Autor Thema: Klimawandel .......  (Gelesen 11773 mal)

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KLIMAWANDEL - Weltweit heißester Januar aller Zeiten
« Antwort #30 am: 17 Februar, 2007, 15:20 »
Der Klimawandel macht sich immer deutlicher bemerkbar: Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es im Januar so warm wie in diesem Jahr - und zwar weltweit. US-Wissenschaftler ermittelten ein Allzeithoch.

New York - Die gemittelten Temperaturen über der Landmasse und den Ozeanen seien so hoch gewesen wie nie zuvor seit dem Beginn derartiger Messungen vor 128 Jahren, teilte das regierungsamtliche Klimazentrum in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina mit. Die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche lag demnach um 0,85 Grad Celsius über dem 20-Jahres-Mittelwert, der für den Monat Januar 12 Grad beträgt. Vor fünf Jahren war ein Januar-Rekord erreicht worden, der 0,71 Grad Celsius über dem 20-Jahres-Mittel lag.

Die Temperaturen über Land lagen im Januar sogar 1,89 Grad über dem langjährigen Mittel, während die Temperaturen über dem Meer zwar hoch waren, aber hinter den Rekordwerten von 1998 zurückblieben.

Die Wissenschaftler machen für den Rekord eine moderate El Nino-Episode und die globale Erderwärmung verantwortlich. Ein monatliches Mittel von mehr als acht Grad über dem langjährigen Durchschnitt betraf vor allem große Teile von Europa und Russland. In Kanada herrschten im Januar verbreitet Temperaturen, die um fünf Grad über dem Durchschnitt lagen. Die ungewöhnlich warmen Bedingungen hatten auch Auswirkungen auf die Schneehöhe. Der eurasische Kontinent war von der zweitniedrigsten jemals gemessenen Schneedecke bedeckt.

In den USA hatte es dagegen im Januar mancherorts heftigst geschneit. Indien litt unter einer extremen Kältewelle.

Nächtliche Hitze

Einer anderen Studie zufolge leben die Menschen vor allem in Ballungsräumen im Hitzestress. Vor allem nachts wird es in dicht besiedelten Räumen wie der Köln- Bonner Bucht oder dem Ruhrgebiet immer heißer. Eine Studie der Universitäten Bochum, Freiburg und Kassel analysiert die Folgen des Klimawandels und sieht vor allem in Mitteleuropa Klimastress auf dicht bebaute und ungünstig gelegene Gebiete zukommen.

"Die zunehmende dichtere Bebauung von Städten und Verkehrsflächen reduziert den Austausch von Luftmassen", sagt Miachel Bruse vom Geographischen Institut der Ruhruniversität. Je dichter und höher gebaut, desto höher die Temperatur. Nachts und in heißen Perioden wie in den Sommermonaten 2003 und 2006 sei es vier bis fünf Grad wärmer als in ländlichen Gebieten.

Die am Projekt beteiligten Institute erwarten einen ganzjährigen Wärmeüberschuss in den Städten, den so genannten Wärmeinseleffekt. "Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten werden zukünftig häufiger, über längere Zeiträume und stärker als bisher eingeschränkt", sagte Bruse.

Quelle : www.spiegel.de

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PLANET IN GEFAHR - Top- Forscher fordern dritte industrielle Revolution
« Antwort #31 am: 18 Februar, 2007, 11:15 »
Kann die Menschheit die Klimakatastrophe abwenden, Atomwaffen abschaffen und die Armut lindern? Top-Wissenschaftler suchen auf der größten Forschertagung der Welt nach Antworten - und sind weitgehend ratlos.

Die Welt hat Probleme - nicht eines, nicht zwei, sondern gleich fünf. Jedes einzelne hat das Potential, der Zivilisation ein gewaltsames Ende zu bereiten. Eine schnelle Lösung ist für keines in Sicht, geschweige denn für alle fünf, die obendrein auf komplizierte Art miteinander verwoben sind.

So in etwa könnte man die Rede zur Lage des Planeten zusammenfassen, die John Holdren bei der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) gehalten hat. Die Konferenz, die derzeit in San Francisco stattfindet, ist das größte Wissenschaftlertreffen der Welt, und Holdren als amtierender AAAS-Präsident einer der einflussreichsten Forscher überhaupt. Doch angesichts der Herausforderungen der Gegenwart raufen sich die Wissenschaftler in San Francisco kollektiv die Haare: Es herrscht eine Atmosphäre wissenschaftlich wohlbegründeter Ratlosigkeit.

Der Titel der Konferenz ist so sperrig wie ihr Inhalt. "Wissenschaft und Technologie für nachhaltiges Wohlergehen" lautet er, auch wenn manches Thema mutwillig unter diese Überschrift gezerrt wurde. Etwa die Eröffnungspressekonferenz über Wasserspuren auf dem Mars, ein Symposium über mathematische und statistische Beweise für Betrug bei der letzten US-Präsidentschaftswahl oder eine Sitzung über die neurobiologischen Aspekte des Schokoladen-Genusses.

Wer auf der AAAS-Tagung aber nach Anlässen sucht, sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft der Menschheit zu machen, wird reichlich fündig. Immerhin analysieren hier die führenden Wissenschaftler der Welt den Zustand des Planeten, und der ist bekanntlich nicht der beste. Zugleich betonen sie, dass sie nur für die Beschaffung der Fakten verantwortlich sind, nicht aber für das politische Handeln.

Von der AAAS aber, mit weltweit rund 120.000 Mitgliedern nicht zuletzt auch eine Lobby-Organisation, ist in dieser Hinsicht wenig Hilfe zu erwarten. Die Organisation habe den Zenith ihrer Macht längst überschritten, argwöhnen Teilnehmer, die bereits seit Jahrzehnten jährlich die Konferenz besuchen. Früher sei die Resonanz in der Öffentlichkeit bei weitem größer gewesen als heutzutage - und auch die Reaktionen der Politik.

Eiszeit zwischen Wissenschaftlern und US-Regierung

Das Verhältnis zwischen der AAAS und dem Weißen Haus dürfte sich derzeit auf einem historischen Tiefstand befinden. Nach sechs konfliktreichen Jahren unter US-Präsident George W. Bush ist unter den Konferenzteilnehmern Frust spürbar. Kaum jemand hätte erwartet, dass eine US-Regierung den Rat der besten Experten des Landes derart missachten würde - sei es in der Klimapolitik oder bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak. "Fact-averse government" lautet Holdrens Lieblingsbezeichnung für die Machthaber im Weißen Haus - eine "faktenscheue Regierung".

Angesichts der schieren Größe der globalen Probleme aber wäre die Unterstützung der Supermacht dringend notwendig. Laut Holdren sind die fünf größten Herausforderungen für die Menschheit:

· die Grundbedürfnisse der Armen zu erfüllen,

· die Produktivität des Planeten und den Wettlaufs um Land, Boden und Wasser zu steuern,

· ausreichend Energie für die Sicherung des Wohlstands zu produzieren, ohne zugleich Umwelt und Klima zu ruinieren,

· die Welt von Atomwaffen zu befreien,

· die Ozeane zu schützen.

"Das sind die absolut wesentlichen Dinge", sagt Holdren im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Versage man bei der Erfüllung dieser Aufgaben, sei das Ende des heutigen Wohlstands in den Industrieländern noch das kleinste Problem.

Erschwert wird eine Lösung durch die Tatsache, dass jeder der 192 Staaten der Erde von mindestens einem der fünf Probleme direkt betroffen ist, und jeder verfolgt unterschiedliche Interessen. "Wir müssen aber nicht in jedem Fall einen Konsens aller 192 Staaten erreichen", meint Holdren. "Beim Klimaschutz etwa müssen wir nur 13 Länder ins Boot holen." Neben den G8-Staaten seien das China, Indien, Mexiko, Indonesien und Brasilien. Allerdings befinden sich unter diesen 13 Staaten die USA, die bis heute die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz verweigert haben, und China, dessen offizielle Politik es derzeit ist, erst einmal gar nichts zu tun. Zuerst, so argumentiert Peking, müssten sich die westlichen Industriestaaten im Klimaschutz bewegen. Die aber sind - siehe Kyoto-Protokoll - zerstritten.

"Wir wollen keine Revolution"

Holdren glaubt dennoch, dass die Menschheit die Kurve kriegt - zumindest beim Klimaschutz. "Schließlich wollen wir keine Revolution", sagt der Wissenschaftler. "Gäbe es eine Abgabe von 30 Dollar pro Tonne freigesetzten Kohlendioxids, würde der Sprit etwa zehn Cent pro Liter teurer werden und der Strompreis um 10 bis 20 Prozent steigen. So etwas verändert niemandes Lebensweise, aber die Art, wie Energie erzeugt wird. Es würde dazu führen, dass wir uns umweltfreundlicher verhalten."

Bei Hans Joachim Schellnhuber klingt das ein wenig anders. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung fordert in einer Vorlesung auf der AAAS-Tagung ein "globales Manhattan-Projekt", um die Wende im Klimaschutz einzuleiten. Da im Rahmen des Manhattan-Projekts die erste Atombombe entwickelt wurde und der Name damit negativ besetzt sei, gelte es noch einen neuen Titel zu finden. Aber der Zweite Weltkrieg - so grauenhaft auch seine Folgen waren - "war einer der größten Innovationsmotoren in der Geschichte", sagt Schellnhuber.

Einen solchen Innovationsschub brauche man nun erneut, angesichts der bedrohlichen Entwicklung des Klimawandels und der wenig nachhaltigen Energieerzeugung. "Die Forschung und Entwicklung auf dem Energiesektor wird seit zwei Jahrzehnten komplett vernachlässigt", sagt Schellnhuber. "Wir brauchen eine dritte industrielle Revolution."

"Lachen Sie nicht, das ist das Ende der Welt"

Was passieren könnte, wenn die Revolution ausbleibt, zeigt Schellnhuber mit einem unterhaltsamen Trickfilm: Unterschiedliche Bereiche des Weltklimas beeinflussen sich gegenseitig und führen zu einem galoppierenden Treibhauseffekt. Das Publikum findet die umherwirbelnden Grafiken lustig. "Lachen sie nicht", ruft Schellnhuber vergnügt. "Das ist das Ende der Welt." Zumindest könne es so kommen, wenn man nicht schleunigst den CO2-Ausstoß begrenze.

Nur gibt es da gewisse Widerstände. Schellnhuber erzählt, wie er das neulich bei Gesprächen mit US-Abgeordneten in Washington erleben musste. "Eine Gruppe dort glaubt immer noch, dass der Mensch am Klimawandel nicht beteiligt ist", sagt Schellnhuber. "Manchen Leuten kostet die Rettung der Welt eben zu viele Jobs."

AAAS-Präsident Holdren ist trotz aller Hindernisse überzeugt, dass die Wende gelingen kann. "Ich bin Optimist", sagt er. "Wenn ich nur auf den leeren Teil des halbvollen Glases schauen würde, bekäme ich in der Tat Depressionen." Aber die Wissenschaftler fänden wieder Gehör, glaubt der Physiker. Das gelte insbesondere für den Klimaschutz. Extreme Wetterphänomene und die intensiver werdende Berichterstattung in den Medien erhöhten auch den Druck auf die Politik. "Wir stehen in dieser Hinsicht an einem Wendepunkt."

Quelle : www.spiegel.de

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Diese Erkenntnisse und Sorgen sind wirklich nicht neu  ::)

So hat der CDU-Politiker Herbert Gruhl bereits 1975 ein empfehlenswertes Buch zum Thema veröffentlicht: "Ein Planet wird geplündert - Die Schreckensbilanz unserer Politik".
Dieses Werk galt damals geradezu als Pflichtlektüre, auch an meiner Schule.
Nur scheint mir, die heutigen Politik-Darsteller und sonstige 'Entscheidungsträger' haben's nicht gelesen oder zumindest nicht verstanden.

Ähnlich wichtig war (und sollte nach wie vor sein) eine Studie des Club Of Rome:
Die Grenzen des Wachstums

Aber lesen und verstehen sollten die von uns Gewählten und die Konzern-Bosse schon müssen...
Und dann nicht nur etwas Medien-Rummel veranstalten, für den nächsten Wahlkampf oder die Aktionärsversammlung, sondern endlich ernsthafte Konsequenzen ziehen...
Vor allem die nach wie vor explosionsartig wachsende Weltbevölkerung wird weitere gewaltige Krisen verursachen, sowohl die Umwelt, als auch Ressourcen und Armut betreffend, das sei auch den i.d.R. hemmungslos fortpflanzungshörigen Religionsführern allen Ernstes in's Stammbuch geschrieben!
Kein Support per persönlicher Mitteilung!
Fragen gehören in's Forum.

Veränderungen stehen an. Dies ist der bisherige Stand:
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Chinas Meteorologen schlagen Alarm
« Antwort #33 am: 19 Februar, 2007, 21:42 »
Die Volksrepublik China ist nach Einschätzung einheimischer Meteorologen vom Klimawandel stärker betroffen als andere Regionen der Erde. Einem Bericht der China Meteorological Administration (CMA) zufolge stieg die Temperatur im Reich der Mitte in den vergangenen 50 Jahren im Schnitt um 0,22 Grad Celsius pro Dekade – und damit stärker als in der nördlichen Hemisphäre oder im globalen Durchschnitt. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass die Durchschnittstemperatur in China im Jahr 2020 um bis zu 2,1 Grad Celsius höher sein wird, im Jahr 2030 um bis zu 2,8 Grad und im Jahr 2050 um bis zu 3,3 Grad. Für das Jahr 2100 gehen die Forscher sogar von einem Temperaturanstieg von bis zu 6 Grad Celsius aus.

Der Bericht warnt zudem vor einer erhöhten jährlichen Niederschlagsmenge, die im Jahr 2020 bei plus drei Prozent, im Jahr 2050 bei plus fünf bis sieben Prozent und zum nächsten Jahrhundertwechsel bei plus elf bis 17 Prozent liegen könnte. Der Meeresspiegel werde bis zum Jahr 2050 um bis zu einem halben Meter steigen, prognostizieren die Wissenschaftler weiter. Zudem müssten sich die derzeit 1,3 Milliarden Einwohner im bevölkerungsreichsten Land der Erde auf zunehmend extreme Wettersituationen wie sehr heftige Regenfälle und gewaltige Taifune einstellen. Die Gletscher im Nordwesten Chinas würden bis zum Jahr 2050 um 27 Prozent schrumpfen. In anderen Gebieten nehme die Wüstenbildung deutlich stärker zu.

Den durch extreme Wetterverhältnisse hervorgerufenen direkten wirtschaftlichen Schaden bezifferte der Leiter der China Meteorological Administration, Qin Dahe, auf 25 bis 37,5 Milliarden US-Dollar jährlich, was zwei bis fünf Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts entspreche. Zwar hat China sich selbst im März 2006 einen Energie-Sparplan auferlegt, der gemessen an der Wirtschaftsleistung des Landes eine Reduzierung des Energieverbrauchs bis 2010 um 20 Prozent vorsieht, die Volksrepublik ist aber weltgrößter Verbraucher von Kohle, deren Verbrennung maßgeblich mit für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird. Rund 37 Prozent des globalen Bedarfs an Kohle verbraucht inzwischen China – Tendenz steigend.

Die Wirtschaftsstrategen in Peking sind aber auch alternativen Energien gegenüber aufgeschlossen. So kündigte China Ende vergangenen Jahres beispielsweise den Bau der bislang größten Solaranlage auf der Erde an. Das Werk mit einer Leistung von 100 Megawatt soll in den kommenden fünf Jahren in der Oasenstadt Dunhuang an der einstigen Seidenstraße im Nordwesten Chinas entstehen. Dunhuang liegt umgeben von Wüstengebieten auf einer Höhe von rund 1100 Metern und soll mehr als 3500 Sonnenstunden im Jahr aufweisen. Das derzeit größte Solarfeld steht auf einem 77 Hektar großen Areal in Arnstein bei Würzburg. Rund 1400 einzelne, der Sonne nachgeführte Solarstromanlagen, so genannte Mover, produzieren dort den Jahresstrom für etwa 4500 Haushalte. Die maximale Gesamtleistung liegt bei 12 Megawatt.

Quelle : www.heise.de

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UNO- KLIMARAT - Menschheit muss Trendwende bis 2020 schaffen
« Antwort #34 am: 21 Februar, 2007, 20:30 »
Nur gigantische Investitionen und ein radikaler Politikwechsel können den Klimakollaps noch abwenden. Bis 2020 muss die Trendwende geschafft sein - das ist nach Informationen von SPIEGEL ONLINE die alarmierende Analyse des Weltklimarats. Die Uno-Experten sagen, was getan werden müsste.

Es geht um 16 Billionen Dollar - Sie lesen schon richtig. 16.000.000.000.000 Dollar sollen bis 2030 vornehmlich in CO2-arme Technologien gesteckt werden. Diese gewaltige Summe veranschlagen die Forscher des Weltklimarats der Uno als Kosten für jene Vollbremsung, welche die Menschheit noch vor dem Klimakollaps retten kann.

Die Katastrophe lässt sich noch verhindern. Doch die Zeit ist knapp. Das ist die Botschaft, die der dritte Teil der 2007er-Studie des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) enthalten wird.

Anfang Mai wollen die Uno-Experten zunächst eine Zusammenfassung des mehr als 1000 Seiten starken Konvolutes in der thailändischen Hauptstadt Bangkok vorstellen. Erstmals gehen sie in ihrem neuen Report detaillierter auf unterschiedliche Sektoren der Wirtschaft ein - und bewerten spezifische Reduktionsmaßnahmen. Eine vollständige Entwurfsfassung, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, zeigt, dass die Experten darin niemanden gut wegkommen lassen:

    * Nicht nur die Industrie-, auch die Schwellenländer stecken längst im großen Umfang hinter dem Anstieg des Treibhausgas-Ausstoßes.
    * Verkehrs- und Energiesektor haben diese Entwicklung im ganz besonderen Maße vorangetrieben.
    * Die Weltgemeinschaft dürfe sich nicht mehr nur auf klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) konzentrieren. Stattdessen müsse eine "Multi-Gas-Strategie" auch die Zunahme von Methan, Lachgas und anderer Treibhausgase in der Atmosphäre eindämmen.

Der Vorteil an letzterem Punkt: Damit seien "Klimaziele flexibler und bei substanziell niedrigeren Kosten zu erreichen als mit reinen CO2-Strategien", bilanziert das IPCC.

Damit sind nicht mehr bloß Autos und Kraftwerke im Fadenkreuz der Klimaforscher, Diplomaten und Politiker. Methan und Lachgas stammen zu einem Großteil aus Viehhaltung, Nassreisanbau beziehungsweise Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft. Wenn sie stärker reduziert werden sollen, sind insbesondere Entwicklungs- und Schwellenländer in der Pflicht.

US-Pläne zu Geo-Engineering abgekanzelt

Doch auch die USA werden wohl nicht gut auf die Verantwortlichen der IPCC-Arbeitsgruppe III zu sprechen sein. Die britische Zeitung "Guardian" berichtete kürzlich, dass sich die USA als Land mit dem höchsten Treibhausgas-Ausstoß für das sogenannte Geo-Engineering stark gemacht haben.

Darunter sind technokratische Konzepte im Kampf gegen die globale Erwärmung zu verstehen, zum Beispiel der gezielte Eintrag von gigantischen Mengen Schwebstaub in die Erdatmosphäre, um einfallendes Sonnenlicht zurückzuwerfen. "Die Sonneneinstrahlung zu modifizieren könnte eine bedeutende Strategie sein, falls die Vermeidung von Emissionen aus dem einen oder anderen Grund scheitert" - dieser Satz war laut "Guardian" ein Wunsch der US-Regierung für den dritten IPCC-Teilreport in diesem Jahr.

Die Uno-Sachverständigen zeigten sich von derlei Ansinnen offenbar aber unbeeindruckt. Unter dem beiläufigen Punkt "Weiteres" im Entwurf ihrer Zusammenfassung verwenden sie zweieinhalb dürre Zeilen auf die Pläne der US-Technokraten: "Möglichkeiten des Geo-Engineerings bleiben weitgehend spekulativ und unkalkulierbar in ihren Kosten." Außerdem seien mögliche Nebeneffekte der großtechnischen Eingriffe in den Strahlungshaushalt unbekannt. Nicht einmal die Empfehlung aus den USA, wenigstens die Risikoforschung auf diesem Feld voranzutreiben, findet sich im Berichtsentwurf.

Nur noch Zeit bis 2020

Die Analyse der Forscher: Nur wenn die Menschheit den Ausstoß von Klimagasen eiligst drosselt, könnte sie die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abwenden. Industrie- und Schwellenländer haben nicht mal mehr 15 Jahre Zeit für eine nachhaltige Trendumkehr beim Treibhausgas-Ausstoß. Spätestens bis 2020 muss das fossile Zeitalter seinen Zenit überschritten haben - sprich, der Ausstoß von Klimagasen dürfte nicht mehr von Jahr zu Jahr steigen, sondern müsste substanziell abnehmen.

Den Forschern zufolge sollte die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau von höchstens 420 Anteilen pro einer Million Luftmoleküle (ppm) stabilisiert werden. Aktuell beträgt dieser Wert aber schon 383 ppm, und jährlich kommen aktuell weitere 2,5 hinzu. Die Warnung des Weltklimarats: Die Zielmarke ist "nur in den stringentesten Szenarien" noch zu erreichen - und damit ein Stopp der globalen Erwärmung bei maximal zwei Grad Celsius (verglichen mit vorindustrieller Zeit).

Ein Überschreiten dieser Temperaturschwelle muss nach Ansicht vieler Klimaforscher vermieden werden, weil die Folgen des globalen Wandels dann unbeherrschbar würden.

Die IPCC-Autoren zitieren sogar Studien, nach denen die CO2-Emissionen schon 2015 zurückgehen müssen, damit die Temperatur im Laufe des Jahrhunderts nicht über zwei Grad Celsius Plus hinausschießt. Das tolerierbare Höchstniveau für Kohlendioxid wird in diesen Arbeiten mit 400 ppm angegeben - und damit noch niedriger. Die Autoren der insgesamt sechs Studien nennen Werte zwischen 48 und 86 Prozent, um die der Klimagasausstoß bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2000 gedrosselt werden müsste. Knapp die Hälfte - oder mehr als vier Fünftel? Das ist ein gewaltiger Unterschied. Doch in ihrem Entwurf enthalten sich die IPCC-Autoren überraschend einer Bewertung und sprechen nur vage von Emissionsreduktionen "über 50 Prozent", die bis 2050 nötig seien, um die Kurve noch zu kriegen.

Gegenwind für Luxusschlitten

Auch der deutschen Autoindustrie wird der dritte IPCC-Bericht weiteren Gegenwind verschaffen. Seit Wochen wehrt sich diese vehement gegen scharfe gesetzliche Limits für den CO2-Ausstoß von Pkw, wie die EU-Kommission sie vorgeschlagen hat. Der neue Klimareport unterstreicht nun, dass die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs "schneller gestiegen sind als in jedem anderen Energieverbrauchssektor". 2004 waren sie mehr als doppelt so hoch wie noch 1970. Den weitaus größten Anteil an diesem Trend hatte der Autoverkehr: rund 75 Prozent. Deutlicher geht es kaum.

In seiner ökonomischen Bewertung deckt sich Teil III des Weltklimareports mit dem, was der frühere Chefökonom der Weltbank Sir Nicholas Stern im Herbst für die britische Regierung ermittelt hatte.

Auch der IPCC kommt zu dem Schluss, dass frühzeitiges Handeln beim Klimaschutz "relativ niedrige Kosten" verursacht. Unter anderem empfiehlt er:

    * Verstärkte Verwendung von Biokraftstoffen
    * Anbau von Trockenreissorten
    * Hybridfahrzeuge
    * Neue Atomkraftwerke
    * CO2-Abscheidung bei konventionellen Kraftwerken
    * Hausmodernisierung und besseres Gebäudemanagement

Strikte Maßnahmen, wie sie die Einhaltung der Zwei-Grad-Schwelle erfordert, würden nach aktuellen Projektionen dann umgesetzt, wenn sich der Preis für eine ausgestoßene Tonne CO2 bis 2030 auf 30 bis 120 Dollar verteuern würde. Damit verschlinge der Kampf gegen den Treibhauseffekt dann ein bis fünf Prozent des Bruttosozialproduktes, schätzen die IPCC-Analytiker nach eigenen Angaben"grob". Die ökonomischen Verluste durch den Klimawandel taxieren sie höher. Mit der Zeit könnten die Schadensummen von Jahr zu Jahr um zwei bis vier Prozent steigen, steht im betreffenden Kapitel.

Noch lange nicht auf dem richtigen Weg

Auf dem richtigen Weg, mit einem blauen Auge durch den Klimawandel zu kommen, sei die Menschheit jedenfalls noch mitnichten: Beim Kohlendioxid "sind die mittleren jährlichen Zuwachsraten im Zeitraum von 2000 bis 2005 höher als in den neunziger Jahren", schreiben die IPCC-Autoren. Sie legen dar, dass der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen seit 1970 um mehr als 50 Prozent zugenommen hat. Die Emissionen von CO2 sind seither sogar um rund zwei Drittel gestiegen. Knapp 60 Prozent Anteil haben daran die Industrieländer - obwohl sie nur ein Fünftel der Weltbevölkerung stellen.

Alle bisherigen Klimaschutzmaßnahmen, auch die im Rahmen des Kyoto-Protokolls, seien "inadäquat, um die allgemeinen Treibhausgas-Emissionstrends umzukehren", schreiben die Experten.

Der IPCC hatte schon Anfang Februar Schlagzeilen gemacht, als er in Paris Ergebnisse aus dem ersten Teil des neuen Weltklimaberichts vorstellte ("Die physikalische Basis des Klimawandels"). Die Autoren verkündeten, es könne nun kein Zweifel mehr daran bestehen, dass menschliche Aktivitäten maßgeblich hinter der globalen Erwärmung von knapp 0,8 Grad Celsius seit 1850 stecken. Im April will der IPCC in Brüssel zwischenzeitlich Ergebnisse aus dem zweiten Teil seiner neuen Expertise zu den ökologischen und gesellschaftlichen Folgen des Klimawandels veröffentlichen.

Quelle : www.spiegel.de

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KLIMASCHUTZ - Gabriel will Glühbirne aus Europa verdrängen
« Antwort #35 am: 25 Februar, 2007, 10:45 »
Umweltminister Sigmar Gabriel macht sich in einem Brief an seinen EU-Kollegen stark für die Energiesparlampe: Der Standort Europa könne sich die herkömmliche, minimal effiziente Glühbirne nicht mehr leisten.

Hamburg - Gabriel (SPD) fordert EU-Standards gegen herkömmliche Glühbirnen. "Der Standort Europa kann sich eigentlich keine Produkte mehr leisten, die wie herkömmliche Glühbirnen einen Effizienzgrad von nur fünf Prozent aufweisen", zitierte die Zeitung "Bild am Sonntag" vorab aus einem Brief Gabriels an EU-Umweltkommissar Stavros Dimas.

Studien zufolge könnten etwa 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden werden, wenn in Haushalten und in der Dienstleistungsbranche die herkömmlichen Glühbirnen die Energiesparlampen ersetzt würden. Gabriel schlug vor, über die Richtlinie für das Ökodesign entsprechende europaweite Standards vorzuschreiben.

Die Grünen machen nicht bei der Glühbirne Halt: Ihre Bundestagsfraktionschefin Renate Künast forderte in der Zeitung, per Gesetz auch Kühlschränke und Waschmaschinen mit hohem Energieverbrauch aus den Elektromärkten zu verdrängen. "Wer ein neues Elektrogerät kauft, muss sicher sein: Was auf dem Markt ist, entspricht dem modernsten Standard bei der Einsparung von Energie", forderte sie. Für den Klimaschutz sei eine gesetzliche Regelung dringend nötig.

Glühbirne wärmt statt leuchtet

In Brüssel läuft Gabriel offene Türen ein: Auch der EU-Umweltkommissar Stavros Dimas will mehr Energiesparlampen. "Wir prüfen derzeit, ob ein EU-Standard für umweltfreundliche Lampen machbar ist", sagte Dimas dem Nachrichtenmagazin "Focus". Das Glühbirnenverbot in Australien sei sehr interessant. Mit dem Verbot von Glühbirnen will Australien den Ausstoß von Treibhausgasen drosseln.

Der Bundesverband der Verbraucherinitiativen wies darauf hin, dass ein Umstieg auf Energiesparlampe die Kosten für Beleuchtung um 80 Prozent senke. Außerdem könne jeder Haushalt den Kohlendioxidausstoß auf diese Weise um 150 Kilogramm pro Jahr senken.

Bei der Glühbirne wird die zugeführte Energie in Strahlung umgesetzt. Davon wird aber nur ein geringer Frequenzbereich als Licht wahrgenommen. Die Strahlung im Infrarotbereich ist nicht sichtbar und wird als Wärme empfunden. Energiesparlampen haben eine höhere Lichtausbeute im Verhältnis zur Energiezufuhr.

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UNO- BERICHT - Klimawandel hat die Welt schon jetzt im Schwitzkasten
« Antwort #36 am: 02 März, 2007, 07:51 »
Der Klimawandel ist viel weiter fortgeschritten als bisher bekannt. Das zeigt ein bisher geheimer Teil des Uno-Weltklimareports, für den 30.000 Messreihen ausgewertet wurden. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ist das Fazit: Keine Weltregion wird verschont - und vier trifft es besonders hart.

Ist das Wetter, das wir heute auf der Erde beobachten, schon aus den Fugen? Wirkt sich die Luftverschmutzung der vergangenen Jahrzehnte schon in der Gegenwart aus? Genau davon geht der Weltklimarat der Uno aus: Menschliche Einflüsse aus den vergangenen drei Jahrzehnten "hatten eine erkennbare Auswirkung auf viele physikalische und biologische Systeme", folgern die Autoren des bislang geheimen zweiten Teils des Weltklimareports 2007.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wird das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) die Lage so zusammenfassen: Der Klimawandel hat die Erde schon heute fest im Schwitzkasten. Das geht aus dem Schlussentwurf der Summary for Policymakers hervor, der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger.

Der Band, an dem mehrere hundert Wissenschaftler mitgewirkt haben, soll Anfang April in Brüssel nach einer letzten Erörterung mit Regierungsvertretern aus aller Welt veröffentlicht werden. Die Metastudie wird erhebliches politisches Gewicht in der laufenden Klimadebatte haben.

Lange Indizienliste: Wir sind mittendrin

Ihr Hauptbefund ist, dass sich auf allen Kontinenten die Erdoberfläche und die Ökosysteme schon jetzt unter dem Druck regionaler Klimaerwärmung wandeln. Die in dem Entwurf ausgebreitete Indizienliste ist lang:

    * Gletscherseen nehmen an Zahl und Größe zu, ihr Überlaufen könnte fatale Überschwemmungen auslösen.
    * Im Gebirge und in hohen Breiten weicht der Dauerfrost auf, Eis- und Gesteinslawinen nehmen zu.
    * Flüsse und Binnenseen erwärmen sich, ihre thermische Schichtung und die Wasserqualität verändern sich.
    * Die Abflussrate in Strömen, die sich im Frühjahr aus schmelzenden Gletschern und Eisfeldern speisen, nimmt zu.
    * Der Frühlingsbeginn wandert im Kalender immer weiter nach vorne, Pflanzenblüte und Vogelzug verschieben sich.
    * Viele Pflanzen- und Tierarten dehnen ihr Verbreitungsgebiet in die milder werdenden höheren Breiten und Gebirgszonen aus.

Für den zweiten Teilbericht dieses Jahres haben die Autoren fast 30.000 Datensätze aus mehr als 70 internationalen Studien überprüft. Diese Messreihen dokumentieren die Veränderungen des Wasserkreislaufs, der Kryosphäre (Eiszonen), der Flora und Fauna über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren.

"Mehr als 85 Prozent" der Datensätze zeigen laut IPCC "Veränderungen in einer Richtung, wie sie als Reaktion auf eine Erwärmung zu erwarten sind". Mit anderen Worten: In fast neun von zehn Datensätzen fanden die Forscher Hinweise für Umweltveränderungen infolge des vom Menschen forcierten Treibhauseffekts.

Die Forscher halten es für "sehr unwahrscheinlich", dass die geschilderten Phänomene maßgeblich auf natürliche Prozesse zurückgehen. Ihre beiden Hauptargumente: Die räumlichen Muster von regionalen Klimaerwärmungen und Umweltänderungen stimmen sehr gut überein. Eine ähnliche Konsistenz gebe es zwischen den Beobachtungen und dem, was Klimamodelle als Veränderungen infolge einer Temperaturzunahme prognostizierten.

Bedrohte Naturschätze

Die Uno-Sachverständigen schildern nicht nur den Ist-Zustand. Gestützt auf Zukunftsszenarien gehen sie auch der Frage nach, wie sich menschliche Lebensräume und Ökosysteme in einer wärmer werdenden Welt entwickeln werden.

Viele Naturschätze werden dem Klimawandel zum Opfer fallen, schreiben die IPCC-Autoren in dem Entwurf:

    * Für 20 bis 30 Prozent aller Arten bestehe ein "hohes Risiko der Auslöschung", sollte die globale Mitteltemperatur um weitere 1,5 bis 2,5 Grad Celsius im Vergleich zu 1990 steigen. Schon ab 2050 könnte es soweit sein.
    * Korallenriffe werden "wahrscheinlich starke Rückgänge erleben".
    * Salzmarschen und Mangrovenwälder könnten bei steigenden Meerespegeln versinken.
    * Tropischer Regenwald werde dort, wo der Bodenwassergehalt stark zurückgehe, durch Savanne ersetzt.
    * Zugvögel und Säugetiere litten unter der Verschiebung der Vegetationszonen in der Arktis.

Am stärksten werden nach Ansicht des IPCC vier Weltregionen zu leiden haben:

    * die Arktis (Ursache: stärkste relative Erwärmung),
    * kleine Inselstaaten im Pazifik (Meeresspiegelanstieg),
    * Afrika südlich der Sahel-Zone (Dürren)
    * und die dichtbevölkerten Flussmündungen Asiens (Überschwemmungen).

Schon diese Aufzählung macht deutlich: Auch der Mensch wird kaum ungeschoren davonkommen.

Hitzetote, Überflutungen, Dürren, Stürme

Der Uno-Klimarat erwartet "steigende Zahlen von Todesfällen, Verletzungen und Erkrankungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Dürren". Der Entwurf der Politiker-Zusammenfassung spricht von "hitzebedingter Sterblichkeit" speziell in Europa und Asien.

Mehrere hundert Millionen Menschen in dicht besiedelten Küstenregionen seien allein durch den Meeresspiegelanstieg und das damit verbundene höhere Überflutungsrisiko bedroht, hauptsächlich in den Deltagebieten Asiens.

Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung lebt laut dem Papier in Regionen, wo Gletscher und Schnee wichtige Wasserspeicher darstellen - die aber "sehr wahrscheinlich" weiter schwinden.

Detailliert listen die Sachverständigen die möglichen Folgen für unterschiedliche Weltregionen auf: Europa, Afrika, Asien, Nordamerika, Mittel- und Südamerika, Australien und Neuseeland, Polargebiete und kleine pazifische Inseln. In vielen Weltgegenden wird die Erwärmung Mensch und Umwelt demnach hauptsächlich Nachteile bringen. Die positiven Effekte wie höhere Erträge in der Land- und Forstwirtschaft Nordeuropas verblassen angesichts der bedrohlichen Szenarien (siehe interaktive Grafik).

In dem Entwurf machen die Autoren jeweils kenntlich, wie sicher sie sich in ihren Aussagen sind. Der weitaus größte Teil der Feststellungen fällt dabei in die Kategorie zwei, was bedeutet, dass die Forscher sie mit "großer Gewissheit" verkünden. Einen Teil ihrer Schlüsse ziehen die Sachverständigen aber auch mit "sehr großer Gewissheit", zum Beispiel, dass Nordamerika in Zukunft noch stärkere Waldbrände und Hitzewellen in verschiedenen Großstädten erleben wird. Oder dass der Klimawandel für kleine Inselstaaten die größten Risiken birgt.

Mehr Nahrung im Norden, Erde könnte grüner werden

Das Papier nennt auch einzelne erfreuliche Entwicklungen. Diese könnten aber von nur kurzer Dauer sein.

Die Experten machen sich offenbar keine direkten Sorgen um die Nahrungsmittelproduktion. In hohen Breiten werden sich die landwirtschaftlichen Anbaubedingungen wahrscheinlich verbessern, so dass die Ernteerträge global gesehen bis auf weiteres steigen. Dessen ungeachtet dürften zahlreiche Entwicklungsländer künftig häufiger von Dürren heimgesucht werden - und ihre Bevölkerung stärker unter Hungersnöten leiden. Erst bei einem Temperaturanstieg von drei Grad Celsius und mehr sieht der Klimarat das Risiko, dass sich das Ertragsplus im hohen Norden und tiefen Süden wieder umkehren könnte. Generell haben die Autoren in die Prognosen zur Ernährungsituation nur "mittleres Vertrauen".

Quelle : www.spiegel.de

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Kaum ist der zweite Teil des Weltklimareports bekannt geworden, regt sich Kritik. Prominente deutsche Experten bemängeln auf SPIEGEL ONLINE, die Prognose falle zu alarmistisch aus - weil die Forschung die Anpassungsfähigkeit des Menschen außer Acht lässt.

Sechs Jahre Arbeit stecken im zweiten Teil des Weltklimaberichts - und ziemlich klare Botschaften: Wir sind schon mittendrin im Klimawandel. Gerundet neun von zehn Umweltmessreihen aus den vergangenen Jahrzehnten zeigen, dass die Erwärmung der Atmosphäre begonnen hat. Alle Weltregionen sind betroffen, es kommt zu Hitzetoten, Überflutungen und Dürren. Eigentlich wird das neue Kapitel des Uno-Berichts mit dieser alarmierenden Erkenntnis erst Anfang April in Brüssel veröffentlicht. Doch der Entwurf der "Summary for Policymakers" (der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger) ist auf SPIEGEL ONLINE jetzt schon bekannt geworden.

Der zweite von insgesamt drei Teilen des Weltklimaberichts versucht, einen Konsens herzustellen über die Zukunfts-Projektionen für die Erde. Wie aber beurteilen deutsche Forscher die Erkenntnisse des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), das den Bericht erstellt hat? Erste Reaktionen zeigen: Mit einigen Aussagen sind sie nicht einverstanden.

Alle Beteiligten des IPCC müssen sich schriftlich verpflichten, keine Ergebnisse vorab weiterzugeben oder zu kommentieren. Deshalb nehmen deutsche Klimaforscher nur Stellung zu den bei SPIEGEL ONLINE vorab veröffentlichen Ergebnissen - und stimmen den bisher bekannt gewordenen Erkenntnissen im Grundsatz zunächst zu.

"Die Analyse der Vorgänge, die in dieser Zusammenfassung stehen sollen, stimmt mit dem überein, was wir auch für die Ostsee festgestellt haben", sagt Hans von Storch vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht. "Auch die Ostsee erwärmt sich, das Ablaufverhalten der Flüsse verändert sich - nur weniger dramatisch. Wir können zwar nicht beweisen, dass das am Klimawandel liegt, aber es ist die beste Erklärung."

Auch Mojib Latif vom Meeresforschungsinstitut Geomar in Kiel und Christian Schönwiese von der Universität Frankfurt sind von den Kernaussagen nicht überrascht. Klimaforscher verfolgen die zugrunde liegenden Fachveröffentlichungen schließlich seit Jahren.

Kritik an Details - und an Forschungsmängeln

In manchen Details sind die Experten aber skeptisch. Im IPCC-Berichtsentwurf steht, dass in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die Meere womöglich kein Kohlendioxid mehr aufnehmen werden - sondern sogar Klimagase abgeben könnten. Dazu Ozeanspezialist Latif: "Die Meere werden immer Kohlendioxid aufnehmen. Die Frage ist, ob das in der Zukunft abnimmt. Zu einer Nettoquelle werden die Weltmeere aber bestimmt nicht." Anders die Lage bei der Erdvegetation: Da könnte ein solcher Effekt durchaus eintreten, "insbesondere wenn die tropischen Regenwälder infolge von Klimastress sterben".

Joachim Schnellnhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sieht in den Veröffentlichungen der IPCC-Arbeitsgruppen "abgeschliffene Berichte". "Das IPCC ist eben keine Forschungseinrichtung, sondern ein Gremium, das schon publizierte Literatur zusammenfasst." Das werde oft missverstanden. Dieser Hinweis ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil die Struktur des Gremiums auch die Inhalte formt - was sich beim zweiten Teilbericht deutlich zeigen könnte. "Ich habe den Eindruck, dass es in der Arbeitsgruppe 2 des IPCC eine gewisse Neigung zum Alarmismus gibt", sagt Klimaforscher Storch, "etwa wenn es um Hitzetote, Überflutungen und Dürren geht."

Anpassungsfähigkeit bisher missachtet

Offenbar werde die Möglichkeit gar nicht mit bedacht, dass die Menschen sich den veränderten Umweltbedingungen anpassen können. "Das ist ausgesprochen dumm", sagt Storch. "Wir haben in Madrid viel häufiger Hitzewellen als in Hamburg. Trotzdem sterben dort nicht mehr Menschen daran als hier."

Wie die Menschen wohl auf den Klimawandel reagieren werden - dazu fehlt den Wissenschaftlern bisher schlicht die Datenbasis. Schellnhuber kritisiert, Anpassungsforschung sei bisher sträflich vernachlässigt worden. "Wir können relativ leicht Projektionen machen, was mit Korallenriffen passiert, wenn der Ozean steigt und saurer wird", sagt er SPIEGEL ONLINE. "Wenn es um Tourismus im Harz im Jahr 2050 geht, ist das eine um viele Stufen kompliziertere Angelegenheit."

Storch fürchtet, dass Projektionen der Klimawandel-Folgen solange zu alarmistisch ausfallen, wie die Anpassungfähigkeit des Menschen und der Gesellschaft nicht berücksichtigt werden. Für Schnellnhuber ist das indirekt die Schuld derer, die lange am vom Menschen beförderten Klimawandel gezweifelt haben: Der wissenschaftliche Nachholbedarf bestehe auch, "weil wir ein Jahrzehnt mit dem Streit über die Frage verschwendet haben, ob der Klimawandel überhaupt stattfindet."

"Reformprogramm auch für das IPCC"

Klar ist: Ganz generell ist dem zweiten Teil des IPCC-Berichts nicht Alarmismus zu unterstellen. Denn Forschungsergebnisse aus den jüngsten Monaten, die tendenziell ein dramatischeres Bild der Klimawandelfolgen zeichnen, wurden gar nicht berücksichtigt. Aber in Details sind die Experten skeptischer. Storch: "Ruhm und Anerkennung des IPCC beruhen auf der Arbeit der Arbeitsgruppe 1. Bei der zweiten Gruppe ist dies nicht der Fall." Die erste Arbeitsgruppe hatte Anfang Februar einen weltweit beachteten Überblick zum aktuellen Stand der Klimaforschung abgegeben.

Schellnhuber bemängelt vor allem die Aufgabenverteilung im IPCC: Es sei unglücklich, dass Gruppe 2 sich mit den biologischen und physischen Folgen für die Lebensräume beschäftigen müsse - "und dann auch noch ein bisschen mit Adaption", also der Anpassung des Menschen an den Klimawandel. Für den nächsten IPCC-Report 2013 regt der Forscher da Korrekturen an: "Auch das IPCC wird einem Reformprogramm unterworfen werden müssen."

Quelle : www.spiegel.de

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Re: KLIMASTUDIE - EU warnt vor Dürren und Zehntausenden Toten
« Antwort #38 am: 02 März, 2007, 17:32 »
was mir an der Diskussion über dieses Thema aufstößt, denkt mal ein Jahr zurück da geisterte ein Schlagwort durch die Medien, Pandemie, mit der Variante Vogelgrippe. Da wurde Geflügel gekeult, Impfstoffe gehortet, Hauskatzen entsorgt usw.
Ich bin mir der Gefahren bewusst, vor allem wenn Menschen in der Nähe sind. Aber bitte die nötige Sachlichkeit.
kater
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KLIMASCHUTZ - CSU will konventionelle Autos verbieten
« Antwort #39 am: 03 März, 2007, 14:02 »
Schluss mit Fernreisen, Tempolimits, Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2020: Die Debatte um den Klimaschutz entführt Politiker und Experten in völlig neue Gedankenwelten. Tenor: Nur Bescheidenheit rettet die Welt.

Hamburg - Per Gesetz will die CSU die Deutschen dazu zwingen, nur noch klimafreundliche Kraftfahrzeuge zu fahren. "Ab dem Jahr 2020 dürfen nur noch Autos zugelassen werden, die über einen umweltfreundlichen Antrieb verfügen", sagte CSU-Generalsekretär Markus Söder dem SPIEGEL. Von diesem Zeitpunkt an müssten herkömmliche Verbrennungsmotoren durch Wasserstoff- und Hybridtechnik abgelöst werden.

"Grüne Motoren schaffen neue Arbeitsplätze", sagte Söder. Die deutsche Autoindustrie lege beim Thema Umweltschutz aber nicht genügend Erfindergeist an den Tag, durch ein klares Ultimatum müsse daher der notwendige Innovationsdruck erzeugt werden. Der CSU-Generalsekretär arbeitet schon länger daran, das ökologische Profil seiner Partei zu schärfen - nicht zuletzt, weil die Grünen in den wohlhabenden Regionen Bayerns zu ernstzunehmender Konkurrenz werden.

Bei so viel Engagement für den Umweltschutz will die SPD mit eigenen Vorschlägen nicht sparen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sprach sich für ein Tempolimit auf Autobahnen aus. "Ich habe nichts gegen ein Tempolimit", sagte er der "Welt am Sonntag".

Offiziell begründete er dies aber nicht mit dem Kampf gegen den Klimakiller CO2, sondern mit der notwendigen Rettung von Menschenleben. Ein Tempolimit würde dazu führen, "dass die schweren Verletzungen, Unfälle, Schädelhirntrauma und Todesfälle deutlich abnehmen. Das ist ein Grund, warum man für ein Tempolimit sein sollte", sagte der SPD-Politiker.

Ein Tempolimit aus CO2-Gründen birgt nach den Worten des Ministers die "ganz große Gefahr, dass die Republik sich darüber streitet und die Autoindustrie sich still und heimlich verdrücken kann". Dies sei nicht sein Weg. Wenn die Automobilindustrie nicht freiwillig die CO2-Emissionen reduziere, werde es ein Gesetz auf europäischer Ebene geben.

Im SPIEGEL hält VW-Chef Martin Winterkorn dagegen: "Politiker kritisieren gern andere", erklärte er und fügte hinzu: "Und sie fahren in der Regel nicht die verbrauchsgünstigsten Modelle." "Sylt statt Seychellen"

Auch Wissenschaftler beteiligen sich an der Debatte um mehr Klimaschutz. "Sylt statt Seychellen" - diese Formel empfiehlt der Tourismusexperte des Potsdam- Instituts für Klimafolgenforschung, Manfred Stock. "Wer etwas für den Klimaschutz tun will, sollte Flugreisen vermeiden und in Deutschland Urlaub machen", sagte er der "Berliner Zeitung". Ähnlich sieht das der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge: "Wer mit dem Flugzeug nach Südostasien reist, sollte wissen, dass dabei mehr als sechs Tonnen Kohlendioxid pro Kopf entstehen." Ein Bahn-Reisender, der von Berlin an die Ostsee und zurück fährt, verursache hingegen nur 35 Kilogramm CO2.

Bei den Grünen findet diese Forderung Zustimmung. "Es gibt viele wunderbare Ferienregionen in Deutschland, die es zu erkunden lohnt", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast. Sie forderte die deutsche Autoindustrie auf, von klimafreundlichen Modellen der japanischen Konkurrenz zu lernen. "Das Umweltauto muss "in" sein. Es muss stylisch sein", sagte Künast der "taz".

EU-Industriekommissar Günter Verheugen warnte dagegen vor Hysterie. Zwar müsse der Klimawandel "an allen Fronten" bekämpft werden, sagte er der "Bild am Sonntag". "Wir dürfen aber auch nicht in hysterischen Aktionismus verfallen."

Quelle : www.spiegel.de

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EU einigt sich im Klimastreit
« Antwort #40 am: 09 März, 2007, 13:42 »
Angela Merkel hat sich durchgesetzt. Die EU-Staaten haben sich im Klimastreit geeinigt. Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis 2020 verpflichtend bei 20 Prozent liegen. Die Kanzlerin sprach von einem qualitativen Durchbruch.

Die Europäische Union hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Staats- und Regierungschefs stimmten dem Plan für eine deutliche Senkung des Treibhausgasausstoßes und einen verbindlichen Ausbau der Bioenergie zu. Der CO2-Ausstoß soll bis 2020 um ein Fünftel verringert werden im Vergleich zum Jahr 1990. Die EU will vor allem die USA und China ebenfalls zu verpflichtenden Klimaschutzzielen drängen und prescht deshalb mit einseitigen Zusagen vor. Sollten Asien und Amerika folgen, will die EU die Treibhausgase-Emissionen sogar um 30 Prozent reduzieren.

Der neue Entwurf des deutschen Vorsitzes für die Gipfelbeschlüsse versucht einen Ausgleich zwischen Befürwortern der Atomenergie auf der einen und der erneuerbaren Energien auf der anderen Seite. Darin wird ein verpflichtendes Ziel für den Ausbau von Energieträgern wie Sonne, Wind und Wasserkraft von derzeit rund sechs Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2020 festgeschrieben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die erstmals die Gipfelrunde leitete, würdigte den Beschluss als zukunftsweisenden Kurswechsel. "Das ist ein qualitativer Durchbruch", sagte Merkel zum Abschluss des Treffens. "Das wird innovative Fähigkeit sichern." Es sei gelungen, die Tür aufzustoßen zu einer neuer Dimension der Energie und Klimapolitik. Sie mahnte, dass es gemeinsam gelingen müsse, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Dies sei "eine wichtige Frage für die Menschheit".

Einigkeit erreichte der Gipfel bei der bis zuletzt strittigen Frage der erneuerbaren Energien. Merkel betonte, es gebe nun verbindliche Vorgaben für die Europäische Union insgesamt, wobei die EU-Kommission jetzt die Lastenverteilung auf die einzelnen Länder regeln müsse. "Jeder Mitgliedstaat betrachtet sich als Sonderfall und damit sind sie alle wieder gleich." Wichtig sei ihr aber, dass es keine Anrechnung der Atomkraft auf die erneuerbaren Energien gibt. Dies war von Frankreich ins Spiel gebracht worden, das seine starke Atomwirtschaft schützen wollte.

Als Zugeständnis an Polen fügte der deutsche EU-Vorsitz eine Passage ein, wonach die "wachsende Sorge über die Sicherheit der Energieversorgung" berücksichtigt werden soll. Polen hatte stärkere Garantien von der EU verlangt, im Fall von Versorgungskrisen wie jüngst durch Russland solidarisch zur Seite zu springen.

Quelle : www.spiegel.de

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Geschönt, gemogelt, gefeiert
« Antwort #41 am: 09 März, 2007, 18:56 »
Von wegen Durchbruch: Im Detail erweist sich der EU-Klimakompromiss als Trickserei. Die Politik reagiert mit Rechenspielchen auf die größte Bedrohung der Gegenwart - jetzt ist es offensichtlich: Zum Verhindern der Klimakatastrophe fehlt ihr der Mumm.


[/b]Wer das Dilemma der internationalen Klimapolitik zusammenfassen will, braucht dafür nur zwei Zitate aus jüngster Zeit.

    * "Europa verursacht nur einen relativ geringen Teil der weltweiten CO2-Belastung."

    * "Wir haben nur einen kleinen Anteil am globalen Treibhausgas-Ausstoß, also muss es eine globale Lösung geben."

Der erste Satz stammt vom deutschen EU-Kommissar Günter Verheugen, der zweite von US-Energieminister Sam Bodman. Zur Erinnerung: Die EU ist derzeit für rund 15, die USA gar für 22 Prozent des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich. Was daran klein sein soll, bleibt Verheugens und Bodmans Geheimnis. Dennoch sollten beide Sätze als Argumente gegen einseitige Klimaschutzmaßnahmen dienen. Frei nach dem Motto: Sollen doch erstmal die anderen etwas tun.

Do ut des heißt dieses Verhandlungsprinzip: Ich gebe, damit du gibst. An der Supermarktkasse funktioniert das prächtig, im Kampf gegen den Klimawandel könnte es auf direktem Weg in die Katastrophe führen. Denn im ungünstigen Fall rührt sich so lange niemand, wie jeder mit dem Finger auf einen anderen zeigt. Und das kann sich hinziehen.

Ob die von Kanzlerin Angela Merkel forcierte Treibhausgas-Einigung der EU diesen Teufelskreis nun durchbrechen kann, erscheint fraglich. Zwar ist Europa auf den ersten Blick vom Prinzip des do ut des abgewichen und hat eine Zusage ohne Bedingungen abgegeben. Nur: Das Versprechen ist so klein, dass es dem Rest der Welt womöglich nicht reicht.

20 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 will die EU im Jahr 2020 ausstoßen. Angesichts des vorherigen Gezerres sollte man meinen, dass hier ein ehrgeiziges Ziel erreicht wurde. Doch der Glaube daran beweist insbesondere in Deutschland allenfalls, wie kurz das Gedächtnis mancher Zeitgenossen ist. Denn dass Deutschland in seiner aktuellen Klimagas-Bilanz im Vergleich zu 1990 relativ gut dasteht, ist zu einem beachtlichen Teil nichts anderem zu verdanken als der Wiedervereinigung.

Klima-Musterknabe von Ostdeutschlands Gnaden

In den neuen wirtschaftsschwachen Bundesländern sank der CO2-Ausstoß zwischen 1990 und 1995 um über 40 Prozent, während er in den alten Ländern stagnierte. Das Resultat: Der gesamtdeutsche Kohlendioxid-Ausstoß ging in der ersten Hälfte der neunziger Jahre um satte 13 Prozent zurück, in der zweiten Hälfte nur noch um etwas mehr als zwei Prozent. So hatte Deutschland auf bequeme Art schon 1995 etwa die Hälfte dessen geschafft, wozu es sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet hatte: seine Treibhausgas-Emissionen von 1990 bis 2010 um 21 Prozent zu senken.

Das strukturell Gleiche passiert nun auf europäischer Ebene. Die EU hatte beschlossen, ihren Klimagas-Ausstoß im selben Zeitraum um acht Prozent zu drücken. Sollte die Gemeinschaft das schaffen, wäre das Erreichen der jetzt beschlossenen 20-Prozent-Reduktion auch kein großes Problem mehr, wie es in einer aktuellen Studie des Wuppertal-Instituts heißt. Denn dank der osteuropäischen Neulinge müsste die 27-Mitglieder-EU bis 2020 nur noch weitere fünf Prozentpunkte ihrer Emissionen einsparen, um die 20-Prozent-Marke zu erreichen. "Ein nicht überambitioniertes Ziel", kommentieren die Autoren der Studie trocken.

Doch selbst dieser als "Durchbruch" gefeierte Mini-Kompromiss reicht andernorts bereits, vor dramatischen Folgen der Klimawandel-Bekämpfung zu warnen. "Steigende Kosten für die Energiewirtschaft und die Energieverbraucher" müssten vermieden werden, ließ etwa der Bundesrat wissen. "Manchen Leuten", bemerkte der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber kürzlich lakonisch, "kostet die Rettung der Welt eben zu viele Jobs."

Unerfüllbare Forderung an die USA

Natürlich ist auch noch mehr drin, behauptet die EU: Man könne die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 auch um 30 Prozent senken, sollten Asien und Amerika Vergleichbares anbieten. Womit wir wieder bei do ut des wären. Nur dass es sich diesmal genau besehen nicht einmal um ein ernst zu nehmendes Angebot handelt. Denn die Treibhausgas-Emissionen etwa der USA sind seit 1990 um fast 20 Prozent gestiegen.

Die Forderung der EU, dass die Industrienationen im Durchschnitt eine Reduktion ihrer Emissionen um 30 Prozent gegenüber 1990 schaffen, würde von den USA nahezu Unerfüllbares verlangen. Die Vereinigten Staaten müssten ihren Treibhausgas-Ausstoß um rund 50 Prozent senken, und das innerhalb von zehn Jahren. Das 30-Prozent-Angebot der EU dürfte deshalb kaum ernst gemeint sein.

Aufstrebende Nationen wie China und Indien dürften ebenfalls keine Schwierigkeiten haben, den angeblichen Durchbruch der EU als wenig ambitioniert zu durchschauen. Deshalb ist fraglich, ob die Schwellenländer von ihrer bisherigen Position abweichen. Die besteht mit einigem Recht in der Forderung, dass die westlichen Industriestaaten aufgrund ihrer Verantwortung für den bisherigen Treibhausgas-Ausstoß und ihres technologischen Vorsprungs beim Klimaschutz die Initiative ergreifen müssen.

Ob sich nach dem Mini-Durchbruch von Brüssel an dieser Haltung Grundlegendes ändert, ist mehr als fraglich. Offen ist auch, was vom EU-Klimaziel noch übrig bleibt, wenn erst einmal verhandelt wird, wer welchen Beitrag leisten soll.

Das einzige, was es nach der EU-Einigung zu bejubeln gibt, wäre wieder einmal die bloße Tatsache, dass man überhaupt zu einer Einigung fähig war. Doch das ist nicht mehr genug - es sei denn, der Klimawandel wartet auf Brüsseler Verordnungen.

Quelle : www.spiegel.de
« Letzte Änderung: 09 März, 2007, 20:55 von SiLæncer »

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KLIMASCHUTZ - EU- Kommissar verlangt Tempolimit in Deutschland
« Antwort #42 am: 11 März, 2007, 10:14 »
EU-Umweltkommissar Dimas attackiert Deutschland. Ein Tempolimit auf Autobahnen sei überfällig, fordert er - und nennt die deutsche Autoindustrie rückständig. Außerdem sollen Flugtickets um 9 bis 40 Euro teurer werden.

Hamburg - Nach dem EU-Gipfel zum Klimaschutz hat Umweltkommissar Stavros Dimas ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen gefordert. Eine solche Beschränkung sei aus vielen Gründen sehr sinnvoll - und in den meisten EU-Staaten und den USA völlig normal, sagte er der "Bild am Sonntag". "Nur in Deutschland wird das merkwürdigerweise kontrovers diskutiert."

Der Bundesrepublik komme beim Klimaschutz eine besondere Verantwortung zu, sagte Dimas. Ein Durchbruch werde nur gelingen, wenn die EU-Staaten jetzt in der Praxis zeigen, dass Klimaschutz machbar und bezahlbar sei - "insbesondere Deutschland als wichtigste Industrienation".

Im SPIEGEL kritisiert Dimas die deutsche Autoindustrie als rückständig: "Ich frage mich auch, wo die deutschen Ingenieure mit dieser großartigen Geschichte bleiben, um die Kraftfahrzeuge auf den modernsten Stand der Abgasreinigung zu bringen." Dimas hatte zuletzt mit seiner Ankündigung Aufsehen erregt, als neuen Dienstwagen kein europäisches Auto, sondern einen Toyota Prius mit Hybrid-Antrieb zu bestellen.

Als eine der nächsten Maßnahmen der EU-Kommission zum Klimaschutz nannte Dimos die Erweiterung des Emissionshandels auf den Flugverkehr. Diese Methode, bei der Unternehmen bestimmte Verschmutzungsrechte zugeteilt bekommen, die sie dann selbst ausnutzen oder verkaufen können, gilt bislang nur für die Industrie. "Die Erhöhung der Tickets wird im Bereich von 9 Euro für einen Flug und um 40 Euro für einen Flug in die USA liegen", sagte er der "Bild am Sonntag".

SPD-Fraktionschef Struck warnt vor Risiken für deutsche Jobs

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck warnt angesichts der Klimadebatte vor Hysterie. "Ich schließe mich der Warnung vor der Klima-Hysterie ausdrücklich an. Es macht keinen Sinn, jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu jagen", sagte Struck der Zeitung "Bild am Sonntag" und unterstützte ähnliche Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und EU-Kommissar Günter Verheugen.

Plötzlich stehe nur noch der Klimawandel an der Spitze, und Arbeitsplätze in Deutschland seien egal, kritisierte Struck. "Wenn wir eine Debatte darüber führen, wie viel Gramm CO2 ein Auto ausstoßen darf, dann müssen wir die Auswirkungen auf die Unternehmen im Augen haben", mahnte er. Es gehe auch um den Wirtschaftsstandort Deutschland. Klimaschutz und Wirtschaftstandort müssten in Übereinstimmung gebracht werden.

Feinstaub-Kontrollen für Kamine und Öfen geplant

Das Umweltbundesamt (UBA) plant nach Informationen der "Bild am Sonntag", den Feinstaubausstoß aus Kaminen und Öfen drastisch zu reduzieren. Betroffen seien rund 14 Millionen Besitzer von Kaminen in Deutschland, schrieb das Blatt. Bislang würden nur Öfen ab 15 Kilowatt Wärmeleistung auf Feinstaub- und Kohlenmonoxidausstoß überprüft.

"Ziel ist es, die Kontrolle auch auf kleine Anlagen ab vier Kilowatt Wärmeleistung auszuweiten", sagte Bernd Krause vom UBA der Zeitung. Ab Herbst dürfe der Feinstaubausstoß bei neuen Anlagen dann nur noch zwischen 0,06 bis 0,1 Gramm pro Kubikmeter Abluft betragen. Ab 2015 sollten Grenzwerte zwischen 0,02 und 0,04 Gramm gelten. Für ältere Kamine solle es eine zehnjährige Übergangsfrist geben, dann drohe die Stilllegung.

Quelle : www.spiegel.de

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Globale Erwärmung: Klimaflüchtlinge vom Ende der Welt
« Antwort #43 am: 11 März, 2007, 17:59 »
Land unter in Arktis und Pazifik: Meeresanwohner verlieren ihre Heimat - schon heute sind ganze Dörfer von den Folgen des Klimawandels bedroht. Vier dramatische Beispiele zeigen, wie die Erderwärmung die Menschen vertreibt.

Das Meer nagt am Strand, die ersten Häuser sind längst verschlungen. Weil die schützende Eiskappe fehlt, um das Dorf Shishmaref (US-Bundesstaat Alaska) vor der Wucht der Winterstürme zu schützen, versinkt die Siedlung langsam im arktischen Meer. Es sind solche Geschichten, die der Angst vor den Folgen des Klimawandels ein Gesicht verleihen.

Sie verlieren ihre Heimat. Nicht in ferner Zukunft, nicht in ein Paar Jahrzehnten, sondern jetzt gerade. Das Schicksal der Inuit von Shishmaref ist symptomatisch für alle jene Gemeinden, die aufwändig geschützt, ganz aufgegeben oder aber verlegt werden müssen - ihre Einwohner sind die ersten Vertriebenen des Klimawandels.

Während in Europa um die Bewertung des EU-Klimakompromiss gestritten wird und EU-Umweltkomissar Stavros Dimas ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen fordert, müssen Menschen an entlegeneren Orten der Welt sich bereits heute darauf gefasst machen, ihre Koffer zu packen und in klimafestere Regionen umzuziehen - oder zumindest ein paar Höhenmeter nach oben.

Die Experten des Weltklimarats der Uno fassen in ihrem noch unveröffentlichten zweiten Teilbericht zum Klimawandel nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen zusammen, dass vier Weltregionen am stärksten zu leiden haben werden:

    * die Arktis (Ursache: stärkste relative Erwärmung),
    * kleine Inselstaaten im Pazifik (Meeresspiegelanstieg),
    * Afrika südlich der Sahel-Zone (Dürren)
    * und die dichtbevölkerten Flussmündungen Asiens (Überschwemmungen).

Vier Beispiele - von der Pazifikinsel Tegua, der arktischen XYZ-Siedlung, der nordäthiopischen Provinz Tigre und dem Flussdelta Bangladeshs - machen deutlich, wovor die Menschen in diesen Weltgegenden sich fürchten:

Arktis - Siedlungen im Matsch

Die 600 Einwohner des Dorfs am Ende der Welt haben längst beschlossen, Abschied zu nehmen. Und doch bleiben sie und messen nach jedem schweren Sturm mit dem Maßband nach, wie viel Land das Meere wieder abgenagt hat - und wie nah es jetzt den Häusern der Siedlung kommt.
 
Shishmaref liegt im US-Bundesstaat Alaska nördlich der Beringstraße. Steht man hier am Strand, kann man nach Norden schauen, wo über den Nordpol hinaus bis zur sibirischen Küste im Osten nichts als arktisches Meer liegt. Früher war es im Winter monatelang zugefroren. Doch seit einigen Jahren fehlt Shishmaref und seinen Bewohnern dieser schützende Eispanzer. Nun treffen die Winterstürme die ungeschützte Küste.
 
Im Oktober 1997 hatte ein schwerer Sturm Teile der Küste abgerissen. 14 Häuser mussten danach aufgegeben werden. Seitdem nagt das Meer an Shishmaref, die Einwohner packen ihre Koffer. Ende 2004 haben die Bürger beschlossen, dass ihre Häuser ins Landesinnere verlegt werden soll.
 
Schon im Sommer 2002 hatte US-Senator Ted Steffens in einem Bericht an die Vereinten Nationen berichtet, welche Folgen die globale Erwärmung in den arktischen Gebieten hat: Überschwemmte Straßen, verschlammte Siedlungen, tote Wälder und Flächenbrände seien heute schon sichtbare Folgen. Noch haben die Bürger von Shishmaref ihren Beschluss noch nicht in die Tat umgesetzt. Dass sie es aber tun müssen, daran besteht kein Zweifel.
 
Auch Tuktoyaktuk, das nördlichste Dorf auf dem Festland der kanadischen Northwest Territories, wankt. Aufbrechendes Polareis hebt Häuser an, schneidet Versorgungswege ab. Auftauende Permafrostböden bedrohen überall in der Arktis - von Alaska über Kanada bis in die Weiten Sibiriens - die Bewohner. Ganze Siedlungen drohen, im Matsch zu versinken.

Pazifik – Meer bis in die Hütten

Das Meer spült über die Reste des Strandes – und immer öfter auch in die Hütten. Die Bewohner des Dorfes Lateu auf der südpazifischen Insel Tegua (Republik Vanuatu) gehören zu den ersten Menschen, die wegen des Klimawandels ihre Häuser verlassen müssen: Im vergangenen Jahr fingen sie mit Vorbereitungen für die Umsiedlungen an, 300 Meter ins Inselinnere und weiter über den Meeresspiegel. Mit finanzieller Hilfe der kanadischen Regierung sind dort bereits sechs Gemeindebauten entstanden.
 
Vorher hatten die Bewohner von Lateu jahrelang versucht, ihre Hütten mit Fundamenten aus Korallen gegen das Meer zu schützen. Mittlerweile steige das Wasser bei starker Flut so hoch, dass es bis in die Behausungen laufe, sagte der Bürgermeister Reuben Seluin der britischen Zeitung "Independent". Im Jahr 1993 fingen australische Wissenschaftler an im Rahmen des Projekts Sea Level and Climate Monitoring an zwölf Orten im Südpazifik die Meereshöhe genau zu bestimmen. Sie konnten einen Anstieg von sechs Millimetern pro Jahr messen – bisher insgesamt rund acht Zentimeter. Das klingt zwar nicht nach viel, aber weil auf Tegua im Jahr 1997 ein Tsunami einen großen Teil des weißen Strandes weggespült hatte, sind das Dorf und die Palmen dem Meer ungeschützt ausgeliefert.
 
Den Anstieg des Meeresspiegels erlebten die Bürger von Lateu am eigenen Leibe. "Ende der Achtziger wurde unser Dorf zum ersten Mal überflutet", sagte Seluin, "jetzt passiert das jeden Monat."
 
Außer Vanuatu fürchten vor allem Tuvalu und Kiribati um die Zukunft ihrer Heimat. "Unsere Inseln sind flach wie ein Tisch", sagte Paani Laupepa, ein Vertreter Tuvalus im Herbst letzten Jahres. Der Präsident Kiribatis sagte: "Wenn wir davon reden, dass unsere Inselstaaten in zehn Jahren unter Wasser stehen werden, müssen wir einen Ort finden, wo wir hingehen können." Australien weigert sich bislang, pazifische Klimaflüchtlinge aufzunehmen. Neuseeland hatte hingegen signalisiert, dass es bereit sei, Heimatlose von den Inseln aufzunehmen.

Afrika - Trockenheit im Flussbett

In der nordäthiopischen Provinz Tigre buddeln Dorfbewohner während der Trockenzeit ein zwei Meter tiefes Loch in ein ausgetrocknetes Flussbett. Sie suchen verzweifelt nach Wasser. Mit dieser Szene machte Jeffrey Sachs, Direktor des Earth Institute der Columbia University, im Vorfeld des G-8-Gipfels im schottischen Gleneagles deutlich, wie Afrika besonders in der Sahelzone vom Klimawandel betroffen ist.
 
Beim Treffen von Gleneagles im Juli 2005 hatte Großbritanniens Ministerpräsiden Tony Blair sich vorgenommen, Afrika in den Blick der reichen Industriestaaten zu rücken. Nach Ansicht von Sachs, einem der prominentesten Wissenschaftler, der sich mit den Folgen des Klimawandels auf unterentwickelte Länder beschäftigt, gehören Armut und globale Erwärmung zusammen. Am Beispiel des Dorfes in Tigre schilderte er, wie afrikanische Gemeinden bereits heute darunter leiden.
 
Der Fluss habe bis vor kurzem ganzjährig Wasser geführt, aus dem die Dorfbewohner sich versorgt hätten. "In Nordäthiopien hat sich der Regenkreislauf, wie in weiten Teilen Afrikas, in den letzten Jahren deutlich verändert", schrieb Sachs im Vorfeld von Gleneagles in der "Süddeutschen Zeitung". Schon im Verlauf der letzten 25 Jahre seien die Niederschläge in der Sahelzone, also südlich der Sahara, merklich zurückgegangen. Der Chef der Uno-Umweltbehörde Unep nannte Ende vergangenen Jahres das Okavango-Delta und die Sümpfe des Sudd im Süden des Sudan als Beispiele für Regionen, denen die Austrocknung droht. Flüchtlingsbewegungen könnten die Folgen sein.

Asien - Deltas im Auge des Sturms

Kaum ein Staat der Erde hat eine höhere Bevölkerungsdichte als Bangladesch, wo 920 Menschen pro Quadratkilometer leben. Und das Entwicklungsland im Delta von Ganges, Brahmaputra und Meghna liegt zudem tief, sehr tief: Rund ein Fünftel der Fläche liegt nicht mehr als einen Meter über der durchschnittlichen Hochwassermarke. Entsprechend schutzlos ist es gegen tropische Wirbelstürme, die durch den Golf von Bengalen nordwärts ziehen. Sie drücken regelmäßig gewaltige Wassermassen in die Flussmündungen – und ergießen Regenmassen über das Land.
 
Jedes Jahr wird das Land von Überschwemmungen heimgesucht, auch die Hauptstadt Dhaka bleibt nicht verschont. Daher sind die Vorhersagen von Klimaforschern für Bangladesch besonders schlechte Nachrichten, wonach Überschwemmungen um bis zu 40 Prozent zunehmen, Niederschläge heftiger und Stürme ebenso kräftiger wie häufiger werden könnten.
 
Hier sind nicht einzelne Gemeinden, sondern ganze Landstriche bedroht. "Delta Blues", kommentierte die Wissenschaftszeitschrift "Nature" die Lage Bangladeschs. "Die Folgen des Klimawandels werden nur noch jene Probleme verschlimmern, denen sich die Bevölkerung heute bereits gegenüber sieht", schrieb "Science". Im Besonderen sind das Armut, mangelnde Wasserversorgung – und die stets drohende Überflutungsgefahr.
 
In den siebziger Jahren hatte die Regierung 7000 Kilometer Deiche und Befestigungen entlang den Flüssen bauen lassen, ohne damit weite Überflutungen verhindern zu können. Die gegenwärtigen Strategien des Katastrophenschutzes in Bangladesch zeigen, wie die Zukunft aussehen könnte: Statt auf Deiche setzten die Behörden auf Evakuierungen. So mussten im Jahr 1998 bei einem der schlimmsten Taifune in der Geschichte des Landes zwar 22 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen – aber nur 700 verloren ihr Leben. Das Wasser steht nach extremen Wetterereignissen allerdings oft wochenlang auf den Feldern armer Bauern.

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Nationales Energiekonzept ohne Atomstrom
« Antwort #44 am: 24 März, 2007, 14:19 »
Greenpeace holt "Plan B" aus der Schublade

Das Thema Klimawandel ist in aller Munde, und das öffentlich behauptete Mitspracherecht fungiert längst als profilbildende Maßnahme. Doch gerade in der politischen Diskussion wird der Kern des Problems selten tangiert, weil vermeintliche Sachzwänge mit schöner Regelmäßigkeit die finanzielle, technische oder volkswirtschaftliche Unmöglichkeit beweisen sollen, in dieser Frage schnell und effektiv zu konsensfähigen Lösungen zu kommen.


Ob es Nicht-Regierungsorganisationen grundsätzlich leichter haben, weil sie weniger Rücksichten auf Wählerschichten und Interessenverbände nehmen müssen, und überdies nicht gezwungen sind, auf internationaler Ebene verbindliche Beschlüsse auszuhandeln, sei einmal dahingestellt. Wenn sie die Messlatte in vielen Fällen höher legen als die politischen Entscheidungsträger und nachzuweisen versuchen, dass ehrgeizige Ziele vielleicht schwieriger zu erreichen, aber doch realisierbar sind, erhöht sich in aller Regel wenigstens die öffentliche Aufmerksamkeit.

So auch im Fall der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die am vergangenen Donnerstag eine umfangreiche Studie des Aachener Instituts EUtech vorstellte. Der "Plan B" für den Klimaschutz, den Greenpeace als Nationales Energiekonzept bis 2020 verstanden wissen will, sorgt vor allem durch zwei Thesen für Aufsehen: Die Autoren der Studien halten es für möglich, dass Deutschland ab 2015 ohne Atomenergie auskommen und den Ausstoß der Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent reduzieren kann.


In der Realität hat sich die Europäische Union gerade auf mindestens 20 Prozent geeinigt, wobei Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen will. Wie das Endergebnis aussieht, lässt sich derzeit allerdings ebenso wenig vorhersagen wie die Zukunft der Atomenergie. CDU und CSU haben wenig Zweifel daran gelassen, dass sie den von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie am liebsten ganz oder teilweise wieder rückgängig machen würden. Andererseits ist umstritten, ob der politische Flankenschutz in Form des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und vieler gutgemeinter Absichtserklärungen ausreicht, um bis 2020 wenigstens 20 Prozent der Stromversorgung in Deutschland aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund wird sich gegen die Ausgangsthese der Studie wenig Sachdienliches einwenden lassen.

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Quelle : www.heise.de

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