Autor Thema: Strom aus dem All  (Gelesen 2484 mal)

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Strom aus dem All
« am: 08 Dezember, 2006, 11:02 »
Die Sonne schickt Energie satt auf die Erde - jeden Tag, im Übermaß und für die nächsten Milliarden Jahre. Birger Zimmermann findet Solarenergie sogar "sexy". Der Freiburger Doktorand entwickelt Solarzellen der nächsten Generation.

Als Partner für seine wissenschaftliche Laufbahn hat sich der jugendliche Doktorand mit dem Wuschelkopf eine ziemlich verlässliche Gefährtin ausgesucht: die Sonne. Geschätzte fünf Milliarden Jahre wird sie noch Tag für Tag Energie im Übermaß auf den Planeten Erde senden.

Birger Zimmermann, 28, entwickelt am Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme neuartige Solarzellen, um die kostenlose Energie aus dem All in Strom zu verwandeln, der Computer, Handys, Kühlschränke, Straßenbahnen, Tischlampen oder Toaster versorgt. "Das ist ein faszinierendes Thema", sagt Birger, "und sicher ist, dass der Energiebedarf weltweit weiter dramatisch steigen wird."

Seine Analyse deckt sich mit den Erkenntnissen der Fachleute. Die Solarenergie wird neben Kernkraft, Kohle, Öl, Gas, Biomasse, Wind oder Wasser eine der zentralen Säulen des Wohlstands und Komforts der Industriestaaten, aber auch der wirtschaftlich schnell wachsenden Schwellenländer sein.

Mit einem freundlichen Lächeln steht Birger auf der international bedeutendsten Messe für Fotovoltaik in Dresden am Stand des Fraunhofer-Instituts. Dort ist der Doktorand schon jetzt ein gefragter Gesprächspartner für asiatische Experten, die mit ihren Digitalkameras diskret alles ablichten, was nach Zukunft aussieht.

Da entpuppt sich die scheinbare Briefmarkensammlung bei näherer Betrachtung als eine Reihe von Photovoltaikzellen, die auf der Basis spezieller Kunststoffe hergestellt werden. Diese stromerzeugenden Polymere könnten einmal die herkömmlichen Zellen aus dem silbrigglitzernden Silizium ersetzen.

"Ich finde das sexy"

Mit dem Boom der Solarenergie in den Industriestaaten wurde dieser Rohstoff plötzlich knapp. Engpässe bei der Herstellung der sogenannten Wafer, Siliziumscheiben, die das Sonnenlicht einfangen und in elektrische Gleichspannung verwandeln, bremsen immer noch das Wachstum der Solarfirmen.

Zimmermanns "organische Solarzellen" könnten hier einen Durchbruch bringen, falls es gelingt, die filigranen Dinger serientauglich zu machen. Noch kostet ein Gramm der Spezialkunststoffe bis zu 300 Euro.

Für Birger ist saubere Energie auch eine Herzenssache. Als Schüler im schleswig-holsteinischen Elmshorn engagierte er sich beim Bund für Vogelschutz. Und auch während des Physikstudiums an der Universität Hamburg ließ ihn das globale Umweltthema nicht los. "Es sieht ja insgesamt nicht so rosig aus, wenn wir uns die Prognosen anschauen."

Auch für ihn ist die Solarenergie "kein Patentrezept" für den Weg aus der Energiekrise. "Aber bei der Atomenergie ist die Frage der Endlagerung des radioaktiven Mülls immer noch ungeklärt", sagt er, "deshalb müssen wir heute an Alternativen arbeiten."

Über seine Diplomarbeit kam er an das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme und entdeckte für sich die Zukunftszellen. "Ich finde das sexy", sagt Zimmermann, dessen Fachbereich an der Universität Freiburg ganz unspektakulär "Mikrosystemtechnik" heißt.

Die Solarenergie hat den Doktoranden, der 2008 abschließen will, schon zu interessanten Kongressen nach Paris oder Berlin geführt. "In Deutschland scheint die Sonne ja nicht so oft", sagt er. Um so herausfordernder ist die Aufgabe, die Ertragskraft und Effizienz der Solarzellen zu steigern.

In seiner Freiburger Wohngemeinschaft lebt Birger dagegen mit herkömmlich erzeugtem Strom. Der regionale Versorger Badenova liefert heute noch zu einem Viertel Energie aus Kernkraftwerken. Richtig zukunftsträchtig ist aber für Zimmermann langfristig nur die Sonne.

Quelle : www.spiegel.de
« Letzte Änderung: 06 Oktober, 2010, 12:54 von SiLæncer »

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Farbstoffsolarzellen: flach, flexibel, bunt und billig.
« Antwort #1 am: 09 Dezember, 2006, 14:57 »
Das Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie der Leibniz-Universität Hannover arbeitet an einer Alternative zu herkömmlichen Silizium-Solarzellen, um die Energieressourcen der Sonne kostengünstiger als bisher nutzen zu können. Die Forscher stehen nach eigener Auskunft kurz vor der kommerziellen Einführung der Farbstoffsolarzelle, die Sonnenenergie mit Hilfe eines aufgebrachten Farbstoffs in Strom umwandeln soll.

"Die herkömmlichen Silizium-Solarzellen sind zwar effizient im Gebrauch, aber auch sehr teuer in der Herstellung, weil die erforderlichen Hochtemperaturprozesse bei fast 2000 Grad Celsius sehr energieaufwendig sind", erläutert Institutsdirektor Prof. Jürgen Caro. Die hannoverschen Forscher arbeiten daran, durch elektrochemische Abscheidung von Titandioxid- und Zinkoxidschichten die Produktionstemperatur der Zellen auf Raumtemperatur abzusenken.

Zur Herstellung der Farbstoffsolarzellen werden die Halbleiteroxide als poröser Film auf eine leitfähige Unterlage aufgebracht. An diese Oxidschicht wird ein Farbstoff angelagert, in dessen Molekülen durch das Sonnenlicht Elektronen angeregt werden. Die angeregten Elektronen werden auf das Halbleiteroxid übertragen und diffundieren zum leitfähigen Rückkontakt. Über den äußeren Stromkreis gelangen die Elektronen zur Gegenelektrode und von dort durch einen Elektrolyten zurück zum Farbstoff. So wird ein Photostrom erzeugt.

Am Fraunhofer ISE auf transparentem Foliensubstrat hergestellte flexible organische Solarzelle

 Auch in anderen Instituten wird an der Farbsolarzelle gearbeitet. So präsentierte das  Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) anlässlich der diesjährigen Hannover-Messe mehrere quadratische Farbsolarzell-Module mit 30 cm Kantenlänge. In ihnen waren jeweils sechs Solarzellen hintereinandergeschaltet. Sie lieferten bei etwa 4,2 V Spannung 0,8 A Strom bei einem Wirkungsgrad von 2,5 Prozent - momentan noch deutlich weniger als entsprechende Zellen auf Silizium-Basis.

Die Forscher sehen für die neue Technik aufgrund der flexiblen Trägerschicht und der variablen Farbgebung beispielsweise Anwendungen im Fassadenbau, sprechen aber auch von flexibleren Lösungen zur Integration in Kleidungsstücke. So könnte man etwa elektronische Kleinstgeräte (Wearables) bei Sonnenlicht ohne Akku betreiben.

Quelle : www.heise.de

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Erstes Solar-Kraftwerk im Weltall geplant
« Antwort #2 am: 17 April, 2009, 14:07 »
Ab 2016 sollen Kunden des kalifornischen Stromkonzerns PG&E bereits Solarstrom aus dem Weltall erhalten können. Zumindest hat sich PG&E an die Regulierungsbehörde California Public Utilities Commission (PUC) für eine Genehmigung gewandt: Man will das Unternehmen Solaren beauftragen, eine Leistung von 200 MW ab 2016 durch eine Solaranlage im Weltraum zu liefern. Der Stromkonzern hofft, die Genehmigung bis Oktober zu erhalten. Der Vorteil von Solarkraftwerken im Weltraum wäre, dass praktisch durchgehend Energie erzeugt werden könnte.

Allerdings macht der Konzern auch in seiner Anfrage deutlich, dass für die Realisierung des Projekts noch erhebliche technische Probleme gelöst werden müssten. Jedoch würden die mit "einer neuen und ungeprüften Technik" entstehenden Probleme durch die "potenziellen Vorzüge für die Kunden" aufgewogen werden.

Vorgesehen ist, als Weltraum-Kraftwerke große Satelliten mit Solarzellen in eine geostationäre Umlaufbahn zu bringen. Das größte Problem ist, den Strom zur Erde zu bringen. PG&E stellt sich vor, dass der Strom in Form hochfrequenter Funksignale zu Satellitenschüsseln im wenig besiedelten Fresno County geschickt wird. Dort würde dann die Energie in Elektrizität umgewandelt und ins Stromnetz eingespeist. PG&E erklärte, dass schon lange Satelliten Solarenergie in Hochfrequenzenergie zu verwandeln und damit Daten zur Erde zu senden. Das müsste auch mit Elektrizität möglich sein.

Neben der Übertragung des Stroms zur Erde ist ein weiteres Problem, dass die vorgesehenen vier oder fünf Satelliten, die als Kraftwerke dienen sollen, viel größer sein müssten, als die bislang verwendeten Kommunikationssatelliten. Über die erwarteten Kosten lässt sich PG&E nicht aus, sondern versichert lediglich, dass sie vergleichbar mit denen seien, die bei Verträgen über den Kauf von erneuerbaren Energien entstehen. Für die Kunden würde kein Risiko entstehen, da man nur den Strom kaufen, aber das Projekt selbst nicht mitfinanzieren werde.

Solaren-Chef Gary Spirnak rechnet mit Kosten von mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Private Investoren, die anonym bleiben wollten, hätten angeblich schon zur Finanzierung beigetragen. Spirnak wirbt, dass das Projekt nicht nur saubere Energie liefern, sondern auch eine ganze Reihe Arbeitsplätze schaffen werde. Der hochfrequente Strahl aus dem Weltraum werde auch keine Gefahr für die Menschen oder Flugzeuge darstellen. Außerhalb der Empfangsstation sei die Strahlung bereits geringer als bei Handys. Es seien auch Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen, wenn der Strahl einmal nicht zur Bodenstation gehen, sondern anderswo auf der Erde auftreffen sollte.

Die Satelliten will Solaren mit den jetzt existierenden Raketen in die Umlaufbahn bringen. Ohne nähere technische Details zu verraten, versichert Spirnak, wohl auch um weitere Investoren zu finden, dass das Unternehmen ab 2016 tatsächlich Solarstrom vom Weltraum aus in das kalifornische Netz einspeisen kann.

Quelle : www.heise.de

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Solarenergie: Projekt Sahara-Sonne
« Antwort #3 am: 16 Juni, 2009, 19:45 »
Ein internationales Konsortium plant die Wüste als Energiequelle zu erschließen: Die Konzerne wollen Milliarden investieren - und die Sahara mit Solarkollektoren pflastern. Die Technologie ist erprobt. Dennoch ist das Projekt Desertec ein Vabanquespiel mit vielen Unbekannten.

Hamburg - Die Vision ist so attraktiv wie schillernd: Es geht um die Nutzung der brennenden Sahara-Sonne als Energiequelle für Afrika und Europa. Um ein Projekt, das, sollte es Wirklichkeit werden, allein durch sein schieres Ausmaß zum Weltwunder werden kann. Es geht um die Unabhängigkeit von Öl, Kohle und Gas, von Petrokratien wie Russland, die ihre Energie schon öfter als Druckmittel eingesetzt haben, um eigene Interessen durchzusetzen.


Die Energie-Utopie funktioniert so: Durch den Bau riesiger Sonnenkraftwerke in der nordafrikanischen Wüste soll nahezu unbegrenzt Energie produziert werden, CO2-neutral und zu stabilen Preisen. Das Projekt trägt den Namen Desertec - es steht für einen nicht ganz neuen Gedanken: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Technologie schon 2005 auf ihre Machbarkeit überprüft - mit positivem Ergebnis.

Vier Jahre später nun steigen die Chancen, dass das Projekt Sahara-Sonne bald Realität wird. Mindestens 15 große Konzerne und Institutionen haben sich zusammengeschlossen und wollen die Finanzierung und Durchführung des ambitionierten Energiekonzepts prüfen.

"Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat einen Workshop zusammen mit der Münchner Rück vor einem Monat geplant, wie man Desertec umsetzen könne", erläutert DLR-Energieexperte Hans Müller-Steinhagen. Anschließend sei verschiedenen Konzernen angeboten worden, sich an dem Zukunftsprojekt zu beteiligen - unter anderem allen großen Energieversorgern.

Am 13. Juli nun trifft sich das Konsortium zu seiner konstituierenden Sitzung. Nach Agenturberichten und Angaben von Branchen-Insidern haben bisher folgende Konzerne, Personen und Institutionen ihre Teilnahme zugesagt:

    * die Münchener Rück,
    * der Technologiekonzern Siemens,
    * die Deutsche Bank,
    * die Energiekonzerne E.on und RWE,
    * der Branchenspezialist Schott-Solar,
    * der deutsche Außenstaatsminister Günter Gloser
    * italienische und spanische Unternehmen und
    * ein Vertreter der Arabischen Liga.

Die Reaktionen auf das Treffen sind weitgehend positiv. Green-Tech-Spezialisten begrüßen die Pläne. Sie fordern Berlin und Brüssel auf, das Projekt zu unterstützen - unter anderem mit einer Anschubfinanzierung und einer Einspeisevergütung für Wüstenstrom. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse dieses Thema zudem auf die Agenda des G-8-Gipfels im Juli bringen, fordert etwa Greenpeace.

Auch Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen im Bund, lobt das Modell, wirft der Industrie aber gleichzeitig vor, die Öko-Revolution verschleppt zu haben. Schon zu seiner Zeit als Bundesumweltminister hätten Forschungen ein "gigantisches Potential zur solaren Stromerzeugung" im Mittelmeerraum offenbart.

Vabanquespiel mit vielen Unbekannten

Die Teilnehmer des Desertec-Konsortiums selbst warnen indes vor verfrühter Euphorie. Denn die Vision des Projekts Sahara-Sonne mag beeindruckend sein - ob und wie sie genau realisiert wird, ist zur Stunde weitgehend unklar. Schwerpunkt des geplanten Konsortiums sei eine "vertiefte Prüfung und Machbarkeitsstudie", sagte ein RWE-Sprecher. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, das Projekt sei grundsätzlich sehr interessant, betonte aber, es gebe noch keine konkreten Abmachungen.

Ein Münchener-Rück-Sprecher sagte, die Rollenverteilung und die Finanzierung des Projekts seien noch völlig offen. Ziel sei es, innerhalb von drei Jahren einen konkreten Umsetzungsplan für den Bau solarthermischer Kraftwerke zu entwickeln. Denkbar seien Solarkraftwerke an mehreren Standorten in Nordafrika.

Fest steht bislang nur: Die Technologie, die das Konsortium einsetzen will, ist relativ erprobt. In Spanien und in der kalifornischen Mojave-Wüste werden bereits erfolgreich solarthermische Anlagen betrieben. "Wir reden über Technologie, die seit den achtziger Jahren weitgehend störungsfrei im Einsatz ist", sagt ein Sprecher von Schott-Solar.

Auch ein Kostenvoranschlag für das Projekt existiert. Nach Schätzungen des DLR würde bis zum Jahr 2050 eine Investitionssumme von insgesamt 400 Milliarden Euro anfallen - 350 Milliarden für die Solarthermie-Kraftwerke, 50 Milliarden für das Leitungsnetz. Durch Inflations-Effekte könnten die Kosten nach DLR-Schätzungen zusätzlich steigen.

Auf über mehr als 40 Jahre gerechnet fällt so für die Investoren eine riesige Summe an, und bislang ist unklar, wie diese finanziert werden soll.

Branchenkennern zufolge spekulieren einige künftige Mitglieder des Desertec-Konsortiums schon auf Staatshilfen. Tatsächlich ist es ihnen nach aktuellen EU-Richtlinien ausdrücklich erlaubt, Fördergelder für Energie-Projekte außerhalb des alten Kontinents zu beantragen. Unterstützung gewährt die EU beispielsweise bis Ende 2016 für den Bau von Stromleitungen.

In Deutschland hätten es Konzerne dagegen schwer, an Fördergelder zu kommen. "Eine Finanzierung über Kapital, das Rahmen des Erneuerbaren Energiegesetzes gewährt wird, fällt weg", sagt Wolfram Krewit vom DLR. Diese würden nur für inländische Projekte gewährt. "Es gibt aber bereits Diskussionen, Förderkonzepte für Energieimport auf der Basis des EEG zu entwickeln."

Keine energiepolitische Kolonisierung

Die eigene Energiebilanz könnte die EU durch das Projekt Desertec deutlich verbessern. Nach Angaben der Münchner Rück soll Europa 15 Prozent seines Strombedarfs aus den Wüsten-Kollektoren speisen.

Die aktuelle Darstellung des Energie-Konsortiums legt den Schluss nahe, dass Europa Afrika sozusagen energiepolitisch kolonisiert. DLR-Experten halten das für irreführend: "Das Konzept dient vor allem auch dazu, dass die Staaten Nordafrikas und des Nahen Osten ihren wachsenden Strombedarf auf nachhaltige Weise decken", sagt Franz Trieb, der zusammen mit Müller-Steinhagen das Konzept erarbeitet hat.

Weitgehend einig sind sich die Experten indes darüber, dass der Wüsten-Strom gute Verkaufschancen hat. Nach Berechnungen des Branchen-Magazins "Photon" dürfte Solarstrom aus der Wüste im Jahr 2020 in Deutschland etwa sechs Cent pro Kilowattstunde kosten - durchgehend, denn sind die Anlagen einmal errichtet, bleiben die Kosten der Energieerzeugung stabil.

Im internationalen Wettbewerb könnte der Wüstenstrom damit gut bestehen: Aktuell schwankt der Preis für eine Kilowattstunde regulären Strom an Energiebörsen zwischen 2,5 und fünf Cent - und das sind Niedrigpreise. "Und fast alle Experten gehen davon aus, dass die Energiekosten in den kommenden Jahren deutlich steigen werden", sagt "Photon"-Sprecher Bernd Schüßler.

Wer jetzt in Solarstrom investiert, könnte also schon bald Milliarden verdienen - viele Arbeitsplätze in Deutschland schafft er allerdings nicht. Branchenspezialisten gehen davon aus, dass nur die Prototypen für Desertec in Europa hergestellt werden, Massenprodukte wie Solarmodule dagegen in Niedriglohnländern.

Um ein Solarmodul herzustellen, benötigt die deutsche Firma Solarworld gemäß Berechnungen von Photon Consulting 1,40 Dollar, die chinesische Suntech Power 0,77 Dollar. "China hat Deutschland in der Herstellung von Solarzellen mittlerweile überholt", sagt Schüßler. "Ein Großteil der dort produzierten Technik wird nach Deutschland verkauft. In der Qualität ihrer Produkte können Firmen aus Niedriglohnländern wie China längst mit Unternehmen in Europa und den USA mithalten."

Quelle : www.spiegel.de

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Die Idee klingt phänomenal: Sonnenstrom aus der Sahara soll Europa mit Energie versorgen. Kritiker werfen dem Projekt "Solarimperialismus" vor. Weit gefehlt! Denn Desertec ist das beste Anti-Terror-Programm.

Es ist ein fast unglaublicher Plan: Eine Gruppe von 20 Konzernen will sich im Juli zu einem Konsortium unter dem Namen Desertec zusammenschließen. Das Ziel: 400 Milliarden Euro in Solarkraftwerke in Nordafrika investieren, um damit 15 Prozent der Stromversorgung Europas zu decken.

Das Projekt ist die größte private Ökostrom-Initiative aller Zeiten und wertet die Solarenergie endlich auf. Das Vorhaben ist angesichts der steigenden Kosten für fossile Energieträger ökonomisch sinnvoll und angesichts des Klimawandels ökologisch geboten. Endlich haben zumindest zwei der Energieriesen in Deutschland (E.on und RWE) offenbar die enormen Potentiale der erneuerbaren Energien erkannt und steigen richtig ein.

Aber Desertec ist auch außen- und sicherheitspolitisch eine enorme Chance: Das Projekt bindet das instabile Nordafrika an Europa, es schafft dort Arbeitsplätze und Wohlstand. In diesem Sinne ist Desertec auch eine Art Anti-Terror-Programm.

Perspektivlosigkeit und Minderwertigkeitsgefühl vieler Menschen in Nordafrika - idealer Nährboden bei der Terrorrekrutierung - könnten sich durch die neue Zukunftschance verflüchtigen. Desertec kann europäische Nachbarschaftspolitik im besten Sinne des Wortes werden.

Das Projekt darf allerdings nicht als Form von Solarimperialismus für die nordafrikanischen Länder daherkommen. Diese Länder sind bisher in den notwendigen Dialog nicht oder nur sehr unzureichend eingebunden. Desertec ist nur dann eine Chance, wenn es von Beginn an politisch und diplomatisch flankiert wird. Nicht wir in Europa entscheiden darüber, ob die Wüste für Energiegewinnung genutzt wird, sondern souveräne Staaten in Nordafrika.

Das Vorhaben vermindert die einseitige Abhängigkeit von Öl und Gas. Den Lieferanten der fossilen Energien wird es erschwert, Preise zu diktieren oder ihre Ressourcen zur politischen Erpressung bei der Durchsetzung ihrer Interessen zu benutzen. Die Diversifizierung unserer Energieversorgung bringt uns in jedem Fall mehr Versorgungssicherheit.

In Nordafrika sind derzeit mehrere Atomkraftwerke geplant. Allein Ägypten will fünf davon bauen. Mit der Nutzung der Wüsten durch Solarthermie, Photovoltaik und durch die gewaltigen Windkraftpotentiale am Roten Meer oder in Marokko wird es möglich werden, den regionalen Bedarf ohne Kernkraft zu decken und so die Proliferation von Nukleartechnologie zu erschweren.

Terroristen wird außerdem die Option genommen, gegen atomare Anlagen Anschläge mit grauenhaften Folgen zu unternehmen. Es verwundert, wenn Vattenfall-Chef Josefsson das Projekt Desertec aufgrund möglicher Terroranschläge gegen Solaranlagen in Nordafrika ablehnt, aber die weitaus größeren Gefahren durch die geplanten Nuklearanlagen nicht thematisiert.

Entstehen neue Abhängigkeiten?

Wenn die Golfstaaten dazu bewegt werden könnten, sich an Desertec oder ähnlichen Projekten mit großflächiger regenerativer Energieerzeugung zu beteiligen, könnten auch diese Länder eine sichere Zukunft jenseits ihrer Gas- und Ölvorkommen haben. Auch Russland sollte für das Projekt gewonnen werden. Es kann neben der Ausbeutung seiner Öl- und Gasvorkommen seine Rubel gewinnträchtig und zukunftsfähig in erneuerbarer Energie anlegen. Es entstünde eine im wahrsten Sinne des Wortes vernetzte Sicherheit.

Aber schaffen wir nicht neue Abhängigkeiten? Was, wenn die Staaten Nordafrikas ihre neue Stellung nun ihrerseits zur Erpressung nutzen?

Diese Gefahr besteht, kann aber vermindert werden. Das neue "super-grid" - also die Stromleitungen durch das Mittelmeer - darf nicht nur über eine Verbindung nach Europa geführt werden, vielmehr bedarf es verschiedener Wege: über Ägypten, Jordanien (Israel?), Syrien und die Türkei, durch das Mittelmeer von Tunesien nach Italien und schließlich von Marokko nach Spanien. So hat man schon auf dem Weg große Stromabnehmer, kann aber umgekehrt auch dezentrale Energieerzeugung einspeisen, damit also zur Diversifizierung und Energiesicherheit beitragen. Schließlich will niemand in dem sich gerade bildenden Konsortium eine völlige Abhängigkeit vom Wüstenstrom.

Mittelfristig ohne Kernkraft


Die deutsche Wirtschaft - von Münchener Rück über RWE, E.on, Siemens bis zur Deutschen Bank - hat endlich die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Vorwurf, die großen Energieversorger und die Industrie im ganzen würden die erneuerbaren Energien nur als Alibi fördern, um ansonsten "business as usual" zu betreiben, wird durch das Wüstenprojekt widerlegt.

Der Weg bis dahin ist noch weit. Ohne eindeutige Unterstützung aus der Politik - Bundesregierung, Regierungen der beteiligten Länder, EU - wird es nicht gehen. Aber es wäre ein wunderbares Projekt für die kommenden Jahre.

Vielleicht kann man über Desertec auch zu einem neuen Energiekonsens kommen: Man verlängert maßvoll die Laufzeiten der sicheren deutschen Kernkraftwerke und finanziert mit der Hälfte der Gewinne die Zukunft der regenerativen Energien - zentral und dezentral; ohne neue ideologische Hürden. Auch die Kernkraftskeptiker müssten damit einverstanden sein: Denn hier wird ein Weg gezeichnet, der es großen Teilen der Welt ermöglicht, den zukünftigen Energiebedarf mittelfristig ohne Kernkraft zu bauen.

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Energiewende: Nur die Sonne kann unsere Zukunft retten
« Antwort #5 am: 05 Juli, 2009, 09:32 »
Aus der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren hat die Politik gelernt, glaubt der Klimaforscher Mojib Latif. Aber die nächste Herausforderung steht bevor: Eine tiefgreifende Energiekrise ist nur durch Stromgewinnung aus Sonnenkraft zu verhindern.

Wir erleben im Moment eine Finanz- und Wirtschaftskrise, die sich zu der bisher größten Wirtschaftskrise der vergangenen hundert Jahre ausweiten könnte. Ich glaube, sie wird die Welt verändern wie keine vor ihr. Vordergründig hat sie mit einigen verantwortungslosen Bankmanagern zu tun. Die wahren Gründe liegen jedoch viel tiefer. Unser Wirtschaftssystem hat sich überlebt, weil es nicht nachhaltig ist. Es nimmt keine Rücksicht mehr auf die Bedürfnisse der Menschen und auf die der Umwelt. Diese Einsicht wächst und die gängigen Vorstellungen darüber, wie Wirtschaft zu funktionieren hat, werden gerade über Bord geworfen.

Wer hätte es beispielsweise noch vor einem Jahr gewagt, die Verstaatlichung von Banken zu fordern? Heute sind bereits die gesetzlichen Grundlagen dazu geschaffen.

Der Umgang mit der Wirtschaftskrise verdeutlicht, dass wir Menschen dabei sind, aus unseren Fehlern der vergangenen Jahrzehnte zu lernen. Weltweit koordiniertes Handeln ist das Gebot der Stunde und man ist sich einig, dass der Markt strenge Regeln benötigt. Das macht Hoffnung, vor allem auch im Hinblick auf die Bewältigung der globalen Umweltprobleme. Wir Menschen verbrauchen die natürlichen Ressourcen mit einer Geschwindigkeit, dass wir geradewegs auf einen Kollaps zusteuern.

Die zukünftige Entwicklung und vor allem der Wohlstand der Menschheit sind unter anderem eng mit der Verfügbarkeit bezahlbarer Energie für alle verknüpft. Die momentane Energiegewinnung ist im höchsten Maße unnachhaltig. Die fossilen Energieressourcen werden derart schnell verbraucht, dass man kein Prophet sein muss, um die nächste Krise - die Energiekrise - vorherzusehen. Und wir gefährden das Klima, wenn wir weiterhin auf die fossile Karte setzen.

Es hat lange gedauert von den ersten Warnungen des "Club of Rome" vor nunmehr fast 40 Jahren, bis zu der Einsicht, dass es Grenzen des Wachstums gibt. So wie es in der Physik das Gesetz der Energieerhaltung gibt, wonach verschiedene Reservoires zwar Energie untereinander austauschen, sich die Gesamtenergie jedoch nicht ändert, unterliegt auch die Wirtschaft einem ähnlichen Mechanismus. In der Physik führt ein zu starkes Anwachsen der Energie in einem Reservoir zu dem bekannten Phänomen der Instabilität.

Beim Wetter kennen wir dieses Phänomen nur zu gut. Die Sonne bestrahlt die Erdoberfläche ungleichmäßig. Dadurch kommt es zu einem starken Temperaturgefälle zwischen den äquatorialen und den polaren Breiten. Die daraus resultierenden Winde werden instabil, es entstehen Wirbel, die wir als Tiefdruckgebiete kennen. Die Winde wachsen nicht weiter an und die Tiefs übernehmen den notwendigen Wärmetransport. Wir möchten die Instabilität des Wirtschaftssystems vermeiden, da sie zu chaotischem und damit unberechenbarem Verhalten führt. Ein rechtzeitiges Umsteuern vermeidet die Instabilität. Beim Wetter ist dies nicht möglich, denn die Sonne entzieht sich unserem Einfluss.

Auf die Wirtschaft können wir Einfluss nehmen. Voraussetzung ist, dass man Fehlentwicklungen frühzeitig erkennt und das Wachstum rechtzeitig in andere Sektoren lenkt. Bezogen auf das Energie- bzw. das Klimaproblem erfordert dies eine neue Art der Energiegewinnung. Die Atomenergie kann nicht die Lösung sein, da sie nicht nachhaltig ist. Es kommen daher nur die regenerativen Energien als Alternative in Frage.

Die Sonnenenergie beispielsweise steht praktisch unbegrenzt auf der Erde zur Verfügung, die Technik zu ihrer Nutzung existiert, und sie ist auch bezahlbar, wenn man den technologischen Fortschritt berücksichtigt.

Wir sollten daher verstärkt in die Entwicklung neuer Netz- und Speichertechnologien investieren, um die Sonne und andere saubere Energien effektiver zu nutzen. Die Sonnenenergie bietet daneben die Möglichkeit, den Nord-Süd Konflikt zu entschärfen, der eine Gefahr für den Weltfrieden darstellt.

Regionen wie etwa Nordafrika besitzen den "Rohstoff" Sonne im Überfluss und könnten eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nehmen. Ich glaube, dass der Durchbruch in den kommenden 20 Jahren gelingt, und wir den Einstieg in das solare Zeitalter schaffen. Wir werden darüber hinaus die anderen regenerativen Energien viel stärker nutzen als bisher. Ich bin zuversichtlich, dass die Menschheit gegen Mitte des Jahrhunderts die Hälfte der Energie regenerativ erzeugt. Man würde damit das Wirtschaftswachstum von den fossilen in Richtung der regenerativen Energien verlagern, eine weitere Instabilität vermeiden und bei der Bewältigung des Klimaproblems einen entscheidenden Schritt vorankommen. Und die Welt würde aus vielerlei Gründen sicherer.

Bin ich ein Phantast? Ich glaube nicht. Die Weltpolitik hat ihre Lektion gelernt. Der Paradigmenwechsel ist erkennbar. Die Bankenkrise und die Krise der Automobilindustrie haben verdeutlicht, dass Partikularinteressen niemals gegenüber dem Allgemeinwohl Vorrang haben können. In der heutigen Zeit ist das Allgemeinwohl allerdings global zu definieren. Der gesunde Menschenverstand kehrt in unser Denken zurück. Die Zeit der Rekordrenditen und des Marktradikalismus ist vorbei. Es wird nicht bei der Regulierung des Finanzwesens bleiben, der Energiesektor wird folgen und viele andere Bereiche.

Die Finanzkrise hat uns allen das Phänomen der Instabilität deutlich vor Augen geführt. Das Platzen von Spekulationsblasen an den Börsen ist ein Indiz für die Instabilität und zeugt von nicht nachhaltigem Wachstum. Es gilt, Instabilitäten künftig zu vermeiden. Die Menschheit ist dazu fähig. Während des Kalten Krieges standen wir am Abgrund, es bestand die Gefahr eines Dritten Weltkriegs, ja sogar einer atomaren Auseinandersetzung. Besonnenheit auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs hat ihn verhindert. Diese Besonnenheit sehe ich jetzt wieder.

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Unternehmen besiegeln Pläne für Sahara-Strom
« Antwort #6 am: 13 Juli, 2009, 15:01 »


Das Wüstenstrom-Projekt Desertec soll innerhalb von gut drei Jahren fertige Pläne zum Bau von Solarkraftwerken in Nordafrika vorlegen. Zwölf Unternehmen unterzeichneten in München eine Absichtserklärung zur Gründung der Firma Desertec Industrial Initiative (DII) bis Ende Oktober.

Hauptinitiatoren des Projekts ist die größte Rückversicherungsgesellschaft der Welt, die Münchener Rück, und der Club of Rome. Außerdem beteiligen sich unter anderem die Energiekonzerne RWE und E.ON sowie der Technologiekonzern Siemens und die Deutsche Bank. Über einen Zeitraum von 40 Jahren sind Investitionen in Höhe von 400 Milliarden Euro im Gespräch. Noch im Oktober soll eine Planungsgesellschaft gegründet werden. Sie soll die wirtschaftlichen, politischen, technischen und ökologischen Rahmenbedingungen für das Projekt analysieren.

15 Prozent des europäischen Strombedarfs


Solarkraftwerke in Nordafrika sollen die Energieversorgung
in Europa revolutionieren.


"Alle Tätigkeiten der DII sind darauf ausgerichtet, umsetzungsfähige Investitionspläne innerhalb von drei Jahren nach Gründung zu erstellen", hieß es. In Zukunft sollen den Plänen zufolge 15 Prozent des europäischen Strombedarfs durch Strom aus Solarkraftwerken in den Wüstenregionen gedeckt werden. Der Gesellschafterkreis soll in Zukunft internationaler werden.


Frankreichs Atomlobby allerdings sähe es lieber,
würden ihre Reaktoren in Marokko gebaut.


Umstrittenes Projekt

Desertec hat in den vergangenen Wochen für viele Schlagzeilen gesorgt, handelt es sich doch um eine der größten privaten Öko-Strom-Initiativen aller Zeiten. Das Ziel: Solarfelder in Nordafrika zu errichten, die per Fernleitungen auch Europa mit Strom versorgen sollen. Algerien sympathisiert sehr mit dem Projekt - und auch in Marokko halten das viele für eine gute Idee. Schließlich muss sich das Land sowieso neue Energiequellen erschließen. Doch einen gewichtigen Gegner hat die deutsche Initiative: Die französische Atomlobby, die gern ihre Reaktoren in Marokko sehen würde.

Quelle: http://www.tagesschau.de
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Experten zweifeln an Wüstenstrom-Wunder
« Antwort #7 am: 13 Juli, 2009, 19:31 »
Es zählt zu den größten Energieprojekten überhaupt. Dank der Desertec-Initiative soll Europa in Zukunft Öko-Strom aus der Sahara beziehen. Doch Politiker und Experten sind skeptisch: Das Vorhaben sei zu teuer, die Technik zu kompliziert und die Umsetzung dauere zu lang.

Hamburg - Seit Wochen beflügelt ein Name Industrie und Politik: Desertec. Dahinter verbirgt sich nicht weniger als die Idee einer Energie-Revolution. Solarstrom aus der afrikanischen Wüste soll Europa von fossilen Energieträgern unabhängiger machen. Noch ist es eine Vision - aber in wenigen Jahrzehnten soll sie Realität werden.

Ein entscheidender Schritt in diese Richtung ist am Montag unternommen worden: Ein Konsortium aus zwölf Unternehmen schloss sich in München zu der sogenannten Desertec-Initiative zusammen. Noch im Herbst wollen die beteiligten Firmen eine Gesellschaft gründen, die das Projekt vorantreiben soll. In drei Jahren dann soll es Baupläne für die ersten Solarkraftwerke geben.

So viel zum Plan. Doch Politiker und Wissenschaftler zweifeln an der Umsetzbarkeit des Giga-Projekts. "Desertec ist eine Fata Morgana, die nicht ausreichend politisch und wirtschaftlich betrachtet worden ist", sagt SPD-Energieexperte Hermann Scheer zu SPIEGEL ONLINE. Weder sei das Projekt richtig berechnet, noch seien ernsthaft Alternativen in Betracht gezogen worden. "Schon bald wird man feststellen, dass Desertec keine Investition in die Zukunft ist."

Tatsächlich ließen die Desertec-Initiatoren rund um die Konzerne Siemens, E.on, RWE, Münchener Rück und Deutsche Bank am Montag viele Fragen offen. Weder gab es eine Antwort darauf, wie teuer das Wüstenstrom-Projekt konkret werden soll, noch wer dafür aufkommen wird. Im Gespräch sind Kosten von rund 400 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050.

Nach wie vor unklar ist zudem, wie die Koordination unter den zwölf Konzernen ablaufen wird und wer welchen Teil verantwortet. Auch in welchen Ländern die Kraftwerke gebaut werden sollen, wurde nicht bekanntgegeben, geschweige denn ein Termin für den Baubeginn der geplanten Solarenergie-Anlagen genannt. "Wenn es klappt, wird mit dem Bau der ersten Kraftwerke 2015 begonnen", sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek lediglich vage.

SPD-Mann Scheer überrascht das nicht: "Der Gesamtaufwand des Projekts ist kaum kalkulierbar. Die Unwägbarkeiten sind zu groß." So gebe es in der Wüste beispielsweise regelmäßig Sandstürme, die die Anlagen zerstören könnten. Auch würden die Kosten für Materialien bei der Anschaffung, aber auch durch die stetige Abnutzung in der Wüste in die Höhe schnellen.

Und nicht zuletzt brauche man für die Solarthermie-Technik Wasser. "Wo soll man das denn regelmäßig günstig herschaffen?", fragt Scheer. Die Kosten des Projekts seien letztendlich kaum aufzubringen, weil sie rasant in die Höhe schnellen könnten.

Dabei hatte das Projekt Desertec noch vor einigen Wochen einen verheißungsvollen Start hingelegt: Mitte Juni kündigte die Münchener Rück an, die Initiative an diesem Montag auf den Weg zu bringen. Grundlage dafür: Durch den Bau riesiger Sonnenkraftwerke in der nordafrikanischen Wüste soll nahezu unbegrenzt Energie erzeugt werden, CO2-neutral und zu stabilen Preisen.

Der Strom soll zunächst den afrikanischen Staaten zugutekommen. Bis 2050 sollen aber auch 15 Prozent des europäischen Bedarfs aus der Wüste stammen. Die Idee ist indes nicht ganz neu: Die Gelehrtenvereinigung des Club of Rome hatte den Vorschlag schon in den siebziger Jahren entwickelt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) überprüfte die Technologie rund dreißig Jahre später auf ihre Machbarkeit - mit positivem Ergebnis.

Das Konsortium rund um Desertec hatte die alten Pläne wieder ausgegraben - auch angesichts der Endlichkeit fossiler Energien wie Kohle, Öl oder Gas. Kein Wunder, dass der Vorstoß der Konzerne zunächst auf positive Resonanz stieß. Selbst Nicht-Regierungsorganisation wie Greenpeace - sonst bekannt als Gegner von industriellen Großprojekten - begrüßten die Initiative. Und auch die Bundesregierung signalisierte ihre Unterstützung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sogar Hilfen in Aussicht.

Doch am Montag ruderte auch die Regierung zurück. Deutschland und die Europäische Union könnten nur Hilfestellung bei den Rahmenbedingungen und der Anschubfinanzierung geben, sagte Staatsminister Günter Gloser (SPD). "Der Staat oder die EU können nicht all diese Finanzen aufbringen." Der wesentliche Anteil müsse von privaten Unternehmen organisiert werden.

Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen, fürchtet nun, dass sich Desertec deutlich verzögern wird. "Was wir brauchen, ist eine klare politische Initiative, die das Projekt vorantreibt", sagt Fell zu SPIEGEL ONLINE. "So wie der französische Präsident Nicolas Sarkozy Lobbyarbeit für französische Kernkraftwerke macht, muss Merkel deutsche Solarthermie-Technik bewerben."

Der Grünen-Politiker fürchtet jedoch, dass ausgerechnet in den Reihen des Desertec-Konsortiums Bremser stecken. "Vielleicht beteiligen sich E.on oder RWE nur deshalb, um die Geschwindigkeit des Prozesses zu beeinflussen", sagt Fell. Denn käme das grüne Projekt langsam voran, hätten die Atomkonzerne in Deutschland bessere Argumente für eine längere Laufzeit ihrer Kraftwerke.

Diese Gefahr sieht Energieexperte Matthias Ruchser vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik nicht. Er warnt vielmehr vor den hohen Kosten, die der in der Sahara produzierte Strom verursachen kann: "Da derzeit der Solarstrom bei der Herstellung teurer ist als konventioneller Strom, kommt es darauf an, in den Betreiberländern Rahmenbedingungen zu schaffen, die entweder über einen erhöhten Stromeinspeisetarif oder über vom Staat festgelegte ambitionierte Quoten die Lücke zum wirtschaftlichen Betrieb schließen." Nur so würden sich die Milliarden-Investitionen für private Investoren langfristig lohnen. Derzeit kostet eine Kilowattstunde Solarstrom tatsächlich rund 18 bis 19 Cent. Konventioneller Strom kostet dagegen nur rund 2,5 bis fünf Cent pro Kilowattstunde.

SPD-Politiker Scheer, der auch Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien ist, würde das Projekt Desertec ohnehin am liebsten noch am Tag der Taufe begraben. "Für einen kleineren Teil der 400 Milliarden Euro für Desertec könnte man die gesamte Stromversorgung in Deutschland auf Erneuerbare Energien umstellen - und das in viel kürzerer Zeit."

Quelle : www.spiegel.de

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Strom aus dem All
« Antwort #8 am: 14 Oktober, 2009, 10:28 »
Rückenwind für einen alten Traum: Spätestens in zwanzig Jahren sollen Solarkraftwerke riesige Mengen Energie aus dem All zur Erde beamen.

Es ist nicht die beste Zeit, um seine Vision zu verwirklichen, das muss John Mankins zugeben. Die Wirtschaftskrise, der niedrige Ölpreis, Sparmaßnahmen bei Raumfahrtagenturen – doch spätestens in zwanzig Jahren, davon ist Mankins überzeugt, wird das erste kommerzielle weltraumgestützte Solarkraftwerk Strom aus dem All zur Erde schicken. Nein – "no kidding" –, das sei keine Schnapsidee, versichert Mankins, sondern realistisch. Der Mann ist kein Spinner: Mankins hat Physik studiert, ein Vierteljahrhundert bei der Nasa gearbeitet und deren Programm für weltraumgestützte Solarenergie (Space Based Solar Power, SBSP) koordiniert. Seit 2005 ist er privater Technologieberater. "Wir müssen uns zwangsläufig nach neuen Energiequellen umsehen", sagt er. "Dabei kommen wir um Solarstrom aus dem All nicht herum."

Anders als auf der Erde steht die Solarenergie im Weltraum permanent und unabhängig vom störenden atmosphärischen Einfluss zur Verfügung. Deshalb arbeiten Wissenschaftler und Ingenieure schon seit Jahrzehnten an Konzepten, um dieses Potenzial nutzbar zu machen. Doch herausgekommen ist dabei bislang vor allem viel bedrucktes Papier. Bisher wollte niemand eine Pilotanlage finanzieren. Im Gegenteil: Die Nasa beispielsweise stellte ihr SBSP-Programm nach der Jahrtausendwende aus Kostengründen ein.

Dabei ist die Idee ganz simpel: In Photovoltaik-Kraftwerken in geostationären Erdumlaufbahnen wird Strom erzeugt und anschließend in energiereiche Mikrowellen umgewandelt. Die werden zur Erde gesandt und dort von speziellen Empfangsantennen in Strom zurückverwandelt. So weit die Theorie. Ihre praktische Umsetzung bedürfe zwar "keiner Magie und keiner physikalischen Grundlagenforschung", wie Mankins anmerkt. Doch sie ist – noch jedenfalls – teuer und kompliziert. Zum einen sind die Transportkosten für Material in eine Erdumlaufbahn sehr hoch. Zum anderen gibt es bisher keine verfügbare Technologie, um den Strom zur Erde zu schicken.

Immerhin: Anfang September 2008 gelang Mankins auf den Hawaii-Inseln die erste Langstreckenübertragung von Strom mittels Mikrowellen. Vom Haleakala-Vulkan der Insel Maui aus sandte er einen mit Solarstrom erzeugten Mikrowellenstrahl der Frequenz 2,45 Gigahertz (wie sie auch für Übertragungen aus dem All benutzt werden würde) zu einem Empfänger auf dem 148 Kilometer entfernt gelegenen Vulkan Mauna Loa der Insel Hawaii. Der dort zurückgewandelte Strom reichte zwar nicht einmal aus, um auch nur die kleinste Energiesparlampe zum Leuchten zu bringen. Doch das lag, so Mankins, "nicht an der Physik, sondern am geringen Budget des Experiments"– der Fernsehsender Discovery Channel hatte die Versuchsanordnung gesponsert. Prinzipiell sei der Test, so Mankins, ein voller Erfolg gewesen.

An dem Experiment war auch ein alter Kollege von Mankins beteiligt: Nobuyuki Kaya, Professor für Ingenieurwissenschaften an der Kobe-Universität in Japan. Kaya hatte bereits 2006 mit einer Höhenforschungsrakete in 210 Kilometer Höhe die automatische Entfaltung eines 130 Quadratmeter großen antennenartigen Metallnetzes sowie die Mikrowellen-Kommunikation mit einer Bodenstation erprobt. Jetzt planen die beiden ein neues Experiment: Im kommenden Frühjahr wollen sie auf Hawaii erneut die Energieübertragung via Mikrowellen testen – diesmal mit weitaus größeren Sende- und Empfangsanlagen und mit einer dynamischen Zielvorrichtung, die den Mikrowellensender genau auf den Empfänger ausrichtet. Die sogenannte retrodirektive phasengesteuerte Gruppenantenne (retrodirective phased array) sorgt dafür, dass der Sendestrahl immer genau in der Mitte des Empfängers fokussiert wird.

Unterdessen gibt es nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Unternehmer, die davon überzeugt sind, dass sich mit Weltraum-Strom Geld verdienen lässt: Einer von ihnen ist Gary Spirnak, ein kalifornischer Ingenieur, der früher bei der US-Luftwaffe und Boeing arbeitete und seit 2001 die Firma Solaren leitet. Im April dieses Jahres gelang Spirnak ein PR-Coup, der ihn und Solaren in die Schlagzeilen der Energie- und Raumfahrtbranche brachte: Die Pacific Gas and Electric Company (PG&E), einer der größten kalifornischen Energieversorger, schloss mit Solaren einen Vertrag über Stromlieferungen aus dem All ab. Solaren soll ab Sommer 2016 200 Megawatt Elektrizität an PG&E liefern.

Zwar muss Solaren erst noch Investoren finden, die "einige Milliarden Dollar" in das Projekt investieren, doch Spirnak ist sicher, dass seine Firma den Termin halten kann. Über Einzelheiten der Solaren-Technologie mag er allerdings nichts verraten. Nur so viel: Das Sonnenlicht soll mit faltbaren, superleichten Spiegeln, vermutlich aus Mylar oder Polyethylen-Material, auf die Solarmodule gelenkt werden, um die Ausbeute um ein Vielfaches erhöhen.

Ähnlich vage sieht es bei Space Energy aus. Gegründet zu Jahresanfang, sucht auch die schweizerisch-kalifornische Firma nach Investoren. In zwei Jahren, sagt der Strategie- und Planungsmanager Amaresh Kollipara, wolle man einen Fünf-Kilowatt-Testsatelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen. Einen Plan für kommerzielle Vorhaben gebe es aber noch nicht. Während zivile Investoren solchen Firmen anscheinend noch nicht vertrauen, träumt das US-Militär davon, seine Soldaten in schwierigem Gelände mit Energie zu versorgen, die ganz umstandslos aus dem All herabgebeamt wird. In einer Studie aus dem Jahr 2007 wies das Pentagon auf das "enorme Potenzial" weltraumgestützter Solarenergie hin und empfahl ausdrücklich, die Entwicklungen dieser Technologie zu unterstützen. Sind Solaren und Space Energy also möglicherweise Tarnfirmen des US-Militärs? Derartige Gerüchte, die im Internet kursieren, dementiert Spirnak. Amaresh Kollipara von Space Energy hingegen gibt zu, dass seine Firma mit Pentagon-Vertretern im Gespräch sei. Zu den Inhalten dieser Gespräche will er nichts sagen: "Wir haben kein formelles Arrangement, und uns wurde nichts angeboten", erklärt er lapidar. "Das Verteidigungsministerium interessiert sich einfach für uns."

Quelle : http://www.heise.de/tr/

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Japan will Solar-Kraftwerk im All stationieren
« Antwort #9 am: 09 November, 2009, 18:17 »
Die japanische Raumfahrtagentur JAXA hat ambitionierte Pläne: Bis zum Jahr 2030 soll ein Photovoltaik-Kraftwerk mit einer Leistung im Gigawatt-Bereich auf einer geostationären Umlaufbahn im All positioniert werden. Beteiligt an der Entwicklung des sogenannten Space Solar Power System (SSPS) sind große japanische Firmen wie Mitsubishi, NEC, Fujitsu und Sharp.

Schwimmende Parabolantennen sollen die vom Space Solar Power System erzeugte Energie auf der Erde auffangen.

Im Rahmen des vom "Institute for Unmanned Space Experiment Free Flyer" (USEF) koordinierten Projekts sollen zunächst unzählige Photovoltaik-Elemente ins All transportiert und dort zu Quadratkilometer großen Solararrays zusammengesetzt werden. Die permanent und unabhängig von störenden atmosphärischen Einflüssen verfügbare Solarenergie wird schon im All in Strom umgewandelt.

Auf die Erde kommt der Sonnenstrom den Plänen zufolge dann in Form von Lasern oder energiereichen Mikrowellen, die von speziellen Parabolantennen aufgefangen und anschließend in Strom zurückverwandelt werden. "Da die Solarenergie sauber und unerschöpflich ist, glauben wir, dass wir mit dem Space Solar Power System einen Beitrag zur Überwindung der Energie-Engpässe auf der Erde und der Klimaerwärmung leisten können", heißt es etwa bei Mitsubishi.

Beginnen will man zunächst mit einem 100-kW-Demonstrationssystem; in einer zweiten Phase (ab 2020) soll in Roboterbauweise dann ein 10-Megawatt Pilotsystem entstehen, das nach und nach zu einem 1-Gigawatt-System ausgebaut wird. Die Empfangsantennen auf der Erde will JAXA auf Pontons installieren, die entweder in Sperrzonen auf dem Meer oder auf gestauten Gewässern im Landesinneren schwimmen.

JAXA-Angaben zufolge ist die Technik der Energieübertragung zur Erde "sicher" – die Raumfahrtagentur räumt aber ein, dass es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis auch die japanische Bevölkerung davon überzeugt ist. Die wird aber wahrscheinlich zunächst ins Kino strömen, um sich den neuen Katastrophen-Streifen von Roland Emmerich anzusehen. Plot des Films 2012: Starke Sonneneruptionen lassen die Erdkruste schmelzen und stürzen die Menschheit in eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes.

Quelle : www.heise.de

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Astrium: Strom aus dem Weltall ab 2020 möglich
« Antwort #10 am: 23 Januar, 2010, 17:25 »
Das Raumfahrtunternehmen Astrium glaubt, dass die Erde zum Jahr 2020 mit Strom aus dem Weltall versorgt werden kann. Die notwendige Kompetenzen zum Bau entsprechender großer Satelliten seien vorhanden, sagte Unternehmenschef François Auque am Dienstag in Paris. Die künstlichen Himmelskörper sollen die Kraft der Sonne einfangen, sie bündeln und per Lasertechnik über Spezialspiegel zur Erde leiten können. Gerade in abgelegenen Gebieten der Erde und in Katastrophengebieten wird die "saubere Energie" laut Astrium-Experten sehr wertvoll sein. Auch mit Weltraumstrom angetriebene Flugzeuge und Schiffe sind denkbar.

Milliardenaufträge für Astrium

Bis die Energieübertragungssysteme verkaufsbereit sind, baut die Tochter des Luft- und Raumfahrtskonzerns EADS auf das Geschäft mit Trägerraketen, Satelliten und Serviceleistungen. 2010 sollen wieder sechs Ariane 5 geliefert werden. Zudem steht die Auslieferung von etlichen Telekommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten an. Allein im vergangenen Jahr seien neue Aufträge im Wert von 8,2 Milliarden Euro gewonnen worden, sagte Astrium-Chef Auque. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 4,8 Milliarden Euro.

Astrium hofft auf Aufträge für Meteosat-Wettersatelliten

Als große Herausforderung für 2010 bezeichnete Auque die Vergabe der Aufträge für den Bau der neuen Meteosat-Wettersatelliten. Astrium hofft auf den Milliarden-Auftrag. Zuletzt hatte das Bremer Unternehmen OHB die EADS-Tochter beim Großauftrag für 14 Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo im Wert von 566 Millionen Euro ausgestochen.

Quelle : www.onlinekosten.de

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Durchgehende Solarenergie
« Antwort #11 am: 27 Mai, 2010, 09:40 »
Erneuerbare Energien, sagen Kritiker, seien unzuverlässige Gesellen: Sonne und Wind lieferten nur dann Strom, wenn es ihnen beliebt – und wenn die Natur unpässlich ist, müssten fossile Brennstoffe in die Bresche springen. Bei den je 50 Megawatt leistenden Solarthermie-Kraftwerken nahe der südspanischen Stadt Granada ist das allerdings ganz anders, berichtet  Technology Review in seiner neuen Ausgabe (ab dem 27. 5. am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen) in einer aktuellen Analyse des Sonnenstrom-Markts. Andasol 1 und 2 genannt,  können die Anlagen auch dann Strom liefern, wenn die Sonne nicht scheint.

Tagsüber erhitzen dazu verspiegelte Parabolrinnen ein Thermo-Öl, das wiederum Tanks mit 28.500 Tonnen flüssigem Salz auf knapp 400 Grad aufheizt. Nachts gibt das Salz die Wärme wieder ab, um eine Dampfturbine zu betreiben. Rund sieben Stunden lang kann das Kraftwerk auf diese Weise auch nach Sonnenuntergang noch Strom liefern. Mit der geplanten 17-Megawatt-Anlage "Solar Tres" bei Sevilla soll – dank Salzspeicher – künftig erstmals ein Sonnenkraftwerk sogar rund um die Uhr Strom liefern können.

Salz ist jedoch nicht das einzige Speichermedium. Das Solarinstitut der Fachhochschule in Jülich hat ein 1,5 Megawatt starkes Solarkraftwerk gebaut, bei dem im Halbkreis angeordnete Spiegel das Sonnenlicht auf die Spitze eines Turms fokussieren. Dort sitzt ein Absorber aus porösem keramischen Material, das durchströmende Luft auf knapp 700 Grad erhitzt. Wärmeüberträger ist also keine Flüssigkeit, wie bei Parabolrinnenkraftwerken, sondern ein Gas.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

    * Sonne aus dem Tank

Quelle : www.heise.de

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Desertec-Wüstenstromprojekt
« Antwort #12 am: 24 Juli, 2010, 11:29 »
Beginn eines neuen Energieimperialismus oder Impulsgeber?


Paul van Son, Chef des Desertec-Projekts, gab bekannt, dass zur Zeit in Marokko  die Standorte für die ersten Solar- und Windkraftwerke des Verbundprojekts festgelegt werden. Marokko wird aus politischen und technischen Gründen als erstes Land des Maghreb dabei sein. Denn das Land ist politisch relativ stabil und es besteht bereits eine Gleichstromleitung nach Spanien, über die der Desertec-Strom testweise nach Europa geleitet werden kann. In Marokko sollen Kraftwerke mit insgesamt 500 bis 1.000 MW Leistung gebaut werden.

Die bisherigen hochfliegenden Planungen sehen vor, dass Desertec zukünftig 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken soll. Das Projekt stößt aber auch auf Kritik, da es dem Leitbild einer Entwicklung hin zu einer mehr dezentralen und verbrauchsnahen Energieversorgung aus erneuerbaren Energieträgern entgegensteht. Es wird befürchtet, dass neue Abhängigkeiten geschaffen werden, ähnlich wie heute schon bei Öl und Gas. Und zwar nicht nur von neuen Lieferländern, sondern vor allem auch von wenigen dominierenden Großunternehmen.

Matthias Willenbacher von juwi solar geht davon aus, dass der Transport über weite Strecken zudem die Energie zusätzlich verteuern wird: "Ich halte nichts davon, Strom über weite Strecken zu transportieren, um bei uns eine angebliche Stromlücke zu schließen ... Wir begeben uns damit erneut in die Abhängigkeit der großen Energiekonzerne. Die Konzerne können ihr Monopol festigen, der Strom muss über weite Strecken transportiert werden - beides macht den Strom teuer."

Ob das Gesamtprojekt Desertec letztlich wie geplant realisiert wird, ist noch nicht ausgemacht. Möglicherweise scheitert es auch an reinem Gigantismus, schließlich werden die Baukosten auf mindestens 400 Mrd. Euro geschätzt. Allerdings könnte Desertec auch über seine Teilprojekte Impulse zu einem Umstieg auf erneuerbare Energien in den südlichen Mittelmeerländern geben. Marokko kündigte bereits eine eigene nationale Initiative für regenerativ betriebene Kraftwerke an.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Sonnenwind-Kraftwerk im Weltraum
« Antwort #13 am: 06 Oktober, 2010, 12:58 »
Nach einem Konzept wären die Satelliten billig und technisch einfach, das Problem bleibt, wie die Energie zur Erde kommen soll

Vor 50 Jahren überlegte der Physiker Freeman Dyson, dass intelligente Zivilisationen versuchen würden, die Energie, die von der Sonne ihres Planetensystems erzeugt wird, maximal zu nutzen. Er stellte sich vor, dass eine Art Blase oder ein Schwarm von Sonnensegel, das Planetensystem umgeben könnte. Durch eine solche Dyson-Sphäre würde dann nur noch Infrarotstrahlung ausgehen, anhand derer sich dann auch ein Planetensystem entdecken ließe, das von einer intelligenten Zivilisation bewohnt würde.

Zwar wird angesichts der Klimaerwärmung seit einiger Zeit ein wenig realistischer über Geo-Engineering nachgedacht, der Bau von Dyson-Sphären ist bestenfalls Science Fiction. Allerdings gibt es schon länger Überlegungen, wie man die Sonnenenergie aus dem Weltraum als Energiequelle nutzen könnte. Meist ging man davon aus, riesige Sonnensegel zu nutzen, was noch denkbar erscheint. Schwieriger würde denn schon sein, wie man die Energie auf die Erde hinunterbringt. Gedacht wurde beispielsweise daran, den Strom in Mikrowellen umzuwandeln und mit Antennen zu einer Empfangsstation mit riesigen Schirmen auf der Erde zu senden, wo die Mikrowellen wieder in Strom umgewandelt würden.

Die Astronomen und Astrobiologen Brooks Harropa and Dirk Schulze-Makuch von der Washington State University schlagen nun vor, anstatt einer Dyson-Sphäre, die praktisch nicht zu realisieren wäre, doch an eine Technik zur Energiegewinnung im Weltraum zu denken, die Sonne und Wind verbindet. Sie schlagen in ihrem Beitrag für die Zeitschrift International Journal of Astrobiology Satelliten als Kraftwerke vor, die den Sonnenwind nutzen.

Die Energiegewinnung aus Sonnenwind geschieht nicht wie beim Wind, der einen Rotor antreibt, die Wissenschaftler schlagen vor, die Elektronen mit einem langen, 1 cm dicken Kupferdraht einzufangen, der ein magnetisches Feld bildet und die Elektronen zu einem Empfänger leitet, durch den der Strom gewonnen wird. Ein kleiner Teil wird benötigt, um das magbetische Feld aufzubauen, der Rest könnte zur Erde transportiert werden. Mit einem 300 m langen Kupferdraht, der mit einem 2 m großen Empfänger und einem 10 m großen Segel verbunden ist, könnte man 1,7 MW erzeugen. Der Sonnenwind-Satellit könnte dabei etwa so weit von der Sonne entfernt sein wie die Erde. Mit einem 1.000 m langen Kabel und einem Segel mit einem 8.400 km breiten Segel, würde sich eine Billion GW erzeugen lassen, 100 Milliarden GW mehr, als die Menschheit jetzt verbraucht.

Die Wissenschaftler sagen, ihre Sonnenwind-Satelliten seien billig und würden keine komplizierte Technik enthalten. Das Problem ist aber nicht nur, wie man sie in den Weltraum transportiert, sondern vor allem, wie die Energie auf die Erde gelangen könnte. Vorgeschlagen wird, dass man mit der Energie einen auf die Erde gerichteten Infrarot-Laserstrahl betreibt. Der würde aber wohl die meiste Energie verloren haben, bis er zur Erde gelangt, wenn man keine verbesserten Lasertechniken entwickeln würde.

Die Dyson-Sphäre war von Dyson vor allem auch deswegen ausgedacht worden, um einen Hinweis darauf zu geben, anhand welcher Zeichen man fortgeschrittene intelligente Zivilisationen im Weltall bemerken könnte. Würden diese, so Brooks Harropa and Dirk Schulze-Makuch, kleine Sonnenwind-Satelliten verwenden, seien sie dadurch kaum aufzuspüren. Mit einem riesigen, Tausende von Kilometer großen Segel wäre dies schon anders.

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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