Autor Thema: Geier- Fonds: Geschäft wider jede Moral  (Gelesen 1059 mal)

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Geier- Fonds: Geschäft wider jede Moral
« am: 27 September, 2006, 11:07 »
Hedgefonds sammeln immer mehr Geld und spekulieren mit allem, was Profit bringt: mit Aktien, Devisen, Rohstoffen, sogar mit den Schulden anderer. Niemand weiß, welche Risiken sie eingehen. Deshalb sind sie selbst zum Risiko geworden, Experten warnen vor einem Domino-Crash.

Nicholas Maounis lässt es sich einiges kosten, seinen gestressten Händlern die Arbeit zu erleichtern: Zum Dampfablassen gibt es ein schalldichtes Musikstudio mit Schlagzeug, Keyboard und E-Gitarren, im aufwendig eingerichteten Entspannungsraum stehen Videospiele bereit, die Muskeln lassen sich im firmeneigenen Fitnessstudio trainieren.

Maounis, 43, ist Gründer des Hedgefonds Amaranth Advisors. Er besitzt Villen in Florida und unweit der Firmenzentrale in Greenwich, Connecticut, sowie eine ganze Flotte von Luxuslimousinen, die Mitgliedschaft im Hudson National Golf Club war ihm 200.000 Dollar wert.

Noch im August war sein Fonds neun Milliarden Dollar schwer. Von 25 Prozent Rendite schwärmte ein Topmanager noch vorvergangene Woche vor potentiellen Investoren. Auf der Website ist von "erstklassigem Risikomanagement" und "hochdiszipliniertem" Anlageverhalten die Rede.

Wenige Tage später kam der Zusammenbruch. Amaranth hatte sich mit Erdgasoptionen verspekuliert - und innerhalb einer Woche fünf Milliarden Dollar verloren.

Verschuldet hat diesen GAU ausgerechnet Brian Hunter, 32, der Star unter den Amaranth-Händlern. Im vorigen Jahr, als Hurrikan "Katrina" die Energiemärkte erschütterte, nahm er für das Unternehmen mit gutplatzierten Wetten auf den Erdgaspreis rund eine Milliarde Dollar ein. Maounis war beeindruckt, er machte Hunter, der allein vergangenes Jahr 75 bis 100 Millionen Dollar verdiente, zum Co-Chef der Rohstoffabteilung.

"Jedes Mal, wenn du glaubst zu verstehen, was die Märkte bewegt, passiert etwas anderes", sagte Hunter erst im Juli in einem Interview über das höchst volatile Geschäft mit den Erdgasoptionen. Er hatte auf weitersteigende Gaspreise spekuliert - doch sie fielen. Am Ende, urteilt das "Wall Street Journal", habe Hunter schlicht den richtigen Zeitpunkt verpasst, "seine Spielchips vom Tisch zu nehmen".

Es wird viel gespielt im weltweiten Casino. Die waghalsigsten Spieler sind Hedgefonds wie Amaranth, sie verwalten die unvorstellbare Summe von 1,2 Billionen Dollar. Und das ist oft nur ein Bruchteil ihres Einsatzes, im Extremfall finanzieren sie bis zu 90 Prozent ihrer Geschäfte mit Fremdkapital. Das leihen ihnen die Banken, ohne dass diesen Darlehen entsprechende Sicherheiten gegenüberstehen.

Wo das viele Geld steckt, weiß niemand. Transparenz ist in der Welt der Hedgefonds ein Fremdwort. Es gibt weder Meldepflichten noch Regularien, die einzuhalten wären. Nichts ist verboten - und deshalb alles erlaubt.

Hedgefonds-Manager können das Geld anlegen, wo es am meisten Profit verspricht: Sie spekulieren mit Aktien, Devisen, Rohstoffen oder Anleihen, auf steigende oder fallende Kurse. Sie greifen Unternehmen an und setzen ganze Volkswirtschaften unter Druck.

Eine riesige Blackbox ist da entstanden, und niemand weiß, welche Risiken sich darin verbergen. Der Chef der beim Internationalen Währungsfonds neugeschaffenen Abteilung für Finanzmarktüberwachung, Jaime Caruana, warnt, dass die "heutigen, zunehmend komplexeren Finanzmärkte bisher noch nicht durch schwere Schocks geprüft wurden".

Ein deutscher Bankenvorstand formuliert es anders: "Das Ganze ist der Ritt auf dem Rücken eines Tigers." Selbst die Europäische Zentralbank (EZB), eher für zurückhaltende Wertungen bekannt, sieht die Stabilität des Weltfinanzsystems in Gefahr.

Im Fall Amaranth verspekulierte sich nur ein einzelner Fonds. Was aber passiert, wenn viele Fonds, finanziert von vielen Banken, schiefliegen?

Schon einmal, im September 1998, standen die Finanzmärkte kurz vor dem Kollaps. Damals verlor der Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) über vier Milliarden Dollar mit Investitionen in Staatsanleihen. Plötzlich waren seine Kredite nicht mehr gedeckt, etliche Banken kamen in Schwierigkeiten. Eine Kettenreaktion drohte - die US-Notenbank organisierte eine Stützungsaktion.

Seither, meint der Finanzmarktspezialist Andrew Lo, Direktor an der US-Eliteschmiede Massachusetts Institute of Technology (MIT), sei das potentielle Systemrisiko, das von Hedgefonds ausgeht, sogar noch gestiegen. Die Gründe für diese gefährliche Entwicklung sieht er in der zunehmenden Vernetzung von Banken und Fonds sowie in dem gestiegenen Einsatz von Fremdkapital.

Das Zerstörungspotential der Hedgefonds ist jedenfalls weit größer, als der Fall Amaranth erahnen lässt. Und die größte Gefahr geht nicht von Spekulationen mit Gas- und Ölkontrakten aus.

Im heißesten Spiel der Finanzjongleure wird mit sogenannten Derivaten, die Kreditrisiken absichern, gehandelt. Das Volumen dieser Geschäfte vervielfachte sich in den vergangenen Jahren auf über 17 Billionen Dollar.

Es gibt kaum gefährlichere Wetten als die auf Kreditpleiten. Die komplexen Instrumente - sogenannte Credit Default Swaps (CDS) - machen allerdings durchaus Sinn. Im großen Stil kommen sie seit den neunziger Jahren zum Einsatz, die Banken können sich damit gegen den Ausfall großer Kreditkunden absichern.

Vereinfacht funktioniert das Geschäft so: Will die Commerzbank beispielsweise einen 50-Millionen-Euro-Kredit an DaimlerChrysler absichern und damit ihren Spielraum für weitere Kreditvergaben erhöhen, so sucht sie sich auf dem Markt eine geeignete Gegenpartei, etwa die Deutsche Bank. Im Telefonhandel oder über digitale Handelsplattformen legen die Spezialisten die Modalitäten fest. Je länger die Laufzeit der Absicherung, umso höher die Prämie, die die Commerzbank der Deutschen Bank jährlich zahlen muss. Die Deutsche Bank wird aber das Risiko nicht auf sich sitzen lassen, sondern ebenfalls weiterreichen und damit neutralisieren. Auch sie kauft sich im Markt Schutz für die 50 Millionen und zahlt dafür zum Beispiel an die US-Investmentbank J. P. Morgan eine entsprechende Prämie. Hat sich auf dem Markt die Einschätzung des Daimler-Risikos inzwischen verbessert, liegt die Prämienzahlung an J. P. Morgan unter den Prämien der Commerzbank, und die Differenz bleibt bei der Deutschen Bank als Profit hängen.

Dieses Spiel wird täglich x-mal gespielt, was erklärt, wie aus dem handelbaren Kreditvolumen von mehreren Hundert Milliarden die gigantische Versicherungssumme von mehreren Billionen entsteht. Doch der Dschungel gegenseitiger Verpflichtungen scheint kaum noch durchschaubar, bizarrste Konstellationen sind denkbar. Verschiebt vielleicht eine Bank ihr Ausfallrisiko in die Bücher eines Fonds, dem sie gleichzeitig auch Kredit gibt?

Sogar Profis haben längst den Überblick verloren. Die Angst vor unkontrollierbaren Dominoeffekten geht um.

US-Börsenlegende Warren Buffett hält jedenfalls wenig von Derivaten. Für den - nach Bill Gates - zweitreichsten Mann der
USA sind sie "finanzielle Massenvernichtungswaffen". Szenekenner sind sich einig, dass Buffett mit diesem Ausspruch vor allem auf die Kreditderivate zielte.

Der Markt hat sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch verändert. Die Suche nach Schutz gegen Kreditpleiten treibt nicht mehr allein das Geschäft, sondern auch die Gier nach Rendite. Es entsteht eine gefährliche Mischung aus neuen Produkten, explosionsartigem Wachstum, ähnlichen mathematischen Risikomodellen, wenigen potenten Spielern und vielen Spekulanten.

Rennen alle Banker wie Schafe in derselben Minute zum selben Ausgang, wenn es brenzlig wird? Und wissen die tonangebenden Clubmitglieder überhaupt tagesaktuell, welche frischen Risiken in ihren Büchern schlummern?

Dass das Risikomanagement der Spieler die Achillesferse des ganzen Systems ist, dämmert der Szene erst so richtig, seit die neuen Großverdiener der Wall Street den Markt der Kreditderivate für sich entdeckt haben. Um die Renditeeinbrüche in den klassischen Märkten zu kompensieren, nehmen die Manager der unregulierten Hedgefonds zunehmend Kreditrisiken in die Bücher - oft das Vielfache ihres Eigenkapitals.

Für diese Kontrakte müssen sie im Gegensatz etwa zum Kauf einer Unternehmensanleihe kaum Geld in die Hand nehmen. Stattdessen hinterlegen sie nur eine bescheidene Sicherheit und kassieren die Versicherungsprämie.

Was aber passiert, wenn die Risikomodelle versagen? Wenn große Schuldner pleitegehen und Fonds deshalb in Schieflage geraten?

Am 5. Mai 2005 war es - fast - so weit. Da stufte die Rating-Agentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des weltgrößten Autokonzerns, General Motors (GM), auf Ramschniveau herunter. Die Banken verlangten nun für die alten Versicherungsverträge automatisch eine Aufstockung der hinterlegten Sicherheiten, weil das schlechte GM-Rating die Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht hatte.

Doch Hedgefonds investieren nicht nur in Kreditderivate. Manche kaufen auch echte Kredite auf. Die riskantesten Tranchen sind derzeit im Milliardenpoker der ungebremst boomenden Private-Equity- Branche zu haben.

Mit nur wenig Eigenkapital kapern deren Manager reihenweise Unternehmen. Den Rest des Kaufpreises finanzieren sie mit Schulden, deren stolze Zinsen wiederum das Übernahmeopfer zahlen darf. Als Lieferanten für die riskantesten Hochzinstranchen stehen immer öfter Hedgefonds zur Verfügung, die involvierten Banken halten meist nur kleine Kreditpositionen - und sie wissen wohl, warum.

Allein im ersten Halbjahr 2006 lag der Wert der weltweit getätigten Übernahmen der Private-Equity-Branche bei 300 Milliarden Dollar, wovon ein erheblicher Teil fremdfinanziert ist. Die übernommenen Firmen werden nicht selten ausgehöhlt, ihr finanzielles Rückgrat durch den enormen Schuldenberg bis an die Schmerzgrenze belastet.

Für den Fall eines Abschwungs in der Weltwirtschaft prophezeien Ökonomen bereits eine Pleitewelle - und damit eine Flut neuer, notleidender Kredite. Dann könnten auch die Hedgefonds in Schwierigkeiten kommen, sie müssten ihre Positionen liquidieren, Aktien und Anleihen auf den Markt werfen, die Krise wäre da.

An Warnungen vor solchen Szenarien mangelt es nicht, allerdings an der Entschlossenheit, etwas gegen die Gefahr eines finanziellen Flächenbrandes zu unternehmen.

Auch die deutsche Regierung schwankt. Zwar kritisiert der für Finanzmärkte zuständige Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium, Jörg Asmussen, dass etwa im Fall der Kreditabsicherung "der letztendliche Verbleib dieser Kredite von keiner Aufsicht überblickt, geschweige denn überwacht" werde.

Sein oberster Dienstherr, Finanzminister Peer Steinbrück, glaubt aber auch, dass Finanzinvestoren, also Private-Equity-Firmen wie auch Hedgefonds, oftmals geradezu ein Segen für die Volkswirtschaft eines Landes sind, da sie für Liquidität sorgen.

Steinbrück will die Finanzinvestoren nicht vertreiben - und deshalb nur moderat regulieren. Er will die Risiken, die mit ihren Geschäften verbunden sind, so weit wie möglich eindämmen, ohne gleichzeitig die Chancen einzuschränken.

Nationale Alleingänge, das wissen Steinbrücks Ministeriale, machen ohnehin kaum Sinn. Die Deutschen wollen deshalb die Regulierung von Hedgefonds und Private- Equity-Gesellschaften zu einem Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr machen.

Am Ende wird es darauf ankommen, ob auch die USA mitspielen. Schon seit längerem bemüht sich die amerikanische Börsenaufsicht SEC um eine effektive Regulierung der Hedgefonds. Doch ein US-Gericht hat die von der SEC entwickelten Regeln zurückgewiesen. Jetzt will SEC-Chef Christopher Cox zumindest die Anforderungen an Hedgefonds-Investoren verschärfen und die Mindestsumme für Investitionen deutlich anheben.

Die Widerstände sind enorm. Die amerikanische Finanzwirtschaft ist eine der mächtigsten Branchen des Landes - und ihre Lobby hat großen Einfluss in Washington.

Selbstverständlich gehörte auch Amaranth zu den Gegnern jeglicher Kontrolle. Noch 2004 wandte sich ein Firmenanwalt gegen vorherrschende "Medienklischees" über Hedgefonds-Manager.

Amaranth "operiert nicht im Schatten", sagte er, die SEC habe nur dürftig erklären können, worin das Problem überhaupt bestehe.

Quelle : www.spiegel.de

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YEN- VERFALL - Hedgefonds- Zocker bedrohen das Weltwährungssystem
« Antwort #1 am: 07 Februar, 2007, 14:35 »
Der Kurs des japanischen Yen sinkt und sinkt und sinkt - so kräftig, dass milliardenschwere Yen-Spekulationen das gesamte Weltwährungssystem erschüttern könnten. Hedgefonds-Manager frohlocken - Finanzminister Steinbrück schlägt Alarm.

Düsseldorf - So kräftig bergab geht es an den Devisenmärkten selten: Seit Jahresbeginn 2001 hat der japanische Yen Schritt für Schritt an Wert verloren. Allein in den vergangenen zwölf Monaten ging es zum Euro um etwa zwölf Prozent nach unten. Das Ergebnis der Jahre währenden Talfahrt: Seit der Euro-Einführung war die japanische Währung nie so schwach wie heute. "Der Yen ist die am stärksten unterbewertete Währung", sagt Jens-Uwe Wächter, Devisenexperte der Dekabank.

Toshihiko Fukui spürt den Druck. Japans Notenbankchef war es, der die zuletzt mögliche Yen-Erholung noch einmal gestoppt hatte. Er blies kurzerhand die erwartete Leitzinserhöhung ab, die Investments in japanische Wertpapiere tendenziell attraktiver gemacht, die Nachfrage gesteigert - und die Talfahrt der Landeswährung vielleicht verlangsamt hätte.

"Ich habe den Eindruck, dass da so etwas Ähnliches wie politischer Einfluss auf die Entscheidung genommen worden ist", kommentierte Jean-Claude Juncker, Vorsitzender der Euro-Gruppe, die Entscheidung des japanischen Notenbankers.

Der Gedanke liegt nahe, denn der niedrige Yen-Kurs nutzt Japans Konzernen, da viele einen Großteil ihrer Gewinne im Ausland erzielen. "Der Autobauer Honda Chart zeigen beispielsweise verdient aufs Jahr gerechnet etwa 75 Millionen Euro zusätzlich mit jedem Yen, den die japanische Währung gegenüber dem Dollar abwertet", rechnet Koji Endo vor, Autoanalyst der Credit Suisse.

Hier borgen, dort anlegen

Dieser schöne Gewinnschub blieb auch anderen nicht verborgen. US-Finanzminister Henry Paulson sagte kürzlich, er beobachte die Yen-Entwicklung "sehr sorgfältig".

Dafür gibt es noch einen weiteren Grund: Animiert von den historisch niedrigen Yen-Kursen haben internationale Investoren noch Ende Januar Rekordsummen in japanischen Yen aufgenommen, um das Geld in Ländern mit höherem Zinsniveau als in Japan anzulegen.

Für einen Yen-Kredit müssen die Investoren am Geldmarkt in Japan aktuell nur etwa 0,5 Prozent Zinsen zahlen. Viele Anleger steckten das so aufgenommene Geld zuletzt in bestimmte amerikanische, australische oder neuseeländische Staatsanleihen, die rund 5 Prozent Rendite und mehr abwerfen.

Wer so zum Beispiel vor einigen Wochen Yen verkauft und das Geld in amerikanische Staatsanleihen angelegt hat, profitiert nicht nur von der Zinsdifferenz. Kurzfristig sorgte auch der Kursverfall des Yen gegenüber dem US-Dollar für Gewinne bei den Investoren.

Das Problem für das Weltwährungssystem dabei: Nach Expertenmeinung haben Hedgefonds damit begonnen, ihre normalen Währungsgeschäfte noch einmal kräftig anzukurbeln und einen Teil ihrer Investments gleich auf Pump einzugehen. Das kann den Profit steigern, ist aber schon einmal fast schief gegangen: 1998 manövrierte sich das Long-Term-Capital-Hedgefonds-Management (LTCM) mit ähnlichen, sogenannten Carry-Trade-Strategien so nah an den Rand des Zusammenbruchs, dass die amerikanische Notenbank einschreiten musste.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) will nun auf die drohende Gefahr hinweisen, und zwar gleich an diesem Wochenende - in Essen, beim der Finanzminister-Treff der führenden sieben Industriestaaten (G7) in der Villa Hügel. Steinbrück will sie dort darauf einschwören, das "systemische Risiko" der Hedgefonds-Branche zu begrenzen. Das generell bedeutende Thema wird durch die derzeitige Yen-Schwäche noch aktueller.

Das Communiqués und die Börse

Der schwache Yen habe die enormen "Carry Trades" der vergangenen Wochen schließlich erst möglich gemacht, findet auch Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz-Gruppe. Und die bewegen insgesamt mittlerweile wohl Kapitalströme im Volumen von mehreren hundert Milliarden Dollar, spekulieren Fachleute. "Da besteht bereits bei den aktuell massiven spekulativen Positionen das Risiko, dass es irgendwann eine brutale Umkehr gibt", sagte Heise. Das könnte dann Hedgefonds, die den richtigen Zeitpunkt verpassen, in Turbulenzen stürzen.

Die Euro-Finanzminister wollen deshalb am Wochenende eine klare Botschaft gegen die Yen-Schwäche formulieren lassen, heißt es aus Teilnehmerkreisen des G7-Treffens. Ob ihnen das allerdings gelingt, ist alles andere als sicher. Im Moment sorgt allein die Aussicht auf die Währungsgespräche für Bewegung an den Devisenmärkten. So hat der Yen am Wochenanfang erstmals seit langer Zeit wieder einen kleinen Hüpfer nach oben geschafft.

"Die Nachhaltigkeit solcher Kursentwicklungen hängt jedoch weitgehend davon ab, ob sich die G7-Repräsentanten darauf einigen können, das Thema Yen in das Abschlusscommuniqué des Treffens aufzunehmen", glaubt Commerzbank-Analystin Antje Praefcke.

Soweit nämlich ist es in der Vergangenheit höchst selten gekommen. Und Devisenhändler reagieren oft schon hektisch auf kleine Abweichungen von den Standardfloskeln in solchen Communiqués.

Ob eine neue Formulierung reichen würde, den sechs Jahre währenden Yen-Abwärtstrend zu stoppen - und das Weltwährungssystem wieder krisenfester zu machen? Zum Thema Hedgefonds wird jedenfalls keine Verständigung der sieben Teilnehmerstaaten erwartet.

Es sei nicht die Absicht, noch in diesem Jahr bei dem Thema zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen, sagte der deutsche Finanzstaatssekretär Thomas Mirow heute in Berlin. Zwar werde es vermutlich einen Fahrplan geben, wie mit dem Thema weiter umgegangen werde. Es seien aber "keine vertieften Schlussfolgerungen" zu erwarten.

Quelle : www.spiegel.de

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USA torpedieren globale Hedgefonds- Polizei
« Antwort #2 am: 07 Februar, 2007, 20:29 »
Wilde Hedgefonds-Spekulationen gefährden das Finanzsystem - glaubt Finanzminister Steinbrück, der die Billionen-Branche besser beaufsichtigen will. Am Samstag beraten die G7-Minister über das Thema. Doch eine strenge Kontrolle der Fonds wird es nicht geben - weil Briten und Amerikaner sich sperren.

Berlin - Ein Fahrplan für die Zukunft - mehr nicht. In der von Deutschland angestoßenen Debatte um mehr Kontrolle über die Geschäfte von Hedgefonds wird es wohl keine schnelle Verständigung geben, sondern nur Absichtserklärungen und Termine für weitere Gespräche. Das sagte heute der Finanzstaatssekretär Thomas Mirow, der damit die Erwartungen an den bevorstehenden G7-Gipfel in Essen dämpfte.

In Essen seien "keine vertieften Schlussfolgerungen" zum Thema Hedgefonds zu erwarten, sagte Mirow. Es handele sich um einen "kontinuierlichen Prozess".

Dass die Finanzminister der führenden sieben Industriestaaten am Samstag bei ihrem Treffen in der Essener "Villa Hügel" überhaupt über Hedgefonds reden, ist eine Premiere. Bisher debattierten vor allem Universitätsexperten und Notenbanker über das Thema. Doch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und seine Leute haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um die Frage beim Essener Gipfel auf die Agenda zu heben.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich als Anhängerin einer Hedgefonds-Aufsicht zu erkennen gegeben. Sie hatte erst jüngst bei der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos angekündigt, im Rahmen der laufenden deutschen G8-Präsidentschaft die Transparenz auf den internationalen Finanzmärkten erhöhen zu wollen.

"Das Thema ist sexy" - aber politisch sensibel

Das Thema hat in Deutschland Prominenz - spätestens seit der damalige SPD-Chef Franz Müntefering internationale Finanzakteure als "Heuschrecken" brandmarkte. "Das Thema ist sexy", sagt ein Experte. Aber es ist auch politisch sensibel - und bisher haben die Finanzminister Großbritanniens und der USA ihre schützende Hand über die Fonds gehalten. Auch jetzt heißt es, dass die Finanzminister Gordon Brown und Henry Paulson eine strenge Regulierung ablehnen - - auch wenn zumindest US-Minister Paulson zuletzt selbst vor wachsenden Risiken warnte. Typischerweise werden die Geschäfte der Hedgefonds über die Finanzmärkte London und New York abgewickelt, auch wenn viele ihren offiziellen Sitz in Steueroasen angemeldet haben. So haben auf den Cayman Inseln 1051 Hedgefonds ihren Sitz - in Deutschland sitzt keiner.

Man wolle "so schnell wie möglich" vorankommen, sich aber "so viel Zeit wie nötig nehmen, um alle an Bord zu haben", sagte Mirow mit Blick auf die Widerstände aus den USA und Großbritannien.

Steinbrück favorisiert daher eine vorsichtige, indirekte Lösung. Wie der SPIEGEL bereits am Wochenende berichtete, sollen vor allem die Banken, die Geld an Hedgefonds ausleihen, für mehr Transparenz sorgen. Die Institute sollen den staatlichen Bankenaufsichten offenbaren, wie viel Geld sie an welche Hedgefonds ausgeliehen haben. Dadurch verspricht sich Steinbrück Auskünfte über die Risikostreuung der Fonds.

Die Hedgefonds selbst sollten aufgefordert werden, ihre Informationspolitik gegenüber Banken, Anlegern und Öffentlichkeit zu überdenken. Als Ziel strebt Berlin an, dass sich die bislang weitgehend unregulierten Fonds einem freiwilligen Verhaltenskodex unterwerfen. Auch könnte sich die Branche von unabhängigen Rating-Agenturen durchleuchten lassen, um dann eine Art Gütesiegel für ihre Arbeit zu bekommen.

Gefahr von Großbränden

In der Debatte geht es um Fonds, die inzwischen für einen erheblichen Teil der Geschäfte an den Aktien- und Bond-Märkten in der Welt verantwortlich sind, die Beteiligungen rund um den Erdball erwerben und wieder aussteigen, die Einfluss auf Firmen nehmen und sich auch vermehrt im Mittelstand einkaufen. Befürworter betonen, dass die Fonds durchaus eine positive Rolle spielen, etwa als Kapitalgeber für unterkapitalisierte oder expansionswillige Unternehmen.

Kritiker beschwören hingegen das Bild von einer 1,4-Billionen-Dollar-Industrie herauf, die mit gewagten Strategien auf den Weltfinanzmärkten zockt. Anders als Banken agieren die Fonds praktisch im Verborgenen, kaum reguliert oder beaufsichtigt. Wenn sie sich verspekulieren, könnte das die Märkte gehörig in Turbulenzen stürzen - und sogar die Stabilität von Banken gefährden.

Zentrales Anliegen der Hedgefonds ist eine stabil hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital - auch dann, wenn die Kurse fallen. Erreicht werden kann das mit Hilfe von Optionen und Terminkontrakten, von Wetten auf künftige Kurse von Devisen, Rohstoffen und Wertpapieren. Das alles ist riskant - umso mehr, als die Fonds sich dafür auch kräftig verschulden. Gehen solche Großspekulationen daneben, kann das Flächenbrände im weltweiten Finanzsystem auslösen. So manövrierte sich 1998 der US-Fonds Long Term Capital Management (LTCM) so nah an den Rand des Zusammenbruchs, dass die amerikanische Notenbank einschreiten und führende Banken zu einer eiligen Rettungsaktion mobilisieren musste.

Dass man von amerikanischer und britischer Seite überhaupt bereit ist, über Regeln für Hedgefonds zu sprechen, sehen die Deutschen schon als Riesenerfolg. Auch die Angelsachsen haben erkannt, dass der Kollaps eines größeren Hedgefonds zu schwer kontrollierbaren Kettenreaktionen führen könnte. Aber man weiß in Berlin, dass alles, was in Richtung einer "harten Regulierung" der Fonds ginge, das Ende der Diskussion mit den Amerikanern und Briten bedeuten würde.

Das Zauberwort, das Steinbrück vor dem Essener Treffen immer wieder anspricht, heißt daher "Transparenz" - mehr nicht.

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« Antwort #3 am: 23 April, 2007, 10:17 »
Es kommt oft genug vor, dass Hedgefonds pauschal und zu Unrecht an den Pranger gestellt werden. Unbestritten aber ist, dass es in der Branche schwarze Schafe gibt. Die Manager von Vulture-Funds gehören dazu.

Die afrikanische Republik Sambia ist eines der ärmsten Länder der Welt. 64 Prozent der Bevölkerung müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag leben. Die Aids-Rate zählt zu den höchsten weltweit. Die Seuche ließ die Lebenserwartung in den vergangenen 15 Jahren von 60 auf 37 Jahre sinken, und 20 Prozent der sambischen Kinder sind Aids-Waisen. Für 2015 rechnet Unicef mit einem Anstieg auf eine Million Vollwaisen; bei einer Einwohnerzahl von knapp 12 Millionen. Die Kupfervorkommen der ehemaligen britischen Kolonie teilen sich internationale Bergbaukonzerne. Neben etwas Landwirtschaft hat Sambia zumindest für Investoren nichts zu bieten.

Trotzdem ist das Dritte-Welt-Land für Michael Sheehan eine erstklassige Investmentchance gewesen. Sheehan, der sich selbst "Goldfinger" nennt, wohnt vor den Toren Washingtons in Virginia und ist Gründer und Besitzer des auf den Virgin Islands in der Karibik registrierten Hedge-Fonds Debt Advisory International. Sheehans Fonds ist ein Vulture-Fonds, übersetzt: ein Geier-Fonds, der mit Schulden der Dritten Welt spekuliert.

Hedge-Fonds fordern und klagen

Diese Investitionen sind so einfach wie erfolgreich und an Perversion kaum zu überbieten. Geier-Fonds kaufen Industrienationen die Schuldtitel ab, die diese gegenüber afrikanischen Ländern haben. Wegen der Schuldenerlasse der Ersten gegenüber der Dritten Welt bekommen die Fonds die Schuldscheine immer günstiger. Von den Schuldnernationen fordern die Kredithaie dann den vollen ursprünglichen Betrag plus Zinsen. Wer nicht zahlt, wird vor Gericht gezerrt. So geschehen im Fall Sambias: Der Vulture-Fonds beglich die Schulden, die das Land seit 1979 gegenüber Rumänien hatte. Damals liehen sich die Afrikaner 15 Millionen Dollar und kauften rumänische Traktoren. Vor acht Jahren bot die rumänische Regierung eine Reduzierung der Schulden auf 3 Millionen Dollar an, wenn Sambia sofort zahle. Sambia konnte nicht zahlen, wohl aber Sheehan.

Da die Übernahme von Schulden durch Dritte die Zustimmung aller Beteiligten erfordert, schickte sein Büro eine E-Mail an den sambischen Präsidenten und bot diesem einen Deal an: Er werde der sambischen Regierung eine Spende von 2 Millionen Dollar überweisen. Für ein "vom Präsidenten gewähltes Hilfsprojekt". Die Taktik ging auf, und Sheehan kaufte den Schuldtitel für 3 Millionen Dollar. Seine Forderung an die sambische Regierung belief sich daraufhin auf rund 40 Millionen Dollar.

Die Fondsgesellschaft reichte Anfang dieses Jahres bei einem Londoner Gericht Klage ein und bekam Mitte Februar teilweise recht: Sambia muss nun 20 Millionen Dollar an den Geier-Fonds zahlen. Das Geld wird aus dem Schul- und Sozialbudget des Landes genommen. Ein Budget, das Sambia sich erst aufgrund der vergangenen Schuldenerlasse leisten kann. Das Land wurde lediglich vor der Zahlung des vollen Betrags bewahrt, weil die britischen Richter der Beweisführung William Blairs, Bruder des Premierministers und Leiter des sambischen Rechtsanwälte-Teams, folgten. Demnach sei die 2-Millionen-Dollar-Spende Bestechung gewesen.

Geier-Fonds gehören verboten

"Geier-Fonds spielen ein perverses Spiel, das jenseits jeder moralischen Vorstellungskraft stattfindet, und deshalb gehören sie verboten", sagte Gordon Brown, potenzieller Nachfolger Tony Blairs als britischer Premierminister, schon vor fünf Jahren. Geschehen ist bis heute nichts. Im Gegenteil: Debt Advisory International ist nur ein Fonds von vielen, die ein erstklassiges Geschäft mit der Dritten Welt wittern.

Prominentester Geier der USA ist aktuell der New Yorker Milliardär Paul Singer. Singer ist größter Financier des letzten Wahlkampfs von Präsident George Bush gewesen. Bereits 1996 hat sein Unternehmen Elliot Associates Schulden Perus für 11 Millionen Dollar gekauft, geklagt und 58 Millionen Dollar von dem Anden-Staat erhalten. Singers aktuelle Schuldenjagd führt in die Republik Kongo. Für 10 Millionen Dollar kaufte er einen Teil der Schulden des Landes. jetzt will Singer den vollen Betrag plus Zinsen (127 Millionen Dollar) und Schadenersatz, weil das afrikanische Land so korrupt sei. Aktueller Streitwert vor Gericht: 400 Millionen Dollar.

Quelle : www.spiegel.de

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Re: Geier- Fonds: Geschäft wider jede Moral
« Antwort #4 am: 24 April, 2007, 01:00 »
So kann man am Ende nur zweierlei erreichen, entweder ein gezieltes Attentat (was wohl nur Wenige bedauern würden), oder den Dritten Weltkrieg, zwischen der Dritten Welt und uns, aber sicher (zumindest auch) auf unserem Boden.
Damit gäbe man Bin Laden recht.

Wenn wir das nicht wollen, müssen wir endlich unsere Regierungen zur Vernunft bringen, die derartig abartiges 'Wirtschaften' auf beiden Seiten erst ermöglicht haben und im Dienste der Heuschrecken zunehmend gezielt fördern. 

Die kollektive Pleite von Regionen und ganzen Völkern ist auch eine der Folgen des Privatisierungs-Wahns, in dem sich westliche Regierungen ohne Not selbst aller Regularien berauben.
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Fragen gehören in's Forum.

Veränderungen stehen an. Dies ist der bisherige Stand:
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Hedgefonds macht 1000 Prozent Rendite mit der Kreditkrise
« Antwort #5 am: 26 November, 2007, 14:03 »
Mitten in der Kreditkrise sorgt ein kalifornischer Hedgefonds für Überraschung: Er hat in diesem Jahr eine Rendite von 1000 Prozent erwirtschaftet - während die Immobilienpreise in den USA abstürzen. Der Fonds hat einfach klüger gewettet als die meisten Finanzprofis.

London - Fallende Häuserpreise, Zwangsversteigerungen, weltweite Kreditklemme: Die Immobilienkrise in den USA hat die internationale Finanzbranche in schwere Turbulenzen gestürzt. Doch ein Unternehmen hat dem Trend erfolgreich getrotzt: der Hedgefonds Lahde Capital mit Sitz im kalifornischen Santa Monica.

Gerade ein Jahr ist es her, dass Andrew Lahde das Unternehmen gegründet hat, da verzeichnet es schon eine Rekordrendite von 1000 Prozent. Wie die "Financial Times" berichtet, hat Lahde konsequent gegen den Markt gewettet - und gewonnen. Während andere Hedgefonds, Banken und Finanzinstitute im großen Stil in Risikokredite investierten, mied Lahde das sogenannte "Subprime"-Segment. Im Gegenteil: Andrew Lahde sah die heraufziehenden Probleme voraus und setzte auf einen Zusammenbruch des Marktes.

Lahde hatte, wie auch eine kleine Gruppe anderer Fondsmanager, Derivate gekauft, die auf einen Wertverlust der Billigkredite spekulierten. Das Gros des Marktes wettete hingegen auf ein immer weiteres Wachstum: Subprime-Kredite wurden mit Preisaufschlag von einer Bank zur nächsten weitergereicht.

"Unser gesamtes Bankensystem ist ein Desaster", schrieb Lahde in einem Brief an seine Anleger. "Meiner Meinung nach wären alle größeren Banken insolvent, wenn sie ihre Assets am Markt bewerten müssten." Die aktuelle Entwicklung gibt ihm nun Recht.

Angst vor der Rezession

Auch in diesen Tagen wächst die Furcht vor einer neuen Verschärfung der Krise. Insbesondere den USA könnte eine Rezession drohen, warnen Experten. "Eine Rezession wird derzeit eingepreist", sagte Jan Loeys, Volkswirt bei JP Morgan. In der vergangenen Woche seien die Märkte bereits in einen "virtuellen Panik-Modus" verfallen. Peter Sutherland, Chairman von Goldman Sachs, mahnte ebenfalls: "Die US-Wirtschaft befindet sich in schlimmem Zustand."

Beobachter warnen, dass Kredite noch knapper werden könnten - mit verheerenden Folgen für die Realwirtschaft. Wenn die Banken sich bei der Kreditvergabe zurückhalten, wird es für Unternehmen schwieriger, geplante Investitionen zu finanzieren. "Es ist eine gefährliche Phase für die Weltwirtschaft", sagte Sutherland.

Doch was die meisten Finanzleute in Angst und Schrecken versetzt, hat anderen hohe Gewinne gebracht. Denn neben dem Kalifornier Lahde haben auch andere Fonds auf ein Platzen der Subprime-Blase gewettet. In absoluten Zahlen machte John Paulson den größten Gewinn. Sein Unternehmen Paulson & Co. hat im vergangenen Jahr zwei Milliarden Dollar für zwei Fonds eingesammelt, um gegen die Immobilienblase zu wetten. Aktuell haben die Fonds einen Wert von acht Milliarden Dollar. Zusammen mit anderen Fonds hat Paulson durch die Kreditkrise insgesamt zwölf Milliarden Dollar gewonnen.

"Es gab in der Geschichte der Finanzmärkte noch nie einen Handelsgewinn in dieser Größenordnung", sagte Arki Busson, der Chairman der EIM Group, laut "Financial Times". Busson hat selbst bei Paulson investiert. Als dieser das Geld für seine neuen Fonds im vergangenen Sommer eingesammelt hatte, sagte er, dass er in seiner ganzen Karriere "noch nie eine solche Chance gesehen" habe.

Andere Beobachter sagen, dass die Krise auf dem Kreditmarkt nicht allzu schwer vorauszusehen war. Allerdings stellt sich dann die Frage, warum nicht mehr Finanzprofis so gewettet haben wie Paulson oder Lahde.

Inzwischen, mitten in der tatsächlich eingetretenen Krise, ist diese Erkenntnis Allgemeingut. Für Fondsmanager Lahde heißt das, dass er sich langsam wieder zurückzieht: Da, wo alle sind, hat er nichts verloren. Derzeit fängt Lahde an, das Geld seiner Anleger wieder auszuzahlen. "Die Risiko-Rendite-Chancen sind längst nicht mehr so attraktiv wie in der Vergangenheit." Er selbst werde einen Teil seiner Gewinne in Gold und andere Edelmetalle investieren.

Quelle : www.spiegel.de

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Hedgefonds-Manager streichen Milliarden ein
« Antwort #6 am: 25 März, 2009, 20:13 »
Weltweit herrscht Wirtschaftskrise, doch die Top-Verdiener in der Finanzbranche haben keinen Grund zu klagen. Laut einer Studie strichen die 25 erfolgreichsten Hedgefonds-Manager im vergangenen Jahr 11,6 Milliarden Dollar ein - pro Kopf sind das im Durchschnitt 460 Millionen Dollar.

New York - Trotz der globalen Wirtschaftskrise brummt das Geschäft der führenden Hedgefonds. Die 25 erfolgreichsten Manager der Branche haben im vergangenen Jahr zusammen 11,6 Milliarden Dollar verdient. Das berichtet das Branchenmagazin "Alpha" am Mittwoch. Im Durchschnitt entfielen damit auf jeden Spitzenverdiener 460 Millionen Dollar.

Allein 2,5 Milliarden Dollar hat der 70-jährige James Simons mit seiner US-Investmentfirma Renaissance Technologies eingestrichen. Insgesamt kamen vier Manager auf mehr als eine Milliarde Dollar an Vergütungen und Prämien. In diese Topliga schaffte es auch der legendäre US-Investor George Soros mit 1,1 Milliarden Dollar. Er hatte Anfang der neunziger Jahre mit seinen Spekulationen das britische Pfund schwer unter Druck gebracht.

Die besten Europäer unter den Finanzjongleuren kamen auf Rang neun: Jeweils 250 Millionen Dollar verdienten David Harding von Winton Capital Management und Alan Howard von Brevan Howard Asset Management mit Sitz in London.

Hedgefonds gelten als eine der risikoreichsten Investmentformen. Angesichts der Wirtschaftskrise fordern zahlreiche Politiker und Ökonomen eine strengere Regulierung der Firmen. Zum Teil tragen die Hedgefonds sogar eine Mitschuld an der Finanzkrise, weil sie im großen Stil mit intransparenten Papieren gehandelt haben.

Hedgefonds-Manager nutzen die gesamte Trickkiste der Finanzmärkte, in ihrer Anlagestrategie sind sie bisher weitgehend frei. So können die Unternehmen auch mit fallenden Kursen Geld verdienen - ein Geschäftsmodell, das traditionellen Aktienfonds untersagt ist.

Im Schnitt sind die Vergütungen der Hedgefonds-Branche 2008 allerdings wegen der Finanzkrise gesunken. So vernichteten die acht größten Verlierer der Rangliste zusammen 6,2 Milliarden Dollar ihres eigenen Vermögens. Hedgefonds-Kunden zogen wegen der Krise enorme Summen aus den Firmen ab.

Quelle : www.spiegel.de

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