Autor Thema: Vattenfall ...  (Gelesen 7004 mal)

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Vattenfall verhandelt über Ausstieg aus der Atomkraft
« Antwort #30 am: 14 Juli, 2007, 11:50 »
Der Energiekonzern Vattenfall plant in Deutschland einen vorzeitigen Ausstieg aus der Kernkraft. Nach einer Serie von Pannen überlegt das Unternehmen, die Lizenz für die Kraftwerke Krümmel und Brunsbüttel abzugeben. Nach Informationen des SPIEGEL gab es bereits Verhandlungen.

Hamburg - Nach dem Brand im Kernkraftwerk Krümmel gibt es beim Energieunternehmen Vattenfall Überlegungen, die Betreiberlizenz für die Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel abzugeben. Nach SPIEGEL-Informationen gab es bereits erste Gespräche, die Lizenz auf den Konkurrenten E.on zu übertragen.

Der Düsseldorfer Energiekonzern E.on, der ohnehin mit 50 beziehungsweise 33 Prozent an den Problemreaktoren beteiligt ist, genießt nach der Pannenserie eine höhere Reputation beim Betreiben von Kernreaktoren als Vattenfall. Er könnte - so die Hoffnung der Branche - die Kraftwerke wieder aus der Kritik nehmen. Bei E.on will man aber vor einer Entscheidung die Aufarbeitung der Vorgänge abwarten.

Vattenfall war in den vergangenen Tagen wegen Pannen in Krümmel und Brunsbüttel massiv in die Kritik geraten. Vor allem die zögerliche Informationspolitik des Unternehmens sorgte für Unmut. Zuletzt hatte sogar die FDP ein Abschalten des Problemreaktors in Krümmel gefordert. Andere Energiekonzerne fürchten derweil, dass Vattenfall die Kernkraft insgesamt in Verruf bringen könnte. Dadurch wäre die von der Branche angestrebte Verlängerung der Atomlaufzeiten in Gefahr.

Sollte sich Vattenfall tatsächlich von Krümmel und Brunsbüttel trennen, wäre das Unternehmen der erste Stromkonzern in Deutschland, der keine Kernkraftwerke betreibt. Die drei großen Mitbewerber E.on, RWE und EnBW haben allesamt eigene Atommeiler.

Nach dem unter Rot-grün vereinbarten Atomausstieg müsste das letzte deutsche Kernkraftwerk voraussichtlich im Jahr 2021 vom Netz gehen. Die Energiekonzerne hoffen aber bei der nächsten Bundestagswahl auf einen Sieg der Union, und damit einen Ausstieg aus dem Ausstieg.

Quelle : www.spiegel.de

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Vattenfall erwägt Rausschmiss von Managern
« Antwort #31 am: 15 Juli, 2007, 10:46 »
Die Stühle hoher Vattenfall-Manager wackeln. Nach den Zwischenfällen in Krümmel und Brunsbüttel plant der Stromkonzern laut einem Zeitungsbericht personelle Konsequenzen.

Hamburg - Die Posten auf hoher Ebene beim Stromkonzern Vattenfall sind nicht mehr sicher. Nach Krisentreffen an diesem Wochenende unter Leitung des Vattenfall-Vorstandschefs Klaus Rauscher sollen Anfang der Woche weit reichende Veränderungen im Organisationsablauf des Konzerns beschlossen werden, berichtet der "Tagesspiegel am Sonntag".

Auch eine Abberufung des Deutschland-Geschäftsführers für den Kernkraftbereich, Bruno Thomauske, sei nicht mehr ausgeschlossen. Thomauske werde in der Berliner Konzernspitze verantwortlich gemacht für Fehlinformationen an Behörden und Öffentlichkeit nach den Bränden in den Meilern Krümmel und Brunsbüttel. Am Freitag hatte sich die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluss Zugang zum Kraftwerk verschafft, weil Vattenfall die Personalien eines Beschäftigten nicht nennen wollte. Die Vattenfall-Konzernkommunikation in Berlin war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Auf einen Vorabbericht des SPIEGEL hin hat das Unternehmen gestern erklärt, dass es sich nicht aus den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel zurückziehen will: "Eine Übertragung unserer Anteile oder unserer Betreiberlizenz auf E.on steht nicht auf der Tagesordnung." Vattenfall Europe ist nach eigenen Angaben an den Kernkraftwerken Brokdorf mit 20 Prozent, an Brunsbüttel mit 66,6 Prozent und an Krümmel mit 50 Prozent beteiligt. Die jeweils anderen Anteile hält E.on. Die Betriebsführung für Brunsbüttel und Krümmel liegt bei Vattenfall, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Nach Informationen des SPIEGEL hat es zwischen Vattenfall und E.on bereits Gespräche gegeben, die Betreiberlizenz für Krümmel und Brunsbüttel an E.on abzugeben: Wegen einer besseren Reputation E.ons beim Betreiben von Atomreaktoren könne damit eine drohende Schließung der Atommeiler abgewendet werden.

Quelle : www.spiegel.de

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Für Vattenfall- Chef wird es eng
« Antwort #32 am: 15 Juli, 2007, 17:31 »
Nach den Atom-Pannen bei Vattenfall gerät das deutsche Management massiv unter Druck. Der Vorstandschef des schwedischen Mutterkonzerns Josefsson spricht von einer "äußerst unglücklichen Situation". Jetzt wird über eine Entlassung von Deutschland-Chef Rauscher spekuliert.

Berlin - Der schwedische Mutterkonzern des Kraftwerksbetreibers Vattenfall hat das Krisenmanagement bei der jüngsten Pannenserie scharf kritisiert. "Es hat sich eine äußerst unglückliche Situation in Deutschland entwickelt", sagte Vorstandschef Lars Göran Josefsson der "Berliner Zeitung". Aus der Pannenserie und dem Umgang damit sei eine "Frage des Vertrauens zu Vattenfall" entstanden. "Wir waren unfähig, richtig zu kommunizieren."

Personelle Konsequenzen wie die Entlassung des Chefs der Kernenergiesparte, Bruno Thomauske, schloss Josefsson nicht aus. "Für solche Entscheidungen ist es aber noch zu früh", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Josefsson leitet den schwedischen Staatskonzern Vattenfall AB, dessen deutsche Tochter Vattenfall Europe die Kernkraftwerke in Brunsbüttel und Krümmel betreibt.

Dass es nach der Pannenserie Konsequenzen geben werde, bestätigte auch ein Unternehmenssprecher in Deutschland. Derzeit werde geprüft, welche Folgerungen aus den bisherigen Erkenntnissen gezogen werden könnten, sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek. In den nächsten Tagen werde es Entscheidungen dazu geben. Nicht kommentieren wollte er Zeitungsberichte, in denen über ein Aus für Thomauske oder sogar über eine Ablösung von Vattenfall-Europe-Chef Klaus Rauscher spekuliert wurde.

Der "Tagesspiegel am Sonntag" berichtet ohne Quellenangabe, bei Vattenfall stünden weit reichende Veränderungen im Organisationsablauf bevor. Auch die Abberufung Thomauskes sei nicht mehr ausgeschlossen. In "Welt am Sonntag" hieß es unter Berufung auf Kreise des Vattenfall-Mutterkonzerns in Stockholm, es werde Konsequenzen der verschiedensten Art geben. Auch Vattenfall-Europe-Chef Rauscher gerate zunehmend unter Druck.

Ein Sprecher von Josefsson sagte, die Konzernspitze in Stockholm verfolge die Vorgänge sehr genau. Man sehe, dass die Situation für das Vertrauen in Vattenfall problematisch sei. Zu den Spekulationen um Rauscher sagte der Sprecher: "Kein Kommentar." Für Beobachter ist dies alles andere als ein Dementi.

Unterdessen hat das für die Atomaufsicht zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerium eine Prüfung eingeleitet, ob Vattenfall die Betriebserlaubnis für Kernkraftwerke entzogen wird. Durch seine Informationspolitik habe der Konzern das Vertrauen der Menschen in seine Zuverlässigkeit öffentlich und politisch verspielt, erklärte Ministerin Gitta Trauernicht (SPD).

Quelle : www.spiegel.de

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Vattenfall feuert Manager - Atomaufsicht befragt Leitstand- Crew
« Antwort #33 am: 16 Juli, 2007, 15:01 »
Pannen-Geständnisse ohne Ende - jetzt löst Vattenfall den Chef der deutschen Atomsparte ab. Der Energiekonzern will neuen Negativschlagzeilen zuvorkommen. Denn eine Befragung der Leitstand-Crew könnte heute ergeben, dass Chaos herrschte - oder ein sehr kritischer Zwischenfall befürchtet wurde.

Am Ende war der Druck zu groß - Vattenfall entschloss sich zu personellen Konsequenzen. Der Energiekonzern feuerte am Mittag seinen deutschen Atom-Chef Bruno Thomauske und Pressesprecher Johannes Altmeppen. Deutschland-Chef Klaus Rauscher, der wegen der Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel ebenfalls unter Druck steht, darf vorerst bleiben. In enger Abstimmung mit der Spitze des Gesamtkonzerns in Schweden wurden die Personalien entschieden. Ziel laut Vattenfall: "Verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen", schreibt das Unternehmen in der Pressemitteilung.

Der Termin für den Rauswurf war offensichtlich mit Bedacht gewählt. Denn während er der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde, machten sich in Kiel fast zeitgleich Ermittler der Atomaufsicht ans Werk, um Mitarbeiter des Atomkraftwerks Krümmel zu befragen. Den schlechten Nachrichten, die von dem Gesprächstermin zu erwarten waren, wollte Vattenfall offensichtlich eine andere Botschaft in der Öffentlichkeit entgegensetzen - nämlich dass im Konzern jetzt das Aufräumen beginnt.

Fest steht: Mehr als zwei Wochen nach dem Zwischenfall in Krümmel sind dessen Umstände immer noch dubios. Der jüngste detaillierte Bericht von Vattenfall hat Fragen offengelassen.

Zum Beispiel jene, warum nach dem Trafobrand zeitweise 37 Menschen im Gebäude der AKW-Leitwarte waren - so steht es in dem Vattenfall-Bericht vom Freitag. Normalerweise sitzen an der Leitwarte im fünften Stockwerk lediglich fünf Personen. Mehrere Sicherheitsexperten halten die große Zahl von Menschen, die nach dem Zwischenfall in das Gebäude gekommen waren, für ungewöhnlich. "Da muss es zugegangen sein wie in einem Taubenschlag", sagte ein von SPIEGEL ONLINE befragter Fachmann, der namentlich nicht zitiert werden will.

Michael Sailer, Reaktorexperte beim aktomkraftkritischen Öko-Institut Darmstadt, hält die vielen Vattenfall-Mitarbeiter im Gebäude für einen Hinweis darauf, dass die Bedienmannschaft einen sehr kritischen Störfall befürchtete. Daher habe man mit Auslösung der ersten Alarmstufe wohl auch so viele Mitarbeiter in die Leitwarte gerufen, sagte Sailer der "Frankfurter Rundschau". "Man hat offenbar alle Mitarbeiter herangezogen, die zur Behebung des Störfalls hätten beitragen können." Sailer, der auch Mitglied der Reaktorsicherheitskommission des Bundes ist, sieht als weiteres Indiz dafür, dass der Reaktorfahrer den Druck im Reaktor durch Öffnen von Ventilen sehr stark absenkte. Das hätte es ermöglicht, mit mehr Sicherheitssystemen einzugreifen. "Offenbar waren sich die Reaktorverantwortlichen unsicher, wie die Situation einzuschätzen war."

Erst 25, nun 37 Personen im Gebäude

Noch am Donnerstag hatte ein Sprecher von Vattenfall SPIEGEL ONLINE gesagt, während des Brandes hätten sich lediglich 25 Menschen im sogenannten Schaltanlagen-Gebäude aufgehalten. Dem Report vom Freitag zufolge waren jedoch zwischen 15.02 Uhr (Ausbruch des Brandes) und 15.30 Uhr "im Maximum" 37 Personen dort.

Ob alle Personen tatsächlich in der Kommandozentrale selbst waren, sei "noch Gegenstand der Befragungen", hieß es am Donnerstag von Vattenfall. Alle seien aber aus gutem Grund in dem Gebäude gewesen, nämlich entweder als Mitglieder der Stammbesatzung oder weil sie zur Unterstützung oder zum Abholen von Störfall-Instruktionen herbeigerufen worden seien.

Frank-Peter Weiß vom Institut für Sicherheitsforschung am Forschungszentrum Rossendorf kritisiert Sailers Äußerungen zur Besetzung des Schaltanlagen-Gebäudes. "Ich finde es nicht besonders hilfreich, zum jetzigen Zeitpunkt über die Abläufe im Kraftwerk Krümmel zu spekulieren", sagte er SPIEGEL ONLINE. Weiß ist wie Sailer Mitglied der Reaktorsicherheitskommission des Bundes. "Die Frage, warum so viel Personal auf der Warte war, haben wir uns in der Reaktorsicherheitskommission natürlich auch gestellt. Dass nach einem solchen Zwischenfall mehr Leute dort sind, liegt auf der Hand", sagte Weiß. Wie viele Personen dies genau sein sollten, darüber wolle er nicht mutmaßen. Die Antwort auf diese Frage könne die heutige Befragung des Bedienpersonals bringen.

"Störfälle nicht sehr gravierend"

In dem für 13 Uhr angesetzten Gespräch wollte die Atomaufsicht neben dem sogenannten Reaktorfahrer auch den Schichtleiter und zwei weitere Mitarbeiter anhören. Das teilte das zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerium mit. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Kommunikationsprobleme zwischen Reaktorfahrer und Schichtleiter. Die Befragung könne bis 17 Uhr dauern, sagte Ministeriumssprecher Oliver Breuer, erst danach sollten Ergebnisse bekannt gegeben werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz beurteilt die Pannen in Krümmel und kurz danach in Brunsbüttel nach bisherigem Wissensstand als relativ ungefährlich. "Nach allen Erkenntnissen, die wir haben, sind diese Störfälle nicht sehr gravierend gewesen", sagte der Präsident der Behörde, Wolfram König, heute im Deutschlandfunk. Sein Sprecher Joachim Gross ergänzte, dass diese Einschätzung allein auf Informationen vom Betreiber beruhen. "Eine abschließende Bewertung ist frühestens nach der heutigen Befragung des Vattenfall-Personals möglich", sagte Gross mit SPIEGEL ONLINE.

König sagte, generell steige die Zahl meldepflichtiger Ereignisse bei älteren Anlagen. "Die Vorfälle zeigen, dass es richtig ist, ältere Kraftwerke vom Netz zu nehmen." Er kritisierte den Umgang des Betreibers Vattenfall Europe mit den Vorfällen in den beiden Atomkraftwerken. Dieser stehe nicht im Einklang mit den Sicherheitsanforderungen, "die die Betreiber nachweisen müssen". Die von Vattenfall angekündigte bessere Kommunikation könne das Unternehmen unter Beweis stellen, "indem es zum Beispiel dem Ministerium, der Aufsicht, genehmigt, die Schwachstellenliste für das Kraftwerk Brunsbüttel offenzulegen".

Quelle : www.spiegel.de

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Atomaufseher prangern systematische Probleme in Leitstand an
« Antwort #34 am: 16 Juli, 2007, 21:35 »
Die Atomaufsicht hat Mitarbeiter des Pannen-AKW Krümmel befragt - und offensichtlich neue Schwachstellen entdeckt. Es mangelt an moderner Kommunikationstechnik, im Krisenfall droht strukturelle Überlastung: Vattenfall ist auch nach dem Rauswurf seines deutschen Atom-Chefs unter enormem Druck.

Berlin/Hamburg/Kiel - Mit Spannung war die Befragung der vier Mitarbeiter aus dem Kernkraftwerk Krümmel erwartet worden. Was ist am Nachmittag des 28. Juni im Leitstand des AKW passiert ist - das wollte die Atomaufsicht wissen. Nach knapp vier Stunden Gespräch dann das erschütternde Fazit des schleswig-holsteinischen Staatssekretärs Hellmut Körner: In Krümmel sei künftig die Nutzung modernerer Kommunikationsprinzipien nötig, wie in der Luftfahrt. Außerdem gehöre die Verantwortung auf dem Leitstand bei komplexen Störfällen anders organisiert als bisher: Eine "strukturelle Überlastung des Schichtleiters bei mehreren parallelen Ereignissen" müsse vermieden werden, verlangt Körner.

Die Schilderungen des Reaktorfahrers und den Schichtleiters aus dem Pannenreaktor haben offenbar nicht den Eindruck widerlegen können, dass in Krümmel nach dem Brand in einer Trafohalle Durcheinander herrschte. Körner sagte, dass die Atomaufsicht nun ein "klareres Bild der Abläufe" habe - aber "auch weitere Fragen".

Details zu den Abläufen wurden zunächst nicht bekannt - aber politische Forderungen an Vattenfall. Der Energiekonzern müsse technisches und menschliches Versagen in seinen Kernkraftwerken ausschließen, sagte Schleswig-Holsteins Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD), die für Reaktoraufsicht zuständig ist. "Dafür ist das Unternehmen den Beweis noch schuldig. Die Kritik der Atomaufsicht ist nicht ausgeräumt."

Sprich: Vattenfall steht weiter unter enormem Druck, den Vorfall aufzuklären und Konsequenzen zu ziehen - daran ändert es auch nichts, dass der Konzern heute rechtzeitig zur Befragung seinen deutschen Atomsparten-Chef Bruno Thomauske gefeuert hat. Der Energieriese wollte dies als Eingeständnis verstanden wissen, dass es nach dem Zwischenfall in Krümmel zu viele Fehler in der Informationspolitik gab. Doch gleich nach Thomauskes Rauswurf machten Politiker und Umweltverbände klar, dass diese Personalentscheidung nicht reicht.

"Das ist ein erster Schritt aus der Deckung", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und attestierte dem entlassenen Atomchef Thomauske, er sei Vertreter einer "Bunkermentaliät" gewesen, ohne Interesse an Aufklärung. Nach über zwei Wochen Pannen, Kommunikationsdesastern und anhaltender Vorwürfe sei der Rauswurf "überfällig" gewesen. Es sei "höchste Zeit, dass sich Vattenfall nun endlich offensiv an der notwendigen Aufklärung der Vorfälle in Krümmel und Brunsbüttel beteiligen will".

Restlaufzeiten alter Meiler: Gabriel legt nach

Trauernicht ließ erklären, die Entlassung werde keinen Einfluss auf die Aufklärung der Vorgänge haben. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn warf dem Konzern nach wie vor "Lügen durch Desinformation" vor. Die Bundestagsfraktion der Grünen nannte Thomauskes ein "Bauernopfer", das den Lizenzentzug für Krümmel und Brunsbüttel verhindern solle. Beides hatten Politiker in den vergangenen Tagen angedroht - wobei es sich nach SPIEGEL-ONLINE-Recherchen um eine hohle Drohung handeln dürfte.

Vattenfall kündigte heute an, noch in dieser Woche eine Expertengruppe mit hochrangigen Vertretern aus Technik und Wissenschaft einzusetzen und dafür fünf Millionen Euro bereitzustellen. Die Gruppe soll eine Gesamtanalyse vornehmen und Verbesserungsvorschläge erarbeiten, die lückenlos umgesetzt werden sollen. Nach Informationen der "taz" sind bisher der Atomforscher Adolf Birkhofer und der Atomlobbyist Peter Hirt als Mitglieder benannt. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die einberufene Kommission schlicht als überflüssig.

Bundesumweltminister Gabriel interpretierte die Maßnahme gar "als Einstieg in die Diskussion darüber, dass ältere Atomkraftwerke früher vom Netz gehen und ihre Restlaufzeiten auf jüngere Anlagen übertragen werden sollten".

Dass die Krümmel-Krise längst nicht ausgestanden ist, dafür lieferte heute Vattenfall selbst den Beleg - durch die Bekanntgabe eines weiteren "meldungspflichten Ereignisses" aus dem Kraftwerk. Dort seien "weitere falsche Dübel entdeckt worden", hieß es in einer Presseerklärung.

Schon in der vergangenen Woche hatte Vattenfall eingestehen müssen, dass Bauteile eines falschen Typs verwendet worden sind. Nach der heutigen Meldung stufte das schleswig-holsteinische Sozialministerium das Ereignis von der Kategorie "N" (Normal) auf "E" (Eilt) hoch. Damit wird es als möglicher Hinweis auf einen systematischen Fehler gewertet. "E" betrifft Ereignisse, die die Sicherheitstechnik potentiell betreffen - aber nicht unmittelbar. Ihre Ursachen müssen in angemessener Frist behoben werden. Akute Mängel in der Sicherheitstechnik fallen hingegen unter die Kategorie "S" (Sofortmeldung). Eventuell müssten alle 630 Dübel dieses Typs in der Anlage untersucht werden, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Krümmel ist seit der Pannenkette Ende Juni vom Netz - in der vergangenen Woche waren dann erste falsche Dübel entdeckt worden. Sie sind wichtig, weil sie Arbeitsbühnen in einem Raum mit Notstromaggregaten halten und auch beispielsweise im Falle eines Erdbebens zuverlässig halten müssen. Im hessischen Atomkraftwerk Biblis stehen wegen Tausender falsch montierter Dübel beide Blöcke schon seit Monaten still.

Die Bundesregierung hat heute die internationale Atomenergieorganisation (IAEO) eingeladen, Mitte 2008 die Atomaufsicht von Bund und Ländern zu überprüfen. Dazu soll ein zwölfköpfiges Expertenteam aus dem Ausland etwa zwei Wochen lang im Bundesumweltministerium und im Umweltministerium Baden-Württemberg kontrollieren, wie die Behörden ihre Aufgaben zur Aufsicht über die Sicherheit der Atomkraftwerke wahrnehmen. Dazu haben Bundesumweltminister Gabriel und seine Amtskollegin aus Baden-Württemberg, Tanja Gönner (CDU), die IAEO-Sachverständigen eingeladen. "Unser gemeinsamer Anspruch ist - unbeschadet unterschiedlicher Positionen zur Kernenergie -, dass der Schutz von Mensch und Umwelt vor nuklearen Gefahren und Risiken jederzeit auf möglichst hohem Niveau gewährleistet wird", schreiben sie, "auch im internationalen Vergleich".

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Atomlobby kritisiert Vattenfalls Informationspolitik als verheerend
« Antwort #35 am: 17 Juli, 2007, 08:39 »
Die Atomindustrie ist nach der Pannenserie im Kernkraftwerk Krümmel um ihr Image besorgt. Der Präsident des Deutschen Atomforums wirft Betreiber Vattenfall vor, mit seiner Informationspolitik erheblichen Schaden verursacht zu haben. Die Deutsche Umwelthilfe will eine geheime Mängelliste zum AKW Brunsbüttel veröffentlichen.

Frankfurt/Main - "Das Thema Zukunft der Kernenergie hat dadurch politisch einen massiven Dämpfer bekommen", sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Der Eindruck, der durch die Informationspolitik von Vattenfall in der Öffentlichkeit hervorgerufen wurde, ist verheerend." Jetzt dürfe sich niemand darüber beklagen, dass Kernenergiegegner dies politisch ausnutzten, sagte Hohlefelder, der auch Vorstand von Eon Energie in München ist.

Der Lobbyist wies jedoch die Forderung von Umweltminister Sigmar Gabriel zurück, ältere Meiler vorzeitig abzuschalten. Das Deutsche Atomforum hatte vor kurzem eine Imagekampagne gestartet, in der Atomkraftwerke als "Klimaschützer" angepriesen werden und zum Besuch der Anlagen eingeladen wird.

Grünen-Chefin Claudia Roth kritisierte im TV-Sender RTL die Haltung der Berliner Regierung zur Atomkraft. "Ich würde wirklich erwarten, dass diese Bundesregierung nicht rumlaviert, nicht rumeiert, dass endlich mal klar gestellt wird: Deutschland bleibt am Ausstiegskonzept fest dran. Es wird nicht sozusagen 2009 neu verhandelt, sondern der Atomausstieg ist richtig und wir gehen mit Volldampf in die Förderung erneuerbarer Energien."

Der Deutschen Umwelthilfe (DUH) liegen nach eigenen Angaben Inhalte einer geheimen Mängelliste zum Atomkraftwerk Brunsbüttel vor. Sie sollen am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentiert werden, teilte die DUH in Berlin mit. Seit Monaten verlangen die Atomgegner von Betreiber Vattenfall den Zugang zu einer Liste mit offenen Punkten zum AKW, die sich aus der so genannten Periodischen Sicherheitsüberprüfung ergeben hatten. Vattenfall wehrte sich bisher erfolgreich.

Am Montag hatte der Energiekonzern nach den Informations-Pannen in Krümmel und Brunsbüttel personelle Konsequenzen gezogen. Das Unternehmen trennte sich vom Chef seiner Atomsparte, Bruno Thomauske. Zudem erklärte Konzernsprecher Johannes Altmeppen seinen Rücktritt.

Unterdessen wächst der Handlungsbedarf im Atommeiler Krümmel: Das Problem mit nicht vorschriftsmäßigen Dübeln in einem Anlagebereich ist offensichtlich größer als zunächst vom Betreiber Vattenfall gemeldet. Eventuell müssten alle 630 Dübel des Typs in der Anlage untersucht werden, sagte ein Sprecher des für die Atomaufsicht zuständigen Sozialministerium in Kiel. Krümmel ist seit einer Pannenkette Ende Juni vom Netz.

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Vattenfalls dunkles Geheimnis
« Antwort #36 am: 17 Juli, 2007, 14:21 »
Es geht um Versäumnisse in der Leittechnik, bei der Bruchsicherheit und dem Schutz vor terroristischen Angriffen. Seit Monaten ziehen Vattenfall-Anwälte alle Register, um die Veröffentlichung einer Mängelliste des AKW Brunsbüttel zu verhindern. Nun wollen Umweltschützer Details publik machen.

Die Liste ist schon etwas älter, doch beim Stromkonzern Vattenfall gilt sie trotzdem als wertvolles Betriebsgeheimnis, das auf keinen Fall öffentlich werden darf. Die ursprüngliche Mängelliste des Kernkraftwerks Brunsbüttel, die den Strommanagern so am Herzen liegt, stammt aus dem Juni 2001. Damals fand eine sogenannte periodische Sicherheitsüberprüfung des Kraftwerks statt, die für jedes deutsche Atomkraftwerk alle zehn Jahre vorgeschrieben ist.

Nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) enthält der brisante Prüfungsbericht, der seit 2001 laufend überarbeitet wurde, Hunderte Nachrüstforderungen für den betagten Meiler. Die Umweltschutzorganisation versucht seit August 2006 an die Liste heranzukommen - doch die Kieler Aufsichtsbehörde, das Sozialministerium, und Gerichte haben die Herausgabe der Liste bislang abgelehnt.

Am Mittwoch nun will die DUH Teile des Prüfungsberichts veröffentlichen. Der DUH seien "erstmals konkrete Inhalte der Mängelliste bekannt geworden", heißt es in einer Pressemitteilung. Obwohl der über 30 Jahre alte Reaktor nach der schweren Wasserstoffexplosion Ende 2001 wieder regelmäßig Strom erzeugt, sei die Sicherheit der Anlage keinesfalls nachgewiesen.

Die der DUH vorliegende Mängelübersicht stamme aus dem Juni 2006, sagte Sprecher Gerd Rosenkranz SPIEGEL ONLINE. "Wir haben nicht die Liste selbst, sondern eine wissenschaftliche Bewertung der Liste", betonte er. Das vorliegende Dokument umfasse knapp tausend Seiten, die eigentliche Liste soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ursprünglich 50.000 Seiten stark gewesen sein.

Neben Hunderten untergeordneter Punkte enthalte das der DUH zugespielte Dokumente auch Informationen zu "über 160 Nachweisdefiziten", teilte die DUH mit. Diese beträfen sämtliche Kernbereiche der Reaktorsicherheit - von der Sicherheitsleittechnik über die Bruchsicherheit zentraler Komponenten bis hin zur Verwundbarkeit bei terroristischen Angriffen.

Wo ist das Leck?

Bislang ist unklar, auf welchen Kanälen die Mängelliste zur Umwelthilfe gelangt ist. Sitzt die Quelle etwa in der Aufsichtsbehörde, dem Kieler Sozialministerium? "Das kann ich mir nicht vorstellen", sagte Ministeriumssprecher Oliver Breuer auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Weil bei der Begutachtung der periodischen Sicherheitsberichte von Kernkraftwerken auch externe Prüfer zum Einsatz kommen, könnte das Leck auch außerhalb des Ministeriums sein - oder gar bei Vattenfall selbst.

Bei den Argumenten, mit denen Vattenfall die Geheimhaltung der Mängelliste vor Gericht bisher begründete, zeigte sich der Konzern kreativ. Bei dem Dokument handle es ich um ein schützenswertes Betriebsgeheimnis: Wenn Mängel bekannt würden, könne das den Marktwert des Altreaktors mindern, lautete bislang die Argumentation. Dass etwaige Mängel auch Anwohner interessieren könnten, ist für den Stromkonzern offenbar nebensächlich. Eine Veröffentlichung der Daten würde einem "enteignungsgleichen Eingriff" entsprechen.

Ursprünglich wollte das Kieler Sozialministerium die Liste Ende 2006 sogar an die DUH herausrücken. Die Umwelthilfe hatte Akteneinsicht gefordert und sich dabei auch auf das schleswig-holsteinische Informationsfreiheitsgesetz berufen.

Doch dann knickte die Behörde ein - unter Verweis auf eine laufende Klage vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig gegen die Veröffentlichung. Das Ministerium sah in der Herausgabe des Dokuments mögliche "Nachteile" für das Kernkraftwerk Brunsbüttel und eine Verletzungen des "grundrechtlich geschützten Rechts auf informationelle Selbstbestimmung".

Firmeninteressen wichtiger als Aufklärung

Die DUH warf dem von Gitta Trauernicht geführten Ministerium daraufhin "Komplizenschaft mit Vattenfall" vor. Die EU-Informationsrichtlinie werde von der Ministerin "faktisch ausgehebelt", sagte DUH-Geschäftsführer Rainer Baake.

Die Umweltschutzorganisation versuchte daraufhin, die Herausgabe vor dem Verwaltungsgericht und dem Oberverwaltungsgericht Schleswig (OVG) zu erzwingen - beide Male vergeblich. Das OVG entschied im April, dass die Geheimhaltungsinteressen Vattenfalls höher zu bewerten seien als das Informationsrecht der Umweltschützer.

Vattenfall hatte im Verfahren erklärt, die Mängelliste könne den Kaufpreis des Kraftwerks Bunsbüttel "im Falle einer Veräußerung direkt beeinflussen". Eine nach Auffassung der DUH-Rechtsexpertin Cornelia Ziehm absurde Argumentation. Es offenbare sich "eine Haltung, die beim Verkauf eines Gebrauchtwagens mit defekten Bremsen jedermann als schlicht kriminell einstufen würde", sagte sie.

Bei der Deutschen Umwelthilfe vermutet man, dass Vattenfall die Mängelliste vor allem deshalb nicht veröffentlichen will, um nicht unter Druck zu geraten, die Mängel zu beseitigen, was womöglich viel Geld kosten würde. Die vom früheren Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) als "Museumsmeiler" verspottete Anlage soll eigentlich Mitte 2009 vom Netz gehen - so sieht es der Atomkonsens vor.

Vattenfall möchte Brunsbüttel jedoch gern noch ein bisschen länger betreiben - und hat im März beantragt, Reststrommengen des still gelegten Atomkraftwerks Mühlheim-Kärlich auf Brunsbüttel zu übertragen. Hintergrund ist auch ein möglicher Regierungswechsel im Jahr 2009. Dann könnte, so hofft die Atomlobby, der von Rot-Grün beschlossen Ausstieg aus der Kernenergie wieder rückgängig gemacht werden. Zumindest aus der geplanten Stromübertragung wird jedoch vorerst nichts: Minister Sigmar Gabriel lehnte den Vattenfall-Antrag ab.

Nach den Zwischenfällen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel droht Sigmar Gabriel den Betreibern sogar mit strengeren Kontrollen. "Die Atomaufsicht muss offenbar verschärft werden", sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei einem Besuch auf der Zugspitze. Nötig seien wohl häufigere Kontrollen in den Atomkraftwerken. Der Bundesminister stellte jedoch klar, dass dies auf Landesebene geschehen solle, die für die Atomaufsicht in erster Linie zuständig ist.

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Vattenfall gibt AKW-Mängelliste frei
« Antwort #37 am: 17 Juli, 2007, 17:53 »
Die Schwachstellen-Liste des AKW Brunsbüttel war bisher ein Betriebsgeheimnis. Jetzt zieht Vattenfall plötzlich seine Klage gegen die Veröffentlichung zurück - und verordnet seinen Mitarbeitern elementare Kommunikations-Grundregeln: Bei kritischen Anweisungen sollen sie sich künftig rückversichern.

Der Druck auf Vattenfall wächst - und der Stromgigant gibt nach. Gestern mussten der deutsche Atomsparten-Chef Bruno Thomauske und Pressesprecher Johannes Altmeppen zurücktreten. Heute hat Vattenfall nach einem langen Rechtsstreit der Veröffentlichung der Mängelliste des Kernkraftwerks Brunsbüttel zugestimmt.

"Mit dieser Transparenz und Offenheit wollen wir weiter um verloren gegangenes Vertrauen werben", sagte Reinhardt Hassa, Vorstandsmitglied von Vattenfall Europe. Der Konzern will konkret eine Klage gegen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zurückziehen, die seit einem Jahr die aktuelle Offene-Punkte-Liste des Kraftwerks Brunsbüttel veröffentlichen will und außerdem die vorläufige Bewertung aus der sogenannten Periodischen Sicherheitsüberprüfung. Durch Vattenfalls Rückzieher kann das schleswig-holsteinische Sozialministerium, zuständig für die Atomaufsicht, die Liste jetzt an die DUH herausgeben.

Ganz freiwillig ist die "Transparenz und Offenheit" des Konzerns allerdings nicht - denn offenbar reagiert der Stromkonzern auf eine Ankündigung der DUH, so oder so am morgigen Mittwoch Teile des Prüfungsberichts zu veröffentlichen.

Der DUH seien "erstmals konkrete Inhalte der Mängelliste bekannt geworden", teilten die Atomkraftgegner mit. Die Sicherheit der Anlage sei keinesfalls nachgewiesen - obwohl der mehr als 30 Jahre alte, immer wieder auffällige Reaktor Brunsbüttel (siehe Grafik) nach der schweren Wasserstoffexplosion Ende 2001 wieder regelmäßig Strom erzeugt. "Wir haben nicht die Liste selbst, sondern eine wissenschaftliche Bewertung der Liste", sagte DUH-Sprecher Gerd Rosenkranz SPIEGEL ONLINE. Das vorliegende Dokument umfasse knapp tausend Seiten. Die eigentliche Liste war laut "Süddeutscher Zeitung" ursprünglich 50.000 Seiten stark.

Vattenfall hatte vor Verwaltungsgerichten in Schleswig gegen die Herausgabe des Dokuments geklagt und zweimal Recht bekommen. Der Konzern erklärte das Dossier zum schützenswerten Betriebsgeheimnis: Wenn Mängel bekannt würden, könne das den Marktwert des Altreaktors mindern. DUH-Rechtsexpertin Cornelia Ziehm sagte dazu, Vattenfall offenbare "eine Haltung, die beim Verkauf eines Gebrauchtwagens mit defekten Bremsen jedermann als schlicht kriminell einstufen würde".

Mitarbeiter sollen Anweisungen zur Sicherheit wiederholen

Vattenfall versprach heute auch, Konsequenzen aus den Kommunikationsproblemen in der Leitwarte von Krümmel zu ziehen. In dem AKW war am 28. Juni ein Trafo in Brand geraten. Der Reaktorfahrer verstand dann nach dem Ausfall einer Wasserpumpe eine Anweisung des Schichtleiters falsch und ließ zur Senkung des Drucks minutenlang Ventile offen - statt sie abwechselnd zu öffnen und zu schließen. So fiel der Druck schneller als vom Schichtleiter beabsichtigt. "Das war für den weiteren Ablauf undramatisch, aber das ist natürlich nicht gewollt, dass die sich nicht richtig verstehen", sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek jetzt. Künftig müssten Mitarbeiter wichtige Anweisungen laut wiederholen. Bisher sei das nur eine Empfehlung, keine Pflicht.

Außerdem wolle man der Reaktoraufsicht einen Katalog vorschlagen, der im Störfall die Kommunikation regelt, sagte Banek. Dies sei ein Ergebnis der Befragung von Krümmel-Mitarbeitern durch die Atomaufsicht am Montag.

Der schleswig-holsteinische Staatssekretär Hellmut Körner (SPD) hatte nach der Befragung "die Nutzung modernerer Kommunikationsprinzipien" in Krümmel gefordert, "wie sie etwa in der Luftfahrt gelten". Demnach sollen Mitarbeiter Anweisungen der Vorgesetzten stets wörtlich wiederholen und vom Vorgesetzten erneut bestätigen lassen - um Missverständnisse wie bei der irrtümlichen Schnellabschaltung des Meilers vor zwei Wochen künftig zu vermeiden.

Bei den AKW-Betreibern sei auf die Sicherheitskultur bisher offensichtlich "nicht allzu viel Wert gelegt" worden, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). "Wenn wir nicht Nachweise bekommen, dass sich dies in Zukunft ändert, werden wir schlicht und ergreifend die Meiler nicht mehr ans Netz gehen lassen." Mögliche Abstimmungsprobleme und Mängel bei der Kommunikationskultur müssten nicht nur beim Krümmel-Betreiber Vattenfall, sondern auch bei allen anderen überprüft werden.

Quelle : www.spiegel.de

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Ärger in der Atombranche: E.on- Chef knöpft sich Vattenfall vor
« Antwort #38 am: 18 Juli, 2007, 12:47 »
Kollegen-Schelte für Vattenfall: Nach den Atom-Pannen in Krümmel und Brunsbüttel geht die Atombranche auf Distanz, E.on-Chef Bernotat findet die Vorfälle "sehr ärgerlich". Der Rüffel kommt nicht ohne Grund - denn E.on will neue Kernkraftwerke bauen, wenn möglich auch in Deutschland.

Düsseldorf/Berlin - Der Mann weiß, wovon er spricht: Wulf Bernotat ist Vorstandschef des größten deutschen Energiekonzerns E.on, mit dem Betreiben von Kernkraftwerken kennt er sich aus. Umso schwerer wiegen die Vorwürfe, die er in Richtung Vattenfall erhebt. Die Vorfälle in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel seien "sehr ärgerlich, weil sie ein generell falsches Licht auf die Kernkraft werfen", sagte Bernotat dem "stern". Der mächtigste Strommanager Deutschlands verlangte eine lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse. Dazu sei man mit Vattenfall in "sehr intensiven und auch sehr ernsten Gesprächen".

Vor allem die Kommunikationspolitik von Vattenfall war in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten. So hat das Unternehmen trotz der Pannen in Krümmel und Brunsbüttel der Öffentlichkeit wichtige Informationen vorenthalten, entscheidende Details wurden erst peu à peu bekannt. E.on rate "dringend zu schneller, klarer und offener Kommunikation", sagte Bernotat. Nach allem, was er bisher wisse, habe aber zu keiner Zeit ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko bestanden, betonte er. E.on ist Miteigentümer der beiden Atommeiler, die aber ausschließlich von Vattenfall betrieben werden.

Generell hält Bernotat die Kernkraft trotz der Pannen für eine Energie mit Zukunft. Erneut warb er für eine Verlängerung der Atom-Laufzeiten. "Kernkraft ist CO2-frei." Mit ihr könne man die Zeit überbrücken, bis die regenerativen Energien wirtschaftlich seien und es nur noch klimafreundliche Kohlekraftwerke gebe.

Die Atomkraftwerksbetreiber in Deutschland drängen auf eine Abkehr von dem im Jahr 2000 mit der Bundesregierung vereinbarten Ausstieg aus der Atomenergie. Sie verweisen darauf, dass ohne die 17 Atomkraftwerke die Energieabhängigkeit vom Ausland stark wachsen würde und zudem die von der Bundesregierung geplanten Klimaschutzziele nicht zu erfüllen seien.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will hingegen nach der Sommerpause mit allen Betreibern über sein Ziel reden, Restlaufzeiten von alten auf neue Meiler zu übertragen. Die ältesten, besonders pannenanfälligen Kraftwerke könnten dann möglichst bald abgeschaltet werden. In der Stromwirtschaft stößt dies jedoch auf Widerstand. Bernotat warf der Bundesregierung vor, den "Einstieg in eine ökologische Planwirtschaft" zu verfolgen.

Nach eigenen Angaben prüft E.on derzeit den Neubau von Atomkraftwerken in England und Finnland. Sogar den Bau neuer Atomkraftwerke in Deutschland schloss Bernotat nicht aus. "Wenn die Akzeptanz weiter steigen würde, könnte man sicher darüber nachdenken, auch neue Kraftwerke zu bauen." Derzeit sehe er dies aber noch nicht.

Kritik an Vattenfall kommt derweil auch von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Das Unternehmen habe "offensichtlich Fehler gemacht" und sich bei der Aufklärung der Vorfälle "nicht sehr geschickt verhalten", sagte Glos im ZDF-"Morgenmagazin". Aus dem Aufklärungsbericht müssten daher Konsequenzen gezogen werden.

Zugleich sprach sich Glos gegen eine Verkürzung der Laufzeiten der deutschen Atommeiler aus - und widersprach damit seinem Kabinettskollegen Gabriel. Kernkraft sei eine Technik, mit der sich Kohlendioxid-Emissionen vermeiden ließen. Deshalb müsse sie so lange genutzt, werden, "wie es sicher ist".

Quelle : www.spiegel.de

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Mängelliste des Atomkraftwerks Brunsbüttel steht im Netz
« Antwort #39 am: 18 Juli, 2007, 17:05 »
 Die in Schleswig-Holstein für die Atomaufsicht zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht hat eigenen Angaben zufolge die Veröffentlichung einer bislang geheim gehaltenen Mängelliste des Energieversorgers Vattenfall zum Atomkraftwerk Brunsbüttel "erreicht". In der Mängelliste (PDF-Datei), die seit dem heutigen Mittwoch auch über das Internet abrufbar ist, werden insgesamt 707 Punkte aufgeführt, die seit einer periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ) im AKW Brunsbüttel im Jahr 2001 offenbar nicht oder nur teilweise abgearbeitet wurden. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe sind praktisch alle Kernbereiche der Rektorsicherheit im AKW Brunsbüttel betroffen. Besonders kritisch seien nicht erbrachte Bruchsicherheitsnachweise im Rohrsystem, Werkstoffprobleme, Mängel in der Elektro- und Leittechnik, sowie die Verwundbarkeit gegen Terroranschläge.

Vattenfall hatte sich jahrelang juristisch gegen eine Veröffentlichung dieser Liste gewehrt, musste sich nach den jüngsten Vorfällen in den AKWs Krümmel und Brunsbüttel aber dem öffentlichen Druck beugen. Zum Stichtag 30. Juni 2006 werden in der Mängelliste mehr als 180 offene Punkte der Kategorie 2 aufgeführt – bei ihnen gab es also auch fünf Jahre nach der PSÜ noch ein "Nachweisdefizit, das kurzfristig zu beseitigen ist". Nach Angaben von Sozialministerin Trauernicht hat Vattenfall seit dem vergangenen Jahr aber zumindest "für über 100 dieser Punkte" abgeschlossene, positive Gutachter-Prüfergebnisse vorgelegt. Die übrigen Punkte befänden sich im laufenden Begutachtungsverfahren, teilte das schleswig-holsteinische Sozialministerium mit. Die Gutachten sollten bis Ende September abgeschlossen sein. Damit werde das gesamte Verfahren bis Ende des Jahres beendet sein.

In Brunsbüttel kam es Ende Juni aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Kurzschluss in einer Schaltanlage, was zu einer Schnellabschaltung des AKWs führte. Beim Wiederanfahren des Kernkraftwerks wenige Tage später traten Störungen im Reaktorwasserreinigungssystem auf, für die laut Vattenfall Fehlbedienungen des Personals verantwortlich waren. Trotz Meldepflicht informierte der Betreiber die zuständigen Behörden aber erst Tage später über die Vorfälle. Auch im zweiten von Vattenfall in Deutschland betriebenen Kernkraftwerk kam es Ende Juni zu einer Schnellabschaltung. Nach dem Brand eines Transformators im Atomkraftwerk Krümmel war der Kernreaktor automatisch heruntergefahren worden. Bei Untersuchungen stellte sich zudem heraus, dass im Anlagebereich nicht vorschriftsmäßige Dübel verwendet wurden.

Als Folge der Pannenserie rollen bei Vattenfall inzwischen die Köpfe: Nachdem sich das schwedische Unternehmen am Montag bereits von Atom-Sparten-Leiter Bruno Thomauske und Konzernsprecher Johannes Altmeppen getrennt hatte, stellte Vattenfall-Europe-Chef Klaus Rauscher am heutigen Mittwoch sein Amt zur Verfügung. Rauscher erklärte, es sei nicht zu verkennen, dass die Vorgänge der vergangenen Wochen dem Ansehen von Vattenfall Europe geschadet hätten. Es seien Fehler gemacht worden, für die er als Vorsitzender des Vorstandes die Verantwortung zu tragen habe, gestand er ein. Das Unternehmen müsse nun vor allem mit Blick auf seine Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter verloren gegangenes Vertrauen rasch zurückgewinnen. Um einem solchen Neuanfang nicht im Wege zu stehen, biete er an, sein Amt zur Verfügung zu stellen.

Quelle : www.heise.de

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Brunsbüttel- Dossier: Atomaufsicht entdeckte mehr als 700 Mängel
« Antwort #40 am: 19 Juli, 2007, 10:02 »
Die bisher geheime Inspektions-Liste des Atomkraftwerks Brunsbüttel ist veröffentlicht - sie enthält noch mehr Mängel als vermutet. Und viele sind noch nicht abgestellt.

Die Vorwürfe hängen weniger an konkreten Zahlen als an der Größenordnung. Von 650 offenen Punkten in der Sicherheitsanalyse des AKW Brunsbüttel an der Unterelbe sprechen die Kernkraftkritiker von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Nach Zählweise der schleswig-holsteinischen Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) waren es 707 offene Punkte, die Ende Juni 2006 noch auf der Mängelliste des alternden Atommeilers standen. Heute stellte das Ministerium, zuständig für die Atomaufsicht, die Liste ins Internet - eine PDF-Datei von 141 Seiten Umfang. Ein Ministeriumssprecher sagte SPIEGEL ONLINE, bis zum jetzigen Zeitpunkt seien nicht alle aufgelisteten Mängel abgearbeitet.

Die Liste dokumentiert, wie sehr sich Atomaufsicht, externe Gutachter und der Betreiber über Sicherheitsdetails des drei Jahrzehnte alten Meilers uneins waren - auch wenn sie für den Laien schwer zu lesen ist: In endloser Tabellenform wird jede Beanstandung der Periodischen Sicherheitsanalyse (PSÜ) aus dem Jahr 2001 aufgelistet, im Behördendeutsch "Unterlagendefizite" genannt. Jedes Defizit hat eine laufende Nummer und ist in eine von vier Kategorien eingeordnet. In fetter Schrift wird der Schriftwechsel mit dem Betreiber dokumentiert. Und immer wieder taucht der Vermerk "Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen" auf.

185 Defizite der Liste zählten zur Kategorie 2 ("Nachweisdefizit: Kurzfristig zu beseitigen"), teilte das Ministerium mit. Zu jedem einzelnen Punkt hätte der Betreiber Unterlagen eingereicht, um zu zeigen, dass der Mangel behoben sei, sagte Christian Kohl vom Kieler Sozialministerium zu SPIEGEL ONLINE. Oft genügte dies der Aufsicht aber nicht. Immerhin hätten die Gutachter mittlerweile mehr als 100 Punkte der insgesamt 185 abschließen können. Alle übrigen sollten bis zum 30. September geregelt werden, die Defizite der niedrigeren Kategorien 3 und 4 bis Ende des Jahres.

Am Morgen hatte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch 165 "besonders prekäre" Mängel angeprangert. "Ich weiß nicht, welche Quelle die hatten" - so kommentiert Kohl den Zahlenunterschied. Tatsächlich verfügten die Kernkraftkritiker nicht über die Liste selbst, sondern über eine Expertenanalyse derselben, die ihnen aus nicht näher genannter Quelle zugespielt worden war. In der vom Ministerium veröffentlichten Liste finden sich allerdings Ungenauigkeiten zwischen Kategorien und Farbcode, die mögliche Differenzen erklären könnten. Die genaue Durchsicht zeigt aber: Ob 165 oder 185, die Größenordnung stimmt, auch die Gesamtzahl der Mängel liegt knapp über 700.

Verwundbarkeit bei terroristischen Angriffen

Hauptkritikpunkt der Umweltschützer war nicht eine konkrete Zahl, sondern die lange Zeit, die zwischen der PSÜ und der - immer noch nicht vollständigen - Behebung der Mängel verstreichen konnte. Sie beträfen "praktisch alle Kernbereiche der Reaktorsicherheit", sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Besonders kritisch seien nicht erbrachte Bruchsicherheitsnachweise im Rohrsystem, Werkstoffprobleme, Mängel in der Elektro- und Leittechnik sowie die Verwundbarkeit gegenüber terroristischen Angriffen.

"Im kompletten Verfahren der PSÜ gab es zu keinem Zeitpunkt einen offenen Punkt der Kategorie 1", erklärte Vattenfall heute in einer Reaktion auf die Veröffentlichung. Kurz darauf bot dann der Deutschland-Chef des Konzerns, Klaus Rauscher, seinen Rücktritt an .

Für die Veröffentlichung der Liste hatte die DUH seit fast einem Jahr gekämpft. Vattenfall klagte jedoch erfolgreich gegen eine Herausgabe der Liste durch das Kieler Sozialministerium. Die Begründung des Stromkonzerns: Bei dem Dokument handle es ich um ein schützenswertes Betriebsgeheimnis. Wenn Mängel bekannt würden, könne das den Marktwert des Altreaktors mindern.

Mehr Sicherheit nur bei Laufzeitverlängerung?

Gestern zog Vattenfall dann seine Klage gegen die Veröffentlichung der Liste zurück. Einige Stunden vorher hatte die Deutsche Umwelthilfe angekündigt, am heutigen Vormittag Details einer wissenschaftlichen Bewertung der Mängelliste publik zu machen, die den Umweltschützern zugespielt worden waren.

Bei der DUH glaubt man, dass Vattenfall die Veröffentlichung der Sicherheitsdefizite über Jahre hinausgezögern wollte, um teure Nachrüstinvestitionen vor der bevorstehenden Stilllegung des Meilers zu ersparen. Laut Atomkonsens soll Brunsbüttel 2009 vom Netz gehen. Die DUH verwies auch auf ihnen vorliegende Aussagen von leitenden Mitarbeitern des Kraftwerks: Demnach soll es durchaus die Bereitschaft beim Betreiber geben, die Sicherheitsleittechnik des Reaktors umfangreich nachzurüsten - allerdings nur dann, wenn der Staat einer Laufzeitverlängerung von mindestens etlichen Jahren zustimmt.

Vattenfall hatte im März beantragt, Reststrommengen des stillgelegten Atomkraftwerks Mühlheim-Kärlich auf Brunsbüttel zu übertragen. Hintergrund ist auch ein möglicher Regierungswechsel im Jahr 2009. Dann könnte, so hofft die Atomlobby, den von Rot-Grün beschlossen Ausstieg aus der Kernenergie wieder rückgängig gemacht werden. Zumindest aus der geplanten Stromübertragung wird jedoch vorerst nichts: Minister Sigmar Gabriel lehnte den Vattenfall-Antrag ab.

Quelle : www.spiegel.de

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Millionen- Trostpflaster für gestürzten Vattenfall- Chef
« Antwort #41 am: 20 Juli, 2007, 09:17 »
Sein Krisenmanagement wurde so heftig kritisiert, dass er zurücktreten musste - doch zum Abschied darf er sich über eine üppige Zahlung freuen: Klaus Rauscher, bisheriger Deutschland-Chef von Vattenfall, kassiert einer Zeitung zufolge nach seinem Rücktritt noch 3,5 Millionen Euro.

Berlin - Am Schluss fielen alle über ihn her: Umweltschützer, Politiker, sogar die Bundeskanzlerin selbst kritisierte, dass Vattenfall völlig unzureichend auf die Serie von Pannen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel reagiert hatte. Vorgestern war Rauscher dann nicht mehr zu halten - eilig bot er seinen Rücktritt an, auf einer Pressekonferenz des Konzerns trat er selber gar nicht mehr auf.

Nach seinem Ausscheiden erhält Rauscher nach Informationen der "Berliner Zeitung" insgesamt noch rund 3,5 Millionen Euro.

Die Summe ergebe sich, weil Rauschers Vertrag als Vorstandschef vor anderthalb Jahren um fünf weitere Jahre verlängert worden sei. Sein Jahressalär beläuft sich dem Bericht zufolge auf rund eine Million Euro.

Die verbleibenden dreieinhalb Jahre nach seinem Ausscheiden werden dem Manager, gemäß den heutigen Gepflogenheiten in den Chefetagen der Wirtschaft, von Vattenfall ausgezahlt, wie die Zeitung aus informierten Kreisen erfuhr.

Der Sprecher des Vattenfall-Konzerns, Martin May, habe jede Stellungnahme zu dem Vorgang abglehnt.

Quelle : www.spiegel.de

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AKW Brunsbüttel vollständig abgeschaltet
« Antwort #42 am: 21 Juli, 2007, 17:15 »
Das Pannen-AKW Brunsbüttel ist vollständig abgeschaltet worden. Eine erneute Panne ist der Grund: Bei Überprüfungen im Sicherheitssystem sind fehlerhafte Verankerungen festgestellt worden.

Kiel - Die betroffenen Verankerungen seien Teil der Rohrleitungshalterungen des Not- und Nachkühlsystems, teilte das schleswig-holsteinische Sozialministerium mit. Wegen dieses und anderer entdeckter Mängel stehe nun ein ausgeweitetes Prüfprogramm an. Dazu sei eine Begehung des Sicherheitsbehälters in der nächsten Woche notwendig. Um diese zu ermöglichen, müsse der Betreiber Vattenfall den Reaktor abschalten.

In der kommenden Woche wollen Sachverständige der Oberen Baubehörde und der Atomaufsicht den Sicherheitsbehälters begehen. Das AKW ist schon seit dem 18. Juli wegen eines Ölwechsels am Transformator vom Netz getrennt. Am 28. Juni war es in dem von Vattenfall betriebenen AKW zu einem Kurzschluss am Umspannwerk gekommen, wo der Strom aus dem Kraftwerk in das Netz übergeben wird. Daraufhin wurde die Schnellabschaltung eingeleitet. Der Meiler war seitdem im Stand-by-Betrieb, produzierte also nur noch Strom für den Eigenbedarf. Wie lange der Meiler nun vollständig abgeschaltet bleibe, steht nach den Kieler Angaben noch nicht fest.

Derweil gab es eine Mitarbeiterschelte vom Chef des Vattenfall-Konzerns: Im SPIEGEL-Interview wirft Lars Göran Josefsson der Belegschaft eine "Bunkermentalität" vor. "Unsere Mitarbeiter haben keine Angst vor der Kernkraft, aber manchmal vor der Außenwelt. Viele denken: Da draußen sind unsere Feinde, und wenn wir etwas sagen, werden die das doch nur missbrauchen." Die Laufzeit der Pannen-Meiler Brunsbüttel und Krümmel will er aber unbedingt verlängern.

In der "Wirtschaftswoche" kündigte Josefsson zudem an, er wolle Regierungschefin Angela Merkel (CDU) persönlich über die Vorgänge in Krümmel und Brunsbüttel unterrichten. Das solle aber erst später geschehen, "wenn ich selber einen vollständigen Überblick über alles bekommen habe", sagte der Vattenfall-Konzernchef. Auch mit Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will er telefonieren. Gegen eine Umkehr der Beweislast in der Atomsicherheit, wie Gabriel sie fordert, habe er nichts, sagte Josefsson. Man habe kein Sicherheitsproblem, sondern Kommunikationsprobleme.

Quelle : www.spiegel.de
« Letzte Änderung: 21 Juli, 2007, 17:23 von SiLæncer »

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Eine gefährliche Detonation im AKW Brunsbüttel Ende 2001 hat eine brisante, bisher unbekannte Vorgeschichte. SPIEGEL ONLINE vorliegende Dokumente belegen, dass es schon früher Explosionen gab - Atomaufsicht und Vattenfall bestreiten einen Zusammenhang.

In den drei deutschen Siedewassereaktoren Brunsbüttel, Krümmel und Gundremmingen hat es zwischen 1987 und 1999 Explosionen gegeben, deren Hintergründe der Öffentlichkeit bis heute nicht bekannt sind. Bisher geheim gehaltene Dokumente der deutschen Atomwirtschaft zeigen, dass Experten schon früh vor den Risiken von Wasserstoffdetonationen gewarnt haben - ohne dass die Kraftwerksbetreiber adäquat darauf reagierten hätten, sagt Henrik Paulitz, Atomkraft-Experte des Vereins Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), zu SPIEGEL ONLINE. "Weder die Betreiber noch die Aufsichtsbehörden haben die Warnungen hinreichend Ernst genommen." In allen drei betroffenen Kraftwerken hatte sich in Leitungen oder Ventilen hochexplosiver Wasserstoff gesammelt, der aus Wasser entsteht, wenn es starker radioaktiver Strahlung ausgesetzt ist - ein Prozess namens Radiolyse.

Kommt es zur Detonation, kann dies im Extremfall die Sicherheit des Kraftwerks gefährden - wie am 14. Dezember 2001, als in Brunsbüttel eine Rohrleitung in unmittelbarer Nähe des Reaktors auf einer Länge von rund drei Metern zerbarst. Die zuständige Atomaufsicht sprach damals von einem "gravierenden Störfall". Wäre die Explosion nur drei bis vier Meter weiter in Richtung des Reaktordruckbehälters aufgetreten, urteilten die Prüfer, hätte dies zu einem Kühlmittelverlust führen können, Notkühleinrichtungen wären erforderlich gewesen.

Vorwarnung für den gravierenden Störfall von 2001?

Doch die Detonation, die vom damaligen Betreiber HEW (heute Vattenfall) zunächst als harmlose Leckage dargestellt wurde, kam nach Meinung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW mit Vorwarnung. Sie hat SPIEGEL ONLINE Dokumente übergeben, die eindeutig belegen, dass die Gefahr solcher Explosionen in der Branche seit 1987 bekannt war. Laut den sogenannten Weiterleitungsnachrichten (WLN), herausgegeben von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), gab es vor dem "gravierenden Zwischenfall" in Brunsbüttel am 14. Dezember 2001 bereits drei ähnliche Fälle:

    * Am 6. Mai 1987 wurden im AKW Gundremmingen radioaktive Edelgase freigesetzt, weil ein Ventil nicht geschlossen werden konnte. Prüfer stellten später fest, dass das Ventil durch eine Wasserstoffexplosion verformt worden war. In der Nachricht WLN 09/87 vom 30. Juli 1987 wurden Kraftwerksbetreiber und Atomaufsichtsbehörden vor derartigen Ereignissen gewarnt.
    * Sechs Monate später, am 6. November 1987, gab es im AKW Krümmel Probleme an Sicherheits- und Entlastungsventilen. Die Ursache: mehrere Wasserstoffexplosionen, bei denen die Ventile verformt worden waren. Wieder warnte die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit vor dem Risiko der Radiolyse (WLN 18/87).
    * Am 17. September 1999 führte eine Detonation zum vollständigen Bruch einer vier Zentimeter dicken Leitung im AKW Brunsbüttel. Sechs Tonnen radioaktiver Dampf entwichen.

Paulitz von der Ärzteorganisation IPPNW kritisiert, dass der damalige Betreiber des AKW Brunsbüttel, HEW, trotz "eindeutiger Vorwarnungen" nicht adäquat gehandelt habe. "Die Veränderungen in Brunsbüttel reichten überhaupt nicht aus, wie die Wasserstoffexplosionen 1999 und 2001 klar gezeigt haben", sagte er SPIEGEL ONLINE.

Vorwurf an die Landesregierung von Schleswig-Holstein

Der Stromkonzern Vattenfall, zu dem die einstige HEW mittlerweile gehört, weist die Vorwürfe der Ärzteorganisation zurück: "Wir haben unsere Kraftwerke nachgerüstet, um durch Überwachungs- und Vorsorgemaßnahmen auszuschließen, dass es zur Ansammlung von Radiolysegas und zu Explosionen kommen kann", sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek SPIEGEL ONLINE. In Brunsbüttel sei es jedoch 2001 zu einem anderen Ablauf als in den vorher bekannten Fällen gekommen. Nach den "neuen Erkenntnissen in Brunsbüttel" habe man umfangreiche Änderungen im dortigen Atomkraftwerk und in den anderen deutschen Anlagen vorgenommen, "um solche Fälle für die Zukunft auszuschließen", sagte der Vattenfall-Sprecher.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Zwischenfälle in Krümmel 1987 und Brunsbüttel 1999 "ordnungsgemäß gemeldet" worden seien. Das Bundesamt für Strahlenschutz habe sie als sogenannte meldepflichtige Ereignisse in seinen Berichten veröffentlicht. Das ist richtig. Allerdings tauchen die Explosionen in dem Behördenreport nur jeweils in einer Zeile auf, ohne dass auf Hintergründe eingegangen wird.

Die Ärzteorganisation IPPNW wirft der Landesregierung von Schleswig-Holstein zudem vor, im Jahr 2002 den Landtagsabgeordneten wichtige Informationen über den Störfall in Brunsbüttel vorenthalten zu haben. In dem von der Atomaufsicht erstellten Bericht über die Wasserstoffexplosion im Dezember 2001 (Drucksache 15/1735) fehle jeder Hinweis auf die vorangegangenen Explosionen. "Man hat das Parlament belogen, denn in den internen Dokumenten zu Brunsbüttel wurde wiederholt sehr deutlich auf die früheren Vorfälle hingewiesen", sagte Paulitz.

Im schleswig-holsteinischen Sozialministerium, der zuständigen Atomaufsichtsbehörde, sieht man hingegen keinen Zusammenhang zwischen den Explosion von 2001 und jenen der Jahre 1987 und 1999. "Die früheren Ereignisse waren abgeschlossen und deswegen nicht in dem Bericht, der sich mit dem aktuellen Störfall und den dabei gewonnenen neuen Erkenntnissen befasste", sagt Ministeriumssprecher Christian Kohl SPIEGEL ONLINE. Man habe nach den Zwischenfällen 1987 und 1999 reagiert und Gegenmaßnahmen vorgeschlagen, etwa den Einbau von Katalysatoren in den erkannten Bereichen. Kohl: "Die Vorgaben sind von dem Kraftwerksbetreiber umgesetzt worden."

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AKW-GAU in Deutschland: Was wäre wenn?
« Antwort #44 am: 29 August, 2007, 13:36 »
Eigentlich lief für die Energiebranche alles perfekt: Die Debatte um den Klimawandel ließ die Kernenergie, die kaum CO2-Emissionen produziert, in den letzten Monaten wieder in einem günstigeren Licht erscheinen. Doch mit den jüngsten Zwischenfällen in den Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel sind die Sicherheitsrisiken wieder in den Blickpunkt geraten. 

Beide Anlagen gehören zum älteren Typ der Siedewasserreaktoren, die als nicht ganz so sicher wie die verbreiteteren Druckwasserreaktoren gelten. Erst im Juli war eine Mängelliste publik geworden, die mehrere Hundert offene Punkte im AKW Brunsbüttel auflistet.

Die Wahrscheinlichkeit eines katastrophalen Unfalls, auch Super-GAU genannt, ist aber auch bei Siedewasserreaktoren verschwindend gering: Pro Betriebsjahr beträgt sie 1 zu 1 Million. Die Online-Ausgabe des Technologiemagazins Technology Review zeigt in einem fiktiven Szenario, wie ein Super-GAU im AKW Brunsbüttel ablaufen und welche Katastrophenschutzmaßnahmen ergriffen werden könnten - ein Planspiel, das von verschiedenen Experten als plausibel eingestuft wurde.

Der ganze Beitrag in Technology Review online: Die Wolke reloaded -> http://www.heise.de/tr/artikel/94939

Quelle : www.heise.de

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