Autor Thema: Klimawandel .......  (Gelesen 11766 mal)

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Offline SiLæncer

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Die schlimmsten Folgen des Klimawandels lassen sich abwenden - wenn die Menschheit schnell handelt. Das würde 0,1 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts kosten, stellt der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht fest. Aber schon bis 2015 müsse der CO2-Anstieg gestoppt werden.

Bangkok - Nicht die Kosten sind das Problem. Die Zeit ist es. Der Klimarat der Uno mahnt einen strikten Zeitplan an, um die schlimmsten Folgen der globalen Erwärmung abzuwenden. "Mitigation of Climate Change" heißt das Dokument, das gerade in der thailändischen Hauptstadt Bangkok vorgestellt wird - Abschwächung des Klimawandels.

Als Ziel dafür geben die Klimaexperten vor: Bis 2050 müsse der Kohlendioxid-Ausstoß um 50 bis 85 Prozent gesenkt werden. Dazu müssten die weltweiten CO2-Emissionen bereits im Jahr 2015 sinken. So werde sich die durchschnittliche globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 wohl auf zwei Grad Celsius begrenzen lassen. Die Kosten dafür würden 0,12 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts betragen - trotz der kleinen Prozentzahl immer noch eine Riesensumme. Doch in Mitigation zu investieren, so der Weltklimarat, lohne sich.

Auch mit Besänftigung, Entschärfung, Linderung kann man mitigation übersetzen. Tatsächlich haben die beiden bisherigen Teilberichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gezeigt: Die Erkenntnisse über den Beitrag des Menschen zur globalen Erwärmung sind mittlerweile sehr belastbar. Dass es einen menschengemachten Treibhauseffekt gibt, wird praktisch nicht mehr angezweifelt. Der erste IPCC-Teilbericht, der im Februar in Paris veröffentlicht wurde, fasste die wissenschaftliche Basis der Klimaforschung zusammen. Der zweite Teil, den der Weltklimarat vor Ostern in Brüssel veröffentlichte, beschrieb die Folgen - einige sind bereits heute sichtbar.

Kurzfristige Maßnahmen: Sparen und umsteigen

Teil drei, der heute in Bangkok vorgestellt wird, enthält nun den gegenwärtigen Wissensstand der Menschheit zur Frage, wie man die schlimmsten Folgen abwenden kann. Dabei unterscheiden sie zwischen kurzfristigen Maßnahmen (bis zum Jahr 2030) und langfristigen. Vorgeschlagen werden als schnelle Lösungen vor allem der Einsatz von Biokraftstoffen, erneuerbarer Energiequellen und größerer Energieeffizienz.

Der Flensburger Klimaforscher Olav Hohmeyer fasst in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur die Aussagen des dritten Teilberichts so zusammen: "Erstens: Wir haben nicht mehr viel Zeit zum Handeln, die Reduktionsziele für den Treibhausgasausstoß müssen ehrgeiziger sein. Zweitens: Wir haben alle Technologien, die wir dafür brauchen, das Problem nachhaltig anzufassen. Drittens: Wir müssen handeln und dürfen keine zehn Jahre mehr warten. Viertens: Die Handlungsmöglichkeiten sind preiswert."

Die Delegierten mussten sich im Lauf der vergangenen Woche durch insgesamt 140 Seiten mit fast 1000 Änderungs- und Ergänzungsvorschlägen arbeiten, bevor die endgültige Version ihres Berichts feststand. Die politisch wichtige summary for policy makers, die Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger, umfasst 35 Seiten.

Politischer Einfluss

Dabei hat offenbar vor allem China versucht, Einfluss auf einige Kernaussagen zu nehmen. Nach Aussagen von Delegationsmitgliedern, die am frühen Morgen die Verhandlungen verließen, ist dies aber nicht oder nur zum Teil geglückt.

Forscher Hohmeyer ist dennoch nicht ganz mit der nun verabschiedeten Konsensfassung zufrieden: Die mangelnde Nachhaltigkeit vorgeschlagener Lösungsansätze wie der Kernenergie oder der CO2-Abscheidung im Untergrund sei nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Staaten wie die USA oder Frankreich sehen die Kernenergie als klimafreundliche Alternative. Viele Forscher sind wegen der problematischen Ökobilanz dieser Technologie jedoch skeptisch. Am gestrigen Donnerstag hatte Bundesforschungsministerin Schavan (CDU) bei einer Klimakonferenz in Hamburg gesagt, die Kernkraft sei eine Brückentechnologie, bis ausreichend erneuerbare Technologien und Energieeffizienz zur Verfügung stünden.

Deutschland soll nach Schavans Bekunden ein Musterland für den Klimaschutz werden. "Wir brauchen jetzt einen Schub", sagte sie. Dabei erneuerte sie die Zusagen, in den kommenden drei Jahren 255 Millionen Euro für die Forschung zum Klimawandel zur Verfügung zu stellen. Bis Mitte Oktober will Schavan zudem eine nationale High-Tech-Strategie zum Klimaschutz vorlegen.

Nach der Veröffentlichung des dritten Teils wird im November im spanischen Valencia das Gesamtdokument verabschiedet. Es handelt sich bei den Arbeiten des Jahres 2007 um den insgesamt vierten Bericht des IPCC. Er wird die Grundlage für die Verhandlungen über das Vorgehen nach dem 2012 auslaufenden Kyoto-Protokoll sein. Sie beginnen Ende des Jahres in Bali.

Quelle : www.spiegel.de

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Offline SkysegelJack

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Die schlimmsten Folgen des Klimawandels lassen sich abwenden - wenn die Menschheit schnell handelt. Das würde 0,1 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts kosten, stellt der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht fest. Aber schon bis 2015 müsse der CO2-Anstieg gestoppt werden.

Ja, "wenn"! Stattdessen ist es einigen "großen Ländern" ja wohl ganz offensichtlich noch
nichtmal genehm, dass sie im Weltklimabericht als die größten Verursacher aufgeführt werden
und lassen daher per politischen Druck Passagen darin schwärzen.
So geschehenvor etwa 5 Wochen, wenn ich mich recht erinnere.
http://www.netzeitung.de/spezial/klimawandel/607011.html

Gut, jetzt haben sie sich den Europäern zwar "angenähert"...

http://www.zeit.de/news/artikel/2007/04/30/101098.xml

.....aber im Gegenzug dafür wird nun die Fliegerei in/aus die USA nach Europa
wesentlich billiger & auch noch von jedem Miniflugplatz aus möglich sein.
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,480350,00.html

Ein Hoch auf den Klimaschutz.  ::)
« Letzte Änderung: 04 Mai, 2007, 12:44 von SiLæncer »
"Mungokernsprossen schmecken am besten, wenn man sie kurz vor dem Servieren durch ein saftiges Steak ersetzt"

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Offline higuenti

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Re: KLIMASTUDIE - EU warnt vor Dürren und Zehntausenden Toten
« Antwort #62 am: 04 Mai, 2007, 13:39 »
Rein chemisch gesehen lässt sich CO2 durch Energieensatz in C und O2 spalten.
Das Problem ist natürlich der Energieeinsatz.Fusionskraftwerke könnten diese vielleicht eines Tages liefern.
Wenn sich die Menschheit einig wäre, könnte man es mit riesigen Sonnenkraftwerken in Äquatorgebieten versuchen, wo sonst sowieso nichts los ist, außer massenhaft Sonne.
Der gewonne Kohlenstoff ließe sich vielleicht in eine erdölähnliche Form bringen und über Rohrleitungen an die Küsten transportieren.
Wenn sich die Menschheit einig wäre,aber ......

Offline Jürgen

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Da weiss ich einen besseren Weg, der zudem nicht einmal irgendwelche neuen Technologien benötigt:

Eine sehr wirksame Methode zur Spaltung von CO² gibt's schon seit Milliarden von Jahren...

Also einfach endlich aufhören, weltweit die Urwälder für Brennholz, Weideland, Ackerflächen, Wegwerf-Möbel, Bauholz, Papierherstellung usw. zu zerstören...
Und in unseren Breiten Fruchtwechsel statt Brachen, dazu ALLE Biomasse vergasen und Kunststoffe cracken, statt sie als Müll zu verbrennen.

Und den (Alb)Traum von der Mobilen Gesellschaft aufgeben, stattdessen zu lokalen Ressourcen greifen.

Und insbesondere die Verschwendung fossiler Brennstoffe stoppen, also endlich  her mit dem Sparmobil.
Wieviel Tonnen Blech braucht man, um einen Arsch und eine Aktentasche in's Büro zu transportieren...

Was mich regelrecht ankotzt, ist der zunehmende sogar internationale Mülltourismus, der dazu dient, im Grössenwahn dusseliger Gemeindeverwaltungen viel zu riesenhaft und zahlreich in die Landschaft gepflasterte Verbrennungsanlagen auszulasten.
Eine korrektive Steuerung solchen Wahnsinns ist eine klassische staatliche Aufgabe.
Zuallererst müssten sämtliche Steuerabzugsmöglichkeiten und alle Arten von Subventionen solch schädlichen Verhaltens gestrichen werden.

Kraft-Wärme-Kopplung ist als Regelfall anzustreben.

Viele kleine Schritte führen zum Ziel.
Und im Gegensatz zu gigantischen Vorhaben kann damit in vielen Fällen SOFORT begonnen werden.

Nur muss man wohl viele Grosskonzerne entmachten, die bislang und immer direkter unsere und die EU- und WTO-Politik zu beherrschen wissen...

Sonst müssen wir alle bald zu radikalen Anti-Globalisierungs-Kämpfern werden, allein um unser nacktes Überleben zu sichern.

Was mit unserer Umwelt angestellt wird, um die kurzfristigen Interessen einiger weniger Heuschrecken zu sichern, erweckt immer mehr den Eindruck eines Krieges gegen Menschheit, Natur und Planet.
Kein Support per persönlicher Mitteilung!
Fragen gehören in's Forum.

Veränderungen stehen an. Dies ist der bisherige Stand:
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Offline SiLæncer

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Klimawandel verstärkt sich selbst
« Antwort #64 am: 18 Mai, 2007, 11:50 »
Die südlichen Weltmeere haben in den vergangenen Jahren immer weniger Kohlendioxid aufgenommen: Grund dafür sind immer stärkere Winde. Schuld daran ist nach Meinung eines internationalen Forscherteams der Mensch.

Eigentlich sollte es genau umgekehrt sein: Weil die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre zunimmt - nicht zuletzt wegen der Emissionen durch Industrie und Verkehr - sollte auch der Ozean mehr CO2 aufnehmen. Die Weltmeere gehören neben Wäldern zu den effektivsten Kohlendioxid-Schluckern unseres Planeten.

Bislang haben diese sogenannten natürlichen Senken die Hälfte des menschengemachten CO2 aufgenommen und damit die Erderwärmung deutlich gebremst. Nun aber verliert zumindest im Südlichen Ozean rund um die Antarktis dieser segensreiche Prozess an Schwung - statt mehr wird immer weniger CO2 im Meer gebunden.

"Seit 1981 hat der Südliche Ozean weniger Kohlendioxid aufgenommen - fünf bis dreißig Prozent weniger pro Jahrzehnt - als Forscher vorhergesagt hatten", schreiben die Wissenschaftler um Corinne Le Quéré und Martin Heimann vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena im Wissenschaftsmagazin "Science".

Die Abschwächung sei auf zunehmende Winde in der Region zurückzuführen, die seit 1958 beobachtet werden. Durch die Winde würden tiefere, kohlendioxidreiche Wasserschichten an die Oberfläche gewirbelt, die dann Kohlendioxid in bestimmten Fällen sogar abgäben, erläuterte Heimann. Verursacht würden die immer stärkeren Winde durch den Menschen. "Man sieht, dass die Rückkopplung des Klimawandels in der Tat existiert", sagte Heimann.

Ein anderes Forscherteam hatte schon vor einigen Jahren die These formuliert, dass die Veränderungen in den Winden über dem Südlichen Ozean eine Folge der Ozon-Reduktion in der Stratosphäre in 10 bis 50 Kilometern sein könnten. Auch Veränderungen der Oberflächentemperatur könnten eine Rolle spielen - eine Folge des Klimawandels.

Aktuelle Klimamodelle sagen eine weitere Verstärkung dieser Winde im Verlauf des 21. Jahrhunderts voraus. Die Forscher nehmen deshalb an, dass der Südliche Ozean in den kommenden 25 Jahren immer weniger Kohlendioxid aufnehmen wird. Dies werde die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf Jahrhunderte hinaus beeinflussen, schreiben sie. Insgesamt hatten die Wissenschaftler Daten von elf Stationen im Südlichen Ozean und 40 Stationen an anderen Stellen ausgewertet.

Quelle : www.spiegel.de

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Offline SiLæncer

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Die dritte Welt holt auf - bei den CO2-Emissionen
« Antwort #65 am: 27 Mai, 2007, 19:23 »
Wir pusten Jahr für Jahr mehr Kohlendioxid in die Luft - und nutzen dabei unsere Ressourcen immer schlechter: Diesen ungesunden Trend verdeutlicht ein Forscherteam jetzt für die vergangenen 25 Jahre

Zwischen dem 18. Jahrhundert und heute hat sich die mittlere Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre von 280 ppm auf 380 ppm erhöht. Die chemische Verbindung wird denn auch inzwischen als eine der Hauptquellen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung angesehen. Ihren weltweiten Ausstoß zu reduzieren, das schreiben sich mittlerweile Politiker aller Couleur auf die Fahnen, Kongresse beschäftigen sich mit den davon aufgeworfenen Fragen, Berichte werden verabschiedet - nur die Zahlen zeigen bisher in die entgegengesetzte Richtung. Tatsächlich, das berichten Forscher in den Veröffentlichungen der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) steigt die weltweite Kohlendioxidproduktion aus fossilen Brennstoffen seit geraumer Zeit kontinuierlich.

Statt um 1,1 Prozent jährlich (das Mittel in den Jahren 1990-1999) lag die Wachstumsrate zwischen 2000 und 2004 bei rund drei Prozent jährlich - das liegt sogar über den ungünstigsten Prognosen, die Ende der 90-er für die Entwicklung des Weltklimas aufgestellt wurden. Mit derartigen Emissionsraten wird sich der CO2-Anteil in der Atmosphäre weder bei 450 noch bei 650 ppm stabilisieren - zwei mögliche Szenarien, die die IPCC entwickelt hatte. Was die Wissenschaftler aber noch stärker beunruhigt: Ende des vergangenen Jahrhunderts war ein Trend zu höherer Effizienz zu beobachten - es schien zu gelingen, mehr Energie bei weniger CO2-Ausstoß zu produzieren. Dieser Trend ist nun gestoppt.

Die Entwicklung der CO2-Emissionen seit 1980. Region D1 umfasst die Industrieländer, die nicht einzeln aufgeführt sind beziehungsweise zur EU gehören. Zu D2 gehören Länder wie Vietnam, Brasilien, die Türkei oder Bulgarien, während D3 die ärmsten Länder der Erde enthält. Bemerkenswert ist vor allem der stark gestiegene Anteil Chinas an der weltweiten CO2-Produktion - sowie der (noch) geringe Anteil der D3-Länder.

Wir setzen nicht nur größere Mengen des Treibhausgases frei, wir gehen dabei auch immer freigiebiger mit den fossilen Brennstoffen um. Das gilt nicht nur für Entwicklungsländer, denen man womöglich alte Technik unterstellt: Auch in den Industriestaaten sinkt die auf die CO2-Produktion bezogene Effizienz. Es gibt keine einzige Region, der das Gegenteil gelingt. Doch genau damit rechnen sämtliche Klimaprojektionen für die Zeit bis 2100: Dass das Wachstum in der CO2-Produktion kleiner ist als das des Prokopfeinkommens.

Sollte diese Voraussetzung nicht zutreffen, läge die künftigen Emissionen um ein mehrfaches höher als vorhergesagt. Den größten Anteil an der CO2-Produktion hat übrigens die Verbrennung fester und flüssiger Rohstoffe (Kohle und Öl), wobei in den Entwicklungsländern die Kohle überwiegt, in den Industriestaaten flüssige Brennstoffe.

Zu denken gibt auch, was die Forscher über die globale Verteilung der Kohlendioxid-Emissionen herausgefunden haben. Es sieht nämlich nicht so aus, als könnte sich das Problem in den kommenden zig Jahren irgendwann erledigen. Zurzeit holen vor allem die sich schnell entwickelnden Staaten wie China in Sachen CO2-Produktion stark auf.

Die Entwicklungsländer, in denen zusammen rund 80 Prozent der Weltbevölkerung wohnt, hatten zuletzt einen Anteil von fast drei Vierteln am Wachstum des CO2-Ausstoßes. Trotzdem sind sie erst bei einem kumulierten Anteil von 41 Prozent angekommen. Es ist nicht ganz unberechtigt zu vermuten, dass dieser Anteil irgendwann dem Bevölkerungsanteil entsprechen wird - zumindest dann, wenn die betreffenden Länder einen den Industrieländern vergleichbares Prokopfeinkommen erreicht haben.

Quelle : www.heise.de

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Klimaziele: Deutsche Ankündigungspolitik
« Antwort #66 am: 22 August, 2007, 14:27 »
Seit 17 Jahren üben sich deutsche Regierungen in der Ankündigung großer Klimaziele von denen bisher keines erreicht wurde

Am Donnerstag geht das Bundeskabinett mit einem dicken Programm für zwei Tage in Klausur. Auf der langen Liste der Themen steht auch ein "Integriertes Energie- und Klimaprogramm", mit dem mal eben im Vorbeigehen die Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte erfolgen soll. In einer demokratischen Gesellschaft hätte solchen Beschlüssen eigentlich eine breite gesellschaftliche Debatte vorausgehen müssen, aber nun ja... Wir können uns damit trösten, dass die Beschlüsse auf jeden Fall noch das Parlament passieren müssen, dass also Umweltgruppen und andere noch die Gelegenheit haben werden, diese Debatte zu erzwingen.

Bei Greenpeace ist man sich jedenfalls schon nach Lektüre des Entwurfs, der bei der Klausur zur Debatte stehen wird, sicher, dass die proklamierten Ziel (Reduktion der Treibhausgase um 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990) nicht erreicht werden. Man hatte mit der Ecofys GmbH ein kleines Beratungsbüro für erneuerbare Energien beauftragt, die Pläne der Bundesregierung einmal durchzurechnen.

Ergebnis: Bei großzügigster Auslegung würden die geplanten Maßnahmen bis 2020 eine Einsparung von 215 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) bzw. CO2-Äquivalenten erbringen. (Die anderen Treibhausgase wie Methan und andere werden entsprechend ihrer Klimawirksamkeit in CO2 umgerechnet.) Nötig wären aber, wenn das 40-Prozent Ziel ernst gemeint ist, 260 Millionen Tonnen CO2. "Inhaltliche Unschärfen sind im Eckpunkteplan insbesondere in Hinblick auf die Förderung kohlenstoffarmer Kraftwerksbrennstoffe und bei der konkreten und quantifizierbaren Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen außerhalb des Gebäudesektors und des Personenkraftverkehrs zu beobachten", schreiben die Autoren der Ministudie. Deshalb seien von den 215 Millionen Tonnen mindestens 35 Millionen als unsicher anzusehen.

Greenpeace schließt aus all dem, Angela Merkel möge doch bitte nicht die Fehler wiederholen, die schon ihre Politik als Bundesumweltministerin geprägt hatten. Ankündigungen alleine reichen nicht, meint Klima-Campainer Karsten Smid. Da die meisten sich wahrscheinlich kaum noch an die Politik der Umweltministerin Merkel erinnern werden, soll an dieser Stelle ein kleiner Rückblick auf 17 Jahre deutsche "Ankündigungspolitik" gegeben werden.

Ein kleiner Rückblick

Wenn im Dezember auf der indonesischen Insel Bali hoffentlich endlich ernsthafte Gespräche über einen neuen internationalen Klimaschutzvertrag aufgenommen werden, wird einer der großen Stolpersteine die mangelnde Glaubwürdigkeit der Industrieländer sein. Viele von ihnen werden kaum noch in der Lage sein, ihren Verpflichtungen nachzukommen, die sie im gültigen Vertrag, dem Kyoto-Protokoll, eingegangen waren. Auch in Deutschland ist es keinesfalls ausgemacht, dass das Ziel erreicht wird. Bisher hat man gegenüber 1990, das jeweils als Bezugsjahr gilt, eine Reduktion von etwas über 16 Prozent vorzuweisen, und zwar unter Einbeziehung der üblichen Taschenspielertricks mit der Biosphäre. Die USA haben nämlich in der Klimarahmenkonvention durchgesetzt, dass die Industriestaaten sich die CO2-Aufnahmefähigkeit ihrer Wälder und Weiden gutschreiben lassen können.

Dennoch hört sich 16 Prozent eigentlich nicht schlecht an, allerdings hatte Deutschland sich in der EU-internen Lastenverteilung zu 21 Prozent Reduktion verpflichtet. Eigentlich sollten die schon im nächsten Jahr erreicht sein. Aber vielleicht hatte man schon geahnt, dass daraus nichts werden würde, und sich aus eben diesem Grund jene eigenwillige Konstruktion der "Zielperiode" ausgedacht: Die besonders vom Klimawandel betroffenen kleinen Inselstaaten hatten seinerzeit in Berlin und Kyoto auf ein möglichst frühzeitiges Zieljahr gedrängt, aber die Industriestaaten wollten sich mit der "Zielperiode" eine Hintertür offen halten. Entsprechend tut man jetzt in Berlin und Brüssel, als müsse das Kyoto-Ziel nicht in der "Zielperiode 2008 bis 2012" erfüllt sein, sondern erst im Jahre 2012.

Wer die deutschen Emissionszahlen in den letzten Jahren verfolgt hat, kann von dieser Entwicklung kaum überrascht sein. Zwar hat man hierzulande einige Erfolge bei der Einführung von Wind- und Solarenergie zu verbuchen, doch schlagen die in der CO2-Bilanz vorerst kaum zu Buche. Alle Regierungsankündigungen waren bisher kaum das Papier wert, das mit ihnen bedruckt wurde. Den Vogel hat diesbezüglich sicherlich EX-Bundeskanzler Helmut Kohl abgeschossen, unter dem die derzeitige Kanzlerin als Umweltministerin dienen durfte.

Im Juni 1990 verkündete die Kohlsche Bundesregierung, man werde bis 2005 die CO2-Emissionen um 25 Prozent reduzieren. Das bezog sich auf das Basisjahr 1987, als BRD und DDR zusammen etwa 1060 Millionen Tonnen CO2 emittiert hatten. Im Jahre 2005 waren es noch 872 Millionen Tonnen, das heißt die CO2-Minderung betrug 17,7 Prozent. War also nichts. Was man allerdings später gerne übersehen hat ist, dass im Juni 1990 Helmut Kohl Kanzler einer Bundesrepublik war, die aus zehn westdeutschen Bundesländern bestand. Sein Versprechen konnte er also nur für Westdeutschland machen, und dort sieht es mit dem Klimaschutz auch 17 Jahre später noch ziemlich finster aus.

Nun gibt es schon seit über zehn Jahren keine getrennten Energie- und CO2-Statistiken für Ost und West mehr. Aber fest steht, dass sich der Rückgang der CO2-Emissionen in Deutschland hauptsächlich in der ersten Hälfte der 1990er vollzogen hat, als in Ostdeutschland die Industrie zusammenbrach und Millionen Menschen auf der Straße landeten, die Arbeitslosigkeit bisher für eine Erfindung der penetranten SED-Parteipropaganda gehalten hatten.

An Tabelle 1, die die CO2-Emissionen für Ost und West getrennt aufführt, lässt sich nachvollziehen, dass seinerzeit die Minderung der Emissionen ausschließlich im Osten erfolgte. Im Westen gab es sogar einen leichten Anstieg, aber der lässt sich mit dem Bevölkerungszuwachs erklären, den es dort seinerzeit durch die Binnenwanderung gab. Unterm Strich blieben im Westen die Pro-Kopf-Emissionen konstant. In der DDR hatten die Emissionen 1989 noch mit 20 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr US-amerikanisches Niveau, haben aber schon Mitte des Jahrzehnts die westdeutschen Werte leicht unterschritten.

Die absoluten Werte weichen von den Angaben des Umweltbundesamtes in den Tabellen 2 und 3 etwas nach unten ab. Vermutlich wurden bereits die so genannten Landnutzungsänderungen herausgerechnet, die die deutschen Emissionen etwas besser aussehen lassen, weil Aufforstung als CO2-Senke wirkt und von den Emissionen abgezogen wird. Quelle: Hans-Joachim Ziesing, DIW-Wochenbericht 04/1996

Entgegen den lautstarken Bekundungen der verschiedenen Bundesregierungen ist also der weitaus überwiegende Teil der CO2-Reduktion in Deutschland keineswegs auf gezielte Klimaschutzmaßnahmen zurückzuführen, sondern lediglich Ergebnis des Anschlusses der DDR an die alte BRD und der damit einhergehenden Ruinierung ihrer ohnehin sehr angegriffenen Wirtschaft. Durch die überstürzt eingeführte gemeinsame Währung und den viel zu frühen Wegfall der Zollgrenze verloren die ostdeutschen Betriebe über Nacht ihren Schutz vor der erheblich stärkeren und produktiveren Konkurrenz aus dem Westen, mit dem Ergebnis, dass es zu einem flächendeckenden industriellen Niedergang kam. Vermutlich hat Kohl seinerzeit 1990 schon auf diesen Effekt spekuliert. Jedenfalls hat er sein Versprechen in den kommenden Jahren mehrfach sowohl im Inland als auch auf dem internationalen Parkett wiederholt, unter anderem auch auf der ersten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention 1995 in Berlin.

Zu jener Zeit hatten die deutschen Tricksereien angefangen, auch den internationalen Verhandlungsprozess zu beeinträchtigen. Vollmundig hatte Umweltminister Klaus Töpfer 1992 in Rio auf dem großen Erdgipfel, der unter anderem die UN-Klimaschutzrahmenkonvention und verschiedene andere Umweltkonventionen auf den Weg brachte, die Staaten nach Berlin eingeladen. Als Gastgeber wäre es nun seine Aufgabe gewesen, den Verhandlungsprozess voranzutreiben. In Rio hatte man sich nämlich zum Beispiel noch nicht über die Geschäftsordnung der Konvention einigen können. Außerdem sollte in Berlin ein Zusatzprotokoll zur Konvention verabschiedet werden, das weitergehende Klimaschutzmaßnahmen vorsehen würde. Für gewöhnlich ist es an der gastgebenden Regierung großer Gipfelkonferenzen, die Verhandlungen vernünftig vorzubereiten. In diesem Falle hätte dazu gehört, einen Vertragsentwurf vorzulegen. Töpfer hatte auch tatsächlich einen geschrieben, scheiterte damit allerdings im Sommer 1994 im Bundeskabinett an der Dreieinigkeit aus Verkehr-, Wirtschafts- und Finanzminister. Die Interessen der Industrie waren heilig, König Auto durfte nicht angetastet werden, und kosten sollte es alles auch nichts.

Andere hatten das Debakel kommen sehen. Im September 1994 legte die Gemeinschaft kleiner Inselstaaten AOSIS eine Woche vor Ablauf der Frist einen eigenen Entwurf vor, sodass die Berliner Konferenz doch noch eine Verhandlungsgrundlage bekam. Töpfer seinerseits wollte sich nach dem Desaster im Kabinett die Blamage nicht antun, vor den internationalen Gästen im Hemd dazustehen. Also bekam er ein anderes Ressort, und das Ministerium für Umweltschutz und Reaktorsicherheit fiel an eine ehemalige FDJ-Sekretärin aus christlichem Elternhaus, nämlich an Angela Merkel.

Die glänzte dann auf der Konferenz vor allem dadurch, dass sie eifrig – und erfolgreich – dafür warb, das Sekretariat der Klimarahmenkonvention in Bonn anzusiedeln. Ansonsten betrieb sie am Rande ein bisschen Werbung für deutsche Atomkraftwerke und versuchte den Export deutscher Nukleartechnologie nach Osteuropa als Beitrag zum Klimaschutz zu verkaufen, was insbesondere ihrer damaligen österreichischen Kollegin sauer aufstieß. Alles nicht gerade Dinge, die den Verhandlungsprozess vorantrieben. Die Bundesumweltministerin sollte sich übrigens auch in den nächsten Jahren – wenn auch zum Glück nicht besonders erfolgreich – vorwiegend als Handelsreisende der deutschen Atomwirtschaft betätigen. Unter anderem versuchte sie, dem Schlächter Indonesiens und Kohl Spezi Suharto deutsche Meiler für sein erdbebengeplagtes Inselreich anzudrehen.

Weitere Versprechen

Nun, die Zahlen in Tabelle 1 zeigen jedenfalls, dass der Klimaschutz in solchen Händen nicht gerade gut aufgehoben war. Wenn man auch nicht sagen kann, dass überhaupt nichts geschah, so zeigen doch die Emissionsdaten, dass Deutschland trotz der Erfolge der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren noch Lichtjahre von einer effektiven, langfristigen Klimaschutzpolitik entfernt ist. Interessanter Weise hat sich daran auch unter der Regierung von SPD und Grünen in den Jahren 1998 bis 2005 nicht all zu viel geändert, wie an Tabelle 2 abzulesen ist. Die "gewaltfreie" Umweltschutzpartei – in den 1980ern schmückten sich die Grünen mit der Unterzeile "ökologisch, sozial, gewaltfrei, basisdemokratisch" – ist nicht nur mit Schröder in den Krieg gezogen, sondern hat sich vom Autokanzler auch in Sachen Umweltschutz vorführen lassen.


Dabei leistete sich die Schröder-Fischer-Regierung, die mit viel Vorschusslorbeeren seitens der Umweltverbände gestartet war, auch eine kleine Neuauflage Kohlscher Ankündigungspolitik. Um 50 bis 70 Millionen Tonnen werde man bis 2005 die jährlichen Emissionen vermindern, verkündete zu Beginn des Jahrtausends ein vom Bundeskabinett abgesegnetes Klimaschutzprogramm, über das die Frankfurter Rundschauam 19. Oktober 2000 berichtete. Erreicht werden sollte das durch ein Maßnahmenpaket, zu dem unter anderem auch die LKW-Maut gehörte, jenem berüchtigten Highlight deutscher Technologiepolitik.

Herausgekommen ist Folgendes: Im Jahre 2000 wurden in Deutschland 886 Millionen Tonnen CO2 in die Luft geblasen, fünf Jahre später waren es 872,5 Millionen Tonnen. Also eine bescheidene Reduktion von 13,5 Millionen Tonnen, die allerdings auch eher zufällig anmutet. Zwischen 1999 und 2004 haben nämlich die CO2-Emissionen stets zwischen 900 und 880 Millionen Tonnen geschwankt. 2005 sind sie erstmalig unter 880 Millionen Tonnen gerutscht, aber ein Jahr später nach Angaben des Umweltbundesamtes schon wieder gestiegen, sodass sich das hehre Ziel der verflossenen Bundesregierung vollends auflöste: Statt "bis zu 70 Millionen Tonnen Emissionsreduktion" in fünf Jahren nur acht Millionen Tonnen in sechs Jahren.

Aber die Zeiten sind sehr kurzlebig, und so ist weder von den großspurigen Versprechungen Kohls noch den bescheideneren, aber ebenso kläglich gescheiterten Ankündigungen seiner Nachfolger die Rede. Stattdessen: neue Ankündigungen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stellte Ende April 2007 in einer Regierungserklärung einen Klimaschutzplan in Aussicht, der noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden soll. Jährlich 270 Millionen Tonnen CO2-Emissionen will er bis 2020 einsparen. (Zehn Millionen sind davon seit April bereits auf verwunderliche Weise unter den Tisch gefallen.) Mit den bereits erfolgten Reduktionen entspräche das einer Verminderung gegenüber 1990 von knapp 40 Prozent.

Erreicht werden soll das mit allerlei sinnvollen Maßnahmen: Erhöhung der Energieeffizienz und dadurch Senkung des Stromverbrauchs, mehr erneuerbare Energien, und zwar auch für die Gebäudeheizung, bessere Gebäudesanierung, effizientere Kraftwerke, mehr Kraft-Wärme-Kopplung. Alles Dinge, die wir in den letzten 15 Jahren schon des öfteren gehört haben, und so bleibt fraglich, ob dieses Programm tatsächlich ohne massiven Druck aus der Gesellschaft durchgesetzt werden kann, und zwar um so mehr, als Gabriel ganz offensichtlich maßgeblichen industriellen Interessen nicht auf die Füße treten will.

Schaut man sich nämlich Tabelle 3 an, so fällt ins Auge, was die großen Posten in der Klimasündenbilanz sind: Die Energiewirtschaft, die Industrie, der PKW- und LKW-Verkehr sowie die Gebäudeheizung, die einen großen Teil der privaten Emissionen, aber auch jener im Bereich Dienstleistungen ausmacht. Für Industrie und Gebäudesanierung will Gabriel Modernisierungsprogramme fördern und in Forschung investieren, um Industrieprozesse effizienter zu machen, das ist auf jeden Fall sinnvoll, aber nicht ausreichend.


Zitat
   

* CH4, O3, N2O, SF6 und andere umgerechnet in CO2-Äquivalente entsprechend ihrer Klimawirksamkeit.

** Bunkertreibstoffe werden nicht von den internationalen Abkommen abgedeckt, insofern fließen sie nicht in die Gesamtemissionen ein. Strittig ist unter anderem ihre Berechnung.

Der Rückgang in der Energiewirtschaft ist weniger deutlich, als die Tabelle suggeriert. Seit 2000 steigen ihre Emissionen wieder, und zwar relativ zügig. Innerhalb von vier Jahren legten sie um gut fünf Prozent zu.

Rechnet man CO2 und die anderen Treibhausgase in CO2-Äquivalenten zusammen, so ergeben sich für 2004 jährliche Pro-Kopf-Emissionen in Höhe von 12,3 Tonnen.

Der Minister redet zwar von einem "grundlegenden Umbau der Industriegesellschaft", aber an die Strukturen traut er sich in Wirklichkeit nicht heran. Die von ihm in Aussicht gestellte Förderung der Biokraftstoffe signalisiert eher, dass an eine Umkehr in der Verkehrspolitik nicht gedacht ist. Zur Bahn finden sich in der Regierungserklärung nur zwei dürre Sätze, dass sie ja eigentlich das klimafreundlichste Verkehrsmittel sei. Keine Rede davon, ein Programm aufzulegen, das den Straßenverkehr massiv eindämmt und den öffentlichen Verkehr als attraktive Alternative ausbaut.

Noch kleinlauter Gabriels Verhalten gegenüber den großen Energiekonzernen. Während er – mal wieder – an "die Verantwortung des Einzelnen" appelliert, kündigt er zugleich den Bau neuer Kohlekraftwerke an. Selbst an der Braunkohle mit ihrem denkbar schlechten Brennwert und ihren daher besonders hohen CO2-Emissionen will der Minister festhalten. Wie sich die Zeiten ändern: Töpfer musste noch vom Wirtschaftsminister zurückgepfiffen werden, Gabriel stürzt hingegen seinen Kollegen Michael Glos von der CSU in eine Identitätskrise, weil dieser kaum Gelegenheit bekommt, sich ihm gegenüber als Hardliner zu profilieren.

Man könnte an dieser Stelle fragen, weshalb es von der Industrie und insbesondere aus der Energiewirtschaft eigentlich so viele Widerstände gegen einschneidende Klimaschutzmaßnahmen gibt. Schließlich haben doch mittlerweile viele Ökonomen vorgerechnet und zum Beispiel im Stern-Report oder im Bericht der IPCC Arbeitsgruppe III dokumentiert, dass das ganze eine relativ günstige Angelegenheit ist, wenn man Kosten, Nutzen und vermiedene Schäden verrechnet. Die Erklärung ist einfach: Die Berechnungen sind gesamtwirtschaftlich gemeint. Ölkonzerne, Energieversorgungsunternehmen und Automobilindustrie, die bisher ihr Geschäft mit den fossilen Energieträgern machen, haben hingegen sehr viel zu verlieren. Der automobilisierte Wahnsinn wird sich vermutlich mit Biokraftstoffen kaum aufrechterhalten lassen, und die Struktur der erneuerbaren Energien verträgt sich nur schlecht mit dem zentralisierten Aufbau der großen Energieversorgungsunternehmen.

Quelle : www.heise.de

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UN-Klimareport deutlich wie nie
« Antwort #67 am: 07 November, 2007, 12:37 »
Vom kommenden Montag an erstellt der Weltklimarat in Valencia aus den zunächst rund 15 000 Reportseiten eine etwa zehnseitige Zusammenfassung für die Politiker. Diese können auf dieser Basis im Dezember auf der Klimakonferenz von Bali entscheiden, wie sie den weiteren Anstieg der Temperatur begrenzen wollen. Der jüngst mit dem Friedensnobelpreis ausgestattete und damit moralisch gestärkte Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wird die Zusammenfassung mit den politischen Delegationen eine Woche lang verhandeln. Zur Präsentation am 17. November wird auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erwartet.

Die rund 2500 ehrenamtlich arbeitenden Wissenschaftler des IPCC forschen zwar unabhängig von Regierungen, ihre Resultate müssen aber von den politischen Delegationen der Mitgliedsländer abgesegnet werden. «Daher wird um viele Sätze und einzelne Wörter gefeilscht und gestritten», erklärt Professor Olav Hohmeyer von der Universität Kiel. Er ist einer der stellvertretenden Vorsitzenden der IPCC- Arbeitsgruppe III. Diese befasst sich damit, wie der Mensch den Klimawandel bremsen kann ­ oder wie er lernt, sich darauf einzustellen.

Bericht ist Konsens

Der Zwang zur Einigung berge zwar die Gefahr, dass der Text in seiner Schärfe abgemildert wird, sagt der Klimaforscher. «Aber das ist der Preis dafür, dass der Bericht anschließend Konsens ist. Und daraus ergibt sich seine Bedeutung für Bali.» Denn: «Jedes Statement, das im Konsens von allen Regierungen der Welt akzeptiert wird, ist im Prinzip unumstößlich.»

Die bisherigen Zusammenfassungen der Klimareports ­ eine für jeden der drei Teilberichte ­ seien aus der fachlichen Sicht der jeweiligen Gruppen verfasst, erklärt Hohmeyer. In Valencia soll daraus das Gesamtbild zusammengefügt werden. «Regierungen, die möglichst wenig für den Klimawandel tun möchten, scheuen Syntheseberichte wie der Teufel das Weihwasser», sagt der in Verhandlungen geübte Forscher. «Die Amerikaner und die Saudis wollten einen Synthesebericht ganz verhindern.» Als klar wurde, dass es dennoch ein solches Dokument geben würde, habe er auf Wunsch der Kritiker erst im Januar 2008 erscheinen sollen ­ nach der großen Konferenz auf Bali.

Dringlichkeit des Handelns

«Der Synthesebericht wird die Dringlichkeit des Handelns klar machen ­ egal, wie weichgespült er ist. Und wenn das auf zehn Seiten konzentriert ist, kann niemand sagen, er habe keine Zeit gehabt, es zu lesen. Die Nachrichten sind so einfach, dass ein Handlungsdruck erzeugt wird», sagt Hohmeyer.

Der Report greift auf Daten bis etwa Mitte 2006 zurück ­ irgendwann muss Redaktionsschluss sein. Daher ist etwa der im Oktober 2006 veröffentlichte und viel beachtete Bericht des Ökonomen Nikolaus Stern nicht enthalten. Der sagt, kurz gefasst, das es billiger ist, den Klimawandel jetzt zu bremsen statt in Jahrzehnten seine Folgen zu bezahlen. Auch weitere neuste Forschungsergebnisse sind noch gar nicht Teil des Reports. «Dann wäre er noch schärfer und warnender ausgefallen», sagt der Leiter des Europäischen Büros der Umweltstiftung WWF für Klima und Energiepolitik, Stefan Singer. Der WWF hat Beraterstatus.

Meeresspiegel steigt schneller

Auch viele weitere Daten seien inzwischen noch dazugekommen. Der Meeresspiegel steige voraussichtlich schneller als im Bericht erwartet, sagt Singer. Die seinerzeit veranschlagten 20 bis 60 Zentimeter erscheinen ­ etwa nach neueren Untersuchungen von Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ­ als zu niedrig. Auch gebe es neues Wissen über Rückkopplungen: Wenn mehr (weißes) Polareis schmilzt, wird weniger Sonnenlicht zurückreflektiert. Es erhitzt das (dunklere) Wasser stärker und lässt wiederum mehr Eis schmelzen.

Viele Forscher und der WWF halten daher unter anderem sogar einen Anstieg des Meeresspiegels um 1,40 Meter in diesem Jahrhundert für möglich. «Was der IPCC präsentiert, ist der Konsensus am konservativen Ende. Die neue Literatur, die nicht ausgewertet werden konnte, ist dramatischer», sagt Singer.

Quelle : www.derwesten.de

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Forscher warnen vor Öl- und Klima- Apokalypse
« Antwort #68 am: 08 November, 2007, 14:53 »
Flüchtlingsströme, Kriege, Hungersnöte: Neue Studien warnen vor geradezu apokalyptischen Folgen des Klimawandels und der Ausbeutung des Planeten. Fast drei Milliarden Menschen sind demnach von bewaffneten Konflikten bedroht, statt Globalisierung tobt bald der globale Verteilungskampf.

Wer in westlichen Industriestaaten lebt, so viel scheint klar, wird kaum am Klimawandel sterben: Deiche werden noch höher gebaut, die Landwirtschaft den neuen Gegebenheiten angepasst, Infrastrukturen für die Katastrophenbekämpfung geschaffen, Krankenhäuser auf Hitze-Opfer vorbereitet.

In den ärmeren Ländern sieht die Lage dagegen anders aus - und die verheerenden Folgen, die dort durch den Klimawandel drohen, könnten auf die ganze Welt zurückschlagen, wie Wissenschaftler in neuen Studien warnen.

Die Londoner Forschergruppe International Alert etwa hat jetzt ihren Report "A Climate of Conflict" vorgestellt. In 46 Staaten mit insgesamt 2,7 Milliarden Einwohnern "werden die Folgen des Klimawandels im Zusammenspiel mit wirtschaftlichen, sozialen und politischen Problemen zu einem hohen Risiko bewaffneter Konflikte führen", heißt es darin. In weiteren 56 Staaten mit 1,2 Milliarden Einwohnern würden die Effekte der globalen Erwärmung voraussichtlich politische Instabilitäten auslösen, die langfristig auch dort zu kriegerischen Auseinandersetzungen führen könnten (siehe Grafik).

"Die Zahlen sind verlässlich"

3,9 Milliarden Menschen bedroht von klimabedingten Gewaltausbrüchen - eine übertriebene Annahme? "Die Zahlen sind verlässlich", sagt Dan Smith von International Alert, einer der beiden Autoren der Studie, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Unter den Nationen, in denen nicht nur das Risiko, sondern die Gewissheit bewaffneter Konflikte bestehen könnte, befindet sich Indien. Allein dort gibt es mehr als eine Milliarde Menschen."

Fraglich erscheint auf den ersten Blick, ob gleich alle Bewohner eines solchen Riesenstaats betroffen wären und nicht nur einzelne Regionen. "Die Wasserversorgung von 400 Millionen Menschen hängt vom Ganges-Flusssystem ab, und die Wasserstände fallen spürbar", hält Smith dem entgegen. "Die dadurch verursachten Konflikte werden sehr direkte Folgen für diese 400 Millionen Menschen haben."

Tatsächlich gilt die Wasserwirtschaft in Asien gilt als einer der gefährlichsten Aspekte der globalen Erwärmung. Der Himalaya zählt neben der Arktis zu den Gebieten der Welt, die sich am schnellsten erwärmen. Zwischen 1977 und 2000 ist die dortige Durchschnittstemperatur viermal schneller gestiegen als die globale. Die Folgen sind schon heute sichtbar: Die Gletscher des Himalaya schmelzen rapide.

Hunderte Millionen Menschen sind dadurch von Überflutungen und anschließend von Wassermangel bedroht. Denn im Himalaya-Gebiet entspringen unter anderem der Jangtse, der Mekong, der Indus und der Brahmaputra - vier der größten Flüsse Asiens. Für sie würde ein Verschwinden der Himalaya-Gletscher verheerende Folgen haben.

Kriege und Migration durch fehlende Versorgungssicherheit

Ähnliches befürchten die Londoner Experten für Teile Südamerikas. Die meisten der peruanischen Anden-Gletscher seien voraussichtlich bis 2015 verschwunden, heißt es in der Studie. Zwei Drittel von Perus 27 Millionen Einwohnern leben demnach in Küstengebieten, wo die natürlichen Quellen nur rund 1,8 Prozent des Wasserbedarfs deckten. Sowohl die Städte als auch die Landwirtschaft hängen deshalb vom Wasserstrom aus den Gebirgen ab.

Auch in Regionen, die eher vom Grund- als vom Gletscherwasser leben, birgt der Klimawandel bisher ungeahnte Gefahren. Erst am Mittwoch haben US-Forscher eine Studie veröffentlicht, der zufolge die steigenden Meeresspiegel die Grundwasserversorgung in Küstenstädten weit stärker schmälern werden als bisher vermutet.

Da Süßwasser auch zum Getreideanbau verwendet wird, gefährdet der Klimawandel die Nahrungsversorgung. Das gleiche gilt für Gebiete, in denen die steigenden Temperaturen Dürren und Wüstenbildung nach sich ziehen. Was die Fachleute am meisten beunruhigt: Es handelt sich dabei nicht um vorübergehende Engpässe. "Humanitäre Hilfe kann kurzfristig Lücken füllen, aber keine grundlegende Nahrungsmittel-Unsicherheit beseitigen", heißt es in dem Report von International Alert. Und wo die Nahrungsversorgung grundsätzlich unsicher sei, "sind Abwanderungen und Konflikte praktisch unvermeidbar".

Wie die drohende Ölkrise das Klima-Problem noch verschärft - und der Globalisierung ein Ende bereiten könnte

Zu allem kommt nun die wachsende Gefahr einer Ölkrise. In dieser Woche läuft in Großbritannien der Film "A Crude Awakening: The Oil Crash" an, der nach Al Gores "Eine Unbequeme Wahrheit" der zweite große Kinoerfolg über die Folgen der Ausbeutung der Erde werden könnte.

Der Streifen, der bei den Filmfestivals in Zürich und Palm Beach mit Preisen bedacht wurde, platzt präzise in eine Zeit rasant steigender Ölpreise und Prognosen, denen zufolge die Ölförderung schon bald ihren Höhepunkt überschreiten wird (mehr...). Kollabierende Wirtschaftssysteme in Amerika, Benzin-Aufstände in Afrika - die Folgen der Ölkrise seien "beängstigender als ein Horrorfilm", glauben die Macher des Films, Ray McCormack und Basil Gelpke.

Öl- und Klimakrise: Die doppelte Gefahr

Mit dieser Meinung sind sie nicht allein. Die rapide steigenden Ölpreise seien nicht nur eine Bedrohung für die Verkehrssysteme und damit vor allem für westliche Gesellschaften, sagte David Strahan, Autor des Buchs "The Last Oil Shock", der britischen Zeitung "The Observer". "Überall in Asien, insbesondere in Indien und Bangladesch, pumpen Bauern das Wasser mit Diesel-Generatoren auf ihre Felder. Können sie den Treibstoff nicht mehr bezahlen, könnte es zu Hungersnöten und Unruhen kommen."

Da Öl nicht nur zu Treibstoffen, sondern auch zu Materialien wie Asphalt und Kunststoffen verarbeitet wird, hängt praktisch die gesamte Weltwirtschaft am Öltropf. Ob Techniken wie die Kohleverflüssigung oder neue Fördermethoden den rasanten Anstieg des Ölpreises verhindern können, erscheint fraglich.

Das größte Verheerungspotential des Zusammenspiels von Klima- und Ölkrise sehen die Experten wiederum in den armen Ländern - vorerst. "Staaten, die mit den Folgen des Klimawandels ein Problem haben, werden auch mit steigenden Ölpreisen ein Problem haben", meint der Londoner Experte Smith.

Das Ende der Globalisierung

Der Kampf um die Ressourcen des Planeten könnte gar der Globalisierung ein baldiges Ende bereiten - und das schon bis 2040, wie eine aktuelle Studie des Washingtoner Center for Strategic & International Studies (CSIS) besagt. An die Stelle des freien Handels in einer ressourcenreichen Welt werde womöglich schon bald ein brutaler Verteilungskampf um die schwindenden Schätze des Planeten beginnen. "Unterschiedliche Teile der Welt könnten sich abschotten, um zu sichern, was sie zum Überleben brauchen", sagte Leon Fuerth, einer der Autoren des Papiers mit dem Titel "The Age of Consequences".

Beispiele für das Gewaltpotential gibt es bereits, wie Susanne Dröge von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik bemerkt: "Die USA etwa hatten kein Problem damit, wegen Öl Krieg zu führen." Auch die Öl-Politik Chinas in Afrika sei durchaus fragwürdig. Unter den Industriestaaten sei zudem eine verschärfte Gangart zu beobachten, wenn es um die Erschließung neuer Ressourcen geht - abzulesen etwa am Beispiel der jüngsten Auseinandersetzungen um mutmaßliche Öl- und Gasvorkommen in der Arktis.

Fuerth befürchtet, dass die reichen Nationen in den kommenden 30 Jahren "andere Menschen vom Rettungsboot heruntertreten". Denn was die Umweltveränderungen den Ärmsten der Welt brächten, werde "moralisch extrem verstörend" sein. Der Hass, der zwischen unterschiedlichen Gruppen ohnehin besteht, werde verstärkt, wenn Flüchtlinge gleichzeitig in mildere Klimaregionen wanderten.

"Unausweichliches" Horrorszenario

Fuerth, Al Gore Sicherheitsberater in dessen Zeit als US-Vizepräsident, ist nicht der einzige ranghohe Ex-Regierungsmitarbeiter mit düsteren Zukunftsvisionen. John Podesta, US-Präsident Bill Clintons Stabschef und inzwischen Präsident des Think Tanks Center for American Progress, vertritt eine ähnliche Meinung. "Wir sagen ein Szenario voraus, in dem Menschen und Nationen von massiven Nahrungs- und Wasserengpässen bedroht sind." Podesta geht sogar so weit, dieses Ergebnis als "unausweichlich" zu bezeichnen - selbst wenn die USA, neben China der weltgrößte Verursacher von Treibhausgasen, sofort einem globalen Klimaabkommen beitreten würden.

Der künftige Wasser- und Nahrungsmangel, steigende Meeresspiegel, Dürren, Stürme und Überflutungen würden gewaltige Wanderungsbewegungen auslösen, glaubt Podesta. Als Schwerpunkte nannte er Südasien, Afrika und Europa.

Klimawandel als Chance

Dennoch gibt es auch vereinzelte Anlässe zum Optimismus. Im Nahen Osten etwa könnte die einsetzende Wasserknappheit die verfeindeten Gruppen zusammenrücken lassen, glauben sowohl Podesta als auch Dröge - denn Syrien, Jordanien, Israel und die Palästinenser müssen sich das Wasser aus dem Jordan teilen.

Überhaupt geht die Londoner Studie für Dröges Geschmack zu sehr davon aus, dass die politischen Systeme so bleiben, wie sie heute sind. "Man kann manche Probleme durchaus auch in den Griff kriegen", meint die Wirtschaftsforscherin. Ähnliche Hoffnungen hegt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung in seiner Klimawandel-Studie, die im Juni veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler warnen darin zwar vor dem Zerfall staatlicher Strukturen, begreifen den Klimawandel aber auch als Chance - wenn die Welt ihn "als Menschheitsbedrohung versteht und die Weichen für die Vermeidung eines gefährlichen anthropogenen Klimawandels stellt".

Dafür aber ist es nach Meinung anderer Experten mancherorts schon zu spät. Unter den zwölf Empfehlungen des Reports von International Alert befindet sich die Mahnung, der Anpassung an die Klimawandel-Folgen eine höhere Priorität einzuräumen als der Bekämpfung der Erwärmung - zumindest in labilen Staaten. Denn die westliche Welt sei keinesfalls sicher vor den Folgen der Tragödie, die den Schwellenländern und der Dritten Welt droht.

Zu den Gefahren zählen Sicherheitsexperten nicht nur steigenden Einwanderungsdruck in den westlichen Ländern und neue Brutstätten des Terrorismus, sondern auch die Atomwaffen Indiens und Pakistans. "Diese Staaten sind Teil eines globalen Systems", sagt Smith. "Wenn sie instabil werden, sind ihre Atomwaffen eine Gefahr für die ganze Welt."

Quelle : www.spiegel.de

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Uno-Klimarat warnt vor abrupter, unumkehrbarer Erderwärmung
« Antwort #69 am: 17 November, 2007, 10:29 »
Rasend schnell und unwiderruflich verändert sich das Klima auf der Welt: Der Uno-Expertenrat IPCC hat nach jahrelanger Debatte seinen neuen, dramatischen Bericht fertiggestellt. Deutlich wie nie wird der Mensch als Verursacher der Erderwärmung genannt.

Valencia - Die Sprache des neuen Klimareports des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist drastisch. Das Dokument fasst die schon bekannten drei Teilberichte zusammen - die Forscher warnen darin aber klarer denn je vor "abrupten und unumkehrbaren" Folgen des Klimawandels. Gletscher könnten sehr schnell abschmelzen, Tier- und Pflanzenarten aussterben. Bei steigender Temperatur drohen Überschwemmungen, Dürren, der Verlust küstennaher Landstriche, mehr Infektionskrankheiten und ein großflächiges Korallensterben.

Wer Schuld daran hat, ist eindeutig benannt: Deutlich wie nie verweist der Report auf den Menschen als Verursacher der Erderwärmung. Der Klimawandel sei sehr wahrscheinlich auf die Verfeuerung fossiler Brennstoffe zurückzuführen. Katastrophale Folgen drohten, wenn sich die Atmosphäre um mehr als zwei Grad Celsius erwärmt. Rund 0,7 Grad seien schon erreicht. Die Erderwärmung ist laut IPCC nicht mehr zu stoppen - sondern allenfalls zu bremsen.

Die Delegierten des Uno-Klimarats verabschiedeten den Entwurf des Dokuments heute in Valencia. Morgen soll der Report von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon und IPCC-Chef Rajendra Pachauri präsentiert werden - die ersten Inhalte sind allerdings schon vorab bekannt geworden.

Hitzewelle, Verschwinden des arktischen Eises

Laut BBC beträgt der wahrscheinliche Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 je nach Szenario zwischen 1,8 und 4 Grad Celsius, möglicherweise aber auch bis zu 6,4 Grad. Sehr wahrscheinlich sei ein Anstieg des Meeresspiegels um 28 bis 43 Zentimeter. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts werde im Sommer das Eis in der Arktis verschwunden sein. Hitzewellen werden demnach wahrscheinlich in Zukunft häufiger auftreten, genauso werden tropische Stürme häufiger Verwüstungen anrichten.

Umweltschützer hoffen auf eine starke Wirkung des Berichts. Der Mensch sollte dem von ihm verursachten Klimawandel entschieden entgegentreten und den Ausstoß von Treibhausgasen so schnell und so weit wie möglich verringern, forderten Teilnehmer der Sitzung des Uno-Klimarates. "Kein Politiker wird jetzt mehr sagen können, er wisse nicht, was los sei", sagte der Klimaexperte Han Verolme von der WWF. Die Beratungen in Valencia seien ein Meilenstein und würden den Kurs der Politik auf Jahrzehnte beeinflussen. "Eine starke Wortwahl des IPCC macht entschlossenes Handeln der Regierungen erforderlich. Der Ball liegt jetzt im Feld der Politik", sagte Verolme.

Amerikaner hielten Passagen sehr vage

Nach Angaben des deutschen Umweltstaatssekretärs Michael Müller ist das neue IPCC-Dokument auf Druck der US-Delegation jedoch besonders an jenen Stellen "interpretationsfähig", an denen es um die konkreten Maßnahmen zum Bremsen der menschengemachten Erderwärmung geht. An der Tragweite der wissenschaftlichen Ergebnisse habe dies jedoch nichts geändert, sagte Greenpeace-Sprecherin Gabriela von Goerne. "140 Staaten haben diese Resultate anerkannt", sagte sie. Die Frage sei nun, ob und welche Reduktionsziele sich die Staaten bei der am 3. Dezember auf Bali beginnenden Klimakonferenz auf dieser Grundlage setzten. Ausreden lasse die IPCC-Zusammenfassung nicht mehr zu.

Weil immer noch viele Menschen vor dem Klimawandel die Augen verschlössen, hat die WWF unterdessen ein Klimazeugenprogramm gestartet: Geprüfte Berichte von Menschen aus aller Welt sollen zeigen, dass der Klimawandel bereits jetzt das Leben der Menschen beeinträchtigt. Ein Unternehmen für Tauchtouristen fürchtet demnach durch die vom Klimawandel ausgelöste Korallenbleiche ebenso um seine Existenz wie ein Rentierzüchter aus Norwegen.

Das Treffen in Spanien war das erste, nachdem der IPCC mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Der jetzt fertiggestellte Report bildet die wissenschaftliche Grundlage für die Uno-Klimakonferenz auf Bali. Er soll die Klimaveränderungen auch anschaulicher machen: Verschiedene Grafiken werden in dem Papier zu einer großen kombiniert. So wird auf einen Blick deutlich, welche Mengen von Treibhausgasen zu welcher Temperaturerhöhung führen werden und was dann vermutlich auf der Erde passiert. Bislang musste vielfach geblättert werden, um zu einer eingängigen Gesamtaussage zu kommen.

Auf Bali wird das Nachfolge-Abkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls verhandelt. Darin hatten sich die Industriestaaten erstmals zur Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen verpflichtet. Die USA aber auch aufstrebende Wirtschaftsmächte wie China sind dem Abkommen nicht beigetreten. Die Forscher betonen, dass künftige Regelungen deutlich stärker ausfallen müssen.

Quelle : www.spiegel.de

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Uno-Klimareport ignoriert jüngste Studien
« Antwort #70 am: 17 November, 2007, 18:56 »
"Furchterregend wie ein Science-Fiction-Film" - so bewertet Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon den neuen Weltklimabericht. Doch es steht zu befürchten, dass der IPCC-Report in zahlreichen Punkten überholt ist, dass die Lage also viel ernster ist, als bislang bekannt.

Es war der wissenschaftliche Schlussakt in einem Jahr, in dem sich eine Pressekonferenz des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderung der Uno (IPCC) an die andere reihte. Seinen neuen Welt-Klimareport 2007 bereitet das internationale Expertengremium in vier Gängen zu.

Die ersten drei Berichtsteile servierte es der Öffentlichkeit im Februar, März und Mai: schwere Kost, die vielen auf den Magen schlug, weil sie unmissverständlich klar machte, wie ernst die Gefahr durch den Klimawandel ist. Jetzt, in der spanischen Universitätsstadt Valencia, gab es den Nachschlag, "Synthese-Report" genannt. Doch wer geglaubt hat, Gang Nummer vier werde das üppige Menü mit einer eigenen Geschmacksnote abrunden, der wurde enttäuscht.

Liest man die 23-seitige "Zusammenfassung für Politische Entscheidungsträger" Zeile für Zeile, dann stellt sich heraus: Der Synthese-Report fasst lediglich zusammen, was bereits in den Zusammenfassungen der ersten drei Berichtsteile steht.

Etliche Klimaforscher hatten darauf gehofft, dass Teil IV darüber hinausgeht und übergreifend darlegt, was denn nun aus den Erkenntnissen über den Klimawandel (Teil I), seine Folgen für Ökosysteme und menschliche Gesellschaft (Teil II) sowie über mögliche Gegenmaßnahmen (Teil III) abzuleiten sei. Vor allem aber versäumt es der IPCC, zum Abschluss seines Veröffentlichungsmarathons darauf hinzuweisen, dass der inzwischen 4. Welt-Klimabericht bereits in zahlreichen Punkten überholt sein dürfte. Und dass das Problem noch ernster sein könnte, als auf den mehr als 3000 Seiten des Hauptberichtes geschildert.

Die angeblich neue Klima-Bibel ist nämlich gar nicht auf dem neuesten Stand. Sondern auf dem von Mitte 2006. Die IPCC-Autoren und -Gutachter haben alle Fachartikel im Feld der Klimaforschung gesichtet und bewertet, die bis dahin veröffentlicht worden sind. Das war von vorneherein die Deadline. Doch inzwischen sind weitere 15 Monate vergangen.

Und jüngere, nicht einmal im Synthese-Report erwähnte Studien lassen vermuten, dass der IPCC-Report ein zu rosiges Bild von der Lage zeichnet:

    * Die globalen Emissionen von Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energieträger steigen immer schneller. Seit 2000 beträgt der Zuwachs mehr als drei Prozent pro Jahr. In den Jahrzehnten davor waren es im Mittel lediglich 1,3%. "Der CO2-Ausstoß übertrifft mittlerweile die Wachstumsraten sämtlicher Emissionsszenarien, die der IPCC in seinem neuen Bericht abhandelt", sagt Michael Raupach, australischer Physiker und Leiter des "Globalen Kohlenstoffprojektes".

    * Rund die Hälfte der anthropogenen CO2-Emissionen verbleibt nicht in der Atmosphäre, sondern wird postwendend von Ozean und Landpflanzen aufgenommen. Doch diese natürlichen "Kohlenstoffsenken" könnten überschätzt worden sein. So nehmen Wälder der mittleren und hohen nördlichen Breiten vermutlich 40 Prozent weniger Kohlendioxid auf als in den Klimarechenmodellen vorgegeben. Das ergab eine multinationale Studie, die das Fachmagazin "Science" kürzlich veröffentlichte. "Die Vorstellung, dass uns die Biosphäre schon irgendwie retten wird, ist falsch!", folgert Kevin Gurney, Klimaforscher an der Purdue University in West Lafayette in den USA: "So viel zusätzliches CO2 können Bäume gar nicht aufnehmen."

    * Auch die Helfershelfer-Rolle der Weltmeere wird von Wissenschaftlern inzwischen vorsichtiger eingeschätzt. So zeigen aktuelle Messungen, dass die CO2-Aufnahmefähigkeit der Nordsee schon heute abnimmt. Belgische, niederländische, kanadische und US-amerikanische Forscher berichteten darüber jetzt in der Fachzeitschrift "Global Biochemical Cycles". Sie sprechen sogar von einer "rapiden Abnahme der CO2-Pufferkapazität". Andere Studien sehen eine ähnliche Entwicklung im ganzen Nordatlantik.

    * Im Arktischen Ozean ist von Sommer zu Sommer immer weniger Meereis vorhanden. Anfang Oktober meldete das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum der USA (NSIDC) einen neuen Rekordtiefststand für 2007. Die gesamte Eisfläche habe nur noch 4,3 Millionen Quadratkilometer betragen - noch einmal 23 Prozent weniger als in 2005, der bisherigen Rekordsaison. Die legendäre Nordwestpassage sei komplett frei gewesen. Die NSIDC-Forscher gehen nunmehr davon aus, dass die Arktis schon 2030 im Sommer eisfrei sein könnte - Jahrzehnte früher als nach den Klimaprojektionen, die im neuen IPCC-Report erwähnt werden. Dort ist "vom späteren Teil des 21. Jahrhunderts" die Rede.

    * Als zu konservativ erscheint mittlerweile auch der IPCC-Ausblick für den weiteren Anstieg des Meeresspiegels. Der kommt allein dadurch zustande, dass sich wärmeres Wasser ausdehnt. In der taufrischen Synthese-Zusammenfassung taucht noch einmal eine Tabelle aus Berichtsteil I auf, wonach der Meeresspiegel bis 2099 um 18 bis 59 Zentimeter steigen könnte - je nachdem, welche Treibhausgas-Mengen in Zukunft ausgestoßen werden. Doch diese Zahlen sind nach Auffassung verschiedener Forscher korrekturbedürftig. Denn sie lassen einen wichtigen Aspekt außer Acht: Das ins Meer abfließende Tauwasser schmelzender Festlandsgletscher wird die Pegelstände zusätzlich in die Höhe treiben. Weil unklar ist, wie stark der Effekt ist, verzichtet der IPCC darauf, ihn zu quantifizieren.

Wenigstens in diesem Punkt rafft sich der Welt-Klimarat zu einer Art aktuellem Update auf. Da "künftige rapide Veränderungen der Eisflüsse" nicht in den Szenarien für den Meeresspiegelanstieg berücksichtigt seien, dürfe man die genannten 59 Zentimeter nicht als Obergrenze auffassen.

IPCC-Chef Rajendra Pachauri wurde jetzt in Valencia sogar noch deutlicher. Selbst wenn es der Weltgemeinschaft gelinge, die CO2-Emissionen von 2015 an zu senken, sei auf lange Sicht mit einem (allein thermischen) Meeresspiegelanstieg um 0,40 bis 1,40 Meter zu rechnen, sagte der indische Ingenieur und Umweltwissenschaftler. "Das wird vielleicht nicht im 21. Jahrhundert geschehen, sondern eine Weile später", ergänzte Pachauri. Doch eine Beruhigung ist das kaum. Es zeigt nur: Das Klima reagiert äußerst träge, und schon die bisherigen Treibhausgas-Emissionen genügen, um am Ende gravierende Veränderungen hervorzurufen.

Auch das übrigens ein Punkt, den der IPCC in seinem neuen Weltreport nur flüchtig erwähnt: Nach aktuellen Studien wird ein gewisser Teil der anthropogenen Treibhausgase für Jahrtausende in der Erdatmosphäre verbleiben - und das Klima eine halbe Ewigkeit lang prägen.

Quelle : www.spiegel.de


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Die hundert Verlierer des Klimawandels
« Antwort #71 am: 30 November, 2007, 14:02 »
Mehr Sonne in Hamburg, mediterranes Leben in München - mancher Deutsche kann dem Klimawandel nur Gutes abgewinnen. Anderswo auf der Welt werden die Folgen der Erderwärmung katastrophal sein: Zu den hundert größten Verlierern des Klimawandels gehören fast nur arme Länder.

Sie tragen keine Schuld, doch es trifft sie am härtesten: Jene Länder, die in naher Zukunft voraussichtlich am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leiden, haben ihn am allerwenigsten verursacht. Darauf verweisen das International Institute for Environment and Development ( IIED) und die Londoner School of Economics kurz vor dem Start des Welt-Klimagipfels in Bali in einem gemeinsamen Arbeitspapier. Experten der beiden Institutionen listen darin die "100 Verlierer des Klimawandels" auf. Zusammen kommt die Ländergruppe demnach nur auf einen Anteil von knapp fünf Prozent an den globalen Treibhausgas-Emissionen - ein Klacks im Vergleich zu dem, was allein die USA (23 Prozent), die Mitglieder der Europäischen Union (25 Prozent) und China (15 Prozent) nach dem Stand von 2002 auf dem Kerbholz haben.

"Falls die Länder und Regionen, die am meisten ausstoßen, es nicht hinbekommen, starke Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, könnten die Folgen für die meistverwundbaren Länder schon in den nächsten beiden Jahrzehnten katastrophal sein", warnen die Autoren. In den Verliererstaaten lebten mehr als eine Milliarde Menschen. "Häufigere und stärkere Extremwetterereignisse, die vorhergesagt werden, könnten zu chronischen Hungersnöten oder zu Auswanderungswellen führen", heißt es in dem Bericht. Auch in anderen Studien hatten Forscher jüngst vor den geradezu apokalyptischen Folgen des Klimawandels und der Ausbeutung des Planeten gewarnt.

Wer in der IIED-Liste der potentiellen Klimaopfer erwähnt ist, fällt mindestens in eine von drei Kategorien:

    * Die Ärmsten der Armen: Die am schwächsten entwickelten Länder haben nicht die Mittel, um Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
    * Kleine Inselstaaten: Sie liegen oft nur knapp über dem Meeresspiegel, der weiter steigt, was zu einer existentiellen Bedrohung werden kann.
    * Länder Afrikas: Der Kontinent gilt dem Zwischenstaatlichen Ausschuss über Klimaänderung (IPCC) der Vereinten Nationen als der "gegenüber dem Klimawandel am stärksten verwundbare", aufgrund seiner "mangelnden Fähigkeit, sich anzupassen".

Manche der hundert Verlierer des Klimawandels gehören auch zwei oder sogar allen drei Gruppen an. Letzteres gilt zum Beispiel für die Kapverdischen Inseln vor der Westküste Afrikas. Gut vertreten in der Liste sind auch beliebte Urlaubsziele von Ferntouristen in Übersee, etwa Haiti, die Malediven, Mauritius, die Dominikanische Republik, Jamaika und die Bahamas. Und auch Mittelmeerländer wie Malta, Zypern, Algerien und Ägypten finden sich in der Liste des International Institute for Environment and Development.

Das Wasser wird vielerorts knapp

Mit welchen konkreten Bedrohungen die Klimaerwärmung die genannten Länder konfrontiert, lässt sich einem neuen Bericht des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds entnehmen. Die beiden Hilfsorganisationen unterhalten das Climate Centre im niederländischen Den Haag, und dieses legt jetzt einen aktuellen "Klimaführer" für Länder vor, in denen Rotes Kreuz und Roter Halbmond tätig sind.

Beispiel Samoa: Auf der polynesischen Inselgruppe existiert eines der ältesten Wetterarchive des gesamten Pazifikraums. Es zeigt nicht nur eine Zunahme der Temperatur in den letzten Jahrzehnten sondern auch einen kontinuierlichen Rückgang der Niederschlagsmengen. "Wasserknappheit ist ein beherrschendes Thema auf Samoa geworden", konstatiert der Bericht.

Ein anderes Beispiel aus dem "Klimaführer": Die Philippinen erlebten 2006 eine "beispiellose Häufung" von verheerenden Taifunen. Gleich fünf starke Wirbelstürme suchten die Inselgruppe heim und forderten laut Rotem Kreuz und Rotem Halbmond mehr als 2.000 Todesopfer. Weitere 1100 Menschen seien gestorben, als Erdrutsche infolge extremen Monsunregens ganze Ortschaften unter sich begruben. Die Philippinen stehen zwar nicht in der Liste der hundert Verlierer des Klimawandels, benachbarte Staaten wie Palau und Papua Neuguinea aber schon.

"Ungeheuer zynisch"

Für einen "fairen Lastenausgleich" im Kampf gegen den Klimawandel sprach sich kürzlich Rajendra Pachauri aus, der Vorsitzende des IPCC. "Jedes Land der Erde muss sich zu Zielen und Maßnahmen bekennen, die es uns allen erlauben, zu viel geringeren Treibhausgas-Emissionen zu kommen", sagte der Inder Anfang des Monats in Valencia, wo der IPCC die Zusammenfassung seines neuen Welt-Klimareports 2007 präsentierte. Dabei müssten aber, so Pachauri, "Kriterien wie Fairness und Ethik" berücksichtigt werden. Mit anderen Worten: Die Hauptverursacher des Problems, die Länder mit den höchsten Emissionen, haben einen entsprechend stärkeren Beitrag zu leisten als die Verlierer des Klimawandels mit ihrem eher geringen Treibhausgas-Ausstoß.

Auch einer der profiliertesten deutschen Klimaforscher, der Hamburger Physiker Hartmut Graßl, vermisst bei vielen die Einsicht, "dass der Klimawandel die größte Bedrohung für die Gerechtigkeit auf dieser Welt ist". Nach Einschätzung des früheren Direktors am Max-Planck-Institut für Meteorologie "tut man immer so, als ob alles nur aus Hamburg und München bestünde auf dieser Welt". Reden solle man lieber "über den Bauern in Burkina Faso, der im nördlichen Sahel seit Jahrzehnten dauerhaft weniger Regen bekommen hat" und nun zuschauen müsse, wie ihm Nomaden in die Hirsefelder eindrängen, "weil die weiter im Norden überhaupt nichts mehr für ihr Vieh zu fressen finden", so Graßl gegenüber SPIEGEL Online.

"Diejenigen, die sagen, wir können uns anpassen, lassen die Leute in anderen Ländern über die Klinge springen", formuliert der Forscher bewusst drastisch: "Aus meiner Sicht ist das ungeheuer zynisch."

Quelle : www.spiegel.de

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Bundesregierung beschließt Energie- und Klimaprogramm
« Antwort #72 am: 05 Dezember, 2007, 17:48 »
Das Bundeskabinett hat heute das nach eigenen Angaben "umfassendste Maßnahmenpaket zur Energie- und Klimapolitik in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" beschlossen. Der Bericht ( http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/gesamtbericht_iekp.pdf ) zur Umsetzung der in der Kabinettsklausur am 23./24.08.2007 in Meseberg beschlossenen Eckpunkte für ein Integriertes Energie- und Klimaprogramm umfasst insgesamt 29 Eckpunkte.

Insbesondere soll der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromproduktion bis 2020 von derzeit rund 12 auf rund 25 Prozent erhöht werden, der Anteil der erneuerbaren Energien im Strombereich im gleichen Zeitraum von derzeit rund 12 auf 25 bis 30 Prozent ausgebaut und die Nutzung von erneuerbaren Wärmeenergien in Neubauten ab 2009 zur Pflicht gemacht werden.

Außerdem will die Bundesregierung den Anteil von Biokraftstoffen bis 2020 auf etwa 20 Volumenprozent steigern, die Biogaseinspeisung ins Erdgasnetz erleichtern und das Strom-Messwesen liberalisieren, um die Entwicklung innovativer Messverfahren und lastabhängiger, zeitvariabler Stromtarife zu fördern. Noch ausstehende Beschlüsse wie zum Beispiel zur Energieeinsparverordnung, zur Umstellung der Kfz-Steuer, zur Beschleunigung des Stromleitungsbaus und zur Änderung der LKW-Maut soll das Bundeskabinett im Mai 2008 fassen.

Quelle : www.heise.de

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Klimaschutzpaket der Regierung stößt auf geteiltes Echo
« Antwort #73 am: 05 Dezember, 2007, 18:26 »
Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung stößt auf ein geteiltes Echo. Während Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss von einem "starken Signal" für die UN-Konferenz in Bali sprach, kritisierten Umweltverbände und Grüne das Maßnahmenpaket als unzureichend. Die insgesamt 14 Gesetze und Verordnungen sollen Deutschland dem Ziel näher bringen, seine CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken.

"Kein anderes Land der Welt kann mit einem so ambitionierten und zugleich konkreten Programm zur Weltklimakonferenz nach Bali fahren", sagte Gabriel. Zugleich werde Deutschland mit den Beschlüssen für mehr Energieeffizienz "fit für die Zukunft" gemacht, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sind die Maßnahmen "nicht so stark durch Ge- und Verbote gekennzeichnet", sondern es werde mehr auf Anreize gesetzt.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin, mit diesem Programm werde Deutschland "seiner Vorreiterrolle international gerecht". Mit Hilfe des Klimaschutzpakets soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland von derzeit gut zwölf Prozent bis 2020 auf 25 bis 30 Prozent steigen. Die Fördergelder für den Einsatz erneuerbarer Wärmeenergie in Altbauten werden von bislang 130 Millionen Euro schrittweise auf 500 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt.

Die Kfz-Steuer soll ab 2009 am Schadstoffausstoß ausgerichtet werden. Dazu wurden allerdings zunächst nur Eckpunkte beschlossen. Für den Einsatz von Biosprit wurden Nachhaltigkeitskriterien festgelegt. Weitere Maßnahmen betreffen den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und strengere Effizienzvorgaben für Elektrogeräte. Ein weiteres kleineres Paket ist für Mai geplant; dazu kommen Maßnahmen auf EU-Ebene.

Die Umweltverbände BUND und NABU sprachen von einem richtigen ersten Schritt, der aber noch unzureichend sei. Ohne zusätzliche Maßnahmen "wird das Ziel von minus 40 Prozent bis 2020 sicher verfehlt", mahnte BUND-Präsident Hubert Weiger. An ein Tempolimit oder die Streichung von Privilegien im Flugverkehr sei nicht einmal ansatzweise gedacht worden, kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der umweltorientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) bemängelte vor allem unzureichende Anreize für mehr Energieeffizienz im Verkehrsbereich.

Von "Etikettenschwindel" sprach Grünen-Chef Reinhard Bütikofer. So werde "das wirklich heiße Eisen der Kohlepolitik" überhaupt nicht angefasst.

Quelle : http://de.news.yahoo.com

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Umstrittene Klima-Aktion - Konzerne warnen vor Stromausfall
« Antwort #74 am: 06 Dezember, 2007, 12:33 »
Für fünf Minuten sollen Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Samstag das Licht ausschalten - und schon warnen Energiekonzerne vor einem europaweiten Stromausfall. Wissenschaftler halten die Sorgen vor der Klima-Aktion für berechtigt.

Berlin - Die für Samstag geplante Klimaschutzaktion "Licht aus! Für unser Klima" gefährdet den Stromkonzernen zufolge die Stabilität des Stromnetzes und kann bei einer sehr großen Teilnehmerzahl zu einem europaweiten Stromausfall führen. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf Energieversorger.

Demnach bereiten sich die großen Netzbetreiber RWE und E.on auf den plötzlichen Abfall der Stromlast im Leitungssystem vor. "Wenn zu viele Menschen mitmachen, drohen ernste Gefahren für das gesamte europäische Stromnetz", sagte Klaus Kleinekorte von RWE der Zeitung.

Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace, BUND und WWF haben die Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz dazu aufgerufen, am 8. Dezember, dem "Weltklimatag", zwischen 20 Uhr und 20.05 Uhr das Licht auszuschalten. Der Aufruf wird von der "Bild"-Zeitung, dem Fernsehsender ProSieben und dem Internetportal Google unterstützt.

Sorge bereitet den Netzbetreibern insbesondere, dass sich immer mehr Großverbraucher der Lichtaus-Aktion anschließen wollen, darunter die Konzernzentralen von BMW, Porsche, Bosch, Deutscher Telekom und T-Mobile. Auch soll die Außenbeleuchtung zahlreicher berühmter Bauwerke für fünf Minuten ausgestellt werden, etwa beim Kölner Dom, dem Berliner und dem Erfurter Dom, beim Schloss Neuschwanstein, beim Heidelberger Schloss, dem Brandenburger Tor, der Alten Oper und bei der "Zeil" in Frankfurt am Main.

"Bleibt nach all den Gegenmaßnahmen eine größere Überlast bestehen, würden die automatischen Sicherungssysteme dafür sorgen, dass Übertragungsleitungen und damit auch großflächig Netzkunden abgeschaltet werden", sagte Joachim Vanzetta, Leiter der RWE Netzzentrale in Brauweiler. "Ein möglicherweise großflächiger Stromausfall ist dann nicht mehr auszuschließen."

Wissenschaftler sehen diese Sorgen als berechtigt an: "Ganz unkritisch ist das Unterfangen nicht - alles hängt davon ab, wie viele Menschen mitmachen", sagte Stefan Tenbohlen vom Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik der Universität Stuttgart.

Nach Berechnung von Hans-Jürgen Haubrich, dem Leiter des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen, droht bei etwa zehn Millionen teilnehmenden Haushalten Gefahr für die Netzstabilität.

Mitte Oktober gab es eine ähnliche Aktion in San Francisco: Dort schalteten knapp eine Million Menschen gleich eine ganze Stunde lang das Licht aus, Restaurants boten Dinner bei Kerzenlicht an. Auch Wahrzeichen wie die Golden Gate Bridge wurden eine Stunde lang nicht mehr beleuchtet. Zu einem Stromausfall kam es jedoch nicht. Ende März 2008 wollen auch Städte wie New York, Los Angeles und Chicago bei der landesweiten Aktion "Lights out America" teilnehmen.

Quelle : www.spiegel.de

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