Herkömmliche Strategien versagen bei der Spambekämpfung
Das Spamaufkommen hat sich in den letzten Monaten signifikant erhöht. Für November hat das britische Email-Sicherheitsunternehmen MessageLabs eine weltweite Spamquote von 74 Prozent [extern] ermittelt - eine eher konservative Schätzung. Sicherheitsunternehmen wie die US-Firma Postini kommen zu noch höheren Ergebnissen. Zehn von elf empfangenen Mails sortiert Postini bei seinen weltweit 35.000 Kunden derzeit aus. Neue Spamverbreitungsstrategien machen den Kampf gegen den ebenso lästigen wie kostenintensiven und immer mehr Bandbreite schluckenden Werbemüll zu einem Kampf gegen Windmühlen.
"Zu Jahresbeginn war Spam von unserem Radar verschwunden", erklärte Franklin Warlick, Systemadministrator beim US-Unternehmen Cox Communications, gegenüber der New York Times. "Jetzt werden wir andauernd von Mitarbeitern gefragt, ob wir unsere Spamfilter ausgeschaltet haben."
Cox Communications in Atlanta ist kein Ausnahmefall. Tatsächlich rollt etwa seit Mitte des Jahres eine enorme Spamwelle durchs Netz. Betroffen sind vor allem Israel, die USA, Hongkong, Deutschland und Singapur. Spamweltmeister Israel stöhnt laut MessageLabs derzeit unter einer Spamrate von 79,5 Prozent. Fast acht von zehn Emails, die in Israel auflaufen, gehören in die Schublade Werbemüll. In Deutschland lag die Spamrate MessageLabs zufolge im November dieses Jahres bei 66,4 Prozent. Zwei Drittel aller Mails, die deutsche Emailpostfächer erreichen, sind unangefordert zugeschickte Werbemails.
Spamming lohnt sichDie Zahlen, die das britische Email-Sicherheitssunternehmen in seinem letzten Monatsbericht präsentiert, liefern nur ungefähre Anhaltspunkte für das tatsächliche weltweite Spamaufkommen und sind möglicherweise zu niedrig angesetzt. Gezählt werden nämlich nur diejenigen Mails, die tatsächlich bei Kunden der Firma auflaufen und dann auch als Spam erkannt werden. Das wird jedoch in letzter Zeit für die Filterprofis von MessageLabs und anderen Emailfilterfirmen immer schwieriger.
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www.heise.de