Autor Thema: Währungssorgen: Starker Euro verärgert die Franzosen  (Gelesen 913 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Währungssorgen: Starker Euro verärgert die Franzosen
« am: 25 Dezember, 2006, 14:01 »
Der Höhenflug des Euros sorgt in Frankreich für großen Verdruss. Politiker kritisieren, die Europäischen Zentralbank fahre einen zu rigiden Kurs und würge die Wirtschaft ab. Der Ruf nach einer Kontrolle der Geldpolitiker wird lauter.

Paris - Nach der jüngsten Zinserhöhung stimmte Premierminister Dominique de Villepin in den Chor der EZB-Kritiker ein und forderte ein politisches Gegengewicht. "Die Mitglieder der Euro-Gruppe könnten davon profitieren, wenn sie Handlungsspielraum zurückerlangten", sagte der Regierungschef.

Anlass zur Panik in Paris gab die überraschende Wirtschaftsflaute im Herbst. Die in der ersten Jahreshälfte kräftige Konjunktur kam im dritten Quartal zum Stillstand. Die Exportschwäche der Franzosen, die Schwierigkeiten in Auto- und Luftfahrtindustrie werden zunehmend auf den schwachen Dollarkurs zurückgeführt.

Staaten wie Exportweltmeister Deutschland könnten sich besser auf die Situation einstellen, räumte Villepin ein. Für Frankreich sei die Eurostärke von Nachteil. Deswegen plädiert der Premier für eine Neudefinition der Zuständigkeiten. "Wir müssen die Verantwortlichkeiten zwischen der Bank und den Mitgliedern der Euro-Gruppe klären, um Verbesserungen zu erzielen."

Mit dem Argument, die von Deutschland durchgedrückte Stabilitätsfixierung mache eine nationale Wachstumspolitik für immer unmöglich, versuchten die französischen Linken schon die Euro-Einführung zu verhindern. Der Euro wurde als Jobkiller dämonisiert.

Da sich der Abbau der Arbeitslosigkeit im Herbst verlangsamt hat, fühlen sich viele bestätigt. Die sozialistische Präsidenschaftskandidatin Ségolène Royal schimpfte in der vergangenen Woche über die "Allmacht der Zentralbank". Über die Wirtschaftspolitik dürfe nicht länger allein EZB-Chef Jean-Claude Trichet entscheiden.

Ihr Gegenkandidat bei der Präsidentschaftswahl, Innenminister Nicolas Sarkozy von der bürgerlichen UMP, will die Frankfurter Währungshüter ihrer Souveränität berauben, um den Euro als Instrument der Konjunkturpolitik zu gewinnen. In Deutschland, das im Januar die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, beißen die Franzosen damit auf Granit. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück beschied Anfang Dezember in Paris kühl, man möge die Situation "nicht überdramatisieren".

Doch in der Kritik am Euro wissen die französischen Politiker ihre Bevölkerung hinter sich. "Mir ist das Geld noch immer fremd", sagt etwa Monique Dumas. Die 76-Jährige hat gerade ihren Abendeinkauf im Supermarkt Champion beendet. Sie rechnet - wie mehr als die Hälfte ihrer Landsleute - noch immer in Francs. "Was billig oder teuer ist mache ich mir klar, indem ich auf den Francs-Betrag schaue", sagt sie. Dieser wird nach wie vor auf jeder Rechnung ausgewiesen, vom Croissant bis zur Eigentumswohnung.

Der "Volksgesundheit" abträglich?

Tatsächlich war der Euro für die Volksgesundheit der Grande Nation alles andere als förderlich, wie das Verbraucherforschungsinstitut Crédoc festgestellt hat. Obwohl die Preise nicht stärker als vorher stiegen, seien viele Menschen "hypersensibel" für die kleinsten Schwankungen geworden. Der psychologische Effekt sei nicht zu unterschätzen, schreiben die Experten: "Es ist ein Konsumstress entstanden, den es vorher nicht gab."

Die Euro-Muffeligkeit der Bevölkerung hat Tradition. Um ein Haar hätte Frankreich die Einheitswährung zu Fall gebracht. Im Referendum über die Maastricht-Verträge im September 1992 stimmten 49,9 Prozent dagegen. "Es waren die französischen Regierungen, die schon in den 80er Jahren den Euro gefordert haben", sagt Henrik Uterwedde, Wirtschaftsexperte vom Deutsch-französischen Institut.

"Die Deutschen haben lange abgeblockt und wollten erst eine Konvergenz der Volkswirtschaften erreichen." Im Zuge der Wiedervereinigung hat Staatspräsident François Mitterrand dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl schließlich eine Zustimmung nahe gelegt, quasi als Beweis für den Integrationswillen des neuen Deutschlands. "Paradoxer Weise wurde dann eine Währung nach deutschem Muster, mit unabhängiger Zentralbank und strengem Stabilitätspakt daraus", sagt Uterwedde. "Der Euro ist eine französische Idee zu deutschen Bedingungen."

Quelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
Euro ist stärkste Bargeldwährung der Welt
« Antwort #1 am: 28 Dezember, 2006, 09:45 »
Fast fünf Jahre sind seit Einführung des Euro-Bargelds vergangen, und inzwischen sind weltweit beinahe 600 Milliarden Euro Bares im Umlauf. Damit hat die Europa-Währung den bisher beim Bargeld-Verkehr dominierenden US-Dollar vom Thron gestoßen.

Hamburg - Schon Ende Oktober war der Euro erstmals die führende Bargeldwährung weltweit und hat damit den US-Dollar in dieser Hinsicht überholt. Nach Berechnungen der "Financial Times" waren damals Euro-Scheine im Wert von 592 Milliarden Euro im Umlauf. Der Wert der umlaufenden Dollars habe sich demgegenüber auf 579 Milliarden Euro belaufen.

Seitdem sei der Wert der umlaufenden Euro-Scheine noch einmal gestiegen, schreibt das britische Blatt, und beruft sich auf Daten der Europäischen Notenbank EZB. Von der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve liegen zwar für November und Dezember noch keine Vergleichsdaten vor. Es sei aber sehr unwahrscheinlich, dass der Dollar in dieser Zeit den Euro wieder eingeholt habe.

Zumindest beim Bargeld-Verkehr hat der Euro damit den Dollar als weltweit führende Währung abgelöst. Als Anlage- und Reservewährung indes dominiert die US-Währung noch mit großem Abstand. Auch hier allerdings holt der Euro auf. So gaben die Vereinigten Arabischen Emirate in dieser Woche bekannt, sie wollten einen größeren Anteil ihrer Fremdwährungsreserven als bisher in Euro anlegen. Der Anteil solle von zwei auf zehn Prozent angehoben werden.

Nach Daten der EZB hatten die Zentralbanken der Welt bereits im Jahr 2005 24,3 Prozent ihrer Reserven in Euro angelegt. Im Jahr 1999 hingegen belief sich der Anteil noch auf 17,9 Prozent. Der Anteil des Dollars fiel in dieser Zeit von 71,0 Prozent auf 66,4 Prozent. Auch der japanische Yen konnte Boden gutmachen.

Quelle : www.spiegel.de

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )

Offline SiLæncer

  • Cheff-Cubie
  • *****
  • Beiträge: 191383
  • Ohne Input kein Output
    • DVB-Cube
D-Mark heimlich für DDR-Anschluss geopfert?
« Antwort #2 am: 26 September, 2010, 14:00 »
Der Spiegel verfügt angeblich über geheime Protokolle, die einen engen Zusammenhang zwischen den beiden politischen Entscheidungen belegen

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schreibt in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf ihm zugängliche Geheimdokumente, dass die Einführung des Euro angeblich der dem damaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand zugebilligte Preis für die Übernahme Ostdeutschlands war.

Danach bemängelte Mitterrand beim langjährigen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), dass Deutschland seine Pläne zur Einführung einer Gemeinschaftswährung bremsen würde und "nur dann auf die Wiedervereinigung hoffen [könne], wenn es in einer starken Gemeinschaft steht". Als Mitterrand in diesem Zusammenhang auch meinte, die Deutschen stünden "vor einer sehr wichtigen Wahl", soll der aus Halle stammende Außenminister in Aussicht gestellt haben, die Wünsche des französischen Sozialisten zu erfüllen.

Während Zeitzeugen wie Hubert Védrine und Karl-Otto Pöhl dem Spiegel ein solches Junktim zwischen deutscher Einheit und Währungsunion bestätigten, wiesen der für die Einführung des Euro verantwortliche ehemalige Finanzminister Theo Waigel (CSU) und sein Nachfolger Wolfgang Schäuble (CDU) die Behauptung zurück. "Einen solchen Handel", so der damalige Kronprinz Helmut Kohls, "hat es nie gegeben".

Quelle : http://www.heise.de/tp/

Arbeits.- Testrechner :

Intel® Core™ i7-6700 (4 x 3.40 GHz / 4.00 GHz)
16 GB (2 x 8 GB) DDR4 SDRAM 2133 MHz
250 GB SSD Samsung 750 EVO / 1 TB HDD
ZOTAC Geforce GTX 1080TI AMPExtreme Core Edition 11GB GDDR5
MSI Z170A PC Mate Mainboard
DVD-Brenner Laufwerk
Microsoft Windows 10 Home 64Bit

TT S2 3200 ( BDA Treiber 5.0.1.8 ) + Terratec Cinergy 1200 C ( BDA Treiber 4.8.3.1.8 )