Autor Thema: Duden etc...  (Gelesen 1430 mal)

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Duden etc...
« am: 19 Juli, 2005, 12:11 »
Den Duden und seine verwandten Wörterbücher schleppt man selten mit sich herum. Seit geraumer Zeit bietet der Verlag deshalb auch eine mobile Variante für Palm- und Windows-PDAs sowie Serie 60-Smartphones an. Mittlerweile gibt es die Software für alle Smartphone, sodass nun auch Geräte mit Windows Mobile und Symbian mit den Plattformen Serie 60 und UIQ unterstützt werden. Die neueste Version läuft auf Nokia Communicator 9300 und 9500.

Der Duden für Smartphones umfasst wie die gedruckte Ausgabe rund 125.000 Stichwörter und entspricht in der 23. Auflage dem aktuellen Stand der amtlichen Rechtschreibregelung, die ab dem 1. August 2005 Grundlage der Schreibpraxis in Schulen und Behörden sein wird. Der digitale Duden bietet zu mehreren Tausend schwierigen Wörtern akustische Aussprachehilfen auf Basis der Vertonungen durch die Aussprachedatenbank der ARD.

Neben dem Duden bietet der Verlag weitere Wörterbücher an, darunter das Oxford Großwörterbuch Englisch, das Synonymwörterbuch und das Fremdwörterbuch. Auf der Verlagswebseite kann man eingeschränkte Demoversionen herunterladen. Die Vollprodukte vertreibt ein Partner-Webshop getrennt für Palm OS, Geräte mit Pocket PC und Windows Mobile Smartphone und Smartphones mit Symbian S60, UIQ und Communicator 9300/9500.

Quelle : www.heise.de

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Duden kündigt OpenOffice-Suite mitsamt Korrektursoftware an
« Antwort #1 am: 16 August, 2005, 19:42 »
Der Verlag Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, der unter seinem Dach den Duden beherbergt, hat für den kommenden Herbst eine "Duden OpenOffice.org Suite" angekündigt. Das Paket bestehe aus der Open-Source-Software OpenOffice, einer Rechtschreib-, Stil- und Grammatikprüfung für die OpenOffice-Textverarbeitung Writer sowie den drei Dudenwerken Fremdwörterbuch, Synonymwörterbuch und "Richtiges und gutes Deutsch". Die Korrektursoftware prüfe nicht nur wortweise, sondern ganze Sätze, wird in einer Mitteilung hervorgehoben. Sie könne also auch Zeichensetzungsfehler oder fehlerhafte Beugungen erkennen.

Die Rechtschreib- und Grammatikkorrektur werde zunächst für OpenOffice ab Version 2.0 beta geeignet sein, heißt es weiter. Unterstützt werden die Betriebssysteme Windows von 98 bis XP, die Linux-Distributionen SuSE 9.3, Fedora Core 3 und 4 sowie Debian 3.1 Sarge. Im Januar soll Mac OS X 10.3 folgen. Dafür seien voraussichtlich zusätzlich Apples X11 oder XDarwin ab 4.3.0 notwendig. Einen genauen Erscheinungstermin für die Mac-Version konnte der Verlag nicht mitteilen, da es dafür bisher noch keine Beta-Version gebe. Für Windows und Linux werde die "Duden OpenOffice.org Suite" aber auf jeden Fall in diesem Herbst für knapp 50 Euro erhältlich sein.

Quelle : www.heise.de

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Heute schon gestoibert? : Online-Wörterbuch für Wort-Neuschöpfungen
« Antwort #2 am: 04 Dezember, 2005, 10:38 »
Kann Ballack sich durchmerkeln?

Heute schon gestoibert? – Fast jeder kennt inzwischen dieses Wort und seine Bedeutung. Und wer bei dieser Neuschöpfung dennoch nur Bahnhof versteht, wird bei Google schnell fündig. Auf dieser Seite wurde "stoibern" vor kurzem nämlich zum "German Word of the Week" erklärt.

Mittlerweile gibt es sogar eine dem Duden nachempfundene Worterläuterung:

Zitat
stoi/bern: stoiberst, stoibertest, hast gestoibert

1 (ugs.) Sich (aus Eitelkeit und/oder Feigheit) aus dem Staub machen 2 (Politik) Ewiges Fingerhakeln um Macht und Zuständigkeit 3 (Politik) Konsequent das Populäre fordern, aber nicht das Konsequente umsetzen wollen 4 (Das) Stoibern: a) Höchste, vollendete Form der Selbstdemontage b) Zögern und zaudern 5 auch: Den Stoiber machen ---> verkohlen "Wir lassen uns nicht verkohlen"; merkeln, (Das) Merkel, durchmerkeln, leverkusen; södern; westerwellen; (veralt.) abwaigeln: abzocken

Der ganze Artikel mit Links

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« Letzte Änderung: 04 Dezember, 2005, 10:41 von SiLencer »

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Die reformierte Reform
« Antwort #3 am: 02 März, 2006, 12:56 »
Deutschland starrt wie gebannt auf das zähflüssigste Reformwerk aller Zeiten: die Neuordnung der Rechtschreibung. Die Kultusminister der Länder stimmen heute in Berlin über die endgültige Form ab. Die ist ein Kompromiss - aber einer, mit dem sich's leben lässt.

Am Montag hat der Rat für deutsche Rechtschreibung seine Änderungsempfehlungen abgegeben, heute wird die Kultusministerkonferenz in Berlin über Annahme oder Ablehnung dieser Empfehlungen entscheiden. Mit einer Ablehnung ist nicht zu rechnen. Erstens kann sich die Reform, die ab August verbindlich für alle Schüler und alle Behörden gelten soll, eine weitere Verzögerung nicht leisten. Und zweitens stellen die Empfehlungen des Rates einen Kompromiss dar; und Kompromisse sind das Einzige, was in Zeiten Großer Koalitionen eine Chance hat.

Wenn man bedenkt, dass die Väter der Reform sehr viel radikalere Ideen hatten, dass ursprünglichen Plänen zufolge sogar die Großschreibung von Hauptwörtern abgeschafft werden sollte, dann ist die Reform in ihrer jetzigen Form kaum mehr als eine harmlose kosmetische Korrektur der alten Orthographie. Ein kleines Känguru hier, ein süßer Delfin da - damit lässt sich leben. Wer empört ausruft, die Abschaffung des "ph" sei ein Sakrileg, der sei nur darauf hingewiesen, dass Wörter wie Fotografie und Telefon schon seit vielen Jahrzehnten ohne "ph" geschrieben werden. Also werden wir uns auch an den Delfin gewöhnen.

Was ich von der Rechtschreibreform halte und was ich anders gemacht hätte, wurde ich oft gefragt. Vor der Arbeit der Reformatoren habe ich großen Respekt. Es ist beileibe nicht einfach, ein jahrhundertealtes Kulturgut zu bearbeiten, noch dazu ein so heiliges wie unsere Rechtschreibung. Um die Regeln der Schriftsprache vereinfachen zu können, muss man sie sehr genau kennen. Das ist bei den Mitgliedern der Kommission zweifellos der Fall - bei ihren Kritikern hingegen nicht immer.

Infratest hat eine Umfrage durchgeführt, die zu folgendem Ergebnis kam: Mehr als zwei Drittel der Deutschen (nämlich 68 Prozent) schreiben weiterhin nach den klassischen Rechtschreibungsregeln. Nur 19 Prozent richten sich komplett nach der neuen Regelung, und 12 Prozent verwenden dagegen eine Mischung aus alter und neuer Rechtschreibung.

Diese Angaben setzen freilich voraus, dass die Befragten genau wussten, was alte und was neue Rechtschreibung ist. Daran habe ich so meine Zweifel. Wie oft schon habe ich Briefe bekommen, in denen mir Leser mitteilten, sie würden die Reform einfach ignorieren und bei der alten Rechtschreibung bleiben.

Dagegen ist zunächst auch nichts zu sagen, das ist jedermanns Recht, solange er nicht mehr zur Schule geht oder im Staatsdienst arbeitet. Wenn diese Leser dann aber als Beispiel das Wort "Albtraum" anführten, das sie immer schon mit "b" geschrieben hätten, weil es doch nichts mit den Alpen zu tun habe, sondern mit Alben (= Elfen), dann wurde mir klar, dass diese Leser nicht gründlich informiert waren: Denn die Schreibweise "Albtraum" ist die neue! Nach klassischer Rechtschreibung war allein die Schreibweise "Alptraum" zulässig; bis zum Inkrafttreten der Reform im August des Jahres 1998 galt die Schreibweise mit "b" als falsch. Ebenso irren viele Deutsche, die der Überzeugung sind, das Eszett sei durch die Reform komplett abgeschafft. "Freundliche Grüsse" sind nur in der Schweiz korrekt, und das wiederum schon seit 70 Jahren. In Deutschland schreibt man nach wie vor "Freundliche Grüße".

Dass man Mayonnaise jetzt auch Majonäse schreiben kann und Ketchup auch mit sch (Ketschup), hat mich nie gestört. Auch platzieren mit "tz" und nummerieren mit "mm" hielt ich für akzeptabel. Fremdwörter sind schließlich schon immer eingedeutscht worden. Wer würde heute die Zigarette noch mit C schreiben wollen? Vor einiger Zeit stöhnte mir jemand vor, er könne die Schreibweise "platzieren" mit "tz" nicht ertragen. Das sei doch ein Fremdwort und müsse daher mit "z" geschrieben werden. Ihm würde es in den Augen brennen, wenn er das sähe! Ich hatte wenig Mitleid mit ihm: "Wenn Sie gegen die Eindeutschung von Fremdwörtern sind, warum beharren Sie dann auf 'plazieren' mit z? Früher schrieb man es mit 'c': placieren, denn es kommt vom französischen Wort placer. Die Form 'plazieren' war bereits eine halbe Eindeutschung. Mögen Sie lieber halbe Sachen als Ganze?" Darauf wusste er dann erst einmal nichts zu erwidern.

Wenn es Gründe gab, sich über die Reform zu ereifern, dann lagen die nicht in neuen Schreibweisen wie Biografie und Portmonee. Einige Änderungen wurden ja sogar begeistert aufgenommen. Zum Beispiel die Abschaffung der Regel "Trenne nie s-t, denn es tut ihm weh", für die es keine überzeugende Begründung mehr gab, seit Ligaturen aus der Mode geraten sind. Zahlreiche Befürworter fand auch die neue ss/ß-Regel, die ein Eszett (das sogenannte scharfe "s") nur noch hinter langen Vokalen und Diphtongen (ei, au, äu, eu) zulässt. Hinter kurzen Vokalen steht indes Doppel-s, auch am Wortende: der Fluss (kurzes u), das Floß (langes o); der Schlosshund (kurzes o), der Schoßhund (langes o), der Strass (kurzes a), die Straße (langes a). Schließlich wurde auch der Beschluss, substantivierte Adjektive in Fügungen wie "im Stillen", "im Dunkeln", "im Allgemeinen" großzuschreiben, willkommen geheißen.

Das wesentliche Problem - und somit erheblicher Nachbesserungsbedarf - zeigte sich auf dem Gebiet der Zusammen- und Getrenntschreibung. Da waren nämlich Wörter auseinander gerissen worden, die in zusammengeschriebener Form nie ernsthafte Probleme bereitet hatten. Der diensthabende Offizier war zum Dienst habenden Offizier degradiert worden, der gutaussehende Schauspieler musste sich mit der Rolle des gut aussehenden Schauspielers abfinden, und die milchproduzierende Wirtschaft war stillgelegt worden und durfte als Milch produzierende Wirtschaft neu anfangen. Die autofahrende Bevölkerung war zur Auto fahrenden Bevölkerung geworden, und die selbstgemachte Konfitüre war plötzlich nur noch als selbst gemachte Konfitüre zu haben.

Die blindwütige Trennung natürlich zusammengewachsener Wörter war es, die schließlich auch die Intellektuellen der Republik gegen die Reform aufbrachte. Weitreichende Maßnahmen sollten nur noch weit reichend sein, grundlegende Veränderungen hingegen grundlegend bleiben - weil "weit" ein steigerungsfähiges Adjektiv ist, "grund" hingegen ein "verblasstes Hauptwort".

Die Reform wollte die Orthografie vereinfachen, stattdessen wurde die Sache immer komplizierter: Denn bevor man wissen konnte, ob man zwei Wörter, die zusammen einen neuen Begriff ergaben, getrennt oder zusammenschreiben darf, musste man sich Klarheit über die Wortart verschaffen: Ist der erste Teil ein Adjektiv, wenn ja, lässt es sich womöglich erweitern oder gar steigern? Ist der zweite Teil ein Partizip? Und was ist überhaupt ein Partizip? Die Sache wurde immer undurchschaubarer.

Günter Grass empörte sich, Marcel Reich-Ranicki empörte sich, das schien zu wirken. Jedenfalls wurde die Reform "partiell modifiziert", wie es so schön hieß. Auf gut Deutsch: Man versuchte zu retten, was zu retten war, indem man den größten Unfug möglichst diskret wieder rückgängig machte. Der ehemals frischgebackene Ehemann, der seit 1998 ein "frisch gebackener" Ehemann war, durfte 2004 wieder als frischgebackener Ehemann auftreten. Überhaupt war jetzt sehr viel von "kann"-Bestimmungen und von "sowohl als auch" die Rede. Das machte es für die Deutschlehrer nicht gerade leichter, half aber, das laute Gezeter der Reformgegner zu dämpfen. Ein Kompromiss eben. Den ersten Modifizierungen folgten weitere. Inzwischen ist die Reform ein Regelwerk aus lauter Zugeständnissen. Und dieses gilt es nun am Freitag per Beschluss zu besiegeln.

Dem Gesetzgeber tut es längst leid, dass er die Rechtschreibung überhaupt je zur Reformsache gemacht hat. Zwischendurch tat es ihm Leid (mit großem L), und nun doch wieder leid. Die Lehrer und Schüler, die von "leid tun" auf "Leid tun" umdenken mussten und sich nun an "leidtun" gewöhnen sollen, können einem nur leid ... Leid ... also, die kann man nur bedauern.

Mit dem Beschluss der Kultusminister geht eine der längsten Arien der Operngeschichte zu Ende. Und zum Glück keine A-rie der O-perngeschichte, denn die ästhetisch äußerst fragwürdige Entscheidung, einzelne Vokale abtrennen zu dürfen (Bi-omüll, Zwecke-he), soll ebenfalls wieder rückgängig gemacht werden.

Kann sich die Geschichte wiederholen? Im Jahre 1901 hatte es schon einmal eine Reform der deutschen Rechtschreibung gegeben, die aus nichts anderem als Kompromissen zu bestehen schien. 1905 bemerkte Konrad Duden im Vorwort zur achten Auflage seines Wörterbuches: "Zwar hat man überall das von der Orthographischen Konferenz Geschaffene als zu Recht bestehend anerkannt, weder sind neue Reformvorschläge ans Licht getreten, noch hat man auf seiten der Gegner jeder Reform durch aktiven und passiven Widerstand das Werk zu hemmen versucht: es gilt unbestritten überall.

Und doch würde man irren, wenn man glaubte, die 'Orthographische Frage' sei mit der Herausgabe der von den Regierungen aufgrund der Konferenzbeschlüsse veröffentlichten amtlichen Regelbücher glücklich zur Ruhe gelangt; sie ist vielmehr für verschiedene Kreise wieder lebhaft in Fluß gekommen. [...] Das Ergebnis der Orthographischen Konferenz von 1901 war nur dadurch zustande gekommen, dass die Anhänger verschiedener Richtungen sich gegenseitig Zugeständnisse machten. Das geschah meistens durch Zulassung von Doppelschreibungen." Entweder hatte ich eben ein ganz starkes Déjà-vu, oder Konrad Duden war nicht nur Herausgeber eines Wörterbuchs, sondern nebenbei auch noch das Orakel von Delphi. Oder schreibt man das jetzt Delfi?

Als reformierte Reform wird die Reform der Rechtschreibung eine Chance haben. Einige prominente Verweigerer haben bereits signalisiert, dass sie ihren Widerstand gegen die neue Orthographie aufgeben werden. Andere wollen von der Reform nach wie vor nichts wissen. Für beide Standpunkte habe ich Verständnis. Meine Empfehlung: Wer sich an den Delfin mit "f" partout nicht gewöhnen mag, der soll ihn ab sofort Phlipper schreiben.

Quelle : www.spiegel.de

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RECHTSCHREIBREFORM : Das Elend hat ein Ende
« Antwort #4 am: 02 März, 2006, 17:50 »
Nach jahrelangem Streit soll nun endlich wieder orthographischer Frieden einkehren: Die Kultusminister sind den jüngsten Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung gefolgt und haben die umstrittene Reform in mehreren Punkten erneut abgeändert. Ein Kompromiss, auf den sich (fast) alle einigen konnten.

Berlin - Die seit August 2005 verbindliche Rechtschreibreform wird noch einmal geändert, voraussichtlich zum letzten Mal. Die Kultusministerkonferenz (KMK) beschloss heute auf ihrer Tagung in Berlin, den jüngsten Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung zu folgen und das seit Jahren umstrittene Reformwerk noch einmal zu ändern. Die Änderungen betreffen besonders strittige Teile der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Groß- und Kleinschreibung, der Zeichensetzung und Silbentrennung.

Die Kultusminister wollen mit ihrem Beschluss einen Schlussstrich unter die seit mehr als zehn Jahren erbittert geführten Auseinandersetzungen um das Reformwerk ziehen. Auch Bayern und Nordrhein-Westfalen, die vor einem Jahr zunächst die Umsetzung der Rechtschreibreform an den Schulen ausgesetzt hatten, wollen nun wieder auf eine gemeinsame Linie einschwenken. Damit können ab August dieses Jahres in Deutschland wieder bundesweit an allen Schulen die gleichen Rechtschreibregeln gelten.

Verbindlich eingeführt werden sollen die Korrekturen an allen deutschen Schulen am 1. August, dem ersten Jahrestag der Reform. Während einer einjährigen Übergangsfrist sollen sie jedoch bei der Notengebung noch nicht berücksichtigt werden.

Der Vorsitzende des Rechtschreibrates, Hans Zehetmair, CSU, war von einer Zustimmung der KMK zu den Korrekturempfehlungen ausgegangen. Der Rat habe sich um moderate Korrekturen bemüht und damit auf die Kritik der letzten Jahre reagiert. Die eklatantesten Unebenheiten seien geglättet.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann erklärte, die Korrekturempfehlungen erzeugten "mehr Erleichterung als Freude". Das Unbehagen in der Bevölkerung an der Reform habe der Rat nicht aufheben können. Dennoch scheine eine ungeliebte Reform nach endlosen Debatten nun doch noch ihren vorläufigen Abschluss zu finden.

Die brandenburgische Kultusministerin Johanna Wanka sagte, mit den Korrekturen werde ein Teil der "Unsinnigkeiten" der Rechtschreibreform zurückgenommen. Mit ihr sei man "übers Ziel hinaus geschossen", so die CDU-Politikerin, die im vergangenen Jahr KMK-Präsidentin war.

Wankas Kollege Jan-Hendrik Olbertz ging in seiner Selbstkritik sogar noch weiter: Der Kultusminister aus Sachsen-Anhalt plädierte dafür, dass sich die Politik künftig aus der deutschen Rechtschreibung heraushalten solle. Der parteilose Politiker sagte im Vorwege des Ministertreffens, er werde der nachgebesserten Rechtschreibreform auch deswegen zustimmen, "weil damit der gordische Knoten durchschlagen und vielleicht auch das Elend beendet ist". Der Rat für deutsche Rechtschreibung habe mit seinen Korrekturempfehlungen "eine ganze Menge Unsinn zurückgenommen". Jetzt könne man vielleicht die Lehre ziehen, "aus der Politik heraus eine solche Geschichte nicht nochmal zu machen". Er habe schon immer kritisiert, "dass sich die Politik daran macht, die Muttersprache zu normieren". Das sei ein Fehler gewesen, der aber jetzt weitgehend behoben sei. Olmertz empfiehlt der KMK, einen weiteren Beschluss zu fassen: "Wir machen sowas nie wieder."

Wird nun doch noch alles gut? Schon letzte Woche hatte der Axel Springer Verlag mitgeteilt, man prüfe eine Abkehr von der alten Rechtschreibung, zu der der Verlag ("Bild", "Welt") 2004 zurückgekehrt war. Springer begrüßte ausdrücklich die vom Rat vorgelegten Empfehlungen, nun werde geprüft, ob damit "eine einheitliche reformkonforme Rechtschreibung in den Zeitungen und Zeitschriften sowie den Onlinemedien des Verlages übernommen werden kann". Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die bereits seit 2000 wieder in alter Rechtschreibung schreibt, will die Kompromissvorschläge "sorgfältig prüfen".

Besänftigt scheinen auch jene, die den Reformwirrwarr der letzten Jahre  leidvoll mittragen mussten. Der Dachverband der Schulbuchverlage weist darauf hin, dass keine neue Reform anstehe, sondern lediglich einzelne Änderungen am Regelwerk. "Es wird eine unaufgeregte Einführung des Kompromisses geben", sagte Sprecher Rino Mikulic. Schulbücher müssen nicht eingestampft und zum 1. August neu aufgelegt werden. Zwar müssten die Sprachbücher "zügig geändert" werden, da aber in den Bundesländern momentan ohnehin einiges an Reformen für den Schulunterricht laufe, seien die Termine neuer Buchauflagen bereits entsprechend kalkuliert. "Wenn man jetzt auch noch die großen Zeitungsverlage mit ins Boot bekäme, wäre das natürlich gut und der Streit hoffentlich mal beendet."
Ludwig Eichinger vom Rat für deutsche Rechtschreibung hofft jedenfalls, dass nun tatsächlich endlich Ruhe einkehrt. Es sei klar, dass alle, die im Rat mitgearbeitet hätten, sich einem Kompromiss verpflichtet hätten, auch wenn jeder Einzelne dabei Abstriche machen müsse, sagt der Direktor des Instituts für deutsche Sprache.

Der wohl bekannteste Gegner der Rechtschreibreform, Theodor Ickler, hatte zwar im Rat mitgearbeitet, diesem aber in der vergangenen Woche demonstrativ den Rücken gekehrt und die Korrekturvorschläge als völlig unzureichend bezeichnet. Auch die anderen in der Forschungsgruppe Deutsche Sprache zusammengeschlossenen Erz-Gegner der Reform sehen bei den Korrekturempfehlungen noch "schwere Mängel". Und der Deutsche Elternverein forderte die Kultusminister auf, die alte Rechtschreibung an Schulen wieder zuzulassen. Die Kritik an der Reform wird also wohl auch in Zukunft nicht ganz verstummen.

Kritik erklang heute auch aus der Schweiz, die die Änderung der Reform noch nicht sofort übernehmen will, sondern die deutschen Beschlüsse erst noch bewerten möchte. Erst danach "werden wir beschließen, welche Regeln wir übernehmen und bei welchen wir Wert darauf legen, dass Abweichungen möglich sind", sagte der Präsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Hans Ulrich Stöckling, der dpa. Bisher sei die Schweizer Seite über die Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung, in dem allerdings Vertreter aller drei Länder sitzen, nicht offiziell informiert worden. Diese Kommunikation sei nicht glücklich, sagte Stöckling. Von einem Ausstieg aus dem gemeinsamen Prozess mit Deutschland und Österreich, der in einem Vorabbericht der Zeitung "Die Welt" anklang, könne aber keine Rede sein.

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Die Welt "googelt"
« Antwort #5 am: 08 Juli, 2006, 09:25 »
"Googeln" ist nun auch in den USA ein Begriff im Wörterbuch. Das Verb "to google" als Bezeichnung für die Suche im Internet wird in der für den Herbst erwarteten Ausgabe des altehrwürdigen Merriam-Webster Dictionary auftauchen, wie ein Verlagssprecher in Springfield im US-Bundesstaat Massachusetts mitteilte.
   
In Deutschland schon kalter Kaffee

Damit werde dem weitverbreiteten Gebrauch dieses Verbs in den Zeitungen und in der Literatur Rechnung getragen. In den Duden hatte die deutsche Variante "googeln" bereits vor zwei Jahren Eingang gefunden. Der Wörterbuch-Status reflektiert, inwieweit die in Kalifornien erfundene Suchmaschine Google inzwischen die Alltagskultur prägt.

Früher habe es zehn Jahre gedauert, bis ein neu entstandenes Wort in das Wörterbuch gekommen sei, sagte der Sprecher von Merriam-Webster, dessen Wörterbuch des amerikanischen Englisch als Standardwerk gilt. In der Ausgabe von 2006 werden noch weitere neue Wörter zu finden sein, die der High-Tech-Welt entstammen, so das ebenfalls von der Herstellerfirma abgeleitete Verb "to xerox" für "fotokopieren" sowie "spyware" als Bezeichnung einer Software, die persönliche Daten des Computernutzers ohne dessen Wissen zu nutzen versucht.

Quelle : www.onlinekosten.de

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Hossa, die Rehform is da!
« Antwort #6 am: 01 August, 2006, 11:59 »
Die Rechtschreibreform tritt in Kraft. Genauer gesagt: das, was noch von ihr übrig geblieben ist. Doch die Zukunft unserer Orthografie wird woanders entschieden. Im Internet nämlich. Nicht von Konrad Duden und nicht von Hans Zehetmair, sondern von uns allen.

Heute tritt nach zehnjährigem Reformationskrieg die Reform der Rechtschreibung in Kraft. Und diesmal, so heißt es, sei es endgültig und unwiderruflich. Von "Ruhe" ist die Rede, von "Frieden" sogar, doch ob es einen solchen gibt, bleibt abzuwarten.

Denn bislang fand sich noch immer eine Möglichkeit, diesen Krieg fortzusetzen. Mal versuchte der eine oder andere Zeitungsverlag, die Kulturpolitiker unter Druck zu setzen, mal zogen die Intellektuellen an die Front, dann wieder zeigte man Bilder von verzweifelten Lehrern und generell desinteressierten Schülern, und immer mehr Menschen in Deutschland erklärten sich zu Totalverweigerern der Reform.

Den meisten Menschen bereitet ja nicht die Reform der Rechtschreibung Probleme, sondern die Rechtschreibung an sich. So manchem konnte die Verwirrung, die die Reform mit sich brachte, eigentlich nur Recht sein, verschaffte sie ihm doch die Möglichkeit, seine eigenen Schwächen und Unsicherheiten zu dissimulieren. Meine Nachbarin Frau Jackmann sagt jedenfalls immer: "Also, seit dieser Reform weiß ich überhaupt nicht mehr, wie ich schreiben soll", dabei wusste sie es auch vorher schon nicht.

Dass die Deutschen die Rechtschreibreform mehrheitlich ablehnen, ist nicht allein mit den Ungereimtheiten zu begründen, die nach der ersten Phase zutage traten und die der 39-köpfige Rat für deutsche Rechtschreibung unter der Ägide des CSU-Politikers Hans Zehetmair seit 2004 wieder zurechtzurücken versuchte. Die ablehnende Haltung der Bevölkerung ist dem Totalversagen der Politik zu schulden. Statt offensive Aufklärungsarbeit zu leisten, haben Kommission und Rat hinter verschlossenen Türen getagt. Nur spärlich gelangten Informationen über die Neuordnung an die Öffentlichkeit, und das meistens in kritischen Artikeln der Feuilletons. Nichts, was von der Mehrheit gelesen würde. Aber für die hat man sich ohnehin nicht interessiert. Im Fernsehen wurden immer nur Bilder von Schultafeln gezeigt, auf denen links die Wörter "Spaghetti", "eislaufen" und "Delphin" standen und rechts "Spagetti", "Eis laufen" und "Delfin". Das war's, mehr Volksaufklärung gab es nicht.

Meine Nachbarin hätte es begrüßt, wenn man die neuen Regeln auf handliche Faltblätter gedruckt und als Hauswurfsendung an alle Bürger verteilt hätte - oder wenn man sie an Bushaltestellen plakatiert hätte. Das wäre in der Tat praktisch gewesen. Das hundertseitige PDF, das man auf der Internetseite des Rechtschreibrates herunterladen kann, ist es jedenfalls nicht. Die Kulturpolitiker meinten, dem Volk die Entscheidung über die Gestaltung seiner Schriftsprache aus der Hand reißen zu können, und haben es nicht für nötig erachtet, das Volk in angemessener Weise auf dem Laufenden zu halten. Die Rechtschreibreform war für vieles beispielhaft: für einen leidenschaftlich geführten Kulturkampf, für Missmanagement, für absurdes Theater und Demagogie. Sie war kein Lehrstück in Sachen Demokratie.

Langfristig gesehen wird sich der Streit erübrigen. Denn die Zukunft der deutschen Orthographie liegt nicht in den Händen von Politikern und auch nicht in der "Duden"-Redaktion, sondern in elektronischen Kommunikationsmitteln. Der größte Teil dessen, was tagtäglich geschrieben wird - Artikel für Zeitungen, Geschäftsberichte, persönliche Korrespondenz - entsteht heute am Computer. Und immer mehr Menschen verlassen sich dabei auf die automatische Rechtschreibprüfung von Microsoft.

Auch ich nutze sie, obwohl ich meine liebe Not mit ihr habe, denn sie unterstreicht mir ständig das Wort "standardsprachlich", das ich relativ häufig gebrauche. Vielleicht mag sie keinen Sprachstandard. Dann müsste sie sich allerdings selbst hassen. Das wäre ein Treppenwitz der Sprachgeschichte.

Viele nutzen beim Schreiben auch die schnellen Recherchemöglichkeiten, die das Internet bietet. Wer zum Beispiel nicht sicher ist, wie man das Wort "Matratze" schreibt, kann den Publikums-Joker einsetzen und das Wort in allen Varianten googeln: Für die (korrekte) Schreibweise mit "tz" werden ihm 3.590.000 Treffer angezeigt, für die Schreibweise "Matraze" nur 239.000 Treffer. Ein eindeutiges Votum der recht- und schlechtschreibenden Internetgemeinde. Der Ratsuchende erhält von Google zusätzliche Hilfe, denn über der Liste mit der geringeren Trefferzahl erscheint die automatisch erstellte Frage: "Meinten Sie 'Matratze'?" So wird er sanft in die richtige Richtung gelenkt.

Natürlich sind die von Google gelieferten Ergebnisse nicht in jedem Fall verlässlich. Mitunter können sie genauso in die Irre führen. Wer nicht weiß, ob die Mehrzahl von "Story" im Deutschen nun "Storys" oder "Stories" geschrieben wird, dem wird Google nicht helfen, denn im Internet überwiegt selbstverständlich der englische Plural auf -ies, für die korrekte deutsche Form (Storys) findet man deutlich weniger Referenzstellen. Und die automatische Frage "Meinten Sie 'Stories'?" lockt den Suchenden erst recht auf die falsche Fährte. Langfristig werden Internetmaschinen wie Google dazu beitragen, dass die Orthografie von Namen und Fremdwörtern immer stärker internationalisiert wird. Nationalspezifische Formen verschwinden zugunsten der internationalen Mehrheits-Schreibweise. Noch zeigt Google 9,6 Millionen Treffer für "Mailand" an, aber auf bereits knapp 4 Millionen deutschsprachigen Internetseiten ist "Milano" zu finden.

Die restlichen Fragen klärt die Worterkennung der Mobiltelefone. Man braucht beim Schreiben einer SMS nur drei Buchstaben einzugeben, dann ergänzt das Programm das Wort eigenständig. So entstehen interessante Mitteilungen wie: "HALLO, ICH KÖNNE HEUTE ETWAS SPÄTER. WARTE NICHT MIT DEN ESSEN AUF MICH!" Gestern wollte ich das Wort "Pustekuchen" verschicken, und plötzlich stand im Display PURBERGSTRASSE. Ich kenne keine Purbergstraße und wollte das Wort löschen, doch in meiner Verwirrung habe ich stattdessen auf "versenden" gedrückt. Es hat mich ein zehnminütiges, teures Telefonat gekostet, um das Missverständnis aufzuklären.

Ich will nicht wissen, wie viele sinnlose Nachrichten auf diese Weise schon verschickt worden sind. Es müssen Zigtausende jeden Tag sein. Daneben erscheint die Frage, ob man nun "Portemonnaie" oder "Portmonee" schreibt, geradezu belanglos. Man kann sich freuen, wenn das Handy nicht PORTOMODERNE draus macht.

Was da nun heute in Kraft tritt, ist kaum mehr als ein Reförmchen, denn unterm Strich ist das meiste beim Alten geblieben. Die "Berliner Zeitung" fand die treffende Formulierung: "Zehn Jahre hat es gebraucht, um wieder dort anzukommen, wo man aufgebrochen ist." Die umstrittenen neuen Schreibweisen wurden teils zurückgenommen, teils durch Wiederzulassung der alten Schreibweisen relativiert. Mit Erleichterung habe ich zur Kenntnis genommen, dass man das Wort "lahmlegen" jetzt wieder (wie früher) in einem Wort schreiben darf. So wie "stilllegen", das man ebenfalls in einem Wort schreibt. Mir wollte nie einleuchten, warum man das eine plötzlich getrennt schreiben sollte und das andere nicht.

Die Debatte über die Reform der Rechtschreibung wird schon allein deshalb weitergehen, weil sie vielen Männern die Möglichkeit eröffnet, sich als Verteidiger und Bewahrer unserer Kultur zu gerieren. Außerdem hat sie die Intellektuellen hierzulande zehn Jahre lang geistig in Bewegung gehalten. Ohne Reformstreit würden sich viele vermutlich langweilen.

Seit kurzem liegt die 24. Auflage des "Dudens" vor, die noch übersichtlicher und bunter ist als die 23. Auflage aus dem Jahr 2004. Doch nicht alle sind mit der Neufassung der gelben Bibel zufrieden. Angeblich seien die Regelungen des Reformwerkes darin nicht immer so wiedergegeben, wie sie von der Kommission beschlossen wurden, behauptet Hans Zehetmair, der Vorsitzende des Rates für Deutsche Rechtschreibung. Schon fragen sich die bangen Untertanen: Muss Konrad Duden jetzt ins Gefängnis? Wir sehen: Das letzte Wort in Sachen Rechtschreibung ist tatsächlich noch nicht gesprochen. Gott sei Dank!


Quelle : www.spiegel.de

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Offline ritschibie

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Duden geht ins Netz
« Antwort #7 am: 15 Juni, 2009, 10:40 »
Von A wie "Achselterror" (Schweiß unterm Arm) bis Z wie "Z-Promi" (fast unbekanntes Sternchen): Mehr als 1200 angesagte Ausdrücke dieser Art sind in den vergangenen Wochen auf einer eigens eingerichteten Internetseite, einem sogenannten Wiki, eingetragen worden. "BTW" (By the way, also übrigens - ein "Übrigens", das beiläufig tut, aber wichtig ist): Die Duden-Redaktion und das Hamburger Trendbüro haben daraus jetzt Begriffe für ihr "Neues Wörterbuch der Szenesprachen" ausgesucht. Ab Herbst können Leser damit ihren "Denkmuskel" (das Gehirn) "beschlauen". Auch online ist die Lektüre bereits voll "porno" (interessant, geil, fett).



Im Jahr 2000 gab es einen ersten Szenesprachen-Duden. Das ist also schon ewig her, wenn man in Kategorien von "In" und "Out" denkt und ein echtes "Modeopfer" (fast krankhaft trendy) ist. Das Werk war ein echter "Pageturner" (ein spannendes Buch). Und auch wenn sich der damalige Bestseller noch gar nicht so "wack" (Hip-Hop-Deutsch: schlecht) liest: Eine Neuausgabe ist überfällig. Seit der Jahrtausendwende hat sich schließlich viel getan.

"Blogorhö" und "Castingopfer"

Unter den Vorschlägen für die 2009er-Ausgabe finden sich Wörter, die vor neun Jahren noch gar nicht möglich waren. Beispiele: "Blogorhö" (unkontrollierte, durchfallartige Geschwätzigkeit im Internet - wie Diarrhö; neuerdings auch: "Twitterhö") oder aber "Castingopfer" (Menschen, die zum "Fremdschämen" schlecht singen und sich trotzdem bei TV-Castingshows wie "Deutschland sucht den Superstar" bewerben und blamieren).

Auch ohne Zusatz hat das Wort "Opfer" in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Karriere gemacht. Teenager-Dialog in der Straßenbahn einer deutschen Großstadt: "Gehst Du heute Training?" - "Nein, ich schaff's nicht." - "Du bist ja opfer." Das Wort bedeutet so viel wie "mies" oder "extrem schlecht". Es wird also nicht mehr nur als Substantiv, sondern auch als Adjektiv verwendet.

"In unserem Buch geht es nicht nur um Jugendsprache. Wir wollen Wortschöpfungen aus vielen verschiedenen Bereichen und Communitys abbilden", betont der Soziologe und Redaktionsleiter beim Trendbüro, Dirk Bathen. In den letzten Jahren seien vor allem viele technische Begriffe neu entstanden: Beispielsweise "Youtuben", "Twittern", "Egogoogeln" (selbstvergewissernde Suche nach sich selbst im Internet) oder aber "Cyberstalking" (Recherchieren von anderen Personen im Internet, um mehr über sie zu erfahren).

Außerdem im Trend laut Bathen: sogenannte Kofferwörter, zusammengezogene Begriffe wie etwa "Smirting" (das Flirten unter Rauchern - seit "Smoker" wegen der strengeren Gesetze ins Freie müssen), "smexy" (gemorphed aus "smart" (schlau) und "sexy"), "Crackberry" (Crack und Blackberry verschmelzen zu der Sucht, ständig erreichbar zu sein) oder aber "Bankster" (Mischung aus Banker und Gangster - im Zuge der Finanzkrise ein Wort für Banker, die moralisch schlecht handeln).

"Bionade-Biedermeier" schafft es nur auf die Homepage


Nicht ins Buch, sondern nur auf die Homepage geschafft hat es hingegen "Bionade-Biedermeier" - ein Begriff dafür, dass Szene- Viertel wie Berlin-Prenzlauer Berg oder Hamburgs Schanzenviertel zunehmend kommerzialisiert werden und verspießern, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" einst eindrucksvoll beschrieb. An all diesen Wörtern merkt man, wie schnelllebig die Zeit und wie alt man selbst ist. Kommt man mit? Versteht man die Gedanken hinter den Begriffen? Oder ist man sprachlich ein "Vollhorst" (Idiot)?

"Overchicked" zum Beispiel ist ein unattraktiver Mann ("Hässlo") mit einer hübschen Freundin. "Augenkrebs" bekommt man, wenn man hässliche Sachen und Klamotten sieht. Die "Biobreak" ist ein neues Wort für Pinkelpause, "random" ist hingegen alles, was beliebig ist. Neuere Umschreibungen fürs Tanzen sind "bouncen" (hüpfen) und "abspacken" (ungelenk bewegen). Am Schreibtisch nebenbei zu essen, statt in Ruhe etwas zu speisen, heißt "Deskfood". Und der Zustand, wenn man "schmacko" (lecker) zu Mittag essen war und dann müde im Meeting sitzt, ist das "Suppenkoma".

Wirklich neue Wörter

"Das zentrale Kriterium war, dass die etwa 700 bis 1.000 Wörter, die wir ins Buch aufnehmen, einerseits tatsächlich verbreitet sind, andererseits aber noch nicht in traditionellen Wörterbüchern verzeichnet sind", sagt Dr. Matthias Wermke, der Leiter der Duden- Redaktion. Das neue Wörterbuch solle Wörter erklären, "die breiten Kreisen der Sprachgemeinde wirklich neu sind". Altbackene Begriffe sollen also tabu sein - ein absolutes "NoGo".

Quelle: http://internet.magnus.de
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Offline SiLæncer

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Duden-Verlag entdeckt "Web 2.0"
« Antwort #8 am: 18 Juli, 2009, 14:13 »
"Twittern" ist nun künftig auch mit Segen des Bibliographischen Institutes möglich: Die am Dienstag erscheinende 25. Auflage des berühmten Wörterbuches der deutschen Sprache kennt diesen Begriff nun ebenso wie die "Blogosphäre" oder das "Web 2.0". Unter den 135.000 Stichworten finden sich 5000 neue, darunter viele politische und wirtschaftliche wie "Abwrackprämie", "Bad Bank", "Einbürgerungstest", "Gesundheitsfonds" oder "Integrationsgipfel". Auch gesellschaftlich-kulturelle Entwicklungen wie "vorglühen", "Komasaufen" oder "fremdschämen" fanden Eingang in das Wörterbuch, während der degradierte Pluto offiziell als "Zwergplanet" wiedergeboren wurde.

"Blogosphäre", "Abwrackprämie" und "Komasaufen" haben jetzt den Segen der Duden-Redaktion.

"Die Sprache wandelt sich vor allem durch das Internet und andere elektronische Medien intensiver und schneller als je zuvor", meint Marion Winkenbach vom Duden-Verlag. Deshalb schafften es auch vergessene Begriffe wie "ehegestern", "Genüssling" oder "Federbüchse" nicht mehr in die Neuausgabe.

Ein ähnliches Schicksal könnte auch dem Bibliographischen Institut selbst drohen, nachdem der vor 183 Jahren gegründete Verlag letztes Jahr 32,8 Millionen Euro Verlust machte. Hoffnungen setzt das zur Berliner Cornelsen-Gruppe gehörende Unternehmen, das unter anderem die Marken Duden und Meyers besitzt, vor allem auf Schulbücher, Kalender und auf den elektronischen Rechtschreibkorrektor; aus dem Geschäftsfeld Lexika hat sich das Bibliographische Institut nach dem Verkauf von Brockhaus zurückgezogen.

Quelle : www.heise.de

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