einem Fernglas beobachtet werden kann.

Cepheiden sind benannt nach dem Stern Delta Cephei im Sternbild Kepheus. Er ist so hell, dass er für das bloße Auge sichtbar ist. 1912 entdeckte die US-amerikanische Astronomin Henrietta Leavitt an ihm einen Zusammenhang zwischen der Helligkeit und der Pulsationsperiode. Je länger die Perioden, desto heller waren die Sterne. Dieser Zusammenhang spielt auch heute noch eine zentrale Rolle bei der Distanzbestimmung von Galaxien.

Lichtecho: Aus dem Unterschied zwischen den Lichtsignalen können Astronomen die Distanz zu Galaxien errechnen

RS Pup ändert seine Helligkeit alle 41,4 Tage. Er liegt inmitten eines großen Nebels aus sehr feinem Staub, der Teile seines Lichts reflektiert. Diesen Umstand nutzten die Astronomen für ihre Messung: "Das Licht, das von dem Stern zum Staub wandert und von dort zum Teleskop, kommt etwas später an als das Licht, das direkt vom Stern zum Teleskop kommt", sagte Kervella. "Wenn wir also die Helligkeit eines bestimmten, isolierten Nebelflecks messen, erhalten wir eine Helligkeitskurve, die genauso wie die des Cepheiden aussieht, aber zeitlich verzögert ist."

Diese Zeitverschiebung bezeichnen die Forscher als Lichtecho. Der Rest ist simple Mathematik: Die Zeitverzögerung multipliziert mit der Lichtgeschwindigkeit ergibt die Distanz des Sterns zu dem Nebelfleck. Und mithilfe dieser Distanz ließ sich die Entfernung von RS Pup ermitteln: 6500 Lichtjahre, plus/minus 90 Lichtjahre. Die Forscher erhoffen sich mit diesem genaueren kosmischen Cepheiden-Zollstock zukünftig bessere Distanzmessungen von Galaxien.

Quelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Erdähnliche Welten in Sichtweite
« Antwort #126 am: 13 Februar, 2008, 16:44 »
Bald zappelt der erste erdähnliche Exoplanet im Netz der Planetenfischer – Europa hat dank CoRoT derzeit die Nase vorn

Gemach, Gemach. Im Gegensatz zu der Meldung der ESO vom April letzten Jahres, die viele Zeitungen, insbesondere Boulevard-Blätter – jegliche kritische Distanz missend - kolportierten, gibt es für eine "zweite Erde" bislang nicht den geringsten Hinweis. Ohnehin kann eine "zweite Erde" nicht existieren, ist doch unser Planet – nomen est omen - in den Weiten des Alls ebenso ein Unikat wie all seine planetaren Brüder. Bestenfalls in einem Paralleluniversum könnte ein Pendant der Erde driften … . Gleichwohl werden entweder in absehbarer Zeit oder spätestens in der nächsten Dekade die Planetenjäger mehr als nur einen erdähnlichen Exoplaneten aufspüren. Es ist alles nur eine Frage von guter Technik und ausreichender Zeit – und beides steht den hart arbeitenden Planetenjägern zur Verfügung, obwohl sie für ihre kreative und so wichtige Arbeit dringend noch mehr Geld bräuchten und verdienten.

Unser Heimatplanet – auf "Außenstehende" bzw. außerirdische Planetenjäger wird er seinen Eindruck nicht verfehlen. Credit: NASA

Noch vor zwei Dekaden haben von Pessimismus befallene Astronomen die Existenz von Planeten außerhalb des Sonnensystems glattweg negiert. Da draußen, so lautete deren unerschütterliches Dogma, erfüllen bestenfalls Asteroiden, Sterne und Galaxien den Raum mit "materiellem" Leben. Von lunaren, geschweige denn planetaren Sterntrabanten seien mitnichten irgendwelche Spuren erkennbar.


Mehr Planeten als Sterne

Inzwischen hat in den Annalen der Wissenschaftsgeschichte eine gegenteilige Erkenntnis publizistischen Niederschlag gefunden: In unserer Milchstraße – und damit auch in all den anderen 100 bis 500 Milliarden Galaxien "unseres" Universums – haben Planeten allerorts den funkelnden Sternen den Rang abgelaufen. Sie sind mit großer Sicherheit stärker und zahlreicher vertreten als alle stellaren Gebilde zusammengenommen, die das All mit Licht durchfluten. Während also die notorischen Ignoranten einmal mehr eines Besseren belehrt wurden, sehen sich die Optimisten hingegen in ihren Prognosen bestärkt, wie auch Charles Lineweaver von der National University in Canberra (Australien). Er geht schon seit einigen Jahren davon aus, dass allein in der Galaxis mindestens 30 Milliarden erdähnliche Planeten das Licht ihrer Sonnen reflektieren.

Einsam und verloren – eine Galaxie, in der Milliarden von Planeten beheimatet sind … Credit: NASA/Dietmar Hager

Gewiss, die bis auf den heutigen Tag offiziell bestätigten extrasolaren Planeten sind – von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen – in erster Linie immer noch höchst eigenwillige planetare Zeitgenossen, die mit unserem Heimatplaneten nur herzlich wenig gemein haben und aufgrund ihrer Eigenarten mitnichten biologisches Leben erlauben. Erfahrungsgemäß präsentieren sie sich als überdimensionierte heiße Gasriesen, deren Größe überwiegend zwischen Neptun und Jupiter changiert, mitunter sogar mehrere Jupitermassen aufweist. Nur wenige entpuppten sich bislang als masseärmer oder als potenzielle Horte des Lebens. Eine zweite Erde, zumindest ein erdähnlicher Planet, der diesem Attribut wirklich zur Ehre gereichte, war darunter bis dato nicht. Gleichwohl sind die rund um den Globus mit erdgebundenen Observatorien und Weltraumteleskopen aufgespürten 270 Planeten, die in 221 verschiedenen Planetensystemen [Stand: 5. Februar 2008] ansässig geworden sind, nur die Spitze der Spitze eines riesigen kosmischen Eisberges, der zunehmend an Größe gewinnt. Es werden immer mehr – und angesichts des immer sensibler operierenden Instrumentariums werden sie immer kleiner, masseärmer und damit immer erdähnlicher.

Der größte im planetaren Bunde des Sonnensystems ist nicht allein. Da draußen existieren noch zahlreiche andere Kollegen Jupiters, die sich in seiner "Gewichtsklasse" bewegen. Credit: ESA

Vermeintliche "Supererde"

Wie massearm, davon konnte sich die Öffentlichkeit im April letzten Jahres selbst ein Bild machen, als die Europäische Südsternwarte [extern] ESO die Meldung lancierte, Wissenschaftler hätten den bisher kleinsten und masseärmsten extrasolaren Planeten aufgespürt. Tatsächlich lokalisierten diese unter Anwendung einer ausgefeilten Observationstaktik und -technik und einer speziellen Apparatur mit dem 3,6-Meter-Teleskop der ESO im Sternbild Waage (lat. libra) einen Exoplaneten mit der nur 5-fachen Erdmasse, der überdies nur den 1,5-fachen Erdradius hat. 20,5 Lichtjahre von der Erde entfernt, umrundet er seinen Heimatstern Gliese 581 einmal binnen 13 Tage. Obwohl er seine Muttersonne in einer Distanz von nur 10,7 Millionen Kilometern umkreist (dies ist 14-mal geringer als der Abstand Erde-Sonne), sollen auf dieser fernen Welt Temperaturen zwischen 0 und 40 Grad Celsius herrschen. Flüssiges Wasser wäre auf dieser Welt theoretisch denkbar, da der Planet in einer habitablen Zone läge und daher flüssiges Wasser halten könne. So jedenfalls die Verlautbarung der ESO.


Heute zählt Gliese 581c zwar immer noch zu den kleinsten respektive masseärmsten Exoplaneten, aber von einer "zweiten Erde", einer "Supererde" (hier stellt sich die Frage, was eine "Supererde" überhaupt sein soll), wie dies viele Zeitungen noch vor einem halben Jahr wortgewaltig kolportierten, kann nicht mehr im Geringsten die Rede sein, nicht zuletzt deshalb, da Gliese 581c einen so genannten Roten Zwergstern vom Typ M umkreist. Derlei Sterne sind äußerst langlebige (je nach Masse werden sie bis zu 50 Billionen Jahre alt), sehr licht- und massearme Sterne, die schätzungsweise mehr als 70 Prozent aller stellaren Gebilde in der Milchstraße stellen. Im Schnitt ist diese Sternklasse weitaus kleiner, kälter und leuchtet durchschnittlich 50 Mal schwächer als etwa Sterne vom Typ unserer Sonne. Mittlerweile herrscht Einigkeit darüber, dass der vermeintliche erdähnliche Planet um Gliese 581 sich bestenfalls am inneren Rand der habitablen Zone befindet und seiner Sonne viel zu nahe ist, weshalb es auf ihm extrem heiß sein dürfte, zu heiß für die Ausbildung biologischer Lebensformen, so wie wir sie kennen und schätzen.

Die Erde liegt als einziger Planet unseres Sonnensystems exakt in einer habitablen Zone. Dennoch könnten biologische Lebensformen auch außerhalb dieser Region eine Nische gefunden haben. Credit: NASA

Gliese 581d – keineswegs erdähnlich

Während Gliese 581c also seinen Status als erdähnlichen Planeten vollends eingebüßt hat, richtete sich die Aufmerksamkeit der Astronomen unlängst verstärkt auf seinen planetaren Bruder, der zur selben Zeit entdeckt wurde. Gliese 581d, so der Name des Planeten mit der achtfachen Erdmasse, umrundet seine Sonne binnen 84 Tagen einmal. Bereits im Juli 2007 kristallisierte sich heraus, dass Gliese 581d ein heißer Kandidat für Leben sein könnte.


Gliese 581d dreht sich – genau wie unser Mond um unsere Erde – während eines Orbits exakt einmal um die eigene Achse und zeigt seinem Mutterstern immer dieselbe Seite, was zur Folge hat, dass auf einer Seite des Planeten immer Nacht und damit klirrende Kälte, auf der anderen indes fortwährend Tag und ergo permanente Hitze das Klima prägen. Mit anderen Worten: Nur in jenen Übergangszonen zwischen "Tag" und "Nacht" könnte sich Leben ausgebildet haben. Ungeachtet seiner acht Erdmassen könnte Gliese 581d erdähnlicher sein und lebensfreundlichere Bedingungen aufweisen als die vermeintliche "Supererde", die – wie inzwischen allgemein akzeptiert – nicht den Status erdähnlich verdient, obgleich Gliese 581c durchaus eine habitable Welt sein könnte.


Der Erste seiner Art

Wenn es einem Teleskop vorbehalten ist, wenn es je eine Sonde verdient hat, den ersten echten erdähnlichen Planeten zu entdecken, dann ist dies CoRoT (Convection, Rotation and planetary Transits). Das Weltraumteleskop zieht seit dem 27. Dezember 2006 in einem polaren Orbit in 826 Kilometer Höhe seine Kreise und nahm seinen Dienst offiziell am 3. Februar 2007 auf. Von seiner Erdumlaufbahn starrt der High-Tech-Späher als Erster seiner Art gezielt und systematisch nach extrasolaren Planeten, die etwas massereicher als die Erde sind.


Am 27.12.2006 um 8:23 Uhr Ortszeit bzw. 15:23 Uhr MEZ startete CoRoT ins All. Bild: CNES/AAS/Starsem

Der mit einem 27-Zentimeter-Spiegel bestückte 4,20 Meter hohe und 670 Kilogramm schwere ESA-Satellit ist derart sensibel und effektiv, dass es sogar einen Exoplaneten von der doppelten Masse der Erde noch aufspüren könnte. Die Präzision der vier CCD-Detektoren (Spektralbereich von 370 bis 950 nm ) von CoRoT ist nach Ansicht des österreichischen Astrophysikers Werner Wolfgang Weiss derzeit konkurrenzlos: "Eine Mücke könnte an einer Flutlichtanlage vorbeifliegen, und CoRoT würde die auftretende Helligkeitsschwankung aus über 800 Kilometer Entfernung messen." Um einen Himmelskörper mit wenigen Erdradien ausfindig zu machen, braucht CoRoT gleichwohl viel Glück, operiert der Späher doch auf der Basis der Transit-Methode, bei der Forscher die Helligkeitsschwankungen eines Sterns messen, die von vorbeiziehenden Planeten hervorgerufen werden.

Der Transit des ersten von CoRoT entdeckten extrasolaren Planeten (Bild: CNES). Dieser Planet wurde entdeckt, weil er immer wieder vor seinem Stern vorbeizieht und ihn dabei kurzfristig verdunkelt. Die Abnahme der Sternhelligkeit ist deutlich zu sehen. Bild: CNES

Leider ereignen sich Transits, also Durchgänge von Planeten vor der hellen Scheibe ihres Muttersterns, statistisch gesehen nur selten, sodass Erfolge nur über die Tugenden Geduld und Beharrlichkeit erzielt werden können. Und wie bereits erwähnt, müssen die Planetenjäger den unbekannten Faktor Glück immer wieder strapazieren. Denn schließlich lassen sich Planeten via Transit nur aufspüren, wenn aus der Perspektive des Beobachters der Sterntrabant zwischen Teleskop und extrasolarer Sonne steht und die Planetenbahn nahezu senkrecht zur Himmelsebene liegt. Nur dann kann das geringfügig abgeschwächte stellare Licht gemessen und der unsichtbare Planet indirekt "sichtbar" gemacht werden, wobei die extrem geringen Schwankungen nur schwer zu berechnen sind. Dennoch können die Wissenschaftler aus der Intensität und Dauer dieser Schwankungen auf die Größe und Umlaufbahn des Planeten schließen.

Um sicher zu gehen, dass der Satellit, den Vibrationen beim Start Stand halten kann, wurde CoRoT schon im Vorfeld kräftig durchgeschüttelt. Bildnachweis: CNES

Doppelt hält besser

Kein Wunder also, dass CoRoTS Erfolgsquote mit bisher zwei bestätigten Exoplaneten sich auf den ersten Blick bescheiden ausnimmt. In Wahrheit aber befindet sich die Sonde selbst in einem tadellosen Zustand und operiert fehlerfrei und sehr erfolgreich. Dass die CoRoT-Wissenschaftler derweil bislang nur zwei Entdeckungen lancierten, hat einen wissenschaftlich fundierten Hintergrund. Denn im Gegensatz zur NASA, die eine offensive Pressearbeit betreibt und für gewöhnlich mit Sensationsmeldungen schnell aufwartet, üben sich die ESA, die CNES (französische Raumfahrtagentur) und das DLR mit Absicht in eleganter Zurückhaltung, um Missverständnisse und unnötige Fehler zu vermeiden.

CoRoTS erstes Licht erfolgte in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar 2007 Credit: ESA

Dabei hat die weltweit verstreute Planetenjägergemeinde aus Fehlern früherer Tage konsequent gelernt. Vorbei sind die Zeiten, da so manch übereifriger Forscher auf die Schnelle eine Neuentdeckung eines Exoplaneten noch kolportieren konnte, ohne sein Ergebnis zuvor mehrfach gegenzuchecken oder von einer unabhängigen bzw. alternativen Messmethode überprüfen zu lassen. In dieser Hinsicht sind beim CoRoT-Forscherteam die Vorgaben sehr streng. Registriert der europäische Satellit etwa einen Transit, muss eine zweite Quelle, besser gesagt ein auf dem Prinzip der Radialgeschwindigkeitsmethode arbeitendes Teleskop, den Status des vermeintlichen Planeten bestätigen.

Bei dieser Technik richten die Planetenjäger ihre Aufmerksamkeit primär auf die Gravitationskraft des vermuteten Planeten und der daraus resultierenden kleinen Bewegung seines Zentralsterns. Beginnt der observierte Stern zu eiern, lassen sich seine rhythmischen Verschiebungen anhand der Änderung der Radialgeschwindigkeit feststellen. Erst nach einer solchen Messung schafft der neue Planet den Sprung in die "europäische" Enzyklopädie der extrasolaren Planeten, die Jean Schneider katalogisiert und verwaltet.

CoRoT sucht primär nach massearmen Exoplaneten, erkundet aber auch das Innere von Sternen mit Hilfe von astroseismologischen Messmethoden. Credit: CNES 2006 - D. Ducros

Der Tatsache Rechnung tragend, dass Transits eher ein seltenes Phänomen sind, tastet CoRoT daher viele Sterne gleichzeitig ab. Für jeweils etwa fünf Monate visiert das satelliteneigene 27-Zentimeter-Teleskop insgesamt fünf Himmelsfelder an und überwacht dabei gleichzeitig etwa 12.000 Sterne, deren Licht mit einem Prisma in mehrere Farben zerlegt wird, um Bedeckungen durch Planeten besser von anderen Helligkeitsschwankungen unterscheiden zu können. Ob CoRoT jemals einen erdähnlichen Planeten entdeckt, hängt von vielen Faktoren ab, die nicht vorhersehbar sind; dennoch sprüht der schwedische Astrophysiker und ESA-Projektwissenschaftler der CoRoT-Mission Malcolm Fridlund vor Optimismus. "CoRoT wird das erste Abbild eines erdähnlichen Planeten liefern, der um einen anderen Heimatstern kreist."

CoRoT hat fünf Monate lang ein Sternfeld mit mehr als 12.000 Sternen im Blick. Nach der geplanten Missionsdauer von drei Jahren wird CoRoT somit insgesamt 60.000 Sterne mit scheinbaren Helligkeiten zwischen 11. und 16. Größenordnung beobachtet haben. Bild: CNES

Derzeit drei Transits nötig

Dass die Wissenschaftler des CoRoT-Teams nicht jede Entdeckung eines Exoplaneten umgehend veröffentlichten können, liegt in der Natur der Transitmethode. Würde CoRoT einen bislang unbekannten Planeten lokalisieren, der sich gerade vor seinem Heimatstern die Blöße gibt und dessen Licht geringfügig abgeschwächt ist, reichte dieser einmalige Transit bei weitem nicht aus, um Nachfolgebeobachtungen einzuleiten. "Um als ‚Planetenkandidat' zu zählen, muss ein möglicher Transit immer mindestens dreimal erfolgen. Für weiter entfernte Planeten muss man also entsprechend lange warten", erklärt Prof. Dr. Heike Rauer, Projektleiterin der CoRoT-Beteiligung des DLR und Wissenschaftlerin am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof. "Es wird von den Kapazitäten der Teleskope am Boden abhängen, ob wir auch dazu über gehen können, Kandidaten schon nach einem oder zwei Transits auf Radialgeschwindigkeitsvariationen zu untersuchen." Der Faktor "Zeit" gewinnt auch durch die Umlaufbahn CoRoTS ein besonderes Gewicht, da die Sonde infolge des polaren Erdorbits nur Planeten mit maximal 50 Tagen Umlaufperiode auskundschaften kann. Mit anderen Worten. Um insgesamt drei Ereignisse zu registrieren, also summa summarum drei Transits aufzuzeichnen, müssen die Forscher ein halbes Jahr Zeit investieren. Und Zeit kostet Geld … auch in der Exoplanetenforschung. Erst danach werden die erdgebundenen Teleskope auf den Plan gerufen, wie etwa das 3,6-Meter-ESO-Observatorium in La Silla (Chile) oder das BEST-Teleskop am Observatoire de Haute-Provence (OHP) in Frankreich. Hierzu Heike Rauer gegenüber Telepolis:

Zitat
Bei dieser Art Nachfolgebeobachtung geht es darum, das Signal von Planetenkandidaten photometrisch zu bestätigen. Dabei möchten wir zunächst einmal sehen, ob es wirklich der Stern ist, der einen Transit in den Lichtkurven zeigt, und nicht etwa ein am Himmel eng daneben stehender Doppelstern. Das hilft Zeit und Aufwand bei den Radialgeschwindigkeitsmessungen zu sparen.

Ursprünglich noch als Mission mit acht Teleskopen angedacht, musste Darwin den finanziellen Engpässen der ESA Tribut zollen. Es startet aller Wahrscheinlichkeit frühestens ab 2015 mit insgesamt vier Satelliten. Credit: ESA

Abgespeckte Darwin-Mission

CoRoTS Mission muss in größerem Zusammenhang gesehen werden. Zu guter Letzt soll sie nämlich als Pfadfindermission leistungsstärkeren Weltraumteleskopen den Weg ins All ebnen. Denn um Planeten von der Größe der Erde in bewohnbaren Zonen zu finden, werden nach Meinung vieler Forscher noch sensiblere Teleskope und längere Beobachtungszeiten vonnöten sein. Das NASA-Hochleistungsteleskop Kepler, das mit seinem 1,4 Meter großen Spiegel mehrere Jahre lang einen bestimmten Himmelsausschnitt auf erdähnliche Planeten hin absuchen soll, erfüllt diese Bedingungen.

Noch im Bau befindlich, aber bereits im Februar soll der NASA-Satellit Kepler in der Erdumlaufbahn Position beziehen, um erdähnliche und in puncto Masse noch kleinere Planeten ausfindig zu machen. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird diese Mission frühstens Ende 2009 starten … Credit: NASA

Und sechs Jahre später wagt die ambitionierte ESA-Mission Darwin den nächsten Schritt. Sie soll ursprünglich aus acht Satelliten bestehen, existiert seit einiger Zeit aber auf dem Papier nur noch als abgespeckte Version mit insgesamt vier Elementen.

Vorausgesetzt, dass Darwin an Bord einer Ariane-V oder Soyuz-Fregat-Rakete den Sprung zum so genannten Lagrange-Punkt L 2 unbeschadet bewältigt, der 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt an einem Operationspunkt liegt, an dem sich die Gravitationskräfte die Waage halten, so dass Raumschiffe im Raum quasi still stehen, werden die vier Satelliten fraglos etliche erdähnliche Planeten lokalisieren. Schließlich vermag das Interferometrie-Superteleskop die eingefangene Strahlung dergestalt zu überlagern, dass die Bildschärfe eines 50 Meter großen Fernrohr generiert wird, was Darwin wiederum dazu befähigt, nicht allein erdähnliche Planeten aufzuspüren, sondern auch in deren Atmosphären nach chemischen Spuren von Leben zu suchen.

Lagrange-Punkt L 2 Credit: ESA

Ausgestattet mit vier einzelnen Raumfahrzeugen, von denen drei jeweils mit einem Infrarotteleskop mit einem Hauptspiegeldurchmesser von drei bis vier Metern bestückt sind und die Nummer vier das Licht des Trios bündeln und zugleich als Zentralstation den Kontakt mit dem blauen Planeten aufrecht erhalten soll, werden die Signale der drei Teleskope gemäß dem Prinzip des Nulling-Interferometers kombiniert.

Dank der dadurch gewonnenen Sensibilität des Teleskops können die Astronomen sogar die chemische Zusammensetzung ferner Atmosphären von "erdnahen" Exoplaneten studieren. Die gemeinsam operierenden teleskopeigenen Infrarot-Spektrographen machen es möglich. Sie treten aber erst in Aktion, wenn Darwin einen vielversprechenden Kandidaten aufgespürt hat.

Biosignaturen deuten auf Leben hin

Mittels einer Spektralanalyse, bei der das von Planeten reflektierte Licht in seine verschiedenen farblichen Bestandteile zerlegt wird, werten die Detektoren im Infrarotlicht die Temperatur und chemische Zusammensetzung der jeweiligen Planeten-Atmosphäre aus. Da jedes chemische Element einen unverwechselbaren Fingerabdruck im Lichtspektrum hinterlässt, verraten sich dabei auch alle Biosignaturen: also alles, was indirekt auf Leben hindeutet.

Was außerirdische Planetenjäger bei uns an Biosignaturen "sähen" … Credit: ESA

Wenn die teleskopeigenen Spektrographen der Darwin-Flotte das von den Planeten reflektierte Licht in seine farblichen Bestandteile zerlegen und dabei Gase wie Sauerstoff, Wasserdampf, Kohlendioxid oder Methan fänden, wäre dies ein starkes Indiz auf die Anwesenheit von Wasser und biologischer Aktivität auf der fernen Welt. Dadurch können sie Temperatur und chemische Zusammensetzung der Exoatmosphären ermitteln.

Fänden die Forscher auf einem erdähnlichen, in einer habitablen Zone gelegenen Planeten etwa Sauerstoff, der auf der Erde als Nebenprodukt der Fotosynthese entsteht, und detektierten sie dort auch noch Ozon, eine andere Form des reaktionsfreudigen Sauerstoffs, wäre dies zwar ein starkes Indiz für Leben, brächte aber noch keine absolute Sicherheit, weil die Forscher viele nicht-biologische Prozesse kennen, die zu einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre führen können. Fraglos wäre aber die Entdeckung von Ozon schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Venus. Höllischer Nachbar, auf dem mit großer Wahrscheinlichkeit kein biologisches Leben existiert. Einige Forscher glauben dennoch, dass in der Venus-Atmosphäre in einer Höhe von 50 Kilometern Mikroben leben könnten. Credit: ESA

Gleichwohl dürfte das beste Indiz für extraterrestrisches Leben die Anwesenheit von Sauerstoff zusammen mit Methan oder Kohlendioxid sein, weil diese Kombination auch in der Erdatmosphäre häufig anzutreffen ist. Es wäre letzten Endes aber nur ein Indizienbeweis – nicht mehr, aber auch weniger. Wer es jedoch genau wissen möchte, muss schon die Probe aus Exempel machen und dort hinfliegen.

Quelle : www.heise.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Wunderschöner "Hubble"-Schnappschuss: Planetarer Milchstraßen-Nebel
« Antwort #127 am: 17 Januar, 2009, 15:44 »
"Hubble"-Teleskop fotografiert Nebel

Das "Hubble"-Weltraumteleskop hat einen ungewöhnlichen planetaren Nebel in der Milchstraße fotografiert. Der rund 10.000 Lichtjahre entfernte Gasnebel mit der Katalognummer NGC 2818 befinde sich innerhalb eines offenen Sternhaufens im Sternbild Kompass (Pyxis) am Südhimmel, berichtete das Institut für Weltraumteleskop-Wissenschaft am Donnerstag (Ortszeit) in Baltimore (US-Staat Maryland).

Aktueller Schnappschuss des Weltraumteleskops Hubble vom 10.000 Lichtjahre entfernten Gasnebel NGC 2818



Planetare Nebel sind die abgestoßenen Gashüllen ausgebrannter Sterne, typischerweise Milliarden Jahre alt. Offene Sternhaufen dagegen sind in kosmischen Maßstäben normalerweise relativ junge Gebilde, in denen neue Sterne entstehen, und die sich in einigen hundert Millionen Jahren auflösen. Daher seien planetare Nebel in offenen Sternhaufen sehr selten, erläuterten die Astronomen. Der Sternhaufen NGC 2818A sei mit fast einer Milliarde Jahre besonders alt.

Milchige Flecken mit leuchtendem Stickstoff

Planetare Nebel haben ihren Namen von ihrer Erscheinung in frühen Teleskopen. Dort ähnelten die milchigen Flecken optisch den Planetenscheibchen. Mit der heutigen Beobachtungstechnik können Astronomen dagegen in diese Gasnebel hineinschauen und selbst feine Strukturen untersuchen. Auf der "Hubble"-Aufnahme leuchtet Stickstoff in Rot, Wasserstoff in Grün und Sauerstoff in Blau.

Auch unsere eigene Sonne wird in etwa fünf Milliarden Jahren ihre äußere Hülle als planetaren Nebel abstoßen. Übrig bleibt ein sogenannter Weißer Zwergstern, der über die Jahrmilliarden langsam verblassen wird.

Quelle : http://satundkabel.magnus.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Die Sonne schwächelt
« Antwort #128 am: 18 Januar, 2009, 18:56 »
Die Sonnenaktivität sollte eigentlich schon seit vielen Monaten wieder einen Aufwärtstrend zeigen, denn üblicherweise beträgt die Länge eines Zyklus um 11 Jahre und das letzte Sonnenfleckenminimum fand bereits im September 1996 statt. Von neuer Aktivität ist aber bislang wenig zu sehen. Meist zeigt sich das Zentralgestirn fleckenlos – in den letzten beiden Jahren ein fast schon gewohntes Bild. Die wenigen Flecken, die in den zurückliegenden Monaten für jeweils einige Tage erschienen, gehörten aber bereits zum neuen Sonnenfleckenzyklus, erkenntlich an ihrer Position in höheren Breitengraden und an ihrer magnetischen Ausrichtung.

Noch divergieren die Vorhersagen, wie stark der kommende Zyklus 24 ausfallen wird, erheblich zwischen den verschiedenen Forschergruppen. Selbst der späte Beginn erlaubt offenbar noch keine zuverlässigen Rückschlüsse. Einige Forscher haben aber ihre Vorhersagen bereits vorsichtig nach unten korrigiert. Der kommende Zyklus dürfte demnach eher im Mittelfeld liegen. Nachdem die Maxima der vergangenen 100 Jahre mehrheitlich sehr hoch ausgefallen waren, bedeutet das einen Rückgang der Aktivität.

Derzeit ist noch nicht einmal klar, ob und wann das Sonnenfleckenminimum stattgefunden hat. Die täglich ermittelten Sonnenfleckenzahlen schwanken sehr stark. Sie werden daher monatlich gemittelt, die Monatswerte nochmals geglättet. Der geglättete Wert entspricht dem Schnitt des jeweiligen Monats und der sechs vorangegangenen und folgenden. Frühester Kandidat für das aktuelle Minimum ist der Juli 2008. Bleiben die Sonnenfleckenzahlen weiterhin bei fast Null, könnte das Minimum aber auf einen noch späteren Zeitpunkt fallen.

Die NASA warnt bereits vor möglichen katastrophalen Auswirkungen der bald wieder ansteigenden Sonnenaktivität. Die Warnungen sind, ähnlich wie die vor Meteoriteneinschlägen, durchaus berechtigt, auch wenn der Eintritt einer Katastrophe eher unwahrscheinlich ist. Aus der Luft gegriffen sind die Szenarien der Forscher jedenfalls nicht. Starke Ausbrüche auf der Sonne führten in der Vergangenheit immer wieder zu Stromausfällen oder dem Verlust einzelner Satelliten.

Der bislang größte beobachtete Ausbruch auf der Sonne. fand am 1. September 1859 statt. Der Astronom Richard Carrington entdeckte zufällig bei seinen Beobachtungen für wenige Minuten ein blendend helles Licht auf der im Vergleich dazu dunklen Sonnenscheibe und verfasste dazu einen ausführlichen Bericht. Rund 18 Stunden später brach auf der Erde ein äußerst heftiger geomagnetischer Sturm los, als die von der Sonne ausgestoßene Materiewolke die Erde erreichte. Die dabei entstehenden Nordlichter waren sogar in den Tropen zu sehen und so hell, dass sie das Lesen einer Zeitung erlaubten. Die Telegrafenleitungen weltweit brachen zusammen -- vom Erdmagnetfeld induzierte Ströme in Fernleitungen führten in Skandinavien sogar zu Bränden an Telegrafenanlagen.

Wie heftig die Ausbrüche auf der Sonne in einigen Jahren ausfallen werden, vermag noch niemand vorherzusagen. Ein Sonnenfleckenmaximum mit niedriger Gesamtaktivität ist aber keine Garantie für einen glimpflichen Verlauf: Das Ereignis von 1859 beispielsweise fand in einem Zyklus mit gerade einmal durchschnittlichen Sonnenfleckenzahlen statt. Würde heute ein vergleichbarer Ausbruch auf der Sonne stattfinden, wäre mit massiven Schäden an der Infrastruktur von Strom- und Kommunikationsnetzen zu rechnen, deren Behebung Wochen oder Monate dauern könnte, so die Forscher.

Auch Satelliten wären dann gefährdet. Das Bombardement hochenergetischer Teilchen kann die Elektronik von Satelliten komplett zerstören und dadurch zum Totalverlust führen. In den zurückliegenden Jahren stieß das bei heftigen Ausbrüchen auf der Sonne nur einzelnen Satelliten zu, der ganz große Sturm könnte aber dazu führen, dass eine ganze Reihe von Satelliten zerstört wird.

Fällt das Sonnenfleckenmaximum sehr niedrig aus, droht hingegen eine andere Gefahr: Das in solchen Zyklen schwach ausgeprägte Magnetfeld der Sonne und der geringe Druck des Sonnenwinds führen zu einem Anstieg der kosmischen Strahlung im Sonnensystem. Diese wiederum belastet die Besatzungen von Raumfahrzeugen. Das wären schlechte Voraussetzungen für die bemannte Raumfahrt, auch wenn auf der Sonne dann nicht mit großen Ausbrüchen zu rechnen wäre.

Quelle : www.heise.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Interplanetare Kommunikation: Die lange Suche nach E.T.
« Antwort #129 am: 02 Februar, 2009, 16:35 »
Hallo Alien! Bereits im 19. Jahrhundert dachten Forscher darüber nach, wie man am besten mit fremden Welten kommunizieren könnte - allen voran der Deutsche Carl Friedrich Gauß. Doch die Realisierung solcher Pläne ließ 150 Jahre auf sich warten.

1679 Nullen und Einsen, das könnte die erste Information sein, die Außerirdische von unserer Erde erhalten. Aus ihnen bestand die Nachricht, die am 16. November 1974 mit dem Arecibo-Teleskop in Puerto Rico zum Kugelsternhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules gesendet wurde. Er liegt 22.800 Lichtjahre entfernt, deswegen hat die Botschaft noch eine weitere Reise vor sich.

Zahlen, chemische Elemente, Informationen zur DNA, der Menschheit, der Erde und dem verwendeten Radioteleskop. Das alles ist in der Botschaft codiert, die mit einer Leistung von 1000 Kilowatt ins All geschickt wurde.

Doch die Gedanken zur kosmischen Kontaktaufnahme sind eigentlich viel älter: Bereits im 19. Jahrhundert dachten Forscher über einen Himmelstelegrafen nach, um mit den Einwohnern fremder Welten zu kommunizieren. Der Deutsche Carl Friedrich Gauß schlug zum Beispiel vor, mit Hilfe des von ihm entwickelten Heliotrops Sonnenlicht in Richtung des Mondes zu schicken. In einem Brief an Heinrich Wilhelm Olbers - er hatte auf Basis von Gauß' Voraussagen an der Entdeckung von Kleinplaneten gearbeitet - schlug das Mathematikgenie aus Göttingen im Jahr 1822 vor, 100 große Spiegel aufzustellen und mit ihrer Hilfe Sonnenlicht zur Mondoberfläche umzuleiten. Dort sollten mögliche Mondbewohner, deren Existenz Gauß zumindest nicht ausschließen wollte, erreicht werden.

Angeblich regte Gauß auch an, ein riesiges gleichseitiges Dreieck in Sibiriens Wälder zu schlagen - und in seinem Inneren stattdessen Weizen anzubauen. So sollte ein aus dem All klar sichtbares Zeichen entstehen. Das Kalkül dabei: Der Kontrast würde das kosmische Hinweisschild für Bewohner fremder Welten, zum Beispiel des Mondes, gut sichtbar machen. Gleichzeitig würde die regelmäßige Form klarstellen, dass es sich um eine absichtlich angelegte Konstruktion der Erdbewohner handelte. Einen direkten Beweis dafür, dass Gauß die Rodungsaktion im fernen Osten tatsächlich vorgeschlagen haben soll, gibt es aber nicht.

Ähnlich verhält es sich auch mit einem weiteren Mega-Projekt: Rund 20 Jahre nach Gauß soll der österreichische Astronom Joseph von Littrow einen noch viel kühneren Plan entwickelt haben - und zwar in Form von riesigen kreisförmigen Kanälen in der Sahara, die mit Wasser und Kerosin geflutet werden sollten. In Brand gesetzt würde das Kerosin ein flammendes Zeichen ins Weltall senden. Historisch ist allerdings nicht zweifelsfrei verbürgt, ob von Littrow das Projekt tatsächlich anstieß, oder ob es ihm nur nach seinem Tod zugeschrieben wurde.

Die Idee, mit anderen Bewohnern des Sonnensystems Kontakt aufzunehmen, war im 19. Jahrhundert jedenfalls mehr als populär. Auch der Franzose Charles Cros war davon fasziniert. Der Dichter und Erfinder, der unter anderem den Phonographen, also einen Vorläufer des Plattenspielers, ersonnen hatte, schlug 1869 vor, mit Hilfe eines Parabolspiegels das Licht einer elektrischen Lampe zu fokussieren und auf interplanetare Reisen zu schicken. Mit Blinksignalen, so Cros, könnten sogar Nachrichten übertragen werden.

Einen Code dafür entwickelte etwa der britische Naturforscher Francis Galton im Jahr 1896. In dieser Zeit wurde in Frankreich auch darüber debattiert, ob Marsbewohner mit Hilfe riesiger Reflektoren am frisch erbauten Eiffelturm kontaktiert werden könnten.

Ein Klicken - einfach, zweifach oder dreifach

Die Radiopioniere des frühen 20. Jahrhunderts wollten unsere kosmischen Brüder indes eher anfunken als anleuchten. Der im heutigen Kroatien geborene Nikola Tesla berichtete um die Jahrhundertwende, er habe in seinen Labors in Colorado Springs wundersame Funksignale aufgefangen, die möglicherweise vom Mars oder der Venus stammten: ein Klicken - einfach, zweifach oder dreifach.

Die Herkunft des Signals ist bis heute unklar. Pläne des Amerikaners David Todd, mit Lauschballons in der Erdatmosphäre nach Signalen vom Mars zu suchen, wurden nie umgesetzt. Verschwörungstheoretiker schreiben seinem Kollegen Tesla die Erfindung eines speziellen Kommunikationsgeräts für interplanetare Plaudereien zu, des Teslascopes. Belege dafür gibt es nicht.

Knapp 20 Jahre später berichtete der Italiener Guglielmo Marconi, ein Pionier der drahtlosen Kommunikation, ebenfalls von möglichen Botschaften aus fernen Welten. Zu dieser Zeit wurde noch immer heftig debattiert, ob Licht oder Radiowellen passender für die Kommunikation mit außerirdischen Lebensformen wären. Für Licht sprach eine bessere Fokussierbarkeit, für Radiowellen eine geringere Beeinflussung, etwa durch kosmischen Staub.

Doch letzten Endes setzen sich Radiosignale als Mittel der Wahl durch, unter anderem nachdem Giuseppe Cocconi und Philip Morrison Ende der Fünfziger bewiesen hatten, dass die Radaranalgen der damaligen Zeit kraftvoll genug waren, um Botschaften weit, weit Hinaus ins All zu schicken. Das passierte dann schließlich im Herbst 1974 mit der Botschaft vor Arecibo, die allerdings nur ein einziges Mal in dieser Form gesendet wurde.

Zuvor hatte der US-Astronom Frank Drake beim sogenannten Project Ozma mit Hilfe des National Radio Astronomy Observatory in Green Bank im US-Bundesstaat West Virginia nach Signalen außerirdischer Zivilisationen gefahndet. Mit einem 26 Meter großen Radioteleskop hatte er die Sterne Tau Ceti und Epsilon Eridani ins Visier genommen. Kurzzeitige Euphorie kam im April 1960 auf, als ein Signal aufgefangen wurde. Wie sich herausstellte, stammte es aber von einem hochfliegenden Flugzeug.

Nun ruht die Hoffnung der interplanetaren Kommunikationsfans auf Botschaften wie der von Arecibo. Eine Antwort hat die Menschheit bisher noch nicht erhalten, was auch mit daran liegt, dass die Signale selbst bei sofortiger Antwort von Messier 13 erst im Jahr 47.574 bei uns eintreffen würden.

In der Zwischenzeit hat es weitere, ähnliche Botschaften gegeben, die zum Teil weit profaner waren als der erste Versuch der Kontaktaufnahme: So wurde im vergangenen Sommer eine Werbebotschaft für Tortillachips zum Zwergstern 47 Ursae Majoris gesendet.

uelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline Warpi

  • Master Of Disaster
  • User a.D.
  • ****
  • Beiträge: 1733
Re: Interplanetare Kommunikation: Die lange Suche nach E.T.
« Antwort #130 am: 02 Februar, 2009, 16:42 »
<So wurde im vergangenen Sommer eine Werbebotschaft für Tortillachips zum Zwergstern 47 Ursae Majoris gesendet. >

Als Exoterrist weiss ich dann Bescheid und mach einen großen Bogen um das Sonnensystem. (Max. Warp ;D)
Mein Vdr / Audio/ Video / Homeserver

Intel Atom A330 Dualcore 2*1,6Ghz / 2 Gigabyte Ram
2 * 500 Gigabyte Samsung HDDS, Technisat Skystar2 DVBS
Ubuntu Jaunty Server, Vdr mit Webinterface, Openssh, Samba

2. Vdr
Pentium 3 / 1000 Mhz /  512 Mb Ram / Refurbished
1 * 200 Gigabyte Samsung HD, Technisat Skystar 2 DVBS
Ubuntu Karmic Server, Vdr mit Webinterface, Openssh, Samba

Asus Eee PC 1005P Netbook (Intel Atom N450 1.6GHz, 1GB RAM, 160GB HDD) Win 7 Starter, WarpIX Netbookremix + Ext. 500 GB 2.5 " HD

Videoschnitthardware
AMD Black Edition - AMD Phenom II X6, 6 x 3.2 GHz Prozessor, 8 GB DDR3 / 1600, 2 x Samsung 1TB, Nvidia Gt 240
Techno Trend S3200 , Windows 7 Homepremium / x64, Linux Mint Julia / x64

Die größte Fehlerquelle des PCS sitzt meist 30cm vor dem Bildschirm.

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Ferne Welten: Bisher kleinster Exoplanet entdeckt
« Antwort #131 am: 04 Februar, 2009, 06:14 »
Rund 400 Lichtjahre von der Erde entfernt haben Forscher eine spektakuläre Entdeckung gemacht: den bisher kleinsten bekannten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Er ist knapp zweimal so groß wie unsere Erde.

Paris - Wenn Astronomen heutzutage einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdecken, dann sorgen die Nachrichten darüber normalerweise längst nicht mehr für so viel Aufmerksamkeit wie noch vor ein paar Jahren. In der " Enzyklopädie der extrasolaren Planeten" finden sich derzeit 337 Fundobjekte. Gewiss, wenn zum Beispiel einer von ihnen abgebildet werden kann, dann ist die Aufregung groß, doch im Großen und Ganzen hat sich eine gewisse Routine bei der Exoplaneten-Jagd eingestellt.

Und doch lässt die Nachricht vom Dienstagmittag aufhorchen: Ein internationales Forscherteam hat mit dem französischen Satelliten "Corot" den bisher kleinsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen. Corot-Exo-7b ist nur knapp zweimal so groß wie die Erde und kreist 400 Lichtjahre von uns entfernt um einen sonnenähnlichen Zentralstern.

Lebensfreundlich ist der neu entdeckte Planet nicht: Er ist seinem Zentralgestirn sehr nahe und hat nach Ansicht der Forscher deswegen eine Temperatur von mehr als tausend Grad Celsius. Eine Umrundung um seine Sonne absolviert der neu entdeckte Himmelskörper in der schwindelerregenden Zeit von nur 20 Stunden.

Die meisten der bisher entdeckten Planeten sind riesige Gasplaneten vom Stil unseres Jupiters. Corot-Exo-7b könnte nach den bisherigen Erkenntnissen ein Gesteinsplanet sein, vergleichbar der Erde. Möglich wäre auch ein mit Lava bedeckter Himmelskörper - oder ein zur Hälfte aus Wasser und zur Hälfte aus Stein bestehender Planet mit einer extrem heißen und dichten Wasserdampf-Atmosphäre.

"Die Entdeckung eines so kleinen Planeten ist eine echte Sensation. Damit haben sich die Erwartungen, die wir in Corot gesetzt haben, voll erfüllt", sagt Heike Rauer. Sie ist Projektleiterin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das die Software von Corot entwickelt hat und auch an der wissenschaftlichen Auswertung der Daten beteiligt ist.

Corot sucht nach extrasolaren Planeten mit der Transitmethode (siehe Kasten). Dabei misst das Weltraumteleskop über eine längere Periode die Helligkeitsschwankungen von Sternen. Schuld an solch einer Schwankung kann ein Planet sein, der vor dem Stern vorbeizieht und ihn minimal verdunkelt. Weil solche Helligkeitsänderungen verschiedene Gründe haben können, muss jeder Planetenkandidat aber durch mehrere Nachfolgemessungen bestätigt werden. Diese Nachfolgebeobachtungen werden von einem Netzwerk großer erdgebundener Teleskope übernommen, unter anderem auch von der Thüringer Landessternwarte in Tautenberg.

Bei den Prüfmessungen für Corot-Exo-7b haben die Forscher auch herausgefunden, dass dieser auch noch einen großen Bruder hat - allerdings aus Gas. Dieser hat die 14fache Erdmasse und ist damit ein sogenannter heißer Neptun. Er umkreist die gemeinsame Sonne innerhalb von acht Tagen. Der große Bruder zieht von der Erde aus gesehen nie vor seiner Sonne vorbei, weswegen er mit der Transitmethode nicht nachgewiesen werden konnte. Erst seine Gravitationswirkung auf den Stern brachte die Forscher auf die richtige Spur.


Quelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
ASTRO-FOTOKUNST - Geistergalaxie im Coma-Haufen
« Antwort #132 am: 06 Februar, 2009, 17:35 »
Astronomen ist ein atemberaubendes Bild gelungen: eine Spiralgalaxie, die statt leuchtender Arme leuchtende Nebelschleier besitzt. Für das Foto wurden 80 Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops kombiniert.

Es ist ein gespenstischer Anblick: Wo bei anderen Galaxien hell leuchtende Spiralarme weit ins All reichen, schimmert im Sternensystem NGC 4921 grauer Nebel. Astronomen attestieren chronische Blutarmut: Es handele sich hier um eine "anämische Galaxie". Ihr fehlt die große Zahl neu entstehender Sterne, die normalerweise die Arme von Spiralgalaxien prachtvoll leuchten lassen. Stattdessen tauchen einige blaue Sterne den Staubring um die Galaxie in ein kühles Licht.

Galaxie NGC 4921: Leuchtender Staub statt strahlende Arme

Das spektakuläre Foto gelang Astronomen mit Hilfe des "Hubble"-Weltraumteleskops. NGC 4921 liegt rund rund 320 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Haar der Berenike (Coma Berenices). Sie ist eine der wenigen Spiralgalaxien im sogenannten Coma-Haufen, der zu den nächstgelegenen Ansammlungen von Galaxien gehört.

Auf dem "Hubble"-Foto zeigt sich die gewaltige Vielzahl von Sternsystemen: Hinter NGC 4921 werden viele andere Galaxien unterschiedlicher Formen, Farben und Größen sichtbar - und sie machen nur einen kleinen Teil des Coma-Haufens, der von Astronomen auch Abell 1656 genannt wird. Er besteht aus mehr als 1000 Galaxien, von denen jede wiederum aus vielen Millionen Sternen besteht. Die hellsten unter ihnen wurden schon im späten 18. Jahrhundert von Friedrich Wilhelm Herschel entdeckt.

In reich bestückten Galaxienhaufen beeinflussen sich die einzelnen Sternsysteme oft gegenseitig oder vermischen sich, so dass mit der Zeit die gasreichen Spiralgalaxien zu elliptischen Systemen werden, in denen nur noch wenige neue Sterne entstehen. Deshalb sind Spiralgalaxien in solchen Haufen meist selten - und Exoten wie NGC 4921 noch seltener.

Für das Bild hatten Astronomen um Kem Cook vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien 80 verschiedene Aufnahmen mit einer Gesamtbelichtungszeit von 27 Stunden kombiniert. Das europäische Hubble-Zentrum bietet auf seiner Webseite eine zoombare Version des Bildes in voller Größe.

Quelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline spoke1

  • Alle angenehmen Dinge des Lebens sind entweder illegal, unmoralisch, teuer oder machen dick!
  • Premium-Cubie
  • ****
  • Beiträge: 2718
  • kaffeine Fan
    • skynetR32 Mod HP
Satellitenkollision im All: Wie gefährlich sind solche Unfälle?
« Antwort #133 am: 12 Februar, 2009, 14:12 »
Knapp 800 Kilometer über der Erde sind ein russischer Militärsatellit und ein US-Kommunikationssatellit zusammengestoßen. Felix Huber, Direktor des Satellitenkontrollzentrums des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen, beantwortete dazu fünf Fragen:

Wie oft passiert ein solcher Unfall?

Es ist das erste Mal, dass zwei Satelliten kollidiert sind.

Wie gefährlich sind solche "Auffahrunfälle" für die Internationale Raumstation ISS und andere Satelliten?

AdTech Ad
Das Risiko für die ISS ist gering, weil sie in einer anderen Höhe um die Erde kreist als es die kollidierten Satelliten taten. Allerdings müssen die Trümmer nun beobachtet werden. Falls sich Bruchstücke der ISS nähern sollten, muss die Station ein Ausweichmanöver fliegen. Ob es dazu kommen wird, kann man aber jetzt noch nicht sagen. Satelliten auf der gleichen Flughöhe wie die kollidierten Trabanten tragen ein potenziell größeres Risiko, von den Teilen getroffen zu werden. Aber auch sie können vor einer drohenden Kollision mit Trümmerteilen ausweichen.

Angeblich wird jedes Objekt ab einer bestimmten Größe in den Umlaufbahnen permanent überwacht, stimmt das? Falls ja, haben die Überwachungsmechanismen versagt?

Ja, es gibt Überwachungsmechanismen. Die Organisation US Space Command beobachtet per Radar die Umlaufbahnen von allen künstlichen Erdtrabanten, die mehr als zehn Zentimeter Durchmesser haben. Bei einer drohenden Kollision werden normalerweise Ausweichmanöver geflogen. Auch die ISS hat bereits mehrere solcher Manöver absolviert. Ob das System versagt hat, wissen wir nicht. Soweit uns bekannt ist, hatten Bahnberechnungen ergeben, dass die Satelliten knapp aneinander vorbeifliegen werden. Warum kein Ausweichmanöver stattfand, wissen wir nicht.

Ist irgendwann die stationäre Umlaufbahn voll mit Satelliten und Weltraum-Müll?

Im geostationären Orbit besteht kein Kollisionsrisiko, weil sich alle Satelliten auf einer einzigen Umlaufbahn, nämlich 36.000 Kilometer über dem Äquator, befinden. Auf niedrigeren Orbits kreuzen sich die Umlaufbahnen. Nur hier besteht überhaupt ein Kollisionsrisiko.

Wie gefährlich sind Abstürze von Satelliten oder Raketen auf die Erde?

Sie sind in der Regel nicht gefährlich, weil die Satelliten oder Raketen stets kontrolliert in das Meer gestürzt werden. Bevor ein künstlicher Himmelskörper abstürzt, wird mit dem Resttreibstoff ein Bremsmanöver eingeleitet, das die Bahn so verändert, dass der Satellit ins Meer stürzt. Nur wenige Bahnen führen in ihrer Endphase über Land.



Quelle: http://satundkabel.magnus.de
Produktiv:
ASRock K8S8X, Athlon64 3000+, 1GB Infineon Ram, WinFast A340 8X AGP, Samsung HD160 GB SATA2,
Technisat SkyStar 2, Stab HH100 Rotor und 5° & 19,2° Ost fest
BS: Mandriva-Linux (mdv) 2010.2 PP, kde 3.5.12, kaffeine 0.8.8, skynetR32

Bastelsrechner:
ASRock N570 SLI, Athlon64 X2 6000+ 4GB Geil Ram, EVGA GeForce G 210 Passiv (1GB DDR3, VGA, DVI, HDMI), Samsung HD 500GB SATA2, TT-budget S2-3200 PCI
BS: immer nur Pinguin freundliche

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Alienprojekt SETI bekommt Aufwind
« Antwort #134 am: 13 Februar, 2009, 17:39 »
Preis für Gründerin, Spenden für das Projekt

Nach der Verleihung des TED-Preises an SETI-Gründerin Jill Tarter haben sich neue Spender gefunden, die den Projekt Resourcen zur Verfügung stellen. Die Mitarbeiter hoffen nun auf Spenden für den Ausbau des Teleskops.

Der TED-Preis für SETI-Gründerin Jill Tarter hat der Suche nach außerirdischem Leben neuen Aufwind verschafft, berichtet das Wall Street Journal. Nach der Preisverleihung haben sich Spender für das Projekt gefunden.

Die Träger des TED-Preises dürfen einen Wunsch äußern, der die Welt ändert. Tarters Wunsch ist es, Erdbewohnern die Möglichkeit zu geben, sich aktiv an der Suche nach Leben im All zu beteiligen. Ihr Wusch fand schnell Resonanz: Ein australischer Industrieller bot an, seine Ingenieure dafür freizustellen, die Signalverarbeitung der Teleskope zu verbessern. Ein Informatiker stellt einen von ihm entwickelten und patentierten Suchalgorithmus für die Datenanalyse zur Verfügung. Ein führender Google-Entwickler will Google dazu bringen, suchbare Sternkarten in Google Earth zu integrieren.

Außerdem möchte Tarter gern das Radioteleskop des Projektes vergrößern. Eine Spende von Microsoft-Gründer Paul Allen hatte den Bau des Teleskops etwa 450 km nördlich von San Francisco ermöglicht, Das Teleskop besteht aus 42 Satellitenantennen. Das SETI-Team hofft nun auf Spenden, um die Zahl auf 350 Satellitenschüsseln aufzustocken. Das würde es den Wissenschaftler ermöglichen, mehr Sterne und ein größeres Frequenzspektrum zu beobachten. Ihr Traum sei es, im nächsten Jahrzehnt eine Million Sterne auf jeweils 10 Milliarden Frequenzkanälen zu belauschen, sagte Tarter.

Quelle : www.golem.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )