DVB-Cube <<< Das deutsche PC und DVB-Forum >>>

Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # News diverses ... => Thema gestartet von: SiLæncer am 10 September, 2005, 11:52

Titel: Siemens,BenQ ...
Beitrag von: SiLæncer am 10 September, 2005, 11:52
Siemens erwägt, im Rahmen eines großen Sanierungsprogramms mehrere tausend Stellen abzubauen, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner am kommenden Montag erscheinenden Ausgabe. Betroffen seien insbesondere die Kommunikationssparte, der IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) und die Industrielogistik.

Dies habe Der Spiegel von "hochrangigen Arbeitnehmervertretern" im Anschluss an eine außerordentliche Sitzung des Siemens-Wirtschaftsausschusses erfahren. Die Teilnehmer der Krisensitzung seien nach eigener Aussage zwar zum Stillschweigen verpflichtet worden, um Auswirkungen auf die Wahl zu vermeiden. Trotzdem seien an diesem Wochenende bereits Details der Umstrukturierungspläne durchgesickert.

Betriebsräte und Gewerkschafter befürchten dem Bericht zufolge, dass bei Siemens bis zu 10.000 Jobs wegfallen könnten, davon allein 3000 in der Telefonsparte, die vom Management in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt worden sei und im letzten Quartal 70 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet habe. Ein Siemens-Sprecher bezeichnet laut Spiegel die Zahlen über den beabsichtigten Personalabbau als "viel zu hoch gegriffen".

Quelle : www.heise.de (http://www.heise.de)
Titel: Ende mit Schrecken: Siemens-Handys gehören jetzt BenQ
Beitrag von: SiLæncer am 02 Oktober, 2005, 16:37
Die hochfliegenden Pläne von Siemens im boomenden Handy-Markt sind endgültig nur noch ein Stück Wirtschaftsgeschichte. Mit der Übergabe des Handygeschäfts an den taiwanischen BenQ-Konzern, die reibungslos über die Bühne ging, werden 6000 Beschäftigte in eine ungewisse Zukunft geschickt. Branchenexperten sind aber zuversichtlich, dass die Taiwaner es besser machen werden als Deutschlands größter Elektrokonzern. "Für BenQ ist das ein Super-Deal", sagt Analyst Nicolas von Stackelberg von Sal. Oppenheim. Der taiwanische Konzern mache einen Quantensprung und überspringe im Zeitraffer mehrere Jahre Aufbauarbeit. Für Siemens ist die kostspielige Abspaltung nach jahrelangen Problemen dagegen ein Ende mit Schrecken.

Historisch ist Siemens eine alte Telefon-Firma und auch bei den Handys hatte der Konzern große Ziele. Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer hielt als Vorstandschef auf praktisch jeder Hauptversammlung oder Pressekonferenz eines der Siemens-Geräte in die Höhe, um Werbung dafür zu machen und zu zeigen, wie attraktiv die Geräte seien. Als Werbepartner wurde der nobelste aller Fußball-Clubs gewonnen, Real Madrid warb in der Champions League mit dem Schriftzug "Siemens mobile" auf den Leibchen.

Nach unternehmerischen Fehlentscheidungen und hohen Verlusten ging die Ära nun umso trister zu Ende. Siemens verkündete in zwei trockenen Sätzen, dass die Abspaltung erfolgt ist: "Siemens und BenQ haben nunmehr den Übergang des Handygeschäfts von Siemens an das taiwanische Unternehmen abgeschlossen. Die neue Gesellschaft BenQ Mobile hat – wie geplant – zum 1. Oktober 2005 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen."

In Deutschland konnte Siemens mit seinen Handys zwar die Marktführerschaft erobern, weltweit kam der Konzern aber an die Branchenführer Nokia und Motorola nie heran. In der Ursachenanalyse sind sich die Experten weitgehend einig. In der extrem schnelllebigen Branche habe der Industriekoloss zu langsam reagiert. "Da wurden wichtige Innovationen einfach verschlafen", sagt Aufsichtsrat Wolfgang Müller von der IG Metall. Bei Farbdisplays, Foto- und UMTS-Handys hinkte Siemens den Konkurrenten hinterher. "Die Displays sind noch heute ziemlich grobpixelig", sagt Analyst Stackelberg. Der Konzern habe zudem in den letzten ein, zwei Jahren das Geschäft schlechtgeredet, als er selbst eine Schließung der Handysparte nicht ausschloss. Mit einer – nach Meinung vieler Experten unnötigen – Rückrufaktion nach einer Softwarepanne verlor Siemens weiter an Ansehen.

Unter der BenQ-Führung soll nun alles besser werden. Die Startbedingungen sind nicht schlecht. Siemens gibt den Taiwanern einen dreistelligen Millionenbetrag, wichtige Software-Patente, noch immer recht ordentliche Marktanteile in Europa und Südamerika und eine wertvolle Beteiligung an der Software-Firma Symbian mit auf den Weg. Da Siemens weiterhin Mobilfunknetze baut, hat BenQ außerdem über den Kooperationspartner Siemens einen Fuß in der Tür bei den Mobilfunkbetreibern, die noch immer der wichtigste Vertriebskanal für Handys sind. "Das hätte sonst Jahre gedauert", sagt Analyst Stackelberg.

Für die Beschäftigten der Siemens-Handysparte könnte die Jahre der Unsicherheit nun noch in einem Happy End aufgehen. Sicher ist das aber nicht. "Jetzt hängt alles davon ab, wie schnell BenQ das Geschäft gedreht kriegt", sagt Aufsichtsrat Müller. Für die Mitarbeiter im deutschen Werk Kamp-Lintfort gilt noch eine Beschäftigungssicherung bis Mitte 2006. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung kündigte BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos jedenfalls schon einmal an, dass im nächsten Jahr weltweit fünf Prozent der 6000 Stellen abgebaut werden sollen. Eine Garantie für die deutschen Standorte gibt es nicht, manche fürchten, dass BenQ die Produktion doch in seine günstigeren anderen Werke verlagern könne. BenQ-Chef K.Y. Lee sagte der Welt am Sonntag, nach Auslauf der Beschäftigungssicherung müsse am Standort Deutschland jedenfalls etwas passieren. "Das kann Expansion sein, aber auch Einschnitt."

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Belegschaftsaktionäre wollen Vorstand Entlastung verweigern
Beitrag von: SiLæncer am 18 Dezember, 2005, 12:35
Nach dem kostspieligen Verkauf der Handysparte wollen die Siemens-Belegschaftsaktionäre dem Vorstand auf der Hauptversammlung im Januar die Entlastung verweigern. "Mit dem Verschenken des Bereichs Mobilfunk inklusive eines stattlichen Aufgelds von 800 Millionen Euro für den taiwanischen Erwerber hat der Vorstand einen Supergau in der Unternehmenspolitik und einen unübersehbaren Imageschaden für den Technologiekonzern Siemens verursacht", kritisierte der Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG am heutigen Sonntag in München. Der Vorstand habe die Probleme in der Handysparte durch Marketingfehler und einen übertriebenen Sparkurs selbst verursacht.

Siemens hatte das Geschäft mit Mobilfunkgeräten nach hohen Verlusten an den taiwanischen BenQ-Konzern abgegeben. Dieses Schicksal könne auch jedem anderen Siemens-Bereich drohen, der die Renditeziele nicht erfülle, erklärten die Belegschaftsaktionäre. "Eine langfristig orientierte Innovationspolitik und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind keine erkennbaren Ziele mehr." Der Verein lehnt auch die Dividendenerhöhung ab, die von der Hauptversammlung am 26. Januar beschlossen werden soll.

Quelle : www.heise.de
Titel: STELLENABBAU BEI SIEMENS : Aufschwung ohne Arbeit
Beitrag von: SiLæncer am 28 April, 2006, 16:47
Die Auftragslage in der deutschen Industrie ist so optimistisch wie selten, doch mehr einstellen wollen die Unternehmen trotzdem nicht. Stattdessen: Jobabbau deutschlandweit. Jetzt kündigte Siemens an, weitere tausend Stellen zu streichen.  

München - Erneut kündigt ein großer deutscher Konzern den Abbau von tausenden von Arbeitsplätzen an. In der kriselnden Kommunikationssparte Com müssten weitere 1000 Jobs gestrichen werden, teilte der Elektronikkonzern Siemens nach der Sitzung des Wirtschaftsausschusses mit. Die Arbeitsplätze sollen in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung eingespart werden. 1500 Arbeitsplätze sind in den letzten Monaten bereits bei Com weggefallen, wo Ende des vergangenen Geschäftsjahres waren noch 54.500 Mitarbeiter bei Com beschäftigt.

Durch die Zusammenlegung der Mobilfunk- und Festnetzsparte seien Arbeitsabläufe gestrafft worden, erklärte Siemens. Der weitere Jobabbau soll die Kosten nochmal reduzieren. Zwischen Belegschaftsvertretung und Firmenleitung sei deshalb die Berufung einer Verhandlungsdelegation zur Erarbeitung eines Interessensausgleichs bereits vereinbart worden. Was der Entschluss letztlich kosten wird, ließ der Konzern offen. Bereits gestern hatte Siemens bei der Präsentation der Quartalszahlen mitgeteilt, dass kurzfristig weitere "Kapazitätsanpassungen" geplant seien. Konkrete Angaben zur Größenordnung wurden dabei jedoch noch nicht gemacht.

Aufschwung kommt beim Arbeitsmarkt nicht an

Bei der Siemens-Kommunikationssparte mag der Sanierungsbedarf noch offensichtlich sein. Die gestern vorgelegten Zahlen zeigten, dass bei Com das Ergebnis im zweiten Geschäftsquartal von 108 auf 27 Millionen Euro eingebrochen war. Wie alle anderen Sparten soll Com bis April 2007 jedoch ehrgeizige Renditeziele erreichen. Die Sparte solle sich auf Wachstumsfelder wie Fernsehen übers Internet oder superschnelle UMTS-Verbindungen konzentrieren, erklärte der Konzern heute deshalb.

Trotzdem scheint die Ankündigung symptomatisch: Obwohl es der deutschen Wirtschaft besser geht und die Auftragslage gut ist - auf dem Arbeitsmarkt kommt der Aufschwung nicht an. Dabei weiten die Industrie-Unternehmen dem aktuellen Konjunkturtest des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) zufolge ihre Produktion wieder ordentlich aus. Erstmals seit 1991 bezeichneten die Industrie-Unternehmen ihren Auftragsbestand mit leichter Mehrheit als verhältnismäßig groß. Trotzdem hätten die Unternehmen, mit Ausnahme einiger Branchen, keine Pläne, mehr Personal einzustellen.

Schon der ifo-Geschäftsklima-Index war in diesem Monat auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Die Vorleistungsgüterproduzenten beurteilten ihre Geschäftslage wegen einer stark gestiegenen Nachfrage deutlich besser. Auch das gute Geschäftsklima in der Investitionsgüterindustrie hielt an: Wegen eines lebhaften Auftragseingangs bezeichnete jedes dritte Unternehmen den Auftragsbestand als verhältnismäßig groß. Die Konsumgüterindustrie freute sich ebenfalls über steigende Auftragszahlen und war im Vergleich mit den anderen Sektoren optimistischer - vor allem die Hersteller langlebiger Konsumgüter.

Der Einzelhandel schätzte seine aktuelle Lage im April etwas ungünstiger ein als zuvor, allerdings blickten die Einzelhändler in allen Sektoren zuversichtlicher auf die nächsten sechs Monate. So erwarten die Verkäufer von Gebrauchsgütern jeglicher Art Absatzsteigerungen. Auch die Zuversicht der Autohändler nahm zu. Selbst in der Baubranche blicken die Unternehmer positiver in die Zukunft, allerdings klagen dort immer noch ein Viertel der Firmen über Auftragsmangel.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Abschied von den Wurzeln
Beitrag von: SiLæncer am 19 Juni, 2006, 19:53
Der Siemens-Konzern verabschiedet sich durch den Milliarden-Deal mit dem Konkurrenten Nokia von seinen Wurzeln. Die traditionsreiche Telekommunikations-Sparte, aus der das Unternehmen hervorging, wird künftig in der Bilanz nur noch unter "ferner liefen" auftauchen, wenn der noch immer größte Siemens-Bereich Com größtenteils in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht ist. "Die Abtrennung des Unternehmensbereichs Com ist der bislang radikalste Bruch in der Geschichte des Hauses Siemens", klagten Betriebsrat und IG Metall am Montag.

Doch bei Siemens hält man sich nicht lange mit nostalgischen Gefühlen auf. "Wir sind keine Gelddruckmaschine. Wir müssen zusehen, dass das Geld verdient wird", sagte Finanz-Chef Joe Kaeser. Durch die Einigung mit Nokia wird dies nun einfacher und der Konzern kann sich wieder stärker seinen profitablen Geschäftsfeldern zuwenden.

Siemens betonte, dass man sich nicht von dem Zukunftsfeld Telekommunikation trenne. Schließlich behalte man 50 Prozent der Anteile am Joint Venture "Nokia Siemens Networks". Doch es ist kein Zufall, dass Nokia beim Namen des neuen Unternehmens an erster Stelle steht. Die Finnen stellen den Vorstandsvorsitzenden, der Hauptsitz wird in Finnland sein. Zudem wird das gemeinsame Unternehmen bei Nokia konsolidiert, während es Siemens nur anteilig als Beteiligung führt. "Es ist ein Abschied auf Raten", sagt Analyst Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck.

Die Telekommunikationssparte spielte im Siemens-Konzern immer eine besondere Rolle. Schließlich war das Unternehmen 1847 als "Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske" in Berlin gegründet worden. Doch nun wird der Com-Bereich komplett aufgelöst: Das Geschäft mit den Netzbetreibern geht in das neue Joint Venture. Das problematische Geschäft mit Telefonanlagen für Unternehmen (Enterprises) wiederum wird ausgegliedert und wahrscheinlich in eine Partnerschaft eingebracht. Das Geschäft mit Schnurlos-Modulen wiederum wird in die Automatisierungs-Sparte A&D eingegliedert. Ob so eine Entwicklung aus historischen Gründen nicht auch schade ist? "Das ist nicht eine der Kategorien, in der Siemens denkt", sagt Analyst Kitz. Man müsse vielmehr honorieren, dass sich das Unternehmen wandeln könne.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat mit der bevorstehenden Auflösung von Com ein großes Problem gelöst. Er hatte versprochen, dass im kommenden Jahr alle Geschäftsbereiche ihre Renditevorgaben erfüllen. Bei Com wäre das aus eigener Kraft kaum möglich gewesen. Daher hatte der Vorstandsvorsitzende zuvor im vergangenen Jahr bereits das verlustreiche Handygeschäft in einer kostspieligen Transaktion an BenQ weitergereicht. "Kleinfeld macht Nägel mit Köpfen", lobte nun Thomas Hofmann, Branchenexperte bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP).

Allerdings gilt das Netzwerk-Geschäft nicht nur wegen des Zusammenwachsens von Festnetz und Mobilfunk durchaus als zukunftsträchtige Technologie. Kleinfeld hatte immer wieder angekündigt, dass der Konzern künftig massiv auf solche Megatrends – wie zum Beispiel auch die Themen Gesundheit und Energie – setzen wolle. "Siemens verkauft sich als weltweites Infrastrukturunternehmen, da gehört die Telekom-Ausrüstung unbedingt dazu", sagt ein Branchenexperte. Finanzvorstand Kaeser entgegnet: "Das Geschäft ist ja noch da." Siemens habe über das Gemeinschaftsunternehmen weiter Zugriff auf die Technologien und Patente.

Die 40.000 betroffenen Beschäftigten in der Siemens-Netzwerksparte sehen nach vielen Spekulationen nun zumindest etwas klarer. "Nokia ist ein sehr konservatives Unternehmen", heißt es in Branchenkreisen. Daher sei ein ganz radikaler Kahlschlag nicht zu erwarten. Allerdings sollen laut Angaben vom Montag in dem neuen Unternehmen mit insgesamt 60.000 Beschäftigten voraussichtlich 6000 bis 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: 30 PROZENT MEHR FÜR VORSTÄNDE - Siemens- Mitarbeiter revoltieren im Intranet
Beitrag von: SiLæncer am 26 September, 2006, 19:29
Unfähigkeit und Maßlosigkeit werfen Siemens-Beschäftigte ihren Chefs vor, deren Bezüge um 30 Prozent steigen sollen. Vorstandsvorsitzender Kleinfeld bekommt das zu spüren - in seinem internen Blog platzieren Mitarbeiter ätzende Kommentare.

Hamburg - Klaus Kleinfeld ist auf der Höhe der Zeit: Der Siemens-Chef hat ein elektronisches Tagebuch, ein Blog, im Intranet eingerichtet. Darin lässt er seine Belegschaft an seinen neuesten Einsichten teilhaben und ermuntert sie zu Kommentaren.

Dieser Aufforderungen kommen die Mitglieder der Siemens-Familie derzeit eifrig nach - allerdings interessiert das vom Chef vorgegebene Thema "Kundenzufriedenheit" dabei niemanden mehr. Hauptthema stattdessen: die Erhöhung der Vorstandsbezüge um durchschnittlich 30 Prozent.

"Obszön", nannte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse die saftige Gehaltserhöhung schon, "maßlos", fand sie der Bischof von Trier, Reinhard Marx. Doch das ist noch harmlos gegen die Empörung der Mitarbeiter, die sich in Kleinfelds CEO- Blog entlädt. Rund 40 Seiten umfasst ein Ausdruck der hitzigen Diskussion, der SPIEGEL ONLINE vorliegt. (Klicken Sie hier, wenn Sie Zitate aus dem Blog lesen möchten.)

"Gerade Sie, Herr Kleinfeld haben mit guten Ideen angefangen. Leider scheint die Maßlosigkeit auch in der Vorstandsetage rasch um sich zu greifen", schreibt eine Frau an den obersten Chef. "Ich frage mich schon lange, wohin Leute wie Sie unsere Gesellschaft treiben", kommentiert ein anderer.

Das Argument der Siemens-Oberen, auch nach der Erhöhung lägen ihre Bezüge im Vergleich zu anderen Konzernen noch im Mittelfeld, wollen die Mitarbeiter nicht gelten lassen: "Ich habe von unserer eigenen Siemens-Personalabteilung stets gelernt, dass nur Verweise auf eigene Leistungen das Gehalt rechtfertigen", heißt es im Intranet. "Während Mitarbeiter sich mit Dritte-Welt-Gehältern messen lassen müssen, lässt sich der Vorstand mit denen 'vergleichbarer Unternehmen' messen."

Im Konzern spielt man die Revolte im Intranet herunter: Der Vorwurf, dass Siemens-Mitarbeiter schlecht bezahlt würden, sei falsch. "Es äußern sich in solchen Kanälen meist nur die Verärgerten, die große Mehrheit der Andersdenkenden nimmt nicht teil", sagt ein Sprecher im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Wenn man bedenkt, dass Siemens rund 160.000 Mitarbeiter hat, ist die Zahl der Debatten-Beiträge sehr klein."

Der Siemens-Gesamtbetriebsrat dagegen erklärt, diese Menge an wütenden Zuschriften sei ausgesprochen ungewöhnlich. "Die Mitarbeiter müssen sich zur Teilnahme an dem Blog persönlich identifizieren, da ist die Hemmschwelle, sich kritisch zu äußern, sehr hoch", sagt ein Sprecher. Die explosiven Äußerungen seien repräsentativ: "Die Empörung zieht sich durch die ganze Belegschaft, das bekommen auch unsere Betriebsräte vor Ort mit."

"Was hier abläuft, macht regelrecht krank"

Kein Wunder, denn viele Mitarbeiter müssen gerade ein rigides Umbauprogramm über sich ergehen lassen, das Kleinfeld nach seinem Amtsantritt Anfang 2005 startete. Bis 2007 will er die Kosten um rund 1,5 Milliarden Euro drücken. Letztes Jahr schob der Konzernchef das verlustreiche Handygeschäft an BenQ ab, das Sorgenkind Com geht nun teilweise in einem Joint Venture mit Nokia auf. Rund 5400 Jobs werden gestrichen, ein Großteil bei der tief in der Krise steckenden IT-Sparte SBS. Bereiche wie die Medizintechnik oder die Energie werden dagegen mit Milliardenzukäufen ausgebaut.

Vor allem an den Großbaustellen des Konzerns scheint die Stimmung eisig. "Schon sehr lange habe ich von keinem einzigen Kollegen gehört, dass er mit Motivation hier arbeitet", mailt etwa eine Frau an Kleinfeld, die bald dem neuen Siemens-Nokia-Joint-Venture NSN angehören wird. "Es mag Sie persönlich nicht berühren, dass das, was hier abläuft, regelrecht krank macht. Es ist Ihnen aber sicher bewusst, dass Mitarbeiter, die in ständiger Angst um ihren Arbeitsplatz leben, keine Höchstleistungen vollbringen können." Mitarbeiter von SBS berichten außerdem über verunsicherte Kunden, die sich wegen der anhaltenden Verkaufsgerüchte über den Bereich neue Partner suchten.

Vor allem über eine interne Mail von Kleinfeld mokieren sie sich die Mitarbeiter in dem Forum: "Mein persönlicher Anspruch an meine Arbeit ist 'work hard, win big, have fun'", habe der Siemenschef da an seine Belegschaft geschrieben. "Sehr geehrter Herr Kleinfeld, Ihr Motto klingt in den Ohren Vieler bei SBS eher so: 'Live hard, never rest, die young'."

"Früher habe ich mich in der 'Siemens-Familie' immer wohl gefühlt. Aber von diesem Gefühl ist nichts mehr übrig geblieben, da wir uns hier abrackern, Überstunden ohne Ende machen, und dafür in der Gewissheit leben, dass dieses Engagement nicht belohnt wird. Viele KollegInnen aus anderen Bereichen wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht", fasst ein Mitarbeiter seine Gefühle zusammen.

Neues Tarifsystem sorgt für Schock

Doch nicht nur wegen der radikalen Umstrukturierung bringt die Lohnerhöhung für die Siemens-Familienoberhäupter die Belegschaft in Rage. Nächstes Jahr im April wird bei Siemens ein neues Tarifsystem eingeführt - das mit der IG Metall ausgehandelte Entgeltrahmenabkommen (ERA). Dabei werden die Mitarbeiter ganz neu eingestuft. Dieser Tage flatterten bei vielen erste Berechnungen ein, was sie dann noch erwarten dürfen.

Dabei kam es offenbar zu einigen bösen Überraschungen: Von zehn bis 20 Prozent Einbußen berichten einige Debattenteilnehmer. Dieser Schock sitzt tief - auch wenn der Konzern zu Recht darauf verweist, dass es für solche Fälle Ausgleichszahlungen geben wird. "Die Neueinordnung wird nicht zu individuellen Gehaltseinbußen führen", sagt der Siemens-Sprecher. Ganz stimme das nicht, entgegnet der Betriebsrat. Je nachdem wie viel schlechter ein Mitarbeiter wegkomme, habe er bei späteren Gehaltserhöhungen sehr wohl Nachteile, schränkt er ein.

Die Stimmung sei aber nicht überall schlecht, fügt der Sprecher hinzu. Und auch aus dem Konzern heißt es: Der Blog mitsamt aller unverblümten Äußerungen sei ja eigentlich ein Zeichen von offener Kommunikationskultur. Trotzdem: "Man darf solche Äußerungen natürlich nicht bagatellisieren." Kleinfeld nehme diese Kontaktmöglichkeit zur Belegschaft sehr ernst.

Vor der Lektüre sollte sich der Siemens-Chef aber auf einiges gefasst machen. Denn vor allem in Bezug auf sein Management nehmen die Diskussionsteilnehmer kein Blatt vor den Mund. "Wenn ich meinen Job nicht richtig mache, kriege ich dann auch 30 Prozent mehr?", fragt einer voller Sarkasmus.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: SiLæncer am 28 September, 2006, 19:48
"Wir werden noch in fünf Jahren in Deutschland Handys herstellen", sagte BenQ-Manager Jerry Wang im Juni 2005, als der Konzern die Siemens-Handysparte übernahm. Gut ein Jahr später haben die Taiwaner ihr Wort gebrochen. Sie haben die Restrukturierung völlig unterschätzt, sagen Analysten.

Hamburg - Gut ein Jahr ist vergangen, seit der neue Siemens Chart zeigen-Chef Klaus Kleinfeld die kriselnde Handysparte an den BenQ-Konzern aus Taiwan weitergerecht hat. Kleinfeld war angetreten, einen harten Sanierungskurs zu fahren. Für das schwächelnde Mobilfunkgeschäft war kein Platz mehr bei Siemens. Was Kleinfeld schon damals nicht mehr haben wollte, ist auch BenQ-Boss Kuen-Yao Lee zunehmend lästig geworden.

Heute teilte der Mutterkonzern in Taiwan mit, dass die Produktion in Deutschland am Ende ist. Weitere Finanzhilfen wird es nicht mehr geben. Handys der Marke BenQ-Siemens will das Unternehmen nur noch in Asien produzieren und entwickeln.

"Wir werden in den nächsten Tagen beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag stellen", sagte ein BenQ-Mobile-Sprecher. Den völlig überraschten Mitarbeitern ist völlig unklar, wie es für sie weitergeht.

Fest steht nur: Kurz vor Ablauf einer Beschäftigungsgarantie für die 3000 Mitarbeiter von BenQ offenbart sich, dass sie ihren Job wohl verlieren werden. Daher ist bei den deutschen BenQ-Beschäftigten nun der Ärger groß - sie fühlen sich getäuscht. Motto: Erst wurde ihr Unternehmen verkauft, nun abrupt geschlossen.

Arbeitsplätze sollten erhalten bleiben

BenQ war vor fünf Jahren aus dem Computerkonzern Acer ausgegliedert worden und erst ein Zulieferer für Handys, Digitalkameras, Scanner und Laptops. Mittlerweile stellt BenQ immer mehr eigene Markenprodukte her. 18.000 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen - vor allem in China, Taiwan, Malaysia und Mexiko. In München hat BenQ 1400 Mitarbeiter, 1600 Menschen sind es in den Werken Kamp-Lintfort und Bocholt.

Als im Juni 2005 BenQ die Siemens-Sparte übernommen hatte, bekamen die Taiwaner noch 300 Millionen Euro dazu und legten das Geschäft mit der eigenen Fertigung zusammen. Damals versicherte BenQ stets, die 3000 Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. An einer von Siemens gegebenen Standortgarantie für das Werk Kamp-Lintfort bis zum Jahr 2006 hielt das Unternehmen fest. "Wir werden auch noch in fünf Jahren in Deutschland Handys herstellen", sagte BenQ-Vizepräsident Jerry Wang damals. Auch Konzern-Chef Lee ließ verlauten, am deutschen Geschäft festzuhalten.

Obwohl nun der Schock über die plötzliche Insolvenz bei den BenQ-Mitarbeitern in Deutschland groß ist: Für Branchenkenner, wie den Technologie-Analysten Michael Busse von Helaba-Trust ist die Pleite "keine große Überraschung". Die Mängelliste bei BenQ ist lang: Immer wieder hatten deutsche BenQ-Manager rote Zahlen an BenQ-Boss Kuen-Yao Lee nach Taiwan gemeldet.

"BenQ hat es nicht geschafft, Kunden im oberen Preissegment zu finden", sagte Busse zu SPIEGEL ONLINE. Im Massengeschäft "hatte der kleinere Anbieter BenQ keine Chance". Im Vergleich zur Konkurrenz wie Nokia , Motorola und Samsung hatte BenQ-Siemens die weniger attraktiven Modelle im Programm.

Schon Siemens habe nicht mehr zur Konkurrenz aufschließen können, so Analyst Busse. Die Zeiten, als der heutige Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer immer und überall ein Siemens-Handy in die Kameras hielt, sind lange vorbei. Siemens hatte den Trend zu Handys mit Kamera, MP3-Spieler und Farbdisplays verschlafen, monieren die Kritiker. Diesen Rückstand konnte auch BenQ nicht mehr wettmachen.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte BenQ die Produktion in Mexiko und Taiwan zurückgefahren. Auch die Mitarbeiter in Deutschland mussten ahnen, dass es nicht besonders gut steht um ihre Jobs. Ende dieses Jahres sollte ein Tarifvertrag auslaufen für das Werk im westfälischen Kamp-Lintfort. Der Vertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. Wie es danach weitergehen würde - das wollten die Gewerkschaften eigentlich in den kommenden Wochen mit dem Management aushandeln.

Doch nun hat BenQ die Notbremse gezogen. Die deutschen Werke waren nicht ausgelastet, schrieben dauerhaft rote Zahlen. Auch das Weihnachtsgeschäft schien für BenQ keine Wende zu versprechen. "Wir sind deutlich hinter den uns ursprünglich uns selbst gesetzten Zahlen", räumte auch der Strategiechef von BenQ in Deutschland, Marco Stülpner, ein. Zehn Prozent des Weltmarktes hatte BenQ angepeilt, zuletzt waren es aber nur drei Prozent.

Siemens ist "sehr überrascht"

"Der Jobabbau ist sehr traurig", sagt Gartner-Analyst Martin Gutberlet zu SPIEGEL ONLINE, aber Deutschland sei im Vergleich zu Asien ein sehr teurer Produktionsstandort für Handys. So seien eben die Realitäten im globalen Handygeschäft. "Das hat BenQ unterschätzt." Was die monatlichen Zuwachsraten bei neuen Handy-Nutzern angeht habe Indien mittlerweile China überholt. Kein Wunder, dass Anbieter zu günstigen Konditionen lieber in diesen Märkten produzieren.

Siemens ließ heute verlauten, die Angelegenheit bei BenQ zu "bedauern". Das plötzliche Aus habe Siemens "sehr überrascht". "Wir verstehen weder die Intention noch die Hintergründe", sagte eine Sprecherin. Dabei ist die BenQ-Pleite auch eine große Niederlage für den Siemens-Konzern. Denn viele der BenQ-Manager, wie BenQ-Mobile-Chef Clemens Joost, kommen ursprünglich von Siemens, auch für den Münchner Konzern ist der Image-Schaden groß.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BENQ-PLEITE - "Das war wie ein Schlag ins Gesicht"
Beitrag von: SiLæncer am 28 September, 2006, 19:50
Ein Zettel mit der Pressemitteilung am Schwarzen Brett - eindeutiger hätte die Geschäftführung des BenQ-Werks in Kamp-Lintfort ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Handy-Werker nicht zum Ausdruck bringen können. Entsprechend tief sitzt der Schock.

Kamp-Lintfort - "Das ist der Vollschock." Der 34-jährigen Larissa Krupic ist das Entsetzen über die Insolvenz ihres Arbeitgebers BenQ ins Gesicht geschrieben. Zusammen mit ihrem Mann arbeitet sie seit Jahren im Kamp-Lintforter Handy-Werk des taiwanesischen Herstellers. Doch nun scheint die Zukunft ungewiss.

"Das war wie ein Schlag ins Gesicht", beschreibt ihr Mann den Moment, als er die Hiobsbotschaft erfuhr. Einen Moment zögert er und dann fügt er hinzu: "Wer noch ein Gespür für die Realität hatte, der konnte sehen, dass es hier zu Ende ging." Immer weiter sei die Produktion zuletzt reduziert worden, immer weiter sei die Zahl der Mitarbeiter und Hilfskräfte gesunken.

Insgesamt 1900 Arbeitnehmer beschäftigte BenQ bislang im Kamp-Lintforter Handy-Werk. Nach der Hiobsbotschaft aus München verlassen sie den Betrieb. Manche haben Tränen in den Augen. Auch Edgar Ruhnau ist unter ihnen. Er erzählt: "Ich bin vor sechs Jahren vom Bergbau gekommen und dachte ich hätte hier meine Zukunft." Kopfschütteln ruft bei den Mitarbeitern auch die Informationspolitik ihres Arbeitgebers hervor: "Der Meister hat die Pressemitteilung von BenQ ans Schwarze Brett gehängt und das war's. Aus den höheren Etagen hat keiner mit uns gesprochen", klagt Simone Porolnik. Mit dem Fahrrad macht sich die 32-Jährige auf den Heimweg zu ihren drei Kindern und ihrem Mann, der bereits arbeitslos ist. "Jetzt kommt wohl Hartz IV. Mal sehen, was uns noch bleibt."

Lohnverzicht für die Katz

Besonders bitter stößt den Arbeitern auf, dass sie bereits in der Vergangenheit massiven Lohneinbußen zugestimmt hatten, um ihre Jobs zu sichern. Die Mitarbeiter seien seinerzeit zum Lohnverzicht "erpresst" worden, kritisierte heute der Generalsekretär der NRW-SPD, Michael Groschek. Versprochen habe man damals, das Unternehmen werde gesunden. "Das aber hat sich als reine Worthülse erwiesen".

Die IG-Metall sieht sich dagegen in ihrer Position bestätigt, dass Lohnzugeständnisse wenig bringen. "Zum wiederholten Mal ist bewiesen, dass die Probleme in einzelnen Teilen von Siemens nicht an den angeblich zu hohen Gehältern der Beschäftigten, sondern an der Unfähigkeit des Managements liegen", kritisierte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer.

In Kamp-Lintfort jedenfalls ist die Situation düster: "Was soll nur aus dieser Stadt werden? Erst macht das Siemens-Werk dicht und bald wohl auch noch die Zeche", sagt Stefan Schulze. Auf den Tag genau seit zehn Jahren ist er in der Handy-Fertigung beschäftigt.

Bitterkeit bei den BenQ-Beschäftigten

"Aber das Jubiläum hätte ich mir anders vorgestellt." Dabei habe er so viele Hoffnungen mit dem Wechsel von Siemens zu BenQ verbunden: "BenQ hat ja endlich die neue Produktpalette eingeführt. Und die Geräte wurden wirklich besser. Mit den Siemens-Dingern sind die doch gar nicht mehr vergleichen", sagt Schulze.

Letztlich sei man einfach zu teuer gewesen, hört man überall vor den Werkstoren. Nicht mehr konkurrenzfähig, so einfach sei das.

Auch Samir Krupic meint: "Schieben Sie nicht alles auf BenQ. "Die Siemens-Leute haben hier doch alles kaputt gemacht." Oft habe er im Freundeskreis gehört: "Was produziert ihr denn da für Handys, die will doch keiner mehr haben." Schon seit Jahren sei die Produktpalette kaum noch konkurrenzfähig gewesen. "Die Software, das Design - wir sind doch nur noch hinterhergehinkt", sagt Krupic ernüchtert. "Wir haben seit zwölf Monaten auf Gehalt verzichtet und jeden Tag ordentlich unsere Arbeit gemacht. Und dabei wurden wir doch nur verarscht", fügt die Frau hinzu." Die Siemens-Bosse haben sich die Taschen gefüllt. Dass die überhaupt noch ruhig schlafen können."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Re: BENQ-PLEITE - "Das war wie ein Schlag ins Gesicht"
Beitrag von: spoke1 am 28 September, 2006, 21:03
Zitat
Lohnverzicht für die Katz
Besonders bitter stößt den Arbeitern auf, dass sie bereits in der Vergangenheit massiven Lohneinbußen zugestimmt hatten, um ihre Jobs zu sichern. Die Mitarbeiter seien seinerzeit zum Lohnverzicht "erpresst" worden, kritisierte heute der Generalsekretär der NRW-SPD, Michael Groschek. Versprochen habe man damals, das Unternehmen werde gesunden. "Das aber hat sich als reine Worthülse erwiesen".
..........................
"Wir haben seit zwölf Monaten auf Gehalt verzichtet und jeden Tag ordentlich unsere Arbeit gemacht. Und dabei wurden wir doch nur verarscht", fügt die Frau hinzu." Die Siemens-Bosse haben sich die Taschen gefüllt. Dass die überhaupt noch ruhig schlafen können."

So traurig das ist, aber 'lasst euch nicht verarschen, vor allem nicht beim Preis' bekommt hier wieder mal Bedeutung.
Solange in dieses Land Waren aus Fernost als Teileträger importiert werden und somit steuerlich für die Importeure äußerst lukrativ sind, wird hier auch nichts aufwärtsgehen. Da kann Berlin an den Arbeitslosenzahlen rumpfuschen wie es will. Rafft hier eigentlich irgentwann mal jemand das man vom Export nicht leben kann?!!!
Traurig das wir auf den Müll aus Fernost angewiesen sind, weil es in Deutschland nicht mehr möglich ist zu kostendeckend und gewinnbringend zu produzieren. Fragt sich nur woran das liegt. Da auch dieser Teil von Siemens jetzt nach Asien verlegt wird gibt es demnächst wohl wieder Top-Handys zum Top-Preis.
Ebenso traurig das der Verbraucher mit seinem schmalen Geldbeutel gezwungen wird diese Produkte auch noch zu kaufen.

Wenn hier nicht schnellstens die Bremse gezogen wird, gute Nacht Deutschland.

Ironie an:
Unglücklicher Weise sind wir hier vor einem Militärputsch vollkommen sicher. Unsere Kameraden treiben sich ja mittlerweile überall auf der Erdkugel rum. Da sind in D nicht genug zu mobilisieren.
Ironie aus.
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: _Immer_Intl_ am 28 September, 2006, 21:20
spoke1, ich kann Dir nur voll und ganz beipflichten.

Was BenQ hier abgezogen hat könnte (und hat auch schon vorher) ganz schnell wieder woanders in D stattfinden, nur halt mit weniger Medienrummel.

Unsere dt. Politiker labern immer um den heissen Brei rum und lassen sich hinter vorgehaltener Hand von der Industrie aushalten und erpressen, mehr brauche ich dazu wohl nicht zu sagen...........
Titel: BENQ - Mitarbeiter wollen Schadenersatz von Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 29 September, 2006, 09:10
Die von der Insolvenz bedrohten Mitarbeiter des Handyherstellers BenQ-Mobile erwägen, mit Hilfe des Betriebsrates gegen Siemens Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Sie seien arglistig getäuscht worden.

Hannover - Ein Betriebsrat von BenQ-Mobile sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", jeder der rund 3000 Beschäftigten bekomme heute ein an die Siemens-Zentrale adressiertes Schreiben in die Hand, mit dem er seine individualrechtlichen Ansprüche geltend machen könne. Ein Siemens-Sprecher erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass "wir dazu nichts sagen können". Siemens hatte seine Handysparte vor mehr als einem Jahr an BenQ verkauft.

Die Mitarbeiter seien beim Verkauf der Handysparte an BenQ von der Siemens AG arglistig getäuscht worden, sagte der Betriebsrat. "Von vornherein waren beide Verhandlungspartner auf die Entsorgung der deutschen Mitarbeiter aus, anstatt sich um die Sanierung des Unternehmens zu kümmern", zitierte das Blatt aus dem Schreiben des Betriebsrates an Siemens.

Das belege die Aufsplittung der Siemens-Handysparte in eine Management GmbH, in der die Abfindungen der BenQ-Mobile-Chefmanager gesichert seien, in eine Asset GmbH, in der man die Vermögenswerte der Siemens Handysparte wie Know how gebündelt habe und in die von der Insolvenz bedrohte BenQ Mobile GmbH & Co OHG, in der ausschließlich die zirka 3400 deutschen Mitarbeiter zusammengefasst worden seien.

Das Kapital der BenQ Mobile habe 25.000 Euro betragen - zu wenig, um die Gehälter der deutschen Angestellten für einen Tag zu sichern, kritisierte der Betriebsrat. Beim Insolvenzverwalter sei nichts zu holen.

Dagegen habe BenQ Know-how im Wert von knapp einer Milliarde Euro aus Deutschland abgezogen. Nach Ansicht des Betriebsrats liege ein "vorsätzlicher gesellschaftsrechtlicher Gestaltungsmissbrauch" vor: Die Arbeitnehmer seien vom Kapital getrennt worden, damit sich die Arbeitgeber der arbeitsrechtlichen Verpflichtungen und Insolvenzforderungen entledigen könnten. Der Betriebsrat hoffe, dass sich Siemens zu einer Gesamtlösung, etwa der Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft, bereitfinde, statt sich mit 3000 Einzelforderungen auseinanderzusetzen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: Dudelsack84 am 29 September, 2006, 09:19
Mal ne einfache Kostenrechnung:

Variant A:Siemens verkauft seine Handysparte an Benq und legt dazu noch 300.000 000 Millionen € drauf.

Variante B:Siemens schließt das Werk und zahlt jedem der 1400 Beschäfigten eine Abfindung von 50000€. Also 1400x50000=70.000.000€. Immobilien und Produktionsanlagen bleiben weiterhin im Besitz von Siemens und können dazu noch gewinnbringend verkauft werden. Zudem wahrscheinlich alles noch steuerlich absetzbar. Jedoch muss man selber die Drecksarbeit machen.

Schlussfolgerung: Man wählt Option A. Zahlt zwar drauf, dafür gibts im Vorstand aber 30% mehr Gehalt.
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: NewMan am 29 September, 2006, 09:24
Bayer verkaufte auch Agfa, und Agfa meldete kurze Zeit später Insolvenz an. Das ist die allgemeine Strategie der skrupellosen Oberschicht.
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: lucky am 29 September, 2006, 09:57
Und wer spricht von den vielen kleinen und mittelständischen Firmen die auch einfach so insolvent werden? Nicht selten unverschuldet, weil auch öffentl. Auftraggeber ihre Zahlungsziele nicht einhalten!

50.000 € Abfindung pro Mitarbeiter??? Was bitte soll sich da ein Mitarbeiter denken, der bei eben solch kleinen Firmen jahrzehntelang angestellt war? Solche Summen, die da in den Großfirmen für eine Anzahl previligierter Mitarbeiter gezahlt wurden, weil sie einen Job hatten in eben solcher Großfirma - gibt es wohl auch nicht mehr lange.

Und weil unsere Unternehmen sich vielfach so freikaufen müssen, verlagern sie die Arbeitsplkätze in Hire & Fire Länder - die Produkte kommen dann zu uns zurück.

Der Saldo von Zu- und Abwanderung ist in D auch negativ mittlerweile, d.h. mehr Menschen verlassen D als hier her kommen. Aber kommen wollen immer noch gern welche die NICHTS haben und gehen tun welche, die ihr VERMÖGEN mitnehmen.

Macht nur weiter so - und nicht vergessen immer alles schön überwachen, wer nichts zu verbergen hat...

Schönes WE
lucky
Titel: BENQ- INSOLVENZ - Börse jubelt, Belegschaft demonstriert
Beitrag von: SiLæncer am 29 September, 2006, 10:59
Die frühere Siemens-Tochter BenQ-Mobile hat heute den Insolvenzantrag gestellt. Die Aktien des Mutterkonzerns BenQ setzten an der Börse zum Steigflug an - BenQ-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Jobs und wollen Schadensersatz von Siemens.

München - Der Insolvenzantrag sei beim Amtsgericht München eingereicht worden, sagte eine Justizsprecherin. Bislang sei noch kein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Der taiwanische Mutterkonzern BenQ hatte der deutschen Tochter gestern den Geldhahn zugedreht. BenQ-Mobile, die Siemens Chart zeigen vor knapp einem Jahr an die Asiaten abgegeben hatte, ist damit finanziell am Ende. Durch die Pleite sind in Deutschland 3000 Arbeitsplätze gefährdet.

Nach der Insolvenzankündigung hatten die BenQ Chart zeigen-Papiere mehr als sechs Prozent an der Börse in Taipeh zugelegt und notierte bei 19,45 Taiwan-Dollar. Börsianer zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung, der früheren Siemens-Mobiltelefon-Sparte den Geldhahn zuzudrehen und ihn damit der Pleite zu überlassen. "Das ist eine positive Entwicklung, da sie die nötigen Schritte unternehmen, um weiteren Schaden von sich abzuwenden", sagte Analyst Dominic Grant von Macquarie Securities.

Die Asiaten hatten im Juni 2005 das Handy-Geschäft von Siemens übernommen. Der Traditionskonzern hatte vor der Übergabe noch 250 Millionen Euro in den Bereich investiert und 100 Millionen an Abschreibungen übernommen. BenQ will das Handygeschäft künftig von Asien aus betreiben.

Unterstützung aus der Politik

"Es wird für den Mobiltelefonbereich im nächsten Jahr schwierig, profitabel zu werden", sagte Vincent Chen von CLSA. Die Investoren schätzten aber die anderen Segmente des Konzerns wie die Produktion von TV-Flachbildschirm-Komponenten. Vor dem finanziellen Zusammenbruch hatte BenQ-Mobile noch angepeilt, ab Mitte 2007 schwarze Zahlen zu schreiben.

Im BenQ-Werk in Kamp-Lintfort bekommen die Mitarbeiter im Kampf um ihre Arbeitsplätze Unterstützung von der Politik. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wollte nach Angaben eines Sprechers des CDU-Politikers in die Fabrik kommen. Er stehe an der Seite der Belegschaft und wolle alle Möglichkeiten für eine Lösung der Krise ausloten. Zuvor hatte schon die bayerische Landesregierung ihre Hilfe angeboten.

Die IG Metall hat die Belegschaft zu einer Versammlung aufgerufen, vor den Werkstoren versammelten sich am Morgen zahlreiche Beschäftigte. Aus Sicht der Gewerkschaft hat das Versagen des Managements zu der Pleite der aus der Handy-Sparte von Siemens hervorgegangenen Firma geführt.

Schadensersatz von Siemens

Mitarbeiter von BenQ-Mobile erwägen, mit Hilfe des Betriebsrates gegen Siemens Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Sie seien arglistig getäuscht worden. Ein Betriebsrat von BenQ-Mobile sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", jeder der rund 3000 Beschäftigten bekomme heute ein an die Siemens-Zentrale adressiertes Schreiben in die Hand, mit dem er seine individualrechtlichen Ansprüche geltend machen könne. Ein Siemens-Sprecher erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass "wir dazu nichts sagen können".

Die Mitarbeiter seien beim Verkauf der Handysparte an BenQ von der Siemens AG arglistig getäuscht worden, sagte der Betriebsrat. "Von vornherein waren beide Verhandlungspartner auf die Entsorgung der deutschen Mitarbeiter aus, anstatt sich um die Sanierung des Unternehmens zu kümmern", zitierte das Blatt aus dem Schreiben des Betriebsrates an Siemens.

"Vorsätzlicher Gestaltungsmissbrauch"

Das belege die Aufsplittung der Siemens-Handysparte in eine Management GmbH, in der die Abfindungen der BenQ-Mobile-Chefmanager gesichert seien, in eine Asset GmbH, in der man die Vermögenswerte der Siemens Handysparte wie Know-how gebündelt habe und in die von der Insolvenz bedrohte BenQ Mobile GmbH & Co OHG, in der ausschließlich die zirka 3400 deutschen Mitarbeiter zusammengefasst worden seien.

Das Kapital der BenQ Mobile habe 25.000 Euro betragen - zu wenig, um die Gehälter der deutschen Angestellten für einen Tag zu sichern, kritisierte der Betriebsrat. Beim Insolvenzverwalter sei nichts zu holen.

Dagegen habe BenQ Know-how im Wert von knapp einer Milliarde Euro aus Deutschland abgezogen. Nach Ansicht des Betriebsrats liege ein "vorsätzlicher gesellschaftsrechtlicher Gestaltungsmissbrauch" vor: Die Arbeitnehmer seien vom Kapital getrennt worden, damit sich die Arbeitgeber der arbeitsrechtlichen Verpflichtungen und Insolvenzforderungen entledigen könnten. Der Betriebsrat hoffe, dass sich Siemens zu einer Gesamtlösung, etwa der Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft, bereitfinde, statt sich mit 3000 Einzelforderungen auseinanderzusetzen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: HANDY- PLEITE - Rüttgers nennt Fall BenQ "eine große Sauerei"
Beitrag von: SiLæncer am 29 September, 2006, 14:27
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat den Mitarbeitern der BenQ-Werke seine Unterstützung zugesichert. Er sieht aber nicht allein den taiwanesischen Mutterkonzern in der Pflicht, sondern auch Siemens.

Kamp-Lintfort - "Ich habe nicht vergessen, dass dies einmal ein Werk der Siemens AG war. Siemens Chart zeigen hat noch Verantwortung für Kamp-Lintfort", sagte der CDU-Politiker heute vor Hunderten Beschäftigten in Kamp-Lintfort, die gegen BenQ und Siemens protestierten. "Ich bin wütend, weil man so mit ihnen umgegangen ist", rief er den Beschäftigten zu. Nun müsse zusammen mit einem Insolvenzverwalter eine Lösung gefunden werden: "Wir werden kämpfen."

Der taiwanesische Mutterkonzern BenQ hatte seiner deutschen Tochter gestern den Geldhahn zugedreht. BenQ Mobile, die Siemens vor knapp einem Jahr an die Asiaten abgegeben hatte, ist damit finanziell am Ende. Durch die Pleite sind in Deutschland 3000 Arbeitsplätze gefährdet, 1600 davon in Kamp-Lintfort.

Rüttgers sagte, die Belegschaft habe noch unter Siemens auf Lohn verzichtet und dafür sichere Arbeitsplätze in Aussicht gestellt bekommen. Es sei "eine große Sauerei", wenn diejenigen, die den Beschäftigten eine Zukunft versprochen hätten, nun das Werk schlössen. "Diese Sache ist mit Management-Ankündigungen in Taiwan nicht erledigt", sagte Rüttgers. Der Betriebsrat habe die Frage aufgeworfen, ob der Betrieb in Deutschland "systematisch kannibalisiert" worden und ob gezielt eine Insolvenz herbeigeführt worden sei, berichtete Rüttgers: "Wenn das stimmt, muss das gerichtliche Konsequenzen haben."

Kritik kommt auch aus Bayern

Rüttgers und Thoben kamen danach zu einer Krisensitzung mit der Unternehmensleitung, dem Betriebsrat, der IG Metall sowie Kommunalpolitikern zusammen. Als Teil der Proteste verteilte der Betriebsrat ein vorgefertigtes Schreiben an die Beschäftigten, mit dem sie individuellen Schadenersatz bei Siemens anfordern sollen. Wie "manager- magazin.de" berichtet, wirft der Betriebsrat dem Konzern darin vor, bei Abgabe der Handysparte die Mitarbeiter "arglistig getäuscht" zu haben. Von vorherein hätten Siemens und BenQ die "Entsorgung" der deutschen Mitarbeiter geplant, statt sich um die Sanierung der Sparte zu kümmern.

Auch in Bayern regt sich Widerstand gegen das Vorgehen von BenQ. Der bayerische SPD-Vorsitzende Ludwig Stiegler erklärte: "Die Bayern-SPD sieht die Siemens AG in einer nachwirkenden Verantwortung." Wenn nationale Tochtergesellschaften durch Kappung der finanziellen Zusammenarbeit in den Konkurs getrieben werden könnten, müssten Verkäufer von Unternehmensteilen künftig in eine "gesamtschuldnerische nachwirkende Haftung" genommen werden können.

"Riesengroßes Unrecht"

"Es kann nicht sein, dass getarnt über Verkaufsaktivitäten die Risiken der Restrukturierung und der Sozialpläne ausgelagert und durch einen willkürlichen Konkurs auf Gläubiger und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlagert werden", sagte Stiegler weiter. Hier sei auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) gefordert. Der Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber kündigte eine Erklärung an.

Der nordrhein-westfälische IG Metall-Chef Detlef Wetzel sagte, die Vorgänge um BenQ Deutschland seien ein "riesengroßes Unrecht". Siemens und BenQ hätten sich auf Kosten der Beschäftigten saniert. Siemens habe immer wieder Zugeständnisse der Belegschaft und der IG Metall für einen Lohnverzicht in der Handyproduktion erreicht. "Wir haben gedacht, das sind ehrbare Kaufleute und nicht skrupellose Manager, denen das Schicksal der Menschen völlig am Arsch vorbeigeht", rief Wetzel. Der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Jochen Dieckmann sagte, für die Politik stehe die Glaubwürdigkeit der Wirtschaft auf dem Spiel.

BenQ will Mobiltelefone der Marke "BenQ Siemens" in Zukunft in Asien produzieren. Um BenQ die Übernahme zu versüßen, hatte Siemens vor dem Verkauf vor einem Jahr noch 250 Millionen Euro in die damalige Siemens Mobile investiert und 100 Millionen Euro an Abschreibungen übernommen. Eine Siemens-Sprecherin hatte das Vorgehen der Taiwaner kritisiert: "Wir haben bei der Veräußerung unserer Handysparte an BenQ 2005 ein Weltgeschäft abgegeben und sind sehr überrascht über die Haltung von BenQ, nun das regionale Geschäft in Deutschland nicht länger finanziell zu unterstützen und damit offensichtlich in die Insolvenz zu steuern."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: oxmox am 29 September, 2006, 14:57
Zitat
Was BenQ hier abgezogen hat könnte
Das wurde von Siemens eingefädelt. Benq sollte von vorneherein nur den Kopf hinhalten.
Dafür haben Sie von Siemens 340.000.000 Euro erhalten, plus Siemens Handy, plus einen Konkurrenten weniger.
Und Siemens brauch keinen Sozialplan zu finanzieren, was wesentlich teurer geworden wäre.

Ein ganz schmieriger Deal zu Lasten der Arbeitnehmer, die zuvor schon auf 25% Einkommen verzichtet hatten, und wenns gut geht, in 1,5 Jahren
mit 345 Euro im Monat auskommen müssen.

Aber nach allgemeiner Ansicht unserer Politiker muß die Wirtschaft ja auch noch steuerlich entlastet werden.
Als wenn Schröder denen nicht schon genug Zucker in den hintern geblasen hätte.
Titel: HANDY- PLEITE - BenQ und Siemens bemühen sich um Schadensbegrenzung
Beitrag von: SiLæncer am 29 September, 2006, 18:46
Inzwischen haben die Vorstände von Siemens und BenQ erkannt, welchen Imageschaden die Insolvenz der deutschen BenQ-Tochter verursacht hat und versuchen gegenzusteuern. BenQ wartet mit einer Rechtfertigung auf, und Siemens bietet betroffenen Mitarbeitern einen privilegierten Bewerberstatus an.

München/Berlin - Die Beschäftigten von BenQ-Mobile würden bei Bewerbungen im Siemens-Konzern gegenüber externen Kandidaten bevorzugt behandelt, heißt es in einer Mitteilung. Drei Voraussetzungen müssen nach Auskunft eines Siemens-Sprechers allerdings erfüllt sein: Der Bewerber müsse betriebsbedingt gekündigt sein, Siemens über eine geeignete Stelle verfügen und der Betreffende dem Anforderungsprofil gerecht werden. Dann würden solche Beschäftigte wie interne Kandidaten behandelt.

Eine entsprechende Vereinbarung sei beim Übergang der ehemals zu Siemens gehörenden Handy-Sparte an BenQ im Jahr 2005 geschlossen worden. Die Vereinbarung gelte bis zum 30. September 2008, sagte der Sprecher. Wie groß die Chancen für betroffene BenQ-Mitarbeiter auf eine Weiterbeschäftigung bei Siemens aber tatsächlich seien, lasse sich derzeit nicht einschätzen.

Unterdessen ist auch der taiwanesische Elektronikkonzern BenQ um Schadensbegrenzung bemüht. "Wir haben seit der Übernahme mehr als 840 Millionen Euro verloren, und unser Aktienkurs ist um mehr als 50 Prozent eingebrochen", sagte BenQ-Finanzchef Eric Yu dem "Tagesspiegel". Der Gang in die Insolvenz sei eine schwere Entscheidung gewesen. "Aber die Gefahr war zu groß, dass andere Geschäftsbereiche von BenQ in Mitleidenschaft gezogen werden." BenQ sei nicht so groß wie Siemens, sagte Yu weiter: "Wir können Verluste in der Größenordnung nicht länger tragen." BenQ habe Gespräche mit Finanzinvestoren über einen Einstieg geführt, allerdings ohne Erfolg. Nun werde man die Entscheidungen des Insolvenzverwalters abwarten.

Dieser will die Produktion von BenQ Mobile möglichst lange aufrechterhalten. "Wir werden die Situation vor Ort prüfen und alles daran setzen, den laufenden Betrieb fortzusetzen", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager heute in München.

Der Insolvenzantrag von BenQ Mobile ging am Freitagmorgen beim Münchner Amtsgericht ein. Von der Pleite betroffen sind 1600 Beschäftigte in der Fertigung in Nordrhein-Westfalen sowie 1400 Mitarbeiter in der Zentrale in München.

BenQ hatte das Siemens-Handygeschäft vor genau einem Jahr für einen symbolischen Kaufpreis übernommen. Siemens gab noch einen dreistelligen Millionenbetrag als Mitgift. "Wir sind sehr betroffen von der Entwicklung und es ist für uns unverständlich, dass BenQ Mobile in Deutschland einen Insolvenzantrag gestellt hat", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Man habe auf die Zusagen von BenQ vertraut, die Produktion in Deutschland langfristig aufrechtzuerhalten. Siemens will nun rechtliche Schritte gegen BenQ prüfen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Politiker kritisieren Siemens nach BenQ-Mobile-Insolvenz
Beitrag von: SiLæncer am 30 September, 2006, 11:45
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat wegen der Pleite der früheren Siemens Handy-Sparte scharfe Kritik an der unternehmerischen Führung des Münchner Konzerns geübt. "Ich bin von den unternehmerischen Leistungen dort enttäuscht", sagte Glos der Bild am Sonntag. Er könne die Enttäuschung der Mitarbeiter gut verstehen. "Was Nokia geschafft hat, hätte Siemens auch schaffen müssen", urteilte Glos.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat unterdessen in der Bild-Zeitung Aufklärung über die Hintergründe der Insolvenz gefordert, von der auch knapp 2000 Stellen in Nordrhein-Westfalen bedroht sind. "Die Arbeitnehmervertreter vermuten, dass die Insolvenz von langer Hand geplant worden ist. Dieser Verdacht muss von BenQ und auch von Siemens aufgeklärt werden", forderte er.

Der langjährige Siemens-Chef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende, Heinrich von Pierer, hat den Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanesischen Konzern BenQ hingegen verteidigt: "Das Management hat sich die Entscheidung damals nicht leicht gemacht. Ich habe im Aufsichtsrat verfolgt, dass es Gespräche mit mehreren Interessenten gab. Den Ausschlag für BenQ gab dann die Zusicherung, die Produktion in Deutschland zu übernehmen", sagte von Pierer der Süddeutschen Zeitung. Der Insolvenzantrag für die deutschen Werke sei für ihn genauso überraschend wie für die Öffentlichkeit gekommen: "Klar ist, dass das Vorgehen nicht der Vereinbarung zwischen Siemens und BenQ folgt."

Quelle : www.heise.de
Titel: IG Metall fordert Kurswechsel nach BenQ-Pleite
Beitrag von: SiLæncer am 01 Oktober, 2006, 10:31
Nach der Pleite der früheren Siemens-Handysparte hat die IG Metall einen Kurswechsel der führenden Wirtschaftsbosse in Deutschland gefordert. "Wir betrachten es als Wahnsinn, wie Leute momentan unkontrolliert über die Zukunft von tausenden Beschäftigten entscheiden. Menschen bekommen plötzlich Arbeitgeber aus Taiwan oder China, ohne dass irgendwelche Sicherheiten für die Arbeitnehmer existieren", sagte Bayerns IG-Metall-Vorsitzender Werner Neugebauer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München.

"Auch wenn der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer heftig widerspricht: die Tatsachen sehen eher danach aus, als würde Siemens diese Nummer weiter fahren", sagte Neugebauer. Die Gewerkschaft sei derzeit dabei, die Situation von BenQ Mobile zu prüfen. "Die Befürchtungen, die wir vor zwei Jahren gehegt haben, als es darum ging, welche Sicherheiten es für die Beschäftigten geben wird und ob die Übernahme durch BenQ vielleicht nur eine Zwischenstation ist, sind leider wahr geworden." Die Beschäftigten befänden sich nun in einer schlimmen Hängepartie.

Der IG-Metall-Chef kritisierte das Siemens-Management wegen des Verkaufs der Handysparte im vergangenen Jahr an den BenQ-Konzern in Taiwan. "Wenn ein ehemaliger Gummistiefelhersteller wie Nokia es schafft, weltweit die Nummer eins zu sein, und der größte Innovations- und Technologiekonzern Europas - so habe ich Siemens gesehen - nicht in der Lage ist, konkurrenzfähige Produkte herzustellen, dann ist das beschämend."

Für die weitere Existenz des Unternehmens ist nach Neugebauers Worten eine wichtige Frage, wo die Patente und Markenrechte des Handyherstellers liegen. "Wenn die Patente bei BenQ Deutschland liegen, ist das schon mal eine gute Miete. Wenn sie bei BenQ in Taiwan liegen, ist das Thema wohl erledigt." Sollten die Gerüchte stimmen, dass drei oder mehr Gesellschaften existieren, sei es wahrscheinlich, dass die Produktionsgesellschaft keinerlei Rechte habe. Drei Wochen, so schätzt Neugebauer, wird es dauern, bis diese Verflechtungen geklärt sind. "Für unser Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, wird es umso schwieriger, wenn mehrere Gesellschaften beteiligt sein sollten."

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens prüft weitere Zahlungen an BenQ
Beitrag von: SiLæncer am 01 Oktober, 2006, 12:37
Siemens will nach der Pleite von BenQ Mobile in Deutschland gekündigte Mitarbeiter seiner früheren Handysparte nicht im Regen stehen lassen und weitere Zahlungen an den taiwanesischen BenQ-Konzern genau prüfen. "Wir sind wirklich betroffen von der Entwicklung und wollen uns jetzt darauf konzentrieren, wie wir die deutschen BenQ-Mobile-Beschäftigten unterstützen können", sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München. Der Konzern habe beim Verkauf vor einem Jahr an BenQ an eine langfristige Perspektive geglaubt. "Dass BenQ bei dem ersten stärkeren Gegenwind gleich umfällt, ist sehr bedauerlich." Die scharfe öffentliche Kritik an Siemens wies Kaeser zurück.

BenQ hatte vor einem Jahr das Siemens-Handygeschäft weltweit übernommen und dabei eine Mitgift in dreistelliger Millionenhöhe bekommen. Am Donnerstag drehte der taiwanesische Konzern seiner deutschen Tochter den Geldhahn zu. BenQ Mobile mit 3000 Beschäftigten in Deutschland musste daraufhin Insolvenzantrag stellen. "Wir sind überrascht, dass uns BenQ vorher nicht rechtzeitig konsultiert hat", sagte Kaeser. Vor einer Woche habe BenQ darum gebeten, dass Siemens zwei noch anstehende Raten in Höhe von insgesamt rund 150 Millionen Euro sofort zahlt. Zudem sollte Siemens das Geld entgegen den Absprachen komplett nach Taiwan überweisen und nicht teilweise an die deutsche OHG. "Das hat uns schon etwas verwundert", sagte Kaeser.

Siemens will die Zahlungen, die im Oktober und Dezember ausstehen, zwar nicht auf Eis legen. "Wir halten uns an die Vereinbarungen", sagte Kaeser. Man werde aber genau prüfen, ob das Geld nach Taiwan überwiesen werden muss oder dem insolventen deutschen Tochterunternehmen ausgezahlt werden kann. Die BenQ-Beschäftigten sollten, soweit dies arbeitsrechtlich möglich ist, bei der Vergabe von offenen Stellen bevorzugt - wie interne Mitarbeiter bei einer Versetzung - behandelt werden. Derzeit gibt es bei Siemens in Deutschland mehr als 2000 offene Stellen.

Den Verdacht, die Schließung nach nur einem Jahr sei ein abgekartetes Spiel zwischen Siemens und BenQ, wies Kaeser entschieden zurück. "Aus rein wirtschaftlicher Sicht hätte es damals attraktivere Wege gegeben als den Verkauf an BenQ." So hätte Siemens an andere Interessenten verkaufen können, die weniger Geld mitbekommen, aber im Anschluss zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut hätten. Auch eine Schließung der deutschen Standorte wäre den Konzern nach Angaben des Finanzvorstands deutlich billiger gekommen. "Die Schließungskosten einschließlich Abfindungen hätten grob geschätzt 250 bis 300 Millionen Euro betragen."

Der Verkauf an BenQ kam wesentlich teurer. Zwar zahlten die Taiwanesen einen Kaufpreis von 285 Millionen Euro an Siemens für Gebäude und andere Vermögenswerte. Gleichzeitig sagte Siemens aber die Zahlung von fast 700 Millionen Euro zu. Damit sollten unter anderem der Wechsel der Produktplattformen, die notwendige Werbeoffensive für den neuen Namen Siemens-BenQ, Abfindungen und sowie die Absicherung gegen Patentstreitigkeiten finanziert werden.

Bei Siemens wundert man sich, dass BenQ trotz der Mitgift die deutsche Tochter nach nur einem Jahr in die Pleite schickt. Siemens habe neben dem Geld auch über 1750, zum Teil weltweit bedeutende Patente gegeben, betonte Kaeser. Auch zeige die Tatsache, dass Siemens für fünf Jahre seine Marke zur Verfügung stellte, dass man von der langfristigen Perspektive überzeugt war. Das Vorgehen BenQs sei nicht absehbar gewesen. "Wenn das vorhersehbar gewesen wäre, hätte man sich mit anderen Lösungen befassen können."

Die öffentliche Kritik an Siemens kann Kaeser nur teilweise nachvollziehen. "Ich verstehe zwar die Betroffenheit der Mitarbeiter", sagte er. "Polemik und Trillerpfeifen alleine lösen aber die Probleme nicht." Siemens sei der drittgrößte Steuerzahler unter den DAX-Werten in Deutschland und fühle sich dem Land verpflichtet. "Es ist absurd zu sagen, wir seien nicht patriotisch." Allein im vergangenen Jahr sei die Zahl der Arbeitsplätze im Inland um 4000 Stellen gestiegen, weltweit seien es 37000 gewesen. 80 Prozent des Geschäfts von Siemens eilten derzeit "von einem Rekord zum nächsten". Das Management müsse sich bei der Entwicklung des Unternehmens auf die Dinge konzentrieren, die den meisten Erfolg versprächen. "Nur der nachhaltige Erfolg eines Unternehmens sichert langfristig die Arbeitsplätze."

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ- Deutschland- Pleite: Siemens- Geld für Taiwan
Beitrag von: SiLæncer am 01 Oktober, 2006, 20:01
Neue Hinweise erhärten den Verdacht, dass die Pleite der früheren Siemens-Handysparte durch den neuen Eigentümer BenQ bewusst vorbereitet worden sein könnte. BenQ soll einer Zeitung zufolge vor zwei Wochen versucht haben, von Siemens Geld zu erhalten und nach Taiwan umzuleiten.

München - Verhandlungskreisen zufolge forderten Unterhändler des taiwanischen Konzerns Siemens vor zwei Wochen auf, ausstehende Zahlungen von mindestens 50 Millionen Euro an die deutsche Tochter vorzuziehen und nach Taiwan umzuleiten, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Als Grund hätten die Taiwaner die akute Finanzschwäche des gesamten Konzerns genannt.

Siemens habe einem Vorziehen der Zahlung zwar zugestimmt, das Umleiten des Geldes nach Taiwan aber abgelehnt. "Daraufhin verlor BenQ das Interesse an der Zahlung. Seitdem herrscht Funkstille", hieß es. Zur Frage, warum die Millionensumme nicht vertragsgemäß dazu genutzt werden sollte, das finanzschwache Geschäft in Deutschland zu stützen, wollte sich der Elektronikkonzern BenQ dem Blatt zufolge nicht äußern.

Siemens sei weiter bereit, die Zahlungen wie vereinbart zu leisten, sagte Finanzchef Joe Kaeser. Man werde aber bei den insgesamt ausstehenden 167 Millionen Euro genau prüfen, was nach Taiwan überwiesen werden muss oder dem insolventen deutschen Tochterunternehmen ausgezahlt werden kann.

Den Verdacht, die Schließung nach nur einem Jahr sei ein abgekartetes Spiel zwischen Siemens und BenQ, wies Kaeser demnach zurück. Siemens hätte an andere Interessenten verkaufen können, die weniger Geld mitbekommen, aber im Anschluss zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut hätten. Insgesamt sei Siemens die Trennung vom Handy-Geschäft im vergangenen Jahr laut Kaeser wesentlich teurer als bislang bekannt gekommen.

Sein Konzern habe den Taiwanern Finanzmittel in Höhe von insgesamt 413 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, habe Kaeser eingeräumt. Bislang hatte Siemens die Kosten mit 350 Millionen Euro beziffert.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Bericht: Siemens-Vorstand verzichtet auf 5 Millionen Euro
Beitrag von: SiLæncer am 02 Oktober, 2006, 11:02
Durch den Verzicht des Siemens-Vorstands auf die umstrittene Gehaltserhöhung für ein Jahr fließen 5 Millionen Euro in den Fonds zur Unterstützung von BenQ-Mobile-Mitarbeitern, berichtet die "Bild"-Zeitung heute. Da der Konzern selbst 30 Millionen Euro gebe, verfüge der Fonds über 35 Millionen Euro. Das Geld solle unter anderem für Weiterbildungsangebote genutzt werden. Die Vorstandsgehälter bei Siemens sollen um im Schnitt 30 Prozent erhöht werden. Da gleichzeitig tausende von Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze bangen und viele von ihnen Gehaltseinbußen hinnehmen mussten, war die Entscheidung scharf kritisiert worden. Siemens-Sprecher Wolfram Trost mochte den Bericht gegenüber heise online nicht rundweg bestätigen, er dementierte ihn aber auch nicht. Näheres – auch über einen geplanten Härtefonds – werde im Laufe dieses Tages noch besprochen und möglicherweise auch bekannt gegeben.

Nach der Pleite seiner früheren Handysparte hat Siemens noch keine Entscheidung über juristische Schritte gegen den taiwanischen BenQ-Konzern getroffen. Derzeit sei man noch mit der juristischen Bestandsaufnahme beschäftigt, sagte ein Siemens-Sprecher heute in München laut dpa. Zudem wolle man sich mit dem Insolvenzverwalter von BenQ Mobile zusammensetzen. Der BenQ-Konzern hatte ein Jahr nach der Übernahme des Siemens-Geschäfts seiner deutschen Tochter in der vergangenen Woche den Geldhahn zugedreht und das Unternehmen mit 3000 Beschäftigten so in die Pleite geschickt.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet indes über neue Hinweise, die den Verdacht stützten, die BenQ-Mobile-Pleite sei durch BenQ bewusst vorbereitet worden. Vor etwa zwei Wochen hätten Unterhändler aus Taiwan Siemens aufgefordert, noch ausstehende Zahlungen an BenQ Mobile in Deutschland von mindestens 50 Millionen Euro wegen einer akuten Finanzschwäche vorzuziehen und an die Konzernzentrale in Taiwan umzuleiten. Die Zeitung beruft sich auf interne Quellen bei Siemens. Siemens soll einem Vorziehen der Zahlung zwar zugestimmt, die Umleitung des Geldes nach Taiwan aber abgelehnt haben. BenQ habe daraufhin kein Interesse mehr an der Zahlung gehabt.

Quelle : www.heise.de
Titel: Huber will BenQ zur Rechenschaft ziehen
Beitrag von: SiLæncer am 02 Oktober, 2006, 12:28
Bayerns Wirtschaftsminister Huber will BenQ in die Pflicht nehmen. Der Konzern aus Taiwan dürfe sich nicht aus der Verantwortung für die insolventen Ex-Siemens-Werke stehlen. Dass der Siemens-Vorstand auf seine Gehaltserhöhung verzichtet, hält er für eine "Selbstverständlichkeit".

Hamburg - "Das Verhalten von BenQ ist in keiner Weise mit der sozialen Marktwirtschaft vereinbar", wetterte Huber im ARD-"Morgenmagazin". "Wir werden versuchen, BenQ in der Verpflichtung zu halten." Schließlich habe BenQ nichts bezahlt, sondern Geld und Patente zu der ehemaligen Siemens-Mobiltelefonsparte hinzubekommmen. Ein Weltkonzern dürfe sich "nicht so einfach davonstehlen", so der CSU-Politiker.

Bei den bevorstehenden Gesprächen mit Spitzenvertretern von Gewerkschaften und des BenQ-Mobile-Betriebsrats, die heute in München stattfinden, müsse die Frage im Vordergrund stehen, wie es in den kommenden Wochen und Monaten weiter gehen könne. Dabei gehe es um die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Gewinnung von Aufträgen, besonders im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft. Mittelfristig müsse es darum gehen, das Unternehmen in neue Hände zu geben. "Wir brauchen einen neuen Unternehmer, der diese Geschäfte weiterführt", sagte er.

Er begrüße die Entscheidung von Klaus Kleinfeld, die Gehaltserhöhung des Vorstands zu stornieren und in einen Härtefallfonds einfließen zu lassen. Der Siemens-Chef und seine Vorstandskollegen wollen auf die umstrittene 30-prozentige Gehaltserhöhung verzichten; stattdessen soll ein Hilfsfonds für die Mitarbeiter der insolventen BenQ-Handywerke gegründet werden, die bis vor einem Jahr noch zu Siemens Chart zeigen gehörten. "Das nimmt etwas Gift heraus aus der Situation", sagte Huber dem Bayerischen Rundfunk. Der Härtefonds für die Beschäftigten sei aber "eine Selbstverständlichkeit".

BenQ hatte am Freitag Antrag auf Insolvenz gestellt, nachdem der taiwanische Mutterkonzern alle Zahlungen eingestellt hatte. Betroffen sind rund 3000 Beschäftigte in München sowie an den nordrhein-westfälischen Standorten Bocholt und Kamp-Lintfort. Die Werke hatte Siemens erst vor einem Jahr an BenQ veräußert und dabei noch eine dreistellige Summe draufgelegt. Den Protesten von Belegschaft und Gewerkschaften gegen die nun drohende Schließung schlossen sich Politiker aller Parteien an.

Die Entscheidung, auf die umstrittene Erhöhung der Managerbezüge vorerst zu verzichten, hatte Kleinfeld heute in der "Bild" angekündigt. "Wir möchten den Menschen ein Zeichen der Solidarität geben." Der Aufsichtsrat von Siemens habe die Gehaltserhöhung zwar "sachlich und ausführlich begründet", so Kleinfeld weiter. Es sei jetzt aber eine "neue Situation" entstanden. Dass allein Kleinfeld eine Gehaltserhöhung von 1,3 Millionen Euro erhalten haben soll, dementierte ein Siemens-Sprecher aber laut "Bild". Diese Summe sei "beträchtlich niedriger" gewesen. Gegen die Erhöhung der Managergehälter hatten Politiker wie auch Siemens-Beschäftigte heftig protestiert.

Der Fonds für die BenQ-Mitarbeiter sei bei einer Sondersitzung des Siemens-Vorstandes am Sonntag in München beschlossen worden, heißt es in dem Bericht weiter. Der Fonds soll mit 30 Millionen Euro ausgestattet werden. Das Geld soll in Qualifizierung, Umschulung oder Weiterbildung Betroffener fließen.

Merkel: "Ich verstehe den Ärger"

"Wir finden die Vorgehensweise von BenQ in Deutschland inakzeptabel und helfen, so gut wir können", erklärte Kleinfeld der Zeitung weiter und wehrte sich so erneut gegen den Vorwurf, Siemens habe BenQ im Tausch gegen die Mitgift und Patente lediglich die unangenehme Abwicklung des Geschäfts überlassen. "Wenn BenQ die Mitarbeiter im Regen stehen lässt, wollen wir aktiv tatkräftig helfen - und zwar schnell", sagte Kleinfeld.

"Alle Behauptungen, wir hätten die Insolvenz von BenQ Mobile in Deutschland billigend in Kauf genommen, sind böswillige Unterstellungen", sagte Kleinfeld. Erneut kündigte er mögliche juristische Schritte gegen BenQ an. "Uns wurde versichert, dass die Standorte in Deutschland erhalten bleiben und sogar gestärkt werden." Dieses Versprechen sei gebrochen worden.

Am Sonntag telefonierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach "Bild"-Informationen mit Kleinfeld. "Ich verstehe den Ärger und die Gefühle der Beschäftigten, die zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze große Opfer gebracht haben", sagte die Kanzlerin der Zeitung. Sie habe gegenüber Siemens deutlich gemacht, "dass dieses Traditionsunternehmen in einer besonderen Verantwortung steht". Angesichts dessen begrüße sie es, wenn Siemens jetzt alles tue, "um möglichst vielen Beschäftigten eine Zukunftsperspektive zu geben".

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Bayern will BenQ-Werke retten
Beitrag von: SiLæncer am 02 Oktober, 2006, 14:09
Bayerns Wirtschaftminister Erwin Huber verspricht, sich höchstpersönlich um die Rettung der BenQ-Handy-Werke zu kümmern. Er will sich auf die Suche nach Investoren machen - und dem taiwanesischen Weltkonzern mit rechtlichen Mitteln Geld abtrotzen.

Hamburg - Bei dem Gespräch mit Gewerkschaftsvertretern und dem Betriebsrat von BenQ sei ihm eins klar geworden, erklärte der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU): Bei BenQ habe es "von Anfang an einer sinnvollen Fortsetzungsstrategie" für die ehemaligen Handy-Werke von Siemens gefehlt. Das Management sei unter den neuen Hausherren aus Taiwan nicht zielgerichtet an die Sanierung des kriselnden Geschäfts gegangen: "So wie die Sache angefangen hat, konnte sie nicht erfolgreich sein", erklärte Huber.

BenQ Mobile mit 3000 Beschäftigten in Deutschland hatte in der vergangenen Woche Insolvenzantrag gestellt, nachdem der taiwanische Mutterkonzern den Geldhahn zugedreht hatte. Erst vor einem Jahr hatte Siemens die Werke an die Taiwaner verkauft.

Nachdem Siemens nun bereits einen 35-Millionen-Euro-Härtefonds für die Mitarbeiter der insolventen Werke angekündigt hat, will Huber jetzt auch BenQ zur Rechenschaft ziehen. Ein Weltkonzern dürfe sich "nicht so einfach davonstehlen", hatte der CSU-Politiker bereits im ARD-"Morgenmagazin" erklärt. Schließlich habe BenQ nichts bezahlt, sondern Geld und Patente zu der ehemaligen Siemens-Mobiltelefonsparte hinzubekommmen.

Was er damit meinte, erklärte Huber jetzt nach seinen Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. Noch stünden erhebliche Zahlungen von Siemens an BenQ aus - nach Angaben von Siemens insgesamt 150 Millionen Euro. Man müsse nun mit rechtlichen Mitteln sicherstellen, dass diese Summe den deutschen Werken zugute komme. "Es kann natürlich nicht sein, dass dieses Geld nach Taiwan fließt", erklärte Huber.

Stattdessen soll es helfen, die deutsche BenQ-Tochter zu retten - denn darum geht es Huber und den Gewerkschaftsvertretern nun. Das allerdings dürfte nicht gerade einfach werden: Nur bis Ende des Jahres ist die Produktion in den Werken Kamp-Lintfort und Bocholt dem Insolvenzverwalter zufolge finanziell noch gesichert. Für die Zeit danach will Huber sich nun auf die Suche nach potentiellen Investoren machen. Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, forderte von Siemens und von BenQ außerdem "weitere Finanzmittel". Der Härtefonds, den Siemens angekündigt hatte und für den der Vorstand sogar auf seine 30-prozentige Gehaltserhöhung verzichtet, sei nicht ausreichend.

Doch selbst wenn neue Finanzmittel gefunden würden, wäre die Zukunft der BenQ-Werke nicht gesichert. Denn eine wichtige Frage ist noch nicht geklärt: die der Patente. "Sollten Patente und Lizenzen unwiderruflich bei BenQ sein, sehe ich kaum eine Chance, die Produktion nach dem ersten Januar 2007 fortzuführen", warnte Neugebauer. Huber kündigte deshalb an, Bayern werde sich an einer "Clearing-Stelle" beteiligen, der auch Vertreter der Gewerkschaften und des früheren Besitzers Siemens angehören sollen. Ziel sei es, alle rechtlichen Möglichkeiten im Sinne der Mitarbeiter auszuschöpfen.

Dabei solle die Patentfrage geklärt werden - und, wenn unvermeidbar, auch die Frage nach den Rechten auf Abfindungen. Die Verbraucher rief Huber dazu auf, sich künftig beim Kauf eines Handys für ein BenQ/Siemens-Handy aus Deutschland zu entscheiden. "Ohne Markt gibt es keine Beschäftigung."

Auch Siemens prüft rechtliche Schritte gegen BenQ

Damit kommt immer mehr Bewegung in den Kampf gegen die Pleite der deutschen BenQ-Tochter. Denn die Entscheidung, auf die umstrittene Erhöhung der Managerbezüge vorerst zu verzichten und einen Härtefonds einzurichten, hatte Kleinfeld erst heute in der "Bild" angekündigt. "Wir möchten den Menschen ein Zeichen der Solidarität geben." Der Aufsichtsrat von Siemens habe die Gehaltserhöhung zwar "sachlich und ausführlich begründet", so Kleinfeld weiter. Es sei jetzt aber eine "neue Situation" entstanden. Dass allein Kleinfeld eine Gehaltserhöhung von 1,3 Millionen Euro erhalten haben soll, dementierte ein Siemens-Sprecher aber laut "Bild". Diese Summe sei "beträchtlich niedriger" gewesen. Gegen die Erhöhung der Managergehälter hatten Politiker wie auch Siemens-Beschäftigte heftig protestiert.

Der Fonds für die BenQ-Mitarbeiter sei bei einer Sondersitzung des Siemens-Vorstandes am Sonntag in München beschlossen worden, heißt es in dem Bericht weiter. Der Fonds soll mit 30 Millionen Euro ausgestattet werden - durch den Gehaltsverzicht des Vorstands kommen weitere fünf Millionen Euro dazu. Das Geld soll in Qualifizierung, Umschulung oder Weiterbildung Betroffener fließen. "Wir finden die Vorgehensweise von BenQ in Deutschland inakzeptabel und helfen, so gut wir können", erklärte Kleinfeld der Zeitung weiter und wehrte sich so erneut gegen den Vorwurf, Siemens habe BenQ im Tausch gegen die Mitgift und Patente lediglich die unangenehme Abwicklung des Geschäfts überlassen. "Wenn BenQ die Mitarbeiter im Regen stehen lässt, wollen wir aktiv tatkräftig helfen - und zwar schnell", sagte Kleinfeld.

"Alle Behauptungen, wir hätten die Insolvenz von BenQ Mobile in Deutschland billigend in Kauf genommen, sind böswillige Unterstellungen", sagte Kleinfeld. Erneut kündigte er mögliche juristische Schritte gegen BenQ an. "Uns wurde versichert, dass die Standorte in Deutschland erhalten bleiben und sogar gestärkt werden." Dieses Versprechen sei gebrochen worden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: IG Metall kritisiert Siemens- Nothilfe
Beitrag von: SiLæncer am 02 Oktober, 2006, 16:58
Die IG Metall hat die geplanten Hilfsmaßnahmen des Siemens-Konzerns für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile scharf kritisiert. Der geplante Härtefonds für die einstigen Siemens-Werke sei noch nicht einmal ein "Tropfen auf den heißen Stein". Siemens wolle nur seinen Ruf retten.

Düsseldorf - "Mit einem Nothilfefonds ist es bei weitem nicht getan", sagte IG Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel in Düsseldorf. "10.000 Euro pro Kopf ersetzen keine Arbeitsplätze." Die mit dem Insolvenzverwalter gewonnene Zeit müsse stattdessen für "tragfähige Fortführungskonzepte" genutzt werden. Auch der bayrische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer kritisierte die Hilfssumme als zu gering, um den deutschen BenQ-Mitarbeitern eine ernsthafte Perspektive zu bieten.

"Das ist noch nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Neugebauer und führte zur Begründung einen anderen Fall an. So habe eine Beschäftigungsgesellschaft, die vor einiger Zeit 600 Mitarbeiter eines geschlossenen Infineon-Werks vor unmittelbarer Arbeitslosigkeit bewahren sollte, etwa weit mehr als 30 Millionen Euro verschlungen. Bei der deutschen BenQ-Tochter seien nun sogar 3000 Mitarbeiter von der Pleite betroffen.

Die Fünf-Millionen-Spende der Siemens-Manager sei deshalb wenig mehr als ein symbolischer Akt, erklärte Neugebauer. "Ich habe den Eindruck, dass es mehr darum geht, dass der Vorstand aus dem Schussfeld kommt", kommentierte Neugebauer die Geste trocken. Der Vorstand des Konzerns hatte heute einen 30-Millionen-Härtefonds angekündigt und zugleich den Verzicht auf die geplante Erhöhung der eigenen Bezüge um durchschnittlich 30 Prozent. Das eingesparte Geld soll ebenfalls den deutschen BenQ-Werken zugute kommen. Die Gehaltserhöhung war sowohl in der Öffentlichkeit als auch im eigenen Konzern angesichts tausender gestrichener Stellen zuvor massiv kritisiert worden.

Am Wochenende hatte sogar die Bundesregierung Druck auf den Konzern ausgeübt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich habe gegenüber Siemens deutlich gemacht, dass dieses Traditionsunternehmen in einer besonderen Verantwortung steht." Siemens habe verstanden, dass der Konzern zur Aufklärung der Umstände der Insolvenz beitragen müsse, fügte Regierungssprecher Thomas Steg hinzu.

Zusätzlich zu dem Härtefonds hatte Siemens versprochen, die betroffenen BenQ-Beschäftigten würden bei Bewerbungen im Konzern wie die eigenen Mitarbeiter bevorzugt behandelt. Siemens habe rund 2000 offene Stellen in Deutschland. Konzernchef Kleinfeld prüft außerdem, den Taiwanern einen Teil der für BenQ Mobile vorgesehenen Mitgift vorzuenthalten. Von dem Betrag von 413 Millionen Euro, den die Münchener für die Übernahme zahlen wollten, seien zwei Raten über insgesamt bis zu 150 Millionen Euro noch nicht beglichen. Siemens will den Betrag nun an die deutschen Sparte überweisen. "Wir werden alles daran setzen, dass das Geld den Mitarbeitern zugute kommt", sagte Kleinfeld.

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) erklärte: "Es kann natürlich nicht sein, dass dieses Geld nach Taiwan fließt." Der CSU-Politiker kündigte heute die Hilfe des Freistaats beim Kampf um den Erhalt der deutschen BenQ-Handy-Produktion an. So werde Bayern etwa mit Vertretern der Gewerkschaften und des früheren Besitzers Siemens eine "Clearing-Stelle" einrichten, in der alle rechtlichen Möglichkeiten im Sinne der Mitarbeiter ausgeschöpft werden sollen. Unter anderem solle die rechtlichen Möglichkeit ausgelotet werden, die ausstehenden Zahlungen von Siemens den deutschen BenQ-Werken zugute kommen zu lassen und nicht dem Taiwaner Mutterkonzern.

Außerdem wolle er sich auf die Suche nach potentiellen Investoren machen. Denn die Produktion in den Werken Bocholt und Kamp-Lintfort ist dem Insolvenzverwalter zufolge finanziell nur noch bis Anfang 2007 gesichert. Neugebauer forderte deshalb von Siemens und BenQ weitere Mittel. Doch selbst wenn neue Finanzquellen gefunden würden, wäre die Zukunft der BenQ-Werke nicht gesichert. Denn eine wichtige Frage ist noch nicht geklärt: die der Patente. "Sollten Patente und Lizenzen unwiderruflich bei BenQ sein, sehe ich kaum eine Chance, die Produktion nach dem ersten Januar 2007 fortzuführen", warnte Neugebauer.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Merkel nimmt Siemens in die Pflicht
Beitrag von: SiLæncer am 03 Oktober, 2006, 13:30
Nach der Insolvenz von BenQ hat Kanzlerin Merkel den Siemens-Konzern ermahnt, seine Verantwortung für die ehemaligen Mitarbeiter zu übernehmen. Sollte das Unternehmen das unterlassen, drohe die soziale Marktwirtschaft Schaden zu nehmen.

Kiel - Angela Merkel hat Siemens zur Hilfe für die 3000 BenQ-Mitarbeiter aufgefordert. In ihrer Rede zum Tag der deutschen Einheit sagte sie heute in Kiel: "Hier steht ein Traditionsunternehmen wie Siemens - das steht pars pro toto - in einer besonderen Verantwortung für seine früheren Mitarbeiter. Diese Verantwortung muss wahrgenommen werden." Wenn das nicht geschehe, leide das Vertrauen der Bevölkerung in die soziale Marktwirtschaft. Sie erinnerte an die Mitarbeiter der früheren Handysparte von Siemens, "die so mir nichts, dir nichts auf die Straße gesetzt werden sollen".

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber hatte zuvor den taiwanesischen Elektronikkonzern BenQ scharf kritisiert. Es sehe alles danach aus, als habe BenQ seine Verpflichtungen gegenüber den deutschen Werken und Mitarbeitern verletzt, sagte Stoiber seinem Sprecher zufolge. Der CSU-Chef plädierte nach einem Treffen mit Siemens- Vorstandschef Klaus Kleinfeld dafür, noch ausstehende Zahlungen von Siemens an BenQ in dreistelliger Millionenhöhe sollten den deutschen Mitarbeitern zugute kommen.

Kleinfeld kündigte laut Stoiber an, den vorläufigen Insolvenzverwalter von BenQ Mobile bei der Suche nach einem Investor zu unterstützen. Außerdem habe Kleinfeld Hilfestellung bei der Sicherung von Arbeitsplätzen zugesagt. Stoiber betonte, er habe in dem eineinhalbstündigen Gespräch "den klaren Eindruck gewonnen, dass die Siemens AG zu ihrer Verantwortung für die früheren Mitarbeiter steht". Kleinfeld hatte den BenQ-mobile-Beschäftigten bereits zugesichert, dass ihre Bewerbungen bei Siemens wie die interner Mitarbeiter behandelt würden. Derzeit gebe es 2000 offene Stellen bei Siemens in Deutschland.

Siemens prüfe außerdem alle rechtlichen Schritte gegen den taiwanischen Elektronikkonzern BenQ. Es sehe alles danach aus, dass BenQ seine Verpflichtungen gegenüber den Werken in Deutschland und den deutschen Mitarbeitern verletzt habe, sagte der Ministerpräsident. Deshalb unterstütze er, dass Siemens alle Möglichkeiten prüfe, ob die ausstehenden Zahlungen aus dem Vertrag mit BenQ "hier bleiben und nicht nach Taiwan fließen". Es wäre laut Stoiber "viel besser", mit dem Geld die Arbeitnehmer zu unterstützen, die von BenQ im Stich gelassen worden seien. Der CSU-Chef betonte: "Statt weiter Geld in den Tiger in Taiwan zu stecken, sollte es in Deutschland bleiben."

BenQ Mobile hatte am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem die Zentrale des taiwanischen Elektronikherstellers die Zahlungen an seine deutsche Tochter eingestellt hatte. Erst vor einem Jahr hatte der BenQ-Konzern die defizitäre Siemens-Handysparte übernommen. BenQ Mobile beschäftigt in Deutschland rund 3000 Mitarbeiter.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BenQ verteidigt Insolvenz der deutschen Handy-Tochter
Beitrag von: SiLæncer am 03 Oktober, 2006, 18:21
Der taiwanesische Elektronikhersteller BenQ hat die umstrittene Insolvenz seiner deutschen Handysparte verteidigt. "Seit wir das Mobiltelefongeschäft im vorigen Oktober von Siemens übernommen haben, hat BenQ rund 840 Millionen Euro verloren", sagte BenQ-Vorstandsmitglied Rick Lei am Dienstag in Taipeh. "Wir haben alles versucht, um die Gewinnschwelle zu erreichen, sind aber damit gescheitert. Um BenQ Mobile zu retten, hätten wir nochmals 800 Millionen Euro investieren müssen", sagte Lei.

Er bekräftigte, BenQ sei gewillt gewesen, sein Mobiltelefongeschäft mit der Übernahme voranzubringen. Die Dinge hätten sich aber anders entwickelt als erwartet. Lei reagierte damit auf massive Proteste und Kritik von BenQ-Beschäftigten und aus der deutschen Politik.

Medienberichten aus Taiwan zufolge könnte es einen Rechtsstreit um die Nutzung des Markennamens Siemens geben. Lei wollte das nicht kommentieren: "Wir haben nichts schriftliches dazu vorliegen." Lei wies darauf hin, dass die bei der Übernahme des Mobiltelefongeschäfts geschlossenen Verträge es BenQ erlauben, den Markennamen Siemens fünf Jahre lang zu nutzen.

Siemens hatte seiner ehemaligen Handysparte beim Verkauf an den taiwanesischen BenQ-Konzern neben dem Markennamen und einer Finanzspritze auch 1750 Patente mit auf den Weg gegeben. Rechtzeitig vor dem Insolvenzantrag hat BenQ einige davon von Deutschland nach Taiwan transferiert. "Sollten die Patente und Lizenzen unwiderruflich bei BenQ sein, sehe ich keine Chancen, weiter produzieren zu können", sagt Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. Denn dann wäre BenQ Mobile in Deutschland nur noch eine Hülle mit einer   im internationalen Vergleich nicht gerade günstigen   Fertigung.

Benq will den wertvollen Markennamen und die Patente und Lizenzen weiter nutzen   von Asien aus. Es dränge sich der Verdacht auf, dass BenQ das Unternehmen systematisch ausgeplündert habe, sagt die Betriebsratsvorsitzende Susanne Kahlweg. "Die nehmen die Marken und Lizenzen mit und lassen uns hier mit dem Insolvenzverwalter zurück."

Auch eine andere Episode der Pleite spricht für ein gezieltes Vorgehen der Taiwaner. Eine Woche vor dem Insolvenzantrag wandte sich der BenQ-Konzern an Siemens: Derzeit sei das Geld knapp, ob Siemens nicht die ausstehenden Zahlungen von 150 Millionen Euro vorzeitig überweisen könne? Das Geld sollte komplett nach Taiwan überwiesen werden und nicht wie vereinbart teilweise an die deutsche Tochter. "Das hat uns schon etwas verwundert", sagt Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser. Siemens will nun prüfen, inwieweit das Geld an die deutsche OHG fließen kann, damit der vorläufige Insolvenzverwalter mehr Masse für die Aufrechterhaltung der Produktion hat.

Die Filetstücke der Sparte, darunter die starke Position in Südamerika und die Patente, will BenQ behalten. Für Insolvenzverwalter Prager wären gerade die Patente ein wichtiges Asset, um neue Investoren zu locken. Immerhin gehören dazu fünf globale "Schlüsselpatente" sowie 1500 Patente, die nicht nur bei Handys, sondern auch bei anderen Kommunikationsanwendungen genutzt werden können. In den nächsten Wochen und Monaten muss nun geklärt werden, wer Zugriff hat: München oder Taiwan.

Die Zukunft der Handyfirma mit 3000 Beschäftigten in Deutschland bleibt ungewiss. Der vorläufige Insolvenzverwalter will die Produktion zumindest bis Ende des Jahres fortsetzen. Wenn bis dahin kein Investor gefunden ist, droht das Aus.

Quelle : www.heise.de
Titel: Netzbetreiber stornieren Aufträge bei BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 04 Oktober, 2006, 13:55
Die Zukunft von BenQ Mobile ist weiter ungewiss. Die deutschen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone haben Zeitungsberichten zufolge ihre Bestellungen bei dem insolventen Handyhersteller auf Eis gelegt. Ein Sprecher von T-Mobile sagte laut dpa, nach der Insolvenz müssten Fragen wie Kundenservice und die Versorgung mit Ersatzteilen geklärt werden und bestätigte damit teilweise einen Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) vom heutigen Mittwoch. Ziel sei aber, Handys von BenQ-Siemens weiter im Angebot zu halten. T-Mobile wolle dazu nun Gespräche mit dem Insolvenzverwalter Martin Prager führen. Der Bonner Netzbetreiber ist nach Angaben aus Branchenkreisen mit einigen hunderttausend verkauften Geräten einer der größten Kunden von BenQ.

Nach den Informationen stoppte auch Vodafone seine Bestellungen bei BenQ. Ein Sprecher von Vodafone D2 sagte dazu: "Wir sind im Gespräch mit dem Insolvenzverwalter von BenQ." Der Münchner Mobilfunkanbieter O2 hat nach Angaben eines Sprechers keine Bestellungen storniert, will aber die weitere Entwicklung beobachten. Auch E-Plus führt Gespräche mit BenQ Mobile über eine gemeinsame Zukunft, erklärte eine Sprecherin. Offene Bestellungen gebe es derzeit nicht. Die Düsseldorfer wollen die Handys des Herstellers unverändert verkaufen und garantieren ihren Kunden bis auf weiteres die volle Gewährleistung. Die Netzbetreiber sind als Verkäufer der Geräte zwei Jahre zur Gewährleistung verpflichtet.

Zudem hat der Mutterkonzern BenQ die Lieferung von Baukomponenten und Ersatzteilen an die insolvente Tochter eingestellt. Mit den ausbleibenden Lieferungen und einem drohenden Wegfall wichtiger Netzbetreiber als Vertriebskanal wird es für BenQ Mobile nicht einfacher, ein tragfähiges Konzept für die Zukunft zu finden. Im Unternehmen arbeite man an einer Lösung, Kundendienst und Gewährleistung auch im Falle einer Pleite sicherzustellen. Der vorläufige Insolvenzverwalter will die Produktion zumindest bis Ende des Jahres fortsetzen. Wenn bis dahin kein Investor gefunden ist, droht dem Unternehmen das endgültige Aus. Nach Einschätzung der Betriebsratsvorsitzenden Susanne Hahlweg steht dem Unternehmen nun in jedem Fall ein massiver Stellenabbau bevor. Nur in verschlankter Form habe man nach Einschätzung des Insolvenzverwalters eine Chance, einen Investor zu finden.

Der Siemens-Konzern war wegen der Insolvenz der ehemaligen Mobilfunksparte massiv in die Kritik geraten und hatte daraufhin Hilfe zugesagt. "Wir sind entsetzt, was BenQ tut", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. "Wenn BenQ die Mitarbeiter im Regen stehen lässt, wollen wir tatkräftig helfen." Siemens prüft, inwieweit die noch offenen Raten der Mitgift für BenQ direkt an die deutsche BenQ Mobile GmbH & Co. OHG gezahlt werden können, damit der vorläufige Insolvenzverwalter mehr Masse für die Aufrechterhaltung der Produktion hat. Der Konzern will außerdem die umstrittene Gehaltserhöhung der Vorstände für ein Jahr aussetzen und gibt die fünf Millionen Euro in einen Hilfefonds. Die IG Metall kritisierte die geplanten Hilfsmaßnahmen. "Mit einem Nothilfefonds ist es bei weitem nicht getan", sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel. "10.000 Euro pro Kopf ersetzen keine Arbeitsplätze." Das sei noch nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein, sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer.

Unterdessen ist Siemens weiter mit der Prüfung möglicher rechtlicher Schritte gegen den Taiwaner BenQ-Konzern beschäftigt. Es gebe noch keine Ergebnisse, sagte ein Sprecher am heutigen Mittwoch in München der dpa. Das Vertragswerk müsse genau analysiert werden. In Taiwan hatte es Spekulationen gegeben, Siemens wolle BenQ die Nutzung des Markennamens Siemens verbieten. Bei der Übernahme des Siemens-Handygeschäfts vor einem Jahr hatte sich BenQ die Nutzungsrechte für einen Zeitraum von fünf Jahren gesichert. Siemens fühlt sich durch BenQ getäuscht. Der taiwanische Konzern habe bei der Übernahme der Sparte zugesagt, am Standort Deutschland langfristig festzuhalten. Unklar ist noch, inwieweit diese Zusagen in den Verträgen verankert wurden.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ Mobile weist Gerüchte über Aushöhlung zurück
Beitrag von: SiLæncer am 04 Oktober, 2006, 14:45
Der insolvente Handyhersteller BenQ Mobile hat Spekulationen über eine Aushöhlung der Gesellschaft zurückgewiesen. Man halte alle wesentlichen Assets und Produktrechte, teilte BenQ Mobile heutigen am Mittwoch in München mit. Die Urheberrechte zum Beispiel an selbst entwickelter Software seien ebenso wenig in Schwesterfirmen transferiert worden wie auch Maschinen und Lagerbestände.

In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, wichtige Rechte lägen in der BenQ Wireless GmbH, die Abfindungen für das Management in der BenQ Mobile Management GmbH. In der Mitteilung wurde nun betont, die Führungsspitze des Unternehmens sei zwar von der Management GmbH bestellt. Diese Gesellschaft sei aber vermögenslos und habe ein Haftungskapital von 25.000 Euro. Die Geschäftsführer hätten gegen keine der drei Gesellschaften Ansprüche auf Abfindungen. In der BenQ Wireless GmbH wiederum seien allein alle Produktmarken-Lizenzrechte gebündelt.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens legt Zahlungen an BenQ auf Eis
Beitrag von: SiLæncer am 04 Oktober, 2006, 19:41
Nach der Pleite der früheren Handy-Sparte legt Siemens die ausstehende Zahlung von 100 Millionen Euro an den taiwanesischen BenQ-Konzern auf Eis. Der Insolvenzverwalter der BenQ Mobile in Deutschland habe mitgeteilt, es sei ungeklärt, ob das Geld der Muttergesellschaft in Taiwan oder der insolventen deutschen Tochter zustehe, sagte Siemens-Chef Chef Klaus Kleinfeld am Mittwoch in München. Dies ermögliche es, die Zahlung zurückzuhalten und auf einem Treuhänderkonto zu hinterlegen. Weitere 50 Millionen Euro, die eindeutig der deutschen BenQ Mobile zustehen, wolle Siemens dagegen vorzeitig sofort überweisen.

Kleinfeld wies Kritik an dem Verkauf der Handy-Sparte an BenQ vor einem Jahr zurück. "Bei der Wahl war das wichtigste Kriterium, das für BenQ sprach, dass BenQ die deutschen Standorte sichern und ausbauen wollte." Dies sei teilweise auch schriftlich zugesagt worden. Für mögliche weitere Verkäufe gelte: "Die einzige Lehre, die wir daraus ziehen können, ist, dass man noch sorgfältiger den Partner prüfen muss." Mit dem Härtefonds von 35 Millionen Euro, den Siemens auflegt, werde möglicherweise eine Auffanggesellschaft finanziert, sagte Kleinfeld. "Wir haben als Siemens keinerlei formalrechtliche Verpflichtungen, zu handeln."

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens bietet Auffanggesellschaft für BenQ- Mitarbeiter
Beitrag von: SiLæncer am 06 Oktober, 2006, 16:29
Nach der Pleite der ehemaligen Siemens-Handysparte BenQ Mobile wächst bei den Betroffenen die Sorge um ihre Existenz. Die meisten wären am liebsten wieder Angestellte bei Siemens. Der Elektronik-Konzern reagiert zurückhaltend - und bietet als Kompromiss eine Auffanggesellschaft.

München - Ein Schreiben, in dem Siemens um Unterstützung für dieses Vorhaben suche, sei an die Bundesanstalt für Arbeit, die Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter, den BenQ-Insolvenzverwalter Martin Prager und die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern gegangen, sagte ein Siemens-Sprecher. Die Beschäftigungsgesellschaft soll den Betroffenen bei der Jobvermittlung helfen, Qualifizierung und Weiterbildung unterstützen.

Den Betroffenen genügt das nicht. Sie fordern von Siemens die Wiederaufnahme in den Konzern. Siemens sei für die Sicherung der Arbeitsplätze und der Standorte in Deutschland verantwortlich und müsse das komplette Geschäft wieder übernehmen, sagte die Betriebsratsvorsitzende des Werkes Kamp-Lintfort, Heike Deppner, bei einer Demonstration vor der Konzernzentrale in München.

Die Betriebsratschefin des Münchner BenQ-Standorts, Susanne Hahlweg, appellierte an den Zentralvorstand: "Uns wäre wirklich geholfen, wenn Sie uns wieder aufnehmen würden in den Konzern." Siemens müsse BenQ Mobile auf jeden Fall bei der Suche nach einem Investor helfen, der das Geschäft fortführe. "Wir wollen weiterarbeiten."

Aus den Reihen der IG Metall kommen dagegen Forderungen, die auf eine Fortführung der Produktion hinauslaufen. Siemens und die deutsche Politik müssten nun "alle Möglichkeiten auszuschöpfen", möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, forderte IG-Metall-Vize Berthold Huber. Es müsse versucht werden, einen Käufer zu finden, der zur Fortführung des Handygeschäftes in Deutschland bereit und in der Lage ist. Dem taiwanischen Elektronikkonzern BenQ machen die Arbeitnehmervertreter schwere Vorwürfe: "Es ist ungeheuerlich, dass sich BenQ, knapp ein Jahr nach dem es sich Kapital, Know-how und offenbar Patente gesichert hat, jetzt aus dem Staub machen will."

Aber auch das Siemens-Management habe gravierende Fehler gemacht. "Siemens hat offensichtlich zu wenig Sorge dafür getragen, dass BenQ die Handyfertigung und -entwicklung in den nächsten Jahren und damit die Arbeitsplätze in Deutschland erhält". IG-Metall-Vertreter Michael Leppek fordert Einblick in die Verkaufsverträge. Nur so lasse sich überprüfen, ob der Verkauf nicht von Beginn an ein "abgekartetes Geschäft" gewesen sei.

Zur Finanzierung der Rettungsmaßnahmen schlug Huber eine Senkung der geplanten Dividende vor. Auch die Siemens-Aktionäre müssten sich an den Maßnahmen beteiligen. Zuletzt hatte Siemens 1,35 Euro je Aktie an die Anteilseigner ausgeschüttet, insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Siemens müsse zumindest dafür sorgen, dass Altersversorgungsansprüche, die überwiegend bei Siemens erworben wurden, nicht durch die Insolvenz verloren gehen. Auszubildende bei der BenQ-Handysparte müssten notfalls von Siemens übernommen werden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BenQ-Insolvenz zieht weitere Pleiten nach sich
Beitrag von: SiLæncer am 08 Oktober, 2006, 12:08
Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche steht auch die BenQ-Tochter BenQ Mobile Holding mit Sitz in den Niederlanden vor der Insolvenz. Der Insolvenzverwalter der BenQ-Tochter Inservio, Michael Pluta, sagte der Zeitung, dass die Mobile Holding faktisch insolvent sei, BenQ müsse das nur noch erkennen. Sollten sich die Behautpung als richtig erweisen, dürfte dies auch das Ende für die mehr als zehn Tochterfirmen der BenQ Mobile Holding bedeuten, die für den europäischen Vertrieb zuständig sind.

Inservio bekommt nach Informationen der Wirtschaftswoche bald einen neuen Besitzer. Vor allem das noch unter Siemens-Regie aufgebaute Service-Netz finde bei möglichen Käufern großes Interesse. Am 1. Juli 2006 hatte BenQ Mobile den Kundenservice in die eigene Gesellschaft ausgegliedert und seitdem versucht, Inservio zu verkaufen.

Siemens muss dem Bericht zufolge zudem mindestens weitere 100 Millionen Euro für Garantieverpflichtungen an die insolvente BenQ-Tochter Inservio zahlen. Bis Mai 2006 wurden demnach alle Handys, ob unter Siemens- oder BenQ-Regie, mit zweijährigen Siemens-Garantien ausgeliefert. Die daraus entstehenden Verpflichtungen erfülle Inservio, indem die rund 300 Mitarbeiter Fragen von Handynutzern beantworten und Reklamationen im Rahmen der Garantiezeit bearbeiten. Die dafür gebildeten Rückstellungen von BenQ Mobile sollen aber nicht ausreichen. BenQ-Insolvenzverwalter Martin Prager soll an diesem Wochenende mit BenQ in Taiwan Gespräche führen, in denen es unter anderem um den weiteren Umgang mit den Herstellergarantien gehen soll.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bei BenQ Mobile steht massiver Stellenabbau kurz bevor
Beitrag von: SiLæncer am 11 Oktober, 2006, 12:56
Beim insolventen Handyhersteller  BenQ Mobile steht ein massiver Stellenabbau kurz bevor. Eine Größenordnung von 1000 bedrohten Arbeitsplätzen sei "nicht ganz unrealistisch", sagte die Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Prager. Damit bestätigte sie grundsätzlich einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Stellen werden voraussichtlich noch in diesem Monat gestrichen. Besonders gefährdet sind die Arbeitsplätze in der Verwaltung in München. Am morgigen Donnerstag (12. Oktober) will der Insolvenzverwalter gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft nach einer Auffanglösung für die Betroffenen suchen.

BenQ Mobile hatte vor zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hat in der Produktion in Nordrhein-Westfalen 1600 Beschäftigte. Üblicherweise seien Produktion und Entwicklung vom Stellenabbau in der Insolvenz weniger stark betroffen als die Verwaltung, sagte die Sprecherin. In München beschäftigt BenQ Mobile 1400 Mitarbeiter. Der Siemens-Konzern richtete als früherer Besitzer für die BenQ- Beschäftigten eine Jobbörse ein.

Am Donnerstagnachmittag trifft sich Prager mit Vertretern der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern, von Siemens, der Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall. Hauptthema ist eine mögliche Auffanggesellschaft. Siemens hatte die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für entlassene Mitarbeiter angeregt. Der Konzern wäre dabei grundsätzlich bereit, das Geld aus seinem 35-Millionen-Euro-Härtefonds dafür zur Verfügung zu stellen. Eine solche Auffanggesellschaft müsste unter dem Dach der insolventen BenQ Mobile GmbH & Co. OHG eingerichtet werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bankenexperte: Siemens trägt Mitschuld an BenQ-Mobile-Pleite
Beitrag von: SiLæncer am 12 Oktober, 2006, 09:33
Im Zusammenhang mit der Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile hat der Bankenexperte Wolfgang Gerke die Siemens AG kritisiert. "Siemens trifft schon eine Mitschuld. Denn seine Zielsetzung hat der Konzern offensichtlich nicht erreicht. Siemens wollte Arbeitsplätze retten und hat letzten Endes anscheinend Verträge geschlossen, die es ermöglichen, Know-how und Patente nach Taiwan auszulagern", sagte der Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen-Nürnberg der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung.

Was die Chancen für die BenQ-Beschäftigten angeht, sei er pessimistisch. "Siemens hat signalisiert, keine Auffanggesellschaft zu gründen. Die große Frage ist, ob man in der Zwischenzeit nicht so viel Image vernichtet hat, dass es schwierig wird, die verlorenen Marktanteile zurückzuerobern."

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Beschäftigte bangen weiter um Jobs
Beitrag von: SiLæncer am 12 Oktober, 2006, 17:48
Die rund 3000 Beschäftigten des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile müssen weiter um ihre Jobs bangen. Bei einer Mitarbeiterversammlung kündigten der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager und Vertreter der Agentur für Arbeit am Donnerstag in München einen Stellenabbau an, nannten aber noch keine konkreten Zahlen. Neben dem Stellenabbau ging es auch um Fragen zu Insolvenzgeld und Versicherungen. Außerdem sei klar gemacht worden, dass BenQ Mobile künftig nur noch auf dem europäischen Markt agieren werde, sagte die Betriebsratsvorsitzende Susanne Kahlweg. "Wir sind kein globales Unternehmen mehr."

Per Videoschaltung waren auch Beschäftigte der beiden Werke in Kamp-Lintfort und Bocholt in Nordrhein-Westfalen zugeschaltet. Die deutsche Tochter des taiwanischen Elektrokonzerns BenQ hatte vor etwa zwei Wochen Insolvenzantrag gestellt. BenQ hatte vor etwa einem Jahr die Handy-Sparte von Siemens übernommen. Viele der Teilnehmer zeigten sich von der Veranstaltung enttäuscht. Kahlweg erklärte, sie hätte sich mehr konkrete Angaben gewünscht. "Es wurde hauptsächlich dargestellt, dass das Unternehmen verschlankt wird und für einen Teil ein Investor gesucht wird."

Am Vortag hatte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters eine Zahl in der Größenordnung von 1000 bedrohten Arbeitsplätzen bei BenQ Mobile als "nicht ganz unrealistisch" bezeichnet. Besonders gefährdet seien die Arbeitsplätze in der Verwaltung in München. Stellen in der Produktion und Entwicklung sind der Sprecherin zufolge weniger stark betroffen.

Noch am gleichen Nachmittag wollte Prager mit Vertretern der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern, von Siemens sowie von der Bundesagentur für Arbeit und der IG Metall zusammentreffen, um über eine mögliche Auffanggesellschaft zu beraten. Siemens hatte die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für entlassene Mitarbeiter angeregt. Der Konzern wäre dabei grundsätzlich bereit, das Geld aus seinem 35-Millionen-Euro-Härtefonds dafür zur Verfügung zu stellen. Eine solche Auffanggesellschaft müsste unter dem Dach der insolventen BenQ Mobile GmbH & Co. OHG eingerichtet werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Länderminister planen Spitzentreffen zu BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 12 Oktober, 2006, 20:25
Auf der Suche nach Hilfen für die Beschäftigten des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile ist für den 20. Oktober ein Spitzentreffen der Beteiligten geplant. Dazu wollten die Arbeits- und Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen und Bayern einladen, teilte das Arbeitsministerium NRW am Donnerstagabend mit. Zuvor waren in München Vertreter von Ministerien, Gewerkschaften, Siemens und BenQ mit dem Insolvenzverwalter zusammengekommen. Zu den Ergebnissen des Treffens wurde nichts bekannt. "Es waren reine Sondierungsgespräche – nicht mehr und nicht weniger", sagte ein Ministeriumssprecher in Düsseldorf.

Die rund 3000 Beschäftigten des insolventen Handy- Herstellers BenQ Mobile bangen unterdessen weiter um ihre Jobs. Bei einer Mitarbeiterversammlung kündigten der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager und Vertreter der Agentur für Arbeit am Donnerstag in München einen Stellenabbau an, nannten aber noch keine konkreten Zahlen. Eine Sprecherin Pragers erklärte allerdings: "Es wird mehr als 1000 Beschäftigte treffen, das ist klar." Nähere Einzelheiten seien voraussichtlich erst ab Ende kommender Woche zu erwarten.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Gespräche ohne konkrete Ergebnisse
Beitrag von: SiLæncer am 13 Oktober, 2006, 08:59
Die Gespräche zur Zukunft des insolventen Handy-Unternehmens BenQ Mobile Deutschland sind ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Wie die Sprecherin des Insolvenzverwalters Martin Prager der dpa mitteilte, sei das Treffen eine erste gegenseitige Information gewesen. Es seien Arbeitsaufträge vergeben worden. Vertreter von Siemens, der Landesregierungen von Bayern und NRW sowie die Arbeitsagentur für Arbeit und die IG Metall waren zu Gesprächen über die Zukunft des angeschlagenen Handyherstellers in München zusammengekommen. Aus dem Umfeld der Gespräche war zu hören, dass die Regierungsvertreter keine Zusagen finanzieller Art gemacht haben sollen.

Siemens gab derweil bekannt, dass man im Rahmen des "Runden Tisches" das Hilfsangebot für die Belegschaft konkretisiert habe. Danach sollen von dem 35-Millionen-Euro-Hilfsfonds 25 Millionen für Qualifizierungs-Weiterbildungs- und Vermittlungsmaßnahmen genutzt werden. Mit den restlichen 10 Millionen wolle das Unternehmen die Notlage von Härtefällen abmildern. Ein von Siemens und BenQ Mobile unabhängiges Gremium, vor allem aus Belegschaftsvertretern bestehend, solle über die Verwendung der Härtefallmitteln entscheiden.

Die IG Metall kritisierte die Haltung von Siemens. Ulrich Marschner von der IG Metall Kreis Wesel sagte der dpa, Siemens habe sich keinen Millimeter bewegt und sei sogar einen Schritt zurückgegangen, während sich alle anderen Teilnehmer wohl darauf verständigt hätten, dass die Fortführung des Geschäftes im Mittelpunkt stehen müsse. Wofür der Härtefonds sein soll, sei nicht klar. Siemens habe überhaupt keine Zusagen und Angebote zur Sicherung der Angebote und des Geschäftes gemacht: "Wir sehen Siemens weiter in einer Verantwortung für den Erhalt der Arbeitsplätze und erwarten, dass hier Signale kommen."

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ Mobile hofft auf Zukunft als Auftragsentwickler
Beitrag von: SiLæncer am 13 Oktober, 2006, 13:50
Nach der Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile arbeiten der Insolvenzverwalter Martin Prager und das Management an einem Geschäftsmodell, das die Zukunft des Unternehmens über den Jahreswechsel hinaus sichern soll. Die insolvente Firma soll danach in Zukunft Handys im Auftrag anderer Unternehmen wie Netzbetreibern oder Mobiltelefonherstellern entwickeln. Für einige Abteilungen bedeutet das massiven Personalabbau.

Der Insolvenzverwalter hat nach eigenen Angaben bereits erste Gespräche mit interessierten Unternehmen und Investoren aufgenommen. Seine Pläne stellte Prager auch den Teilnehmern des "Runden Tisches" am gestrigen Donnerstag vor. "BenQ Mobile verfügt über einzigartige technologische Kompetenzen, die das Unternehmen für Investoren attraktiv machen", betonte Prager. Diese würden auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Original Design Manufacturern (ODM) darstellen. Unternehmen könnten qualitativ hochwertige und technisch herausragende Produkte nach ihren eigenen Wünschen bei BenQ Mobile entwickeln und designen lassen.

Für die strategische und operative Neuausrichtung will Prager das Unternehmen auf die Bereiche Forschung und Entwicklung, Design, Partner- sowie Qualitätsmanagement und kundenspezifische Logistik konzentrieren. Damit seien "naturgemäß strukturelle und personelle Anpassungen" verbunden. Art und Umfang von Personalmaßnahmen vor allem in der Verwaltung, in den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie in der Fertigung werde momentan noch im Detail geprüft und baldmöglichst kommuniziert. Am gestrigen Donnerstag hatte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters erklärt, es werde "mehr als 1000 Beschäftigte treffen".

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Absatz in Deutschland eingebrochen
Beitrag von: SiLæncer am 15 Oktober, 2006, 14:06
BenQ gerät nach der Insolvenz seiner deutschen Mobilfunksparte unter Druck, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf eine Umfrage im Handel. Der Umsatz sank bei allen Produkten, nicht nur bei Mobiltelefonen. Für BenQ habe das Debakel mit den Handys in Deutschland "langfristig schädliche Folgen" , zitiert das Blatt den Marktforscher Oliver Hupp vom Marktforschungsunternehmen GfK.

Keine Auswirkungen hat die BenQ-Pleite hingegen auf die Absatzzahlen von Siemens, so die Zeitung. In den vergangenen Wochen sei das Geschäft nach Plan gewachsen, berichtete eine Unternehmenssprecherin. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz der Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte GmbH um 15 Prozent gestiegen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Insolventer Handyhersteller: BenQ will 1950 Stellen streichen
Beitrag von: SiLæncer am 19 Oktober, 2006, 14:03
Beim insolventen deutschen Handy-Hersteller BenQ Mobile sollen 1.950 Stellen gestrichen werden. Das teilte Insolvenzverwalter Martin Prager mit. Das Unternehmen habe innerhalb eines Jahres einen Verlust von 850 Millionen Euro gemacht.

München - 1100 von 1800 Stellen sollen im Werk in Kamp-Lintfort entfallen sowie 850 von rund 1300 Stellen in München. "Nach drei Wochen intensiver Prüfung ist klar, dass dies die einzige Chance ist, das Unternehmen als Ganzes zu erhalten", sagte Prager.

BenQ Mobile hat nach Angaben des Insolvenzverwalters tiefrote Zahlen geschrieben. In zwölf Monaten habe BenQ Mobile einen Verlust von 850 Millionen Euro gemacht, sagte Prager.

Zuvor hatte es noch geheißen, dass Arbeitsverträge erhalten blieben. Dabei handele es sich weder um Entlassungen noch um Kündigungen oder Freistellungen, teilte das Unternehmen mit. Die Mitarbeiter würden allerdings von ihrer Anwesenheitspflicht entbunden, sagte ein Sprecher. Dies sei eine Folge der "veränderten Auftragslage".

Die ehemalige Siemens-Handy-Sparte war an BenQ verkauft worden und hatte vor rund drei Wochen Insolvenz angemeldet. Betroffen von der Insolvenz sind neben der Zentrale in München auch die nordrhein-westfälischen Standorte Kamp-Lintfort und Bocholt.

Siemens weist Forderung nach Sofortprogramm zurück

Die ehemalige Konzernmutter Siemens dürfe angesichts dieser Entwicklung nicht aus der Verantwortung entlassen werden, forderte die Gewerkschaft IG Metall. Siemens müsse "endlich verlässlich zu Lösungen für alle Beschäftigten beitragen", sagte der zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Berthold Huber. Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel forderte, Siemens müsse noch in dieser Woche ein 200 Millionen Euro umfassendes Nothilfeprogramm für die BenQ-Beschäftigten auflegen.

Siemens hat die Forderungen seitens der IG Metall nach einem Sofortprogramm über 200 Millionen Euro für die Beschäftigten der insolventen BenQ Mobile zurückgewiesen. "Wir sind bislang die einzigen, die einen substanziellen Beitrag geleitetet haben, ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein", sagte ein Siemens-Sprecher. Er verwies auf den von Siemens eingerichteten Hilfsfonds mit 35 Millionen Euro Volumen und die Jobvermittlung für die BenQ-Mobile-Mitarbeiter.

Diese könnten sich dort auf offene Stellen bei Siemens bewerben und würden wie interne Bewerber behandelt. "Zudem leisten wir weiter Services für BenQ Mobile, wie beispielsweise den IT-Support." Daneben habe Siemens am Mittwoch angekündigt, die Ausbildung der BenQ-Lehrlinge fortzuführen. Es liege nun auch an den anderen am runden Tisch beteiligten Parteien, sich angesichts der Entwicklung bei BenQ-Mobile an entsprechenden Maßnahmen zu beteiligen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BenQ-Mobile-Betriebsrat pocht auf Vereinbarung mit Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 22 Oktober, 2006, 18:50
Vertreter der Arbeitnehmer von BenQ Mobile Deutschland verlangen von Siemens mehr Geld, berichtet das Nachtichtenmagazin Der Spiegel. Grundlage für die Forderung ist eine Vereinbarung mit Siemens aus dem Sommer 2005. Für den Fall betriebsbedingter Kündigungen und "einvernehmlicher" Aufhebungsverträge durch BenQ Mobile sollten Mitarbeiter 80 Prozent der bei Siemens gültigen Sozialplanleistungen erhalten. Da es noch schlimmer gekommen ist als 2005 befürchtet, wird Siemens aufgefordert, das versprochene Geld in die Auffanggesellschaft fließen zu lassen. Der ehemalige Arbeitgeber lehnt jedoch eine Aufstockung des Hilfsfonds ab. Zahlen solle BenQ.

Derweil hat die Führung des taiwanischen Konzerns bekannt gegeben, dass die Verkaufs- und Produktionsgesellschaften unter der Obhut der BenQ Mobile Holding B.V. ihr Schicksal selbst entscheiden sollen. "Sie sollten ihre finanzielle Position untersuchen und Rechtsanwälte konsultieren, um zu entscheiden, ob weitergemacht wird", sagte BenQ-Sprecher Eric Yu. Niederlassungen in Argentinien, Paraguay und Uruguay sollen im November Ende geschlossen werden, Chile und Brasilien könnten folgen. Geschlossen werden auch das Design-Center in Polen und die Fabrik im brasilianischen Manaus. Anfang September hatte BenQ noch angekündigt, 10 Millionen Real (rund 3,7 Millionen Euro) in diese Produktionsstätte zu investieren.

Da auch die Fabrik in Taiwan schon geschlossen wurde, werden BenQ-Siemens-Mobiltelefone nur noch an einem Standort in China hergestellt. BenQ will diese Geräte in Asien vermarkten – und spricht bereits von einem Wiederaufbau des Vertriebs in Europa und Lateinamerika. Das taiwanische Kerngeschäft mit Computermonitoren soll nächstes Jahr wieder Gewinn abwerfen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Pleite von BenQ Mobile kostet 120 Jobs bei Zulieferer Lumberg
Beitrag von: spoke1 am 28 Oktober, 2006, 11:27
Die Insolvenz des Handyherstellers BenQ Mobile führt zu weiteren Stellenstreichungen bei einem Zulieferer. Der Hersteller elektronischer Komponenten Lumberg will in seinen Werken in Cloppenburg und im westfälischen Schalksmühle zusammen 120 Arbeitsplätze abbauen. Die meisten Kündigungen werde es in Cloppenburg geben, sagte Firmensprecher Uwe Crepon am Freitag. Dort sind derzeit 617 Mitarbeiter beschäftigt. Mit dem Betriebsrat soll ein Sozialplan ausgehandelt werden.


Quelle & mehr: http://www.heise.de/newsticker/meldung/80164
Titel: BenQ-Handys: Kaputt ist kaputt
Beitrag von: SiLæncer am 28 Oktober, 2006, 11:51
Garantiefälle werden nicht mehr bearbeitet, Handys nicht zurückgeschickt

Schlechte Nachricht für Handybesitzer von BenQ-Siemens-Handys: Der insolvente Handyhersteller wird wahrscheinlich keine Garantie mehr für defekte Geräte übernehmen, berichtet Focus Online. Derzeit verschwinden alle Mobiltelefone, die zur Reparatur an den Kundenservice geschickt wurden, wie in einem schwarzen Loch. Geld für den Rückversand steht nicht zur Verfügung, der Kunde hat das Nachsehen.

Noch vor kurzem haben Netzbetreiber wie T-Mobile oder Vodafone angegeben, dass sie davon ausgehen, dass es mit Handys von BenQ keine Probleme beim Auftreten von technischen Defekten geben würde.

Die Realität sieht inzwischen anders aus: BenQ Mobile repariert nicht mehr. Bislang war für Garantiefälle und Reparaturanfragen die Tochterfirma Inservio zuständig. Doch auch die Tochterfirma ist nicht mehr zahlungsfähig, wie Focus Online bekräftigt. Es gibt keine offiziellen Zahlen, wie viele Kunden ihre Geräte eingeschickt, aber nicht mehr zurückbekommen haben.

Im Moment sollten Besitzer eines BenQ-Mobile-Handys im Garantiefall den Netzbetreiber oder den Händler in die Pflicht nehmen. Diese sind durch den Kauf zum Vertragspartner geworden und müssen daher - genau wie der Hersteller - im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungspflicht zwei Jahre lang die Reparaturen übernehmen.

Quelle : www.golem.de
Titel: Auf der Siemens-Aufsichtsratsitzung droht ein Eklat
Beitrag von: SiLæncer am 05 November, 2006, 17:29
In der Aufsichtsratsitzung bei Siemens am kommenden Mittwoch droht laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein Eklat. Die Vertreter der Arbeitnehmer verlangen von Vorstandschef Klaus Kleinfeld demnach die Offenlegung der Verträge über die Abgabe der Handy-Sparte an BenQ. In Kreisen des Aufsichtsrats heiße es, der Siemens-Chef bleibe in diesem Punkt bislang stur, schreibt das Blatt.

Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer sagte dem Tagesspiegel am Sonntag: "Das letzte Geschäftsjahr war beschäftigungspolitisch eine Katastrophe." Angesichts des Imageschadens nach dem Verkauf der Handy-Sparte an die inzwischen insolvente BenQ und der zahlreichen Baustellen im Konzern sei die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit von Siemens und damit die Motivation vieler Mitarbeiter verloren gegangen. Schon unter Kleinfelds Vorgänger Heinrich von Pierer, heute Siemens-Aufsichtsratschef, seien wichtige Trends "völlig verpennt" worden, sagte Neugebauer.

Quelle : www.heise.de
Titel: Neue Vorwürfe gegen Siemens nach BenQ-Mobile-Pleite
Beitrag von: SiLæncer am 06 November, 2006, 19:13
Nach der Pleite des deutschen Handyherstellers BenQ Mobile sieht sich die Siemens AG mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Der Elektronikkonzern, der seine Handysparte Ende 2005 an den taiwanischen Hersteller BenQ abgegeben hatte, soll dabei keine schriftlichen Vereinbarungen zur Sicherung der deutschen Standorte getroffen haben. Das berichtet das ARD-Magazin Report Mainz am heutigen Montag. Siemens hat diese Darstellung entschieden zurückgewiesen.

Das Politik-Magazin beruft sich auf ein internes Schreiben von Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld an seinen Vorgänger und Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer. Eine vertragliche Standortsicherung mit Konventionalstrafen werde darin nicht erwähnt. Der Siemens-Boss schreibe, dass "BenQ der einzige Interessent gewesen sei, der die Weiterführung des Standortes Kamp-Lintfort zusagen wollte. Dies erfolgte dann durch die Übernahme des Ergänzungstarifvertrages mit der IG-Metall, der bis zum Juni 2006 Gültigkeit hatte; dieser Ergänzungstarifvertrag beinhaltete die Standortsicherung für Kamp-Lintfort". In dem Brief schreibt Kleinfeld dem Fernsehbericht zufolge weiter, dass Siemens "von BenQ Einsicht in den Business-Plan der neuen Geschäftseinheit verlangt" habe und dieser auch "plausibel" gewesen sei.

Siemens weist die Darstellung von Report Mainz "in aller Entschiedenheit zurück". Der Konzern habe bei der Übergabe seiner Handysparte an BenQ alles getan, um "eine nachhaltige Fortführung der Geschäftsaktivitäten in Deutschland sicherzustellen", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Dafür habe Siemens Finanzmittel in einem erheblichen Umfang sowie Patente und die Rechte an der Marke "Siemens" für bis zu fünf Jahre zur Verfügung gestellt. Gerade die Übernahme des mit der IG Metall vereinbarten Ergänzungstarifvertrages durch BenQ habe die Ernsthaftigkeit des neuen Eigentümers deutlich gemacht. Weiter gehende vertragliche Vereinbarungen zur Standortsicherung seien bei solchen Betriebsübergängen nicht üblich, erklärte Siemens.

BenQ hatte dem kränkelnden Handyhersteller kaum ein Jahr nach der Übernahme den Geldhahn zugedreht und ihn in die Insolvenz geschickt. Nach der Pleite waren erste Vorwürfe gegen Siemens laut geworden, der Konzern habe sich so der problematischen Handysparte entledigt und BenQ noch eine millionenschwere "Abwrackprämie" gezahlt. Zwar hatten sich Vorwürfe, wesentliche Werte und Patente seien durch ein kompliziertes Gesellschaftsmodell nach Taiwan abgezogen worden, nicht bestätigt. Siemens hatte dagegen erklärt, BenQ habe sein Versprechen gebrochen, das Unternehmen prüfe nun auch rechtliche Möglichkeiten gegen die Taiwaner. Doch weigerte sich der deutsche Elektronikkonzern bisher, die genauen Konditionen der Geschäftsübergabe zu veröffentlichen. Die Gewerkschaftsvertreter im Siemens-Aufsichtsrat wollen nun auf eine Offenlegung bestehen. Dem Gremium droht Berichten zufolge daher auf der für kommenden Mittwoch geplanten Sitzung ein Eklat.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Spitze soll Finanzprobleme bei BenQ Mobile verschwiegen haben
Beitrag von: SiLæncer am 07 November, 2006, 10:53
Der Handyhersteller BenQ Mobile hat vor der Insolvenz Ende September finanzielle Probleme wochenlang verschleiert, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Aus internen Dokumenten gehe hervor, dass das Management die dramatischen Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens bereits Mitte August gekannt habe. Während der Mutterkonzern BenQ in Taiwan und die angeschlagene Tochter in München damals offiziell noch Durchhalteparolen ausgaben, hätten einige Verantwortliche die Hoffnung bereits aufgegeben.

"Wir haben null Budget mehr", habe BenQ-Mobile-Finanzchef David Wang bereits am 16. August an Vorstandschef Clemens Joos geschrieben. Trotzdem hätten Spitzenmanager von BenQ sowie der Mobilfunk-Tochter eine Woche später öffentlich Zuversicht verbreitet: "BenQ-Mobile ist und bleibt eine wichtige Säule unseres Unternehmens", beteuerte BenQ-Chef Kuen-Yao Lee noch am 24. August. Ende September, als die Insolvenz angemeldet wurde, habe das Management dagegen erklärt, es sei völlig überrascht.

Laut der Süddeutschen Zeitung aber belegten interne Dokumente, dass nicht nur hohe Verluste und Probleme mit der Modellpalette, sondern auch gravierenden Zahlungsschwierigkeiten dem Management der Sparte viel früher bekannt gewesen seien, als bislang in der Öffentlichkeit angenommen worden war. Bereits im ersten Halbjahr habe die Sparte an Finanzmitteln aufgebraucht, was der Konzern für das Gesamtjahr zur Verfügung gestellt habe, soll Wang nach den der Zeitung vorliegenden Informationen an Spitzenmanager von BenQ und BenQ-Mobile geschrieben haben. Der Finanzchef habe unmissverständlich klar gemacht, dass er der Sparte kaum noch Chancen gebe.

Bereits gestern waren auch neue Vorwürfe gegen Siemens bekannt geworden. Der Elektronikkonzern, der seine Handysparte Ende 2005 an den taiwanischen Hersteller BenQ abgegeben hatte, soll dabei keine schriftlichen Vereinbarungen zur Sicherung der deutschen Standorte getroffen haben, berichtete das ARD-Magazin Report Mainz. Siemens wies die Darstellung allerdings "in aller Entschiedenheit zurück": Der Konzern habe bei der Übergabe seiner Handysparte an BenQ alles getan, um "eine nachhaltige Fortführung der Geschäftsaktivitäten in Deutschland sicherzustellen".

Quelle : www.heise.de
Titel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 07 November, 2006, 20:01
Für die Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile interessiert sich nun auch die Justiz. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht verschiedener Bankrottdelikte nach. "Wir haben Ermittlungen aufgenommen", bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld der Süddeutschen Zeitung. Es gehe um den Verdacht der verspäteten Insolvenzantragstellung und anderer Bankrottdelikte. Die Ermittler hätten mit Insolvenzverwalter Martin Prager bereits Kontakt aufgenommen. Prager und BenQ Mobile wollten sich dazu nach Angaben der Süddeutschen nicht äußern.

Zuvor waren Vorwürfe gegen die Geschäftsführung von BenQ Mobile laut geworden, bereits Mitte August von den dramatischen Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens gewusst zu haben. Die Süddeutsche hatte aus einem Schreiben von BenQ-Finanzchef David Wang an BenQ-Deutschland-Chef Clemens Joos vom 16. August zitiert. Darin habe Wang geschrieben, dass das Budget aufgebraucht sei. Trotzdem habe man den Mitarbeitern weiter Hoffnung gemacht.

Der Betriebsrat von BenQ hat daher die Zusammenarbeit mit Joos in Frage gestellt. Sollte Joos bereits deutlich vor der Insolvenz Ende September von der dramatischen finanziellen Situation des Unternehmens gewusst haben, sei eine weitere Zusammenarbeit auch bei einem Fortführungsmodell kaum möglich, sagte der Gesamtbetriebsrat von BenQ, Josef Michael Leuker, am Dienstag gegenüber dpa. Das Unternehmen habe bereits Ende Juni falsche Angaben über die Anzahl der verkauften BenQ-Handys im zweiten Quartal genannt. Statt 10,7 Millionen Handys seien es am Ende nur 7,4 Millionen gewesen. Die gesamte Belegschaft sei belogen und betrogen worden, so Leuker.

Unterdessen soll der weiter in der Kritik stehende Siemens-Vorstand schon Anfang April 2007 von der umstrittenen Gehaltserhöhung profitieren. Bisher wurde vermutet, dass diese erst mit Beginn des neuen Geschäftsjahres zum 1. Oktober 2007 gezahlt wird, nachdem die Konzernführung kürzlich angekündigt hatte, sie werde zu Gunsten entlassener BenQ-Mobile-Beschäftigter für ein Jahr auf die 30-Prozent-Anhebung verzichten. Ein Siemens-Sprecher begründete die Anhebung Anfang April kommenden Jahres am Dienstag damit, dass der Aufsichtsrat die Erhöhung ursprünglich bereits zum 1. April 2006 beschlossen hatte und bestätigte damit einen Bericht von Focus Online.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Mitarbeiter ohne Abfindungen?
Beitrag von: spoke1 am 09 November, 2006, 12:18
BenQ-Mitarbeiter ohne Abfindungen?

Den Beschäftigten des insolventen Handy-Herstellers BenQ droht offenbar der Verlust ihrer Abfindungen. Der Münchner Arbeitsrechtler Johannes Falch erklärte der "Rheinischen Post", der Verdacht auf verschleppte Insolvenz gegen BenQ werde sich wohl erhärten.

Bereits Mitte August seien Aufhebungsverträge geschlossen worden, die bis zu 250.000 Euro Abfindungen vorgesehen hätten. Durch die Pleite seien diese Abfindungen aber reine Insolvenzforderungen. Die Beschäftigten bekämen somit nur zwei bis sechs Prozent der vereinbarten Summe.

Stand vom 9.11.2006, 09:48 Uhr


Quelle: http://www.wdr.de/themen/kurzmeldungen/2006/11/09/benq-mitarbeiter_ohne_abfindungen.jhtml
Titel: SPD NRW: Siemens stiehlt sich aus Verantwortung für BenQ-Mitarbeiter
Beitrag von: SiLæncer am 09 November, 2006, 15:48
Die nordrhein-westfälische SPD hat dem Siemens-Konzern vorgeworfen, sich trotz seiner Milliardengewinne aus der Verantwortung für die Beschäftigten des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile zu stehlen. Siemens dürfe die Mitarbeiter in Kamp-Lintfort und Bocholt nicht mit Almosen abspeisen, sagte am Donnerstag der SPD-Landesvorsitzende Jochen Dieckmann. Die bisher von Siemens angebotenen Hilfen seien deutlich zu niedrig.

Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Gewinn um 38 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gesteigert. Der Elektrokonzern sei "noch nie so stark aufgestellt wie jetzt", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld bei der Vorlage der Bilanz in München.

Dieckmann kritisierte in diesem Zusammenhang auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Dessen Lob für das bisherige Engagement von Siemens sei nicht nachvollziehbar. "Es muss den Menschen an den betroffenen Standorten wie Hohn und Spott in den Ohren klingen." Die SPD-Landtagsfraktion forderte Siemens auf, sich an der Kofinanzierung von Förderprojekten der EU am Niederrhein zu beteiligen.

Quelle : www.heise.de
Titel: UNTREUE- VERDACHT - Fahnder durchsuchen Siemens- Büros
Beitrag von: SiLæncer am 15 November, 2006, 12:20
Großrazzia bei Siemens: Die üppigen Gehaltserhöhungen für den Vorstand und die Pleite seiner ehemaligen Handytochter BenQ haben den Konzern in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen gebracht. Nun ist das Traditionsunternehmen auch noch ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten.

München - Derzeit durchsuchen rund 200 Polizeibeamte, Steuerfahnder und Staatsanwälte über 30 Bürohäuser an allen großen Siemens-Standorten und Privatwohnungen von teilweise hochrangigen Mitarbeitern, um Unterlagen sicherzustellen, wie SPIEGEL ONLINE aus unterrichteten Kreisen erfuhr.

Die Razzia soll einen schwerwiegenden Verdacht erhärten: Angestellte des Konzerns sollen im großen Stil Siemens-Vermögen veruntreut haben. Die Gelder dienten unter anderem dazu, um Bestechungsgelder an potenzielle Auftraggeber zu zahlen. Der Transfer soll teilweise auch über Auslandskonten, unter anderem in der Schweiz, abgewickelt worden sein.

Nach den internen Siemens-Richtlinien sind Bakschischzahlungen zwar verboten. Trotzdem tauchten in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle auf, bei denen Siemens-Angestellte Mitarbeitern von Kunden wie zum Beispiel dem italienischen Energiekonzern Enel Schmiergelder in Millionenhöhe zahlten, um mit den Unternehmen ins Geschäft zu kommen.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE soll die groß angelegte Durchsuchungsaktion bei Siemens heute noch den ganzen Tag andauern und morgen fortgeführt werden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Razzia: Verdacht der Veruntreuung im Festnetzbereich
Beitrag von: SiLæncer am 15 November, 2006, 17:52
Siemens hat sich am Abend zu der Razzia im Zusammenhang mit Untreuevorwürfen gegen Angestellte des Elektronikkonzerns geäußert. Im Visier der Ermittler stehen demnach sechs ehemalige und noch aktive Mitarbeiter. Es bestehe der Verdacht der Veruntreuung in einer noch nicht geklärten Anzahl von Einzelfällen im Festnetzgeschäft, teilte die Siemens AG in München mit. Nach derzeitigem Stand handele es sich um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, der veruntreut worden sein soll. Die Siemens AG habe ein hohes Interesse an einer umfassenden Aufklärung der Vorfälle und sei in diesem Zusammenhang Zeugin. Festnahmen soll es bislang nicht gegeben haben.

Bei einer Großrazzia am heutigen Mittwoch hatten mehr als 200 Polizeibeamte, Steuerfahnder und Staatsanwälte über 30 Bürohäuser an allen großen Siemens-Standorten und Privatwohnungen von teilweise hochrangigen Mitarbeitern durchsucht, um Unterlagen sicherzustellen. Die Staatsanwaltschaft München wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht detailliert äußern. Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte aber, "es besteht der Verdacht, dass einzelne Angestellte des Konzerns Gelder veruntreut haben". Die Gelder hatten die Mitarbeiter offenbar genutzt, um Bestechungsgelder an potenzielle Auftraggeber zu zahlen. Der Transfer soll teilweise auch über Auslandskonten, unter anderem in der Schweiz, abgewickelt worden sein.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Affäre weitet sich aus: Haftbefehle gegen Ex-Manager
Beitrag von: SiLæncer am 16 November, 2006, 16:11
Nach der Großrazzia bei Siemens hat die Staatsanwaltschaft einen früheren Siemens-Bereichsvorstand und vier weitere Verdächtige verhaftet. Es bestehe der Verdacht, dass Gelder in Höhe von rund 20 Millionen Euro veruntreut worden seien, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld mit. "Ob und in welchem Umfang diese Gelder zu Schmiergeldzahlungen verwendet wurden, wird noch zu prüfen sein."

Am Mittwoch hatten im Zusammenhang mit den Untreuevorwürfen mehr als 270 Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder in einer groß angelegten Razzia die Konzernzentrale in München und insgesamt rund 30 weitere Siemens-Standorte in Deutschland und Österreich durchsucht. Die Ermittlungen richteten sich gegen zehn teils aktive, teils ehemalige Siemens-Mitarbeiter sowie zwei weitere Personen aus deren Umfeld, berichtete Schmidt-Sommerfeld. "Drei der Beschuldigten haben bereits umfassende Angaben gemacht." Nach vorsichtiger Bewertung der bisherigen Ermittlungsergebnisse habe sich der Tatverdacht erhärtet.

Siemens wollte die neue Entwicklung unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht näher kommentieren. Der Konzern hat bereits angekündigt, die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen mit allem Nachdruck unterstützen zu wollen. Zugleich betonte das Unternehmen, dass alle Mitarbeiter Verhaltensrichtlinien unterschreiben müssten, die unter anderem vorschreiben, sich an die Gesetze zu halten. Auch Schmidt-Sommerfeld erklärte: "Die Firma Siemens AG zeigte sich kooperativ."

Bei den Ermittlungen geht es um Unregelmäßigkeiten in der Siemens-Festnetzsparte Com, die derzeit aufgelöst wird. Die Sparte für Netzwerkausrüstungen wird mit dem gleichen Bereich des Handy-Weltmarktführers Nokia zusammengelegt.

Die Beschuldigten sollen das Geld über Tarnfirmen und so genannte Off-Shore-Gesellschaften im Ausland die rund 20 Millionen Euro beseite geschafft haben. Bei der Razzia wurden umfangreiche Unterlagen sichergestellt. Die Auswertung werde sicher noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Einzelheiten zu den Geldflüssen und beteiligten Firmen wollte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Entscheidend für die Auswirkungen auf den Konzern dürfte nach Einschätzung in Branchenkreisen vor allem auch sein, ob sich die Verdächtigen mit dem Geld persönlich bereicherten oder ob damit Schmiergelder für Aufträge im Ausland gezahlt wurden. Als mögliche Länder werden dabei im Umfeld Griechenland und die Schweiz genannt.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Finanzaffäre: Fünf Verdächtige bleiben in Haft
Beitrag von: SiLæncer am 17 November, 2006, 14:46
In der Siemens-Finanzaffäre bleiben ein Ex-Bereichsvorstand und vier andere Verdächtige in Haft. "Die Ermittlungen laufen auf hohen Touren", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld. Inzwischen seien alle Haftbefehle eröffnet. Mit weiteren Details sei frühestens in der kommenden Woche zu rechnen. Den fünf Verhafteten und sieben weiteren Verdächtigen wird die Veruntreuung von rund 20 Millionen Euro vorgeworfen. Möglicherweise wurde das Geld für die Zahlung von Schmiergeldern für Auslandsaufträge eingesetzt. Ein Siemens-Sprecher betonte erneut, der Konzern sei an der Aufklärung der Affäre interessiert und unterstütze die Ermittlungen. Zu Details wollte das Unternehmen unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Stellung nehmen.

Am Mittwoch hatten im Zusammenhang mit den Untreuevorwürfen mehr als 270 Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder in einer groß angelegten Razzia die Konzernzentrale in München und insgesamt rund 30 weitere Siemens-Standorte in Deutschland und Österreich durchsucht. Bei den Ermittlungen geht es um Unregelmäßigkeiten in der Siemens-Festnetzsparte Com, die derzeit aufgelöst wird. Die Beschuldigten sollen das Geld über Tarnfirmen und so genannte Off-Shore-Gesellschaften ins Ausland geschafft haben. Damit sollen dann möglicherweise Schmiergelder gezahlt worden sein, zum Beispiel um dem Konzern Aufträge beim Aufbau der Infrastruktur für die Olympischen Spiele in Athen zu sichern.

Quelle : www.heise.de
Titel: Verdacht auf Siemens-Schmiergeld in dreistelliger Millionenhöhe
Beitrag von: SiLæncer am 18 November, 2006, 12:24
Die Finanzaffäre beim Siemens-Konzern hat möglicherweise größere Ausmaße als bisher bekannt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus vermuten die Münchner Ermittlungsbehörden, dass es weltweit um Bestechungsgelder in dreistelliger Millionenhöhe gehen könnte. So hätten Ermittler auf dem Konto eines Managers der Siemens-Landesgesellschaft in Griechenland 40 Millionen Euro gefunden. Kollegen in Österreich hätten zuvor bereits 60 Millionen Euro eingefroren.

Neben einem Verfahren in Italien hatte dem Bericht zufolge eine anonyme Anzeige im November 2005 bei der Staatsanwaltschaft München sowie eine Geldwäscheverdachtsanzeige der Dresdner Bank in der Schweiz zu den aktuellen Ermittlungen geführt. In Zusammenhang mit dem italienischen Verfahren sei die Siemens-Konzernzentrale in München bereits im Juli 2005 durchsucht worden.

Fünf Verdächtige, darunter ein früherer Siemens-Bereichsvorstand, sitzen in Untersuchungshaft, gegen sieben weitere wird ermittelt. Ihnen wird die Veruntreuung von rund 20 Millionen Euro vorgeworfen. Möglicherweise wurde das Geld für die Zahlung von Schmiergeldern für Auslandsaufträge eingesetzt. Siemens zog bereits erste Konsequenzen und kündigte am vergangenen Freitag an, die internen Kontrollsysteme auf Lücken zu überprüfen und die Stelle eines Ombudsmanns einzurichten.

Am vergangenen Mittwoch hatten im Zusammenhang mit den Untreuevorwürfen mehr als 270 Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder in einer groß angelegten Razzia die Konzernzentrale in München und insgesamt rund 30 weitere Siemens-Standorte in Deutschland und Österreich durchsucht. Bei den Ermittlungen geht es um Unregelmäßigkeiten in der Siemens-Festnetzsparte Com, die derzeit aufgelöst wird.

Quelle : www.heise.de
Titel: Korruption: Siemens kannte Vorwürfe schon seit knapp einem Jahr
Beitrag von: SiLæncer am 18 November, 2006, 17:11
Die Siemens-Führung hatte schon länger Hinweise auf mögliche Fälle von Untreue in ihrer Kommunikationssparte. Dem SPIEGEL zufolge waren die Informationen seit einem Jahr bekannt - Anzeige wurde dennoch nicht erstattet.

Schon im Jahr 2005 hatte die Siemens-Führung Verdacht gegen Manager ihrer Kommunikationssparte (Com) geschöpft. Doch die zuständigen Abteilungen versäumten es, Anzeige gegen die betroffenen Mitarbeiter zu erstatten. Stattdessen schlug in der vergangenen Woche nach monatelanger Vorbereitung die Münchner Staatsanwaltschaft zu und ließ in einer Razzia Beweismaterial einsammeln.

Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, ob die Com-Sparte in den vergangenen Jahren schwarze Kassen angelegt und weit mehr als 20 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt hat, um an Aufträge zu gelangen. Insider vermuten gar ein Volumen von rund 100 Millionen Euro. Das Geld könnte unter anderem für die Beschaffung eines 250-Millionen-Auftrags für das Sicherheitssystem der Olympischen Spiele 2004 in Athen verwendet worden sein.

Nach Erkenntnissen der Ermittler soll das Geld mit Hilfe von Scheinrechnungen für angebliche Beratungsleistungen an zwei Firmen in den USA namens Weavind und Prom Export sowie die österreichische Krhoma Handels GmbH überwiesen worden sein. Anschließend, so der Verdacht, wurde es über Offshore-Firmen in der Karibik auf Schweizer Konten weitergeleitet. Auch in Liechtenstein wird im Zusammenhang mit Konten im Umfeld des Siemens-Konzerns ermittelt.

Auslöser der Affäre war eine anonyme Strafanzeige sowie ein Geldwäscheverdacht der Schweizer Bundesanwaltschaft.

Womöglich droht dem Konzern weiterer Ärger: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg prüft Vorwürfe, wonach Mitarbeiter einer Hörgerätetochter Großhändlern Rabatte zunächst vorenthalten und später in bar als Schwarzgeld übergeben haben sollen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Affäre weitet sich aus
Beitrag von: SiLæncer am 20 November, 2006, 12:34
Die Finanzaffäre bei Siemens nimmt größere Dimensionen an. Auch die Staatsanwaltschaft geht inzwischen davon aus, dass deutlich mehr als die bisher angenommen 20 Millionen Euro veruntreut und ins Ausland gebracht wurden. "Von einem dreistelligen Millionenbetrag gehen wir noch nicht aus", sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am heutigen Montag in München. Es seien aber größere Summen auf ausländischen Konten eingefroren. In der Finanzaffäre sind die Ermittler nach eigenen Angaben bis in die Vorstandsetage bei Siemens vorgedrungen. Die Vorstandsbüros seien bei der Großrazzia vergangene Woche durchsucht worden. Allerdings gehörten Mitglieder des Zentralvorstands nicht zu den Beschuldigten.

Auch das Unternehmen selbst betonte, dass Vorstandschef Klaus Kleinfeld von der Staatsanwaltschaft nur als Zeuge gesehen werde. Er sei bisher auch nicht vernommen worden. Im Umfeld des Konzerns wurde zudem betont, die Ermittlungen konzentrierten sich auf einen Zeitraum um das Jahr 2002 herum, in dem Kleinfeld noch Siemens-Chef in den USA gewesen sei.

Die Finanzaffäre war in der vergangenen Woche bekannt geworden. Am Mittwoch durchsuchten mehr als 270 Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder in einer groß angelegten Razzia die Konzernzentrale in München und insgesamt rund 30 weitere Siemens-Standorte in Deutschland und Österreich. Bei den Ermittlungen geht es um Unregelmäßigkeiten in der Siemens-Festnetzsparte Com, die derzeit aufgelöst wird. Das veruntreute Geld soll möglicherweise für Schmiergeldzahlungen im Ausland eingesetzt worden sein.

Im Zuge der Ermittlungen waren auch fünf Personen festgenommen worden, darunter auch ein ehemaliger Siemens-Bereichsvorstand, der derzeit Geschäftsführer einer Siemens-Tochter ist. Inzwischen ist ein Beschuldigter wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl sei außer Vollzug gesetzt worden, sagte Oberstaatsanwalt Winkler. Im Rahmen der Vernehmung habe sich herausgestellt, dass sein Tatbeitrag dies zulasse. Laut Branchenkreisen soll es sich dabei aber nicht um den hochrangigen Manager halten. Die vier weiteren Beschuldigten befinden sich noch in Haft. Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft derzeit von einem Dutzend Verdächtigen aus, darunter befindet sich auch ein weiterer ehemaliger Siemens-Bereichsvorstand, der heute für ein anderes Unternehmen arbeitet.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Affäre: Auftragsvergabe bei Olympischen Spielen im Visier
Beitrag von: SiLæncer am 22 November, 2006, 14:35
In der Affäre um angebliche schwarze Kassen beim Siemens-Konzern ist auch die Auftragsvergabe bei den Olympischen Spielen 2004 in Griechenland ins Zwielicht geraten. Die Staatsanwaltschaft in Athen ermittele wegen des Verdachts möglicher Unregelmäßigkeiten beim Auftrag für das Sicherheitssystem der Olympischen Sommerspiele, berichtete das Handelsblatt. Auch in Italien ist die Staatsanwaltschaft einem Bericht zufolge in der Siemens-Affäre aktiv. Die Staatsanwaltschaft München wollte sich am Mittwoch zunächst nicht äußern.

Eine Schlüsselfigur bei den Aufträgen für die Olympischen Spiele soll der frühere Leiter des Griechenland-Geschäfts der Sparte Telekommunikation sein. Der Manager habe den Konzern bereits im April verlassen, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch in München. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung erfolgte die geräuschlose Trennung von dem Manager nach dem Beginn eines Ermittlungsverfahrens in der Schweiz wegen Geldwäsche und anderer Delikte. In einem Aufhebungsvertrag sei vereinbart worden, gegenseitig keine Ansprüche geltend zu machen. Der Siemens-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Der ehemalige Griechenland-Chef soll dem Bericht zufolge Zugriff auf Konten in der Schweiz gehabt haben, die die Fahnder dem System der schwarzen Kassen bei Siemens zurechneten. Auf diesen Konten sollen insgesamt bis zu 40 Millionen Euro gelagert haben. Die Staatsanwaltschaft untersuche, ob die Millionenbeträge in den schwarzen Kassen als Schmiergeld genutzt wurden und ob Siemens durch Bestechung an Aufträge für die Olympischen Spiele kam.

Insgesamt ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen zwölf Beschuldigte. In der vergangenen Woche hatten die Fahnder in einer groß angelegten Razzia in der Konzernzentrale in München und insgesamt rund 30 weiteren Siemens-Standorten in Deutschland und Österreich nach Beweismaterial gesucht. Im Kern geht es um die Frage, ob Mitarbeiter der Siemens-Festnetzsparte Com Geld unterschlagen und für Schmiergeldzahlungen – auch im Ausland – eingesetzt haben.

Auch in Italien sind Staatsanwälte nach einem Bericht des Wall Street Journal verdächtigen Geldzahlungen im Zusammenhang mit der Finanzaffäre bei Siemens auf der Spur. Im Zentrum der Ermittlungen stehe ein Bankkonto, über das mehr als 60 Millionen Euro geflossen sein sollen. Das Geld sei nach Auffassung der Ermittler für Schmiergeldzahlungen verwendet worden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bande soll Siemens um 200 Millionen Euro betrogen haben
Beitrag von: SiLæncer am 22 November, 2006, 21:05
Die Siemens-Affäre um schwarze Kassen und Korruption entwickelt sich zur ernsthaften Krise für den Konzern. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass Manager des Konzerns eine Bande gebildet und das Unternehmen um 200 Millionen betrogen haben. Sechs Manager sitzen im Gefängnis.

München - Der Siemens-Konzern ist nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München offenbar von einer "Bande" von Managern um 200 Millionen Euro betrogen worden. Heute wurden zwei weitere Mitarbeiter aus der Finanzabteilung des Konzerns verhaftet, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld mit. Sie waren in der internen Revision und im Rechnungswesen der Siemens-Kommunikationssparte (Com) tätig.

Damit seien jetzt sechs Beschuldigte im Untersuchungsgefängnis. Sie hätten sich "zu einer Bande zusammengeschlossen", um Konzerngelder mit Hilfe von schwarzen Kassen im Ausland zu veruntreuen, erklärte der Staatsanwalt. Berichten zufolge setzten die Siemens-Mitarbeiter das veruntreute Geld ein, um an lukrative Aufträge im Ausland zu gelangen. So soll unter anderem für ein Sicherheitssystem für die Olympischen Spiele 2004 in Athen gezahlt worden sein.

Einer der Beschuldigten ist der frühere Chef der Telefonsparte in Griechenland, von dem sich Siemens im April geräuschlos getrennt habe, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Ein Siemens-Sprecher bestätigte das Ausscheiden des Managers, machte aber mit Hinweis auf das laufende Verfahren keine weiteren Angaben. "Wir werden uns zu gegebenem Zeitpunkt äußern", sagte ein Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Der Mann war entlassen worden, nachdem Siemens von Ermittlungen in der Schweiz erfahren hatte.

Überweisung nach Nigeria, Zahlung nach Syrien

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sind allein 70 Millionen Euro über drei Konten bei der Raiffeisenbank Tirol in Innsbruck geflossen. Vor dort sei das Geld in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre in zahlreiche Länder weitergeleitet worden. Fast fünf Millionen Euro seien ausweislich von Kontoauszügen, die Ermittlern bekannt seien, für hochrangige Persönlichkeiten in Nigeria bestimmt gewesen. Eine kleinere Summe sei den Unterlagen zufolge nach Syrien gegangen.

Eine Einmalzahlung in Höhe von fünf Millionen Euro sei an die Investmentgesellschaft Goldman Sachs gerichtet gewesen, berichtet die "SZ". Ein Teil des Geldes, das über Innsbruck geflossen ist, habe ein langjähriger Siemens-Mitarbeiter laut eigener Aussage gegenüber Ermittlern als Mittelsmann in bar von München über die Grenze gebracht und bei der Bank eingezahlt.

Weitere 100 Millionen Euro flossen über Konten in Salzburg, die bei einer Razzia in der vergangenen Woche enttarnt wurden. 35 bis 40 Millionen Euro wurden über die Schweiz verschoben.

Auch bestehe der Verdacht, Siemens habe sich in den neunziger Jahren den Einstieg in den italienischen Telekommunikationsmarkt mit einer Schmiergeldzahlung in Höhe von fünf Millionen Euro erkauft.

"Keine konkrete Erkenntnis über Verbleib des Geldes"

Waren die Ermittler zunächst von über 20 Millionen Euro Schaden ausgegangen, ermittelten sie inzwischen einen Schaden von rund 200 Millionen Euro. "Konkrete Erkenntnisse über den Verbleib dieser Gelder liegen nach wie vor nicht vor", erklärte Schmidt-Sommerfeld.

Unter den sechs Verhafteten ist auch ein ehemaliger Finanzvorstand der Com-Sparte. Ein bei der Großrazzia vor einer Woche in Österreich verhafteter Beschuldigter ließ sich heute freiwillig nach Deutschland ausliefern. Acht weitere Beschuldigte sind auf freiem Fuß.

Die Vernehmungen der Verhafteten dauerten an. Bei Durchsuchungen von Büros seien rund 36.000 Ordner mit laufenden Geschäftsunterlagen und Archivmaterial sowie umfangreiche Dateien beschlagnahmt worden. Sie würden jetzt vom Bayerischen Landeskriminalamt ausgewertet. Weitere Informationen werde die Staatsanwaltschaft frühestens am 4. Dezember veröffentlichen. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge sind auch Ermittlungen in Italien im Gange.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens will in Finanzaffäre hart durchgreifen
Beitrag von: SiLæncer am 23 November, 2006, 16:18
Der von einer Finanzaffäre erschütterte Siemens-Konzern will jetzt hart durchgreifen. "Wir müssen Unregelmäßigkeiten schonungslos aufklären und ahnden", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld am heutigen Donnerstag in München. Mitarbeiter, bei denen sich der Verdacht erhärte, würden unmittelbar suspendiert. Die Staatsanwaltschaft hatte am Vortag mitgeteilt, dass vermutlich mehr als 200 Millionen Euro veruntreut worden seien. Eine Bande, zu der auch ehemalige Bereichsvorstände gehörten, soll das Geld für die Finanzierung schwarzer Kassen im Ausland eingesetzt haben.

Derzeit sind sechs Verdächtige in Haft. Die Suspendierung solle erfolgen, wenn ein "hinreichender Verdacht" vorliege, hieß es bei Siemens. Dieser solle vom Ombudsmann festgestellt werden. Siemens hatte in der vergangenen Woche den Nürnberger Rechtsanwalt Hans-Otto Jordan zum Ombudsmann berufen. Damit wurde eine externe Anlaufstelle auch für anonyme Hinweise eingerichtet. Siemens hatte eingeräumt, vor über einem Jahr über staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in der Schweiz im Bereich der Festnetzsparte Com informiert worden zu sein. In der vergangenen Woche wurde die Affäre öffentlich, als bei einer Großrazzia die Konzernzentrale und zahlreiche Niederlassungen durchsucht wurden. Nun sollen die Verhaltensregeln ("Compliance-Regeln") für die Mitarbeiter deutlich verschärft werden. "Mitarbeiter, die unsere Compliance- Regeln missachten, schaden Siemens in jeder Hinsicht", sagte Kleinfeld. "Das können wir nicht hinnehmen."

Bei der Staatsanwaltschaft gab es am Donnerstag noch keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen liefen weiter auf Hochtouren, hieß es. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld geht derzeit von einer Schadenssumme von rund 200 Millionen Euro aus. Die Inhaftierten hätten sich nach derzeitigem Stand "zu einer Bande zusammengeschlossen, um fortgesetzt Untreuehandlungen zum Nachteil der Firma Siemens durch die Bildung schwarzer Kassen im Ausland zu begehen". Dabei war offenbar auch zwei Mitarbeiter des Rechnungswesens und der internen Revision beteiligt, sodass der Abfluss der Gelder verschleiert werden konnte. An Anfang war von einer Schadensumme von 20 Millionen Euro die Rede gewesen. In Ungarn wurde unterdessen ein früherer leitender Angestellter von Siemens wegen des Verdachts auf Bestechung angeklagt.

Siemens macht seit Jahren den Großteil seiner Geschäfte im Ausland. Am Donnerstag zum Beispiel verkündete der Konzern einen Großauftrag aus Saudi-Arabien. Für mehr als 100 Millionen Euro soll Siemens die prozesstechnische Ausrüstung für eine Stahlanlage liefern. Im vergangenen Geschäftsjahr machte das Auslandsgeschäft 81 Prozent des Gesamtumsatzes von 87 Milliarden Euro aus. Dieser Trend wird sich noch verstärken. Denn das Wachstum der Auftragseingänge um 15 Prozent im Geschäftsjahr 2005/06 ist praktisch allein auf neue Auslandsorders zurückzuführen. In Deutschland wuchsen die Bestellungen um gerade einmal ein Prozent.

Besonders stark ist das Wachstum bei Siemens – wie bei vielen anderen deutschen Unternehmen auch – in Regionen, die beim Korruptionsindex von Transparency International eher schlechter abschneiden. So legten die Siemens-Auftragseingänge in Afrika, dem Nahen Osten und in Russland und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion (plus 35 Prozent) noch stärker zu als in der Boomregion Asien-Pazifik (plus 26 Prozent). Allerdings gibt es Fälle von Korruption in allen Staaten der Welt. So hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei frühere Siemens-Manager wegen des Verdachts der Schmiergeldzahlung für Aufträge in Italien erhoben.

Auch in der Struktur des Geschäfts gab es bei Siemens in den vergangenen Jahren einen Wandel. Von dem Verkauf von Konsumprodukten hat sich der Konzern in den vergangenen Jahren teilweise oder ganz verabschiedet. So gingen die Hausgeräte und die Computer in ein Gemeinschaftsunternehmen, die Handys wurden an BenQ abgegeben. Stattdessen positioniert sich Siemens als Infrastruktur-Anbieter, der stark von langfristigen Großaufträgen profitiert, die teilweise staatlich vergeben werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Banden-Kriminalität auf Vorstandsebene: Siemens unter Schock
Beitrag von: SiLæncer am 23 November, 2006, 20:06
Die Enthüllungen über eine Bande teils hochrangiger krimineller Mitarbeiter und die Unterschlagung von rund 200 Millionen Euro haben den Siemens-Konzern in einen Schockzustand versetzt. "Das ist erschütternd", sagte ein Siemens-Funktionsträger am Donnerstag. Mit der Verhaftung eines früheren Bereichsvorstands und durch die Beteiligung von Mitarbeitern im Bereich des Controllings habe die Affäre inzwischen eine Dimension erreicht, die kaum jemand im Haus für möglich gehalten habe; die Staatsanwaltschaft sprach davon, nach derzeitigem Stand hätten die Beschuldigten sich "zu einer Bande zusammengeschlossen, um fortgesetzt Untreuehandlungen zum Nachteil der Firma Siemens durch die Bildung schwarzer Kassen im Ausland zu begehen". Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld versuchte, mit der Ankündigung eines harten Vorgehens in die Offensive zu kommen.

Offiziell wollen sich derzeit nur wenige bei Siemens zu dem Skandal äußern. "Ich persönlich arbeite seit 25 Jahren für den Konzern, und es bewegt mich sehr, was da vorgeht", sagte am Donnerstag der Chef der Siemens-Tochter Osram, Martin Goetzeler. Er könne nur versichern, dass "der gesamte Vorstand von Siemens und die Führungsmannschaft daran interessiert sind, dass die Vorwürfe aufgeklärt werden und dass die Kooperation mit der Staatsanwaltschaft vollständig fortgesetzt wird".

Auch Kleinfeld kündigte eine schonungslose Aufklärung an. Mitarbeiter, bei denen sich der Verdacht auf ungesetzliches Verhalten erhärte, würden "unmittelbar suspendiert". Obwohl allerdings zum Beispiel der Geschäftsführer einer Siemens-Tochter seit einer Woche in Haft sitzt, hat es bisher offenbar noch keine Suspendierungen gegeben. In jedem Fall will der Konzern die Verhaltensregeln für seine Mitarbeiter deutlich verschärfen.

Experten betonen, wie wichtig das aktive Vorgehen eines Unternehmens gegen Korruption ist. Es reiche nicht, einmal Verhaltensregeln aufzustellen und sich ansonsten auf Staatsanwaltschaft und Polizei zu verlassen. "Korruption ist ein Kontrolldelikt", sagte Stefan Heißner, Korruptionsexperte bei der Beratungsgesellschaft Ernst & Young in München. Fälle würden meist nur durch aktive Maßnahmen oder Hinweise aufgedeckt.

Auch Maxim Worcester vom weltweit aktiven Beratungskonzern Control Risks betont, dass es mit einfachen Verhaltensregeln nicht getan ist. "Sie müssen auch nach innen und außen gelebt und vertreten werden." Die Beratungsfirma stellt vielfach fest, dass die Regeln in den Unternehmen kaum bekannt sind. "Das muss von den Chefs und Managern immer wieder thematisiert werden."

Trotz der enormen Dimension des Falles wird im Umfeld des Konzerns betont: "Das ist nicht Siemens." Zum einen handle es sich bei den etwa ein Dutzend Verdächtigen verglichen mit den weltweit über 450.000 Beschäftigten um eine kleine Zahl. Zudem konzentrierten sie sich vor allem auf einen Bereich des breit aufgestellten Konzerns – die Festnetzsparte Com: "Wir haben es offenbar mit einer Com-Bande zu tun." Zumindest die politische Verantwortung für die Vorfälle wird dabei derzeit von vielen Thomas Ganswindt zugeschrieben. Der Manager war Chef der früheren Festnetzsparte ICN und verantwortete das Geschäft eine Zeit lang im Zentralvorstand. Allerdings hat er den Konzern vor einigen Wochen verlassen.

Quelle : www.heise.de
Titel: IG Metall: Siemens sagt bis zu 180 Millionen Euro für BenQ-Mitarbeiter zu
Beitrag von: SiLæncer am 24 November, 2006, 15:25
Der Elektrokonzern Siemens will nach Angaben der IG Metall bis zu 180 Millionen Euro für die von der Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile betroffenen Beschäftigten zur Verfügung stellen. Das Geld sei für die beiden vereinbarten Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften vorgesehen, sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer laut dpa. "Damit hat Siemens endlich Verantwortung übernommen und stellt nun viel, viel mehr als die ursprünglich beabsichtigten 35 Millionen Euro zur Verfügung." Siemens erklärte, die Finanzierung der Beschäftigungsgesellschaften sei gesichert. Gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter sei ein Weg gefunden worden, im Ergebnis weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, teilte das Unternehmen mit.

Durch die Pleite des Handy-Herstellers, der früher zu Siemens gehörte und an den taiwanesischen Elektrokonzern BenQ abgegeben worden war, hatten rund 2000 der 3000 Beschäftigte in Deutschland ihre Jobs verloren. BenQ hatte dem kränkelnden Handyhersteller kaum ein Jahr nach der Übernahme den Geldhahn zugedreht und ihn in die Insolvenz geschickt. Nach der Pleite waren erste Vorwürfe gegen Siemens laut geworden, der Konzern habe sich so der problematischen Handysparte entledigt und BenQ noch eine millionenschwere "Abwrackprämie" gezahlt. Siemens hatte dagegen erklärt, BenQ habe sein Versprechen gebrochen, das Unternehmen prüfe nun auch rechtliche Möglichkeiten gegen die Taiwaner.

Die Höhe der von Siemens zur Verfügung gestellten Mittel hänge davon ab, wie viele der Beschäftigten in die Transfergesellschaften wechseln und wie lange sie dort verbleiben, sagte Neugebauer. Sollten alle betroffenen Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz bei Siemens bekommen, müssten theoretisch keine Zahlungen geleistet werden. Der Höchstbetrag von 180 Millionen Euro werde dagegen notwendig, wenn alle betroffenen Beschäftigten in München und am nordrhein-westfälischen Standort Kamp-Lintfort in die Gesellschaften wechseln, zwölf Monate dort verbleiben und dann noch eine so genannte Arbeitsplatz-Startprämie in Anspruch nähmen.

Arbeitnehmervertreter haben die verstärkte Unterstützung des Siemens-Konzerns für die mehr als 3000 BenQ-Mobile-Beschäftigten begrüßt. "Die Situation für die Menschen ist und bleibt bitter", sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, gegenüber dpa. Der Gewerkschaft sei es aber gelungen, das Siemens-Management in die Verantwortung zu nehmen. Nach wie vor müsse es darum gehen, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Siemens-Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann sprach von "Schadensbegrenzung". Der Fall BenQ sei "ein anschauliches Beispiel dafür, wie ergebnisorientierte Portfoliobereinigung in die Hose gehen kann". Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von BenQ, Michael Leucker, sagte: "Die ganz große Katastrophe wurde abgewendet." Nun müsse ein tragfähiges Fortführungskonzept gefunden werden, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.

Derweil berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), dass der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung sich für BenQ Mobile interessiere und an eine Übernahme denke. Erste Kontakte seien bereits hergestellt worden. Details, wie weit die Verhandlungen gediehen seien und wie stark das Interesse von Samsung an einer Übernahme überhaupt sei, drangen bislang aber nicht an die Öffentlichkeit.

[Update]:
Siemens wies die Gewerkschaftsangaben über die möglicherweise anfallenden Millionen-Ausgaben für die beschäftigungsgesellschaft laut dpa als "absolut falsch" zurück – ohne allerdings eigene Angaben machen zu können, mit welchen Kosten Siemens selbst denn kalkuliert. Da unklar sei, wie viele der insgesamt 3000 von der Insolvenz betroffenen Beschäftigten in die Transfergesellschaften wechselten und wie lange sie dort verbleiben, seien bisher noch keine seriösen Prognosen zu den Mitteln möglich, meint man bei Siemens. Die Gewerkschaft dagegen hatte ihre Angaben explizit auf ein "Worst-Case-Scenario" gestützt und erwähnt, dass Siemens praktisch ohne weitere Zahlungen davon käme, wenn alle BenQ-Mobile-Mitarbeiter von dem Elektrokonzern übernommen würden.

Quelle : www.heise.de
Titel: SCHMIERGELDZAHLUNGEN - Ex-Siemens-Mann belastet Vorstand
Beitrag von: SiLæncer am 25 November, 2006, 10:15
Schwarze Kassen, Schmiergelder, ein weltweites Korruptionsnetz: Der Siemens-Führungsspitze sollen die Machenschaften von Managern bekannt gewesen sein, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Ein inhaftierter Ex-Siemens-Mitarbeiter belaste den früheren Vorstand Ganswindt schwer.

München - Über die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen von Siemens soll nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) auch die Konzernspitze informiert gewesen sein. Nach Aussage eines langjährigen Mitarbeiters, der in Untersuchungshaft sitzt, kannte der frühere Vorstand, Thomas Ganswindt, die schwarzen Kassen und die Korruptionspraktiken des Konzerns, berichtet die "SZ".

Die Münchner Justiz hat sechs Siemens-Angestellte wegen des Verdachts der Untreue verhaftet und prüft, ob schwarze Kassen mit 200 Millionen Euro für Schmiergeldzahlungen eingerichtet wurden.

Der ehemalige Mitarbeiter hat dem Bericht zufolge ein umfassendes Geständnis abgelegt und Ganswindt schwer belastet. Dieser habe über Schwarzgelder und die weltweite Korruption Bescheid gewusst. Ganswindt arbeitet mittlerweile nicht mehr bei Siemens, er wechselte vor wenigen Monaten an die Spitze eines anderen Unternehmens.

Ganswindt war 2004 in Zentralvorstand berufen worden

Der "SZ" ließ Ganswindt mitteilen, er verfolge "die laufenden Ermittlungen bei Siemens sehr aufmerksam". Sollte es erforderlich sein, werde er "selbstverständlich mit der Staatsanwaltschaft und anderen Behörden kooperieren". Zu einem laufenden Verfahren wolle er sich aber öffentlich nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft München I ließ die Frage unbeantwortet, ob sie inzwischen auch gegen Ganswindt ermittle.

Ganswindt gehörte dem Siemens-Vorstand seit Ende 2002 an und war im Oktober 2004 in den engsten Führungszirkel, den Zentralvorstand, berufen worden. Dort war er unter anderem für die Sparte Telekommunikation zuständig. In diesem Geschäftsbereich waren nach den bisherigen Ermittlungen in den vergangenen zehn Jahren schwarze Kassen in Österreich und der Schweiz angelegt und mit mehr als 200 Millionen Euro gefüllt worden.

Der inhaftierte Mitarbeiter sagte nach "SZ"-Informationen bei seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft aus, er sei Anfang 2004 bei Ganswindt gewesen und habe ihm geraten, die intern als "Provisionen" bezeichneten Schmiergeldzahlungen deutlich zu senken, da es ansonsten strafrechtliche Probleme geben könne. Ganswindt habe bei dieser Gelegenheit wissen wollen, welche Beträge wohin flössen. Der Ex-Mitarbeiter antwortete demnach, dass rund 15 Millionen Euro im Jahr nach Griechenland gingen, etwa 10 Millionen nach Nigeria und ebenfalls rund 10 Millionen Euro in Länder der ehemaligen Sowjetunion. Ganswindt habe dazu erklärt, er wolle darauf hinwirken, dass diese Provisionszahlungen gesenkt würden.

Aufsichtsratschef von Pierer kündigt Aufklärung an


Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer sieht das Unternehmen durch die Korruptionsaffäre in seinen Grundlagen gefährdet und hat deshalb eine kompromisslose Aufklärung der Vorwürfe angekündigt. Zusammen mit Vorstandschef Klaus Kleinfeld schrieb Pierer in einem Brief an die Mitarbeiter: "Kein Mitarbeiter, kein Manager kann sich darauf berufen, er habe nicht gewusst, was in unserem Hause in Sachen Verhaltensethik erwartet wird."

Weiter heißt es in dem Brief: "In einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft München ist in diesem Zusammenhang sogar von 'Bandenbildung' die Rede. Wir halten es nicht für übertrieben, wenn wir feststellen, dass es hier um die Fundamente unseres auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmens geht". Jetzt müsse ein Ruck durch das Unternehmen gehen. Um das Unternehmen wieder nach vorne zu bringen, "müssen wir kompromisslos aufräumen", kündigte die Siemens-Spitze an. Die Glaubwürdigkeit von Siemens' gesellschaftlicher Verantwortung sei bedroht.

Liechtenstein ermittelt wegen Bestechung

Die Staatsanwälte in München sowie in Österreich, Italien und der Schweiz prüfen, ob aus den schwarzen Kassen auch Schmiergeld für Aufträge in Griechenland, Nigeria und anderen Ländern gezahlt wurde.

Die Liechtensteiner Justiz teilte mit, sie ermittle seit Ende November 2004 gegen zwei ehemalige Siemens-Mitarbeiter und zwei weitere Personen wegen Verdachts der Untreue, Geldwäsche und Bestechung. "Beim Vorwurf der Bestechung, geht es um Zahlungen im Zusammenhang mit Geschäften der Siemens AG im Bereich Telekommunikation in Asien, Afrika und Europa", erklärte der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner.

Siemens habe erklärt, nicht geschädigt zu sein, und die Einstellung des Strafverfahrens gegen die vier Verdächtigen verlangt. Nach heutigem Erkenntnisstand seien in diesem Zusammenhang 7,6 Millionen Euro über Konten in Liechtenstein transferiert worden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens- Schmiergelder: 100 Millionen Euro Schwarzgeld flossen über Dubai
Beitrag von: SiLæncer am 25 November, 2006, 15:16
Die Siemens-Verdächtigen betrieben offenbar eine weltumspannende Schmiergeldmaschine: Sie transferierten 100 Millionen Euro nach Dubai, von dort in die Karibik, dann zurück in die Schweiz. Auch ein Siemens-Vorstand soll von den schwarzen Kassen gewusst haben.

München - Die hundert Millionen Euro sind nach Informationen des SPIEGEL unter anderem über eine Firma namens Fiberlite nach Dubai geflossen. Von dort aus ging ein Teil der Gelder über Briefkastenfirmen in der Karibik auf die Schweizer Konten eines ehemaligen griechischen Siemens-Managers. Der Grieche war bis Anfang April in der Chefetage des griechischen Siemens-Com-Ablegers beschäftigt. Über ihn, so vermuten Ermittler, könnten Bestechungsgelder an staatliche Institutionen geflossen sein.

Gezahlt wurde angeblich, um im Rahmen der Olympischen Spiele 2004 in Athen den Auftrag für ein Sicherheitssystem zu ergattern, sowie für weitere Großprojekte, darunter womöglich Arbeiten im Zusammenhang mit der Athener U-Bahn. Inzwischen ermittelt auch die Athener Staatsanwaltschaft. Auf den Schweizer Konten des Siemens-Managers lagerten nach Erkenntnissen der Ermittler zuletzt mehr als 30 Millionen Euro.

Auch Siemens-Vorstandsmitglied informiert

Über die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen von Siemens soll nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) auch die Konzernspitze informiert gewesen sein. Nach Aussage eines langjährigen Mitarbeiters, der in Untersuchungshaft sitzt, kannte der frühere Vorstand, Thomas Ganswindt, die schwarzen Kassen und die Korruptionspraktiken des Konzerns, berichtet das Blatt.

Die Münchner Justiz hat sechs Siemens-Angestellte wegen des Verdachts der Untreue verhaftet und prüft, ob schwarze Kassen mit 200 Millionen Euro für Schmiergeldzahlungen eingerichtet wurden.

Der ehemalige Mitarbeiter hat dem Bericht zufolge ein umfassendes Geständnis abgelegt und Ganswindt schwer belastet. Dieser habe über Schwarzgelder und die weltweite Korruption Bescheid gewusst. Ganswindt arbeitet mittlerweile nicht mehr bei Siemens, er wechselte vor wenigen Monaten an die Spitze eines anderen Unternehmens.

Der "SZ" ließ Ganswindt mitteilen, er verfolge "die laufenden Ermittlungen bei Siemens sehr aufmerksam". Sollte es erforderlich sein, werde er "selbstverständlich mit der Staatsanwaltschaft und anderen Behörden kooperieren". Zu einem laufenden Verfahren wolle er sich aber öffentlich nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft München I ließ die Frage unbeantwortet, ob sie inzwischen auch gegen Ganswindt ermittle.

15 Millionen für Griechenland, 10 Millionen für Nigeria

Ganswindt gehörte dem Siemens-Vorstand seit Ende 2002 an und war im Oktober 2004 in den engsten Führungszirkel, den Zentralvorstand, berufen worden. Dort war er unter anderem für die Sparte Telekommunikation zuständig. In diesem Geschäftsbereich waren nach den bisherigen Ermittlungen in den vergangenen zehn Jahren schwarze Kassen in Österreich und der Schweiz angelegt und mit mehr als 200 Millionen Euro gefüllt worden.

Der inhaftierte Mitarbeiter sagte nach "SZ"-Informationen bei seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft aus, er sei Anfang 2004 bei Ganswindt gewesen und habe ihm geraten, die intern als "Provisionen" bezeichneten Schmiergeldzahlungen deutlich zu senken, da es ansonsten strafrechtliche Probleme geben könne. Ganswindt habe bei dieser Gelegenheit wissen wollen, welche Beträge wohin flössen. Der Ex-Mitarbeiter antwortete demnach, dass rund 15 Millionen Euro im Jahr nach Griechenland gingen, etwa 10 Millionen nach Nigeria und ebenfalls rund 10 Millionen Euro in Länder der ehemaligen Sowjetunion. Ganswindt habe dazu erklärt, er wolle darauf hinwirken, dass diese Provisionszahlungen gesenkt würden.

Aufsichtsratschef von Pierer kündigt Aufklärung an

Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer sieht das Unternehmen durch die Korruptionsaffäre in seinen Grundlagen gefährdet und hat deshalb eine kompromisslose Aufklärung der Vorwürfe angekündigt. Zusammen mit Vorstandschef Klaus Kleinfeld schrieb Pierer in einem Brief an die Mitarbeiter: "Kein Mitarbeiter, kein Manager kann sich darauf berufen, er habe nicht gewusst, was in unserem Hause in Sachen Verhaltensethik erwartet wird."

Weiter heißt es in dem Brief: "In einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft München ist in diesem Zusammenhang sogar von 'Bandenbildung' die Rede. Wir halten es nicht für übertrieben, wenn wir feststellen, dass es hier um die Fundamente unseres auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmens geht". Jetzt müsse ein Ruck durch das Unternehmen gehen. Um das Unternehmen wieder nach vorne zu bringen, "müssen wir kompromisslos aufräumen", kündigte die Siemens-Spitze an. Die Glaubwürdigkeit von Siemens' gesellschaftlicher Verantwortung sei bedroht.

Liechtenstein ermittelt wegen Bestechung

Die Staatsanwälte in München sowie in Österreich, Italien und der Schweiz prüfen, ob aus den schwarzen Kassen auch Schmiergeld für Aufträge in Griechenland, Nigeria und anderen Ländern gezahlt wurde.

Die Liechtensteiner Justiz teilte mit, sie ermittle seit Ende November 2004 gegen zwei ehemalige Siemens-Mitarbeiter und zwei weitere Personen wegen Verdachts der Untreue, Geldwäsche und Bestechung. "Beim Vorwurf der Bestechung, geht es um Zahlungen im Zusammenhang mit Geschäften der Siemens AG im Bereich Telekommunikation in Asien, Afrika und Europa", erklärte der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner.

Siemens habe erklärt, nicht geschädigt zu sein, und die Einstellung des Strafverfahrens gegen die vier Verdächtigen verlangt. Nach heutigem Erkenntnisstand seien in diesem Zusammenhang 7,6 Millionen Euro über Konten in Liechtenstein transferiert worden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: SIEMENS- FINANZAFFÄRE - Auch Korruptionsjäger sollen verstrickt sein
Beitrag von: SiLæncer am 27 November, 2006, 09:11
In den Skandal um schwarze Kassen und Schmiergeldzahlungen bei Siemens soll auch die Anti-Korruptionsabteilung des Konzerns verwickelt sein. Dies hat ein Beschuldigter laut einem Zeitungsbericht gegenüber den Behörden ausgesagt.

München - Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) hat einer der Beschuldigten gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärt, zwei Führungskräfte aus der Abteilung Compliance seien über die Schwarzgeldkonten im Bilde gewesen und hätten sogar versucht, deren Existenz zu vertuschen.

Als 2002 die Gefahr bestanden habe, dass schwarze Kassen in Österreich enttarnt werden könnten, habe eine dieser beiden Führungskräfte intern mitgeteilt, man müsse sich ein anderes Modell überlegen. Die andere Führungskraft habe 2006 darauf gedrungen, alles zu verheimlichen. Siemens, man sei über diese Aussagen nicht informiert.

Aktionärsschützer fordern den Siemens-Konzern nun zu einer raschen Aufklärung der Schmiergeldvorwürfe auf. "Das muss personelle Konsequenzen haben", sagte der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Michael Kunert, der "Berliner Zeitung". "Bei Siemens muss aufgeräumt werden. Es muss von unten bis nach oben durchleuchtet werden, wer von der Affäre etwas gewusst und nichts weiter gemeldet hat. Und wer davon gewusst hat, der muss gehen", sagte Kunert.

Der Aktionärsschützer warnte zugleich vor den Folgen solcher dubiosen Geschäfte. "Die Spätfolgen sind in der Regel verheerend. Vor allem besteht die Gefahr, dass sich Kunden von korrupten Unternehmen abwenden und etwa bei der Vergabe künftiger Aufträge nicht mehr berücksichtigen", sagte Kunert. Das schade langfristig nicht nur dem Konzern, sondern könne auch Schaden in der gesamten deutschen Industrie anrichten, weil man dem Wort Made in Germany nicht mehr traue.

Kunert sagte weiter, man könne nicht ausschließen, dass so etwas auch bei anderen Unternehmen vorgekommen sei oder noch vorkomme. "Es ist zumindest befremdlich, dass jetzt nach VW mit Siemens der zweite große Dax-Konzern in interne Korruptionsaffären verwickelt worden ist. Da stellt sich die Frage durchaus, inwiefern die internen Kontrollmechanismen der Unternehmen greifen, um so etwas früh zu erkennen", sagte Kunert.

Der Aktionärsschützer forderte die Unternehmen auf, die internen Kontrollmechanismen zu verbessern. "Da muss offenbar viel getan werden. Die Unternehmenskultur muss sich ändern. Es sollte in allen großen Unternehmen Anti-Korruptionsabteilungen geben, die solchen Betrug möglichst verhindern oder frühzeitig aufdecken und zur Anzeige bringen."

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BenQ-Mobile-Chef schmeißt hin
Beitrag von: SiLæncer am 28 November, 2006, 09:13
Der Geschäftsführer des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile, Clemens Joos, ist von seinem Amt zurückgetreten. Ein Sprecher des Unternehmens habe entsprechende Informationen bestätigt, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer Dienstagsausgabe. Joos habe seinen Rücktritt bereits am Freitag eingereicht. Unternehmensangaben zufolge soll der Schritt aus persönlichen Gründen erfolgt sein, nachdem man eine Lösung für die Transfergesellschaft gefunden habe und Investorengespräche angelaufen seien.

Der 48-jährige Joos, der nach der Übernahme der defizitären Handysparte von Siemens durch den taiwanischen Hersteller BenQ zum CEO von BenQ Mobile ernannt wurde, bleibe vorerst jedoch Mitarbeiter von BenQ Mobile, schreibt die Süddeutsche. Das Unternehmen hatte nach hohen Verlusten Ende September Insolvenz angemeldet. Die IG Metall teilte zuletzt mit, Siemens habe bis zu 180 Millionen Euro für BenQ-Mitarbeiter zugesagt, die in Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften aufgefangen werden sollen. Der Elektronikkonzern wies die Gewerkschaftsangaben jedoch "als absolut falsch" zurück.


Quelle : www.heise.de
Titel: Korruptionsaffäre: Siemens droht Millionenstrafe in den USA
Beitrag von: SiLæncer am 29 November, 2006, 12:45
Der Korruptionsskandal bei Siemens zieht nun auch in den USA Kreise. Dem Konzern drohen Ermittlungen der Börsenaufsicht SEC. Sollte sich herausstellen, dass durch illegale Machenschaften die Interessen von Anlegern geschädigt wurden, kommen auf das Unternehmen Millionenzahlungen zu.

Hamburg - Im Korruptionsskandal beim Elektrokonzern Siemens will die US-Börsenaufsicht SEC möglicherweise Ermittlungen aufnehmen. Bislang sei jedoch noch kein offizieller Beschluss gefallen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) unter Berufung auf SEC-Kreise.

Siemens könnten dem Bericht zufolge Strafzahlungen in Millionenhöhe drohen. Im Fall von Bestechungen, Schmiergeldzahlungen und schwarzen Kassen könne die SEC sogar die Börsenzulassung entziehen. Es gehe um die Frage, inwieweit durch illegale Machenschaften die Interessen von Anlegern geschädigt wurden. Die SEC beruft sich dabei auf den sogenannten Foreign Corrupt Practices Act (FCPA). Das Gesetz ermögliche es, auch gegen die Bestechung von ausländischen Amtsträgern vorzugehen.

In Deutschland hat der Korruptionsskandal zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Laut "SZ" hat der Konzern vier Mitarbeiter wegen der Vorwürfe von ihren Aufgaben entbunden und vorläufig suspendiert. Das "Handelsblatt" berichtet von fünf suspendierten Mitarbeitern. Um wie viele es sich tatsächlich handelt, wollte ein Unternehmenssprecher nicht sagen; es sei aber eine "überschaubare Anzahl".

Sechs Siemens-Mitarbeiter sitzen bereits wegen des Verdachts, schwarze Kassen in Österreich und der Schweiz angelegt und mit mehr als 200 Millionen Euro gefüllt zu haben, in Untersuchungshaft.

Quelle : www.spiegel.de

Titel: KORRUPTIONSSKANDAL-Siemens- Manager nennt erstmals Schmiergeldempfänger
Beitrag von: SiLæncer am 02 Dezember, 2006, 13:45
Im Korruptionsskandal beim Siemens-Konzern hat ein Manager des Unternehmens erstmals konkrete Adressaten von Schmiergeldzahlungen genannt. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2004 sollen Millionenbeträge an griechische Regierungsmitarbeiter geflossen sein.

Hamburg/München - Der in den Fall verwickelte Manager räumte nach Informationen des SPIEGEL gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft ein, dass im Zusammenhang mit einem Sicherheitssystem für die Olympischen Spiele in Athen Gelder an Entscheidungsträger sowohl im Innen- als auch im Verteidigungsministerium gezahlt worden sein. Offenbar erhielt der frühere Athener Statthalter des Konzerns jährlich zwischen acht und zehn Prozent des jeweiligen Jahresumsatzes von Siemens Griechenland, um die Geschäfte mit Bargeld zur fördern. Mitunter rund zehn Millionen Euro.

Der aussagewillige Manager, der das System der schwarzen Kassen mit aufgebaut hat, ist am Freitag aus der Haft entlassen worden. Siemens wollte sich mit Verweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht zu dem Fall äußern.

Sollten sich die Vermutungen der Ermittler bestätigen, wonach allein in den vergangenen fünf Jahren rund 200 Millionen Euro Schmiergeld über die schwarzen Kassen geflossen sein sollen, drohen Siemens Steuernachzahlungen von bis zu 60 Millionen Euro plus Strafen. Als Reaktion auf die Affäre wollen einige Aufsichtsräte nun bei ihrer nächsten Sitzung am 11. Dezember unter anderem verlangen, das Präsidium und den Prüfungsausschuss des Kontrollgremiums personell zu verstärken und die Korruptionsaufsicht künftig direkt bei Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld anzusiedeln.

Die Staatsanwaltschaft untersucht offenbar auch, welche Rolle der Siemens-Buchprüfer KPMG spielt. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" vorab berichtete, seien KPMG-Firmenräume in München bereits am 17. November durchsucht worden. Insider hätten berichtet, KPMG sei bei Buchprüfungen mehrfach auf dubiose Geldströme gestoßen und habe die dem Unternehmen gemeldet. Die Ermittler untersuchten nun, wer an der Siemens-Spitze zu welchem Zeitpunkt entsprechende Hinweise von KPMG erhalten haben könnte.

In der Schmiergeldaffäre sitzen noch fünf Siemens-Mitarbeiter in Untersuchungshaft. Sie stehen im Verdacht, schwarze Kassen in Österreich und der Schweiz angelegt und mit mehr als 200 Millionen Euro gefüllt zu haben.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: SCHMIERGELD- AFFÄRE - Siemens gibt Existenz eines Geheimkontos zu
Beitrag von: SiLæncer am 06 Dezember, 2006, 20:57
Siemens räumt erstmals die Existenz eines Geheimkontos ein - in einem Brief an ein Athener Gericht. Der Konzern reichte mit dem Brief Klage gegen einen einstigen Griechenland-Manager ein: Er habe Geld von dem Konto für unbekannte Zwecke verwendet. Will Siemens so den Korruptions-Verdacht vom Konzern abwenden?

Hamburg - Nur einen Tag vor der großen Durchsuchungsaktion der Staatsanwaltschaft München am 15. November - mit der die Affäre um die Schmiergeldtöpfe des Elektro-Multis öffentlich wurde - reichte die Siemens AG Klage gegen den ehemaligen Generaldirektor Telekommunikation und Informatik von Siemens Griechenland ein. Dem langjährigen Siemens-Manager M. wird von seinem früheren Arbeitgeber zur Last gelegt, über die Verwendung von rund acht Millionen Euro aus den vermeintlichen schwarzen Kassen des Konzerns in der Schweiz keine Belege abgegeben zu haben. Das Geld hatte M. anschließend auf sein eigenes Konten in Griechenland überwiesen.

In der siebenseitigen Klageschrift gibt Siemens zu, dass ein Konto bei der Dresdner Bank in der Schweiz Siemens gehörte, über das nach Ansicht von Ermittlern in München und der Schweiz Schmiergelder für Aufträge im Ausland gewaschen wurden. Den Ausführungen der Siemens-Anwälte zufolge zählte das Konto bei der Dresdner Bank in Zürich zu den "finanziellen Interessen unserer Firma". M. habe es lediglich "verwaltet".

Der Weltkonzern wirft seinem Statthalter in Griechenland vor, über die Verwendung von zwei Millionen Euro, die er am 24. September 2003 von diesem Konto auf sein Privatkonto bei der Société Générale Hellas transferiert hatte, keinerlei Rechenschaft abgelegt zu haben. Am 28. Januar 2005 soll der Manager "auf die gleiche Art und Weise" erneut sechs Millionen Euro von der Dresdner Bank in der Schweiz auf sein Privatdepot überwiesen haben, ohne gegenüber Siemens die Verwendung des Geldes zu erklären.

Ausweislich der Klageschrift sollte das Millionendepot in der Schweiz von M. für die Bewältigung von "außerordentlichen, direkten und laufenden Bedürfnissen unseres Unternehmens" eingesetzt werden. Soll diese verquerte Formulierung womöglich bedeuten, das M. beispielsweise befugt war hochrangige Entscheidungsträger zu schmieren, um so an millionenschwere Aufträge in Griechenland zu gelangen? Siemens wollte gegenüber SPIEGEL ONLINE wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft München diese Frage nicht beantworten.

M. nutzte das Geld auch für den Balkan

Offenbar konnte M. aber nicht nur über Siemens-Millionen verfügen, wenn es darum ging, "außerordentliche Bedürfnisse" in Griechenland zu lösen. Er tat dies, ausweislich der Klageschrift, auch "auf dem Balkan und in anderen Ländern". M habe dafür Gelder "in vielen Millionen Euro Höhe" für den Konzern verwaltet. Er habe dabei das "völlige Vertrauen" des Konzernvorstandes und von Siemens Griechenland genossen. Nun aber will die Siemens AG die acht Millionen Euro "plus Zinsen" von seinem früheren Top-Manager zurück.

Stellt sich jedoch die Frage, warum das Unternehmen in diesem Fall M. nicht gleich wegen Untreue oder Betrugs angezeigt hat. Oder wollte der Konzern mit der Klage womöglich zu Beginn der Münchner Schmiergeld-Ermittlungen nur dokumentieren, dass man keine Ahnung habe, wofür die acht Millionen nach Griechenland tatsächlich geflossen sind? Siemens bestreitet ein solches Vorgehen. Die Klage sei erst so spät erfolgt, weil die "notwendigen internen Untersuchungen einen entsprechenden Zeitraum in Anspruch genommen haben".

Insider glauben nicht an Prozess

Der Konzern und der Manager hatten sich am 6. April diesen Jahres zunächst einvernehmlich voneinander getrennt, nachdem M. nur wenige Tage zuvor von der Berner Bundesanwaltschaft zu dem Geldwäscheverdacht der Dresdner Bank vernommen worden war, der die Affäre und die schwarzen Kassen von Siemens im August 2005 ausgelöst hatte. M. soll in dem Gespräch angedeutet haben, dass mit dem Geld neue Märkte "bearbeitet" worden sein sollen.

Nach Erkenntnissen der Schweizer Bundesanwaltschaft soll M. Zugriff auf mehrere Konten gehabt haben, auf denen zwischenzeitlich rund 41 Millionen Euro lagerten. Die Ermittler in Bern haben die Konten inzwischen wegen der Verdachts der Geldwäsche und der "korrupten Bearbeitung von Märkten" eingefroren.

Insider halten es unterdessen für wenig wahrscheinlich, dass es Siemens vor dem Athener Landgericht wirklich zu einem Prozess kommen lässt. Zu groß wäre die Gefahr, dass M. dort Summen und Namen nennen würden, die er mit dem Siemens-Geld möglicherweise bedacht haben könnte. Doch bis dahin ist noch etwas Zeit, den schmierigen Fall womöglich geräuschloser aus der Welt zu schaffen. Der erste Verhandlungstermin wurde auf den 1. November nächsten Jahres angesetzt.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: SCHMIERGELD- AFFÄRE - Siemens soll Vernehmung von Aufsichtsrat abgeblockt haben
Beitrag von: SiLæncer am 06 Dezember, 2006, 23:21
Siemens hat der "Süddeutschen Zeitung" zufolge Anfang des Jahres verhindert, dass Liechtensteiner Ermittler einen Aufsichtsrat zu den Geldwäsche- und Bestechungsvorwürfen vernahmen. Laut dem Bericht gibt es Hinweise, dass Siemens seit 2004 von der Affäre wusste - sie aber keineswegs aufklärte.

München - Siemens hat dem Bericht zufolge Anfang 2006 das Ansinnen des Landgerichtes Liechtenstein abgelehnt, ein Mitglied des Aufsichtsrates als Zeugen in einem Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche und Bestechung zu vernehmen. Die Behörden in Liechtenstein ermitteln schon seit zwei Jahren wegen schwarzer Kassen und mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen bei Siemens.

Die Liechtensteiner Ermittler wollten nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" die Konzernspitze frühzeitig mit ihren Erkenntnissen konfrontieren und ein Mitglied des Aufsichtsrates als Zeugen vernehmen. Das sei aber von dem Unternehmen abgeblockt worden, was dem Bericht zufolge mehrere Briefwechsel dokumentieren. Entsprechende Bitten des Fürstlichen Landgerichts in der Landeshauptstadt Vaduz vom 25. November 2005 und 4. Januar 2006 habe der Anwalt von Siemens in Liechtenstein in Abstimmung mit der Konzernzentrale zurückgewiesen - in Antwortschreiben am 5. Januar 2006 und später noch einmal am 11. April 2006.

Im Aufsichtsrat löste diese Nachricht der "SZ" zufolge am Mittwoch Erstaunen aus. Die Bitte aus Liechtenstein sei ihm nicht bekannt, sagte ein Mitglied des Kontrollgremiums. Überhaupt habe man im Aufsichtsrat nichts von den Ermittlungen in Liechtenstein gewusst.

Aus Briefwechseln zu dem Verfahren geht der Zeitung zufolge allerdings hervor, dass die Siemens AG schon seit zwei Jahren über offenkundige Schwarzgeldkonten im Bilde war, auf die Staatsanwälte in Liechtenstein bei ihren Nachforschungen gestoßen waren. Der Konzern soll sogar mehrere Millionen Euro zurückgebucht haben, die dort gefunden worden waren. Die Siemens AG hätte demnach seit 2004 frühzeitig den Skandal intern aufklären und gegebenenfalls die Staatsanwaltschaft in Deutschland einschalten können, was aber nicht geschehen sei.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Nach der Handy-Pleite: BenQ ist in Geldnot
Beitrag von: SiLæncer am 08 Dezember, 2006, 13:44
Nach der Insolvenz des Münchner Handy-Herstellers BenQ Mobile muss nun auch der taiwanische Mutter-Konzern um seine wirtschaftiche Situation fürchten. Der Verlust lag im dritten Quartal bei 293 Millionen Euro, die Pleite soll das Unternehmen mehr als 800 Millionen Euro gekostet haben.

Um BenQ Mobile steht es nicht gut: nachdem der Mutter-Konzern im September den Geldhahn zudrehte und den Münchner Hersteller in die Insolvenz schickte, herrschten zuletzt Gerüchte , dass BenQ ebenfalls in finanziellen Problemen stecken würde, sogar von einer Übernahme durch einen Konkurrenten war die Rede. Allein im dritten Quartal lag der Verlust des taiwanischen Herstellers bei 293 Millionen Euro, wodurch er wirtschaftlich an Schlagkraft verlor.

Allein die Pleite von BenQ Mobile soll den Konzern mehr als 800 Millionen Euro gekostet haben, geplant ist nun die Emission einer Umtauschanleihe auf die Aktien an AU Optronics, an dem die Asiaten mit 9,6 Prozent beteiligt sind. Der Wert der Anteile beläuft sich auf 760 Millionen Euro. Von Kreditgebern erhofft sich BenQ Einnahmen von 140 Millionen Euro.

Die Offensive auf dem deutschen Markt ging für BenQ nach hinten los, seit der Übernahme der ehemaligen Mobilfunk-Sparte von Siemens im Herbst 2005 steht der Konzern, der im Jahre 2001 vom Computer-Hersteller Acer getrennt wurde, in den roten Zahlen. Bereits in der vergangenen Woche teilte eine Sprecherin des Insovlenz-Verwalters von BenQ Mobile mit, dass eine Lösung für den Münchner Hersteller, der in Deutschland etwa 3000 Arbeitsplätze unterhält, noch in diesem Jahr gefunden werde.

Quelle : www.pcwelt.de
Titel: Siemens: Zeitung berichtet über sechs Geständnisse
Beitrag von: SiLæncer am 09 Dezember, 2006, 10:07
Bei den Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft wegen schwarzer Kassen und Schmiergeldzahlungen bei Siemens gibt es einem Pressebericht zufolge neue Entwicklungen: Sechs aktive und ehemalige Mitarbeiter sollen Geständnisse abgelegt haben, unter ihnen auch ein Top-Manager.

München - Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ist unter den geständigen Siemens-Mitarbeitern auch Michael Kutschenreuter, ehemaliger Finanzvorstand der Sparte Telekommunikation (Com). "Herr Kutschenreuter sagt umfassend aus", sagten die beiden Anwälte des Managers, Leonard Walischewski und Thilo Pfordte, der Zeitung zufolge. Kutschenreuter ist der einzige Topmanager, der bislang in Untersuchungshaft sitzt.

Konzernchef Klaus Kleinfeld hatte vor zwei Wochen in einem Brief an die Belegschaft mitgeteilt, man werde "kompromisslos aufräumen". Von Kutschenreuter erhoffen sich die Ermittler offenbar auch neue Erkenntnisse, ob und inwieweit die Konzernspitze in den Skandal verwickelt ist. Ein ehemaliger Zentralvorstand, Thomas Ganswindt, ist bereits schwer belastet worden.

Die sechs geständigen Siemens-Mitarbeiter sollen laut Bericht zugegeben haben, schwarze Kassen in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich installiert oder ermöglicht zu haben. Auf geheimen Konten in diesen Ländern seien mindestens 200 Millionen Euro versteckt worden. Mehrere dieser sechs Beschuldigten hätten zudem eingeräumt, aus den schwarzen Kassen sei Schmiergeld in mehr als zehn Länder in Europa, Asien, Afrika und Mittelamerika geflossen. Auf diese Weise seien wertvolle Informationen und lukrative Aufträge gekauft worden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Finanzaffäre: Externe Prüfer gefordert
Beitrag von: SiLæncer am 11 Dezember, 2006, 14:56
In der Affäre um schwarze Kassen bei Siemens will der Aufsichtsrat des Elektrokonzerns laut einem Zeitungsbericht den Einsatz externer Prüfer durchsetzen. Ohne Hilfe von außen sei die Aufarbeitung des Skandals zum Scheitern verurteilt, sagte ein Mitglied des Aufsichtsrates der Süddeutschen Zeitung. Das Gremium könne bereits am Montag einen entsprechenden Auftrag erteilen, hieß es. Vorstandschef Klaus Kleinfeld befürworte das Vorgehen, wie aus Unternehmenskreisen verlaute. Unklar sei allerdings noch, welcher Zeitraum durchleuchtet werde. Mittlerweile soll es in der Schmiergeld-Affäre sechs Geständnisse von aktiven und ehemaligen Beschäftigten des Konzerns geben. Sechs Beschuldigte aus der Sparte Telekommunikation (Com) hätten zugegeben, schwarze Kassen in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich installiert oder ermöglicht zu haben, berichtete die Süddeutsche bereits am Samstag.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt etwa ein Dutzend Beschuldigte, rund 200 Millionen Euro veruntreut und damit Schmiergeld für Auslandsaufträge gezahlt zu haben. In der Affäre ermittelt die Sonderkommission "Netzwerk" des Landeskriminalamtes München, fünf Beschuldigte sitzen noch in Untersuchungshaft.

Der finnische Handy-Konzern Nokia will unterdessen an der geplanten Zusammenarbeit mit Siemens bei Netzwerken auch angesichts der Korruptionsaffäre festhalten. Nokia-Sprecherin Arja Suominen sagte der dpa zu der für das kommende Jahr geplanten Zusammenlegung der Netzwerksparten: "Die Integration geht weiter." Nokia beobachte die Entwicklung um Siemens sehr genau. "Wir kommentieren aber grundsätzlich keine Gerüchte. Und mehr gibt es bisher nicht in dieser Angelegenheit." Auch ein Siemens-Sprecher erklärte am Sonntag: "Das Integrationsteam arbeitet völlig normal weiter. Wir gehen davon aus, dass die Arbeit des Joint Ventures wie geplant Anfang kommenden Jahres starten wird."

In einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hieß es, Siemens habe Juristen prüfen lassen, ob die Finnen angesichts der Finanz-Affäre die Zusammenlegung der Sparten abblasen könnten. Das Ergebnis sei gewesen, dass Nokia im Lichte des Skandals durchaus Anhaltspunkte hätte, um die Partnerschaft anzufechten. Die schwarzen Kassen sollen im Siemens-Bereich Kommunikation (Com) gebildet worden sein, der zum 1. Januar teilweise in das Netzwerk- Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia einfließen soll. Mittlerweile gebe es auch Kritik aus dem Aufsichtsrat an Wirtschaftsprüfern von KPMG. Es sei fraglich, ob die Prüfer konsequent genug nachgehakt hätten. "200 Millionen Euro dürfen nicht einfach verschwinden, ohne dass die Prüfer das bemerken", sagte ein Aufsichtsrat.

Quelle : www.heise.de
Titel: Handyhersteller BenQ droht die Schließung
Beitrag von: SiLæncer am 11 Dezember, 2006, 17:35
Nach Umsatzeinbrüchen rückt eine mögliche Schließung des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile in Deutschland näher. Wenn bis zum Jahreswechsel keine Einigung mit einem Investor zu Stande komme, müsse das Unternehmen dicht gemacht werden, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager am heutigen Montag auf einer Betriebsversammlung in München. Die Chancen auf eine Rettung liegen nach seiner Einschätzung bei maximal 50 Prozent. Prager informierte die Beschäftigten daher auch über die Möglichkeiten, ab 1. Januar in eine Auffanggesellschaft zu wechseln.

Prager rechnet in diesem Quartal mit einem Umsatz von etwa 50 Millionen Euro – vor der Pleite Ende September ursprünglich geplant gewesen waren 400 Millionen Euro. Solche Einbrüche seien für ein Unternehmen nicht ungewöhnlich, betonte eine Sprecherin Pragers. Allerdings zeige der Geschäftsverlauf, wie dringend eine Lösung gefunden werden müsse.

Der vorläufige Insolvenzverwalter verhandelt derzeit vor allem mit einem Investor, der an einer Übernahme interessiert ist. Der Interessent hat sich die Bücher von BenQ Mobile bereits angeschaut. Bisher konnte aber noch kein Abschluss erzielt werden.

BenQ Mobile ist die ehemalige Handysparte von Siemens. Ende September musste die deutsche BenQ Mobile mit gut 3000 Mitarbeitern Insolvenzantrag stellen, nach dem der taiwanesische BenQ-Konzern den Geldhahn zugedreht hatte. Prager beschäftigt derzeit noch gut 1100 Mitarbeiter. Am 1. Januar sollen zwei Beschäftigungsgesellschaften an den Start gehen, diese werden maßgeblich von Siemens mitfinanziert.

Quelle : www.heise.de
Titel: Schmiergeld- Affäre: Siemens sammelt sein Geld ein
Beitrag von: SiLæncer am 11 Dezember, 2006, 22:31
Seit bekannt werden der Schmiergeldaffäre ist der Münchener Elektronikkonzern Siemens auf der Suche nach den Schmiergeldkonten. Die Spuren führten unter anderem in die Schweiz und nach Griechenland. Zwei dieser Konten sollen jetzt aufgelöst werden.

Athen/München - Das Geld war in der Obhut des ehemaligen Spitzenmanagers in Griechenland, Prokopis Mavridis. Er war heute freiwillig bei einem Athener Staatsanwalt erschienen, der zurzeit in der Affäre in Griechenland ermittelt. Nach seiner Aussage befinden sich acht Millionen auf Konten in Griechenland und in der Schweiz, die ausschließlich den "finanziellen Interessen" des Unternehmens gedient hätten.

Gegenüber Siemens hat er sich heute offiziell bereit erklärt, das Geld zurückzuzahlen. Siemens und Mavridis hätten sich außergerichtlich geeinigt, erklärte heute der Rechtsanwalt des Ex-Top-Managers, Themistoklis Sofos. Ermittler in Deutschland hatten in den vergangenen Wochen diese Gelder als Schmiergelder für Aufträge im Ausland eingestuft.

In Deutschland gerät unterdessen der Siemens-Aufsichtsrat immer stärker unter Druck. Experten für Unternehmensführung forderten heute den Rücktritt des Vorsitzenden des Kontrollgremiums und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer. Gleichzeitig kündigten Aktionärsschützer an, den Skandal in den Mittelpunkt der Hauptversammlung am 25. Januar zu stellen.

Einige Mitglieder des Aufsichtsrates wollen auf der heutigen Sitzung als Konsequenz aus dem Schwarzgeldskandal den Einsatz externer Prüfer durchsetzen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf ein Mitglied des Gremiums. Eine Aufarbeitung der Affäre ohne Hilfe von außen sei zum Scheitern verurteilt. Ein entsprechender Auftrag sollte noch am selben Tag erteilt werden. Der Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld begrüßt dem Bericht zufolge das Vorgehen. Unklar sei allerdings, welcher Zeitraum durchleuchtet werden soll.

Davon hängt ab, ob die Prüfung noch in die Ära 1992 bis 2005 reicht, in der der jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Pierer selbst Vorstandsvorsitzender war. Alexander Bassen, Wirtschaftsprofessor in Hamburg und Experte für Unternehmensführung, sagte dem "Handelsblatt", das weltweite System von schwarzen Kassen sei in jener Zeit aufgebaut worden. "Es besteht potenziell die Gefahr, dass Herr von Pierer in dieser Sache nicht so recherchiert, wie es vielleicht ein anderer tun würde", sagte Bassen.

Auch Manuel Theisen, Professor für Betriebswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, verwies auf diesen Interessenskonflikt. Die Gefahr, dass Aufsichtsräte ihre eigenen Vergehen verfolgen sollen, sei bei Siemens sehr konkret geworden. Insofern habe der Fall Pierer eine weit über den Konzern hinaus reichende Bedeutung. "Herr von Pierer ist an der Spitze des Aufsichtsrates nicht mehr haltbar, und das müsste er selbst auch erkennen", sagte Theisen.

Willi Bender von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kündigte bereits Konsequenzen an. "Wir werden auf der Hauptversammlung weder dem Vorstand noch dem Aufsichtsrat noch den Wirtschaftsprüfern die Entlastung erteilen", sagte er der "Welt". Wenn wie berichtet in einem einzigen Bereich wie der Kommunikationssparte Com 200 Millionen Euro verschwunden seien, müsse das auch einem Wirtschaftsprüfer auffallen, es sei denn, dieser habe mit Absicht nicht hingesehen.

Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwägt ähnliche Schritte. "Wir überlegen, ob wir für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat eine Einzelabstimmung beantragen", sagte Daniela Bergdolt in dem Blatt. Bei diesem Vorgehen könne denjenigen Aufsichtsräten die Entlastung verweigert werden, die etwa im sogenannten Prüfungssausschuss für die Kontrolle der Jahresabschlüsse zuständig seien. Ein regelrechtes System von schwarzen Konten werfe zwangsläufig die Frage auf, ob die Siemens-Jahresabschlüsse der vergangenen Jahre nichtig sind.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Schmiergeldfall: Siemens muss Bilanz revidieren
Beitrag von: SiLæncer am 12 Dezember, 2006, 07:55
Wegen der Korruptionsaffäre hat der Siemens-Konzern seine Geschäftszahlen für das vergangene Jahr korrigiert. Zudem will das Unternehmen die Aufklärung vorantreiben und heuerte einen ehemaligen Watergate-Ermittler an.

München - Deutschlands größter Elektrokonzern verkündete auf Grund der Affäre eine Korrektur seiner Geschäftszahlen. Als Folge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gehe man für die vergangenen Jahre von einem um 168 Millionen Euro höheren Steueraufwand aus, teilte Siemens mit. Als Folge musste der Konzern seinen Gewinn des Geschäftsjahres 2005/06 auf 3,033 Milliarden Euro nach unten korrigieren. In den vorläufigen Zahlen hatte Siemens 3,106 Milliarden Euro angegeben.

Der Konzern musste offen lassen, ob damit alle Belastungen aus der Affäre abgedeckt sind. "Nach jetzigem Stand ist das die Summe, die wir nennen können", sagte ein Sprecher. Siemens habe nach bestem Wissen die Zahlen geprüft.

Die Führung von Siemens erklärte, man sei sehr betroffen von der Affäre. "Siemens duldet absolut kein ungesetzliches oder regelwidriges Verhalten von Mitarbeitern. Hier gibt es keinerlei Toleranz", sagte Vorstandschef Klaus Kleinfeld.

Leitendes Mitglied im Watergate-Ausschuss

In den kommenden Wochen und Monaten will Siemens nun seine Kontrollsysteme auf den Prüfstand stellen. Eine internationale Anwaltskanzlei und der Mitbegründer von Transparency International, Michael J. Hershman, sollen helfen, die Kontrollsysteme zu verbessern. Hershman war ein leitendes Mitglied im Watergate-Ausschuss des US-Senats. Nach einer Krisensitzung des Aufsichtsrats hatte Kleinfeld gesagt, dass Hershman und die New Yorker Anwaltskanzlei Debevoise den Auftrag hätten, Fehler im System "aufzuspüren und mit aller Konsequenz zu beseitigen".

Die Münchner Staatsanwaltschaft verdächtigt rund ein Dutzend Beschuldigte, etwa 200 Millionen Euro von Siemens in schwarze Kassen transferiert zu haben. Unter den Beschuldigten befinden sich auch zwei ehemalige Bereichsvorstände der Siemens-Festnetzsparte Com. Einer von ihnen sitzt wie auch andere Beschuldigte in Haft.

Mit dem unterschlagenen Geld sollen Schmiergelder für Auslandsaufträge bezahlt worden sein. Eine Prüfung der Bücher ergab nun als Folge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen für die vergangenen Jahre einen zusätzlichen Steueraufwand von 168 Millionen Euro. Wenn zum Beispiel der Empfänger einer Provisionszahlung nicht klar nachgewiesen werden kann, kann die Ausgabe nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens- Affäre: Dubiose Zahlungen über 420 Millionen Euro gefunden
Beitrag von: SiLæncer am 12 Dezember, 2006, 15:49
Der Siemens-Konzern hat erstmals jahrelange Korruption eingeräumt - dabei ist das Ausmaß wohl größer, als bisher angenommen. Das Unternehmen nimmt Zahlungen von nahezu einer halben Milliarde Euro unter die Lupe. Aufsichtsrats-Chef von Pierer sieht keinen Anlass für persönliche Konsequenzen.

München - Finanzvorstand Joe Kaeser sagte heute während einer Pressekonferenz: "Das heißt nicht, dass das alles schwarze Kassen sind." Bei den Summen gehe es um Zahlungen an Berater in den vergangenen sieben Jahren, die Siemens im Zuge der staatsanwaltlichen Ermittlungen nun überprüfe.

Wegen der Zahlungen müsse die Konzernbilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr nachträglich nach unten korrigiert werden. Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer sagte, die Konzernspitze sei entschlossen, "diesem Spuk der Korruption bei uns wirklich ein Ende zu machen".

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte den Schaden für Siemens bisher mit 200 Millionen Euro beziffert. Kaeser sagte, bei internen Prüfungen habe Siemens dubiose Transaktionen in Höhe von 420 Millionen Euro entdeckt. Dieses Geld sei nicht in schwarze Kassen geflossen und auch "nicht unbedingt Schmiergeld". Das meiste seien Zahlungen für Beraterverträge, "wo zweifelhaft ist, ob sie steuerlich absetzbar sind". Deshalb zahle Siemens jetzt 168 Millionen Euro Steuern nach.

"Ich will diese Untreue - und Korruptionsgeschichte nicht herunterspielen", sagte Pierer. "Eine Gruppe von Mitarbeitern hat sich zusammengeschlossen, um alle Sicherungen außer Kraft zu setzen." In der Com-Sparte hätten sich der kaufmännische Leiter, der Vertriebschef, der Leiter des Rechnungswesens und der Leiter der Revision ihre Position und die dezentrale Organisation des Konzerns zunutze gemacht. Einen Rücktritt als Aufsichtsratschef lehnte Pierer, der von 1992 bis 2005 an der Spitze des Konzerns gestanden hatte, ab. Er tue alles, um "für Aufklärung und Abhilfe zu sorgen".

Vorstandschef Klaus Kleinfeld sagte, die US-Anwaltskanzlei Debevoise werde prüfen, "ob in anderen Bereichen und Regionen ähnliche Vorgänge passiert sind". Er gehe zwar nicht davon aus, aber die Kontrollmechanismen bei Siemens hätten offenbar nicht gereicht.

Stuttgarter Staatsanwalt wird Chefkontrolleur

Zum neuen Chef seines Anti-Korruptions-Büros berief Siemens den Stuttgarter Staatsanwalt Daniel Noa. Er verfüge über langjährige Erfahrungen in der Ermittlung von Wirtschaftskriminalität und werde seine neues Amt im Januar antreten, sagte Pierer.

Zumindest im Fall eines griechischen Siemens-Managers gebe es Hinweise darauf, dass er sich auch selbst bereichert habe. "Bei solchen Projekten fällt immer mal wieder etwas vom Fahrzeug herunter, das man dann selbst behält", sagte Kleinfeld. Siemens hat den Exmanager inzwischen auf Rückzahlung einer Millionensumme verklagt. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue. Fünf Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft, andere sind nach umfangreichen Aussagen unter Auflagen auf freiem Fuß.

Pierer sagte, als Vorstandschef habe er alle Mitarbeitern immer wieder mit Nachdruck zur Einhaltung der Anti-Korruptions-Regeln ermahnt und über 20.000 leitende Angestellten diese Verpflichtung unterschreiben lassen. Für Zahlungen seien immer mindestens zwei Manager erforderlich gewesen. Kaeser sagte: "Die Belege sehen aus, als wären sie in Ordnung." Die Umsatzzahlen ab 1999 seien nicht korrigiert worden. Alle Transaktionen seien durch die Bücher gegangen. Wegen Zweifeln an einigen Geldempfängern würden für 2004 bis 2006 Steuern nachgezahlt und der Gewinn 2006 um zwei Prozentpunkte auf 3,087 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Für die Jahre 1999 bis 2003 werde das Eigenkapital niedriger bilanziert.

Die Berufung der US-Anwaltskanzlei Debevoise und des Transpareny-International-Gründers Michael Hershman als externe Prüfer entspreche auch amerikanischen Wünschen, sagte Kleinfeld. Siemens habe nach den Durchsuchungen Mitte November sofort Kontakt mit den US-Justizbehörden und der US-Börsenaufsicht SEC aufgenommen. Das Zahlungssystem werde zentralisiert werden.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: SCHMIERGELDAFFÄRE - Ex Siemens- Zentralvorstand Ganswindt verhaftet
Beitrag von: SiLæncer am 12 Dezember, 2006, 18:34
Die Siemens-Schmiergeld-Affäre hat den Konzernvorstand erreicht. In der Affäre um mögliche schwarze Kassen des Elektro-Konzerns sitzt nach SPIEGEL-Informationen seit heute der frühere Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt wegen "dringenden Tatverdachts" in der Justizvollzugsanstalt Landsberg in Untersuchungshaft.

Hamburg - Offenbar wurde der Top-Manager, der von der Staatsanwaltschaft München I seit dem gestrigen Montag als Beschuldigter geführt wird, von einem ehemaligen Kollegen im Bereichsvorstand der Telekom-Sparte (Com) belastet. Der Ex-Finanzvorstand des Bereichs, der zur Zeit ebenfalls noch in Haft sitzt, war am Donnerstag und Freitag vergangener Woche über Stunden hinweg vor den Ermittlern vernommen worden. Dabei soll er ausgesagt haben, dass Ganswindt, der das Unternehmen erst Ende September diesen Jahres verlassen hatte, bereits deutlich vor Anfang 2004 über das vermutete Schmiergeld-System in der Com-Sparte informiert worden sei - und dieses offenbar weiter geduldet habe.

Ein weiterer Beschuldigter, Reinhard S., hatte in seiner Vernehmung Ende November den Namen Ganswindt zum ersten Mal ins Spiel gebracht. Danach will S., der das weltweite System von Scheinfirmen und schwarzen Kassen installiert haben soll, bereits Anfang 2004 seinen damaligen Bereichsvorstand Ganswindt über die angebliche Schmiergeldpraxis in seinem Beritt informiert und ihm geraten haben, die "Provisionen" zu senken, da es sonst strafrechtliche Probleme geben könne. Zudem soll Ganswindt zusammen mit seinem ebenfalls in Haft sitzenden damaligen Kollegen aus der Com-Sparte einen Beratervertrag für Reinhard S. unterzeichnet haben.

Ganswindt war im Herbst 2001 Vorsitzender des Bereichsvorstandes der früheren Siemens Festnetzsparte geworden und im Oktober 2004 in den Zentralvorstand des Konzerns, zuständig für die Com-Sparte, aufgerückt.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Korruptionsaffäre bei Siemens weitet sich aus
Beitrag von: SiLæncer am 13 Dezember, 2006, 10:38
Die Affäre um die schwarzen Kassen und die Korruption bei Siemens zieht immer weitere Kreise: Angeblich hat die Konzernführung auch schon länger von den Vorgängen gewusst als sie zugibt, schreibt das Handelsblatt. Man habe den früheren Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt verhaften lassen, um Licht ins Dunkel zu bringen, bestätigte die Münchner Staatsanwaltschaft. Vor Bekanntwerden der Verhaftung Ganswindts räumte die Konzernspitze von Siemens zudem ein, dass die Affäre finanziell größere Ausmaße hat als bislang angenommen. Siemens stuft inzwischen Zahlungen von 420 Millionen Euro als zweifelhaft ein.

In den vergangenen drei Wochen habe eine Arbeitsgruppe im Konzern die Geschäftsberichte der Jahre 1999 bis 2006 durchforstet, sagte Vorstandschef Klaus Kleinfeld. Es war der erste Auftritt der Konzernspitze vor Journalisten seit Bekanntwerden der Vorwürfe. Dabei seien fragwürdige Zahlungen von beinahe einer halben Milliarde Euro festgestellt worden. Meist gehe es um zweifelhafte Beraterverträge, sagte Finanzchef Joe Kaeser. Alle Transaktionen seien durch die Bücher gegangen und von Mitarbeitern abgezeichnet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte den Schaden für Siemens bisher auf 200 Millionen Euro beziffert.

Wegen voraussichtlich fälliger Steuernachzahlungen muss der Konzern den Gewinn in den Büchern nachträglich um zunächst 168 Millionen Euro korrigieren. Der Gesamtschaden sei aber noch nicht absehbar.

Immerhin: Die Siemens-Führung erklärte erstmals öffentlich, dass es jahrelang Korruption gegeben hat. Die Konzernspitze wolle "diesem Spuk ein Ende zu machen", sagte Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung. Pierer, zur Zeit des Aufbaus schwarzer Kassen Siemens-Vorstandschef, betonte aber, er sehe keinen Grund für einen Rückzug aus dem Aufsichtsrat; ein Konzernchef beschäftige sich zu Recht nicht mit einzelnen Buchungen. Von einem System schwarzer Kassen habe er erst mit der Razzia im November erfahren. In Anwaltskreisen der Beschuldigten hieß es aber laut Handelsblatt, der Staatsanwaltschaft lägen "objektive Unterlagen" vor, die belegten, dass der Konzernführung das Ausmaß der Affäre lange vor der Razzia der Staatsanwaltschaft am 15. November bekannt gewesen sei.

Quelle : www.heise.de
Titel: SIEMENS - Konzernspitze soll schwarze Kassen toleriert haben
Beitrag von: SiLæncer am 13 Dezember, 2006, 21:46
Die Korruptionsaffäre bei Siemens weitet sich aus. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hat ein verhafteter Ex-Bereichsvorstand ausgepackt - und mehrere Mitglieder der Konzernspitze schwer belastet. Er nannte auch Namen. Siemens weist die Vorwürfe als "unhaltbar" zurück.

München - Im Schwarzgeld-Skandal beim Technologiekonzern Siemens sollen mehr Mitglieder der Konzernspitze über die Schmiergeldzahlungen informiert gewesen sein als bisher bekannt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass der Staatsanwaltschaft München entsprechende Hinweise vorliegen. Demnach haben mehrere Beschuldigte bei ihren Geständnissen die Namen mehrerer Spitzenmanager genannt - neben dem gestern in Untersuchungshaft genommenen ehemaligen Festnetzchef Thomas Ganswindt. Die Staatsanwaltschaft wollte sich heute auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

Dem Bericht zufolge hat der verhaftete frühere Finanzvorstand der Sparte Telekommunikation (Com), Michael Kutschenreuter, nach drei Wochen sein Schweigen zu den Vorwürfen gebrochen - und ausgepackt. Er soll der Staatsanwaltschaft unter anderem Namen genannt haben. Er schilderte laut der "Süddeutschen Zeitung", wie ein früherer Geschäftspartner aus Saudi-Arabien Siemens drohte, er werde der US-Börsenaufsicht SEC Unterlagen über illegale Provisionszahlungen vorlegen. Das sei nur zu verhindern, falls er selbst nach einer von dem Konzern ausgesprochenen Kündigung seines Handelsvertretervertrages großzügig entschädigt werde. Über diese Drohung habe er dann die Konzernspitze informiert, wird Kutschenreuter zitiert.

Siemens zahlte der Firma dieses früheren Geschäftspartners dem Bericht zufolge Anfang 2005 insgesamt 38 Millionen Euro. Siemens bestätigte heute der Zeitung, dass die saudische Firma das Geld erhalten habe. Das Ganze sei ein völlig sauberer Vorgang gewesen, die Anschuldigungen von Kutschenreuter seien "unhaltbar". Laut Siemens verlangte der ehemalige saudische Geschäftspartner nach einer im November 2000 ausgesprochenen vorzeitigen Kündigung seines bis Oktober 2003 datierten Vertrages 910 Millionen Dollar Schadenersatz. In einem Verfahren vor dem Königlichen Schiedsgericht in Saudi-Arabien und nach Einschaltung eines Vermittlers sei schließlich der Betrag von 38 Millionen Euro festgelegt worden.

IG Metall stärkt Kleinfeld und von Pierer den Rücken

Heute wurde auch bekannt, dass sich die Führungsspitze von Siemens offenbar mit Spitzenanwälten auf möglicherweise gegen sie gerichtete Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vorbereitet. Das "Handelsblatt" berichtete, der Vorstand habe sich den Beistand prominenter deutscher Strafverteidiger gesichert, die bereits im Mannesmann-Prozess eine führende Rolle gespielt haben.

Bislang befassten sich dem "Handelsblatt" zufolge offiziell nur die Hausjuristen von Siemens mit der Schwarzgeldaffäre. Doch nun habe Konzernchef Klaus Kleinfeld den Strafrechtler Klaus Volk gewonnen. Volk war im Mannesmann-Verfahren Verteidiger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer seinerseits werde von Sven Thomas beraten, der im Verfahren um die Millionenabfindungen bei Mannesmann den ehemaligen Konzernchef Klaus Esser vertrat. Ein Siemens-Sprecher bestätigte das dem Blatt, wies aber darauf hin, dass die Kontakte bereits seit längerer Zeit bestünden.

Unterdessen stärkte IG-Metall-Vize Berthold Huber, der als Arbeitnehmervertreter im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, Kleinfeld den Rücken. Die Struktur des Konzerns sei so komplex, dass "der Vorstandsvorsitzende nicht alles überschauen kann", sagte er dem "Tagesspiegel". Zudem habe er bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung am Montag den Eindruck gewonnen, dass der Vorstand alles unternehme, um die Affäre aufzuklären. Weder für Kleinfeld noch für dessen Vorgänger Pierer sehe er deshalb Gründe zum Rücktritt.

Saftige Gehaltserhöhungen im Vorstand und Aufsichtsrat

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) legte dem Aufsichtsratschef hingegen sehr wohl den Rücktritt nahe. In der "Berliner Zeitung" begründete SdK-Sprecher Michael Kunert seine Forderung damit, dass die Schwarzgeldaffäre vor allem auf die Zeit zurückgeht, in der Pierer Vorstandschef bei Siemens war. Seine alte Funktion stehe einer zügigen, lückenlosen Aufklärung der Korruptionsvorwürfe im Wege, sagte Kunert.

Unterdessen veröffentlichte Siemens heute seinen Geschäftsbericht, woraus hervorgeht, dass der Vorstand trotz eines vorübergehenden Verzichts auf eine saftige Gehaltserhöhung im vergangenen Geschäftsjahr 8,5 Prozent mehr verdiente als im Vorjahr. Die Gesamtbezüge des Gremiums seien um rund 2,4 Millionen Euro auf 30,4 Millionen Euro gestiegen. Vorstandschef Kleinfeld erhielt mit 3,6 Millionen Euro rund 350.000 Euro mehr als im Vorjahr. Er bezog allerdings durch seine Berufung im Januar 2005 nicht für das ganze Jahr das Salär eines Vorstandschefs. Die Bezüge der Aufsichtsräte nahmen dem Jahresbericht zufolge um 15 Prozent zu. Die Siemens-Aktionäre ließen sich das Gremium für das abgelaufene Geschäftsjahr rund 2,1 Millionen Euro kosten. Die durchschnittlichen Lohnzuwächse bei Siemens betrugen dagegen nur 2,6 Prozent.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Korruptionsaffäre bei Siemens erreicht die Konzernspitze
Beitrag von: SiLæncer am 14 Dezember, 2006, 11:01
Die Affäre um schwarze Kassen, Bestechungsgelder und Schmiergeldzahlungen bei Siemens zieht immer weitere Kreise: Nun erreicht sie auch die Konzernspitze. Mehrere Beschuldigte haben nach Informationen der Süddeutschen Zeitung neben dem bereits verhafteten früheren Zentralvorstand Th0mas Ganswindt, der für die Netzwerk- und Kommunikationssparte Com zuständig war, auch die Namen anderer Spitzenmanager genannt. Sie sollen von Schwarzgeldkonten oder sogar von Korruptionsvorgängen gewusst haben. Dies habe der frühere Finanzvorstand der Sparte Telekommunikation, Michael Kutschenreuter, der Staatsanwaltschaft erklärt, schreibt die Tageszeitung.

Es seien Anfang des vergangenen Jahres seien 38 Millionen Euro an die Firma eines früheren Geschäftspartners in Saudi-Arabien gegangen, der Siemens wegen angeblicher illegaler Provisionszahlungen mit der US-Börsenaufsicht SEC gedroht habe. Die Konzernspitze sei über diesen Vorgang informiert gewesen. Das Unternehmen erklärte gegenüber der Zeitung, eine entsprechende Zahlung sei geflossen. Dieser Vorgang sei jedoch in Ordnung gewesen. Die Anschuldigungen Kutschenreuters seien "unhaltbar".

Derweil bereit sich die Führungsspitze von Siemens offenbar bereits darauf vor, selbst in die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einbezogen zu werden; si sicherte sich die Hilfe prominenter Strafverteidiger. Außerdem wird der Druck auf Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer, der Vorstandschef bei Siemens war, als das System der schwarzen Kassen in vollem Umfang aktiv war. Pierer müsse zurücktreten, um eine lückenlose Aufklärung zu ermöglichen, forderten zwei Aufsichtsratstmitglieder im Gespräch mit der Süddeutschen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Chefbuchhalter belastet Siemens- Vorstände
Beitrag von: SiLæncer am 16 Dezember, 2006, 10:26
Im Skandal um schwarze Kassen und Schmiergelder geraten die Vorstände des Siemens-Konzerns immer stärker in Erklärungsnot. Mit dem Chefbuchhalter der Kommunikationssparte Com hat jetzt ein Zeuge die Konzernführung um den früheren Vorstandschef von Pierer schwer belastet.

Berlin/München - Der Anwalt des Finanzexperten, Steffen Ufer, sagte dem "Tagesspiegel", es gehe vor allem um den früheren Com-Bereichsvorstand Michael Kutschenreuter. Doch habe auch der Zentralvorstand die Praktiken gebilligt. Zum Zentralvorstand gehörte auch der damalige Vorstandschef Heinrich von Pierer, der heute den Aufsichtsrat leitet.

"Ab einem gewissen Level wusste jeder, was da läuft", sagte Ufer. Man habe von seinem Mandanten "ausdrücklich gewünscht, beide Augen zuzudrücken". Er habe keinen Zweifel daran gegeben, "dass in diesem Konzern fast jeder - außer vielleicht die Putzfrau - wusste, dass illegale Provisionen gezahlt werden".

Nach Informationen des SPIEGEL könnten demnächst auch Konzernchef Klaus Kleinfeld und Finanzchef Joe Kaeser unter Druck geraten. Beide handelten im Frühjahr das vergangene Woche verschobene Telekom-Joint-Venture mit dem finnischen Wettbewerber Nokia aus, obwohl sich in derselben Zeit bereits Hinweise auf unerlaubte Praktiken in der Kommunikationssparte häuften. Erste Hinweise auf dubiose Beraterverträge soll es nach Darstellung des Magazins bereits ab Frühjahr 2001 im Rahmen eines Kostensparprogramms in der Netztechnik- (ICN) und Mobilfunksparte (ICM) des Konzerns gegeben haben. Der damalige kaufmännische Vorstand des ICM-Bereichs, Kaeser, sagte gegenüber dem SPIEGEL, ihm hätten damals keine Hinweise auf fragwürdige Beraterverträge vorgelegen.

Nach einem Bericht des "Focus" sollen auch Ex-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Hermann Baumann frühzeitig von dubiosen Geldströmen erfahren haben. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe Neubürger und Baumann spätestens 2004 im so genannten Management Letter über fragwürdige Vorgänge informiert. Siemens wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Nach der Aussage seines Mandanten hält Rechtsanwalt Ufer den Verdacht der Untreue zum Schaden von Siemens, wie ihn die Staatsanwaltschaft verfolgt, für nicht mehr stichhaltig. "Das ist Schwachsinn, das war doch alles im Interesse der Firma", sagte er. Die Untreuevorwürfe seien nicht zu halten, eher werde es möglicherweise um Bestechung und Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe dazu gehen. Deutlich sei aber auch, dass Siemens sich nicht anders verhalten habe als andere Konzerne, um Großaufträge in Afrika, Asien und Osteuropa zu gewinnen. Der Chefbuchhalter solle in der nächsten Woche nach weiteren Aussagen gegen Auflagen freikommen, betonte der Anwalt.

Unterdessen wächst auch der Druck von politischer Seite. So schlossen sich die Grünen den Forderungen nach einen Rücktritt von Pierers als Aufsichtsratschef an. "Herr von Pierer muss jetzt die Aufklärung von etwas beaufsichtigen, was während seiner Zeit als Vorstandschef geschah. Effektive Unternehmenskontrolle sieht anders aus", sagte Fraktionschef Fritz Kuhn der "Berliner Zeitung". Auch als Berater der Bundeskanzlerin sei er nicht mehr geeignet.

Auch der SPD-Abgeordnete Frank Hofmann sprach sich für einen Rücktritt von Pierers aus. Im Jahre 2001 habe von Pierer bei seiner Aussage vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss entweder "gelogen, oder seine eigenen Leute haben ihn an der Nase herumgeführt". In beiden Fällen wäre er als Aufsichtsrat über Siemens "eine glatte Fehlbesetzung", sagte Hofmann der "Berliner Zeitung". "Er sollte daher zurücktreten."

Der Parteispenden-Ausschuss ging damals unter anderem dem Verdacht nach, dass Siemens zwischen 1984 und 1992 jährlich eine Million D-Mark von Schweizer Geheimkonten des Konzerns als illegale Parteispende der CDU zukommen ließ. Von Pierer hatte dies vor dem Untersuchungsausschuss bestritten und ausdrücklich jede Kenntnis von Auslandskonten, die der Konzern für die Zahlung von Schmiergeldern oder anderen illegalen Beträgen verwendet, verneint.

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn von seinem Amt als Vorsitzender des Innovationsrats der Regierung suspendieren könnte, erwartet der Siemens-Aufsichtsratschef offenbar nicht. "Die Kanzlerin ... hat stets bewiesen, dass sie eine sehr besonnene Persönlichkeit ist und sich nicht zu populistischen Sprüchen hinreißen lässt", erläutert Pierer im SPIEGEL.

Rückendeckung erhält er in diesem Punkt von unerwarteter Stelle. Der Vorsitzende von Transparency International Deutschland, Hansjörg Elshorst, hält es für unwahrscheinlich, dass er als Vorstandschef von den Korruptionszahlungen in seinem Unternehmen wusste. Pierer habe sich Ende der neunziger Jahre große Verdienste erworben, als er an oberster Spitze aktiv an der Verschärfung der Instrumente gegen Korruption mitwirkte, sagte Elshorst der "Netzeitung".

Er könne sich vorstellen, dass von Pierer von Informationen über Schmiergeldzahlungen abgeschirmt worden sei. Möglicherweise sei er damals dem Irrtum aufgesessen, dass bereits die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu einer höheren innerbetrieblichen Unternehmenskultur und zur Umsetzung entsprechender Regeln und Gesetze führe. "Ich glaube schon, dass er es ernst gemeint hat. Aber ganz offensichtlich hat er sich etwas vorgemacht", wurde Elshorst zitiert.

Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International hatte zuvor Siemens aus ihren Reihen ausgeschlossen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BenQ schließt Entwicklungszentrum in Peking
Beitrag von: SiLæncer am 16 Dezember, 2006, 20:54
Der taiwanische Elektronikkonzern BenQ schließt sein Entwicklungszentrum in Peking mit rund 400 Arbeitsplätzen. "Wir setzen damit unsere Restrukturierung nach dem Verkauf von BenQ Mobile in Deutschland fort, wir können Kosten reduzieren und die Effizienz steigern", sagte ein BenQ-Sprecher am Samstag der dpa.

BenQ hatte im Oktober die deutsche Tochter BenQ Mobile mit 3000 Beschäftigten in die Insolvenz geschickt und zuvor die Handyfertigung in Taiwan geschlossen. Außerdem hatte BenQ angekündigt, dass im Handywerk im chinesischen Schanghai 400 Beschäftigte – und damit 50 Prozent der Belegschaft – ihren Arbeitsplatz verlieren.

Derzeit hat BenQ nur noch die Handyfertigung in Schanghai und eine weitere Produktionsstätte in Brasilien. Mit der Schließung des Entwicklungszentrums in Peking wird die Entwicklung im Wesentlichen auf den Standort Taiwan mit rund 600 Beschäftigten reduziert.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Korruptionsskandal: Schwere Vorwürfe gegen Führungszirkel
Beitrag von: SiLæncer am 17 Dezember, 2006, 02:24
In der Siemens-Korruptionsaffäre sind schwere Vorwürfe gegen Mitglieder des engsten Führungszirkels beim Münchner Elektroriesen laut geworden. Der Anwalt des Chefbuchhalters der Kommunikationssparte Com, Steffen Ufer, sagte dem Berliner Tagesspiegel, neben einem früheren Com-Bereichsvorstand habe auch der Zentralvorstand die Praktiken gebilligt, darunter auch der damalige Vorstands- und heutige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer.

Erst am Dienstag war der frühere Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt verhaftet worden. Damit hatte die Schmiergeldaffäre erstmals die Ebene der Konzernspitze erreicht. Ein ehemaliger Vorstandskollege soll in Vernehmungen gesagt haben, dass Ganswindt schon seit 2004 von dem Schmiergeldsystem gewusst habe.

"Ab einem gewissen Level wusste jeder was da läuft", sagte Ufer dem Tagesspiegel. "Man hat von meinem Mandanten ausdrücklich gewünscht, beide Augen zuzudrücken. Es hat keinen Zweifel daran gegeben, dass in diesem Konzern fast jeder – außer vielleicht die Putzfrau – wusste, dass illegale Provisionen gezahlt werden." Dem Anwalt zufolge hat sich der zur Zeit inhaftierte Chefbuchhalter aber nicht der Untreue schuldig gemacht. "Das ist Schwachsinn, das war doch alles im Interesse der Firma", sagte er. Eher werde es möglicherweise um Bestechung und Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe dazu gehen. Deutlich sei aber auch, dass Siemens sich nicht anders als andere Konzerne verhalten habe, um Großaufträge in Afrika, Asien und Osteuropa zu gewinnen.

Von Pierer wies die Vorwürfe zurück und schloss einen Rücktritt aus. "Ich trete nicht zurück", sagte er der Welt am Sonntag. "Die Frage stellt sich mir nicht." Er habe sich nichts vorzuwerfen. "Wir haben nichts billigend in Kauf genommen. Wir haben viel gegen Korruption getan und unseren Leuten immer klar gesagt: Lasst lieber ein Geschäft sausen." Der Konzern habe bei der Aufklärung alles getan, was man tun könne, meinte von Pierer gegenüber der Zeitung. "Eine unabhängige und umfassende Aufklärung ist in die Wege geleitet. Jetzt muss man uns mal Zeit geben."

Dem Nachrichtenmagazin Focus zufolge sollen auch der frühere Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger sowie der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Hermann Baumann frühzeitig von dubiosen Geldströmen erfahren haben. Unter Berufung auf Firmen-Insider schreibt das Magazin, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe beiden spätestens 2004 in einem internen Bericht über fragwürdige Vorgänge informiert.

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein Dutzend Verdächtige etwa 200 Millionen Euro von Siemens veruntreut und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat. Überprüfungen bei Siemens ergaben zweifelhafte Zahlungen von 420 Millionen Euro in den vergangenen sieben Jahren. Das Geld muss Finanzvorstand Joe Kaeser zufolge nicht komplett in schwarze Kassen geflossen sein. Es handle sich aber um verdächtige Zahlungen für Beraterverträge, bei denen der weitere Geldfluss untersucht werden müsse. Als Folge hat Siemens für die vergangenen sieben Jahre zusätzliche Steuerbelastungen von 168 Millionen Euro veranschlagt. Der Gewinn des Geschäftsjahres 2005/06 (30. September) wurde von 3,106 auf 3,033 Milliarden Euro nach unten korrigiert.

Erste Hinweise auf dubiose Beraterverträge soll es dem Spiegel zufolge bereits vom Frühjahr 2001 an im Rahmen eines Kostensparprogramms in der Netztechnik- und der Mobilfunksparte (ICN beziehungsweise ICM) gegeben haben. Kaeser, damals im Vorstand des ICM-Bereichs, habe dem Spiegel gesagt, ihm hätten damals keine Hinweise auf fragwürdige Beraterverträge vorgelegen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ex-Siemens-Finanzchef Neubürger: "Habe mir nichts vorzuwerfen"
Beitrag von: SiLæncer am 18 Dezember, 2006, 18:22
In der Siemens-Schmiergeldaffäre hat Ex-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger Vorwürfe gegen sich zurückgewiesen. "Ich habe mir absolut nichts vorzuwerfen und habe auch nichts zu verbergen", sagte Neubürger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die morgige Ausgabe. Siemens wollte die Vorwürfe gegen Neubürger auf Anfrage nicht kommentieren.

Laut Medienberichten hat ein Manager der Siemens-Festnetzsparte Com ausgesagt, Neubürger habe Hinweise eines Wirtschaftsprüfers von KPMG auf unregelmäßige Zahlungen nicht konsequent verfolgt. "Ich kann mich nicht an so einen Vorfall erinnern, hätte ihn aber zur Prüfung weitergegeben", sagte Neubürger. Er wehrte sich auch gegen Vermutungen, sein Abschied von Siemens im vergangenen Frühjahr habe mit der Korruptionsaffäre zu tun. "Das entbehrt jeder Grundlage." Es habe persönliche Gründe gegeben.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ex-Siemens-Vorstand Ganswindt wusste um schwarze Kassen
Beitrag von: SiLæncer am 19 Dezember, 2006, 18:30
Der ehemalige Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt hat den Vorwurf einer Mitwisserschaft um schwarze Kassen bei Siemens zumindest teilweise eingeräumt. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Ganswindts Anwalt habe der Zeitung bestätigt, dass sein Mandant vorige Woche umfassend ausgesagt habe. Er sitzt seit dem 12. Dezember in Haft. Auch der Berliner Tagesspiegel berichtete zuvor in einer Vorabmeldung, Ganswindt habe gewusst, dass im Unternehmen Geld abgezweigt wurde. Er habe aber nicht angenommen, dass sich jemand persönlich bereichere und nichts von dem Ausmaß des Systems der schwarzen Kassen gewusst.

Quelle : www.heise.de
Titel: SIEMENS- AFFÄRE - Schmiergeldverdacht auch in Kleinfelds Amtszeit
Beitrag von: SiLæncer am 20 Dezember, 2006, 19:33
Bislang konnte sich Siemens-Konzernchef Kleinfeld in einem Punkt entspannt geben: Die kriminellen Vorgänge ereigneten sich allesamt vor seiner Amtszeit. Jetzt berichtet die "Süddeutsche Zeitung" von Prüfberichten, die nahe legen, dass auch in diesem Jahr Bestechungsgelder gezahlt wurden.

München - Wirtschaftsprüfer der Prüfungsgesellschaft KPMG haben nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) Beraterverträge beanstandet, die nach dem Wechsel an der Siemens-Spitze von Heinrich von Pierer zu Klaus Kleinfeld Anfang 2005 abgeschlossen wurden. Demnach seien 77 Millionen Euro am Berater der Siemens-Festnetzsparte Com gezahlt worden - dies lege den Verdacht nahe, dass das Geld für Bestechungen eingesetzt wurde.

KPMG-Prüfer testieren die Siemens-Bilanzen und suchen seit Sommer 2006 gezielt nach verdächtigen Transfers, die auf Schmiergeldzahlungen hindeuten. Der "SZ" zufolge kamen die Prüfer zu dem Ergebnis, dass allein im abgelaufenen Geschäftsjahr "exakt 77.636.618,11 Euro an Firmen und Geschäftsleute geflossen sind, die außerhalb der für Beraterverträge bei Siemens festgelegten Regeln gezahlt worden seien". Es bestehe daher ein "großes Risiko", dass die Zahlungen "als Bestechungspraktiken im Ausland" einzuordnen seien. Die Prüfer haben ihren sechsseitigen Bericht demnach der Münchner Staatsanwaltschaft und der Sonderkommission Netzwerk des Bayerischen Landeskriminalamtes übergeben.

Die Beraterhonorare gingen an mehr als zehn Firmen und Geschäftsleute in Europa, Asien und Afrika, schreibt die "SZ" unter Berufung auf den Prüfbericht. Größter Empfänger war demnach ein Unternehmen aus Zypern - es erhielt rund 30 Millionen Euro. Ein Konzernsprecher erklärte gegenüber dem Blatt, Siemens habe alle Zahlungen aus solchen vertraglichen Verpflichtungen gestoppt. Demnach seien neben den bereits gezahlten 77 Millionen Euro noch weitere 22 Millionen Euro offen.

Siemens-Aufklärer kritisiert Staatsanwaltschaft

Der von Siemens in der Korruptionsaffäre eingesetzte Aufklärer, der Amerikaner Michael Hershman, kritisierte derweil die Münchner Staatsanwaltschaft wegen ihrer Informationspolitik. "Mich beunruhigen die undichten Stellen, die es in der Staatsanwaltschaft gibt", sagte er heute vor Journalisten in München. Das sei "unfair und unethisch". Nicht nur einzelne Personen, sondern die gesamte Öffentlichkeit müsse Informationen erhalten. Wenn die Ermittler etwas bekannt zu geben hätten, sollten sie dies auf einer Pressekonferenz tun. Hershman zeigte sich überzeugt, dass der Schmiergeldskandal bei Deutschlands größtem Elektrokonzern restlos aufgeklärt werde. "Die komplette Wahrheit wird herauskommen", sagte der Mitbegründer von Transparency International und frühere Watergate-Aufklärer. Mit Sicherheit würden auch alle, die in die Affäre involviert seien, mit der Zeit identifiziert.

Bislang verdächtigt die Staatsanwaltschaft rund ein Dutzend aktive und ehemalige Siemens-Mitarbeiter, rund 200 Millionen Euro in schwarze Kassen transferiert und als Schmiergeld eingesetzt zu haben. Der Aufbau des Schmiergeldsystems fällt in die Zeit, als der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer Vorstandsvorsitzender war. Hershman sagte, dies verursache für seine Arbeit keine Schwierigkeiten. Zur Frage nach einer politischen Verantwortung Pierers sagte er: "Wenn jeder Vorstandsvorsitzende zurücktreten müsste, wenn in seiner Firma etwas schief läuft, hätten die Headhunter viel Arbeit."

Einer der Hauptbeschuldigten in der Affäre, der frühere Bereichsvorstand Michael Kutschenreuther, wurde heute wieder aus dem Gefängnis entlassen. Das bestätigte sein Verteidiger Thilo Pfordte. "Er hat aufgeklärt, und die Staatsanwaltschaft hat ihm offenbar geglaubt", sagte Pfordte. Der einstige Manager hatte laut "Handelsblatt" Hinweise darauf gegeben, dass die oberste Konzernspitze zumindest teilweise Kenntnis von illegalen Provisionszahlungen gehabt habe.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Affäre: Fragwürdige Millionen-Zahlungen auch im Jahr 2006
Beitrag von: SiLæncer am 21 Dezember, 2006, 14:20
Der Verdacht, dass Siemens im Geschäftsbereich Com bis in die jüngste Vergangenheit Bestechungsgelder in Millionenhöhe über ein ausgeklügeltes Schmiergeldsystem verteilt haben könnte, erhärtet sich. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wurden allein im Geschäftsjahr 2005/06 (Ende 30. September) mehr als 77,6 Millionen Euro verbucht, die nach Feststellungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG den Verdacht nahelegen, dass sie für Bestechung eingesetzt wurden. Die Gelder wurden offenbar außerhalb der für Beraterverträge bei Siemens festgelegten Regeln an Firmen und Geschäftsleute gezahlt.

Die KPMG-Prüfer, die Siemens schon seit Jahrzehnten als Großkunden betreuen und seit Sommer 2006 gezielt nach verdächtigen Transfers suchten, halten in einem Sonderbericht für Siemens fest, aufgrund der Begleitumstände bestehe für den Konzern ein "großes Risiko", dass diese Vorgänge "als Bestechungspraktiken im Ausland" einzuordnen seien. Der Prüfbericht liegt inzwischen auch der Münchner Staatsanwaltschaft und der Sonderkommission Netzwerk des Bayerischen Landeskriminalamts vor. Die Fahnder dürfte vor allem interessieren, ob Siemens-Manager als Ersatz für die seit 2004 aufgeflogenen Schwarzgeldkonten in Liechtenstein und in der Schweiz ein neues System schwarzer Kassen geschaffen haben.

Die 77,6 Millionen Euro seien laut Prüfbericht an mehr als zehn Firmen und Geschäftsleute in Europa, Asien und Afrika gegangen, schreibt die Süddeutsche. Größter Empfänger sei mit fast 30 Millionen Euro ein Unternehmen aus Zypern gewesen. Darüber hinaus hätten zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres am 30. September 2006 noch Zahlungsverpflichtungen in Höhe von mehr als 22 Millionen Euro für solche Beraterverträge bestanden. Auffällig gewesen sei, dass mal die Empfänger nicht eindeutig erkennbar waren, mal die Dienstleistungen nicht eindeutig festgelegt waren oder die Dauer der Kontrakte unbestimmt war.

Ein Konzernsprecher erklärte gegenüber der Süddeutschen, Siemens habe alle Zahlungen für diese Beraterverträge gestoppt. Die im vergangenen Geschäftsjahr noch überwiesenen 77 Millionen Euro und die noch vorliegenden Forderungen von mehr als 22 Millionen Euro seien in den 420 Millionen Euro enthalten, die Siemens in der vergangenen Woche zweifelhaften Zahlungen für Beraterverträge zugeordnet hatte. Von schwarzen Kassen nach dem Jahr 2004 will der Konzern bislang nichts wissen. Vorstandschef Klaus Kleinfeld, Finanzvorstand Joe Kaeser und der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer beteuerten, ihnen seien weder Schmiergeldzahlungen bei Com noch die dort für diesen Zweck angelegten schwarzen Kassen bekannt gewesen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ex-Siemens-Zentralvorstand Ganswindt bekommt Haftverschonung
Beitrag von: SiLæncer am 21 Dezember, 2006, 18:07
Der ehemalige Siemens-Zentralvorstand Thomas Ganswindt soll laut einem Zeitungsbericht noch heute oder morgen aus der Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg entlassen werden. Wie das Handelsblatt aus Justizkreisen berichtet, liege bereits ein Haftverschonungsbeschluss vor. Der Spitzenmanager soll demnach am Mittwoch umfangreich zum Sachverhalt ausgesagt haben.

Bereits kurz nach seiner Infhaftierung vor anderthalb Wochen hatte Ganswindt eingeräumt, seit Dezember 2004 von den schwarzen Kassen im Telekommunikationsbereich Com gewusst zu haben. Das Handelsblatt berichtet weiter, bereits gestern seien zwei der zuletzt sechs Inhaftierten nach umfangreichen Aussagen auf freien Fuß gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wolle morgen eine weitere Zwischenbilanz ziehen.

Quelle : www.heise.de
Titel: SIEMENS- KORRUPTIONSAFFÄRE - Staatsanwaltschaft sieht Tatverdacht erhärtet
Beitrag von: SiLæncer am 22 Dezember, 2006, 14:06
Die Münchner Staatsanwaltschaft hat ihre Vernehmungen im Siemens-Korruptionsskandal zunächst abgeschlossen - und sieht den Untreueverdacht bestätigt. Die Ermittler wollen nun die Aussagen und Unterlagen auswerten. Die fünf zuletzt in Untersuchungshaft sitzenden Manager kamen indes frei.

München - In der Siemens-Korruptionsaffäre hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft München I der Tatverdacht weiter erhärtet. Die Behörde geht davon aus, dass der Konzern durch die Bildung "schwarzer Kassen" geschädigt wurde und ermittelt deshalb wegen Untreue. Die Vernehmung von Beschuldigten und Zeugen sei vorerst abgeschlossen, sagte Staatsanwalt Anton Winkler heute in München.

Die Haftbefehle gegen fünf Beschuldigte wurden inzwischen gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Derzeit befinde sich im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu der Schmiergeldaffäre niemand mehr im Gefängnis. Alle Beschuldigten hätten Kooperationsbereitschaft gezeigt und dies auch für die Zukunft signalisiert, betonte die Staatsanwaltschaft. Auch Siemens habe zugesagt, mit den Ermittlern zu kooperieren.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Dutzend Personen, die bei Siemens 200 Millionen Euro veruntreut und über Auslandskonten als Schmiergeld eingesetzt haben sollen. Die Ermittlungen gingen nun mit der Bewertung der Aussagen von Zeugen und Beschuldigten sowie der Auswertung der sichergestellten Unterlagen weiter. Dies werde "mindestens einige Wochen" in Anspruch nehmen. Einzelheiten zu beteiligten Personen und Firmen sowie Geldbewegungen könnten derzeit nicht gemacht werden, betonte die Behörde.

Luxuslimousine für einen EU-Beamten

Der Siemens-Konzern hatte unlängst eingeräumt, dass in den vergangenen Jahren rund 420 Millionen Euro in dubiose Kanäle ins Ausland geflossen und dort vermutlich für Schmiergeldzahlungen verwendet worden seien. Der Münchner Konzern will den Skandal parallel zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von unabhängigen Experten untersuchen lassen.

Derweil zieht die Siemens-Affäre weitere Kreise: Einem Bericht des "Stern" zufolge ermittelt die Wuppertaler Staatsanwaltschaft bereits seit zwei Jahren gegen einen ehemaligen EU-Beamten. Diesem sollen Siemens-Manager neben Geld auch eine Luxuslimousine der Marke Jaguar im Gegenzug für einen Kraftwerksauftrag versprochen haben. Die Staatsanwaltschaft in Wuppertal bestätigte auf Anfrage die Ermittlungen, die sich noch mindestens ein Jahr hinziehen könnten.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: SIEMENS- AFFÄRE - Kleinfeld wusste seit Januar von verdächtigem Konto
Beitrag von: SiLæncer am 23 Dezember, 2006, 16:09
Siemens-Chef Kleinfeld hat schon seit fast einem Jahr Kenntnis von einem verdächtigen Konto in der Schweiz. Dass es im Konzern ein geheimes Geflecht von Schmiergeldzahlungen gab, davon habe er keine Ahnung gehabt, sagte er in einem Interview.

München - Von der Schweizer Bankverbindung habe er im Zuge unternehmensinterner Ermittlungen erfahren, sagte Klaus Kleinfeld der "Financial Times". Als die Staatsanwaltschaft Mitte November Siemens-Büros durchsuchte, sei er davon ausgegangen, es handele sich um Ermittlungen in diesem Zusammenhang. Von dem Ausmaß der vermeintlichen Schmiergeldzahlungen habe er nichts geahnt.

Die angeblichen Praktiken bei Siemens seien nicht normales Geschäftsgebaren, wie von Anwälten der Beschuldigten behauptet, sondern kriminelle Handlungen gewesen, sagte Kleinfeld. "Man braucht drei Unterschriften, um in das SAP-Buchungssystem störend einzugreifen - und das ist nur möglich, wenn sie, wie es hier anscheinend war, alle zusammen arbeiten."

Bei rund neun Millionen Buchungen pro Tag sei es schwer, die Übersicht über alle Zahlungsvorgänge zu behalten. Er wies zurück, dass in manchen Staaten Schmiergeldzahlungen nötig seien, um Aufträge zu bekommen. "Besonders bei Transaktionen in diesen Ländern haben wir das Management darauf hingewiesen, bei diesen Themen (Bestechung) vorsichtiger zu sein", sagte Kleinfeld.

Er sei fest entschlossen, dass die Wahrheit herauskommt. Er habe mehrfach mit der US-Aufsichtsbehörde SEC und dem US-Justizministerium gesprochen, um sich ihrer Zustimmung zu den Säuberungsmaßnahmen im Konzern zu versichern. "In fünf Jahren will ich, dass die Leute sagen: Siemens ist ein beispielhaft transparentes Unternehmen", fügte er hinzu.

Laut Kleinfeld und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer hatte eine Gruppe von Siemens-Managern in der Telekommunikationssparte von 1999 bis 2006 dubiose Zahlungen über 420 Millionen Euro geleistet. Alle Beschuldigten wurden kurz vor Weihnachten aus der Untersuchungshaft entlassen, weil sie laut Staatsanwaltschaft umfassend aussagten und den Tatverdacht der Untreue durch Bildung schwarzer Kassen erhärteten.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Kein Investor für BenQ Mobile in Sicht
Beitrag von: SiLæncer am 27 Dezember, 2006, 18:10
Die Rettungsversuche für den insolventen Handy-Hersteller BenQ Mobile mit seinen mehr als 1000 Beschäftigten werden zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Es liege noch kein realistisches Angebot seitens eines potenziellen Investors auf dem Tisch, sagte eine Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Prager am Mittwoch. Zwar werde es in dieser Woche noch Gespräche geben, doch ob diese zu einem erfolgreichen Ende geführt würden, sei offen. Zur Not werde noch bis zum 31. Dezember um 24 Uhr verhandelt.

Wenn bis dahin keine Lösung gefunden wird, muss der Betrieb geschlossen werden, da am 1. Januar 2007 das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Dann darf das Unternehmen keine roten Zahlen mehr schreiben, was angesichts hoher Material- und Personalkosten sowie eines weiteren Umsatzeinbruchs unrealistisch ist.

Ulrich Marschner von der IG Metall forderte Prager auf, in den nächsten vier Tagen alles zu tun, um einem Investor zu ermöglichen, Geld zu investieren und Arbeitsplätze zu sichern. Der Gesamtbetriebsrat von BenQ Mobile, Josef Michael Leuker, übte erneut Kritik an Pragers Vorgehen. Nach seinen Informationen sei die Frage der BenQ-Patente noch immer nicht geklärt. Das könne eine Erklärung dafür sein, dass es bisher noch kein Angebot gebe.

Auf einer Betriebsversammlung vor wenigen Wochen hatte Prager gesagt, die Chancen auf eine Rettung lägen bei maximal 50 Prozent. Er verhandelt vor allem mit einem Finanzinvestor, der an einer Übernahme interessiert ist. Der Interessent hat sich die Bücher von BenQ Mobile bereits angeschaut.

BenQ Mobile als ehemalige Handy-Sparte von Siemens hatte Insolvenz anmelden müssen, nachdem die taiwanesische Mutter BenQ dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte. Zwei Drittel der 3000 Beschäftigten verloren dadurch ihre Jobs, die restlichen bangen noch um ihre Zukunft. Wie viele von ihnen im Falle eines Einstiegs von Investoren übernommen würden, ist unklar.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Pleite: Mitarbeiter verklagen früheren Arbeitgeber Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 28 Dezember, 2006, 19:29
Die Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile hat ein juristisches Nachspiel. Zehn Beschäftigte hätten mit Unterstützung der IG Metall Klagen beim Arbeitsgericht München gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber Siemens eingereicht, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag in München mit. Weitere Klagen sollen im Januar folgen. Es gehe um die gerichtliche Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis bei Siemens fortbesteht, weil die Mitarbeiter im vergangenen Jahr nicht richtig über den Übergang ihres Arbeitsverhältnis informiert worden seien.

Den Mitarbeitern sei verschwiegen worden, dass die BenQ Deutschland eine GmbH faktisch ohne Eigenkapital sei und schon daher gar nicht in der Lage war, die Versprechungen zu Standort- und Beschäftigungssicherung zu erfüllen. Siemens hatte seine ehemalige Handy-Sparte im vergangenen Jahr an den taiwanesischen Elektrokonzern BenQ abgegeben.

Die deutsche BenQ Mobile musste Ende September Insolvenzantrag stellen, nachdem ihr die taiwanesische Mutter kein Geld mehr geben wollte. Zwei Drittel der 3000 Beschäftigten verloren dadurch ihre Jobs. Die restlichen Mitarbeiter hoffen noch immer auf eine Rettung in letzter Minute. Wenn der Insolvenzverwalter Martin Prager bis kommenden Sonntag, den 31. Dezember, keinen Investor für BenQ Mobile findet, will er den Betrieb schließen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Zwei ernsthafte Interessenten für BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 29 Dezember, 2006, 10:33
Für die Beschäftigten des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile Deutschland keimt neue Hoffnung auf. Nach Angaben des Betriebsrats gibt es zwei ernsthafte Interessenten für eine Übernahme des Unternehmens. "Zumindest einer der beiden Interessenten wird definitiv am 2. Januar ein Angebot vorlegen", sagte der Vorsitzende des BenQ-Mobile-Gesamtbetriebsrats, Michael Leucker, der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung. Bei beiden Firmen handele es sich um deutsche Unternehmen, die auch in den USA vertreten seien.

Zwei Drittel der 3000 BenQ-Beschäftigten verloren durch die Insolvenz ihre Jobs. Die restlichen Mitarbeiter hoffen noch immer auf eine Rettung in letzter Minute. Wenn der Insolvenzverwalter Martin Prager bis Silvester keinen Investor für BenQ Mobile findet, will er den Betrieb schließen.

In Betriebsrats- und Gewerkschaftskreisen werden dem Bericht zufolge der eigentlich favorisierten Idee, mit einem neuem Investor einen nahtlosen Firmenübergang hinzubekommen, wenige Chancen eingeräumt. Bei dieser Variante übernähme der Aufkäufer nicht nur die Werkshallen und Maschinen, sondern auch kostspielige soziale Verpflichtungen wie Abfindungen. Leucker sagte, Prager habe schon vor längerer Zeit durchblicken lassen, dass eine solche Lösung wegen der Größenordnung, um die es gehe, nicht machbar sei.

Als Alternative komme nun der Übergang von Beschäftigten in eine Transfergesellschaft in Frage. Die Fertigungsanlagen könnte dann ein neuer Eigner übernehmen - und möglicherweise eine nennenswerte Zahl von Arbeitnehmern an ihrer alten Arbeitsstelle neu einstellen. Einer der Investoren wolle das, sagte Leucker. Danach müsste zunächst die Entwicklung neuer Produkte wieder auf Touren gebracht werden. "Das wäre der erste Schritt. Sonst können die neuen Produkte für das Weihnachtsgeschäft 2007 nicht rechtzeitig produziert werden." In der Startphase könnte eine Landesbürgschaft helfen, die Schaffung der neuen Arbeitsplätze finanziell abzusichern, betont Leucker.

Quelle : www.heise.de
Titel: Um Mitternacht läuft die Uhr für BenQ Mobile ab
Beitrag von: SiLæncer am 31 Dezember, 2006, 16:16
Das Schicksal des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile hängt bis zuletzt am seidenen Faden. "Der Insolvenzverwalter ist bis Mitternacht für jedes Angebot offen", sagte eine Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Prager am Sonntagnachmittag. Da Anfang Januar das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet werden muss, hatte Prager den 31. Dezember als letztmöglichen Termin für verbindliche Angebote gesetzt. Nach Informationen des Betriebsrats gab es zuletzt noch einen ernsthaften Interessenten für die ehemalige Siemens-Handysparte mit ihren noch mehr als 1000 Beschäftigten.

In Branchenkreisen wurde aber nicht mehr mit einem offiziellen Angebot in letzter Minute gerechnet. Prager hatte angekündigt, dass er in diesem Fall den Betrieb schließen müsste. Allerdings ist auch nach der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens in den ersten Januartagen noch der Einstieg von Investoren vorstellbar. Durch die Insolvenz haben bereits zwei Drittel der ehemals 3000 BenQ-Mobile-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verloren. Neben der Zentrale in München sind auch die Standorte Bocholt und Kamp-Lintfort von dem Debakel betroffen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Insolvenzverfahren für BenQ Mobile muss eröffnet werden
Beitrag von: SiLæncer am 01 Januar, 2007, 13:54
Hiobsbotschaft für die verbliebenen knapp 1000 Mitarbeiter des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile am Neujahrstag: Bis zum Ablauf der Frist am Silvestertag um Mitternacht sei keine Einigung mit einem Investor erzielt worden, sagte am heutigen Montag eine Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Prager. Das Insolvenzverfahren müsse nun offiziell eröffnet werden. Die Schließung des Betriebs steht damit unmittelbar bevor. Neben der Zentrale in München sind auch die Standorte Bocholt und Kamp-Lintfort von dem Debakel betroffen.

Allerdings ist auch nach der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens in den ersten Januartagen noch der Einstieg von Investoren vorstellbar. Durch die Insolvenz haben bereits zwei Drittel der ehemals 3000 BenQ-Mobile-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.

Nach Informationen des Betriebsrates gab es zuletzt nur noch einen ernsthaften Interessenten für die Reste der ehemaligen Siemens- Handysparte. Dabei soll es sich um eine Investorengruppe aus dem IT- und Halbleiterbereich handeln, die von einem Münchner Rechtsanwalt vertreten wird. Es werde zu 75 Prozent damit gerechnet, dass dieser Kandidat Anfang Januar ein konkretes Angebot auf den Tisch legt, hieß es.

BenQ Mobile als ehemalige Handy-Sparte von Siemens hatte Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens stellen müssen, nachdem die taiwanesische Mutter BenQ dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte. Zwei Drittel der 3000 Beschäftigten verloren dadurch bereits ihre Jobs, auch den restlichen 1000 Mitarbeitern droht nun der Gang in die Arbeitslosigkeit.

Quelle : www.heise.de
Titel: Reparaturen von BenQ-Handys vorerst gesichert
Beitrag von: SiLæncer am 02 Januar, 2007, 11:31
Bei BenQ Mobile gehen wohl endgültig die Lichter aus, wenn sich trotz Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht doch noch ein Investor entschließt, bei dem Pleite gegangenen Handy-Hersteller einzusteigen. Während die Gerüchteküche um einen möglicherweise zur Kostenersparnis verzögerten Einstieg des angeblich letzten verbliebenen Interessenten brodelt, können zumindest Besitzer von BenQ-Mobile-Handys darauf hoffen, dass kaputte Geräte repariert werden. Die BenQ-Mobile-Servicesparte Inservio, ebenfalls in der Insolvenz, hat den Dienstleister Quips beauftragt, Gewährleistungsreparaturen für Siemens- und BenQ-Handys auch nach dem 1. Januar 2007 durchzuführen.

In der Inservio GmbH hatte die insolvente BenQ Mobile ihr Garantie- und Reparaturgeschäft ausgegliedert. Monatlich regelt die Gesellschaft die Reparatur von rund 290.000 Mobiltelefonen weltweit. Ende Oktober 2006 hatte Inservio bekannt gegeben, dank einer Zwischenfinanzierung erst einmal weitermachen zu können; im November hatte Inservio den Auftrag für die Reparaturen befristet bis Ende 2006 erteilt. Dies wurde nun nach Angaben von Quips unbefristet verlängert.

Quelle : www.heise.de
Titel: Die Pleite von BenQ Mobile ist besiegelt
Beitrag von: SiLæncer am 02 Januar, 2007, 14:02
Nach drei Monaten voller Hoffen und Bangen hat der insolvente Handyhersteller BenQ Mobile mit Beginn des neuen Jahres den Betrieb weitgehend eingestellt. Da die Suche nach einem Investor vergeblich blieb, eröffnete das Amtsgericht München offiziell das Insolvenzverfahren, hieß es am heutigen Dienstag. "Es findet nur noch eine Auslaufproduktion statt", sagte eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager. Offiziell sei der Betrieb eingestellt. Mit einer Reihe von Mitarbeitern würden aber noch Handys, die schon fast fertig produziert waren, noch verkaufsfähig gemacht.

BenQ Mobile hatte Ende September Insolvenzantrag gestellt. Von der Pleite der ehemaligen Siemens-Handysparte sind rund 3000 Beschäftigte in Deutschland betroffen. Dem Vernehmen nach sollen rund 400 von ihnen mittlerweile neue Jobs gefunden haben, davon rund 150 bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber Siemens. Die übrigen Mitarbeiter sollen in zwei Transfergesellschaften in Bayern und Nordrhein-Westfalen unterkommen, die zu einem großen Teil von Siemens finanziert werden.

Die Suche nach einem Investor für die Tochter des taiwanischen Elektronikkonzerns BenQ Corp. war in den vergangenen Wochen erfolglos geblieben. Es gebe aber noch eine "Resthoffnung", dass ein möglicher Käufer zumindest Teile des Geschäfts aus der Insolvenzmasse übernehme und weiterführe, sagte ein IG-Metall-Sprecher. Sicher werde er aber nicht allen verbliebenen Beschäftigten Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten bieten können.

Die taiwanische BenQ Corp. hatte das Unternehmen vor gut einem Jahr von Siemens übernommen und dafür von dem deutschen Elektrokonzern noch eine Mitgift von mehr als 400 Millionen Euro erhalten. Nach eigenen Angaben steckten die Taiwaner nochmals mehr als 800 Millionen Euro in die deutsche Tochter, die aber unter Marktanteilsverlusten und Umsatzeinbrüchen litt. Vor gut drei Monaten drehte die Mutter BenQ Mobile dann den Geldhahn zu und schickte das Unternehmen damit in die Pleite. Rund 2000 der ursprünglich rund 3000 Beschäftigten verloren dadurch unmittelbar ihre Jobs.

Insolvenzverwalter Prager will die Öffentlichkeit am morgigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand des Verfahrens informieren. Für insolvente Unternehmen gilt, dass sie mit der offiziellen Eröffnung des Verfahrens keine roten Zahlen mehr schreiben dürfen. Daher war in den vergangenen Wochen bereits befürchtet worden, dass Prager BenQ Mobile dichtmachen muss.

Nach Vorarbeiten in den vergangenen Wochen haben die beiden Transfergesellschaften zum Jahresbeginn offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Bei BenQ Mobile in München sind laut IG Metall derzeit nur noch einige Dutzend Beschäftigte mit der Abwicklung restlicher Aufgaben beschäftigt wie der Erstellung von Zeugnissen und dem Abschluss von Gehaltskonten.

Nach Informationen des Betriebsrates war zuletzt nur noch ein ernsthafter Interessent für die Reste von BenQ Mobile verblieben. Dabei soll es sich um eine Investorengruppe aus dem IT- und Halbleiterbereich handeln, die von einem Münchner Rechtsanwalt vertreten wird, hatte es geheißen. Ob aber tatsächlich wie erwartet in diesen Tagen ein konkretes Angebot auf den Tisch gelegt werde, sei unklar, hieß es am Dienstag in Gewerkschaftskreisen. Auch eine Sprecherin des Amtsgerichts München erklärte, es sei nicht ausgeschlossen, dass Interessenten auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Teile des Unternehmens aus der Insolvenzmasse herauskaufen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Das Ende des letzten deutschen Handyherstellers
Beitrag von: SiLæncer am 02 Januar, 2007, 19:21
Mit der Pleite von BenQ Mobile geht in der Konsumelektronik ein weiteres unrühmliches Kapitel deutscher Industriegeschichte zu Ende. Renommierte Konzerne wie Siemens und Bosch versuchten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vergeblich, sich ein attraktives Stück des weltweit rasant wachsenden Handymarktes zu sichern. Durch die Schließung des Betriebs von BenQ Mobile verabschiedet sich nun der letzte deutsche Hersteller. Ähnlich war es zuvor bereits zum Beispiel vielen TV-Geräteherstellern und Produzenten von Computern ergangen.

BenQ Mobile ist aus der ehemaligen Siemens-Handysparte hervorgegangen. Die Mobilfunkgeräte waren lange eine Vorzeige-Sparte des größten deutschen Elektrokonzerns. Der heutige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer nutzte in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender fast jede Gelegenheit, auf Hauptversammlungen und Bilanz- Pressekonferenzen für die Siemens-Handys zu werben. Im Februar 2000 versprach Pierer den Aktionären: "Nachdem wir im Vorjahr eine Stückzahl von 11 Millionen erreicht haben, sollen es im laufenden Geschäftsjahr 30 Millionen und nächstes Jahr bereits etwa 60 Millionen werden." Nicht einmal die Hälfte davon wurde es.

Die Münchner sicherten sich zwar eine starke Stellung auf dem deutschen Markt – zeitweise wurde fast jedes zweite in Deutschland verkaufte Handy von Siemens hergestellt. Weltweit fanden sie aber nie den Anschluss an Branchenriesen wie Nokia und Motorola. Eine Tatsache, die bei der Belegschaft auf Unverständnis stieß. "Wenn Nokia vom Gummistiefel-Produzenten zum Handy-Weltmarktführer aufsteigen konnte, dann wird es doch ein renommierter Hightech-Konzern auch schaffen", sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer über Siemens. In den besten Zeiten kam Siemens auf einen Weltmarktanteil von knapp zehn Prozent, zuletzt war es deutlich weniger. Profitabel ließ sich das Geschäft so nicht betreiben. Siemens entschloss sich zum Verkauf und gab die Sparte mit 3000 Mitarbeitern in Deutschland im Herbst 2005 an den BenQ-Konzern ab. Als Mitgift erhielten die Taiwanesen noch einen dreistelligen Millionenbetrag. Dennoch drehte BenQ nach nur einem Jahr seiner deutschen Tochter BenQ Mobile den Geldhahn zu. Nach dem Insolvenzantrag wagte kein Investor, das Unternehmen zu übernehmen. Daher wurde am Neujahrstag das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet.

Die Entwicklung der Handyhersteller ist nach Einschätzung von Experten durchaus symptomatisch für die Probleme deutscher Unternehmen in der Konsumelektronik. Zwar sind die inländischen Hersteller bei der Entwicklung oft mit vorne dabei, und die Geräte sind meist grundsolide, wenn sie auf den Markt kommen. So schwärmen viele Nutzer noch heute von der Zuverlässigkeit älterer Siemens-Modelle wie dem S3, dem S6 oder auch noch dem äußerst beliebten S35. Zudem war zum Beispiel Bosch bei der Entwicklung von so genannten Triband-Modellen mit vorne dabei, die auch in den USA genutzt werden können. Doch viele internationale Wettbewerber bringen neue Entwicklungen mit viel Marketingaufwand deutlich schneller in die Geschäfte und haben oft das attraktivere Design.

So ging es denn auch bei Siemens bergab: Neue Trends wie Foto- und Klapphandys wurden verschlafen, auch im wichtigen Zukunftsmarkt China reagierte Siemens nach eigener Einschätzung nur schlecht auf die Bedürfnisse der Kunden. Daher hofften auch viele Mitarbeiter beim Verkauf an BenQ, dass der neue asiatische Eigentümer künftig schneller auf Marktveränderungen reagieren würde. Doch die Entwicklung setzte sich nahtlos fort. Auch unter der Marke BenQ/Siemens kamen viele Handys zu spät auf den Markt. Vor dem Insolvenzantrag lag der weltweite Marktanteil noch bei etwa drei Prozent.

Mit der Insolvenz erlitt die Ex-Siemens-Sparte nun das selbe Schicksal wie Hagenuk. Die ehemalige Preussag-Tochter mit Sitz in Kiel, die das erste deutsche Schnurlostelefon entwickelt hatte, war Mitte der neunziger Jahre Pleite gegangen. Bosch zog sich im Jahr 2000 etwas eleganter aus dem Markt zurück: Die Handyentwicklung wurde an Siemens verkauft, die Handy-Produktion im dänischen Pandrup wurde an den Auftragsfertiger Flextronics abgegeben. Auch der BenQ-Mobile-Insolvenzverwalter Martin Prager sah zuletzt höchstens noch eine Chance, als Auftragsbauer für andere Hersteller bestehen zu können. Einen eigenständigen deutschen Handykonzern dürfte es so schnell nicht mehr geben.

Der Weg der einstigen Siemens-Handy-Sparte ins Aus

7. Juni 2005 – Siemens gibt die Trennung von seinem Mobiltelefon-Geschäft mit weltweit 10.000 Beschäftigten bekannt. BenQ übernimmt die Sparte und darf die Marke Siemens fünf Jahre lang nutzen. Der Beschäftigungs-Sicherungsvertrag für die deutschen Werke aus dem Jahr 2004 bleibe bestehen, heißt es.

11. Juli 2006 – BenQ will mehr als 500 Arbeitsplätze in Deutschland streichen. Insgesamt hat BenQ hier 3000 Festangestellte.

24. August 2006 – Wegen der verspäteten Einführung neuer Produkte und Belastungen durch Bereinigungen der Modellpalette stellt sich das Unternehmen darauf ein, erst Mitte 2007 – und nicht wie ursprünglich geplant zum Jahresende 2006 – die Ertragswende zu erreichen.

28. September 2006 – Die Handyproduktion von BenQ Mobile steht vor dem Aus, nachdem der taiwanische Mutterkonzern bekannt gegeben hat, dass er keine Zahlungen mehr leisten will. Die mehr als 3000 Beschäftigten bangen um ihre Zukunft.

29. September 2006 – BenQ Mobile reicht beim Münchner Amtsgericht Insolvenzantrag ein. Der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager will die Produktion bis Ende 2006 fortsetzen.

4. Oktober 2006 – Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sagt BenQ Mobile zu, ihr zustehende Gelder in Höhe von 50 Millionen Euro zu überweisen. Weitere 100 Millionen Euro würden auf einem Treuhänderkonto hinterlegt, bis geklärt sei, ob das Geld der Muttergesellschaft in Taiwan oder der deutschen Tochter zustehe, heißt es.

19. Oktober 2006 – Prager kündigt an, dass rund 2000 der über 3000 BenQ-Mobile-Mitarbeiter in Deutschland ihren Arbeitsplatz verlieren.

20. Oktober 2006 – Politik und Wirtschaft einigen sich auf die Gründung von zwei Auffanggesellschaften für die Beschäftigten von BenQ Mobile. Die Gesamtfinanzierung ist zunächst noch nicht gesichert.

25. Oktober 2006 – Die BenQ-Mobile-Pleite trifft auch Zulieferer. Der Handy-Ausrüster Balda und der Chipkonzern Infineon erklären, man müsse sich von insgesamt 1400 Beschäftigten trennen. Auch der Hersteller elektronischer Komponenten Lumberg kündigt kurz darauf als Folge der Insolvenz Stellenstreichungen an.

24. November 2006 – Nach wochenlangen Verhandlungen steht die Finanzierung der beiden Transfergesellschaften für die von der Pleite betroffenen BenQ-Mobile-Beschäftigten. Siemens stellt über bereits zugesagte Mittel in Höhe von insgesamt 59 Millionen Euro hinaus weitere 12 Millionen Euro von einem Treuhänderkonto bereit.

11. Dezember 2006 – Nach Umsatzeinbrüchen rückt eine mögliche Schließung von BenQ Mobile in Deutschland näher. Wenn bis zum Jahreswechsel keine Einigung mit einem Investor zu Stande komme, müsse das Unternehmen dicht gemacht werden, erklärt Insolvenzverwalter Prager.

1. Januar 2007 – Nach der erfolglosen Investorensuche eröffnet das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren für BenQ Mobile. Der Betrieb des Handy-Herstellers ist weitgehend eingestellt, es läuft lediglich noch eine Auslaufproduktion.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bei BenQ Mobile gehen Ende Januar die Lichter aus
Beitrag von: SiLæncer am 03 Januar, 2007, 14:01
Seit dem 1. Januar ist Martin Prager gerichtlich zum Insolvenzverwalter der Pleite gegangenen BenQ Mobile bestellt, den bisher verwendeten Zusatz "vorläufig" kann man nun streichen. Nachdem sich bis zum Jahreswechsel keine Investoren mit ernsthaften Absichten gemeldet hatten, ist der letzte deutsche Handyhersteller nun offiziell Geschichte. Am Mittag des heutigen Mittwochs unterrichtete Prager die Öffentlichkeit in München über den Stand der Dinge. Die vagen Hoffnungen, ein Investor könne das Unternehmen in letzter Sekunde retten, musste der Anwalt heute erneut enttäuschen. "Bis heute zwölf Uhr habe ich kein einziges Kaufangebot vorliegen", sagte Prager.

Zwar habe er seit Anfang Oktober mit über 100 Kaufinteressenten aus dem In- und Ausland gesprochen. "Die Palette der Interessenten reichte von namhaften Branchenunternehmen über Finanzinvestoren bis zum Glücksritter." Viele Interessenten hätten sich nach dem Erstgespräch und Sichtung der Informationsunterlagen zurückgezogen, mit 31 Interessenten habe er intensive Verhandlungen geführt, teilweise konkrete Planungsszenarien durchgespielt und erste Vertragsentwürfe ausgetauscht. "Das größte Problem aus Investorensicht war die Frage, welchen Umsatz man künftig erzielen könnte", so Prager. Dieser sei im Zuge des Insolvenzantrags und des massiven Imageverlusts der Marken BenQ und BenQ Siemens stark eingebrochen.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werde der Betrieb nun geschlossen. "Ohne einen Investor ist dieses Unternehmen nicht weiterzuführen, denn es ist unter Vollkosten nicht profitabel. Damit würden wir auf Kosten der Gläubiger Verluste produzieren und das dürfen wir nicht", erläuterte Prager den schmerzvollen Schnitt. Bis Ende Januar sind noch rund 160 Mitarbeiter in Kamp-Lintfort sowie 100 Kollegen in den Verwaltungen an beiden Standorten München und Kamp-Lintfort mit der Abwicklung der Produktion beschäftigt. Dann ist auch für sie Schluss.

Über die Modalitäten der Betriebsschließung und die Übergabe der Mitarbeiter an die beschlossenen Auffanggesellschaften bestehe eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat, so der Insolvenzverwalter. Insgesamt hätten 91 Prozent der Mitarbeiter von BenQ Mobile das Angebot eines Übertritts in die von der Siemens AG mitfinanzierte Transfergesellschaft angenommen. Die verbliebenen BenQ-Mobile-Mitarbeiter, die das Angebot nicht angenommen hätten, seien freigestellt. Ihnen wird im Laufe des Januars gekündigt.

Pragers Aufgabe ist nun, das vorhandene Vermögen im Interesse der Gläubiger zum bestmöglichen Preis zu verwerten. Diese Verwertung könne weiterhin auch im Verkauf des gesamten Betriebsvermögens "im Paket" an einen Investor bestehen, der auf dieser Basis ein neues Geschäft starten könnte. "Das wäre natürlich die beste Lösung, und dann hätte zumindest ein Teil der ehemaligen BenQ-Mobile-Mitarbeiter auch wieder eine Perspektive", so Prager. Nachdem ein Großteil der Mitarbeiter bereits in die Transfergesellschaften gewechselt sei, könne ein potenzieller Investor ohne arbeitsrechtliche Altlasten Mitarbeiter aus der Transfergesellschaft für einen Neustart des Geschäftes rekrutieren. "Allerdings wird ein solcher Neustart zunehmend schwieriger, je länger die Produktion stillsteht."

Quelle : www.heise.de
Titel: Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt gegen Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 03 Januar, 2007, 17:43
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt im Zusammenhang mit einem Bestechungsskandal um das UN-Programm "Öl für Lebensmittel" im Irak auch gegen den Elektronikkonzern Siemens. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, habe sie bereits Anfang November 2006 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um herauszufinden, ob die Siemens-Sparten Medizintechnik, Power Generation und Siemens Power Transmission and Distribution gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen haben. Dabei werde "ein sechsstelliger Euro-Betrag" untersucht, der möglicherweise illegal an das Regime von Saddam Hussein für Aufträge im Irak gezahlt worden sei.

Die Ermittlungen der Nürnberger Staatsanwaltschaft gehen auf einen Bericht der UN vom November 2005 zurück. Er erwähnt 63 deutsche Unternehmen, die im Zusammenhang mit dem UN-Hilfsprogramm gezahlt haben sollen. Momentan übersetzten die Ermittler noch die Papiere aus dem Arabischen. Möglicherweise werde nach Durchsicht der Dokumente auch im Ausland gegen Siemens ermittelt, schreibt die FTD.

Im Korruptionsskandal um die Sparte Com hat Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld indes an das Verantwortungsgefühl der Mitarbeiter appelliert. Siemens soll ein weltweites Vorbild für Transparenz und Verhalten werden, berichtet die FTD über einen Brief Kleinfelds an alle 475.000 weltweit Beschäftigten. Bei Zweifeln, ob ein Verhalten rechtswidrig sei, habe jeder Mitarbeiter das Recht und die Verantwortung, sich mit einem Ombudsmann in Kontakt zu setzen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Doch noch Hoffnung für BenQ Mobile?
Beitrag von: SiLæncer am 04 Januar, 2007, 13:40
Vielleicht ist es ein kleiner Hoffnungsschimmer für zumindest einen Teil der Beschäftigten des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile: Wie die dpa meldet, will eine Investorengruppe nach eigenen Angaben den gesamten Betrieb übernehmen und mit zunächst 800 Beschäftigten weiter Handys entwickeln und herstellen. Dem Insolvenzverwalter Martin Prager liege ein entsprechendes Kaufangebot mit konkreten Preisvorstellungen vor, teilte ein Münchner Anwalt am Donnerstag im Namen der Investorengruppe mit.

Bei den Interessenten handelt es sich laut Mitteilung um Investoren mit "persönlichem Hintergrund in den Chef-Etagen der US-amerikanischen wie auch der deutschen Telekommunikations- und IT-Industrie". Geplant sei im Falle einer Übernahme auf Grund der guten Kontakte unter anderem eine starke Ausweitung des US-Vertriebs. Allerdings müssten für eine Umsetzung des Konzepts "wirtschaftliche Eckpunkte" unter anderem mit den Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen geklärt werden. In Branchenkreisen war von "unerfüllbaren Bedingungen" die Rede, vor allzu großen Hoffnungen wird daher gewarnt.

Die Investorengruppe übte Kritik an Insolvenzverwalter Prager, weil dieser am Vortag erklärt hatte, bei ihm seien keine offiziellen Kaufangebote eingegangen. Diese Verweigerungshaltung erhöhe "mit jedem ungenutzten Tag das Risiko für eine erfolgreiche Fortführung aus der Insolvenz". Das wird in Branchenkreisen als Versuch gewertet, durch öffentlichem Druck Einfluss auf das Verfahren zu nehmen. Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters erklärte gegenüber heise online, Prager habe nach wie vor Kontakt mit Interessenten. "Was uns vorliegt, sind Interessensbekundungen", bekräftigte die Sprecherin, diese seien eine gute Verhandlungsgrundlage, aber "weit entfernt von einem unterschriftsreifen Vertrag".

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ Mobile: Mögliche Bürgschaften und ein neuer Investor
Beitrag von: SiLæncer am 05 Januar, 2007, 16:00
Zur Rettung des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile haben sich Nordrhein-Westfalen und Bayern grundsätzlich offen für staatliche Bürgschaften gezeigt. "Falls es für den Standort München zu einer Fortführungslösung kommt, werden wir die rechtlichen Möglichkeiten für staatliche Bürgschaften ausschöpfen", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) heute in München. Auch in Nordrhein-Westfalen wurde nicht ausgeschlossen, dass sich das Land mit einer Bürgschaft an der Rettung von BenQ Mobile mit ursprünglich mehr als 3000 Beschäftigten beteiligt. Eine interessierte Investorengruppe hatte ein Engagement der beiden Länder gefordert. Einem Zeitungsbericht zufolge gibt es inzwischen noch einen weiteren ernsthaften Interessenten.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) lud die deutsch-amerikanische Investorengruppe, die BenQ Mobile komplett übernehmen will, für den kommenden Montag (8. Januar) zu einem Gespräch ein. "Wir wollen schnell wissen, ob eine tragfähige Lösung für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile mit den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt möglich ist", sagte Thoben. Ziel des Gesprächs sei es, die Eckpunkte des von den Kaufinteressenten vorgeschlagenen Übernahmemodells und mögliche Unterstützungsmaßnahmen durch die Landesregierung abzuklären. Dazu seien auch unter anderem Insolvenzverwalter Martin Prager, die Finanzierungspartner der Investorengruppe, Arbeitnehmervertreter und Mitarbeiter der bayerischen Staatsregierung eingeladen worden.

Am Vortag hatte die Investorengruppe über einen Münchner Anwalt erklären lassen, sie wolle mit zunächst 800 Beschäftigten weiter Handys in Deutschland entwickeln und herstellen. Allerdings ist die Kauf-Offerte an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Daher war in Branchenkreisen vor allzu großen Hoffnungen gewarnt worden. Nach einem Bericht der Tageszeitung Die Welt (Samstagausgabe) gibt es einen zweiten ernsthaften Interessenten für BenQ Mobile. Dieses Konsortium werde von einem in den USA lebenden Deutschen angeführt. Bewegung gebe es zudem bei der ebenfalls insolventen Service-Tochter Inservio GmbH in Bocholt. Der dafür zuständige Insolvenzverwalter Michael Pluta sei sich mit einem französischen Investor über einen Verkauf weitgehend einig geworden.

Bayerns Wirtschaftsminister Huber kündigte an, man werde an den Gesprächen auf Arbeitsebene zu Beginn kommender Woche in Nordrhein-Westfalen teilnehmen und erforderlichenfalls auch die Rolle eines Moderators übernehmen. "Wir stehen im permanenten engen Kontakt mit Herrn Prager und sind über die aktuellen Entwicklungen laufend informiert." Bayerns SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget hatte die Staatsregierung zu raschem Handeln aufgefordert.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens überwies letzte Rate an BenQ bisher nicht
Beitrag von: SiLæncer am 05 Januar, 2007, 19:17
Siemens hat die letzte vereinbarte Zahlung von mehr als 100 Millionen Euro an den taiwanischen Elektronikkonzern BenQ noch nicht überwiesen. Dies sei im Einvernehmen mit BenQ geschehen, sagte ein Siemens-Sprecher am Freitag. Es gebe "noch zu klärende Themen zwischen den beiden Parteien". Man habe vereinbart, auf keine weiteren Details einzugehen.

Siemens hatte bei der Abgabe seiner lange defizitären Mobilfunksparte an BenQ die Zahlung von 400 Millionen Euro zugesagt. Die letzte Rate von genau 117 Millionen Euro war eigentlich Ende 2006 fällig, wie der Sprecher auf Anfrage sagte. Siemens habe die Summe im Konzern behalten. Die "WirtschaftsWoche" berichtete, dem Vernehmen nach wolle Siemens-Chef Klaus Kleinfeld die Summe nutzen, um Garantieleistungen für Handys zu finanzieren. Der Siemens-Sprecher wollte das nicht kommentieren.

Bis jetzt sind laut "WirtschaftsWoche" alle SiemensBenQ-Handys mit zweijährigen Siemens-Garantien ausgeliefert worden. Die Verpflichtungen erfüllte bis zur Insolvenz die BenQ-Mobile-Tochter Inservio. Siemens habe seither 20 Millionen Euro an Inservio gezahlt, um den Garantiebetrieb zu sichern. Der Siemens-Sprecher sagte dazu lediglich: "Die Verpflichtung zur Garantieleistung bei Handys ist bei Betriebsübergabe an die BenQ Corp. übergegangen."

Quelle : www.heise.de
Titel: Potenzieller BenQ-Investor will Mitarbeiter nicht bezahlen
Beitrag von: SiLæncer am 06 Januar, 2007, 13:23
Die um die Übernahme des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile bemühte Investorengruppe stellt harte Bedingungen. Zwar will sie 800 ehemalige Mitarbeiter, die bereits in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind, für die Dauer mehrerer Monate wieder beschäftigen. Die Kosten dafür wollen die bislang nicht namentlich in Erscheinung getretenen Investoren allerdings nicht tragen, meldet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe.

Dem Bericht zufolge setzt das Konsortium auf massive staatliche Beihilfen. Von den Landesregierungen Bayerns und Nordrhein-Westfalens erwarten die Interessenten möglicherweise weitaus mehr als bloß die bislang diskutierte Übernahme von Bürgschaften. Allerdings sind noch zahlreiche Fragen völlig ungeklärt. Wenn die öffentliche Hand die geplante Handy-Produktion im gewünschten Umfang unterstützen wollte, so müsste dies auch durch die Europäische Kommission geprüft werden. Deren Zustimmung dürfte allerdings fraglich sein.

Die Beschäftigten in den Qualifizierungsgesellschaften erhalten derzeit insgesamt rund 84 Prozent ihres letzten Nettogehalts. Allein 63 Prozent kommen von der Bundesagentur für Arbeit, den Rest steuert Siemens bei.

Für den kommenden Montag hat NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) ein Gespräch mit Vertretern der Investorengruppe anberaumt, um eine "tragfähige Lösung" für die Standorte Kamp-Lintfort und Bocholt zu finden. Dann werde auch geklärt, welche Finanzpartner tatsächlich hinter der bislang mysteriösen Investorengruppe stecken.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ex-Daimler-Manager greift angeblich nach BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 06 Januar, 2007, 14:43
Zu den Mitgliedern der deutsch-amerikanischen Investorengruppe, die Interesse an der Übernahme der insolventen Handyfirma anmeldete, gehört der frühere Leiter der IT-Abteilung von Daimler-Benz, Hansjörg Beha, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner kommenden Montag erscheinenden Ausgabe. Der EDV-Experte war bereits Anfang der neunziger Jahre beim Autohersteller ausgeschieden und führte danach zusammen mit dem Juristen Wolf Gaede den an der New Yorker Börse gelisteten Software-Dienstleister LHS an. Heute sollen sie gemeinsam zahlreiche Beteiligungen an kleineren Firmen der IT-Branche halten.

Bislang war die Investorengruppe nur über einen Münchner Anwalt an die Öffentlichkeit getreten, die dahinter stehenden Finanzpartner blieben jedoch verborgen. Für die Übernahme von BenQ Mobile fordert sie staatliche Zuschüsse, um die Gehälter der Mitarbeiter nicht selbst zahlen zu müssen.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Betriebsrat hofft auf Lösung bei Treffen mit Investor
Beitrag von: SiLæncer am 07 Januar, 2007, 12:05
Der Gesamtbetriebsrat von BenQ Mobile, Michael Leucker, hat den Poker um ein Fortführungskonzept für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile als "momentan nicht ganz durchschaubar" bezeichnet. Wichtig sei, dass jetzt alle Beteiligten – inklusive Vertreter der Siemens AG – an diesem Montag zu Gesprächen nach Düsseldorf kommen und versuchen, eine Lösung zu finden, sagte Leucker am Samstag in Kamp-Lintfort. Bei dem Treffen auf Einladung der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) soll der potenzielle Investor sein Konzept vorstellen.

Auch der Insolvenzverwalter, Arbeitnehmervertreter und Mitarbeiter der bayerischen Staatskanzlei sollen an den Gesprächen teilnehmen. Eine deutsch-amerikanische Investorengruppe hat Interesse an einer kompletten Übernahme von BenQ Mobile bekundet. Das Angebot ist jedoch an eine Reihe von Bedingungen geknüpft.

So fordert das Konsortium angeblich die kostenlose Beschäftigung von 800 früheren BenQ-Mitarbeitern. Dies sei "mit vielen Fragezeichen versehen, sowohl moralisch als auch rechtlich", sagte Gesamtbetriebsratschef Leucker. Dazu müsse es noch Gespräche mit der IG Metall geben. Das Sozialgesetzbuch sehe die Möglichkeit eines Probearbeitsverhältnisses vor – "auf der anderen Seite darf das nicht missbraucht werden", betonte Leucker. Die Frage sei auch, zu welchen Konditionen sich ein Investor bereit erklärt: "Dann kann man über viele Dinge sprechen."

Quelle : www.heise.de
Titel: Rettung von BenQ Mobile hängt an der Finanzierung
Beitrag von: SiLæncer am 08 Januar, 2007, 19:26
Die Gespräche über die mögliche Rettung von rund 800 Jobs beim insolventen Handyhersteller BenQ Mobile sind am heutigen Montagabend ohne endgültiges Ergebnis unterbrochen worden. Nach dem derzeitigen Stand droht die Rettung an Finanzierungsfragen zu scheitern. "Es gibt bestimmte finanzielle Anforderungen der Investorenseite, die noch nicht in Übereinstimmung sind mit den rechtlichen Möglichkeiten", sagte Klaus-Dieter Schulz vom Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalens am Abend in Düsseldorf.

Als Hauptstreitpunkt gilt die Frage, wie die zu Jahresanfang in eine Transfergesellschaft gewechselten BenQ-Mobile-Mitarbeiter ohne finanzielle Belastung für den potenziellen Investor an ihre alten Arbeitsplätze zurückkehren können. Eine deutsch-amerikanische Investorengruppe, die Interesse an einer Übernahme des Handyherstellers angemeldet hat, will 500 Arbeitsplätze in Kamp-Lintfort und weitere 300 in München erhalten, wie am Montagnachmittag aus den Beratungen verlautete. Das Geschäftsmodell sieht nach Angaben von Teilnehmern des Gesprächs die Fertigung von rund vier Millionen Handys pro Jahr vor.

Die Bundesanstalt für Arbeit könne aus rechtlichen Gründen die Bezahlung der Mitarbeiter nicht übernehmen, hieß es von Teilnehmern. Anders seien die Möglichkeiten des früheren Eigentümers der Handysparte, Siemens. Ein Vertreter des Münchner Konzerns habe keine Bereitschaft zur Kostenübernahme gezeigt. Zu der ins Gespräch gebrachten Umschichtung von Mitteln, die Siemens für die Auffanggesellschaften zur Verfügung gestellt hat, wollte sich der Elektrokonzern nicht äußern. "Siemens hat die Finanzierung der Transfergesellschaften weitgehend gesichert", erklärte ein Unternehmenssprecher lediglich. "Für alle weiteren Fragen sind zunächst der Insolvenzverwalter, die Leitung der beiden Transfergesellschaften und die Bundesagentur für Arbeit zuständig und erst danach Siemens."

Es sollen aber weitere Verhandlungen mit der deutsch-amerikanischen Investorengruppe folgen, wie Matthias Jena von der IG Metall Bayern nach den vierstündigen Diskussionen mitteilte. Es gebe noch eine kleine Hoffnung, die Rettung werde jedoch mit zunehmender Zeit schwieriger, sage Jena. Auch Klaus-Dieter meinte, die Ziele der Interessenten seien nicht unerreichbar, "es lohnt sich, daran weiterzuarbeiten". Bevor weitere Treffen zu den offenen Fragen stattfinden, müsse anstehende Sitzung des Gläubigerausschusses von BenQ Mobile am Dienstag in München abgewartet werden. Nordrhein- Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) kündigte an, das Investorenmodell "sehr sorgfältig und ergebnisorientiert" zu prüfen.

Zu den Gesprächen in Düsseldorf hinter verschlossenen Türen kamen rund 30 Teilnehmer. Neben den Vertretern der Investorengruppe befinden sich darunter auch der Insolvenzverwalter, Arbeitnehmervertreter und Mitarbeiter der bayerischen Staatskanzlei.

Quelle : www.heise.de
Titel: US-Unternehmen Sentex zweiter Interessent für BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 08 Januar, 2007, 20:04
An einer Übernahme des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile ist nach Medienberichten auch die US-Unternehmensgruppe Sentex Sensing Technologies interessiert. Die Amerikaner wollten am Dienstag ein konkretes Angebot für die frühere Siemens-Handysparte vorlegen, berichtet die Tageszeitung Die Welt in ihrer Dienstagsausgabe. Firmenchef Henrik Rubinstein habe der Zeitung entsprechende Informationen bestätigt, weitere Aussagen zum Konzept aber abgelehnt. Auch der WDR nannte Sentex als weiteren Interessenten.

Interessiert an BenQ Mobile ist auch eine deutsch-amerikanische Investorengruppe. Ihre Mitglieder wollen nicht genannt werden. Bisher sickerte nur der Name eines früheren IT-Managers von DaimlerChrysler, Hansjörg Beha durch. Erste Gespräche zu dem Angebot der Investorengruppe am Montag zeigten deutliche Differenzen bei den Vorstellungen zur Finanzierung auf.

Sentex verfüge über konkrete neue Handy-Modelle, die am Dienstag dem Gläubigerausschuss präsentiert werden sollten, schreibt die Welt unter Berufung auf Verhandlungskreise. Auch wolle Sentex 1600 bis 1700 Jobs sichern, während das deutsch-amerikanische Konsortium 800 veranschlagt habe. Sollten sich der Gläubigerausschuss und der Insolvenzverwalter für Sentex entscheiden, könne die Produktion unter der Dachmarke Siemens bereits am 20. Januar ihren Betrieb aufnehmen, heißt es in der Zeitung. Allerdings sei auch Rubinsteins Konzept an konkrete Bedingungen geknüpft.

Quelle : www.heise.de
Titel: Gläubigerausschuss von BenQ Mobile berät über Rettungskonzepte
Beitrag von: SiLæncer am 09 Januar, 2007, 12:57
Im Ringen um die Rettung von Jobs beim insolventen Handy-Hersteller BenQ Mobile beraten am heutigen Dienstag Vertreter der wichtigsten Gläubiger über Vorschläge möglicher Investoren. Als größtes Hindernis zeichnet sich die Finanzierung ab. Bekannt ist zum einen ein Konzept einer deutsch-amerikanischen Investorengruppe, die den Erhalt von rund 800 der ursprünglich 3000 Jobs bei der einstigen Siemens-Handysparte in Aussicht stellt. Sie will aber unter anderem, dass die Mitarbeiter zumindest am Anfang kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Dafür zeichnet sich bisher keine Lösung ab.

Am Montag wurden auch Pläne eines zweiten Interessenten bekannt. Das US-Unternehmen Sentex Sensing könnte sich Medienberichten zufolge die Übernahme sogar von 1700 Mitarbeitern vorstellen. Auch dieser mögliche Investor habe jedoch konkrete Bedingungen. Sentex wolle das Konzept am Dienstag in München dem Gläubigerausschuss von BenQ Mobile vorstellen. Ihm gehören Vertreter von Lieferanten, Kreditversicherern, der IG Metall und der Bundesagentur für Arbeit an.

Auch Sentex sieht Probleme bei der Finanzierung. Sentex-Präsident Henrik Rubinstein zeigte sich in der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (NRZ) enttäuscht darüber, dass eine Einigung mit dem Land Nordrhein-Westfalen über Bürgschaftszusagen in Höhe von 125 Millionen Euro im Dezember gescheitert sei. Sentex hatte nach seinen Angaben die Unterstützung von "Topbanken aus Frankfurt". "Erst hatten wir geplant, zum 1. Dezember 2006 zu starten, dann zum 15. Dezember. Nun würden wir gern zum 20. Januar beginnen", sagte Rubinstein. Ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums sagte der NRZ, die Sentex-Pläne bedürften noch einer Konkretisierung. Landesbürgschaften könnten nur auf der Grundlage tragfähiger Unterlagen vergeben werden.

Auch bei der vom ehemaligen DaimlerChrysler-IT-Manager Hansjörg Beha vertretenen deutsch-amerikanischen Investorengruppe soll es Enttäuschung über die Finanzierungsaussichten seitens des Landes NRW gegeben haben. Die Rheinische Post berichtet unter Berufung auf Verhandlungskreise, das Land könne maximal für 80 Prozent eines Kreditvolumens von 25 Millionen Euro bürgen. Die Investorengruppe habe ein Vielfaches des Betrages erwartet. Das Konsortium, dessen Mitglieder nicht namentlich genannt werden wollen, will mit einer Eigenmarke und für andere Anbieter pro Jahr insgesamt 4 Millionen Handys fertigen. In Kamp-Lintfort könnten nach diesem Geschäftsmodell etwa 500 und in München etwa 300 Mitarbeiter eine Beschäftigung finden. Auch Sentex ist Rubinstein zufolge zur Handy-Produktion bereit.

Am Montag wurde bei einem Treffen in Düsseldorf bereits über Konzepte für BenQ Mobile gesprochen. Insolvenzverwalter Martin Prager äußerte sich nach den vierstündigen Gesprächen nicht. Eine Sprecherin Pragers bestätigte, dass es noch mehrere Interessenten für BenQ Mobile gebe. Eine genaue Zahl wollte sie nicht nennen. "Es ist noch Bewegung drin", sagte sie.

Quelle : www.heise.de
Titel: Zukunft von BenQ Mobile nach Sitzung des Gläubigerausschusses weiter offen
Beitrag von: SiLæncer am 09 Januar, 2007, 18:17
Zwei der Interessenten für eine Übernahme des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile haben heute vor dem Gläubigerausschuss ihre Vorstellungen präsentiert. Wie Insolvenzverwalter Martin Prager im Anschluss an die Sitzung am heutigen Dienstagnachmittag mitteilte, habe der Ausschuss die Präsentationen mit Interesse zur Kenntnis genommen, jedoch deutlich gemacht, dass es zahlreiche offene Fragen und entsprechenden Klärungsbedarf gebe. Der Ausschuss ist das Aufsichtsorgan des Insolvenzverwalters und besteht aus Vertretern der Lieferanten, Kreditversicherern, der Bundesagentur für Arbeit, dem Pensionssicherungsverein und der IG Metall.

"Aus Sicht des Gläubigerausschusses braucht es ein glaubwürdiges Fortführungskonzept, ein angemessenes Kaufpreisangebot sowie konkrete Nachweise für eine sichergestellte Finanzierung," erklärte Prager. Bisher habe keiner der beiden Interessenten, die sich auch bereits öffentlich zu Wort gemeldet hatten, damit aufwarten können. Prager wies erneut darauf hin, dass es noch weitere Interessenten für eine Übernahme von BenQ Mobile gäbe. Diese legten jedoch Wert auf Diskretion, entsprechend vertraulich behandle man die Gespräche. Ein IG-Metall-Sprecher bestätigte gegenüber dpa: "Es gab kein entscheidungsfähiges Angebot." Mit mindestens einem der beiden Interessenten, die bei der Sitzung ihre Rettungskonzepte vorgestellt hatten, solle aber weiter verhandelt werden.

Zu den Interessenten gehört eine deutsch-amerikanische Investorengruppe um den ehemaligen DaimlerChrysler-IT-Manager Hansjörg Beha. Sie will die Handy-Produktion des insolventen Unternehmens im Falle einer Übernahme nach eigenen Angaben so schnell wie möglich wieder aufnehmen. "Wir können sofort starten", sagte Beha der dpa. Zunächst wollten die Investoren 800 der ursprünglich mehr als 3000 BenQ-Mobile-Mitarbeiter übernehmen. Über die Finanzierung der Arbeitsplätze besteht aber weiterhin Uneinigkeit.

Der zweite Interessent, die US-Firma Sentex Sensing, könnte sich Medienberichten zufolge die Übernahme sogar von 1700 Mitarbeitern vorstellen und ist laut seinem Präsidenten Henrik Rubinstein ebenfalls zur Handy-Produktion bereit. Allerdings wurden in Branchenkreisen Zweifel an der Finanzkraft des Unternehmens angemeldet. Wie die Investorengruppe um Beha soll Sentex konkrete Bedingungen für eine Übernahme von BenQ Mobile geäußert haben, die allerdings zunächst nicht bekannt wurden.

Ein IG-Metall-Sprecher äußerte sich zurückhaltend zu den Aussichten der möglichen Rettungskonzepte. Bisher seien noch keine Details über die Pläne von Sentex Sensing bekannt, zudem sei der Vorschlag der Investorengruppe um Beha, BenQ-Mobile-Mitarbeiter zumindest anfangs kostenfrei zu beschäftigen, "schon aus juristischen Gründen" nicht machbar. Beha selbst wies dies im Gespräch mit dpa zurück. "Wir haben nie gesagt, dass die Menschen gratis arbeiten sollen."

Quelle : www.heise.de
Titel: Nur noch ein Investor im Rennen um BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 10 Januar, 2007, 14:44
Die Hängepartie um eine mögliche Rettung von zumindest einigen Arbeitsplätzen des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile geht weiter. Nachdem der Gläubigerausschuss am gestrigen Dienstag die Angebote zweier Investoren begutachtet hatte, es aber zu keinem Ergebnis gekommen war, soll Medienberichten zufolge weiter verhandelt werden. Allerdings nur noch mit einem der beiden Interessenten, und der drängt jetzt auf eine Entscheidung bis zum 16. Januar.

Nach Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) ist die deutsch-amerikanische Investorengruppe um den ehemaligen DaimlerChrysler-Manager Hansjörg Beha noch im Rennen. Das Angebot des zweiten Interessenten Sentex Sensing Technologies sei dagegen auf völlige Ablehnung der Gläubiger gestoßen. Behas Gruppe will im Falle einer Übernahme die Handyproduktion so schnell wie möglich wieder aufnehmen. Für Insolvenzverwalter Martin Prager und die Gläubiger wirft auch Behas Konzept aber weitere Fragen auf. Prager will vor allem einen Finanzierungsnachweis sehen. Strittig ist noch die Frage möglicher Landesbürgschaften und die Finanzierung der rund 800 Arbeitsplätze. Der Zeitung zufolge drückt Beha nun aufs Tempo und hat ein Ultimatum bis zum 16. Januar gesetzt.

Nach Darstellung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gehört zu dem Konsortium um Beha auch ein alter Bekannter aus der Computerindustrie. Wie die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, gehört der ehemalige Apple-Chef Gilbert Amelio zu der Investorengruppe. "Gil" Amelio war von 1994 bis 1997 bei dem kalifornischen Computerhersteller, seit 1996 als CEO. Jetzt führt er zusammen mit dem Apple-Erfinder Steve Wozniak das Investment-Unternehmen Acquicor. Wer außer Amelio und Beha noch hinter dem Angebot steht, ist weiter unklar.

Quelle : www.heise.de
Titel: Neuer Interessent für BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 10 Januar, 2007, 19:11
Die Hamburger Bacoc-Gruppe will den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile kaufen. "Wir werden bis 19. Januar ein Angebot abgeben", sagte Bacoc-Chef Stefan Baustert dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Derzeit werde an den Details der Offerte gearbeitet. Eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager bestätigte Gespräche mit dem Unternehmen. Ein abgesicherter Finanzierungsplan liege aber noch nicht vor, sagte die Sprecherin. Neben Bacoc gebe es eine Reihe anderer Interessenten.

Bacoc will laut Handelsblatt die BenQ-Zentrale in München schließen und nur das Werk im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort weiter betreiben. Von den ehemals 3000 Arbeitsplätzen sollen nach Angaben von Baustert 1000 erhalten bleiben. Ziel der Übernahme sei es, das eigene Produktspektrum von Notebooks und Taschencomputern mit Handys abzurunden und dafür die Entwicklungen von BenQ zu nutzen. Dieses Jahr sollen mindestens 4,5 Millionen Handys abgesetzt werden.

Wie andere Interessenten auch bemüht sich Bacoc um eine Landesbürgschaft in Nordrhein-Westfalen. Dies bestätigte das Wirtschaftsministerium. Insgesamt hätten 15 potenzielle Investoren angefragt. Die Bacoc-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben 100 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 95 Millionen Euro.

Der bisher ernsthafteste Interessent, eine deutsch- amerikanische Investorengruppe um den ehemaligen DaimlerChrysler-IT- Manager Hansjörg Beha, hatte zuvor auf eine Entscheidung bis zum 16. Januar gedrängt. Insolvenzverwalter Martin Prager sieht aber zahlreiche offene Fragen in dem Konzept der Investorengruppe. Er verlangt vor allem einen Nachweis darüber, wie der Kaufpreis und die Löhne der Mitarbeiter bezahlt werden sollen. Ohne Finanzierungsnachweise wollen die Gläubiger dem Konzept der Investorengruppe nicht zustimmen, da sie keine weitere Pleite riskieren wollen. "Die jetzigen Pläne sehen zu viele Punkte zu Lasten Dritter vor", hieß es in Verhandlungskreisen.

Unklar ist unter anderem, wer die Löhne der 800 Beschäftigten übernehmen soll, mit denen das Konsortium die Handyproduktion wieder aufnehmen will. Ein weiterer strittiger Punkt ist die Übernahme der Gewährleistung für Siemens-Handys, die noch im Umlauf sind. Angesichts der vielen unklaren Punkte gilt eine Einigung mit dem Konsortium in Verhandlungskreisen als fraglich. Eine Sprecherin Pragers wollte sich am Mittwoch in München nicht dazu äußern. Einen neuen Gesprächstermin gebe es derzeit noch nicht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Betriebsrat fordert mehr Engagement des Bundes bei BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 11 Januar, 2007, 15:05
Zur Rettung der BenQ-Mobile-Standorte hat der Betriebsratsvorsitzende Michael Leucker ein stärkeres Engagement des Bundes angemahnt. Im Falle des Bauunternehmens Philipp Holzmann habe sich der Staat in einer existenziellen Situation eingeschaltet, sagte er am Donnerstag der dpa. Bei BenQ Mobile gehe es darum, High-Tech in Deutschland zu halten. Dabei stünden nicht nur Arbeitsplätze beim Handyhersteller auf dem Spiel, sondern noch einmal genauso viele in der Zulieferindustrie. Bis zur Ankündigung der Insolvenz im vergangenen Herbst waren bei BenQ Mobile in München, Kamp-Lintfort und Bocholt rund 3000 Menschen beschäftigt.

Die bisher bekannten Investorenkonzepte hätten Substanz, betonte Leucker. Allerdings müsse noch materiell nachgelegt werden. Eine Sprecherin des Insolvenzverwalter bestätigte, dass derzeit kein unterschriftsreifes Angebot irgendeines Investors vorliege. Man sei den Gläubigern verpflichtet, nicht unter einem bestimmten Wert zu verkaufen. Aber nicht nur ein guter Kaufpreis, auch ein entsprechendes Fortführungskonzept müsse vorliegen. Jetzt seien die Investoren am Zuge, hieß es.

Zuletzt hatte sich die Hamburger Bacoc-Gruppe zu Wort gemeldet. Sie will bis zum 19. Januar ein Angebot für BenQ Mobile vorlegen. Eine Frist gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters nicht. Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums bestätigte, dass sich in den vergangenen Wochen 15 mögliche Interessenten beim Land nach den Regeln für Bürgschaften erkundigt hatten. BenQ gehörte bis Mitte 2005 zum Siemens-Konzern und wurde dann an die taiwanische BenQ verkauft.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Mobile-Interessent wirbt um Vertrauen
Beitrag von: SiLæncer am 11 Januar, 2007, 18:46
Im Tauziehen um eine Rettung des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile wirbt die deutsch-amerikanische Investorengruppe um Vertrauen für ihr Übernahmeangebot. In der Öffentlichkeit kursierten verschiedene Informationen, die "zu massiven Fehlinterpretationen und Falschdarstellungen" geführt hätten, erklärte der frühere DaimlerChrysler-Manager Hansjörg Beha, der an der Spitze der des Konsortiums steht, am heutigen Donnerstag in München. Die Gruppe gilt als ernsthaftester Interessent für eine Übernahme von BenQ Mobile und hatte den Erhalt von 800 der ursprünglich 3000 Arbeitsplätzen der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte in Aussicht gestellt.

Entgegen der Darstellung in der Öffentlichkeit habe nicht die Investorengruppe selbst Landesbürgschaften von bis zu 100 Millionen Euro gefordert, erklärte Beha. Vielmehr sei dem Konsortium dies vor Unterbreitung des Angebotes als Möglichkeit in Aussicht gestellt worden. "Nur vor diesem Hintergrund hat die Investorengruppe diese Aussage in ihren Katalog von angenommenen Grundlagen für die Transaktion aufgenommen", hieß es. Auch habe die Gruppe nicht von sich aus verlangt, dass BenQ-Mobile-Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollten, sondern dies von ihren "diversen Gesprächspartnern mehrfach als konkret machbare Möglichkeit genannt" bekommen, ergänzte Beha.

Das von den Investoren präsentierte Konzept sei von Lieferanten, Vertretern der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, der IG Metall und von leitenden BenQ-Mobile-Mitarbeitern als "tragfähig, überzeugend und zielführend" für eine Fortführung des Unternehmens beurteilt worden, betonte Beha. "Anders lautende Kommentare sind schlicht unzutreffend." Derzeit würden mit Insolvenzverwalter Martin Prager und allen anderen Parteien Gespräche geführt.

Quelle : www.heise.de
Titel: Investorenpoker um BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 15 Januar, 2007, 17:01
Die Aussichten für eine Rettung des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile gelten angesichts der unklaren Finanzierung weiter als gering. Bei vielen der Beschäftigten, die inzwischen in eine Transfergesellschaft gewechselt sind, überwiegt Resignation. Auch einen Tag vor Ablauf der von möglichen Investoren gesetzten Frist hat sich Martin Prager mit dem Konsortium um den ehemaligen Daimler-Manager Hansjörg Beha noch nicht einigen können. Der Insolvenzverwalter lässt sich von der Frist bis zum morgigen Dienstag nicht aus der Ruhe bringen und macht weiter eine solide Finanzierung zur Bedingung für seine Entscheidung. Er will vor allem einen Nachweis darüber, wie Kaufpreis und Löhne bezahlt werden sollen.

Die Gruppe um Beha und den früheren Apple-Chef Gilbert Amelio sei diesen Nachweis bis zum heutigen Montagmittag schuldig geblieben, hat die dpa aus Branchenkreisen erfahren. Bislang hat Beha nach Informationen des Spiegel nur 20 Millionen Euro auf den Tisch gelegt und damit allgemein für Ernüchterung gesorgt. Behas Gruppe will 800 der einmal über 3000 Jobs der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte erhalten und nach Informationen des Focus im laufenden Jahr vier Millionen Handys bauen; im kommenden Jahr soll bereits die doppelte Stückzahl vom Band laufen. Für 2007 rechnen die um Vertrauen bemühten Investoren danach mit einer "schwarzen Null", 2008 soll schon ein Gewinn von 10 Millionen Euro in den Büchern stehen. Das will Beha mit "hochwertigen Handys der E- und der S-Klasse" erreichen, wie er dem Magazin sagte. Der ehemalige DaimlerChrysler-Mann forderte eine 100-Millionen-Euro-Bürgschaft, die das Land Nordrhein-Westfalen ihm auch im November zugesagt habe. Das Land verspreche aber nur 20 Millionen, um nicht gegen EU-Recht zu verstoßen. "Das ist nicht mein Problem", sagte dazu Beha laut Focus.

Als weiterer Interessent hatte sich in der vergangenen Woche die Hamburger Bacoc-Gruppe gemeldet, die bis 19. Januar ein konkretes Angebot abgeben will. Medienberichten zufolge will der Notebook-Hersteller die BenQ-Mobile-Zentrale in München schließen und nur das Werk im nordrhein-westfälischen Kamp-Lintfort weiterbetreibei. Dabei sollen rund 1000 Jobs erhalten bleiben. Wie andere Interessenten auch bemüht sich Bacoc um eine Landesbürgschaft in Nordrhein-Westfalen. Die Hamburger rechnen mit einem Absatz von mindestens 4,5 Millionen Handys im laufenden Jahr.

Nur für ehemalige Mitarbeiter der Handy-Reparturwerkstatt des Tochterunternehmens Inservio gibt es seit der Übernahme durch das bayerische Unternehmen ComBase in der vergangenen Woche wieder etwas Hoffnung. Ziel der ComBase sei es, möglichst vielen Mitarbeitern am Standort Bocholt sofort wieder Arbeitsplätze anzubieten, den Standort auszubauen und damit Jobs in Deutschland zu erhalten, teilte das Unternehmen am Montag in Karlstein mit. Zunächst werde der Betrieb mit 40 Mitarbeitern starten. ComBase will den Service für Handys der Marken Siemens, BenQ-Siemens und BenQ übernehmen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Chancen für Rettung von BenQ Mobile weiter gesunken
Beitrag von: SiLæncer am 17 Januar, 2007, 19:12
Die Chancen für eine Rettung des Kerngeschäfts des insolventen Handyherstellers BenQ Mobile sind weiter gesunken. Die deutsch-amerikanische Investorengruppe um den ehemaligen DaimlerChrysler-IT-Manager Hansjörg Beha ließ eine selbst gesetzte Frist verstreichen, ohne ihr Angebot zu verbessern oder einen Finanzierungsnachweis zu liefern. Das erfuhr die dpa am Mittwoch aus Verhandlungskreisen. Ursprünglich hatte die Investorengruppe eine Entscheidung bis zum 16. Januar gefordert.

Ein neues Konzept war die Bedingung für eine Entscheidung des Insolvenzverwalters Martin Prager über den Verkauf. Prager fordert von den Investoren vor allem einen Nachweis über die Finanzierung der Übernahme, da die Gläubiger eine erneute Pleite verhindern wollen. Beha hatte in der vergangenen Woche eine Entscheidung bis zum 16. Januar verlangt und sich damit aus Sicht einiger Verhandlungsteilnehmer selbst unter Druck gesetzt, die Nachweise zu liefern.

Beha galt zuletzt als ernsthaftester Interessent für BenQ Mobile. Zahlreiche andere Kandidaten waren bereits ausgeschieden, weil sie die Übernahme nicht hätten stemmen können oder selbst das Interesse verloren. Noch in dieser Woche wird aber ein Angebot von der Hamburger Bacoc-Gruppe erwartet. Allerdings drängt die Zeit, da das Insolvenzverfahren bereits Anfang Januar eröffnet wurde.

In seinem ersten Angebot soll Beha einen Preis in einer Größenordnung von 20 Millionen Euro für die Reste von BenQ Mobile geboten haben. Angesichts hoher Material- und Lohnkosten war aber fraglich, wie er den laufenden Betrieb finanzieren wollte. Zunächst wollte er an den Standorten München und Kamp-Lintfort mit rund 800 der früher 3000 Mitarbeiter die Produktion wieder starten und bereits im kommenden Weihnachtsgeschäft die Geräte unter neuem Markennamen verkaufen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bacoc-Angebot für BenQ Mobile verzögert sich
Beitrag von: SiLæncer am 19 Januar, 2007, 10:24
Die Rettungsbemühungen um den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile haben einen erneuten Rückschlag erlitten. Die Hamburger Bacoc-Gruppe habe mitgeteilt, dass sie nicht wie angekündigt an diesem Freitag ein Angebot vorlegen könne, sagte eine Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager in München. Die Offerte und der Finanzierungsnachweis seien nicht fertig geworden. Bacoc verfolge den Plan aber weiter. "Wir stehen auch weiter für Gespräche zur Verfügung", hieß es bei der Insolvenzverwaltung. Allerdings hatte Insolvenzverwalter Prager betont, mit jedem Tag, der verstreiche, werde eine Rettung etwas unwahrscheinlicher.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens und BenQ einigen sich über Garantieleistungen für Handys
Beitrag von: SiLæncer am 19 Januar, 2007, 15:09
Nach der Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile hat sich der frühere Besitzer Siemens mit der taiwanischen BenQ über Garantieleistungen für die Handys geeinigt. Der Elektronikkonzern BenQ Corp. habe die B2X Care Solutions GmbH mit dem Service für Handys beider Marken beauftragt, teilte die Siemens AG am heutigen Freitag in München mit. Vertriebspartner und Endkunden könnten damit weiterhin die bisherigen Kanäle für Reklamationen in Anspruch nehmen. Die Vereinbarung laufe seit Anfang Januar.

B2X übernehme die Garantieleistungen für Vertriebspartner und Endkunden aus Europa, Russland und Lateinamerika, hieß es. Die Garantieansprüche asiatischer Kunden würden direkt von BenQ bearbeitet. Die B2X Care Solutions ist als Nachfolger des ebenfalls insolventen Dienstleisters Inservio für die Steuerung des Services für die Mobilfunkgeräte zuständig. Es seien aber keine Firmenwerte oder Mitarbeiter von Inservio übernommen worden, sagte ein B2X-Sprecher. Die Handy-Reparaturwerkstatt von Inservio in Bocholt hatte die Firma ComBase aus dem bayerischen Karlstein übernommen, die als ein Dienstleister Reparaturaufträge für B2X Care Solutions abwickelt.

Die Kosten für die Fortführung der Garantieleistungen werden laut Siemens durch die ursprünglich noch im Dezember fällige Rate an BenQ Corp. gedeckt. Siemens hatte bei der Abgabe seiner lange defizitären Mobilfunksparte an BenQ die Zahlung von 400 Millionen Euro zugesagt. Die letzte Rate von 117 Millionen Euro hatte Siemens im Konzern behalten. BenQ Mobile mit ursprünglich mehr als 3000 Beschäftigten hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem die taiwanische Mutter dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte.

Die B2X Care Solutions GmbH ist eine Tochter der B2X Logistics GmbH. Beide Firmen haben ihren Sitz in München und zusammen rund 80 Beschäftigte. Zum Umsatz machte der Unternehmenssprecher keine Angaben, die Firmen arbeiteten profitabel, erklärte er.

Quelle : www.heise.de
Titel: Aktionärsvertreter kritisieren Siemens-Konzernleitung
Beitrag von: SiLæncer am 21 Januar, 2007, 15:33
"Nur wer einen guten Job macht, soll auch entlastet werden", sagte der Vorsitzende des Vereins der Siemens-Belegschaftsaktionäre, Manfred Meiler, dem Tagesspiegel in einem Interview zur Donnerstag anstehenden Hauptversammlung, das morgen erscheinen wird. Keine gute Leistung attestieren die Belegschaftsaktionäre Konzernchef Klaus Kleinfeld, Vorstandsmitglied Rudi Lamprecht, Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer, Finanzchef Joe Kaeser sowie dem Siemens-Aufsichtsrat und Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Bereits im vorigen Jahr und auch 2002 hatte der Verein dem Vorstand die Entlastung verweigert. Für die kommende Hauptversammlung hatte der Verein bereits Ende 2006 Gegenanträge gestellt.

Kleinfeld trage die Verantwortung für die Schmiergeld-Affäre und die Pleite der ehemaligen Siemens-Handysparte. Kaeser und Lamprecht hätten in ihrer Verantwortung für die Handysparte versagt. Von Pierer und Ackermann werfen die Belegschaftsaktionäre vor, dass sie dem Vorstand eine 30-prozentige Gehaltserhöhung gewährt hätten, während in anderen Bereichen Personal abgebaut worden sei. Pierer habe außerdem in der Korruptionsaffäre "nicht zeitnah gehandelt".

Kleinfeld hat derweil in einem Interview mit dem morgen erscheinenden Spiegel beteuert, alles tun, um die Korruptionsaffäre um den Konzern aufzuklären. Auf der Hauptversammlung müsse auch über die Korruptionsvorwürfe und die BenQ-Mobile-Insolvenz diskutiert werden. Sein Unternehmen könne aus diesem Prozess in den nächsten Jahren als Beispiel für Transparenz und Kontrolle hervorgehen.

Auch Aktionärsschützer wollen Vorstands- und Aufsichtsratmitgliedern die Entlastung verweigern. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) plant, sogar dem gesamten Aufsichtsrat und Vorstand die Entlastung zu verweigern. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will trotz der Möglichkeit der Einzelabstimmung kein einziges Vorstandsmitglied entlasten. "Der gesamte Vorstand hat das Problem viel zu spät aufgegriffen und nicht entschieden genug gehandelt", sagte DSW-Vertreterin Daniela Bergdolt dem Tagesspiegel.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Schmiergeldaffäre: Beschuldigte belasten weitere Top-Manager
Beitrag von: SiLæncer am 23 Januar, 2007, 17:41
Die Siemens-Vorstände Joe Kaeser (Finanzen) und Rudi Lamprecht (Mitglied des Zentralvorstands) wehren sich gegen Spekulationen über eine Verwicklung in die laufende Schmiergeldaffäre. Das Wall Street Journal berichtet am heutigen Dienstag unter Berufung auf Anwälte, zwei Beschuldigte hätten die beiden Top-Manager unabhängig voneinander in ihren Aussagen bei der Staatsanwaltschaft schwer belastet. Sie gaben demnach an, Kaeser habe bereits in seiner Zeit als Bereichsvorstand in der Mobilfunksparte ICM von dem System schwarzer Kassen gewusst. Lamprecht sei spätestens seit Anfang 2005 über die Vorgänge informiert gewesen. Gleiches gelte für den Ende 2005 aus dem Konzern ausgeschiedenen ehemaligen Leiter des Geschäftsbereichs Communications (Com), Lothar Pauly.

"Sowohl Joe Kaeser als auch Rudi Lamprecht weisen diese verleumderischen Beschuldigungen mit aller Entschiedenheit zurück", teilte die Siemens AG am Dienstag mit. Beide seien bislang nicht von der Staatsanwaltschaft kontaktiert worden. Diese wollte sich zum Bericht im Wall Street Journal nicht äußern. Zu den Beschuldigten in der Schmiergeldaffäre gehören bereits die früheren Siemens-Vorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt. Die Ermittler gehen laut früheren Angaben davon aus, dass eine Gruppe von teils hochrangigen Siemens-Mitarbeitern rund 200 Millionen Euro unterschlagen und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat. Siemens geht sogar verdächtigen Zahlungen in Höhe von 420 Millionen Euro nach.

Der Korruptionsskandal wird auch das Hauptthema auf der Siemens-Hauptversammlung an morgigen Donnerstag in München sein, für die rund 30.000 Anmeldungen vorliegen. Erfahrungsgemäß dürfte knapp die Hälfte davon dann auch an der Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle teilnehmen. Im vergangenen Jahr waren gut 10.000 Anteilseigner gekommen. In einer Reihe von Gegenanträgen fordern Aktionärsschützer und Kleinaktionäre, die Konzernführung wegen der Affäre nicht zu entlasten oder die Entlastung zumindest bis zur vollständigen Aufklärung der Schmiergeldaffäre zu vertagen. In der Kritik wird Siemens-Chef Klaus Kleinfeld auch wegen der Pleite der früheren Siemens-Handysparte BenQ Mobile stehen. Vor Beginn der Hauptversammlung legt Siemens die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2006/07 vor.

Quelle : www.heise.de
Titel: EU drückt Siemens 400 Millionen Kartellstrafe auf
Beitrag von: SiLæncer am 24 Januar, 2007, 18:52
Brüssel/München - Neue Hiobsbotschaft für Siemens: Der von einer Schmiergeldaffäre erschütterte Elektrokonzern muss als Kartellsünder ein Rekordbußgeld von rund 419 Millionen Euro zahlen.

Brüssel stellte Siemens neben anderen großen Elektrokonzernen am Mittwoch wegen illegaler Preisabsprachen bei Schaltanlagen für Stromnetze an den Pranger. Das Unternehmen will gegen die Entscheidung klagen. Das Bußgeld werde auf das Konzernergebnis im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 (30. September) voll durchschlagen, hieß es bei Siemens. Der Strafgeld-Beschluss traf beim Konzern unmittelbar vor der Hauptversammlung an diesem Donnerstag in München ein. "Das ist reiner Zufall", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel.

Brüssel verhängte insgesamt 750,7 Millionen Euro Strafgelder gegen elf an dem Kartell beteiligte Unternehmen, darunter die Großen der Branche wie Alstom, AREVA und Schneider aus Frankreich sowie Hitachi, Mitsubishi und Toshiba aus Japan. Mitsubishi muss allein 118 Millionen Euro zahlen. "Schwerwiegende Verstöße dieser Art sind für uns überhaupt nicht hinnehmbar", erklärten die Brüsseler Wettbewerbshüter. Der Maschinenbaukonzern ABB beichtete die Verstöße in Brüssel und bleibt deshalb als Kronzeuge von einem Bußgeld von 215 Millionen Euro verschont.

Kartellsünder Siemens muss exakt 418,6 Millionen Euro berappen, davon entfallen 396,6 Millionen Euro auf Siemens Deutschland. Weitere 22 Millionen Euro muss Siemens Österreich für den im Jahr 2005 gekauften Anlagenbauer VA Tech in die EU-Kasse überweisen, entschied die EU-Kommission. "Der Grund für das hohe Strafgeld ist die Größe des Unternehmens und sein Marktanteil", sagte der Sprecher.

Eine aufschiebende Wirkung für das Bußgeld gebe es nicht, sagte der Chef des betroffenen Siemens-Bereichs Power Transmission & Distribution (PTD), Udo Niehage, in München. "Wir müssen das in einer Frist von drei Monaten überweisen." Das Bußgeld werde daher "unmittelbar ergebniswirksam" im ersten Quartal verbucht. Eine Rückstellung sei dafür nicht gebildet worden.

Der Sprecher von Kroes erläuterte, Siemens habe mit zwei weiteren Unternehmen eine führende Rolle gespielt; deshalb wurde die Strafe für den Münchner Konzern so hoch angesetzt. Siemens will gegen die Strafe beim EU-Gericht in Luxemburg klagen. "Wir halten die verhängten Bußgelder für absolut überzogen und können sie überhaupt nicht nachvollziehen", sagte Niehage. Man werde alles dafür tun, die Strafe zu vermindern.

Zwar habe es von Oktober 2002 bis April 2004 Absprachen bei gasisolierten Hochspannungsschaltanlagen "bei einigen wenigen Projekten im europäischen Wirtschaftsraum" gegeben. Das Volumen der betroffenen Projekte bezifferte Niehage auf rund 60 Millionen Euro. Auch angesichts der Tatsache, dass PTD seinerzeit an Projekten mit einem Gesamtvolumen von 660 bis 700 Millionen Euro teilgenommen habe, sei die die Höhe der verhängten Strafe "in keinster Weise nachvollziehbar".

Siemens selbst habe nach entsprechenden Hinweisen der EU- Kommission eine eingehende Untersuchung eingeleitet und mit Brüssel umfänglich kooperiert. "Wir haben das gesamte Angebotswesen auf den Kopf gestellt und Projekt für Projekt hinterfragt", sagte Niehage. Den Erkenntnissen zufolge seien drei Mitarbeiter an den Absprachen beteiligt gewesen, die suspendiert wurden und das Unternehmen bereits 2004 verlassen hätten. Es gebe auch noch weitere Vorwürfe gegen Siemens mit ähnlichem Hintergrund für verschiedene Länder außerhalb der EU, die entsprechenden Verfahren seien noch offen, sagte Niehage.

Das Bußgeld für Siemens sei das höchste in der EU-Geschichte für ein einzelnes Unternehmen für einen einzigen Kartellverstoß, berichteten die EU-Wettbewerbshüter. Das gesamte Bußgeld für das Schaltsystem-Kartell ist das zweithöchste in der EU-Historie. Vor sechs Jahren hatte ein Vitaminkartell 790 Millionen Euro berappen müssen.

Siemens zeigt sich von der Höhe des Bußgeldes völlig überrascht. "Ich stehe immer noch unter Schock, ich ringe um Fassung", sagte Niehage. Trotz der Beteiligung seines Unternehmens versicherte ABB- Sprecher Thomas Schmidt: "Wir üben Null Toleranz gegen unlautere Geschäftspraktiken und setzen das auch konsequent um - auch wenn mir mal nicht so gut wegkommen wie jetzt."

Brüssel warf den Unternehmen vor, über einen Zeitraum von mehr als 16 Jahren Absprachen zum Nachteil der Kunden getroffen zu haben. Das Kartell bestand demnach von 1988 bis 2004. Es umfasste de facto die gesamte weltweite Branche mit Ausnahme der USA. Das Kartell betraf "Angebotsabsprachen bei Ausschreibungen, Preisabsprachen, Projekt- und Marktaufteilung sowie dem Austausch geschäftlich wertvoller und vertraulicher Informationen". Mit den gasisolierten Schaltanlagen werden Energieflüsse in Stromnetzen kontrolliert. Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Umspannwerken. (dpa)
Titel: Dubiose Siemens- Verträge reichen bis in frühe achtziger Jahre zurück
Beitrag von: SiLæncer am 25 Januar, 2007, 16:42
Dubiose Beraterverträge mit Briefkastenfirmen in Liechtenstein, geheime Konten in der Schweiz, über die Millionenbeträge geschleust wurden - all das gehörte nach SPIEGEL-Informationen anscheinend schon seit Beginn der achtziger Jahre zu den Geschäftspraktiken des Siemens-Konzerns.

Hamburg - Das noble Bürogebäude in der Aeulestraße 74 in Liechtenstein galt jahrzehntelang als ein Bollwerk der Diskretion. In den mit wertvollen Gemälden ausgestatteten Räumen der Kanzlei Batliner suchten die Reichen dieser Welt Schutz vor den Steuerbehörden ihrer Heimatländer. Der milliardenschwere Industrieerbe Friedrich Karl Flick zählte ebenso zur Klientel der Sozietät wie Fiat-Patriarch Giovanni Agnelli oder der in den USA lange Zeit wegen Steuerhinterziehung gesuchte Milliardär Marc Rich. Und auch die CDU ließ hier bis Ende der neunziger Jahre ihre illegal gebunkerten Parteispenden verwalten.

Kein Wunder, dass bei so viel prominenter Referenz auch eine der ersten Adressen der deutschen Industrie in der Aeulestraße Hilfe für Geschäfte suchte, die allem Anschein nach nicht dem Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt werden sollten.

Anfang der achtziger Jahre vereinbarten nach SPIEGEL-Informationen Verantwortliche des Siemens -Unternehmensbereichs Anlagenbau in München zwei geheime Verträge mit Briefkastenfirmen aus dem Hause Batliner in Vaduz. Der Inhalt der beiden Abmachungen, die Siemens mit den Briefkastenfirmen mit den phantasievollen Namen Nomola Establishment und Zelux Establishment schloss, ist nahezu identisch. Die Liechtensteiner Firmen, beide unter gleichen Postfachnummer 461 in Vaduz zu erreichen, sollten den Anlagenbauern von Siemens als "Berater" im Nahen Osten dienen. Genauer gesagt für Projekte in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, wie aus den Papieren hervorgeht.

Beide Verträge waren mit je 1.807.259 Saudi-Riyal dotiert. Von Siemens zu zahlen auf das Konto 23416 beim damaligen Schweizerischen Bankenverein in Zürich, der heute zur UBS gehört. In Punkt vier der Vereinbarungen sichern sich beide Seiten strikte Geheimhaltung zu, gleich ob es "kaufmännische oder technische" Informationen der Projekte oder die Vereinbarung selber betrifft. Und das auch über das Ende der Laufzeit des Vertrags hinaus.

Ursprung der Korruptionspraxis in der Anlagenbau-Sparte?

Um welche Projekte es sich seinerzeit tatsächlich gehandelt hat und wer sich hinter den Briefkastenfirmen verbirgt, ist bislang völlig unklar. Weder in der Vereinbarung mit der Nomola noch in der mit der Zelux finden sich dazu irgendwelche Hinweise. Siemens-Kenner vermuten allerdings, dass über die bei Batliner domizilierten Firmen Schmiergelder für Großprojekte in den genannten Ländern geflossen sind - was bis Ende der neunziger Jahre freilich noch völlig legal und bei Projekten in diesen Regionen durchaus üblich war.

Tatsächlich erhielt Siemens in den achtziger Jahren allein aus Saudi-Arabien einen Auftrag über elektrotechnische Anlagen und Ausrüstung im Wert von mehr als 220 Millionen Euro, in Kuweit bauten die Münchner drei Kraftwerke für weitere 50 Millionen Euro. Ob mit tatkräftiger Unterstützung der Liechtensteiner Anstalten lässt sich heute nicht mehr klären.

Insider sehen in den frühen Beraterverträgen mit diesen Firmen jedoch einen Beleg für die These, dass ein System von schwarzen Kassen für mutmaßliche Schmiergeldzahlungen nicht auf die bislang von der Staatsanwaltschaft München untersuchte Telekom-Sparte begrenzt ist. Sie könnte ihren Ursprung vielmehr im milliardenschweren Anlagenbau haben - und weit in die Siemens-Vergangenheit zurück reichen.

Eine Einschätzung, die bei Siemens auf Nachfrage freilich hartnäckig bestritten wird. Dabei hat der Münchner Weltkonzern offenbar bis in die jüngste Vergangenheit hinein die diskreten Dienste der Liechtensteiner Treuhänder zu schätzen gewusst. Laut dem Durchsuchungsbeschluss, der Siemens bei der Großrazzia am 15. November vergangenen Jahres vorgelegt wurde, sollen schwarze Kassen "teils unter Einschaltung Liechtensteiner Anstalten" gebildet worden sein. Um so zum beispielsweise im Geschäft mit Russland Entscheidungsträger schmieren zu können, wie es in dem Beschluss sinngemäß heißt.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: SIEMENS- KORRUPTIONSAFFÄRE - Zeuge belastet Kleinfeld und Pierer
Beitrag von: SiLæncer am 31 Januar, 2007, 13:51
Siemens-Chef Kleinfeld und Aufsichtsratsvorsitzender Pierer behaupten seit Bekanntwerden der Korruptionsaffäre, sie hätten von den Schmiergeldzahlungen nichts gewusst. Ein Zeuge sagte nun aus, die beiden Manager seien sehr wohl informiert gewesen - und hätten selbst einer Zahlung zugestimmt.

Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld und sein Vorgänger Heinrich von Pierer wussten angeblich von Bestechungsgeldern im Siemens-Konzern. Der unter Bestechungsverdacht stehende Ex-Siemens-Manager Michael Kutschenreuter soll Kleinfeld und Pierer zumindest in einem Fall über einen Bestechungsfall in Saudi-Arabien informiert haben, berichtet das "Wall Street Journal". Die Zeitung beruft sich auf Zeugenaussagen und andere juristische Unterlagen, in die sie Einsicht hatte.

In den Papieren wird der Münchener Dax-Konzern dem Bericht zufolge als Unternehmen dargestellt, in dem Bestechungen an der Tagesordnung und umfassend organisiert waren. Siemens-Managern werde ein hektisches Bemühen unterstellt, die Bestechungsversuche zu verschleiern, um einer Entdeckung durch die Justiz zu entgehen.

Kutschenreuter führt dem Blatt zufolge in seiner Aussage aus, dass er Anfang 2004 einen Telefonanruf von einem Repräsentanten der saudischen Beratungsfirma Beit Al Etisallat erhielt. Dieser habe 910 Millionen US-Dollar (damals rund 737 Millionen Euro) an Schweigegeld gefordert, ansonsten würde die US-Börsenaufsicht SEC Unterlagen erhalten, die Bestechungen für Telekommunikationsaufträge in Saudi-Arabien belegten.

Daraufhin habe Kutschenreuter seine Vorgesetzten, darunter Kleinfeld und von Pierer, über den Vorgang informiert. Mit Einwilligung des Siemens-Managements sei dann im Januar 2005 eine Einigung mit Beit Al Etisallat erzielt worden. Das Beratungsunternehmen soll 17 Millionen Dollar an ausstehenden Zahlungen und 33 Millionen Dollar als Schweigegeld erhalten haben.

Kleinfeld und von Pierer sagten der Zeitung, es habe sich um Schadenersatzzahlungen gehandelt. Auch habe Kutschenreuter nie von Schweigegeld gesprochen. Kleinfeld sagte auf der Hauptversammlung vergangene Woche, er sei zunächst "geschockt" gewesen, als er von den Korruptionsvorwürfen hörte.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Bacoc bietet nicht für BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 01 Februar, 2007, 17:20
Die Hamburger Bacoc-Gruppe wird endgültig kein Kaufangebot für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile abgeben. Die Chancen für einen erfolgreichen Neustart des Unternehmens seien in den vergangenen Wochen rapide gesunken, teilte Bacoc am heutigen Donnerstag in Hamburg mit. Zahlreiche wichtige BenQ-Mitarbeiter seien mittlerweile abgewandert, auch aus dem Management. Die Bacoc-Gruppe hatte Anfang Januar ihr Interesse an BenQ Mobile bekräftigt. Es war jedoch stets unklar, ob die Firma über die nötige Finanzkraft und das Knowhow verfügte, BenQ Mobile zu übernehmen.

Quelle : www.heise.de
Titel: US-Justiz ermittelt in Siemens-Korruptionsaffäre
Beitrag von: SiLæncer am 03 Februar, 2007, 14:01
In der Schmiergeld-Affäre bei Siemens ermittelt jetzt auch das US-Justizministerium gegen das Münchner Unternehmen, währen die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eine informelle Untersuchung durchführt. Das Verfahren beim US-Justizministerium laufe seit Mitte November, der Konzern habe in der vergangenen Woche davon erfahren, sagte eine Siemens-Sprecherin am gestrigen Freitag. Bereits im November gab es ebenfalls erste Berichte, dass die SEC auf den Skandal um schwarze Kassen bei Siemens aufmerksam wurde.

Im Siemens-Geschäftsbericht für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs heißt es zu den US-Ermittlungen wegen der Korruptionsaffäre bei dem Konzern: "Das US-amerikanische Justizministerium führt im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten gegen Siemens ein Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen US-Strafvorschriften. Nach Kenntnis von Siemens führt die für Untersuchungen zuständige Einheit der US-amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörde derzeit eine informelle Untersuchung dieser Angelegenheit durch. Im Hinblick auf die vorgenannten Vorgänge hat der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats eine unabhängige externe Anwaltskanzlei mit einer unabhängigen und umfassenden Untersuchung zur Feststellung, ob gegen Antikorruptions- Vorschriften verstoßen wurde, sowie mit einer unabhängigen und umfassenden Bewertung des Siemens-Compliance- und -Kontrollsystems beauftragt."

Siemens ist damit nicht nur mit möglichen Millilonenstrafen konfrontiert, die US-Behörden können im Fall von Bestechung und Schmiergeldzahlung beispielsweise auch die Zulassung für die US-Börse entziehen. Dem Konzern drohten zudem Geldbußen, Schadensersatz und der Ausschluss bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, heißt es laut der Süddeutschen Zeitung bei dem Unternehmen. Rückstellungen für etwaige Sanktionen habe das Management aber noch nicht gebildet, weil es bislang die mögliche Höhe der Zahlungen nicht abschätzen könne.

Nach Konzernangaben erfuhr Siemens bereits während der Hauptversammlung am Donnerstag vergangener Woche aus den USA vom Verfahren des Justizministeriums. Es soll seit November laufen. Laut der Zeitung gab es deshalb Kritik aus dem Aufsichtsrat: Die Nachricht sei weder bei der Hauptversammlung an die Investoren noch bei einem Treffen des Gremiums danach an die Aufsichtsräte weitergeben worden, hieß es. Ein Firmensprecher wies die Kritik an der Informationspolitik des Konzerns aber zurück, Siemens habe entsprechend seiner Informationspflichten gehandelt.

Derweil berichtet der Focus, dass ein per Haftbefehl gesuchter Ex-Siemens-Manager sich gestellt hat. Der 43-Jährige sei per internationalem Haftbefehl zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Er habe sich in Argentinien aufgehalten. Der frühere Prokurist sei im November suspendiert worden. Bislang äußerten sich weder die Staatsanwaltschaft noch Siemens zu dem Bericht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Neuer Interessent für Benq Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 04 Februar, 2007, 16:08
Einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen (WAZ) zufolge gibt es neue Hoffnung für den insolventen Handyhersteller Benq Mobile: Insolvenzverwalter Martin Prager verhandele derzeit über eine Übernahme mit einer nicht näher bezeichneten Firmengruppe, von der lediglich bekannt sei, dass sie in der Vergangenheit bereits Teile des Mobilfunkkonzerns Motorola übernommen habe.

Noch sei das Handywerk in Kamp-Lintfort in der Lage, die Produktion kurzfristig wieder aufzunehmen, so der WAZ-Bericht. Sollten die derzeitigen Verhandlungen jedoch scheitern, müsse der Insolvenzverwalter zügig einen sogenannten Verwerter einsetzen, der dann die Produktionsanlagen zu Geld mache, um mit den Erlösen die Forderungen der Benq-Gläubiger zu befriedigen. Bis tatsächlich Maschinen verkauft würden, dürfte aber noch einige Zeit vergehen, denn der Verwerter müsste sie in Auktionen versteigern und dazu zunächst einen Katalog erstellen.

Mit der Hamburger Bacoc-Gruppe war am vergangenen Donnerstag der letzte bis dahin verbliebene Interessent von Verhandlungen um eine Benq-Übernahme zurückgetreten. Zuvor war auch eine Interessentengruppe um den ehemaligen DaimlerChrysler-IT- Manager Hansjörg Beha abgesprungen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ex-Manager von Siemens wegen Bestechung vor Gericht
Beitrag von: SiLæncer am 05 Februar, 2007, 11:49
Die internen Abläufe und das System von schwarzen Kassen sowie Bestechungsgeldern belasten den Siemens-Konzern weiter. Neben der Korruptionsaffäre in der Telekommunikationssparte von Siemens sind möglicherweise auch in anderen Geschäftsbereichen Bestechungsgelder geflossen. Zwei Ex-Manager der Kraftwerkssparte Siemens Power Generation müssen sich vom 13. März an wegen Untreue und Beihilfe zur Untreue vor dem Landgericht Darmstadt verantworten, sagte am Montag Gerichtssprecherin Christa Pfannenschmidt und bestätigte laut dpa damit einen Bericht der Financial Times Deutschland.

Die heute 73 und 63 Jahre alten Männer sollen zwischen 1999 und April 2002 zwei Geschäftsführer des italienischen Energiekonzerns ENEL mit rund 6 Millionen Euro bestochen haben, um bei Großaufträgen für Gasturbinen zum Zuge zu kommen. Das Gericht habe die Verfahrensbeteiligung von Siemens angeordnet, sagte die Sprecherin. Die Haftbefehle gegen die Angeklagten seien 2004 erlassen, aber sofort außer Vollzug gesetzt worden.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass in der Siemens-Schmiergeld-Affäre, in der die ehemalige Telekommunikationssparte Com im Mittelpunkt seht, jetzt auch das US-Justizministerium gegen das Münchner Unternehmen ermittelt, während die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eine informelle Untersuchung durchführt. Zuvor hatte das Wall Street Journal berichtet, der im November verhaftete, inzwischen aber wieder auf freiem Fuß befindliche ehemalige Bereichsvorstand Michael Kutschenreuter habe ausgesagt, Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer hätten nicht nur von Bestechungsgeldern gewusst, sondern Zahlungen zumindest in einem konkreten Fall sogar selbst zugestimmt.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bericht: BenQ Mobile hat 883 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Beitrag von: SiLæncer am 06 Februar, 2007, 19:49
Das Ausmaß der BenQ-Mobile-Pleite ist einem Pressebericht zufolge weit größer als angenommen. Die ehemalige Siemens-Handy-Sparte sitze auf einem geschätzten Schuldenberg von 883 Millionen Euro, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer Mittwochsausgabe unter Berufung auf ein Gutachten von Insolvenzverwalter Martin Prager. Es sei zudem noch offen, ob sich bereits alle Gläubiger mit ihren Ansprüchen gemeldet haben. Prager gehe in seinem Gutachten von Ansprüchen in Höhe von 100 Millionen Euro gegen Siemens aus.

Siemens mache indirekt BenQ für die katastrophale Finanzsituation der Sparte verantwortlich: Der Konzern habe im Herbst 2005 kein überschuldetes Unternehmen übertragen, sagte ein Siemens-Sprecher der Zeitung. Wie es in der Folge trotz millionenschwerer Finanzspritzen zu einer derart hohen Verschuldung der hiesigen BenQ Mobile gekommen sei, könne sich der Konzern nicht erklären.

BenQ hatte die Sparte im Herbst 2005 mit der Zusage einer Mitgift über 400 Millionen Euro erhalten. Nur ein Jahr später stellte der Konzern die Zahlungen an die deutsche Tochter ein und brachte damit die Insolvenz ins Rollen. Seitdem verloren in Deutschland etwa 3000 Beschäftigte ihren Job. BenQ hatte im vergangenen Jahr behauptet, seinerseits weitere 800 Millionen Euro in die Tochter gesteckt zu haben. "Es ist schon rätselhaft, wie so viel Geld in so kurzer Zeit versickern konnte", sagte ein hochrangiger ehemaliger Betriebsrat von BenQ Mobile der Zeitung.

Der Insolvenzverwalter zweifele offenbar daran, dass Siemens die Finanzverhältnisse der Handysparte bei der Trennung korrekt angegeben hat, schreibt das Blatt. Es seien "noch eine Reihe von Bewertungs- und Finanzierungsfragen offen". Siemens sei der Meinung, dass die Finanztransaktion mit BenQ korrekt verlaufen sei, sagte ein Sprecher. Dies hätten auch die Wirtschaftsprüfer von KPMG so testiert. Allerdings könne der Konzern weitere Zahlungen an BenQ Mobile auch nicht ausschließen. Siemens werde sich jedoch im Sinne der Aktionäre verhalten.

Aus dem vorhandenen BenQ-Vermögen könne Prager nur einen Teil der aufgehäuften Schulden des Unternehmens begleichen. Den Verbindlichkeiten von 883 Millionen Euro stünden dem Papier zufolge ein geschätztes Vermögen von 310 Millionen Euro gegenüber. Erhoffte Einnahmen aus der Auflösung von BenQ, darunter der Verkauf von Immobilien, Patenten und Maschinen sowie 66 Millionen Euro Bankguthaben, seien darin bereits berücksichtigt. Einen großen Teil der Verbindlichkeiten schulde BenQ Mobile mit 263 Millionen Euro seinen Lieferanten wie dem Chiphersteller Infineon.

Quelle : www.heise.de
Titel: Insolvenzverwalter von BenQ Mobile will Geld von Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 07 Februar, 2007, 16:04
Dem Siemens-Konzern drohen nach der Pleite der früheren Handysparte BenQ Mobile weitere finanzielle Belastungen. Insolvenzverwalter Martin Prager wolle Forderungen gegenüber Siemens erheben, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in München. Die Größenordnung von 100 Millionen Euro, die in einem Gutachten genannt wurde, sei aber nur eine grobe Schätzung aus dem Dezember. Zudem hat Siemens auch seinerseits Ansprüche gegenüber BenQ Mobile.

Siemens reagierte gelassen auf die möglichen Nachforderungen, über die auch die Süddeutsche Zeitung berichtet hatte. "Alle Fragen zwischen Siemens und dem Insolvenzverwalter konnten in den vergangenen Monaten stets konstruktiv geklärt werden", sagte ein Siemens-Sprecher.

Bei den 100 Millionen Euro gehe es zum einen um 50 Millionen Euro, die Siemens im Interesse der BenQ-Mobile-Beschäftigten zwischenzeitlich auf Eis gelegt hatte, statt das Geld an die BenQ-Muttergesellschaft in Taiwan zu überweisen. Bei der anderen Hälfte handle es sich um Zahlungen, die Siemens an BenQ geleistet habe. "Dieser Betrag muss daher zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft geregelt werden." Darüber hinaus gehöre auch Siemens zu den Gläubigern von BenQ Mobile, sagte der Konzernsprecher. Lieferungen und Leistungen seien teilweise noch nicht beglichen. Daher sei es unseriös, einzelne Beträge zu nennen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens hatte schon 2003 Hinweise auf Korruption
Beitrag von: SiLæncer am 09 Februar, 2007, 19:17
Der Siemens-Spitze lagen nach Informationen der Süddeutschen Zeitung schon vor mehr als drei Jahren Hinweise darauf vor, dass der Konzern ausländische Amtsträger bestochen habe. Einen vertraulichen Vermerk habe der damalige Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger 2003 von der Rechtsabteilung erhalten, berichtet das Blatt (Samstag). Es gebe "Anhaltspunkte für den Verdacht der Amtsträger- bzw. Angestelltenbestechung im Ausland", heiße es in dem von einem Mitarbeiter der Rechtsabteilung verfassten Schreiben vom 11. November 2003.

Intern waren damals hohe Barzahlungen im Unternehmensbereich Telekommunikation an Berater in Nigeria aufgefallen, schreibt die SZ. Weiter heiße es in dem Vermerk, Millionensummen, die Siemens-Mitarbeiter nach Nigeria gebracht hätten, könnten für deutsche Behörden Anlass für ein Ermittlungsverfahren sein. Zudem verstießen die Zahlungen auch gegen konzerninterne Richtlinien. In der Siemens-Affäre um schwarze Kassen und Korruptionsdelikte ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft inzwischen gegen zahlreiche langjährige Siemens-Manager, darunter auch Neubürger.

Quelle : www.heise.de
Titel: Noch mehr Ärger für Siemens: Steuern hinterzogen?
Beitrag von: SiLæncer am 11 Februar, 2007, 13:47
Der Siemens-Konzern kommt nicht zur Ruhe. Inmitten der Schmiergeldaffäre drohen dem Konzern einem Medienbericht zufolge auch noch Probleme mit dem Zoll wegen der angeblichen Beschäftigung von Schwarzarbeitern. Die zum Zoll gehörende Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit Sitz in Köln gehe davon aus, dass auf den Konzern ein Bußgeld in Millionenhöhe zukomme, berichtete das Magazin Focus.

Die Ermittler untersuchten, ob Siemens bei der Beschäftigung von Leiharbeitern Sozialabgaben und Steuern hinterzogen habe. Ein Siemens-Sprecher sagte dazu am Samstag: "Ich kann diese Spekulationen nicht bestätigen." Beim Hauptzollamt München gebe es im Moment ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen eines einzigen Leiharbeitnehmers. Der Zoll in Köln wollte sich dazu nicht äußern.

Im Kampf gegen Korruption will Siemens mit einer neuen Auszeichnung für Mitarbeiter in die Offensive gehen. Künftig werde der Konzern Mitarbeiter mit einem "Saubermann"-Preis auszeichnen, die sich um die Integrität verdient machen. Parallel zu dem Preis für die beste technische Innovationsidee wolle der Konzern einen "compliance award" für den besten Vorschlag zur Einhaltung ethischer Standards ausloben, sagte Anti-Korruptionsspezialist Michael Hershman dem Tagesspiegel am Sonntag. "Innovation war bisher der ganze Stolz von Siemens. Künftig steht Integrität auf der selben Stufe." Siemens hatte den Mitbegründer von Transparency International (TI) Mitte Dezember mit der Korruptionsabwehr beauftragt.

Parallell zur besseren Vorsorge gegen Korruption dauert die Aufarbeitung der aktuellen Schwarzgeldaffäre bei Siemens weiter an. Doch das Bild sei noch nicht klar, wofür die zweifelhaften Zahlungen von 420 Millionen Euro verwendet wurden, die Siemens in den Bilanzen entdeckt hat. "Wir sind noch immer in der Frühphase der Ermittlungen", sagte Hershman. Der Siemens-Spitze lagen nach Informationen der Süddeutschen Zeitung schon vor mehr als drei Jahren Hinweise darauf vor, dass der Konzern ausländische Amtsträger bestochen habe.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: BenQ Mobile wird zerschlagen
Beitrag von: SiLæncer am 23 Februar, 2007, 19:47
Der insolvente Handy-Hersteller BenQ Mobile wird nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (Samstagsausgabe) zerschlagen. Der Betriebsauflösung sollen fast alle Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Insolvenzverwalter Martin Prager habe dem Gläubigerausschuss mitgeteilt, dass die Gespräche mit den letzten noch verbliebenen Interessenten zu keinem Ergebnis geführt hätten. Prager wolle BenQ Mobile nun in seinen Einzelteilen verwerten, nachdem er dafür vom Ausschuss bei einer schriftlichen Abstimmung die erforderliche Mehrheit bekommen habe, schreibt die SZ.

Aus dem Ausschuss heiße es dazu, die Zerschlagung und der Ausverkauf stünden unmittelbar bevor. Fast alle einst 3000 Stellen in den drei Betriebsstätten in München und Nordrhein-Westfalen seien damit verloren. Der Insolvenzverwalter werde nun alles veräußern, von den Werkshallen bis zu den Schreibtischen. Die Erlöse kämen den Gläubigern zugute, die allerdings viel Geld verlören. Laut Insolvenzgutachten stünden einem geschätzten Vermögen von 310 Millionen Euro Verbindlichkeiten von 883 Millionen Euro gegenüber, schreibt die Zeitung weiter.

Der taiwanische Elektronikkonzern BenQ hatte den Handyhersteller 2005 einschließlich einer Mitgift von mehreren hundert Millionen Euro von Siemens übernommen. Nach Umsatz- und Marktanteilsverlusten drehte die taiwanische Mutter dem Unternehmen im vergangenen Jahr den Geldhahn zu, so dass BenQ Mobile Ende September 2006 Insolvenz anmelden musste.

Quelle : www.heise.de
Titel: Gewerkschaft kritisiert Abfindungen für Siemens-Management
Beitrag von: SiLæncer am 25 Februar, 2007, 17:41
In einer Pressemitteilung zeigt sich die IG Metall Bayern enttäuscht über die Zerschlagung von Benq Mobile. Die Gewerkschaft macht "das Versagen des Siemens-Managements sowie risikoscheue Banken und Investoren und eine zu zögerliche Insolvenzverwaltung" für die Pleite verantwortlich. Dabei seien Management-Fehler in den Jahren 2002 bis 2005 die Hauptursache, als durch falsche oder zu langsame Entscheidungen innovative Handys nach der Entwicklung nie auf den Markt gekommen seien. Leidtragende der Fehler seien nur die Beschäftigten, während sich "die Verursacher durch üppige Gehälter, hohe Abfindungszahlungen oder gut dotierte neue Jobs längst ihr erstklassiges Leben gesichert" hätten.

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "BenQ-Siemens ist ein Paradebeispiel dafür, dass der Standort Deutschland nicht durch die angeblich zu hohen Löhne [...] sondern wenn, dann durch unfähiges Management gefährdet ist."

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Schmiergeldaffäre erreicht Wien
Beitrag von: SiLæncer am 25 Februar, 2007, 18:40
Nach einem Bericht in der morgigen Ausgabe des Nachrichtenmagazins profil gerät nun auch Siemens Österreich in den Dunstkreis der Schmiergeldaffäre. Der ehemalige deutsche Siemens-Manager Reinhard Siekaczek, der selbst unter dem Verdacht der Untreue steht, soll laut Einvernahmeprotokollen auch Siemens Österreich belastet haben. Der Konzernteil Siemens Com Wien sowie dessen Vorgänger ICM (Information and Communication Mobile) sollen über eine zypriotische Briefkastenfirma so genannte Provisionszahlungen abgewickelt haben – häufig ein Euphemismus für Schmiergelder.

"In diesen Prozess sind mit Sicherheit involviert: Herr Dr. Wasserburger aus Wien ..." zitiert profil aus den Vernehmungsakten. Damit dürfte der jetzige Finanzvorstand Harald Wasserburger gemeint sein, der ab 2001 in Wien Bereichsleiter von ICM und dann Com war. "Für Wasserburger, gegen den strafrechtlich nichts vorliegt, gilt die Unschuldsvermutung", relativiert das Magazin. Auch der Konzernsprecher weist "den Vorwurf ungesetzlicher Handlungen schärfstens zurück." Bisher hatte Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer jede Verwicklung ihres Konzernteils in den Skandal in Abrede gestellt. Dieses Saubermann-Image gerät nun ins Wanken.

Die zypriotische Briefkastenfirma, deren Geschäftsführer Siekaczek persönlich in Wien getroffen haben will, dürfte nicht am Hungertuch genagt haben. Laut profil taucht sie als Geldempfänger unter der Rubrik "Foreign Corruption Practices" in jenem Bericht auf, den KPMG über verdächtige Beraterverträge der Com-Sparte im Auftrag von Siemens erstellt hat. Über 29 Millionen Euro sollen allein im Geschäftsjahr 2005/06 nach Nikosia geflossen sein.

Noch am Freitag hatte Siemens in Österreich noch positive Schlagzeilen gemacht. Der Standort wird ein weiteres Mal aufgewertet. Zuletz wurden in Österreich Konzernzentren für Biometrie beziehungsweise Mauttechnologie gegründet. Nun wird von Wien aus auch die weltweite Software-Entwicklung für Energie, Gesundheitswesen, Medien und Telekommunikation geleitet werden. Dazu kommt die Verantwortung für das Gesamtgeschäft in Zentral- und Osteuropa.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens soll Wohlwollen von Betriebsräten erkauft haben
Beitrag von: SiLæncer am 13 März, 2007, 10:34
Die Siemens AG soll mehrere Millionen Euro an eine Betriebsräte-Organisaton gezahlt haben, um sich deren Wohlwollen zu erkaufen. Das berichtet heute die Süddeutsche Zeitung. Seit mehreren Wochen sitze der Vorsitzende und Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB), Wilhelm Schelsky, in Untersuchungshaft, nachdem anrüchige Geschäfte bekannt wurden. Er soll von Siemens 14,75 Millionen Euro als Beratungs- und Dienstleistunghonorar ohne angemessene Gegenleistung erhalten haben. Mittlerweile gingen die Nürnberger Ermittler davon aus, dass mehr als 2,5 Millionen Euro an die AUB weitergeflossen seien. Schelskys Anwalt bestreite die Vorwürfe, heißt es in dem Bericht.

Steuerfahnder und Staatsanwälte vermuten laut Süddeutscher Zeitung, dass die AUB mit dem Geld gefördert werden und über Mittel zur Mitgliederwerbung und für Wahlkämpfe bei Betriebsratswahlen verfügen sollte. Gegen Schelsky und weitere Beschuldigte werde wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Im Zuge der Korruptionsaffäre bei Siemens hatte der Konzern unter anderem auch einen Vertrag mit Schelsky geprüft. Da der Geschäftspartner verlangte Nachweise für Leistungen schuldig geblieben sei, wurde Ende 2006 der Vertrag mit ihm gekündigt, berichtete im Februar die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ex-Siemens-Manager legen Geständnisse ab
Beitrag von: SiLæncer am 13 März, 2007, 16:18
Im Prozess um Korruption bei der Siemens-Kraftwerkssparte haben die beiden Angeklagten Geständnisse abgelegt. Die 63 und 73 Jahre alten Ex-Manager des Konzerns räumten am Dienstag vor dem Darmstädter Landgericht ein, an der Zahlung von über sechs Millionen Euro Schmiergeld an zwei Entscheidungsträger des italienischen Energiekonzerns Enel beteiligt gewesen zu sein. Das von Siemens geführte Konsortium mit der italienischen Firma Ansaldo soll so an Aufträge mit einem Volumen von 450 Millionen Euro gekommen sein. Die beiden Männer sind wegen Bestechung und Untreue in besonders schweren Fällen angeklagt.

In der Verhandlung wurde deutlich, dass Siemens zumindest bei der ersten Teilzahlung im Jahr 1999 über ein System von Firmen und Treuhandkonten in Liechtenstein verfügte. Dies sei für die Abwicklung legaler Provisionen genutzt worden, erklärte der angeklagte ehemalige Bereichsvorstand. Der 63-Jährige gab zu, die Zahlungen des Schmiergelds veranlasst zu haben. Im konkreten Fall sollen Zahlungen der ersten Tranche zur Verschleierung über Abu Dhabi gelaufen sein.

"Die Zahlungsvorgänge waren vielen im Hause Siemens bekannt", sagte der 73 Jahre alte angeklagte Ingenieur, der nach seiner Pensionierung wegen seiner guten Kontakte wieder als Berater angeheuert worden war. Weitergehende Ermittlungen zu den Konten stocken laut Staatsanwältin Kerstin Lotz in Liechtenstein, wo ein Rechtshilfeersuchen bislang ohne Ergebnis geblieben sei.

Die zweite Zahlung stammt laut Anklage aus einer schwarzen Kasse, die der Bereichsvorstand von der Schweiz in eine Liechtensteiner Stiftung verlagert hatte. Das Geld unklarer Herkunft sei ihm von seinem Chefbuchhalter bei dessen Pensionierung übergeben worden, sagte der 2004 in den Ruhestand versetzte Manager. Er habe es in eine Stiftung verlagert, um es für den Konzern Gewinn bringend einzusetzen. Weder Siemens noch Enel sei mit dem Geschäft ein wirtschaftlicher Schaden entstanden, selbst nach Abzug aller Straf- und Ausgleichszahlungen.

Die Enel-Manager hätten zunächst vier Prozent der Auftragssumme gefordert, sagte der 73-Jährige Ingenieur. Dies habe er spontan abgelehnt, später sei ihm der Satz von einem Prozent genannt worden, was eher üblich gewesen sei. Er habe stets auf Weisung gehandelt und sich nicht bereichert. Er fühle sich aber schuldig, an den Bestechungszahlungen mitgewirkt zu haben.

Zuvor hatte der Vorsitzende Richter Rainer Buss mitgeteilt, dass in einem Rechtsgespräch zwischen den Beteiligten keine Einigung über das Strafmaß erzielt worden sei. "Die Erwartungen klafften zu weit auseinander." Die frühen Geständnisse könnten aber strafmildernd gewertet werden.

Siemens ist zu dem Prozess beigeladen, weil die Staatsanwaltschaft anstrebt, den illegalen Gewinn abzuschöpfen. Hier bedürfe es aber noch weiterer Beweise, erklärte Oberstaatsanwalt Ulrich Busch. Siemens-Anwalt Martin Reymann-Brauer sagte, er erwarte nicht, dass es zu einer derartigen Zahlung kommen werde.

Die beiden Enel-Manager sind wie zwei weitere Siemens-Verantwortliche bereits in Mailand zu Haftstrafen verurteilt worden. Der deutsche Konzern hat in Italien nach eigenen Angaben zudem bereits 6,6 Millionen Euro Buße und Gewinnabschöpfung gezahlt. Verbindungen des Kraftwerks-Falls zum deutlich größeren Komplex im Unternehmensbereich Telekommunikation wurden zunächst nicht deutlich.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Finanzchef in Untersuchungshaft
Beitrag von: SiLæncer am 15 März, 2007, 17:48
In Taiwan sitzt der Finanzchef des Elektronikkonzerns BenQ, Eric Yu, nach seiner Festnahme wegen des Verdachts auf Insidergeschäfte in Untersuchungshaft. Nach einer Durchsuchung der Firmenzentrale in Taipeh seien insgesamt sieben Personen festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft heute. Bis auf Yu seien die anderen sechs Festgenommenen inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Gegen BenQ-Chef K.Y. Lee gebe es derzeit keine Ermittlungen.

Taiwans Finanzaufsicht untersucht, ob Top-Manager des Unternehmens BenQ-Aktien verkauft haben, bevor der Elektronikkonzern im September die Insolvenz seiner deutschen Handy-Tochter erklärte. BenQ Mobile musste am 29. September 2006 Insolvenzantrag stellen. "Wir gehen der Frage nach, ob Führungskräfte des Unternehmens in Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von Aktien verwickelt waren", sagte Chang Chin-feng, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft aus der Stadt Taoyuan nahe Taipeh.

Unterdessen wies BenQ-Chef K.Y. Lee jegliche Spekulation über fragwürdige Transaktionen mit Firmenpapieren zurück. Die Verdächtigungen gegen das Unternehmen und den Finanzchef seien "völlig grundlos", schrieb Lee heute in einem offenen Brief. Er bürge für die Integrität des Managers.

An der Börse in Taipeh erholte sich der BenQ-Aktienkurs heute, nachdem die Papiere am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gefallen waren.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ Mobile: Milliarden-Schulden und tausende Gläubiger
Beitrag von: SiLæncer am 21 März, 2007, 15:03
Der insolvente Handyhersteller BenQ Mobile mit ursprünglich mehr als 3000 Beschäftigten sitzt auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe. Insgesamt hätten 4350 Gläubiger Forderungen von knapp 1,2 Milliarden Euro angemeldet, sagte Insolvenzverwalter Martin Prager am heutigen Mittwoch auf der Gläubigerversammlung in München. Dem stehe ein geschätztes Vermögen von über 300 Millionen Euro gegenüber, aus dem aber beispielsweise Kosten für die beiden Transfergesellschaften für die ehemaligen Mitarbeiter bestritten werden müssten. Eine konkrete Prognose zur Ausschüttungsquote sei derzeit noch nicht möglich, sagte Prager vor rund 400 anwesenden Gläubigern. "Abgerechnet wird zum Schluss. Ich gehe aber davon aus, dass sich die Quote im zweistelligen Prozentbereich bewegen wird."

Angesichts der üblichen Quoten zwischen drei und fünf Prozent wäre eine solche Ausschüttung aus Sicht Pragers schon "beachtlich". Rund 3500 der Gläubiger sind ehemalige Beschäftigte des Unternehmens, die zusammen 27 Millionen Euro von ihrem ehemaligen Arbeitgeber fordern. Viele von ihnen haben zumindest einen Teil ihres Geldes bereits abgeschrieben. "Als Kleingläubiger haben Sie relativ wenig Einflussmöglichkeiten", sagte Rechtsanwalt Dierk Moreth, der die Interessen eines ehemaligen Mitarbeiters bei der Versammlung vertrat.

Auch der Inhaber eines Dienstleistungsunternehmens war ohne große Hoffnungen, sein Geld wiederzusehen, zu der Versammlung gekommen. "Dafür sind meine Forderungen wohl zu gering", sagt der Mann, der anonym bleiben wollte. Noch zwei Wochen vor der Pleite der ehemaligen Siemens-Handysparte Ende September vergangenen Jahres hatten Beschäftigte von BenQ Mobile eine Schulung bei seinem Unternehmen absolviert. Die dafür fälligen rund 13.000 Euro sei das Unternehmen schuldig geblieben, sagte der Mann.

Prager vollzog bei der Gläubigerversammlung noch einmal den Weg des Unternehmens in die Pleite nach. Siemens hatte die ehemalige Handysparte einschließlich einer Mitgift in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro an den taiwanischen Elektronikkonzern BenQ Corp. abgegeben, der dem Unternehmen aber nach hohen Verlusten und einem weiteren Marktanteilsschwund den Geldhahn zudrehte. Nun sei unter anderem noch offen, inwiefern Ansprüche gegenüber BenQ Corp. geltend gemacht werden könnten, sagte Prager. Das Thema sei wegen des Firmengeflechts sehr komplex. "Hinzu kommt, dass die Bonität der BenQ-Gruppe für uns nicht abschätzbar ist und ich deshalb die Werthaltigkeit von bestehenden Forderungen nicht wirklich beurteilen kann." Das komplette Verfahren werde sich voraussichtlich noch mehrere Jahre hinziehen.

Die Suche nach einem Investor stand für den Insolvenzverwalter von Anfang unter schwierigen Vorzeichen: Zu einer "verbrannten" Marke seien offene Eigentumsfragen bei den Patenten gekommen. Durch das komplizierte Firmenkonstrukt mit einer Zwischenholding in Holland sei ihm zudem der Zugriff auf wesentliche Unternehmensteile versperrt gewesen. "Wir waren nicht in der Lage, einem Investor Billig-Produktionsstandorte oder Billig-Entwicklungsstandorte zu bieten, und wir konnten auch keine wirklich prickelnde Vergangenheit bieten", sagte Prager. So sei die Käufersuche letztlich gescheitert. "Ich persönlich bedauere das, zum einen wegen der Mitarbeiter, zum anderen aus Gläubigersicht, weil Fortführungswerte immer größer sind als Liquidationswerte."

Die ehemaligen Mitarbeiter machen unterdessen auch ihren früheren Arbeitgeber Siemens für den Zusammenbruch verantwortlich. "Das ist jetzt ein Fall für die Geschichtsbücher und zeigt, wie eine mangelhafte Zusammenführung und Integration zweier Unternehmen läuft", sagte ein 41-Jähriger, der seinen Namen nicht nennen wollte. Ein Kollege von ihm, früher Projektleiter bei BenQ Mobile, glaubt allerdings nicht, dass die Firma von den Beteiligten aus "böser Absicht" in die Pleite gesteuert wurde. "Ohne wirtschaftlichen Erfolg hat kein Unternehmen eine Chance zu überleben, auch wenn das hart klingt. Wir haben es eben nicht geschafft."

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ Mobile: "Vermögensverschiebungen" vor der Pleite
Beitrag von: SiLæncer am 22 März, 2007, 13:42
Der taiwanische Elektronikkonzern BenQ soll vor der Insolvenz seiner deutschen Mobilfunk-Tochter rund eine halbe Milliarde Euro aus dem Unternehmen abgezogen haben. "Wir haben deutliche Vermögensverschiebungen festgestellt", sagte Insolvenzverwalter Martin Prager laut der Süddeutschen Zeitung vor der Gläubigerversammlung am gestrigen Mittwoch und sprach von "Eigenkapitalentnahme" sowie "existenzgefährdender Eingriffe" in die Kasse von BenQ Mobile. "Wir glauben definitiv, Ansprüche zu haben, die werden jetzt auch gerichtsfest aufbereitet", bestätigte eine Sprecherin Pragers heute gegenüber der dpa.

504 Millionen Euro will Prager von den Taiwanern haben. Freiwillig wird BenQ, selbst nicht in allerbester Verfassung, das Geld nicht herausrücken. Der Insolvenzverwalter wird den Gerichtsweg beschreiten müssen. Das kann dauern, nach Pragers Einschätzung wird sich die Abwicklung von BenQ Mobile über Jahre hinziehen. In dem Vermögensgutachten hat Prager die Forderungen vorsichtshalber mit Null bewertet, weil die Bonität von BenQ fraglich sei. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft interessiert sich weiterhin für BenQ Mobile und ermittelt wegen des Verdachts der verspäteten Insolvenzantragstellung und anderer Bankrottdelikte. In Taiwan hat BenQ Ärger mit den Behörden wegen angeblicher Insider-Geschäfte des Finanzchefs.

Doch gibt Prager die Schuld nicht allein BenQ. Auch das deutschen Management des Handyherstellers soll geschlampt haben, die Buchhaltung sei in schlimmem Zustand gewesen. Hinweise auf eine Bereicherung des deutschen Managements habe es allerdings nicht gegeben. Mit der ehemaligen Muttergesellschaft Siemens, die ihre kränkelnde Handysparte mit einer üppigen Mitgift an die BenQ Corporation verkauft hatte, verhandelt der Insolvenzverwalter ebenfalls über offene Forderungen. Rund 100 Millionen sollen es bisher sein, das sei aber nicht das Ende der Fahnenstange. Es seien noch eine Reihe von Fragen offen, die mit Siemens geklärt werden müssten. Vor Gericht wollen beide Seiten damit aber offenbar nicht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Hochrangiger Siemens-Manager in Untersuchungshaft
Beitrag von: SiLæncer am 27 März, 2007, 14:50
Der Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer ist heute in Untersuchungshaft genommen worden, berichtet das Handelsblatt. Zudem habe die Staatsanwaltschaft Nürnberg erneut Siemens-Standorte in München, Nürnberg und Erlangen durchsucht. Sie ermittelt wegen angeblicher Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Millionenzahlungen an Beratungsfirmen des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB), Wilhelm Schelsky.

Feldmayer soll im Jahr 2001 einen Beratervertrag mit Schelsky für Siemens unterschrieben haben. Es wurde berichtet, dass für die gezahlten Beträge in Höhe von etwa 15 Millionen Euro keine angemesssenen Gegenleistungen erfolgt seien. Die Inhaftierung Feldmayers stehe nicht im Zusammenahng mit der Affäre um schwarze Kassen im Kommunikationsbereich Com. Hier ermittelt die Staatsanwaltschaft München.

Quelle : www.heise.de
Titel: "Schlimmer geht es immer": Schock bei Siemens nach Vorstands-Verhaftung
Beitrag von: SiLæncer am 27 März, 2007, 17:15
Den von einer Schmiergeldaffäre gebeutelten Siemens-Konzern sollte eigentlich nur noch wenig erschüttern können. Da wurden in den vergangenen Monaten zig Standorte von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht, ein früherer Vorstand verhaftet und dubiose Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe entdeckt. Als sich am Dienstag in der Siemens-Zentrale am feudalen Wittelsbacher Platz die Nachricht von der Verhaftung von Zentralvorstand Johannes Feldmayer verbreitete, war das dennoch für viele Beschäftigte ein Schock. Zum einen ist der 50-Jährige, der einmal als Kandidat für den Chefsessel galt, beliebt bei Deutschlands größtem Elektrokonzern. Zudem steht nun erstmals ein aktiver Zentralvorstand im Zentrum der Affären und Skandale. "Die Lebenserfahrung lehrt, dass es immer noch schlimmer kommen kann", stöhnte ein Siemens-Funktionär.

Feldmayer wurde am Dienstag im Zuge neuer Durchsuchungen bei Siemens in München, Erlangen und Nürnberg verhaftet. Er hatte vor einigen Jahren einen dubiosen Vertrag mit Siemens-Betriebsrat Wilhelm Schelsky unterzeichnet, der Bundesvorsitzender der Unabhängigen Arbeitnehmervertretung (AUB) ist. Mehr als 14 Millionen Euro sollen an Beratungsfirmen Schelskys geflossen sein. "Die Verhaftung Feldmayers zeigt, dass der Sumpf größer ist, als man jemals geglaubt hat", sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer in einer ersten Reaktion. Er habe Feldmayer in Verhandlungen als verlässlichen Partner gekannt. Umso erschütternder sei seine mögliche Verwicklung in die Affäre.

Wie stark es inzwischen ans Eingemachte geht, zeigt eines: Als sich der Abschied des langjährigen Siemens-Chefs Heinrich von Pierer abzeichnete, gab es vier Nachfolgekandidaten. Das waren die Zentralvorstände Heinz-Joachim Neubürger, Thomas Ganswindt, Johannes Feldmayer und Klaus Kleinfeld. Inzwischen gilt Neubürger in der Affäre um schwarze Kassen in der Festnetzsparte Com als Beschuldigter, Ganswindt war wegen der Vorfälle zwischenzeitlich sogar in Haft. Beide sind nicht mehr für Siemens tätig. Nun erwischte es in der Affäre um Schelsky den dritten der einst vier Hoffnungsträger.

Vorstandschef Kleinfeld, der damals schließlich das Rennen machte, hat nach den bisherigen Ermittlungen eine weiße Weste. Dennoch wird man bei Siemens vorsichtiger. Der Aufsichtsrat will zwar seinen Vertrag im April um fünf Jahre verlängern. Die Abfindungszahlung im Falle einer theoretisch denkbaren Trennung soll aber begrenzt werden. In den kommenden Monaten dürfte Siemens die Justiz jedenfalls weiter in Atem halten. Während die Staatsanwaltschaft in Nürnberg versucht, die AUB-Affäre aufzuklären, und ihre Münchner Kollegen weiter Licht in den Schmiergeldskandal bei Com bringen wollen, wird derzeit eine Korruptionsaffäre in der Siemens-Kraftwerkssparte in Darmstadt vor Gericht aufgearbeitet. Im Strafverfahren entschied der Vorsitzende Richter Rainer Buss am Dienstag, dass Siemens-Zentralvorstand Uriel Sharef als Zeuge gehört werden soll.

Quelle : www.heise.de
Titel: Weitere Verdächtige in Siemens-Affäre
Beitrag von: SiLæncer am 28 März, 2007, 09:03
In der jüngsten Siemens-Affäre wird nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auch gegen den ehemaligen Finanzvorstand und Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Hermann Baumann ermittelt. Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer, Baumann und weitere Führungskräfte sollen nach weiteren Informationen der Zeitung dafür verantwortlich sein, dass der Nürnberger Unternehmer und frühere Siemens-Betriebsrat Wilhelm Schelsky seit 2001 fast 34 Millionen Euro Beraterhonorare erhalten hat, ohne angemessene Gegenleistungen zu erbringen.

Schelsky, der in Untersuchungshaft sitzt, trat am Dienstag als Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) zurück. Mit Siemens hatte er Verträge über Beratung, Training und Schulungen für Mitarbeiter und Betriebsräte geschlossen. Nachdem Schelsky sich selbstständig gemacht hatte, übernahm er nach früheren Siemens-Angaben auch zahlreiche Outsourcing-Dienstleistungen für das Unternehmen. Unterschrieben wurde der Vertrag den Angaben zufolge von Feldmayer.

"Vor dem Hintergrund der Entwicklung der letzten Wochen wird sich die AUB neu ausrichten", teilte die stellvertretende AUB-Bundesvorsitzende Ingrid Brandt-Hückstädt, am Abend in Nürnberg mit. Die AUB wurde von Siemens-Betriebsräten als bislang gewerkschaftsfern und dem Siemens-Management nahestehend beschrieben.

Am Dienstag war erstmals ist in der Siemens-Affäre ein amtierendes Zentralvorstandsmitglied verhaftet worden. Gegen Siemens-Europachef Johannes Feldmayer wird von der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue zum Schaden des Konzerns ermittelt. Der 50-jährige Manager sei am Dienstag in München im Zuge einer neuen Durchsuchungsaktion verhaftet worden, bestätigte ein Siemens-Sprecher. "Wir sind weiter an einer umfassenden Aufklärung interessiert und kooperieren voll mit der Staatsanwaltschaft."

Mit der Verhaftung Feldmayers hat die Siemens-Affäre einen neuen Höhepunkt erreicht. Bislang waren bereits die ehemaligten Vorstände Thomas Ganswindt und Heinz-Joachim Neubürger als Beschuldigte in die Affäre verwickelt, soweit sie sich auf mögliche Unregelmäßigkeiten in der früheren Festnetzsparte bezog. Ganswindt saß dabei vor Weihnachten – wie nun Feldmayer – in Untersuchungshaft.

Der Finanzexperte Wolfgang Gerke hat die Verhaftung Feldmayers in einem Interview mit der Deutschen Welle Fernsehen als einen immensen Imageschaden bezeichnet, der auch über Siemens hinausgeht. "Siemens ist ein hervorragend arbeitender Weltkonzern, ist innovativ. ... Aber international ist es keine Entschuldigung, dass man sagt, den anderen Unternehmen passiert so etwas auch. Das schädigt das Image von Siemens nachhaltig." Hier sei, sagte Gerke, offensichtlich auf höchster Managementebene etwas gedeckt worden, wo man mit Geld versucht habe, Mitarbeiter wohlwollend, gefügig zu machen. "Das ist nicht akzeptabel. Das schädigt die deutsche Wirtschaft nach außen."

Laut bisherigen Ermittlungen soll im Rahmen der gesamten Schmiergeldaffäre eine Gruppe von teils ranghohen Siemens-Mitarbeitern mindestens 200 Millionen Euro unterschlagen und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt haben. Siemens selbst geht sogar verdächtigen Zahlungen von bis zu 420 Millionen Euro nach. Im Zuge der Affäre hat es bereits zahlreiche Durchsuchungsaktionen gegeben. Am Dienstag wurden nun erneut Standorte in München, Nürnberg und Erlangen durchsucht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Korruptionsaffäre: IG Metall droht Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 28 März, 2007, 16:24
Nach der Verhaftung von Siemens- Topmanager Johannes Feldmayer prüft die IG Metall wegen möglicher Beeinflussung von Betriebsratswahlen eine Strafanzeige gegen den Münchner Konzern. Nach Einschätzung der Gewerkschaft bestätigt sich zunehmend der Verdacht, dass "Siemens über Jahrzehnte systematisch versucht hat, Betriebsratswahlen und die Arbeit der Betriebsräte zu beeinflussen". Feldmayer war am Dienstag im Skandal um dubiose Millionenzahlungen an einen hochrangigen Arbeitnehmervertreter verhaftet worden.

Inzwischen beurlaubte der Elektrokonzern den Siemens-Zentralvorstand. Feldmayer habe selbst darum gebeten, ihn "aufgrund der aktuellen persönlichen Umstände vorübergehend von seinen Obliegenheiten und Dienstpflichten freizustellen", teilte Siemens am Mittwoch mit. "Diesem Wunsch ist entsprochen worden." Feldmayer war in der Serie von Affären bei Siemens als erster aktiver Zentralvorstand verhaftet worden. Der Beschuldigte sei am Dienstagabend dem Haftrichter vorgeführt worden, sagte der Nürnberger Justiz-Pressesprecher Andreas Quentin. "Der Haftbefehl wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil der Siemens AG bleibt bestehen." Nach Angaben eines Siemens-Sprechers sollen die Aufgaben Feldmayers kommissarisch von den übrigen Zentralvorständen wahrgenommen werden.

Die Verhaftung Feldmayers steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den ebenfalls inhaftierten Ex-Siemens-Betriebsrat Wilhelm Schelsky. Er war am Dienstag von seinem Amt als Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) zurückgetreten. An Schelskys Beratungsfirma sollen mehr als 14 Millionen Euro ohne entsprechende Gegenleistungen geflossen sein. Inzwischen ist in Medienberichten und Branchenkreisen auch von deutlich höheren Summen die Rede. Im Umfeld von Siemens wird betont, es habe Verträge mit Schelskys Beratungsfirma gegeben. Es müsse allerdings geprüft werden, ob für die erbrachten Leistungen zuviel Geld gezahlt worden sei.

Die IG Metall wirft Siemens dagegen vor, die AUB systematisch als arbeitgeberfreundliches Gegenstück zur Gewerkschaft aufgepäppelt und gefördert zu haben. "Unsere schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen", sagte Michael Leppek von der IG Metall. Falls Siemens tatsächlich Betriebsratswahlen und die Arbeit des Betriebsrats beeinflusst habe, sei dies eine Straftat, die sogar mit Gefängnis geahndet werden könne. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ermittelt die Staatsanwaltschafts Nürnberg-Fürth wegen der Zahlungen an Schelsky auch unter anderem gegen den früheren Siemens-Finanzvorstand und -Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann.

Die Zahlungen an den Gründer und bisherigen Chef der AUB sind nur ein Teil der aktuellen Affären. Daneben geht die Münchner Staatsanwaltschaft davon aus, dass in der Festnetzsparte Com mindestens 200 Millionen Euro in schwarzen Kassen verschwunden sind. Das Geld soll im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden sein. In Darmstadt läuft außerdem ein Prozess wegen eines Korruptionsfalls in der Siemens-Kraftwerkssparte. Die IG Metall forderte angesichts der Serie von Skandalen eine Atempause beim radikalen Konzernumbau. Der Konzern brauche Ruhe, sagte Bezirkschef Werner Neugebauer der dpa in München. Vorstandschef Klaus Kleinfeld sei daher nicht gut beraten, wenn er trotz aller Turbulenzen die Ausgliederung des Autozulieferers VDO gegen den Widerstand der Beschäftigten vorantreibe. "Da ist eine weitere, explosive Konfliktlinie."

Der Konzern will Zuge des geplanten VDO-Börsengangs den Betriebsübergang in eine ausgegliederte eigenständige Gesellschaft zum 1. Mai durchsetzen. Der Konzern hatte angekündigt, den Zeitplan trotz gescheiterter Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat über eine Überleitungsvereinbarung einhalten zu wollen. "Siemens will die VDO- Geschichte wohl gnadenlos durchziehen", sagte Neugebauer. Er habe nach Gesprächen mit der Führung eigentlich auf eine moderatere Linie gehofft. "Aber bei Siemens sind wohl zu viele Schweinstreiber unterwegs." Eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung, die sich am Mittwoch vor allem mit VDO beschäftigen sollte, wurde nach dpa-Informationen allerdings kurzfristig abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Quelle : www.heise.de
Titel: Weitere Verhaftungen in der Siemens-Affäre
Beitrag von: SiLæncer am 29 März, 2007, 14:31
Der Siemens-Konzern wird nach der Verhaftung eines aktiven Zentralvorstands und neuen Ermittlungen in den Schmiergeldaffären weiter gebeutelt: Zwei weitere Beschuldigte wurden nun verhaftet. Die Verhaftungen stünden im Zusammenhang mit den Ermittlungen in der Festnetzsparte Com, teilte Siemens mit.

Anfang der Woche habe es weitere Durchsuchungen gegeben, die dieses Mal wieder die ehemalige Netzwerk- und Kommunikationssparte Com betreffen, in der ein System von schwarzen Kassen für Bestechungszahlungen aufgebaut worden sein soll. Im Unterschied dazu ging es bei der Verhaftung von Siemens-Topmanager Johannes Feldmayer am Dienstag dieser Woche um dubiose Zahlungen an den Chef der Unabhängigen Arbeitnehmervertretung (AUB).

Bei den nun verhafteten Siemens-Mitarbeitern handelt es sich laut dpa nicht um hochrangige Manager. Einer der beiden Verhafteten war noch bei Siemens beschäftigt und wurde nach Angaben des Konzerns sofort suspendiert. Der andere Beschuldigte hatte den Konzern bereits zuvor verlassen. Siemens betonte erneut, man kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und habe ihr alle benötigten Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Quelle : www.heise.de
Titel: BESTECHUNG EINES BETRIEBSRATS - IG Metall will Siemens vor Gericht zerren
Beitrag von: SiLæncer am 02 April, 2007, 15:34
Neuer Höhepunkt im Schmiergeldskandal bei Siemens: Die Gewerkschaft IG Metall hat den Konzern heute angezeigt. Sie wirft dem Unternehmen die Begünstigung eines arbeitgeberfreundlichen Betriebsrats vor.

Hamburg - "Wir haben den Verdacht und Indizien dafür, dass die AUB durch das Unternehmen Siemens finanziert wurde, um eine Art Gegen-Gewerkschaft zur IG Metall aufzubauen", sagte der Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters nach der Sitzung des geschäftsführenden Vorstands der IG Metall.

Die Gewerkschaft wirft Siemens vor, die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) "systematisch" als Gegengewicht zur IG Metall aufgebaut und unterstützt zu haben. Der bisherige Bundesvorsitzende der AUB, Wilhelm Schelsky, sitzt derzeit in Untersuchungshaft, weil er Zahlungen von Siemens ohne erkennbare Gegenleistung erhalten haben soll.

Für die IG Metall ist jedoch klar, wie diese Gegenleistung ausgesehen hat: Nach Angaben von Gewerkschaftern hat Schelsky mit seiner AUB die Arbeit der Betriebsräte "ständig behindert". So hätte der AUB-Vertreter im Aufsichtsrat oft gemeinsam mit der Kapitalseite gestimmt - gegen die anderen Arbeitnehmervertreter.

Dem Siemens-Konzern wirft die IG Metall daher einen Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz vor. Das Gesetz regelt die Wahl und die Arbeit von Betriebsräten. Eine Einflussnahme von Seiten des Unternehmens auf den Betriebsrat ist untersagt - sei es durch aktive Behinderung oder durch Begünstigung willfähriger Arbeitnehmervertreter. Allerdings wird die Staatsanwaltschaft bei Verstößen gegen das Betriebsverfassungsgesetz nur auf Antrag tätig. Deshalb sah sich die IG Metall in der Pflicht zu handeln.

Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen stellt der Siemens-Fall einen übleren Rechtsbruch dar als die Betriebsratsaffäre bei Volkswagen. Der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz hatte dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert über Jahre hinweg hohe Summen zugeschoben, um den Frieden im Unternehmen zu sichern.

"Dabei ging es aber nur um das Fehlverhalten einzelner", heißt es bei der IG Metall. Bei Siemens hingegen gehe es um "systematische Eingriffe in die Arbeit der Arbeitnehmervertreter". Die AUB habe "mit dem Markennamen Gewerkschaft Schindluder getrieben".

Mit ihrem Strafantrag hatte sich die IG Metall zunächst Zeit gelassen, um alle Verdachtsmomente und Belege zu sammeln. Da der Anzeige eine "hohe politische Bedeutung" beigemessen werde, habe sie solide vorbereitet werden müssen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Vorstand Feldmayer wieder auf freiem Fuß
Beitrag von: SiLæncer am 04 April, 2007, 19:14
Der im Rahmen der Affäre um die Alternativ-Gewerkschaft AUB verhaftete Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden, berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Das Amtsgericht Nürnberg habe den Haftbefehl gegen Feldmayer unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Der Topmanager habe das Gefängnis am frühen Nachmittag verlassen können, müsse aber unter anderem eine Kaution stellen. Unmittelbare Fluchtgefahr bestehe nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht mehr. Der Haftbefehl bleibe bestehen, sollte Feldmayer gegen die Auflagen verstoßen, könne er wieder in Untersuchungshaft genommen werden.

Feldmayer war vergangene Woche im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den ebenfalls inhaftierten ehemaligen Siemens-Betriebsrat Wilhelm Schelsky verhaftet worden. Siemens hatte Feldmayer daraufhin vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden. Schelsky war Vorsitzender der bei Siemens einflussreichen Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB). An seine Beratungsfirma sollen mehr als bis zu 34 Millionen Euro ohne entsprechende Gegenleistungen geflossen sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Informationen der SZ in dieser Angelegenheit auch gegen den ehemaligen Finanzvorstand und Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Hermann Baumann. Die IG Metall wirft Siemens vor, die AUB systematisch als arbeitgeberfreundliches Gegenstück zur Gewerkschaft aufgepäppelt und gefördert zu haben.

Die Ermittlungen gegen Feldmayer dauern unterdessen an, es bestehe weiterhin dringender Tatverdacht. Der Manager war nach Informationen der SZ in den vergangenen Tagen mehrfach vernommen worden und soll dabei umfangreich ausgesagt haben. Eine rasche Rückkehr des beurlaubten Top-Managers auf seinen Vorstandsposten werde es wahrscheinlich nicht geben, erfuhr die Zeitung aus Konzernkreisen. Die Siemens-Spitze bemühe sich bereits um eine Lösung für das vakante Amt.

Die Zahlungen an den Gründer und bisherigen Chef der AUB sind nur ein Teil der aktuellen Affären. Daneben geht die Münchner Staatsanwaltschaft davon aus, dass in der Festnetzsparte Com mindestens 200 Millionen Euro in schwarzen Kassen verschwunden sind. Das Geld soll im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden sein.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Betriebsratschef erwartet Ermittlungen auch bei IG Metall
Beitrag von: SiLæncer am 05 April, 2007, 11:19
Siemens-Gesamtbetriesratsschef Ralf Heckmann glaubt laut der Wochenzeitung Euro am Sonntag, dass in der Affäre um Zahlungen an Arbeitnehmervertreter die Staatsanwaltschaft schnell aktiv werden und dabei auch das Büro des Gesamtbetriebsrats durchsucht werden könnte. "Wir gehen davon aus, dass auch in unseren Reihen Fälle hochkommen werden", sagte Heckmann gegenüber der Zeitung. "Wir wollen Transparenz, und wir wollen ein Signal geben", beteuerte Heckmann laut dem Vorabbericht. "Wenn es schwarze Schafe gibt, dann werden sie bei der AUB und bei der IG Metall auffliegen."

Die IG Metall hat Anfang dieser Woche bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Strafanzeige gegen Siemens gestellt. Diese wird verdächtigt, die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) geschmiert zu haben. Der in diesem Zusammenhang verhaftete Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer ist gestern aus der Haft entlassen worden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens: Aufsichtsräte drängen auf Pierers Rücktritt
Beitrag von: SiLæncer am 05 April, 2007, 18:43
Der Chef des Siemens-Aufsichtsrats, Heinrich von Pierer, soll zurücktreten, um dem von Affären gebeutelten Konzern einen personellen Neuanfang zu ermöglichen. Wie der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe berichtet, wollen mehrere Aufsichtratsmitglieder von Kapital- und Arbeitnehmerseite ihren Vorsitzenden davon in persönlichen Gesprächen überzeugen, sobald dieser aus dem Osterurlaub zurückkehrt. Wunschkandidat für die Nachfolge soll Ex-ThyssenKrupp-Chef Gerhard Cromme sein, der dem Aufsichtsrat seit Januar 2003 angehört.

Der Siemens-Konzern wird derzeit von Korruptionsaffären in der Festnetzsparte Com und um die dem Unternehmen freundlich gesonnene Arbeitnehmerorganisation AUB erschüttert. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft betreffen unter anderem angebliche Schmiergeldzahlungen und verdeckte Zuwendungen an die AUB zu der Zeit, als Pierer Vorstandschef von Siemens war. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen war in der vergangenen Woche auch Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer verhaftetet worden, der inzwischen wieder auf freiem Fuß ist. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Medienberichten auch gegen den ehemaligen Finanzvorstand Karl-Hermann Baumann.

Auf der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates am 25. April wollen Arbeitnehmervertreter im Gremium eine exakte Auflistung aller Zahlungsvorgänge oder Geschäftsbeziehungen zwischen dem inhaftierten früheren AUB-Chef Wilhelm Schelsky und dem Konzern fordern, berichtet der Spiegel weiter. Außerdem verlangten sie Aufklärung, weshalb der Prüfungsausschuss des Gremiums vom Vorstand nicht bereits auf der Sitzung am 24. Januar über zuvor eingeleitete interne Untersuchungen und die im Dezember 2006 erfolgte Kündigung eines verdächtigen Beratervertrags mit Schelsky informiert wurde.

Quelle : www.heise.de
Titel: BDK fordert Siemens-Schmiergeld-Ermittlungsverfahren auf Bundesebene
Beitrag von: SiLæncer am 14 April, 2007, 12:59
Der Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert, die einzelnen Schmiergeld-Ermittlungsverfahren gegen den Siemens-Konzern zu einer einzigen Untersuchung zusammenfassen – wegen des Verdachts auf organisierte Kriminalität. Dies berichtet das Wall Street Journal in seiner Online-Ausgabe.

Ein solches Verfahren auf Bundesebene werde möglicherweise die juristischen Probleme des über diverse Korruptionsaffären ins Gerede geratenen Technik-Titanen noch steigern, mutmaßt das US-amerikanische Blatt. Denn der Verdacht auf organisierte Kriminalität würde die Ermittler mit weiter reichenden Vollmachten ausstatten – sie könnten dann etwa Telefone anzapfen oder die Untersuchung auf unbescholtene Abteilungen des Technik-Konzerns ausweiten.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter will hinter den einzelnen Korruptionsfällen bei Siemens ein Muster ausgemacht haben: "Die Geschäftsphilosophie von Siemens scheint schuld zu sein", zitiert das Wall Street Journal ihren Pressesprecher, Uwe Dolata. Nach seiner Ansicht weisen die Schmiergeldaffären bei Siemens zusammen betrachtet drei Kriterien organisierten Verbrechens auf: Man habe es mit hierarchische Strukturen und geheimen Aktivitäten zu tun – und es sei versucht worden, politischen Einfluss auszuüben.

Bisher ermitteln Staatanwaltschaften und Gerichte auf Länderebene etwa in Nürnberg oder Darmstadt wegen der Schmiergeldzahlungen gegen Mitarbeiter und Manager einzelner Siemens-Sparten. Der BDK hält hingegen eine auf Bundesebene angesiedelte Untersuchungen für angezeigt. Dem widerspricht laut Wall Street Journal Oberstaatsanwalt Anton Winkler, ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft: Er hält es für "Arbeitsverschwendung", die verschiedenen laufenden Verfahren einem neuen Ermittlerteam auf Bundesebene zu übertragen, nachdem die Landesbehörden bereits so viel Arbeit in die Untersuchungen gesteckt hätten.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe kommentierte den Vorschlag bislang nicht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Gewerkschaft fordert personellen Neuanfang bei Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 20 April, 2007, 13:20
Nach dem Rücktritt von Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer fordert die IG Metall einen personellen Neuanfang mit externen Managern an der Spitze des Konzerns. Gleichzeitig stellt die Gewerkschaft die Vertragsverlängerung für Vorstandschef Klaus Kleinfeld bei einem Verkauf oder Börsengang der Verkehrstechnik-Sparte VDO in Frage. "Wir halten eine Reihe von Entscheidungen Kleinfelds für strategisch falsch, wie zum Beispiel der Rückzug bei Siemens VDO", sagte der Chef der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag (kommende Ausgabe). "Deshalb wird die Lösung dieser Fragen in einem engen Zusammenhang mit den Vertragsverlängerungen von Herrn Kleinfeld und anderer Vorstandsmitglieder stehen."

Der Siemens-Aufsichtsrat will sich auf seiner nächsten Sitzung am 25. April, die erstmals vom designierten Aufsichtsratschef Gerhard Cromme geleitet werden soll, mit den Personalien befassen und gleichzeitig über die Zukunft der VDO beraten. Die IG Metall will auch das Thema Korruptionsaffäre zur Sprache bringen, "schließlich stehen auch noch andere Verträge zur Verlängerung an", sagte Neugebauer der Wirtschaftszeitung. "Hier stellt sich die Frage: Läuft es nach dem Prinzip Inzucht weiter, oder sollte nicht besser ein personeller Neuanfang gewagt werden, der aus meiner Sicht dringend nötig ist. Das heißt mit externen Managern, die nicht aus dem System Siemens hervorgegangen sind."

Die Gewerkschaft befürchtet, das allein bei Siemens VDO zwischen 4000 und 5000 der insgesamt 20.000 Stellen in Deutschland wegfallen könnten. "Unabhängig davon, ob der Bereich verkauft oder an die Börse gebracht wird, ob ein Finanzinvestor einsteigt oder der Reifenhersteller Conti", sagte Neugebauer.

Unterdessen hat sich Pierer mit einem Schreiben von den Siemens-Mitarbeitern verabschiedet. Darin zeigt er sich "betroffen" von der "prekären Situation", in die Siemens trotz des wirtschaftlichen Erfolgs geraten sei. "Betroffen" ist Pierer aber auch über die "pauschalen Vorverurteilungen", die "ohne Rücksicht auf die Faktenlage" erfolgt seien. Bei dem Vorgehen der Behörden gegen Siemens-Mitarbeiter bezweifelt der Ex-Aufsichtsratschef die "Verhältnismäßigkeit der Mittel".

In Pierers Zeit als Vorstandschef war im Konzern das das System schwarzer Kassen aufgebaut worden, in dem eine dreistellige Millionensumme für Schmiergeldzahlungen um Ausland verschwunden sein soll. Zudem steht der Konzern im Verdacht, die unternehmerfreundliche Arbeitnehmerorganisation AUB mit Millionenzahlungen geschmiert zu haben. Hinsichtlich der Frage nach Pierer Verantwortung bezweifelte Neugebauer gegenüber der dpa, dass hunderte Millionen Euro am Vorstand vorbei verschoben werden könnten. "Wenn dies aber doch der Fall sein sollte, dann würde ich sagen, im Vergleich zum Siemens-Vorstand ist eine Bananenrepublik eine transparente Einrichtung".

Quelle : www.heise.de
Titel: Pierer soll seit 1997 von Zahlungen gewusst haben
Beitrag von: SiLæncer am 21 April, 2007, 10:39
Trotz seines Rücktritts als Aufsichtsratschef: Die Siemens-Schmiergeldaffäre ist für Heinrich von Pierer noch nicht ausgestanden. Einer Zeitung zufolge soll er schon vor Jahren vom Verdacht heimlicher Zahlungen an die Arbeitnehmergruppe AUB erfahren haben.

München - Von Schmiergeldkassen habe er nie etwas gewusst, schreibt der zurückgetretene Siemens-Chefaufseher Heinrich von Pierer in seinem Abschiedsbrief an die Belegschaft. Das Protokoll einer Sitzung des Aufsichtsrats vom 10. Dezember 1997 lege aber den Verdacht nahe, Pierer habe damals schon vom Vorwurf gehört, dass Gelder an die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger geflossen seien. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Die AUB ist eine Gegenorganisation zur IG Metall und gilt als aufälllig arbeitgeberfreundlich.

Dem Bericht zufolge sei von Pierer und seinen Vorstandskollegen damals von der IG Metall vorgehalten worden, Zahlungen an die AUB zu leisten. Die Initiative zum Ausbau der zahmen Arbeitnehmergruppe sei nach neuen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth 1988 direkt vom Siemens-Vorstand ausgegangen.

Der langjährige AUB-Vorsitzende Wilhelm Schelsky sei dann 1990 bei Siemens ausgeschieden und habe eine Beraterfirma gegründet. Über diese habe er bis Ende 2006 50 Millionen Euro erhalten. Dieses Geld habe Schelsky weitgehend in die arbeitgeberfreundliche Organisation gesteckt.

Von Pierer teilte der Zeitung auf eine Anfrage vom Vortag hin mit, ihm seien "die Vereinbarungen" zwischen Siemens und Schelsky "nicht bekannt" gewesen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: E- Mails bringen früheren Siemens- Topmanager in Erklärungsnot
Beitrag von: SiLæncer am 21 April, 2007, 14:43
In der Affäre um schwarze Kassen bei Siemens gerät Telekom-Vorstand Lothar Pauly unter Druck. E-Mails aus dem Jahr 2000 bringen den früheren Siemens-Mann in Verdacht, über mutmaßliche Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe informiert gewesen zu sein.

Hamburg - Zumindest im Fall eines 50-Millionen-Euro-Deals mit dem chinesischen Mobilfunkanbieter Unicom könnte Lothar Pauly eine Zahlung auch selbst abgesegnet haben. Eine zentrale Rolle in dem Fall spielt Max R., der für Siemens als Auftragsvermittler gearbeitet hat - und den Ermittler für einen möglichen Schmiergeldverteiler halten.

R. informierte Pauly nach Informationen des SPIEGEL am 29. Februar 2000 in einem Schreiben über ein Treffen mit "Besuchern" in Hongkong. Die Unterredung sei erfolgreich gewesen, "obwohl die Gelder noch nicht zur Verfügung standen". Sein Kollege wäre "eine Menge Verpflichtungen eingegangen und habe süße Versprechungen gemacht".

R. musste das Geld von Siemens offenbar auch danach noch anmahnen, denn ein Siemens-Manager räumte rund vier Wochen später gegenüber Pauly ein, "dass die Zahlung bei uns vermasselt wurde" und "erst Anfang nächster Woche Österreich verlasse". Dort unterhielten die Münchner seinerzeit einen Teil ihrer schwarzen Kassen. Über eine zweite Zahlung berichtet der Manager, dass "wir circa zehn Arbeitstage brauchen, um das Geld zum Empfänger zu bringen". Dies sei der Preis, "den wir für die Anonymisierung" zahlen. Zugleich warnte er: "Wir sollten unser Minimum an Abschottung meines Erachtens nicht aufgeben und irgendwelche Direktüberweisungen als Siemens tätigen." Paulys Antwort: "Ist o. k. Die Abschottung nicht aufgeben."

Ex-Siemens-Manager Pauly, gegen den in diesem Zusammenhang nicht ermittelt wird, bestreitet, von Schmiergeldzahlungen "gleich welcher Art" gewusst zu haben - ebenso von schwarzen Kassen. Von möglichen rechtswidrigen Zahlungen von R. an Dritte habe er keine Kenntnis. Er wisse auch nicht, weshalb R. auf Anonymisierung der Leistungen gedrängt habe. "Von Schmiergeldzahlungen kann insoweit keine Rede sein", sagt Paulys Anwalt Kurt Kiethe.

Gleichwohl: Im Herbst 2000 mahnt R. erneut Zahlungen von Siemens an. Dabei sei es "kein Problem, unsere Rechnungen zu bezahlen". Im unwahrscheinlichen Fall, dass sie kontrolliert würden, werde man lediglich feststellen, dass er und sein Partner "zwei gut bezahlte Agenten" seien. Es sei unmöglich, die Transaktionen weiterzuverfolgen.

Medienberichte, wonach der scheidende Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer bereits 1997 von den Zahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB gewusst haben soll, wies ein Siemens-Sprecher zurück. "Von Zahlungen an die AUB war Pierer nichts bekannt", sagte er heute in München.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge soll Pierer bereits vor zehn Jahren von dem Verdacht auf heimliche Zahlungen an die AUB gewusst haben. Dies lege das Protokoll einer Sitzung des Aufsichtsrats vom Dezember 1997 nahe. Nach diesen Aufzeichnungen sei Pierer, damals noch Siemens-Vorstandschef, und seinen Vorstandskollegen damals im Kontrollgremium von der IG Metall vorgehalten worden, dass Siemens Zahlungen an die AUB leiste.

Berichte, wonach Pierer sein Amt als Aufsichtsratschef nicht freiwillig geräumt habe, wollte der Siemens-Sprecher nicht kommentieren. Pierer hatte in der Nacht zum Freitag seinen Rücktritt angekündigt und sich per Brief an die Siemens-Mitarbeiter gewandt. Das System schwarzer Kassen bei Siemens, das die Verhaftung von Vorstandsmitglied Johannes Feldmayer und anderen hohen Managern zur Folge hatte, fiel in Pierers Zeit als Siemens-Chef von 1992 bis 2005.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Aufsichtsratschef von Pierer nur unter Druck zurückgetreten
Beitrag von: SiLæncer am 21 April, 2007, 15:30
Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer ist nach Informationen des Magazins Focus nur unter starkem Druck zurückgetreten. Danach habe Pierer seinen Posten nicht freiwillig geräumt. Der 66-Jährige habe sich massivem Drängen aus dem Aufsichtsrat gebeugt, hieß es. "Der Druck war so stark geworden, dass wir handeln mussten", sagte ein Siemens-Aufsichtsrat dem Magazin.

Die Rheinische Post (Samstag) berichtet, Pierer musste auf Druck der IG Metall zurücktreten. Die Gewerkschaft habe ihm vor allem wegen des jüngsten Skandals um die Bestechung eines unabhängigen Betriebsrats in Nürnberg das Vertrauen entzogen und seinen Rückzug verlangt. Der ehemalige Siemens-Chef habe damit die Unterstützung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die vor allem aus den Reihen der IG Metall kommen, verloren. Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International rät Pierer zudem, seine Funktion als wirtschaftlicher Berater von Kanzlerin Angela Merkel aufzugeben.

Unterdessen gerät der Ex-Bereichsvorstand der Kommunikationssparte (Com) und heutige Telekom-Vorstand Lothar Pauly nach einem Bericht des Spiegels in der Affäre um schwarze Kassen des Siemens-Konzerns immer mehr in Erklärungsnot. E-Mails aus dem Jahr 2000 würden die Frage aufwerfen, ob der Topmanager über mutmaßliche Schmiergelder in Millionenhöhe informiert gewesen sei. Zumindest im Fall eines 50-Millionen-Euro-Deals mit dem chinesischen Mobilfunkanbieter Unicom könnte Pauly eine Zahlung auch selbst abgesegnet haben, schreibt das Magazin.

Bei Siemens sollen in der Amtszeit Pierers als Vorstandsvorsitzender hohe Geldsummen in schwarzen Kassen verschwunden und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden sein. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Schmiergeldzahlungen an die Arbeitnehmervertretung AUB, wie die Süddeutsche Zeitung meldet. Pierer stand deshalb seit Wochen schwer unter Druck. Eine persönliche Verantwortung für die Affäre trage er nicht, betonte Pierer nach seinem Rücktritt. Auch die Staatsanwaltschaft in München erklärte, sie führe keine Ermittlungen gegen den Ex-Vorstandsvorsitzenden.

Pierer stellt sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender mit Beginn der Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch (25. April) zur Verfügung. Der Manager ist seit Anfang 2005 Aufsichtsratschef bei Siemens, zuvor hatte er das Unternehmen seit 1992 als Vorstandsvorsitzender geführt. Nachfolger Pierers wird Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp. Cromme soll den Aufsichtsratsvorsitz für den Rest der laufenden Amtsperiode bis zur Hauptversammlung der Siemens AG am 24. Januar 2008 übernehmen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Chef beteuert Unwissenheit
Beitrag von: SiLæncer am 22 April, 2007, 18:15
Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer will seinen angekündigten Rücktritt nicht als Eingeständnis einer Mitschuld am Schmiergeldskandal verstanden wissen. "Ich habe nichts von den besagten Zahlungen und Verträgen gewusst", erklärte von Pierer am Samstag in München. Er betonte im Gespräch mit der Welt am Sonntag, es habe in den vergangenen Tagen viele Gespräche mit Aufsichtsräten gegeben. "Aber niemand hat mich aus dem Amt gedrängt." Dagegen sagte ein Siemens-Aufsichtsrat dem Focus: "Der Druck war so stark geworden, dass wir handeln mussten."

Unterdessen werden Forderungen an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lauter, sich von dem Manager als Wirtschaftsberater zu trennen. SPD-Fraktionsvize Klaas Hübner sagte der Zeitung Die Welt: "Herr von Pierer muss sein Amt als Wirtschaftsberater der Regierung niederlegen. Tut er das nicht, sollte die Kanzlerin dafür sorgen." Merkel hatte am vergangenen Freitag erklären lassen, sie setze weiter auf von Pierers Rat. Von Pierer leitet den Innovationsrat und hatte schon die Vorgängerregierung beraten.

Auch die FDP kritisiert, dass Merkel die Beraterdienste weiter in Anspruch nehmen will. Von Pierer sei als Aufsichtsratschef auch zurückgetreten, um seine Firma vor weiteren schädlichen Debatten zu bewahren, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle der Berliner Zeitung. "Deshalb hätten sicher viele Verständnis, wenn er aus gleichen Motiven seine Beratertätigkeit für die Bundeskanzlerin ruhen lassen würde."

Von Pierer beteuerte erneut, dass er weder von dem System schwarzer Kassen bei Com, noch von den Zahlungen an den Gründer der Arbeitnehmervertretung AUB Wilhelm Schelsky etwas gewusst habe. Die Süddeutsche Zeitung berichtete dagegen, von Pierer solle bei einer Aufsichtsratssitzung früh von dem Vorwurf erfahren haben, Siemens unterstütze die AUB finanziell als Gegenorganisation zur IG Metall. Dies lege das Protokoll einer Aufsichtsratssitzung vom 10. Dezember 1997 nahe. Von Pierer ließ eine Kenntnis dementieren.

Im Skandal um die Zahlungen an die AUB wurden neue Details bekannt. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gehe inzwischen davon aus, dass Siemens von 1991 an verdeckt 50 Millionen Euro investiert habe, um die AUB als Gegenstück zur IG Metall aufzubauen, berichtete die SZ. Die Initiative zum Ausbau der AUB sei direkt vom Siemens-Vorstand ausgegangen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Aufsichtsräte suchen Nachfolger für Kleinfeld
Beitrag von: SiLæncer am 24 April, 2007, 10:04
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der im Präsidium des Siemens-Aufsichtsrates sitzt, treibt laut einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) die Ablösung des Vorstandschefs Klaus Kleinfeld voran. Der Bericht zitiert einen "Beteiligten", laut dem führende Mitglieder des Siemens-Aufsichtsrates meinen, ein Wechsel an der Konzernspitze sei der richtige Weg für einen Neuanfang bei Siemens. Als Grund wird angegeben, die Gefahr erst spät erkannter Verstrickungen in die Affäre sei zu groß. Allerdings habe die Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton, die ihre Untersuchungen im Konzern bei Kleinfeld gestartet hatte, dafür keine Hinweise gefunden.

Vorige Woche hatte bereits Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer seinen Rückttritt angekündigt. Als Nachfolger ist der Stahlmanager Gerhard Cromme bestimmt worden, der seinen künftigen Posten vermutlich bis 2013 bekleiden will. Als Nachfolger für Kleinfeld bevorzugt Ackermann laut FTD den Chef des Industriegase- und Engineeringunternehmens Linde, Wolfgang Reizle. Ackermann wolle sich bis zur Aufsichtsratssitzung morgen selbst um die Frage kümmern. Auf der Sitzung soll Cromme zum neuen Aufsichtsratschef bestellt werden. Eine Entscheidung über Kleinfelds Zukunft werde vermutlich noch nicht fallen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Ex-Siemens-Manager soll neuer Chef von Kabel Deutschland werden
Beitrag von: SiLæncer am 24 April, 2007, 16:29
Der langjährige Siemens-Manager Adrian von Hammerstein soll neuer Chef von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) werden. Hammerstein solle Christof Wahl ablösen, der erst seit Ende 2005 Sprecher der Geschäftsführung ist, hieß es am Dienstag in Branchenkreisen. Der Wechsel an der Spitze des Unternehmens solle spätestens zum 1. Juni umgesetzt werden, eine entsprechende Aufsichtsratssitzung stehe aber noch aus. Ein KDG-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. "Marktgerüchte kommentieren wir nicht", sagte er lediglich.

Die Financial Times Deutschland hatte am Vortag berichtet, der geplante Führungswechsel deute darauf hin, dass der KDG-Mehrheitseigner Providence Equity Partners den Umbau bei dem Unternehmen beschleunigen wolle. Das Unternehmen steckte zuletzt auch wegen hoher Investitionen in den Ausbau seiner Netze und Marketing-Ausgaben in den roten Zahlen.

Laut Branchenkreisen soll Hammerstein nach der Aufbauphase dafür sorgen, dass KDG sich auf dem schwer umkämpften Markt behauptet. Das Unternehmen hatte sich in der Vergangenheit unter anderem darauf konzentriert, das so genannte Triple Play voranzutreiben, also Fernsehen, Internet und Telefonie übers TV-Kabel. Hammerstein war bei Siemens zuletzt Chef des krisengeschüttelten IT-Dienstleisters Siemens Business Services; zuvor war er Chef von Fujitsu Siemens. 2005 nahm er seinen Hut bei SBS, nachdem er es nicht geschafft hatte, das Unternehmen profitabel zu machen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens- Chef Kleinfeld gibt auf
Beitrag von: SiLæncer am 25 April, 2007, 17:58
Klaus Kleinfeld tritt nach tagelangen Angriffen als Siemens-Chef zurück. Er stehe für eine Verlängerung seines im Herbst auslaufenden Vertrags nicht bereit, teilte der Konzern mit. Begründung: die Debatte im Aufsichtsrat über seine Zukunft.

Hamburg - Schon zuvor war über Linde-Chef Wolfgang Reitzle und Ex-VW-Sanierer Wolfgang Bernhard als Nachfolger spekuliert worden. Kleinfelds Vertrag läuft am 30. September dieses Jahres aus.

"Dr. Klaus Kleinfeld, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, hat angekündigt, dass er für die Verlängerung seines Vertrages nicht zur Verfügung steht", heißt es in der Mitteilung des Konzerns.

Am vergangenen Donnerstag hatte bereits Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer das Handtuch geworfen. Als seinen Nachfolger sollte der Aufsichtsrat heute den Chefkontrolleur von ThyssenKrupp, Gerhard Cromme, wählen.

Allerdings war auch der Vorstandsvorsitzende selbst immer stärker unter Druck geraten. Wegen der Schmiergeldaffäre bei Siemens wollten zahlreiche Mitglieder des Aufsichtsrats ihre Zustimmung zu Kleinfelds Vertragsverlängerung verweigern. Medienberichten zufolge gab es einen erbitterten Streit in dem Gremium um den Verbleib des Vorstandsvorsitzenden an der Spitze des Konzerns. Der eigenen Demontage ist der 49-Jährige nun zuvorgekommen, indem er selbst nicht mehr antreten möchte.

Kleinfeld galt als Ziehsohn Heinrich von Pierers. Dieser hatte Siemens selbst dreizehn Jahre lang geführt, in den vergangenen zwei Jahren war er Vorsitzender des Aufsichtsrats. In Pierers Amtszeit an der Konzernspitze fällt die Schmiergeldaffäre, die das Unternehmen seit Monaten erschüttert.

Kleinfeld wiederum hatte stets betont, den Skandal restlos aufklären zu wollen. Allerdings waren im Aufsichtsrat Stimmen laut geworden, die seinen Vertrag erst dann verlängern wollten, wenn definitiv erwiesen ist, dass der Manager in die Affäre nicht selbst verwickelt ist.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens- Ermittler entdecken neue verdächtige Konten
Beitrag von: SiLæncer am 26 April, 2007, 10:43
Die Schmiergeldaffäre bei Siemens ist vermutlich größer als bisher bekannt. Die internen Ermittler fürchten jetzt, dass es mehr als 420 Millionen Euro an bedenklichen Zahlungen gab - sie haben neue Konten entdeckt, die als Schmiergeldkassen gedient haben könnten.

München - Die Ermittler der internen Untersuchungskommission von Siemens befürchten inzwischen, dass die der Gesamtbetrag der Schmiergeldzahlungen die zunächst geschätzten 420 Millionen bei weitem übersteigt. Verdächtig erscheinen insbesondere die sogenannten Business Consultant Agreements (BCAs), die oft ohne entsprechende Beratungsleistung bezahlt wurden.

Eine Analyse von BCAs und hiermit im Zusammenhang stehenden Zahlungen werde für andere Siemens-Sparten ebenfalls durchgeführt werden, teilte Siemens heute während der Halbjahres-Bilanzpressekonferenz mit: "Der Umfang der gesamten zu untersuchenden Zahlungen, die im Zusammenhang mit BCAs stehen, wird deutlich zunehmen." Bislang hatte das Unternehmen bedenkliche Zahlungen von bis zu 420 Millionen Euro identifiziert.

In Folge der internen Analyse und den ausgeweiteten Untersuchungen verblieben erhebliche Unsicherheiten. Entsprechend habe Siemens zum Ende des zweiten Quartals 2006/07 keine Veränderung der Steuerrückstellung und aktiven latenten Ertragssteuern vorgenommen, die im Zusammenhang mit den untersuchten Zahlungen stehen.

Steuerrückstellungen korrigiert

Abhängig von den Resultaten aus den Untersuchungen bestehe die Möglichkeit, dass der Konzern in künftigen Perioden Änderungen der Steuerrückstellungen vornehmen muss. Dieses beinhalte die Buchung von zusätzlichen Aufwendungen für vergangene Perioden, die über die bislang vorgenommenen Korrekturen hinausgingen. "Solche Änderungen sowie die weiteren Ergebnisse aus dem Fortgang der Untersuchungen können wesentlich sein", sagte ein Sprecher.

Siemens hatte schon wegen der identifizierten Zahlungen über 420 Millionen Euro bilanzielle Anpassungen vornehmen müssen, weil diese bei der Steuer nicht abziehbar sind.

Insgesamt beläuft sich die zusätzliche Steuerlast auf 168 Millionen Euro. Davon wurden 73 Millionen Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2005/06 ausgewiesen. 95 Millionen Euro wurden als Verminderung des Eigenkapitals zum Beginn des Geschäftsjahres 2003/04 berücksichtigt.

SEC leitet offizielles Verfahren ein

Unterdessen hat die US-Börsenaufsicht SEC nach Angaben von Siemens eine formelle Untersuchung eingeleitet. Bisher hatte die Behörde lediglich informell Informationen gesammelt. Eine formelle Untersuchung bedeutet eine deutliche Verschärfung der Ermittlungen und größere finanzielle Risiken für das Unternehmen.

"Es kann gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden, dass Siemens oder einzelne Mitarbeiter wegen Gesetzesverstößen straf- oder zivilrechtlich verfolgt werden", teilte der Konzern mit. Negative Folgen könnten in Form von Geldbußen, Schadenersatz oder Ausschlüssen bei der öffentlichen Auftragsvergabe auch das operative Geschäft beeinflussen.

Bisher habe Siemens dafür noch keine Rückstellungen vorgenommen, weil man nicht über hinreichende Informationen für eine vernünftige Schätzung verfüge. Von Dow Jones befragte Rechtsanwälte verwiesen in diesem Zusammenhang darauf, dass die Bildung von derartigen Rückstellungen in den USA als eine Art Schuldeingeständnis gewertet werden kann.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: SIEMENS- SCHMIERGELDAFFÄRE - E- Mail bringt Kleinfeld in Bedrängnis
Beitrag von: SiLæncer am 28 April, 2007, 10:55
Brisante Post: Bei der Münchner Staatsanwaltschaft ist eine E-Mail aufgetaucht, die Noch-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld belasten könnte. Ein Bereichsvorstand berichtet darin detailliert über Zahlungen an einen arabischen Mittelsmann. Der Empfänger der E-Mail ist Kleinfeld persönlich.

Hamburg - In dem Schreiben "Subject: Saudi-Arabien" vom April 2004 berichtet der Bereichsvorstand über einen Streit mit einem saudi-arabischen Vermittler. Nachdem Siemens die Verträge mit diesem gekündigt habe, hätte dieser mit "einer Verschärfung der Gangart" gedroht, heißt es in dem Schreiben an Kleinfeld, das laut einem Bericht des SPIEGEL jetzt in den Ermittlungsakten der Münchner Staatsanwaltschaft aufgetaucht ist. Damit stellt sich die Frage, ob der noch amtierende Siemens-Chef nicht doch über die Schmiergeldzahlungen in seinem Konzern unterrichtet war.

Der Bereichsvorstand hatte gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärt, der Saudi habe Unterlagen über vermeintliche Schmiergeldzahlungen an die US-Börsenaufsicht SEC weiterleiten wollen, wenn Siemens ihm nicht einen dreistelligen Millionenbetrag zahle. Tatsächlich erhielt der Geschäftsvermittler Anfang 2005 statt der intern von Siemens errechneten 17 Millionen Dollar stattliche 50 Millionen Dollar ausbezahlt. Siemens bestreitet jedoch, dass es sich dabei um Schweigegeld gehandelt habe.

Insgesamt soll der Konzern über Jahre Millionen an arabische Staaten gezahlt haben, um einen Boykott seiner Produkte auf dem arabischen Markt zu verhindern. Bei den internen Ermittlungen um die schwarzen Kassen sind Kontrolleure nach Informationen des SPIEGEL auf zahlreiche Überweisungen an einen gewissen Moheden Al Shatta gestoßen. Der Mann aus Damaskus, der mit seiner Firma ASTE offiziell als "General Manager der Siemens AG" mit eigener E-Mail-Adresse bei der Siemens IT Solutions und Service in Deutschland firmiert, erhielt zwischen 1999 und 2006 mehr als 72 Millionen Euro von dem Münchner Konzern.

"Zahlungen mit hohem Korruptionsrisiko"

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG stufte die Zahlungen Ende vergangenen Jahres in einem streng vertraulichen Bericht als "mit einem großen Korruptionsrisiko behaftet" ein. Offenbar waren die Überweisungen aber nicht für Schmiergelder gedacht. Sie sollen - zumindest zum Teil - dafür verwandt worden sein, Entscheider im Umfeld des sogenannten Central Boycott Office in Damaskus freundlich zu stimmen. Die Organisation, die seit den fünfziger Jahren an die Arabische Liga angebunden ist, setzt unter anderem Produkte aus Israel auf eine schwarze Liste, ebenso Unternehmen, die mit Israel Geschäfte machen - darunter eben auch Siemens. Um von dieser Liste wieder herunterzukommen, sollen westliche Unternehmen angeblich Millionenbeträge zahlen.

"Al Shattas Job war es, dafür zu sorgen, dass Siemens nicht auf die Boykottliste gerät", sagt ein Siemens-Insider. Allein im Buchungszeitraum 2004/2005 überwies Siemens 14,6 Millionen Euro auf Konten des Syrers. Im Jahr zuvor waren es immerhin 12,07 Millionen - in 2002/2003 gar 19,7 Millionen Euro. Al Shatta reagierte auf eine schriftliche Anfrage des SPIEGEL nicht. Siemens wollte sich mit Blick auf das laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München nicht zu den Zahlungen an den Syrer äußern.

Unterdessen erwägt Siemens nach Informationen des SPIEGEL, die Münchner Holding des Weltkonzerns umzubauen und dabei eventuell drastisch zu verkleinern. Laut SPIEGEL-Informationen dachte der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Gerhard Cromme, gegenüber Vertrauten bereits über einen Umbau der vielfach belasteten Führungsstruktur nach. Entweder habe man in der Holding von den Korruptionsvorwürfen nichts mitbekommen. Dann brauche man die Führungsspitze gar nicht. Oder die Holding habe Bescheid gewusst, dann habe sie sich selber überflüssig gemacht. Offenkundig denkt der Siemens-Aufsichtsrat darüber nach, künftig einen kleineren Vorstand zu installieren, unter dem dann die einzelnen Konzersparten in größerer Selbständigkeit ihre Geschäfte tätigen könnten.

Für die Nachfolge des Vorstandsvorsitzes hat Cromme derzeit angeblich fünf Kandidaten im Auge. Neben Linde-Chef Wolfgang Reitzle stünden noch vier weitere Spitzenmanager auf Crommes Liste, die derzeit alle fest angestellt seien. Das meldet das Nachrichtenmagazin "Focus" vorab. Cromme habe zu Vertrauten gesagt ein Champion, wie ihn Siemens brauche, stehe nicht auf der Straße.

Crommes Favorit sei nach wie vor Linde-Mann Reitzle. Dessen hohes Gehalt von 7,4 Millionen Euro halte Cromme nicht für ein Hindernis. Über Boni und Optionsscheine sei das durchaus zu erreichen. Kleinfeld komme nach dem umstrittenen Gehaltsplus von 30 Prozent nur auf knapp zwei Drittel des Reitzle-Salärs.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Zweifel an der Unschuld von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld
Beitrag von: SiLæncer am 29 April, 2007, 12:58
Der noch amtierende Siemens-Chef Klaus Kleinfeld könnte in der Schmiergeldaffäre des Konzerns doch nicht so unbeteiligt gewesen sein, wie er noch vor wenigen Tagen bei der Ankündigung seines Rückzugs behauptet hatte. Laut einer Vorabmeldung zum morgen erscheinenden Spiegel existiert in den Ermittlungsunterlagen der Münchner Staatsanwaltschaft eine an Kleinfeld gerichtete E-Mail, die ein Beleg dafür sein könnte, dass dieser doch über Schmiergeldzahlungen in seinem Konzern unterrichtet war. Im April 2004 habe ein Bereichsvorstand unter dem Betreff Saudi-Arabien über einen Streit mit einem saudi-arabischen Vermittler berichtet. Nachdem Siemens die Verträge mit diesem gekündigt habe, hätte dieser mit "einer Verschärfung der Gangart" gedroht, soll es in der E-Mail weiter heißen.

Der Bereichsvorstand hatte laut Spiegel gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft erklärt, der Saudi habe Unterlagen über vermeintliche Schmiergeldzahlungen an die US-Börsenaufsicht SEC weiterleiten wollen, wenn Siemens ihm nicht einen dreistelligen Millionenbetrag zahle. Tatsächlich soll der Geschäftsvermittler Anfang 2005 statt der intern von Siemens errechneten 17 Millionen Dollar stattliche 50 Millionen Dollar ausbezahlt bekommen haben. Laut Bericht bestreitet Siemens jedoch, dass es sich dabei um Schweigegeld gehandelt habe.

Obwohl die Ermittlungen noch laufen, soll das Ausscheiden von zwei weiteren Top-Managern laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung bereits feststehen. Die in diesem Jahr auslaufenden Verträge der Zentralvorstände Jürgen Radomski und Johannes Feldmayer sollen nicht verlängert werden. Der seit seiner Verhaftung im März beurlaubte frühere Europachef Feldmayer soll in die Affäre um die verdeckte Finanzierung der Arbeitnehmer-Organisation AUB verwickelt sein. Radomski ist als Personalvorstand bei Siemens unter anderem für die Anti-Korruptionseinheit Compliance zuständig, die bei der Aufklärung von Schmiergelddelikten nicht korrekt gearbeitet haben soll. Im Aufsichtsrat soll es Einvernehmen über die Trennung von den beiden geben. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Gerhard Cromme, wollte diese Personalien gegenüber der Süddeutschen Zeitung nicht kommentieren.

Insgesamt scheint auch Cromme die Affäre noch lange nicht als ausgestanden zu betrachten. Unabhängig von der aus Sicht des Konzerns bereits erfolgreichen strategische Neuausrichtung werden wegen der Schmiergeldaffäre nicht nur beteiligte Führungskräfte ihren Sessel räumen müssen. Der Siemens-Aufsichtsrat soll laut Spiegel-Vorabbericht auch eine Umstrukturierung und Verkleinerung der Holding erwägen. In Andeutungen gegenüber Vertrauten habe Cromme über einen grundsätzlichen Umbau der vielfach belasteten Führungsstruktur nachgedacht: Entweder habe man in der Holding von den Korruptionsvorwürfen nichts mitbekommen – dann brauche man die Führungsspitze gar nicht. Oder die Holding habe Bescheid gewusst, dann habe sie sich selbst überflüssig gemacht. Offenkundig denke der Siemens-Aufsichtsrat darüber nach, künftig einen kleineren Vorstand zu installieren, unter dem dann die einzelnen Konzernsparten in größerer Selbständigkeit ihre Geschäfte tätigen könnten.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bericht: Siemens-Vorstand steht radikaler Umbau bevor
Beitrag von: SiLæncer am 30 April, 2007, 11:53
Der neue Siemens-Aufsichtsratchef Gerhard Cromme will den zehnköpfigen Vorstand und die Konzernzentrale mit ihren mehreren hundert Beschäftigten deutlich verkleinern. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, Cromme halte die bisherige Struktur für ineffizient. Den Zentral- und Spartenvorständen sei es nicht gelungen, Korruption und andere Machenschaften zu verhindern. Erwägt werde eine Verkleinerung des Zentralvorstands auf die drei Funktionen Konzern-, Finanz- und Personalchef. In einem Spiegel-Vorabbericht am Wochenende hieß es bereits, der Siemens-Aufsichtsrat denke darüber nach, künftig einen kleineren Vorstand zu installieren, unter dem dann die einzelnen Konzernsparten in größerer Selbständigkeit ihre Geschäfte tätigen könnten.

Nun müssen offenbar die meisten Zentralvorstände um ihre Posten bangen, schreibt die Süddeutsche Zeitung weiter. Fest stehe bereits, dass die Verträge der beiden Vorstandsmitglieder Johannes Feldmayer und Jürgen Radomski nicht verlängert würden. Der bisherige Europachef Feldmayer sei durch die Affäre um die verdeckte Finanzierung der Arbeitnehmer-Organisation AUB belastet. Personalvorstand Radomski habe für Fehler in seinem Verantwortungsbereich geradezustehen. Für die Nachfolge des scheidenden Vorstandchefs Klaus Kleinfeld gebe es mehrere Kandidaten. Der Nachfolger solle am besten von außen kommen, hieß es laut Bericht aus Aufsichtsratskreisen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: SiLæncer am 07 Mai, 2007, 20:21
Haftstrafen im Prozess um Korruption bei der Siemens-Kraftwerkssparte gefordert

Im Prozess um Korruption bei der Siemens-Kraftwerkssparte hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt am heutigen Montag Haftstrafen für beide Angeklagte gefordert. Die 63 und 73 Jahre alten Ex-Manager des Konzerns hatten zuvor vor dem Landgericht eingeräumt, an der Zahlung von über sechs Millionen Euro Schmiergeld an zwei Entscheidungsträger des italienischen Energiekonzerns Enel beteiligt gewesen zu sein. Ein von Siemens geführtes Konsortium soll zwischen 1999 und 2001 so an Aufträge mit einem Volumen von 450 Millionen Euro gekommen sein.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sich der 63-jährige ehemalige Bereichsvorstand der Kraftwerkssparte nicht nur der Bestechung im geschäftlichen Wettbewerb, sondern auch der Untreue zu Lasten von Siemens in jeweils zwei schweren Fällen schuldig gemacht. Er soll deshalb für 3 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Für den 73-jährigen Ingenieur und damaligen Verhandlungsführer forderte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung wegen Korruption.

Die Siemens AG soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft knapp 98 Millionen Euro aus dem Geschäft mit Enel an die Staatskasse abführen, was in etwa dem Bruttogewinn aus dem Geschäft abzüglich einer bereits in Italien verhängten Geldstrafe entspricht. In seinem Plädoyer warf Staatsanwalt Ulrich Busch dem Münchner Konzern Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Verschleierung von Zahlungsströmen vor, die man eher von der organisierten Kriminalität etwa im Drogen- oder Waffengeschäft kenne.

Die Verteidiger forderten unterdessen Freispruch für den ehemaligen Bereichsvorstand beziehungsweise eine maximal zwölfmonatige Haftstrafe auf Bewährung für den Ingenieur, der bei dem Geschäft nur als Gehilfe und nur auf Anweisung tätig gewesen sei. Das Urteil, das auch Signalwirkung für die anderen Korruptionsaffären im Siemens-Konzern haben dürfte, soll am kommenden Montag verkündet werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Chef Cromme wusste von der Schmiergeldaffäre
Beitrag von: SiLæncer am 12 Mai, 2007, 16:49
Kaum ein Tag mehr ohne neue Hiobsbotschaften aus dem Hause Siemens: In seiner kommenden Ausgabe rückt das Magazin "Der Spiegel" den gerade erst zum Vorstandsvorsitz gekürten Aufsichtsratschef Gerhard Cromme in die Nähe der Schmiergeldaffäre. In einem Ende des vergangenen Jahres vorgelegten Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats sei angemerkt worden, das Kontrollgremium habe schon seit mehreren Jahren von den Schmiergeldzahlungen der Kommunikationssparte gewusst.

Der Bericht stammt aus der Feder des langjährigen Chefjuristen und ehemaligen "Chief Commpliance Officer" Albrecht Schäfer. Dem Spiegel zufolge erklärt Schäfer darin, er habe den Ausschuss bereits im Juli 2006 über systematische Zahlungen in diesem Bereich hingewiesen. Mitglieder des Prüfungsausschusses behaupten jedoch, Schäfers Bericht habe die Situation mitnichten offengelegt.

Das Nachrichtenmagazin zitiert Cromme mit den Worten: "Selbst ein bösgläubiger Mensch hätte hinter dieser Art der Darstellung nicht den Skandal vermuten können, vor dem Siemens heute steht." Dem Spiegel-Artikel zufolge will sich Siemens jetzt von Schäfer trennen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Affäre bei Siemens "Fass ohne Boden"
Beitrag von: SiLæncer am 13 Mai, 2007, 16:33
In der Schmiergeldaffäre bei Siemens sind an diesem Wochenende neue Vorwürfe laut geworden. Der Siemens-Aufsichtsrat befürchte weitere Enthüllungen, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). "Die ganze Dimension des Skandals ist immer noch nicht abzusehen", sagte IG-Metall-Vize und Siemens-Kontrolleur Berthold Huber dem Blatt. "Ich habe den Eindruck, dass wir in ein Fass ohne Boden schauen." Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge seien mittlerweile weit höhere Summen als die bisher angegebenen 420 Millionen Euro korruptionsverdächtig. Insidern zufolge seien problematische Zahlungen von bis zu einer Milliarde Euro auf dem Prüfstand.

Die FAS schreibt weiter, die US-amerikanische Börsenaufsicht (SEC) halte Siemens für den "schlimmsten Schmiergeld-Fall" ihrer Geschichte. So eindeutig hätten sich SEC-Vertreter gegenüber Siemens-Aufsichtsräten geäußert, berichtet das Blatt. Der neu berufene Aufsichtsratschef Gerhard Cromme werde in dieser Woche in London um das Vertrauen der Investoren für den skandalgeschüttelten Konzern werben und zwei Tage Investoren Rede und Antwort stehen. Begleitet werde er von Finanzvorstand Joe Kaeser, der noch amtierende Vorstandschef Klaus Kleinfeld werde nicht dabei sein.

Laut Spiegel muss sich unterdessen auch Cromme zur Wehr setzen. In einem Bericht vom Dezember 2006 an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates wird laut Spiegel der Eindruck erweckt, das Gremium sei seit Jahren über das Schmiergeldsystem in der Kommunikationssparte informiert gewesen. Cromme, der das Gremium leitet, wies dies im Spiegel zurück. "Selbst ein bösgläubiger Mensch hätte hinter der Art der Darstellung nicht den Skandal vermuten können, vor dem Siemens heute steht", sagte er. Ein Arbeitnehmervertreter in dem Ausschuss erklärte, das Gremium sei offenbar bewusst hinters Licht geführt worden.

In dem 40-seitigen Bericht heißt es laut Spiegel, in der Sitzung des Prüfungsausschusses vom 26. Juli 2006 sei ausführlich über die dubiosen Zahlungen bei der Siemens-Sparte berichtet worden. Ausdrücklich sei darauf hingewiesen worden, dass es sich auf Grund "der Verzahnung der Verfahren in Liechtenstein und in der Schweiz" um ein "System" handele. Der Bericht stamme von dem Juristen Albrecht Schäfer, lange Zeit Chefjurist des Konzerns, schreibt das Hamburger Magazin. Der Konzern wolle sich mittlerweile von Schäfer trennen.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus zufolge gibt es ferner neue Dokumente über Zahlungsforderungen an den Ex-Bereichsvorstand der Telekommunikationssparte und heutigen Telekom-Vorstand Lothar Pauly. Ein Ex-Mitarbeiter Paulys, der für die Verteilung von Millionenbeträgen an ausländische Geschäftsanbahner zuständig war, gab laut Focus bei der Münchner Staatsanwaltschaft an, Pauly habe ihm direkte Zahlungsanweisungen erteilt. Diese Aussage stützen laut Bericht interne E-Mails, in denen ein Hongkonger Vermittler Millionenzahlungen in Zusammenhang mit Siemens-Geschäften mit dem chinesischen Mobilfunkanbieter Unicom bei Pauly einfordert. Paulys Anwalt habe die Zahlungen hingegen als völlig legale Provision bezeichnet.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Kontrolleur belastet
Beitrag von: SiLæncer am 19 Mai, 2007, 12:17
Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner kommenden Ausgabe berichtet, haben mehrere Ex-Manager ausgesagt, Albrecht Schäfer soll Informationen über mögliche Korruptionsfälle heruntergespielt oder unterdrückt haben. Schon vor einer Woche hieß es, der Konzern wolle sich von Schäfer trennen. Schäfer bestreitet jedes Fehlverhalten. Ein früherer Top-Manager berichtet von einem Gespräch mit dem Juristen, nachdem er erfahren habe, dass in der Kommunikationssparte systematisch bestochen worden sein soll. Schäfer habe ihn zu beruhigen versucht, es könne nichts passieren. Falls etwas hochkochen sollte, seien dies eben die Verfehlungen einzelner Mitarbeiter – die Firma bleibe sauber. Der Manager schilderte auch einen Vorfall von Anfang 2006. Als damals die Schweizer Bundesanwaltschaft die Siemens-Tochter Intercom durchsucht hatte, über die hunderte dubioser Beraterverträge abgewickelt worden waren, habe Schäfer dem Manager einen Stapel Kontenunterlagen mit den Worten übergeben: So etwas müsse man ja nicht unbedingt dem Prüfungsausschuss mitteilen.

Belastet wird Schäfer auch von einem früheren Com-Vorstand. Der wollte gegenüber Liechtensteiner Ermittlern aussagen, Schäfer habe ihm aber abgeraten. Siemens drohe dann womöglich ein Rechtshilfeersuchen an deutsche Behörden. Weder Schäfer noch Siemens wollten sich zu dem Sachverhalt äußern. Schäfers Rolle führte zuletzt gar zum Krach zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Während einige Vorstände ihn, womöglich aus Angst vor möglichen Enthüllungen, halten möchten, fordert Aufsichtsratschef Gerhard Cromme seine Kündigung.

Quelle : www.heise.de
Titel: BenQ-Mobile-Pleite mit teurem Nachspiel für viele Beschäftigte
Beitrag von: SiLæncer am 29 Mai, 2007, 10:45
Die Pleite des Handyherstellers BenQ Mobile könnte für viele Beschäftigte ein teures Nachspiel haben. 1300 Mitarbeiter haben wegen der Insolvenz ihren Arbeitsplatz verloren, "doch für 170 Beschäftigte kommt es nun noch schlimmer", berichtet die Süddeutsche Zeitung heute. "Sie sollen laut Insolvenzverwalter Martin Prager insgesamt 5,2 Millionen Euro an Prämien und Sonderleistungen zurückzahlen, die sie kurz vor der Insolvenz im September erhalten haben."

Prager sagte der Zeitung, bereits in den nächsten Tagen wolle er die Beschäftigten per Brief über die Rückforderungen informieren. Dabei gehe es um Sonderzahlungen für gute Leistungen und so genannte Bleibeprämien, die das Management von BenQ Mobile noch am 27. September 2006 nur zwei Tage vor dem Insolvenzantrag gezahlt habe. Laut Insolvenzordnung sei er als Verwalter verpflichtet, diese Gelder zurückzufordern, weil sie entweder zum Zeitpunkt der Auszahlung noch gar nicht fällig waren oder aber in Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit erfolgten. Das Gesetz verlange, dass kein Gläubiger bevorteilt wird. Genau dies sei aber in den 170 Fällen geschehen. Die Betroffenen hätten noch Geld erhalten, während andere Mitarbeiter, die beispielsweise Abfindungen vereinbart hatten, leer ausgingen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: BenQ-Mobile-Pleite mit teurem Nachspiel für viele Beschäftigte
Beitrag von: Chrisse am 29 Mai, 2007, 14:16
Die haben pro Nase durchschnittlich 30600€ Prämie erhalten????? Zwei Tage vor Exodus???  :o  :o  :o  :o

Eins ist sicher da war keiner von den "Kleinen" drunter... Wir wissen nicht obs den Staatsanwalt interessiert, empfehlenswert wärs...


GC
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: Jürgen am 30 Mai, 2007, 00:08
Das Insolvenzrecht ist ein zweischneidiges Schwert...

In anderen Fällen wurden schon für die letzten Monate die Löhne zahlreicher kleiner Leute zurückgefordert.
Und niemand hat den Betroffenen den Tip gegeben, auf "Entreicherung" zu plädieren und damit die Rückzahlung zu verweigern.
Kernpunkt ist im wesentlichen, dass der erhaltene Lohn guten Glaubens angenommen und zur Bestreitung eins angemessenen Lebensunterhalts verwendet wurde.

Die eigentliche Schande in solchen Fällen ist, dass heutzutage die Forderungen gewerblicher Gläubiger und insbesondere von Banken und Heuschrecken regelmässig Vorrang vor den Früchten ehrlicher Arbeit erhalten...  >:(

Sofern sich allerdings leitende Angestellte, Manager oder Teilhaber selbst bzw. gegenseitig noch kurz vor'm Crash in Kenntnis der Lage Gelder zuschanzen, dann sind auf jeden Fall Ermittlungen wegen Insolvenzbetrug und / oder Unterschlagung angesagt. Wenn's nicht passiert, ist schwer 'was faul.

Ein Land geht vor die Hunde, und wir alle kennen die grinsenden Fratzen der Absahner bis zum Erbrechen...
Titel: Telekom-Vorstand Pauly tritt wegen Siemens-Affäre ab
Beitrag von: SiLæncer am 31 Mai, 2007, 13:43
Der Korruptionsskandal bei Siemens hat nach Informationen von dpa-AFX die Deutsche Telekom erreicht. Der Vorstand für den Geschäftskundenbereich T-Systems, Lothar Pauly, werde voraussichtlich am Donnerstag seinen Posten wegen einer möglichen Verstrickung in die Siemens-Affäre niederlegen, erfuhr die Finanz- Nachrichtenagentur am Donnerstag aus Branchenkreisen, die damit einen Bericht von Focus Online bestätigten. Der Personalie müsse allerdings der Aufsichtsrat des Bonner Unternehmens noch zustimmen. Ein Sprecher der Telekom lehnte einen Kommentar dazu ab.

Laut dem Magazinbericht ermittelt die Staatsanwaltschaft München seit mehreren Wochen gegen Pauly, der zuvor bei Siemens die Com-Sparte verantwortet hatte. Bereits seit einigen Wochen wird über eine mögliche Verstrickung des Managers in die Korruptionsaffäre bei der Münchner Siemens AG spekuliert. Pauly selbst hatte dies wiederholt zurückgewiesen. Zunächst solle der bisherige Finanzvorstand Wilfried Peters T-Systems kommissarisch führen.

Update: Telekom bestätigt Paulys Rücktritt

Der Vorstand für den Geschäftskundenbereich T-Systems und frühere Siemens-Vorstand Lothar Pauly scheidet bei der Deutschen Telekom aus. Pauly habe den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die Deutsche Telekom am Donnerstagvormittag in Bonn mit und bestätigte damit entsprechende Berichte. Der Präsidialausschuss des Telekom-Aufsichtsrats habe dem Aufsichtsrat empfohlen, der Bitte zu entsprechen. Pauly werde im besten gegenseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen ausscheiden. Seine Aufgaben solle Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick kommissarisch übernehmen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Weltbank ermittelt gegen Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 30 Juni, 2007, 15:22
Nach den Affären um schwarze Kassen und bezahlte Betriebsräte ermittelt nun auch noch die Weltbank in Washington gegen den Siemens-Konzern, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner am kommenden Montag erscheinenden Ausgabe. Ein Ermittler sei bereits im Februar in die bayerische Landeshauptstadt gereist. In einem Gespräch mit Münchner Staatsanwälten, die seit November vergangenen Jahres mögliche Schmiergeldzahlungen des Konzerns in dreistelliger Millionenhöhe untersuchen, wollte der Fahnder aus Washington wissen, ob bei den bisherigen Ermittlungen auch Projekte der Weltbank eine Rolle spielten. Entsprechende Gespräche habe der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld gegenüber dem Spiegel bestätigt.

Die Washingtoner Ermittler untersuchen dem Bericht zufolge unter anderem ein Kraftwerksprojekt in Pakistan, das Ende der neunziger Jahre abgeschlossen wurde. Sie gehen dem Verdacht nach, ob die von der Weltbank mitfinanzierte und von Siemens gebaute und später mitbetriebene Anlage überhöht abgerechnet wurde. Es gehe um einen dreistelligen Millionenbetrag. Siemens erklärt, im Jahr 2004 habe sich ein ehemaliger Mitarbeiter mit Vorwürfen zu dem Projekt an das Unternehmen gewandt. Die Vorwürfe seien damals geprüft worden, man habe jedoch "keine Hinweise" auf mögliche Verfehlungen gefunden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Arbeitsministerium beantragt EU-Geld für Ex-Beschäftigte von BenQ Mobile
Beitrag von: SiLæncer am 06 August, 2007, 16:03
Die von der Insolvenz des aus der Siemens-Handy-Sparte hervorgegangenen Handy-Herstellers BenQ Mobile betroffenen Arbeitnehmer sollen nach dem Willen von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) Gelder aus dem EU-Globalisierungsfonds erhalten. Der Minister habe die Förderung Ende Juni bei der EU-Kommission beantragt, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag und bestätigte damit einen Handelsblatt-Bericht.

Der Fonds mit einem Volumen von 500 Millionen Euro war Anfang des Jahres zur Abmilderung von Globalisierungsfolgen auf Wunsch von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso eingerichtet worden. Welche Fördersumme beantragt sei, teilte die Sprecherin nicht mit. Frankreich und Finnland hätten ebenfalls Förderanträge gestellt. Ende des vergangenen Jahres hatten mehr als 3000 Beschäftigte durch die Pleite des Mobilfunkhersteller, der zuvor von Siemens an das taiwanesische Unternehmen BenQ verkauft worden war, ihren Arbeitsplatz verloren.

Quelle : www.heise.de
Titel: Dubiose Millionen-Zahlungen bei Siemens-Kraftwerkssparte
Beitrag von: SiLæncer am 11 August, 2007, 16:50
Neben den riesigen schwarzen Kassen bei der Siemens-Telekomsparte sollen nach Spiegel-Informationen im Kraftwerksbereich dubiose Zahlungen von fast 190 Millionen Euro entdeckt worden sein. Diese Summe sei laut Konzerndokumenten zwischen 1997 und 1999 über drei Konten in Liechtenstein geflossen, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf ihm vorliegende Papiere. Die Antikorruptionsabteilung der Kraftwerkssparte habe bereits 2005 eine Erlanger Anwaltskanzlei beauftragt, die Zahlungen zu untersuchen. Bis heute sei unklar, wofür sie letztenendes verwendet worden seien, heißt es im Spiegel. Ein Siemens-Sprecher wollte die Angaben am Samstag nicht bestätigen.

Die Erlanger Anwälte untersuchten dem Bericht zufolge 126 Zahlungen zwischen der Siemens-Kraftwerkssparte PG und der Neuen Bank Liechtenstein. Darunter seien auch 26 Überweisungen auf das Konto der Liechtensteiner Firma Eurocell gewesen, über das Schmiergelder an den italienischen Energiekonzern Enel gezahlt worden seien. Bis auf einen Vorgang habe man "in keinem Fall einen Zahlungsempfänger" feststellen können, heiße es in dem Bericht der Anwaltskanzlei von Mai 2005. In der Siemens-Buchhaltung seien die Zahlungen "lediglich als Aufwand bestimmten Projekten zugeordnet, ohne dass daraus ein konkreter Verwendungszweck nachvollzogen werden kann", habe die Überprüfung ergeben.

In seinem jüngsten Quartalsbericht hatte Siemens geschrieben, dass neben den Untersuchungen bei der Telekommunikationssparte Com nun auch "Barzahlungen bei anderen Bereichen" geprüft würden. Dabei sei ein Zahlungsvolumen identifiziert worden, für das "nur begrenzte Dokumentation" verfügbar sei. Ein deutlicher Zahlungsumfang sei über ein Bankkonto in Liechtenstein abgewickelt worden. "Dass es sich dabei um PG handelt, kann ich nicht bestätigen", sagte ein Konzern- Sprecher der Deutschen-Presse-Agentur dpa.

Wegen der Zahlung von mehr als sechs Millionen Euro Schmiergeld an zwei Manager des italienischen Energiekonzerns Enel hatte das Landgericht Darmstadt im Mai zwei ehemalige Manager der Siemens- Kraftwerkssparte zu Bewährungsstrafen verurteilt. Dabei ging es um Aufträge für Gasturbinen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Der Siemens-Korruptionsskandal weitet sich weiter aus
Beitrag von: SiLæncer am 13 August, 2007, 09:23
Die Korruptionsaffäre bei Siemens könnte der Süddeutschen Zeitung zufolge noch viel größere Ausmaße haben als bislang bekannt – auch über die am Wochenende bekannt gewordenen dubiosen Zahlungen bei der Siemens-Kraftwerkssparte hinaus. Ermittler einer vom Konzern beauftragten US-Kanzlei seien auf fragwürdige Zahlungen von insgesamt weit mehr als einer Milliarde Euro gestoßen, schreibt die Zeitung. Allein in der Kommunikationssparte seien dubiose Transfers von fast 900 Millionen Euro entdeckt worden, die bis Anfang der 90er Jahre zurückreichten. "Es geht um riesige Summen", heiße es in der Konzernspitze. Die neuen Erkenntnisse seien "schockierend".

Bislang bezifferte Siemens die entdeckten zweifelhaften Zahlungen auf 420 Millionen Euro. Ein Unternehmenssprecher sagte der Zeitung zu den Informationen: "Zwischenstände der internen Untersuchungen über die Quartalsveröffentlichungen hinaus kommentieren wir nicht."

Nach Informationen aus dem Unternehmen stießen die Anwälte der Kanzlei Debevoise & Plimpton auch in der Kraftwerkssparte auf dubiose Zahlungen von 250 bis 300 Millionen Euro, schreibt die Süddeutsche Zeitunga weiter. Auch hier gingen die Transaktionen bis in die 90er Jahre zurück. Die Prüfer seien auf eine Vielzahl unerklärlicher Transfers über Liechtenstein und andere ausländische Konten gestoßen, darunter in Abu Dhabi, heißt es unter Berufung auf das Umfeld der Ermittler. Es spreche einiges dafür, dass es dabei nicht um saubere Geschäfte gegangen sei, auch wenn nicht alle Zahlungen automatisch Schmiergeld sein müssten.

Bisher gab es keine konkreten Hinweise, das auch die Kraftwerkssparte in großem Stil schwarze Kassen gehabt haben könnte. Auch der Spiegel berichtet nun aber in seiner neuen Ausgabe, bereits im Jahr 2005 seien im Kraftwerksbereich fragwürdige Zahlungen von fast 190 Millionen Euro über Liechtenstein entdeckt worden. Diese Summe sei laut Konzerndokumenten zwischen 1997 und 1999 über drei Konten geflossen, schreibt das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf vorliegende Papiere. Die Antikorruptionsabteilung der Sparte habe bereits 2005 eine Erlanger Anwaltskanzlei beauftragt, die Zahlungen zu untersuchen. Bis heute sei unklar, wofür sie letzten Endes verwendet worden seien. Ein Siemens-Sprecher wollte die Angaben am Samstag nicht bestätigen.

Die Erlanger Anwälte untersuchten dem Spiegel zufolge 126 Zahlungen zwischen der Siemens-Kraftwerkssparte PG und der Neuen Bank Liechtenstein. Darunter seien auch 26 Überweisungen auf das Konto der Liechtensteiner Firma Eurocell gewesen, über das Schmiergelder an den italienischen Energiekonzern Enel gezahlt worden seien. Bis auf einen Vorgang habe man "in keinem Fall einen Zahlungsempfänger" feststellen können, heiße es in dem Bericht der Anwaltskanzlei von Mai 2005. In der Siemens-Buchhaltung seien die Zahlungen "lediglich als Aufwand bestimmten Projekten zugeordnet, ohne dass daraus ein konkreter Verwendungszweck nachvollzogen werden kann", habe die Überprüfung ergeben.

Im jüngsten Quartalsbericht hatte Siemens geschrieben, dass neben den Untersuchungen bei der Telekommunikationssparte Com nun auch "Barzahlungen bei anderen Bereichen" geprüft würden. Dabei sei ein Zahlungsvolumen identifiziert worden, für das "nur begrenzte Dokumentation" verfügbar sei. Ein deutlicher Zahlungsumfang sei über ein Bankkonto in Liechtenstein abgewickelt worden. "Dass es sich dabei um PG handelt, kann ich nicht bestätigen", sagte ein Konzern- Sprecher der dpa.

Zwei ehemalige Manager der Siemens-Kraftwerkssparte waren im Mai vom Landgericht Darmstadt zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Es ging um die Zahlung von mehr als sechs Millionen Euro Schmiergeld an zwei Manager des italienischen Energiekonzerns Enel, um Aufträge für Gasturbinen zu bekommen.

Siemens hatte sich vor einigen Tagen von seinem langjährigen obersten Korruptionsermittler Albrecht Schäfer getrennt. Nähere Angaben zu den Hintergründen der ordentlichen Kündigung machte Siemens nicht. Über eine Kündigung Schäfers war in der Vergangenheit bereits wiederholt spekuliert worden. Medienberichten zufolge gab es Vorwürfe aus dem Aufsichtsrat, Schäfer habe in einem Bericht über den Schmiergeld-Skandal bei dem Elektrokonzern im Dezember 2006 nicht umfassend genug ausgesagt und ein beschönigendes Bild von den Vorgängen vermittelt. Schäfer war bis Ende vergangenen Jahres oberster Korruptionsermittler bei Siemens. Am Mittwoch und Donnerstag hatte es auch neue Durchsuchungen in der Schmiergeldaffäre gegeben. Es geht um einen Fall, in dem Mitarbeiter von Siemens und Lurgi Lentjes einen Projektmanager der Europäischen Agentur für den Wiederaufbau in Belgrad bestochen haben sollen, um einen Auftrag von fast 50 Millionen Euro zur Generalüberholung eines Kraftwerks in Belgrad zu erhalten.

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
Beitrag von: Jürgen am 14 August, 2007, 01:29
Man sollte 'mal gründlich darüber nachdenken, ob so extreme Schmiergeldzahlungen bzw. aus dem Konzern ohne regelrechte Belege abgeführte Mittel nicht als Merkmale einer kriminellen Vereinigung zu gelten hätten, in Vorstand und Aufsichtsrat...


Für ein paar hundert oder tausend Euro wird kleinen Leuten regelmässig wirtschaftlich der Hals umgedreht, aber derart absurde Beträge behandelt man i.d.u.L meist als 'peanuts'.
Das zerstört nachhaltig jegliches Vertrauen in den Rechtsstaat.

Von dem Geld hätte man garantiert die Arbeitsplätze bei BenQ noch etliche Jahre erhalten und sicher sogar konkurrenzfähig weiterentwickeln können.
Aber jetzt steckt's für immer und steuerfrei in den Taschen der fettesten Bonzen dieses Planeten.
Titel: Medien: Verdacht auf weitere Schmiergeldzahlungen bei Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 18 August, 2007, 16:23
Dem Siemens-Konzern drohen einem Bericht des Spiegel zufolge neue Enthüllungen über Schmiergeldzahlungen in der Kraftwerkssparte. Wie das Nachrichtenmagazin in seiner kommenden Ausgabe berichtet, legen interne Dokumente den Verdacht nahe, dass auch im Zusammenhang mit einem Kraftwerksbau in Indonesien Schmiergelder in Höhe von fast 20 Millionen Euro geflossen sein könnten. Die Gelder sollen aus einem geheimen Depot im Fürstentum Liechtenstein stammen. Die Wirtschaftswoche berichtet unterdessen, etwa die Hälfte des Siemens-Geschäfts in China sei von Bestechung beeinflusst.

Siemens habe Ende der 90er Jahre zusammen mit Partnern aus Großbritannien und Indonesien ein Kohlekraftwerk auf der Insel Java bauen und betreiben sollen. Der Vertrag mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden US-Dollar war im April 1995 unter den Augen des damaligen Kanzlers Helmut Kohl (CDU) und des indonesischen Diktators Suharto unterzeichnet worden. Später habe ein mit dem Projekt Vertrauter Manager den Deal als Auswuchs der korrupten Gepflogenheiten des Suharto-Clans bezeichnet; die Firma eines Sohnes des Diktators habe 15 Prozent an der Betreibergesellschaft des Kraftwerks erhalten. Siemens habe damals beteuert, bei dem Kraftwerksbau sei alles korrekt abgelaufen.

Neue aufgetauchte Unterlagen lassen laut Spiegel nun Zweifel an dieser Version aufkommen. Zwischen Februar 1998 und Dezember 1999 seien aus der Siemens-Kasse rund 19,7 Millionen Euro auf das Konto 220030 bei der Neuen Bank in Vaduz geflossen, mit dem Verwendungszweck: "Neutrale Zahlung". Intern seien die 15 Überweisungen jedoch unter "Paiton Indonesien" verbucht worden. Siemens wollte sich mit Blick auf die laufenden Verfahren gegenüber dem Magazin dazu nicht äußern.

Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche steht etwa die Hälfte der Siemens-Geschäfte in China unter Verdacht. Die Zeitung schreibt in ihrer neuesten Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise, dies hätten die internen Ermittler der mit der Untersuchung des Skandals beauftragten US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton festgestellt. China ist der wichtigste Wachstumsmarkt für Siemens. Für die vermutete Korruption sollen die mächtigen Chefs der Siemens- Landesgesellschaften verantwortlich sein. Sie agierten autonom von der Zentrale in München und arbeiten mit zahlreichen selbstständigen Agenten und Vermittlern. Rund 90 Prozent des Geschäftes in China werde über diese Mittelsmänner abgewickelt, habe ein Siemens-Manager dem Blatt gesagt.

Siemens wollte auch dazu nicht äußern. Vor knapp einer Woche war bekannt geworden, dass es in der Siemens-Schmiergeld-Affäre fragwürdige Zahlungen in Höhe von fast 900 Millionen Euro gegeben habe und nicht wie bisher angenommen lediglich rund 420 Millionen Euro.

Quelle : www.heise.de
Titel: Dubiose Siemens-Zahlungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro entdeckt
Beitrag von: SiLæncer am 20 September, 2007, 20:07
Zehn Monate nach Beginn des Schmiergeldskandals bei Siemens liegen laut Süddeutscher Zeitung intern die ersten Prüfergebnisse vor und sind dem Aufsichtsrat in München präsentiert worden. Die US-Anwaltskanzlei Debevoise, die Siemens im Auftrag des Aufsichtsrats durchleuchtet, sei allein in der Telekommunikationssparte (Com) auf dubiose Zahlungen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro gestoßen, schreibt die Zeitung (Freitagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise. Die Zahlungen erstreckten sich auf den Zeitraum von 1995 bis 2006.

Die US-Anwälte hätten in der Kraftwerkssparte bereits schwarze Kassen entdeckt, die mit fast 300 Millionen Euro gefüllt waren. Insgesamt habe Debevoise damit bislang fragwürdige Transaktionen über fast 1,5 Milliarden Euro entdeckt. Ein Siemens-Sprecher wollte den Bericht am Donnerstagabend nicht kommentieren. "Die internen Untersuchungen laufen noch." Der Konzern hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Summe der dubiosen Zahlungen deutlich höher liegen könnte als die bisher offiziell genannten 420 Millionen Euro.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bericht: Siemens-Vorstände waren über geheime Konten informiert
Beitrag von: SiLæncer am 25 September, 2007, 14:41
In der Schlacht der Siemens AG gegen weltweite Korruptionsvorwürfe könnte ein kleines Randscharmützel zahlreiche (Ex-)Generäle des größten deutschen Elektrokonzerns erneut in Erklärungsnöte bringen. Der einstige Antikorruptionsbeauftragte bei Siemens, Albrecht Schäfer, ficht derzeit einen Stellungskampf vor dem Arbeitsgericht München aus. Schäfer war Anfang August nach 31 Dienstjahren gekündigt worden, weil er Vorstand und Aufsichtsrat unzureichend über interne Hinweise auf Gesetzesverstöße im Zusammenhang mit schwarzen Konten und Schmiergeldzahlungen unterrichtet haben soll. Der 59-jährige Jurist indes bestreitet jedes Fehlverhalten. Er habe bereits im Jahr 2004 Alarm geschlagen und die Führungsebene über dubiose Vorgänge informiert.

Unterstützung erhält Schäfer von der US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton, die Siemens derzeit im Auftrag des Aufsichtsrats durchleuchtet und bereits fragwürdige Transaktionen in Höhe von fast 1,5 Milliarden Euro entdeckt hat. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge sind im Rahmen dieser internen Untersuchungen jetzt Papiere aufgetaucht, die belegen, dass einige Top-Manager bis hinauf in den Vorstand schon Ende 2004 darüber informiert gewesen sein müssen, dass es in dem Unternehmen Probleme wegen geheimer Konten und dubioser Beraterverträge gab. Den Dokumenten zufolge hat Schäfer die Einleitung von Untersuchungen, die Bildung eines Krisenstabs und die sofortige Kündigung von Beraterverträgen vorgeschlagen.

Sogar der damalige Vorstandschef Heinrich von Pierer "sollte Anfang 2005 angeblich eingeschaltet werden", schreibt die Süddeutsche. Dessen Anwalt ließ auf Anfrage der Zeitung jedoch mitteilen, er sei nicht eingeschaltet worden. Da die schwarzen Kassen erst im November 2006, also fast zwei Jahre später, aufflogen, müsse also "irgendjemand mit genügend Macht und genügend Einfluss [...] verhindert haben, dass die schwarzen Kassen vorher enttarnt wurden", heißt es in der Süddeutschen, die gleich die Frage stellt: "Waren es einzelne Vorstände, gar aus dem Zentralvorstand, dem innersten Machtzirkel?" Siemens will sich dazu nicht äußern. Man habe zuletzt Ende Juli über den Stand der Dinge unterrichtet. Zu weiteren Details der internen Untersuchungen wolle man derzeit nicht Stellung nehmen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Viele ehemalige BenQ-Mobile-Mitarbeiter noch immer ohne Job
Beitrag von: SiLæncer am 30 September, 2007, 14:11
Ein Jahr nach der Insolvenz des Handy-Herstellers BenQ Mobile haben nach DGB-Angaben viele ehemalige Mitarbeiter Probleme, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) NRW, Guntram Schneider, sagte am Samstag bei einer Demonstration am ehemaligen BenQ-Mobile-Standort Kamp-Lintfort, besonders die wenig qualifizierten Mitarbeiter hätten bislang keine Beschäftigungsperspektive. Die Hälfte der rund 3300 entlassenen Arbeitnehmer habe eine neue Arbeitsstelle gefunden, darunter vor allem Ingenieure und Techniker.

Schneider begrüßte den Plan der Europäischen Kommission, den Arbeitnehmern mit 12,8 Millionen Euro zu helfen. Er forderte darüber hinaus weitere "arbeitsmarktpolitische Hilfestellungen, damit niemand langzeitarbeitslos wird". Es dürfe auch nach Ende dieses Jahres kein Ex-BenQ-Mobile-Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit gehen, betonte Schneider. Ende 2006 hatten mehr als 3300 Beschäftigte wegen der Pleite des Mobilfunkherstellers, der zuvor von Siemens an das taiwanesische Unternehmen BenQ verkauft worden war, ihren Arbeitsplatz verloren.

Quelle : www.heise.de
Titel: Schmiergeldskandal: 201 Millionen Euro Geldbuße gegen Siemens
Beitrag von: SiLæncer am 04 Oktober, 2007, 19:11
Im Siemens-Schmiergeldskandal hat das Landgericht München eine Geldbuße von 201 Millionen Euro gegen Deutschlands größten Elektrokonzern verhängt. Damit werden dubiose Geldströme in der früheren Telekommunikationssparte Com geahndet. "Siemens akzeptiert die gerichtliche Sanktion und übernimmt damit die Verantwortung bezüglich des Fehlverhaltens im Bereich Com in der Vergangenheit", teilte der Konzern am heutigen Donnerstag in München mit. Siemens habe daher auf weitere Rechtsmittel verzichtet. Zusätzlich muss der Konzern eine Steuernachzahlung in Höhe von 179 Millionen Euro leisten.

Da auch weitere Konzernbereiche bei Siemens von dem Skandal betroffen sind, könnten weitere Zahlungen auf den Konzern zukommen. Zumindest in Sachen Com, wo der Schmiergeldskandal seinen Anfang genommen hatte, beendet die Staatsanwaltschaft aber nun ihre Ermittlungen gegen die Siemens AG. Gegen teils hochrangige frühere Manager laufen die Ermittlungen aber weiter. Zu einer ersten Anklage könnte es nach Einschätzung in Justizkreisen im Oktober kommen.

Insgesamt seien im Bereich Com Zahlungen von rund 450 Millionen Euro als steuerlich nicht abzugsfähig eingestuft worden, teilte Siemens mit. Laut bisherigen Ermittlungen hatten Siemens-Manager schwarze Kassen angelegt, aus denen Schmiergelder im Ausland gezahlt worden sein sollen. Für die drohende Steuernachzahlung hatte Siemens im Konzernabschluss 2006 bereits 168 Millionen Euro zurückgelegt. Mit der nun vereinbarten Zahlung wurde laut Siemens eine "abschließende steuerrechtliche Regelung" durch die Finanzbehörden getroffen.

Damit hat der Skandal nun weitere finanzielle Konsequenzen für Siemens. Zuletzt hatte sich die Affäre vor allem in Form von hohen Beratungskosten bemerkbar gemacht. Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres waren Aufwendungen für externe Berater von 188 Millionen Euro angefallen. Zudem droht Siemens auch eine Strafe von der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC.

Konzern-Chef Peter Löscher betonte, dass Siemens die Aufarbeitung der Affäre weiter vorantreiben will. "Die heutigen Entscheidungen sind wichtige Schritte bei der Aufklärung und Aufarbeitung von Unregelmäßigkeiten in der Vergangenheit." Siemens stehe zu seiner Verantwortung. "Wir dulden kein gesetzwidriges Verhalten und ahnden Zuwiderhandlungen mit klaren Konsequenzen."

Quelle : www.heise.de
Titel: Ausmaß des Schmiergeldskandals bei Siemens übersteigt die Milliardengrenze
Beitrag von: SiLæncer am 08 November, 2007, 09:26
Der Schmiergeldskandal bei Siemens hat ein größeres Ausmaß, als bisher an die Öffentlichkeit gelangt war. Insgesamt seien bei internen Untersuchungen zweifelhafte Zahlungen in Höhe von mehr als 1,3 Milliarden Euro entdeckt werden, heißt es heute aus München (PDF-Datei). Es bestehe der Verdacht, dass ein Großteil davon in schwarzen Kassen verschwunden und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden ist.

Bisher hatte Siemens nur eine Summe dubioser Zahlungen für den früheren Kommunikationsbereich Com genannt, in dem die Affäre ihren Anfang genommen hatte. Hier hatte der Konzern fragwürdige Zahlungen in Höhe von 449 Millionen Euro identifiziert. Als Konsequenz akzeptierte der Konzern im Oktober ein Bußgeld in Höhe von 201 Millionen Euro.

Der höhere Betrag kam heraus, nachdem nun Untersuchungen der anderen Bereiche weitgehend abgeschlossen sind. Neben der Geldbuße muss sich Siemens auf Steuernachzahlungen und möglicherweise auch auf eine harte Bestrafung durch die US-Börsenaufsicht SEC einstellen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens- Chef rechnet mit alter Konzernspitze ab
Beitrag von: SiLæncer am 08 Dezember, 2007, 14:13
Scharf rechnet der neue Siemens-Chef Peter Löscher mit der früheren Chefetage ab: Die Führungskultur habe versagt, wettert er im SPIEGEL-Interview. Wer sich in Zukunft nicht an die Gesetze halte, müsse mit schärfsten Konsequenzen rechnen, selbst wenn der Konzern dadurch Kunden verlieren sollte.

Hamburg - Der neue Siemens-Chef Peter Löscher, 50, rechnet mit dem unter seinen Vorgängern grassierenden Korruptionssystem ab: "Was ich hier vorgefunden habe, geht über Einzelfälle weit hinaus", sagte er im Interview mit dem SPIEGEL. Er selbst habe anfangs "die Breite" des Skandals "unterschätzt".

Den "Schwerpunkt der Vorwürfe" habe er im Sommer noch in der Festnetzsparte Com des Konzerns gesehen, inzwischen aber sei klar: "Auch andere Teile des Unternehmens waren offenkundig infiziert." Löscher erklärte: "Klipp und klar: Die Führungskultur hat versagt." Er sehe es nun auch als seine Aufgabe an, "eine neue Kultur zu installieren. Und ich garantiere Ihnen: Der Vorstand wird sie mit digitaler Eindeutigkeit vorleben".

Löscher kündigte im Gespräch mit dem SPIEGEL "schärfste Konsequenzen" für jeden an, der sich im Konzern nicht an Regeln und Gesetze halte. 470 Manager seien "bereits sanktioniert" worden, von 130 habe sich das Unternehmen getrennt. Er will erreichen, "dass zügig und umfassend aufgeklärt wird", sagte der seit Sommer als Vorstandschef amtierende Manager. Die "vollständige Wahrheit" müsse ans Licht.

Siemens wolle zudem künftig auf Aufträge verzichten, die ohne Schmiergeldzahlungen nicht zu erlangen sind. "Man muss sich deshalb nicht gleich von einem ganzen Land verabschieden, aber vielleicht von einem Projekt oder Kunden", erläutert er.

Gegenüber dem SPIEGEL äußert sich der Österreicher auch zur Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler an überzogenen Managergehältern in Deutschland. "Ich halte diese Debatte gesellschaftspolitisch für sehr wichtig. Sie richtet sich ja nicht gegen hohe Gehälter an sich, sondern gegen Exzesse, bei denen Bezahlung und Leistung in keinem Verhältnis zueinander stehen." Solche Diskussionen seien durchaus nötig.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Chef stellt von Pierers Umgang mit Schmiergeldskandal in Frage
Beitrag von: SiLæncer am 06 Januar, 2008, 18:37
Siemens-Vorstandschef Peter Löscher will hart gegen die Verantwortlichen des Schmiergeldskandals in den eigenen Reihen vorgehen. Laut einem Bericht des Handelsblatts hat er Anfang dieses Jahres in einem Schreiben an 700 Führungskräfte des Konzerns auch den Umgang des langjährigen Konzernchefs Heinrich von Pierer mit der Affäre in Frage gestellt. "Beteuerungen des Nichtwissens oder der Uneigennützigkeit fehlgeleiteten Handelns sind zu kurz gegriffen und können so nicht akzeptiert werden", schreibt Löscher in dem Brief, der der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt.

Unternehmenskreise deuten laut Handelsblatt in den Brief auch ein Signal der Entschlossenheit hinein, mit alten Geschäftspraktiken aufzuräumen und die Frage der Verantwortung bis hin zum langjährigen Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer zu stellen. Bei Siemens waren vor allem auch in der Zeit von Pierers als Vorstandschef nach neuesten Erkenntnissen 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Von Pierer, der im April von seinem Posten zurücktrat, hatte stets betont, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben. Als Vorstandsvorsitzender sei man weit weg vom operativen Geschäft. In einem Konzern wie Siemens mit etwa neun Millionen Buchungsvorgängen am Tag seien Unregelmäßigkeiten nur schwer zu entdecken.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Ermittler stoßen erneut auf dubioses Finanzsystem
Beitrag von: SiLæncer am 24 Januar, 2008, 07:49
In der Siemens-Schmiergeldaffäre sind nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vom Konzern eingeschaltete Ermittler in einem weiteren Geschäftsfeld auf ein rätselhaftes Finanzsystem gestoßen. Hinweisen an den Aufsichtsrat zufolge könnten im Unternehmensbereich Medizintechnik gut 140 Millionen Euro in dunkle Kanäle geflossen sein, berichtet die Zeitung. Aufsichtsräte sprächen von möglicherweise ernsten Problemen im profitabelsten Geschäftsfeld, dessen Jahresumsatz etwa zehn Milliarden Euro betrage. Die US-Kanzlei Debevoise untersuche, ob es in dieser Sparte ähnliche Strukturen wie im Bereich Telekommunikation gegeben habe.

Wie das Handelsblatt berichtet, könne Thomas Stinnesbeck, ehemaliger Vertriebsleiter der Siemens-Tochter Siemens Audiologische Technik (SAT), belegen, dass er bereits im Juni 2004 den Medizintechnik-Spartenvorstand Erich Reinhardt und den damaligen Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer schriftlich über "Schwarzgeldgeschäfte" unterrichtet habe. Laut Siemens handle es sich bei den fraglichen Zahlungen jedoch nicht um "Schwarzgeld", sondern um die Vergütung regulär erzielter Rabatte. Eine interne Revision habe den Sachverhalt "lückenlos aufgearbeitet", zitiert das Handelsblatt einen Siemens-Sprecher.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens will eine Million Euro Schadenersatz von Angestellten
Beitrag von: SiLæncer am 03 Februar, 2008, 17:40
Siemens erhöht nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung den Druck auf Angestellte, die in den Schmiergeldskandal verwickelt sein sollen. Das Unternehmen habe Schadensersatzforderungen an mehrere Beschuldigte in Höhe von insgesamt einer Million Euro gestellt, berichtet die Zeitung in ihrer morgigen Montagsausgabe. Zudem wolle der Aufsichtsrat frühere Vorstände verklagen, denen Versäumnisse oder Vergehen nachgewiesen werden könnten.

Wer jetzt nicht auspacke und schildere, wie die schwarzen Kassen und Schmiergeldzahlungen organisiert wurden, den komme das teuer zu stehen, hieß es in dem Bericht. Der Konzern verlängerte erst vergangenen Donnerstag das Amnestieangebot an reuige Mitarbeiter um einen Monat bis Ende Februar. An Angestellte, die sich nicht an dem Programm beteiligten, seien "entsprechende Mahnbescheide versandt" worden, sagte laut Zeitung ein Siemens-Sprecher.

Es handele sich dabei um langjährige Beschäftigte, gegen die von der Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt werde, heißt es in dem Bericht. Ihnen werde vorgeworfen, sie hätten in der früheren Konzernsparte Telekommunikation (Com) schwarze Kassen gebildet und ausländische Geschäftspartner oder Amtsträger bestochen, um Aufträge zu bekommen. Der Aufsichtsrat wolle auch gegen ehemalige oder heutige Vorstände vorgehen, sollten diese in den Skandal verwickelt sein, schreibt die Zeitung weiter. Die Staatsanwaltschaft ermittele bereits gegen zwei ehemalige Vorstände.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens beendet Schmiergeldaffäre mit Milliardenbuße
Beitrag von: SiLæncer am 15 Dezember, 2008, 20:49
Siemens und die Strafbehörden haben sich geeinigt: Um die Schmiergeldaffäre ad acta zu legen, zahlt der Konzern gut eine Milliarde Euro - 395 Millionen in Deutschland, den Rest in den USA. Neuer Anti-Korruptionsaufseher des Unternehmens wird der Ex-Finanzminister Theo Waigel.

Washington/München - Rund 600 Millionen Euro Strafe muss Siemens den USA als Strafe für den Schmiergeldskandal zahlen - das entschied das zuständige Gericht in Washington am Montag. Und das ist noch nicht alles: In Deutschland hat die Staatsanwaltschaft München I einen entsprechenden Bußgeldbescheid über 395 Millionen Euro verhängt, wie die Behörde mitteilte. Insgesamt muss Siemens wegen des Schmiergeldskandals nun fast eine Milliarde Euro zahlen.

Dennoch kommt Siemens mit dieser Strafe mit erheblich geringeren Beträgen davon als bislang angenommen. In der Vergangenheit wurde in der Öffentlichkeit über noch höhere mögliche Strafen spekuliert. Die Ermittlungen in dem Skandal werden nun eingestellt.

Als Auflage aus dem US-Verfahren wurde nun der Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel zum Aufseher verpflichtet. Als unabhängiger "Compliance Monitor" werde Waigel künftig darüber wachen, wie Maßnahmen zur Vermeidung von Korruption und zur Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften bei Siemens umgesetzt werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Waigel, der für vier Jahre verpflichtet wurde, werde auch regelmäßig dem US-Justizministerium und der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC berichten, heißt es.

Waigel sei der erste Nichtamerikaner, der als Compliance-Monitor fungiere, erklärte Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. "Auch hier zeigen sich das Einfühlungsvermögen und die Besonnenheit der Behörden, und sicher kann man das auch als Bestätigung für das Vertrauen verstehen, das das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren mit seinem Kurs der Aufklärung und Veränderung aufgebaut hat."

Skandal kostete Siemens bislang 2,5 Milliarden Euro

Siemens ist seit 2001 an der New Yorker Börse notiert und unterliegt damit der amerikanischen Wertpapieraufsicht, die hart gegen Schmiergeldsünder vorgeht. Siemens-Mitarbeiter hatten in der Vergangenheit weltweit Zahlungen für Beraterverträge angewiesen, ohne dass entsprechende Gegenleistungen erbracht wurden. Bei der Höhe der zweifelhaften Zahlungen kommen die Behörden zu unterschiedlichen Erkenntnissen: Die SEC spricht von insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar, die von 2001 bis 2007 geflossen sein sollen, das Justizministerium nennt insgesamt 805 Millionen US-Dollar.

Der Konzern hat für die erwarteten Geldbußen der Behörden in den USA und Deutschland eine Milliarde Euro zurückgestellt. Abzüglich der US-Geldbußen bleiben von diesem Betrag noch 400 Millionen Euro für eine Strafe der deutschen Justiz übrig. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Verfahren wegen Schmiergeldzahlungen und schwarzen Kassen in fünf Unternehmensbereichen angestrengt.

Der Korruptionsfall hat Siemens bereits 2,5 Milliarden Euro gekostet. Am teuersten waren interne Ermittlungen durch Anwälte und Wirtschaftsprüfer, die auf Druck der SEC erfolgten. Dazu kamen Steuernachzahlungen für Beträge, die falsch verbucht und in schwarze Kassen geleitet wurden, sowie eine vom Münchner Landgericht verhängte Geldbuße für Korruptionsdelikte in der früheren Sparte Telekommunikation über 201 Millionen Euro. Insgesamt sind in den Jahren 1999 bis 2006 bei Siemens 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Siemens-Schmiergeldaffäre: Anklage gegen Ex-Finanzchef
Beitrag von: SiLæncer am 13 Juni, 2009, 16:49
Der ehemalige Finanzchef von Siemens Communications (COM) muss sich vor Gericht verantworten. Die Münchener Staatsanwaltschaft beschuldigt Michael Kutschenreuter im Rahmen der Siemens-Schmiergeldaffäre der Untreue: Er habe die Existenz schwarzer Kassen in seiner Sparte gekannt und nichts dagegen unternommen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe.

Zwei weitere Ex-Angestellte werden wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt. Ihnen wird die Teilnahme an Geldverschiebungen in Höhe von knapp 70 Millionen Euro vorgeworfen. Im Zeitraum von 2000 bis 2006 sollen sie damit Geschäftspartner und Amtsträger in über 60 Ländern bestochen haben, um der Unternehmenssparte Aufträge zu sichern.

Ursprünglich hatte das Landgericht München angekündigt, gegen 300 Siemens-Mitarbeiter Anklage erheben zu wollen. Die Prozesse gegen die Angeklagten sollen im Herbst eröffnet werden.

Quelle : www.heise.de (http://www.heise.de)
Titel: Flossen Siemens-Schmiergelder zu Terroristen?
Beitrag von: SiLæncer am 27 Juni, 2009, 19:01
Eine Untersuchungskommission in Bangladesch geht dem Verdacht nach, dass von Siemens gezahlten Schmiergelder an eine islamistische Terror-Organisation geflossen sind. Dem Magazin "Der Spiegel" zufolge zahlte Siemens etwa 1,7 Millionen Dollar an einen Vertrauten des damaligen Telekommunikationsministers Aminul Haque. Mit den Schmiergeldern sicherte sich Siemens 2004 einen Auftrag in Höhe von 40,9 Millionen US-Dollar zum Aufbau eines Mobilfunknetzes.

Wie schon länger bekannt ist, hatte Aminul Haque im gleichen Zeitraum Aktionen der Extremistengruppe Jamaat ul-Mudschahidin Bangladesch (JMB) geleitet. Der Ex-Minister ist derzeit flüchtig. US-Ermittlern zufolge erhielt Haque einen Teil der Bestechungsgelder persönlich. Offen ist, ob und wieviel dieses Geldes an die Mudschahidin weitergereicht wurde – diese Frage soll die Kommission in Bangladesch nun klären. Der Spiegel berichtet, dass Siemens nicht ausschließe, dass die Terrorgruppe durch das Bestechungsgeld mitfinanziert wurde. Interne Untersuchungen des Konzerns sollen keine Hinweise in diese Richtung geliefert haben.

Quelle : www.heise.de (http://www.heise.de)
Titel: Siemens zieht Schlussstrich unter Schmiergeldaffäre
Beitrag von: SiLæncer am 28 September, 2009, 11:20
Der Elektrokonzern Siemens sieht die Affäre um weltweite Schmiergeldzahlungen zahlreicher Konzernsparten für lukrative Aufträge als aufgeklärt an. Siemens-Vorstand Peter Solmssen sagte im Gespräch mit dem Tagesspiegel: "Wir sind ziemlich sicher, dass wir alles aufgeklärt haben, was aufzuklären war. Es kann natürlich keine absolute Sicherheit geben, dass nicht irgendwann ein alter Fall auftaucht. Aber ich halte das für unwahrscheinlich." Seit knapp drei Jahren mache Siemens "absolut saubere Geschäfte". Systematisches Fehlverhalten könne sein Unternehmen in Zukunft ausschließen.

Die mögliche Klage gegen den langjährigen Konzernchef Heinrich von Pierer und weitere Ex- Vorstände wollte Solmssen nicht kommentieren. Pierer hatte gegenüber dem Tagesspiegel erkennen lassen, dass er eine außergerichtliche Einigung anstrebt. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung ist von Pierer mit dem Vorschlag gescheitert, nicht an das Unternehmen, sondern an die Siemens-Stiftung zu zahlen. Für Siemens komme auch nicht in Frage, den vom Konzern verlangten Betrag von 6 Millionen Euro zu reduzieren.

Siemens hat damit gedroht, bei seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden den vollen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro gerichtlich geltend zu machen, wenn dieser nicht 6 Millionen Euro bezahlt. Der Konzern wirft von Pierer vor, während seiner Amtszeit die Geschäfte des Unternehmens nicht genau genug kontrolliert zu haben. Dadurch seien die weltweiten Schmiergeldzahlungen zahlreicher Konzernsparten für lukrative Aufträge möglich geworden. Pierer weist das zurück.

Quelle : www.heise.de
Titel: Siemens-Schmiergeldskandal: Heinrich von Pierer droht Millionenstrafe
Beitrag von: SiLæncer am 23 Oktober, 2009, 10:37
Für Heinrich von Pierer kommt es wohl ganz dick: Nicht nur, dass der Elektrokonzern Siemens angeblich den vollen Schaden aus der Schmiergeldaffäre bei seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden gerichtlich geltend machen will, wenn dieser nicht die geforderten 6 Millionen Euro bezahlt. Nun droht von Pierer auch ein Bußgeldbescheid in Millionenhöhe, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Staatsanwaltschaft in München, die das Schmiergeldsystem bei Siemens aufgedeckt hat, halte von den Unschuldsbeteuerungen des Ex-Siemens-Chefs nichts: Die Ermittlungsbehörde will nach Informationen der Zeitung einen Bußgeldbescheid gegen Pierer erlassen, der bis zu eine Million Euro betragen kann. Das Verfahren gegen Pierers Nachfolger Klaus Kleinfeld solle dagegen mangels Schuld eingestellt werden.

In dem Korruptionsskandal geht es um 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen, die vermutlich als Schmiergeld zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt wurden. Im Jahr 2008 hatte der Siemens-Aufsichtsrat bereits Regressforderungen gegen frühere Top-Manager wegen des milliardenschweren Schmiergeld-Skandals und der Affäre um verdeckte ZahlungenLinktext an die Arbeitnehmerorganisation AUB abgesegnet.

Heinrich von Pierer, der bislang jede Verantwortung für den Schmiergeldskandal von sich gewiesen hat, soll nun nach Angaben der Süddeutschen Zeitung zahlen , weil er seine Amtspflichten verletzt und damit eine Ordnungswidrigkeit begangen habe. Pierer habe die Geschäfte des Konzerns nicht genau genug geprüft. Dadurch sei es möglich gewesen, dass Regierungen und Geschäftspartner in fast allen Erdteilen bestochen wurden, um auf diese Weise an lukrative Aufträge für den Bau von Kraftwerken und für andere Projekte zu gelangen. Siemens selbst sieht die Schmiergeldaffäre inzwischen als aufgeklärt an: "Wir sind ziemlich sicher, dass wir alles aufgeklärt haben, was aufzuklären war. Es kann natürlich keine absolute Sicherheit geben, dass nicht irgendwann ein alter Fall auftaucht. Aber ich halte das für unwahrscheinlich",  erklärte Siemens-Vorstand Peter Solmssen Ende September.

Quelle : www.heise.de