Die Sicherheitsspezialisten von Symantec warnen in ihrem Weblog vor einem bislang unbekannten Sicherheitsloch im Realplayer, das bereits aktiv ausgenutzt wird. Es betrifft das ActiveX-Control ierpplug.dll der aktuellen Version des Realplayers einschließlich der Beta für Version 11. Gefährdet sind somit Windows-Anwender, die die Kombination Internet Explorer mit Realplayer-Plugin verwenden.
Die von Symantec entdeckte, bösartige Web-Seite nutzt das Sicherheitsleck unter anderem, um aus dem Netz einen bekannten Trojaner namens Zonebac nachzuladen, der die Sicherheitseinstellungen des Internet Explorer herabsetzt. Der Schadcode stammt von einem offenbar kompromittierten Anzeigen-Server, der Anzeigen mit einem IFrame auslieferte, der seinerseits auf den eigentlichen Schadcode weiterleitete.
Das Sicherheitsloch beruht auf einem Programmierfehler, der einen Pufferüberlauf ermöglicht. Erst vor wenigen Monaten wurde ein ähnlicher Fehler im RealPlayer aufgedeckt. Russ Ryan, General Manager of Product Development für RealPlayer, erklärt in einem Blog-Eintrag, man habe bereits einen Patch gegen das Problem, der demnächst auf den Sicherheitsseiten von Real veröffentlicht werden soll.
Die Sicherheitsspezialisten in Gelb empfehlen bis dahin, zum Schutz das Killbit für das ActiveX-Control mit dem Class Identifier (CLSID) FDC7A535-4070-4B92-A0EA-D9994BCC0DC5 zu setzen, was den Aufruf des Controls aus dem Internet Explorer heraus verhindert. Microsoft beschreibt die dazu notwendigen Schritte hier. Des weiteren sei sicherzustellen, dass Outlook Express entweder Nachrichten nicht als HTML anzeige oder dies zumindest wie voreingestellt in der eingeschränkten Zone tut (der c't-Emailcheck hilft Ihnen bei der Konfiguration Ihres Mail-Programms). Da die gefährlichen Seiten JavaScript einsetzen, um die Schwachstelle auszunutzen, reduziert das Abschalten von Active Scripting im Internet Explorer das Risiko ebenfalls. Was Symantec nicht erwähnt: Alternative Browser und Mail-Prgramme wie Firefox und Thunderbird setzen generell kein ActiveX ein und sind somit nicht betroffen.
Quelle :
www.heise.de