In der Hitliste der im Juni am stärksten verbreiteten Schädlinge, die der Antivirus-Hersteller Kaspersky Labs veröffentlicht hat, belegen die "Mytob"-Varianten dreizehn der ersten zwanzig Plätze. Sie haben etliche andere Protagonisten wie "Sober" und "Bagle" auf hintere Positionen verdrängt.
Mit knapp 20 Prozent führt der seit März bekannte Wurm "Mytob.c" die Rangliste an. Auf Platz zwei folgt der relativ alte Wurm "Netsky.q", der im Vorjahr noch auf den ersten Rang abonniert war. Den dritten Platz belegt etwas überraschend "Zafi.d", der auch schon seit den letzten Jahr bekannt ist und gegenüber Mai um sechs Plätze aufrücken konnte. Zwei weitere Netsky-Varianten, eine ältere Zafi-Variante, ein Lovgate-Wurm und ein Vertreter der "Mydoom"-Familie können sich noch in den Top 20 halten, zeigen jedoch fallende Prozentanteile.
Dass sich ein seit April 2004 bekannter Lovgate-Wurm noch auf Rang sieben halten konnte, führen die Virenspezialisten von Kaspersky Labs auf seine starke Verbreitung in China zurück. Dort sind die meisten Computer noch unzureichend oder gar nicht vor Viren geschützt. Auch die Mytobs sind in Asien stark vertreten.
Unter den Vertretern der Mytob-Familie sind sowohl recht schlichte Würmer als auch solche mit Backdoor-Funktionen. Letztere enthalten meist eine abgewandelte Version eines Trojanischen Pferds aus der "Sdbot"-Familie, die zum Aufbau von Botnets dient. Variationen ergeben sich auch aus der Art und Anzahl der EXE-Packer, mit denen die Schädlinge komprimiert sind.
Die Dominanz der Mytob-Varianten unterstreicht die seit einiger Zeit zu beobachtende Tendenz in sehr kurzen Abständen immer neue Versionen eines Schädlings freizusetzen. Dies bestätigt die Statistik auch dadurch, dass der aufsummierte Anteil der Top 20 am Gesamtaufkommen in Mails entdeckter Schädlinge seit Januar um mehr als zehn Prozentpunkte abgenommen hat.
Quelle und Links :
http://www.pcwelt.de/news/sicherheit/115345/index.html