Garantiefälle werden nicht mehr bearbeitet, Handys nicht zurückgeschickt
Schlechte Nachricht für Handybesitzer von BenQ-Siemens-Handys: Der insolvente Handyhersteller wird wahrscheinlich keine Garantie mehr für defekte Geräte übernehmen, berichtet Focus Online. Derzeit verschwinden alle Mobiltelefone, die zur Reparatur an den Kundenservice geschickt wurden, wie in einem schwarzen Loch. Geld für den Rückversand steht nicht zur Verfügung, der Kunde hat das Nachsehen.
Noch vor kurzem haben Netzbetreiber wie T-Mobile oder Vodafone angegeben, dass sie davon ausgehen, dass es mit Handys von BenQ keine Probleme beim Auftreten von technischen Defekten geben würde.
Die Realität sieht inzwischen anders aus: BenQ Mobile repariert nicht mehr. Bislang war für Garantiefälle und Reparaturanfragen die Tochterfirma Inservio zuständig. Doch auch die Tochterfirma ist nicht mehr zahlungsfähig, wie Focus Online bekräftigt. Es gibt keine offiziellen Zahlen, wie viele Kunden ihre Geräte eingeschickt, aber nicht mehr zurückbekommen haben.
Im Moment sollten Besitzer eines BenQ-Mobile-Handys im Garantiefall den Netzbetreiber oder den Händler in die Pflicht nehmen. Diese sind durch den Kauf zum Vertragspartner geworden und müssen daher - genau wie der Hersteller - im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungspflicht zwei Jahre lang die Reparaturen übernehmen.
Quelle : www.golem.de
Haftstrafen im Prozess um Korruption bei der Siemens-Kraftwerkssparte gefordert
Im Prozess um Korruption bei der Siemens-Kraftwerkssparte hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt am heutigen Montag Haftstrafen für beide Angeklagte gefordert. Die 63 und 73 Jahre alten Ex-Manager des Konzerns hatten zuvor vor dem Landgericht eingeräumt, an der Zahlung von über sechs Millionen Euro Schmiergeld an zwei Entscheidungsträger des italienischen Energiekonzerns Enel beteiligt gewesen zu sein. Ein von Siemens geführtes Konsortium soll zwischen 1999 und 2001 so an Aufträge mit einem Volumen von 450 Millionen Euro gekommen sein.
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sich der 63-jährige ehemalige Bereichsvorstand der Kraftwerkssparte nicht nur der Bestechung im geschäftlichen Wettbewerb, sondern auch der Untreue zu Lasten von Siemens in jeweils zwei schweren Fällen schuldig gemacht. Er soll deshalb für 3 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Für den 73-jährigen Ingenieur und damaligen Verhandlungsführer forderte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung wegen Korruption.
Die Siemens AG soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft knapp 98 Millionen Euro aus dem Geschäft mit Enel an die Staatskasse abführen, was in etwa dem Bruttogewinn aus dem Geschäft abzüglich einer bereits in Italien verhängten Geldstrafe entspricht. In seinem Plädoyer warf Staatsanwalt Ulrich Busch dem Münchner Konzern Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Verschleierung von Zahlungsströmen vor, die man eher von der organisierten Kriminalität etwa im Drogen- oder Waffengeschäft kenne.
Die Verteidiger forderten unterdessen Freispruch für den ehemaligen Bereichsvorstand beziehungsweise eine maximal zwölfmonatige Haftstrafe auf Bewährung für den Ingenieur, der bei dem Geschäft nur als Gehilfe und nur auf Anweisung tätig gewesen sei. Das Urteil, das auch Signalwirkung für die anderen Korruptionsaffären im Siemens-Konzern haben dürfte, soll am kommenden Montag verkündet werden.
Quelle : www.heise.de