Spieglein Spieglein an der Wand – wer sind die schönsten Schädlinge im Land? Panda Security hat für 2007 eine Parade kreativer Computerwürmer und -trojaner zusammengestellt. Nominiert wurden Kandidaten des vergangenen Jahres, die ihre bösartige Fracht in einem unterhaltsamen Paket geliefert hatten. Bilanz: Zahllose verzweifelte Nutzer, aber auch ein breites Portfolio origineller Malware vom "Liebestollen" bis zum "Kidnapper". Hier folgt ein Auszug der makaberen Best-Of-Liste:
Der KidnapperDer Trojaner Sinowal.FY verschlüsselt alle Dokumente auf infizierten Systemen. Er verhindert das Öffnen der Datenpakete und droht, sie zu löschen. Der Nutzer muss statt Lösegeldzahlung ein 300 Dollar teures Tool kaufen, um die Datengeiseln zu entschlüsseln.
Der EntertainerWährend sich der Wurm RogueMario.A auf Computern installiert, lenkt er den Nutzer von seinem schädlichen Handeln ab, indem er ihm das Computer-Spiel Mario Bros zur Verfügung stellt.
Der PolitikerMit seinem Aufruf zur Teilnahme an den Wahlen in Kenia zeigt der Wurm Voter.A politische Ambitionen. Wenn auch recht einseitig: Er stellt dem Nutzer seinen Lieblings-Kandidaten vor. Und das immer wieder, denn dessen Bild erscheint alle neun Sekunden auf dem Bildschirm. Ob er deswegen mehr Stimmen bekam, ist ebenso unbekannt wie zweifelhaft.
Der SpionWie ein Schwamm saugt Trojaner AttachMsngr.G jede Information über den Nutzer auf. Er erfasst jeden Tastaturanschlag, jede Mausbewegung und jeden MSN Messenger-Kontakt, als wolle er eine Stasi-Akte anlegen. Der Lauschangriff bleibt dem Nutzer allerdings verborgen.
Der GeschichtenerzählerWährend Wurm CivilArmy.B einen Computer infiziert, öffnet er auf dem Bildschirm die Textdatei "SexStory", in der er von einer heißen Sommerliebe berichtet. Leider ohne Happy End: Am Schluss erfährt der Nutzer lapidar: "ha ha ha ha - you are victim - end of story".
Das Neujahrsgeschenk"Happy New Year!" steht in der Betreffzeile der Nachricht, in der sich Wurm Nuwar.B versteckt. Als Neujahrsgeschenk erhält der Rechnerbesitzer einen angeblich ultimativen Aktientipp. Der warme Geldregen bleibt jedoch aus.
Der Halloween-WurmSüßes oder Saures: Pünktlich zum Halloween-Fest ließ Wurm Nuwar ein menschliches Skelett auf den Bildschirmen tanzen (ok.de berichtete). Wer den Party-Löwen herunterladen wollte, schaufelte sich stattdessen den digitalen Halloween-Geist ins System.
Der LiebestolleIn Windeseile verbreitete sich im Februar der Valentins-Wurm Nurech.A. Vermeintliche Liebesbriefe wie "Together You and I", "Everyone needs Someone" oder "Cyber Love" erwiesen sich jedoch nur als Malwareschleusen.
Der Cyber-PiratDas Kino-Ereignis "Fluch der Karibik 3" lockte zahlreiche Filmfans ins Kino – und Computer-Nutzer in die Malware-Falle: Der Trojaner Pirabbean.A ergaunerte sensible Daten, indem er exklusive Filmszenen in einem Trailer versprach. Er verbreitete sich stilecht über E-Mails mit Totenkopf und gekreuzten Knochen.
Die NervensägeTrojaner LiveDeath.A quält die Nutzer mit einem langen Fragenkatalog. Vorgeblich kann er durch richtige Antwort auf Fragen wie "Was ist Deine Lieblingsfarbe?" seine Daten retten. Aber Fehlanzeige: Egal, wie die Antwort lautet - der Computer stürzt auf jeden Fall ab.
Quelle :
www.onlinekosten.de