Autor Thema: STATISTISCHES BUNDESAMT-Über zehn Millionen leben an oder unter der Armutsgrenze  (Gelesen 807 mal)

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Zurzeit reden die Deutschen gern vom Aufschwung, doch mitten hinein in die Euphorie platzt das Statistische Bundesamt mit alarmierenden Zahlen: Ein Drittel der Alleinerziehenden lebt unter oder nur knapp über der Armutsgrenze, insgesamt sind rund 13 Prozent der Deutschen arm oder von Armut bedroht.

Berlin - Rund 10,6 Millionen Deutsche leben rechnet das Statistische Bundesamt zu dieser Kategorie. 1,7 Millionen Betroffene sind Kinder unter 16 Jahren. Besonders schlimm ist die Lage in den neuen Bundesländern: Hier leben rund 17 Prozent der Bevölkerung zumindest an der Schwelle zur Armut, in der alten Bundesrepublik sind es 12 Prozent. Allerdings dreht sich das Verhältnis bei den älteren Menschen um: Von den über 65-Jährigen sind nur elf Prozent der ehemaligen DDR-Bürger armutsgefährdet, im Westen sind es 16 Prozent.

"Armutsrisiken sind vor allem Arbeitslosigkeit und fehlende Bildungsabschlüsse", erklärte der Vizepräsident des Amts, Walter Rademacher, in Berlin bei der Präsentation der Erhebung. Vier von zehn Arbeitslosen seien armutsgefährdet, ebenso ein Viertel der Menschen ohne abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung, aber nur fünf Prozent der Erwerbstätigen. Auch Alleinerziehende seien besonders oft kurz davor, in die Armut abzurutschen. Knapp ein Drittel von ihnen lebt unter der kritischen Grenze von 60 Prozent des Durchschnitts-Einkommens. Besser sieht es bei Familien mit zwei Elternteilen aus: Hier liegt die Armutsgefährdungsquote bei sieben Prozent bei einem Kind und zwölf Prozent, wenn drei und mehr Kinder da sind.

Die Betroffenen müssen sich teils gravierend einschränken, wie eine Selbsteinschätzung zeigt. 56 Prozent gaben an, dass sie sich eine einwöchige Urlaubsreise pro Jahr nicht leisten können, bei den übrigen Befragten waren dies nur 16 Prozent. Auch in punkto Gesundheitskosten, die 2004 durch die Praxisgebühr und Hinzuzahlungen gestiegen sind, macht sich ein Gefälle bemerkbar. Bei den Armutsgefährdeten gaben 22 Prozent an, schon ein Mal aus finanziellen Gründen nicht zum Arzt oder Zahnarzt gegangen zu sein, bei den nicht Gefährdeten waren es nur sieben Prozent.

Die Statistik, auf der die Erhebung basiert, wird seit 2005 in allen EU-Ländern sowie in Norwegen und Island erhoben. Sie bietet erstmals vergleichbare Daten zu Armut und Lebensbedingungen. Im Vergleich mit den anderen EU-Staaten steht Deutschland in punkto soziale Ausgrenzung dabei allerdings noch recht gut da: So gibt es etwa in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien sowie Griechenland, Irland und Portugal teils wesentlich schlechtere Armutsquoten. Besser sieht es indes in Dänemark, Finnland, Luxemburg und Schweden aus; in diesen vier Ländern beträgt die Quote elf Prozent.

Derzeit sind allerdings noch keine Daten für das Erhebungsjahr 2005 verfügbar, die heute vorgestellten Berechnungen basieren ebenfalls auf Zahlenmaterial von 2004. Als arm gelten Personen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, in Deutschland also weniger als 856 Euro monatlich. Für eine Familie mit zwei Kindern liegt die Obergrenze bei 1798 Euro.

Quelle : www.spiegel.de

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Halbe Menschheit besitzt nur ein Prozent des Global- Vermögens
« Antwort #1 am: 05 Dezember, 2006, 21:41 »
Die Zahlen der neuen Uno-Studie sind erschütternd, obwohl jeder das Problem kennt: Die ärmere Hälfte der Menschheit besitzt insgesamt nur ein Prozent des globalen Gehalts- und Immobilenvermögens. Mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens ist in der Hand von zwei Prozent der Weltbevölkerung.

London - Betrachtet man die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung, so besitzen diese Menschen sogar 85 Prozent des gesamten Immobilien- und Gehaltsvermögens. "Die Superreichen sind noch grotesk reicher geworden als sie es vor 50 Jahren waren", erklärte Anthony Shorrocks, Direktor des World Institute for Development Economics Research (Wider) der Uno, heute. Würde die Weltbevölkerung auf zehn Menschen reduziert, hieße eine solche Besitzverteilung, dass ein Mensch 99 Dollar besäße und die restlichen neun zusammen einen Dollar.

Auch geographisch ist der Wohlstand höchst ungleich verteilt, heißt es in der Studie weiter, die die erste weltweiten Untersuchung zu dem Thema darstellt. "Das Vermögen ist sehr stark in Nordamerika, Europa und einigen asiatisch-pazifischen Ländern mit hohen Einkommen konzentriert. Die Menschen in diesen Ländern verfügen gemeinsam über nahezu 90 Prozent des gesamten Besitztümer", so das Ergebnis.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die zu dem reichsten Prozent der Erdbevölkerung gehören, leben in Nordamerika oder den Vereinigten Staaten. "Die USA und Japan stechen heraus, weil dort viele Menschen leben. Auch in der Schweiz und in Luxemburg ist der durchschnittliche Reichtum sehr groß, aber die Bevölkerungen sind sehr klein", sagte Shorrocks.

In Japan lag der durchschnittliche Besitz bei 181.000 Dollar pro Kopf, in den Vereinigten Staaten bei 144.000 Dollar. Mit einem Besitz von netto 2200 Dollar gehört ein Erwachsener der Studie zufolge zur reicheren Hälfte der Menschheit. Am unteren Ende der Liste standen Länder wie die Demokratische Republik Kongo und Äthiopien, wo das Vermögen unter 200 Dollar pro Kopf liegt. Die Studie beruht zwar auf Zahlen aus dem Jahr 2000, doch ein aktueller Vergleich dürfte die Daten bestätigen.

Quelle : www.spiegel.de

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Zwölf Millionen von Armut bedroht
« Antwort #2 am: 28 August, 2010, 10:25 »
Würde der Staat nicht mit Sozialleistungen eingreifen, wäre fast jeder vierte in Deutschland "armutsgefährdet"

Rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland (knapp 15 Prozent) waren 2009 von Armut bedroht, beinahe jeder siebte Bundesbürger. Das zeigen die Zahlen des Bundesamtes für Statistik, die heute veröffentlicht werden. Würde der Staat nicht mit Sozialleistungen eingreifen, wäre fast jeder vierte "armutsgefährdet".

Arbeitslose, Kinder und Alleinerziehende führen traditionell die Risikogruppen an. Doch was heißt "armutsgefährdet"?

Im Gegensatz zur "absoluten Armut" in Entwicklungsländern, wo das Existenzminimum den Maßstab liefert, arbeiten die Statistiker in den Wohlstandgesellschaften mit dem Begriff der "relativen Armut". Die absolute Armut gilt - mit der Ausnahme weniger Gruppen (z. B. Obdachlose, Straßenkinder) - als überwunden. "Arm ist demnach eine Person, die im Vergleich zum allgemeinen gesellschaftlichen Standard nicht ausreichend mit bestimmten Ressourcen versorgt ist", so die Statistiker. In das Alltagsleben übersetzt, könnte das bedeuten, dass man am Nötigsten spart, etwa an Heizkosten, Essen, Gesundheitsversorgung, Kleidung, Geräten, Erholung usw.

Freilich arbeiten die Statistiker mit einer rechnerisch exakten Defintion der Armutsgefährdung: Die Europäische Union definiert Menschen als armutsgefährdet, "die mit weniger als 60% des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung auskommen müssen". In genauen Zahlen heißt das für Deutschland im Jahr 2009 im Bundesdurchschnitt: weniger als 801 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt und weniger als 1.683 Euro für einen Vier-Personen-Haushalt mit Kindern unter 14 Jahren.

Doch sind die Durchschnittswerte des mittleren Einkommens für einzelne Regionen in Deutschland sehr unterschiedlich. In Mecklenburg-Vorpommern wird der Schwellenwert für Armut bei einer vierköpfigen Familie mit 1.422 Euro angegeben und in Baden-Württemberg mit 1.830. Die regionalen Unterschiede spiegeln sich auch in der Zahl der Armutsgefährdeten. So ist in Mecklenburg-Vorpommern beinahe jeder Fünfte von Armut bedroht (23 Prozent), in Baden-Württemberg nur ungefähr jeder neunte (11 Prozent). Das gilt auch für das andere reiche Bundesland im Süden, Bayern.

Insgesamt bestätigen die neuen Zahlen des Bundesamtes für Statistik den altbekannten deutlichen Ost-West-Unterschied: "Hatten in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) knapp 20% der Bevölkerung ein erhöhtes Armutsrisiko, waren im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) 13% der Menschen armutsgefährdet."

Die Unterschiede verschärfen sich nochmal für die besonders Gefährdeten, für Erwerbslose und Alleinerziehende und Kinder.

"Auch Alleinerziehende und ihre Kinder waren bundesweit (40%) besonders armutsgefährdet. Während in Hessen (31%) und Baden-Württemberg (33%) rund ein Drittel der Mitglieder von Alleinerziehenden-Haushalten von Armut bedroht waren, traf dies in Sachsen-Anhalt (59%), Mecklenburg-Vorpommern (56%), Sachsen (52%) und Thüringen (51%) auf mehr als die Hälfte der entsprechenden Haushaltsmitglieder zu."

Doch haben die Statistiker bei der Auswertung des Mikrozensus von 2009 auch eine kleine Überraschung gefunden. Im Rentenalter sieht die Sache anders aus:

"Lediglich die 65-Jährigen und Älteren hatten in den neuen Ländern (10%) ein geringeres Armutsrisiko als im früheren Bundesgebiet (13%)."

Quelle : http://www.heise.de/tp/

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Offline Jürgen

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Re: Zwölf Millionen von Armut bedroht
« Antwort #3 am: 29 August, 2010, 21:13 »
Auch die Wohnkosten spielen eine regional stark unterschiedliche Rolle, verbunden allerdings meist mit ähnlich unterschiedlichen Arbeitseinkommen und Arbeitsmarktchancen, sowie mit der örtlichen Verkehrssituation (ÖPNV usw.).
Wer pendeln muss, um sich überhaupt ein Einkommen zu verschaffen, der hat ebenso einen erhöhten Bedarf, wie einer, der hohe Mieten in Kauf nehmen muss, um nahe am Arbeitsplatz (bzw. -markt) zu wohnen.
Im ländlichen Raum ist allerdings auch der Anteil derjenigen merklich höher, die aufgrund von Wohneigentum keine normale Miete zahlen. Dafür kann das Einkaufen deutlich schwerer fallen, mangels Alternativen zum nächsten Teuerkauf...

Jede Statistik und jede Studie muss vereinfachen, um überschaubar zu bleiben oder eine Aussage erkennbar werden zu lassen.
Aber die Grundtendenz ist unübersehbar, ganze Teile der Bevölkerung müssen sich als zunehmend ausgegliedert und praktisch chancenlos ansehen, solange in Politik und Wirtschaft kaum mehr auf die Binnennachfrage gesetzt wird...

Jürgen
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